Eisenbahnmuseum Bochum
Im äußersten Südwesten der Stadt Bochum wurde ab 1916 direkt im Städte-Dreieck zwischen Bochum, Essen und Hattingen an der Ruhr das Eisenbahn-Betriebswerk Dahlhausen gegründet. Hauptaufgabe war die Wartung und Reparatur von Dampflokomotiven und Güterwagen, die den anstehenden Güterverkehr der umliegenden Großzechen im Ruhrgebiet abwickelten. Im zweiten Weltkrieg wurde das Werk durch Bomben und durch die Flutwelle der 1943 gesprengten Möhnetalsperre stark in Mitleidenschaft gezogen. Gegen Ende der 1960er Jahre schlossen im Zuge der Kohlekrise immer mehr Zechen, die Dampfloks und Güterwagen des Betriebswerks nutzten. Damit wurde das Betriebswerk zunehmend unnötig und schließlich 1969 geschlossen, die Güterwagen-Ausbesserung bestand noch bis 1982. Ab 1977 wurde das Gelände durch die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) gemietet und nach und nach zum größten privaten Eisenbahnmuseum in Deutschland umgebaut. Heute ist die Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum Träger des Museums.
Das Eisenbahnmuseum erweckt das alte Betriebswerk wieder zum Leben. Mittelpunkt ist der 14-ständige Ringlokschuppen und die große Drehscheibe, die häufig und gerne zum Zurschaustellen einer oder mehrerer Loks oder Triebwagen genutzt werden. An 15 verschiedenen Stationen in Hallen und im Freigelände können teils betriebsbereite Dampf-, Elektro- und Dieselloks, Triebwagen sowie Personen- und Güterwaggons besichtigt werden. Hier und da ist ein Erklimmen des Führerstandes möglich. Führerstandsmitfahrten oder Sonderzüge starten, wenn für den Besuchertag angesetzt, vom Bahnsteig neben dem Lokschuppen.
Zu beachten ist ein alter Wasserturm hinter dem Ringlokschuppen in der besonderen Intze-Bauform, dessen Wasserbehälter nämlich nachträglich um den zuvor bestehenden Schornstein angesetzt wurde. Er trägt heute zur bekannten Kulisse als Hintergrund der Drehscheibe bei und trägt den Schriftzug »Bahnbetriebswerk Bochum-Dahlhausen«.

