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Emscherpark Karnap – Halde Lohwiese

Während am Wochenende bei schönem Wetter Besuchermassen den nahegelegenen Nordsternpark jenseits der Stadtgrenze in Gelsenkirchen bevölkern, herrscht hier, nur etwa 500 Meter flussabwärts der Emscher, beschauliche Ruhe. Der kleine Stadtpark liegt an der nördlichsten Spitze der Ruhrstadt Essen, die der Ortsteil Karnap bildet. Er erstreckt sich zwischen dem Fluss, einem Sportplatz, einer Kleingartensiedlung und der Straße Lohwiese. Spielplätze sind recht minimalistisch mit maximal ein oder zwei Geräten ausgestattet, einige Sitzbänke wirken etwas ramponiert. Eine fragwürdige Skulptur, die von weitem (das Gras war zu hoch und zu nass für Sandalen, um näher heranzutreten) irgendwie an die Plastiktüren einer Schlachterei oder einer Waschstraße erinnert, wurde künstlerisch aber wohl nach dem Geschmack einzelner im Dunkel der Nacht "aufgearbeitet". Weite Wiesen, viele Büsche und Bäume sowie ein verzweigtes und geschwungenes Wegenetz prägen den Park. Dabei drängen die Grasflächen auch auf die vegetationsfrei gedachten Rastplätze und Flächen vor. Wenn nicht gerade der Rasen gemäht worden wäre, hätte der Emscherpark einen sehr vernachlässigten Eindruck.

Warum also wird dieser Park, der zum Zeitpunkt des Besuchs im Sommer 2011 noch starkes Optimierungspotenzial aufweist, an dieser Stelle überhaupt beschrieben?

Unter dem hügeligen Gelände des Emscherparks Karnap verbirgt sich die Bergehalde Lohwiese. Sie verläuft die Stadtgrenze übergreifend entlang der Emscher und beinhaltet neben der nahezu gesamten Fläche des Emscherparks auch die angrenzende Schrebergartensiedlung. Der höchste von zwei »Gipfeln« liegt auf 44 Metern über dem Meeresspiegel und im Mittel etwa 10 Meter über der Umgebung. Diesen höchsten Punkt markiert übrigens die beschriebene Skulptur, die auf einer kleinen Lichtung inmitten der Büsche und Bäume steht. Passenderweise erfüllt der Park durch die Bäume und die Wiesen in idealer Weise die Namensbedeutung der Halde, ist Loh doch eine alte Bezeichnung für Wald.

Neben weiten Wiesenflächen, "solitären" Spielgeräten und Sitzgelegenheiten bietet der Park unweit der Sportplätze eine kleine Skateranlage. Den größten Anteil an Sportlern im Park bilden wissend oder unwissend die zahlreichen Radfahrer, die sich thematisch auf den Weg von der Quelle bis zur Mündung der Emscher machen und den Emscherradweg entlang radeln. Für sie ist der Emscherpark geradezu ideal, wenn im Nordsternpark kein ruhiges, grünes oder schattiges Plätzchen zum Rasten gefunden wurde.

Emscherpark Karnap

Dreibaum und Aussichtsturm: Kleiner Kinderspielplatz

Emscherpark in Essen

Wege durch den Emscherpark auf der Halde Lohwiese

Emscherpark

Wegkreuzung mit Bank

Halde Lohwiese

Gras wuchert bereits auf die Wege

Halde Lohwiese in Essen

Von unten wuchern Pflanzen durch die Bretter der Bänke

Emscherpark unter Strom

Park unter Strom: Hochspannungsleitungen im Doppelpack

Halde Lohwiese Ruhrgebiet

Merkliche Steigungen am Rande des Parks

Schrebergarten

Bunte Schrebergartensiedlung

Der Park ist jederzeit frei und offen zugänglich. Verteilte Ruhebänke eignen sich als Rastplatz und wenige, kleine Spielplätze zur Unterhaltung des Nachwuchses. Für den Unterhaltungswert lohnt der Fußweg zum nahen Nordsternpark.

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur AS14 Essen-Altenessen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die Heßlerstraße. An der Ampel rechts abbiegen auf die Altenessener Straße (an der U-Bahn). Über den Kanal und die Emscher fahren. An der nächsten Ampel rechts in die Straße Lohwiese. Hier am Rand parken. Zugänge zum Park finden sich entlang der Straße bis etwa zur Kurve.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Lohwiese in 45329 Essen

Koordinaten: 51°31'6.44"N, 7° 0'48.71"E (ein Zugang)
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden. Der Ort wird dann virtuell angeflogen.

Anreise mit dem ÖPNV: Von Essen Hbf. mit der U11 Richtung Gelsenkirchen Buerer Straße bis Arenbergstraße (eine davor zum Bereitmachen: Heßlerstraße). Von hier am in Fahrtrichtung zurückliegenden Ausgang in die Straße Lohwiese laufen und zwei Häuser hinter dem auf der rechten Seite liegenden Altenheim den ersten Zugang nutzen, im Straßenverlauf liegen weitere Zugänge.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf dem Emscherradweg von der Quelle kommend flussabwärts bis zum Nordsternpark. Vom Pumpwerk südlich der Fördertürme noch etwa 750 Meter flussabwärts. An der Kleingartensiedlung hinter den zwei Brücken sind die Halde und der Emscherpark erreicht. Aus der Richtung Mündung umfährt der Radweg in Karnap das Kraftwerk. Kurz hinter Wiedererreichen der Emscher wird die Altenessener Straße unterquert. Hinter den zwei Hochspannungsmasten befindet sich links der erste Zugang zum Park.

Zugang vom Nordsternpark: An der Emscherbrücke am Pumpwerk nach Südwesten halten und dem Emscherradweg folgen. An der zweiten der zwei großen Brücken nach ca. 750 Metern ist der östliche Ausläufer der Halde Lohwiese erreicht.

Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden. In der Kategorie »Ausflugsziele« werden Tipps für Ausflüge in die Region Ruhrgebiet gegeben.

Angaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012