Halde Großes Holz in Bergkamen
Im Dreieck zwischen der Stadtmitte von Bergkamen im Kreis Unna und den Vororten Oberaden und Rünthe erhebt sich die Halde Großes Holz südlich des Datteln-Hamm-Kanals. Mit einer maximalen Höhe von 148,1 Metern über dem Meeresspiegel und 84 Metern über der Umgebung ist sie die vierthöchste Bergehalde im Ruhrgebiet und gehört mit 126 Hektarn zu den drei flächenmäßig größten Halden im Ruhrgebiet. Aufgeschüttet wurde sie u.a. durch die Zechen Monopol und Haus Aden in Bergkamen. Eine kurze Zeit lang noch wird in einem Quadranten Material abgeladen, doch der überwiegende Teil ist für die Öffentlichkeit freigegeben und durch Wege erschlossen. Der Name stammt vom ursprünglichen dichten Buchenwald mit dem Namen Großes Holz ab, der sich noch bis vor wenigen Jahrzehnten – nachweislich dank alter Topographischer Karten – an dieser Stelle befunden hat, bevor der Abraum abgelagert wurde. Nur noch Bruchteile davon sind im benachbarten Naturschutzgebiet Beversee vorhanden. Doch auch die Halde ist an ihren Böschungen dicht bewaldet, weshalb die Bezeichnung nicht mehr ganz unpassend ist.
Die eigentliche begehbare Halde besteht aus mehreren Teilen. Der höchste Bereich ist die »Adener Höhe« im Südwesten der Halde. Sie erhebt sich kegelförmig zu einem hervorstechenden Gipfel, der der Halde ihre weithin sichtbare charakteristische Landschaftsform gibt. Auf dem Gipfel befinden sich eine Aussichtsplattform und eine Grillhütte. Von der Plattform reicht der Blick bei entsprechendem Wetter besonders weit über das östliche Ruhrgebiet, den Haarstrang und das Münsterland, ist die Umgebung in der Lippe-Niederung doch sonst überwiegend flach. Nördlich und östlich an die Adener Höhe schließt sich der sogenannte »Korridorpark« auf einer Art Hochebene an. Im Kern ist dies ein langgestreckter Park. Ungewöhnlich geformte etwa acht Meter hohe Skulpturen aus Stahl und Plexiglas (sie orientieren sich an der etwas verzogenen Form des Fördergerüstes der Zeche Monopol) dienen zum einen als Beleuchtung im Park, zum anderen bilden sie den Teil eines blauen Bandes von West nach Ost bis zur Stadtmitte Bergkamens. Blau blühende Vegetation, blaue Dekosteine und sogar blaue Asphaltmarkierungen verstärken diesen Effekt. Dazu kommen Gräserfelder, die teilweise kreisrund angeordnet sind, und eine bizarre Hügellandschaft mit Wassergräben und einem Teich.
Im Norden befindet sich auf der anderen Kanalseite das Kohlekraftwerk Bergkamen im Ortsteil Heil, aus dessen Kühlturm meist mächtige und weithin sichtbare Kondenswolken aufsteigen. Es war bis vor wenigen Jahren mit einem Transportband mit der Zeche Monopol verbunden, das zu diesem Zwecke in einem Tunnel unter der Halde Großes Holz und der benachbarten Halde Haus Aden hindurchgeführt wurde. Einen ähnlichen Tunnel besitzt im Ruhrgebiet sonst nur noch die Halde Hoheward, die die Besonderheit hat, dass ihr Eisenbahntunnel eher vorhanden war als das Bergematerial, was heute darüber liegt. Das südöstliche Tunnelportal ist erreichbar, aber natürlich aus Sicherheitsgründen abgesperrt.
Seit Dezember 2010 zählt sich das Große Holz zur stolzen Liste der Halden mit Landmarkenfunktion. In dem Monat wurde nämlich die etwa 30 Meter hohe Stahlsäule auf der Adener Höhe mit fast 15.000 Leuchtdioden eingeweiht. Seitdem pulsiert weithin sichtbar das Licht der Säule nach dem Konzept der Kölner Künstler Maik und Dirk Löbbert, verbraucht durch die energiesparende LED-Technik weniger Strom als eine Herdplatte (im Mittel etwa 1500W) und bildet unter den Halden damit ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Nachbarn der näheren Umgebung brauchen nachts auf dem Weg ins Bett oder zum Kühlschrank kein Licht mehr einzuschalten, wie einige Anwohner glaubhaft berichten. Die Investition dieses Lichtschwertes, liebevoll auch »der Pin« genannt, hat knapp 650.000 Euro gekostet. Obwohl der zunehmende Landmarken-Hype hier eher kritisch beobachtet wird, lässt sich die Installation »Impuls« als fragiles Objekt bei Tage, das den unbebauten Charakter des Parks nicht zerstört, und als Leuchtturm in der Nacht durchaus als gelungenes Werk betrachten. Obwohl die Halde in jedem Falle auch ohne Lichtschwert ein Besuch für Haldenfreunde wert gewesen wäre.
Verschiedene inzwischen etwas veraltete Quellen kategorisieren dieses Exemplar als Brennende Halde, ein aktueller Status dazu konnte bisher nicht recherchiert werden. Eine Gefahr für Mensch und Tier besteht jedoch nicht. Ein Besuch ist ungefährlich und besonders prickelnd unter dem Hintergrund, dass sich irgendwo tief unter einem vielleicht doch noch ein Glutnest selbst entzündeter Kohle befinden könnte...