Schienenbus vor dem Ringlokschuppen des Museums |

Schiene-Straße-Bus im Lokschuppen |

Bahnmeister-Draisine vor V100 und Wismarer Schienenbus |

|

Blick vom Führerstand einer Dampflok der Baureihe 01 |

Dampflok 035 mit Güterzug auf dem Gelände |

Elektrotriebwagen ET 85 07 |

Akkutriebwagen ETA150 - einer der wenigen verbliebenen der Art |

Überblick über das Museumsgelände |

Schienenbus der Ruhrtalbahn |

Unmotorisierter Beiwagen zum ETA150 |

Ein abgestellter, rostender Schienenbus-Beiwagen |

Museumsgelände |

Arbeitszug vor dem Ringlokschuppen |
Das Museum ist von Anfang März bis Mitte November von Dienstag bis Freitag und an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Für das Museum muss derzeit ein Eintrittsgeld von 6,50 Euro für Erwachsene und 3,50 Euro für Kinder entrichtet werden. Als Extra können Führerstandmitfahrten oder Führungen gebucht werden, die einen Aufpreis kosten – die Daten, an denen dies möglich ist, finden sich auf der Internetseite des Museums. Inhaber der Ruhr-Top-Card haben einmalig freien Eintritt. Diejenigen, die Museen gerne etwas ruhiger ohne großen Andrang erleben, sollten wochentags vormittags vorbeischauen. Alle anderen, die auch Züge in Fahrt und einige Aktionen sehen möchten, sollten das Eisenbahnmuseum am Wochenende oder an Feiertagen besuchen.
Fotografieren ist selbstverständlich kein Problem. Wer allerdings auf das Ablichten bestimmter Fahrzeuge aus ist, muss sich damit abfinden, dass gerade in den Hallen wenig Platz für den Abstand zum Objekt gegeben ist und verschiedene Objekte dicht an dicht neben- oder hintereinander stehen. Maschinenbilder ohne Menschen werden, wie gesagt, am ehesten unter der Woche am Vormittag erreicht. Ungeduldige sollten ansonsten damit rechnen, dass es auch andere (zahlende) Besucher und Fanatiker der Eisenbahn geben kann. Dafür halten sich an diesen Tagen sonst im Schuppen stehende im Freien zur Schau gestellte Fahrzeuge in Grenzen.
Anreise mit dem Auto: Die Anfahrt ist etwas komplizierter. Es wird dringend eine Straßenkarte oder ein Navigationssystem empfohlen!
Eine Möglichkeit besteht von der A40 Dortmund-Essen von der AS 32 Bochum-Stahlhausen. Dort auf die L633 Richtung Bochum. An der ersten Kreuzung rechts auf den Donezk-Ring. Nehmen Sie hinter dem ersten kurzen Tunnel die zweite Ausfahrt dieser Ausbaustraße - vor dem zweiten Tunnel. Geradeaus weiter (Kohlenstraße). An der Ampelkreuzung rechts und der B51 bis Linden folgen. Dort knickt die B51 nach Süden ab, folgen Sie den Straßenbahnschienen weiter durch Linden (mehrfacher Richtungswechsel) bis zum Bahnhof Dahlhausen, an dem sich auch die Endstation der Straßenbahn befindet. Dort im Kreisverkehr geradeaus Richtung Essen-Horst fahren. Nach etwa 1,7 km liegt die Zufahrt zum Parkplatz des Museums in einer Linkskurve.
Eingabe in das Navigationssystem: Dr.-C.-Otto-Straße 191 in
44879 Bochum
Koordinaten: 51°25'59.45"N, 7° 7'34.00"E (Copy&Paste in GoogleEarth möglich)
Anreise mit dem ÖPNV: Thematisch kann eine Anreise zu einem Eisenbahnmuseum nicht besser sein als mit der Bahn! Von Essen Hbf oder Oberhausen mit der S3 Richtung Hattingen (Ruhr) Mitte S bis Bochum-Dahlhausen. Alternativ von Bochum Hbf mit der Straßenbahn der Linie 318 bis Bochum-Dahlhausen (Endstation). Von dort zu Fuß links vom Vorplatz über den Kreisverkehr ca. 1,7 km bis zum Museum an der Dr.-C.-Otto-Straße folgen. Der Zeitbedarf für den Fußweg bei raschem Gang beträgt etwa 20 Minuten. Die Fahrtzeit mit der S-Bahn von Essen beträgt 11 Minuten, für eine Anreise aus der Großstadt ist also etwa eine halbe Stunde einzuplanen.
Sonntags und an Feiertagen fährt vom Bahnhof im Halbstundentakt ein Pendelzug in Form eines nostalgischen Fahrzeugs (meist: Wismarer Schienenbus) direkt zum Museum, was angesichts des langen Fußhin- und rückweges eine bequeme Alternative darstellt - insbesondere, wenn ein bestimmter Anschluss erreicht werden soll. Die Fahrpreise und Abfahrtszeiten sind auf der Webseite des Eisenbahnmuseums Bochum abzulesen.
Anreise mit dem Museumszug: Freitags und Sonntags und an be- stimmten Feiertagen pendelt im Sommerhalbjahr zwischen Bochum- Dahlhausen (Eisenbahnmuseum) und Hagen Hbf die "Linie Ruhrtal", Kurz Linie R, von der RuhrtalBahn auf der für Personenverkehr bereits 1971 stillgelegten Bahnstrecke. Als Fahrzeug wird ein nostalgischer Schienenbus oder ein Dampfzug (Preußische P8) eingesetzt.
An jedem vierten Samstag im Monat fuhr außerdem der "Zechen- Express" (Linie Z) von Dortmund-Bövinghausen nach Bochum- Dahlhausen via Dortmund Hbf, Schwerte und Witten Hbf. Für 2011 sind allerdings keine Einsätze auf der Linie vorgesehen! |
 |
Mit diesen Museumszügen ist es möglich, interessante Ziele der Region wie das Eisenbahnmuseum Dahlhausen, die Henrichshütte Hattingen und Zeche Nachtigall bequem zu verbinden. Informationen zu den Fahrtagen und zum Fahrpreis erfragen Sie bitte auf der Ruhrtalbahn-Webseite.
Weitere Informationen:
 |
Auf der Auswahlseite zur Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Gebäude oder Gelände wie Zechen, Museen oder technische Besonderheiten ebenso wie Halden im Ruhrgebiet und Landmarken. Für die Hauptseite bitte auf das Schild klicken. |
ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen. Beachten Sie vor einem Besuch bitte mögliche Öffnungszeiten der jeweiligen Anlagen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.mytrainsim.de • Stand: 02 / 2012 |