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Essener Münster (Dom zu Essen)

Ein Dom? In Essen? Hinter der Zeche Zollverein, der Villa Hügel oder dem Baldeneysee steht der Essener Dom bei vielen Touristen nicht gerade am obersten Ende der Liste der Ziele, die sie im Ruhrgebiet gerne besichtigen möchten. Für Fördertürme ist die Ruhrstadt schließlich bekannter als für seine Kirchtürme. Viele auswärtige Menschen erwarten daher in der so für ihre Industrie und den Bergbau bekannten Stadt keine Kathedrale. Tatsächlich ist diese stolze Kirche mitten in der Innenstadt seit 1958 Sitz des Bistums Essen, der kleinsten Diözese Deutschlands im Erzbistum Köln, und überrascht durch das hohe Alter einiger Bauteile und besondere Schätze im Innern.

Ein wenig unauffällig versteckt sich der Bau der Münsterkirche an der Bummel-Meile Kettwiger Straße, die sich nicht wie viele andere Dome oder auch Kirchen durch besonders hohe Türme wie in Köln, Ulm oder Freiburg im Stadtbild hervorhebt. Der Turm der angeschlossenen Kirche St. Johann misst 50 Meter Höhe, der Gebäudeeigene Westbau erreicht gerade einmal ca. 35 Meter (zum Vergleich: die Zwillingstürme des Kölner Doms sind ca. 160 Meter hoch). Dennoch hat es das Essener Münster in die Liste der 50 größten Gebäude in NRW gebracht, die der WDR nach Zuschauerabstimmung als Hitliste des Westens am 4. Januar 2011 im Fernsehen ausstrahlte.

Die heutige Kirche geht auf einige Vorgängerbauten zurück, deren Anfänge in einer Kirche aus dem 9. Jh. n. Chr. zurückzuführen sind. In der Folge durchlebte das Haus einige Zerstörungen, Wiederaufbauten und Erweiterungen. Die heutige gotische Hallenkirche stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert und bildet die Folge mehrerer kleinerer Kirchen, die durch Brände schwer beschädigt wurden. Den Ursprung stellt eine dreischiffige Gründungskirche von ca. 850-870 dar, die im Jahr 946 abgebrannt ist. Es folgte ein Wiederaufbau und um 1000 die Ergänzung des sogenannten Westbaus, der auch heute noch mit seiner Dreiturmanlage erhalten ist. Diese Kirche brannte wiederum bis auf eben diesen westlichen Teil 1275 nieder. Daraufhin errichtete man die heutige um 1316 geweihte Münsterkirche. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört, anschließend jedoch wieder aufgebaut. 1958 erfolgte die Erhebung der Münsterkirche zum Dom des Ruhrbistums.

Zwischen der Anbetungskirche und dem eigentlichen Münster befindet sich das Atrium. Es wird begrenzt durch den genannten romanischen Westbau mit seinen drei Türmen, der den ältesten Teil des Doms heute darstellt, und die Kirche St. Johann. Über dieses offene Atrium mit einem Holzkreuz aus der Zeit um 1400 gelangt man in den Dom. Hier stößt man direkt auf den eindrucksvollen ca. 2,30 Meter hohen und ca. 1,90 Meter breiten Siebenarmigen Leuchter aus Bronze, der als älteste erhaltene Nachbildung des jüdischen Tempelleuchters bezeichnet wird und vmtl. aus dem späten 10. Jahrhundert stammt. Den wohl wichtigsten Schatz des Bistums bildet die Goldene Madonna aus dem 10. Jhd. Sie ist ca. 74 cm hoch und besteht aus Holz mit Goldblechen. In dieser vollplastischen Form gilt sie als älteste erhaltene Skulptur ihrer Art auf der Welt.

Ausführliche Informationen zur Historie, zu den Sehenswürdigkeiten und Schätzen bietet die Internetseite zum Essener Dom. Für Interessierte sei darüber hinaus ein Besuch der Domschatzkammer empfohlen. Aus Rücksichtnahme auf andere Besucher werden an dieser Stelle nur wenige Eindrücke aus der Münsterkirche gezeigt.

Essener Münster

Essener Dom am Burgplatz

Dom von Essen

Altar mit Chorraum und Marmorsäule

Siebenarmiger Leuchterr in Essen

Siebenarmiger Leuchter

Goldene Madonna

Goldene Madonna im Essener Münster

Atrium

Atrium zwischen den Kirchen

Dom von Essen

Westbau als ältester Teil der heutigen Kirchenanlage

Kreuzgang

Beleuchteter Kreuzgang im Norden

Essener Münster bei Nacht

Essener Münster am Abend

Die Domschatzkammer ist Di-Sa von 10.00-17.00 Uhr, So u. Feiertags 11:30-17.00 Uhr geöffnet, hier ist ein Eintrittsgeld fällig. Der Dom ist zu üblichen Tageszeiten frei zu besichtigen. Gottesdienste finden derzeit Mo-Sa 12.00 Uhr, Sa 18:30 und So 10.00, 12.00 und 19.00 Uhr statt. Fotografieren ist im Dom selbst kein Problem; in der Domschatzkammer ist Fotografieren verboten.

Anreise mit dem Auto: Auf der A40 bis zur AS 23 Essen-Zentrum. In der Innenstadt stehen zahlreiche Parkhäuser und Tiefgaragen zur Verfügung. Generell wird allerdings wegen der zentralen Lage in fußläufiger Nähe zum Hauptbahnhof die Anfahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr dringend empfohlen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Burgplatz 2 in 45127 Essen

Koordinaten: 51°27'21.11"N, 7° 0'48.45"E
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden. Der Ort wird dann virtuell angeflogen.

Anreise mit dem ÖPNV: Mit dem Nah- und Fernverkehr bis zum Hauptbahnhof von Essen. Den Bahnhof auf der Nordseite Richtung Innenstadt verlassen und links vom Handelshof entlang der Kettwiger Straße ca. 450 Meter bis zum Münster.

Internetseite des Essener Doms: www.dom-essen.de
Museum Domschatzkammer: www.domschatz-essen.de
Live-Übertragung von Gottesdiensten: www.kirchenportal.eu
Hitliste des Westens (WDR Fernsehen): www.wdr.de
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Angaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012