Halde Massen in Unna
Massen ist ein etwa 13.000 Einwohner großer Vorort der Kreisstadt Unna an der Stadtgrenze zu Dortmund. Bekannt ist Massen vor allem für die 2009 geschlossene Landesstelle für Aussiedler, Zuwanderer und Flüchtlinge (kurz Landesstelle Massen). Vor allem Flüchtlinge aus der DDR aber auch aus dem Kosovo wurden hier übergangsweise untergebracht - für sie war dieser Ort das Tor zur Bundesrepublik. Die Landesstelle ist eine in sich geschlossene Kolonie am Nordrand von Massen und auch unter dem Namen "Buderuskolonie" bekannt. Errichtet wurde sie 1916 als Bergarbeitersiedlung der Zeche Massener Tiefbau – womit auch die Überleitung zum eigentlichen Thema geschaffen wird:
Von 1859 bis 1925 wurde in der Zeche Massener Tiefbau Kohle gefördert und teilweise in einer Kokerei und Brikettfabrik weiterverarbeitet. Praktischerweise verliefen gleich zwei Eisenbahnstrecken in relativer Nähe an der Zeche vorbei - die Strecke von Hamm nach Hagen und die Strecke von Welver über Königsborn nach Dortmund-Süd, letztere wird heute auf dem Abschnitt Königsborn-Dortmund als reine S-Bahn-Trasse genutzt. Beide Strecken konnten zum Abtransport der Kohle per Eisenbahn genutzt werden. Der Abraum der Zeche wurde auf einer Halde direkt neben der Schachtanlage I / II am Wickeder Hellweg gelagert, allerdings ist ein Teil der ehemals deutlich größeren Bergehalde für den Autobahnbau der A44 verwendet worden, die in den 1970er Jahren entstand.
Die heute übrig gebliebene Halde Massen liegt direkt auf der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Unna, ist 10 Meter über der Umgebung (Referenz: Massener Hellweg) hoch und erreicht eine maximale Höhe von 89 Metern über dem Meeresspiegel. Damit ist sie für Laien kaum als Bergehalde erkennbar und kann ohne weiteres für eine natürlich durch Tektonik oder morphologische Prozesse entstandene Erhebung gehalten werden. Auch der dunkle Abraum ist längst zugewachsen. Am Rande ist die Halde Massen bewaldet, im Zentrum befindet sich eine große Wiesenfläche, die von einem ringförmig angelegten Weg eingerahmt wird. Beim Mähen der Wiese wurden einige Wildwiese-Inseln stehen gelassen, am höchsten Punkt existiert eine Art Steingarten – die Steine daraus werden offenbar sehr gerne für die Begrenzung von Lagerfeuern oder Grillstätten verwendet. Wie viele der Kleinhalden wird auch dieses Exemplar – abgesehen von einigen Grillmeistern – hauptsächlich von Anwohnern und dabei vor allem zum Ausführen von Hunden genutzt. Die Aussicht wird im Sommer durch Laub der umgebenden Bäume eingeschränkt. Immerhin ist die Halde gepflegt und Bänke und Mülleimer wurden aufgestellt. Zugänge zur Halde Massen findet man im Nordwesten, Nordosten und Südosten - hier passenderweise an einem Weg, der als Haldenstraße benannt ist.

Halde Massen in Unna mit geschlossener Vegetationsdecke |

Große Wiesenflächen, Büsche und zum Rand hin Bäume |

Ein Hauptweg führt um die Halde und hat einige Zugänge |

Bank am Wegesrand, hinten ein weißer Gartenstuhl |

Aufgeschichtete Steine mit Pflanzenbewuchs am höchsten Punkt |

Viel Schatten gibt es nicht |
Anreise zur Halde Massen mit dem Auto: Auf der A44 (aus Richtung Kassel) bzw. der ausgebauten B1 (aus Richtung Dortmund) bis zur Ausfahrt Holzwickede. Dort auf die Nordstraße Richtung Dortmund-Flughafen (Beschilderung). An der Kreuzung am Flughafen rechts Richtung Unna. An der Ampel nach exakt einem Kilometer links Richtung Wickede abbiegen und dem Straßenverlauf um drei 90°-Kurven um die Landebahn folgen. An der abknickenden Vorfahrt rechts fahren in die Zeche-Norm-Straße. An der Ampel vor der Bahnbrücke rechts in den Altwickeder Hellweg und diesem bis zur Gudrunstraße (links, einige hundert Meter hinter dem Bahnhof) folgen. Hier im Bereich parken. An der Straße befinden sich zwei Zugänge.
Eingabe in das Navigationssystem: Altwickeder Hellweg, Kreuzung Gudrunstraße in 44319 Dortmund oder Massener Hellweg, Kreuzung Haldenstraße in 59427 Unna.
Zu beachten: Massener Hellweg geht in Höhe der Halde an der Stadtgrenze in den Altwickeder Hellweg über!
Koordinaten: 51°32'6.62"N, 7°38'1.91"E
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden. Der Ort wird dann virtuell direkt angeflogen.
Anreise mit dem ÖPNV: Von Dortmund-Stadthaus, Dortmund-Dorstfeld oder Unna mit der S4 bis Dortmund-Wickede (Werktags 20-Minuten- Takt, am Wochenende Halbstundentakt). Von dort zu Fuß auf der Südseite dem Wickeder Hellweg nach Osten folgen. Nach etwa 450 Metern befindet sich rechts der erste Haldenzugang an einer Schranke. Alternativ einige Hundertmeter dahinter rechts an der Haldenstraße.
Quellen und weitere Informationen: Zu diesem Objekt wurden keine vertiefenden Online-Informationen gefunden. Der Informationstext beruht auf Fachliteratur und eigenen Eindrücken beim Besuch der Halde. Die Höhendaten wurden mithilfe von GPS und der als Abgleich genutzten DGK5 (Deutsche Grundkarte im Maßstab 1:5.000) ermittelt.
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ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012
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