Halde Haniel in Bottrop und Oberhausen
Genau auf der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen steht mit ca. 165,5 Metern Höhe ü. NN und nahezu exakt 100 Metern Höhe über der Umgebung die zweithöchste Bergehalden des Ruhrgebietes hinter der Halde Oberscholven – die Halde Haniel, vereinzelt auch unter dem Namen Halde Prosper-Haniel oder Halde Franz Haniel bekannt. Mit ihrer Ausdehnung erreicht sie etwa ein Drittel der Höhe des Pariser Eiffelturms und ist zugleich die höchste besuchbare Bergehalde im Ruhrgebiet. Der Abraum stammt vor allem aus der benachbarten Zeche Prosper-Haniel. Auf dem der Öffentlichkeit freigegebenen Teil finden sich religiöse, skulpturale, mystische, technische und kulturelle Elemente.
Vom Ausgangspunkt am Fuße der Halde Haniel von etwa 66 Höhenmetern über dem Meer führt heute ein Kreuzweg mit 15 Stationen bergauf. An den jeweiligen Stationen findet der Besucher neben biblisch geprägten Bildern und Texten zum Leidensweg Jesu Christi auch Gegenstände und Werkzeuge aus der Zeche Prosper-Haniel. Station Zwölf ist ein großes Holzkreuz auf 156 Metern Höhe, welches anlässlich eines Besuchs des Papstes Johannes Paul II. am 2. Mai 1987 von Auszubildenden des Bergwerks aus Grubenholz gefertigt wurde. Höhepunkt des Besuchs war damals der Auftritt des Papstes im Gelsenkirchener Parkstadion. Hier wurde ein Altar aus Nachbildungen von Fördertürmen gebaut - statt Altarlichtern erleuchteten Grubenlampen das Werk. Etwa 100.000 Menschen feierten mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche eine Messe.
Das Holzkreuz ist allerdings heute kein Gipfelkreuz, es geht noch knapp zehn Meter weiter aufwärts. Auf dem höchsten Punkt der Halde Haniel steht eine Installation des baskischen Bildhauers Agustín Ibarrola mit einer Reihe von über hundert bunt gestalteten Bahnschwellen, die als Totems bezeichnet werden. Hier im stürmischen Wind und im Nebel kann sich der Betrachter mystische Gedanken über die Symbolik zwischen Natur und Industrie machen. Vom kleinen Plateau, auf dem die Installation im Halbkreis steht, hat man einen weiten Blick ins Ruhrgebiet und Münsterland. Zu erkennen sind als besondere Landmarken der Tetraeder in Bottrop, die Arena auf Schalke, die halben Pyramiden auf der Halde Rungenberg sowie die Bramme auf der Schurenbachhalde - die allerdings nur mit Adlerauge. Wagt man einen Schritt hinter die Totems, entdeckt man in einem tiefen Kessel in windgeschützter Lage ein kleines Amphitheater, die sogenannte Bergarena. Es handelt sich dabei um ein kleines, rundes und offenes Theater auf der Halde, in dem tatsächlich ab und zu Veranstaltungen stattfinden.
Nach wie vor wird im nördlichen Teil Abraum von der Zeche, die noch im Betrieb ist, angehäuft. Eine der größten Halden im Kohlenpott wächst also auch noch weiterhin - zumindest im hinteren Teil. Nördlich an die Halde Haniel schließt sich eine weitere Bergehalde an, die neben dem offiziellen Namen »Halde Schöttelheide« auch »Halde Haniel Nord« genannt wird.

Eine Station des Kreuzweges: Religiöses Bild, Text und Werkzeug
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Presslufthammer am Kreuzweg der Halde Haniel: Station X
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Holzkreuz und Altar von 1987 - Station XII |

Die "Totems": Bahnschwellen am höchsten Punkt der Halde Haniel |

Nicht alle Totems stehen in Reihe
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Amphitheater "Bergarena" im windgeschützten Kessel der Halde
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Bäume und Büsche haben oben noch Zwergform
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Zeche Prosper-Haniel von der Halde Haniel gesehen
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Kraftwerk Walsum und nördliches Oberhausen |