Blaue Türme aus Plexiglas und Stahl, dahinter Kraftwerk in Heil |

Korridorpark mit Wiesen, Hügeln, Gräben und Wasserflächen |

Teich auf der Halde Großes Holz mit dem Kraftwerk Bergkamen |

Gräsergarten und Fördergerüst der Zeche Monopol |

Korridorpark: Blaue Leuchttürme markieren den Weg |

Die »Bastion« - hier beginnt im Sommer das blaue Blütenband |

Gräserfelder auf der Halde |

Korridorpark mit einem blauen Leuchtturm |

In Schüttung befindlicher Quadrant der Halde: Zutritt verboten! |

Impuls-Lichtschwert auf der Adener Höhe |

Die weiße Stahlsäule steht am höchsten Punkt der Bergehalde |

Aussichtsplattform auf der Adener Höhe – Hoch über dem Land |

Getrübter Blick von der Adener Höhe: Reste der Zeche Haus Aden |

30 Meter hohe Skulptur mit ihren zahlreichen Leuchtdioden |

Detailaufnahme der Leucht-Elemente |

Förderturm der Zeche Monopol, heute auf Schering-Gelände |

Böschung der Adener Höhe, Blickrichtung Münsterland |

Gräserfeld im Korridorpark |

Lichtkunstinstallation und Aussichtsplattform auf der Höhe |

Der Korridorpark auf der Halde Großes Holz |

Etwas skurile Landschaftsformen auf der Halde |

»Impuls«: 30 Meter hohe Lichtskulptur auf der Halde (Montage) |

Alter, heute ungenutzter Tunnel unter der Halde (Südportal) |

Blick von der Erich-Ollenhauer-Straße auf die Adener Höhe |
Die Halde bietet keinerlei gastronomische oder sanitäre Einrichtungen. Einige Auffahrten sind geteert, die Hauptwege auf der Halde sind geschottert. Teile der Halde und der geteerten Hauptzufahrt im Norden können nicht betreten werden, was entsprechende Schilder aber eingänglich symbolisieren. Beachten Sie diese, denn SKW-Fahrer können Sie unter Umständen einfach nicht sehen! Alleine die uralten rostigen Schilder "Betreten Verboten" am Zugang vom Parkplatz an der Erich-Ollenhauer-Straße sind zu missachten. Es hat sich offensichtlich seit Jahren keiner dazu erbarmt, diese abzubauen oder wegzuflexen.
Mit der Halde Monopol und der Halde Haus Aden befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Großen Holz zwei weitere Halden, die in absehbarer Zeit ebenfalls vorgestellt werden.
Anreise mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 15 »Kamen / Bergkamen«. Dort Richtung Lünen auf der B61 bis Oberaden. An der Ampelkreuzung rechts Richtung Bergkamen (Jahnstraße). Dem Straßenverlauf folgen. Im Kreisverkehr (derzeit ist es der einzige) die erste Straße rechts (Erich-Ollenhauer-Straße). Direkt am Fuße der Halde befindet sich hinter dem Weiher rechts auf der linken Seite ein geräumiger Parkplatz. Von dort ist der Korridorpark in etwa zehn Minuten erreicht. Der Parkplatz ist (Stand Dezember 2009) nicht ausgeschildert. Aus Richtung Lünen kommend steht in Höhe der Einfahrt ein Schild der "Route Industriekultur" mit dem Hinweis auf die Halde.
Eingabe in das Navigationssystem: Erich-Ollenhauer-Straße, Kreuzung Binsenheide in 59192 Bergkamen
Koordinaten: 51°37'7.34"N; 7°36'54.98"E (Parkplatz; Copy & Paste in GoogleEarth möglich!)
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden. Der Ort wird dann virtuell angeflogen.
Anreise mit dem ÖPNV: Von Lünen Hbf oder Kamen mit dem Bus der Linie R12 bis Erich-Ollenhauer-Straße (eine zuvor zum Bereitmachen: In der Schlenke aus Richtung Lünen bzw. Gymnasium aus Richtung Kamen. Der Bus fährt je etwa eine halbe Stunde lang und werktags im Stundentakt. Von der Zielhaltestelle müssen Sie ein Stück nach Westen zur ausgeschilderten Zufahrt zum Haldenparkplatz laufen.

Beim Blick aus einem Fenster des Kreishauses in Unna zeigt sich die Halde Großes Holz als markante Erhebung am Horizont (mitte / links) |
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ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann - www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 01/2012 |