Die Totems von Halde Haniel zeichnen einen großen Halbbogen |

Zaghafte Vegetation in dieser windigen Ecke |

Man kann nicht glauben, dass man hier mitten im Ruhrpott steht! |

Kreuzweg auf Halde Haniel mit der Station IX |

Aufstieg anfangs durch Wald und Buschwerk |

Totems von Halde Haniel, hinten die Veltins-Arena auf Schalke |

Kreuzweg Station XI |
Die Halde, ihre Kunstwerke und die Arena sind Tag und Nacht frei zugänglich. Durch die große Höhe ist bei diesem Exemplar durchaus etwas Kondition gefragt, den sehr grob geschotterten Serpentinenweg bis zum Gipfel zu bezwingen. Stabiles Schuhwerk ist von Vorteil, aber nicht notwendig, um zum Gipfel zu gelangen. Bitte an den Flüssigkeitshaushalt denken!
Sanitäre Einrichtungen oder Gastronomie existieren auf der Halde nicht. Nächste Möglichkeit bietet ein chinesisches Restaurant direkt am Parkplatz der Halde. Für das dringende Bedürfnis ist die Bergehalde unten dicht bewaldet...
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Panoramabild von der Halde Haniel mit den "Totems" von Agustín Ibarrola |
Anfahrt zur Halde Haniel mit dem Auto: Auf der A2 aus Richtung Dortmund oder Oberhausen bis zur AS 2 Oberhausen-Königshardt. Aus allen Richtungen rechts auf die Fernewaldstraße (L21) Richtung Königshardt abbiegen. An der Ampel der Kirchhellener Straße rechts Richtung Kirchhellen folgen. Nach etwa 800 Metern befindet sich gegenüber dem China-Restaurant (gelbes Haus) ein Parkplatz. Hier steht versteckt auch ein Fahrrad-Hinweisschild zur Halde.
Von hier aus führt der Kreuzweg um die südliche Halde und von dort bis nach oben. Es gibt Informationstafeln und der Weg ist anfangs grob und später gut ausgeschildert. Alternativ kann man natürlich auch über Serpentinen wandern oder über Trampelpfade "Querhaldein" klettern. Letzteres ist allerdings nicht empfehlenswert, auch wenn der Weg kürzer erscheint.
Alternativ an der Ausfahrt aus allen Richtungen links abbiegen auf die Fernewaldstraße Richtung Bottrop-Fuhlenbrock. An der nächsten Kreuzung links in die Kleekampstraße und am Ende am Rand parken.
Koordinaten: 51°32'55.08"N, 6°52'8.61"E (Parkplatz) | 51°32'30.70"N, 6°52'40.30"E (Südzugang)
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden. Der Ort wird dann virtuell angeflogen.
Hierbei ist zu beachten, dass die Lage der Totems im aktuell angezeigten Luftbild veraltet ist und viele "Panoramios" falsch platziert sind.
Eingabe in das Navigationssystem: Kirchhellener Straße, Kreuzung Matzenbergstraße in 46145 Oberhausen
Achtung: Der Parkplatz liegt auf Oberhausener Stadtgebiet!!
Alternative: Kleekampstraße in 46145 Oberhausen (Südzugang)
Anreise mit dem ÖPNV: Mit der Bahn aus den Richtungen Duisburg Hbf, Mönchengladbach Hbf oder Wesel bis Oberhausen-Sterkrade (RE 5, RB 33, RB 35), von dort mit Buslinie 952 bis Everslohstraße oder mit der Linie 959 bis Kleekamp. Von der Everslohstraße etwa 200 Meter Fußweg bis zum genannten Parkplatz am China-Restaurant, dort befindet sich der Haldenaufstieg und der Beginn des Kreuzweges. Von Kleekamp kann der südliche Aufgang direkt genutzt werden.
Weitere Informationen und Quellen:
| Die Halde auf der Route Industriekultur: |
www.route-industriekultur.de |
Artikel zum Papstbesuch:
Höhenangaben:
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Harenberg, B. (Hg.): Chronik des Ruhrgebiets. Dortmund 1987 - Seite 629
Eigene GPS-Messungen, belegt durch DGK5 (Deutsche Grundkarte 1:5.000, mit Höhenlinien) |
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ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 05/2012
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