Hohensyburg in Dortmund
Kaiser-Wilhelm-Denkmal • Ruine Syburg
Im Dortmunder Ortsteil Syburg befinden sich mit der Burgruine, dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und nicht zuletzt dem Spielcasino Hohensyburg gleich mehrere Ausflugsziele auf kleinster Fläche. Sie liegen hoch über dem Hengsteysee, einem 1929 eröffneten Ruhrstausee, der gerne zum Wandern am Ufer oder Tretboot- oder Ruderboot fahren genutzt wird. Am Oberlauf, wo Ruhr und Lenne zusammen in den See fließen, versuchen häufig Angler ihr Glück. Besonders charakteristisch für den See ist seine bananenähnliche Form mit der langgezogenen Halbinsel im Osten. Besonders erwähnenswert ist das am Nordufer gelegene Koepchenwerk, ein Pumpspeicherkraftwerk, das zu Spitzenzeiten der Stromnutzung Wasser aus einem hoch auf dem Bergkamm gelegenen See in den Hengsteysee abfließen lässt und durch die kinetische Energie mittels Turbinen elektrischen Strom produziert. In Stunden mit geringerem Strombedarf wird Wasser wieder in den Obersee zurückgepumpt – das Spiel beginnt beim kollektiven Kaffeemaschinen- oder Herdeinschalten am Morgen aufs Neue.
Teil 1: Ruine Hohensyburg: Überreste mittelalterlicher Burganlagen über der Ruhr
Vermutlich aus dem frühen Mittelalter stammen die teilweise heute noch im Gelände sichtbaren Überreste der ersten Wallburg auf dem Syberg, die sogenannte Sächsische Siggiburg. Im Bereich der im Jahr 775 n. Chr. durch Karl den Großen eroberten Burg entstand vermutlich im frühen 12. Jahrhundert der steinerne Nachfolger, dessen Ruinen heute noch sichtbar sind. Eine wesentliche Aufgabe der Hohensyburg war die Sicherung des Ruhrübergangs bei Westhofen. Im 13. Jhd. wurde die Burg durch Graf Engelbert III. von der Mark zerstört und größtenteils wieder aufgebaut. Die Nutzung der Anlage reicht bis ins 17. Jahrhundert, gefolgt von ihrem zunehmenden Verfall. Das ursprünglich mehrstöckige ca. 20 × 10 Meter dimensionierte Palas-Gebäude aus Ruhrsandstein mit seinem quadratischen Treppenturm wurde an den nicht zum Berghang zugewandten Seiten durch eine etwa 90 Zentimeter starke Mauer geschützt, die zwei Türme besaß. Erhalten sind heute vor allem die Grundmauern des Palas und Teile der Außenmauer sowie die Stümpfe der Türme. Somit lässt sich die Burg vor Ort gedanklich zu einer kleinen, stolzen Höhenburg rekonstruieren. Sämtliche Räume der Burg lassen sich frei besichtigen und sind durch Wege erschlossen. Im größten Raum des Palas befindet sich das 1930 erstellte und ebenfalls aus Ruhrsandstein bestehende Kriegerdenkmal von Prof. Friedrich Bagdon mit drei Gedenktafeln zu den gefallenen Syburger Bewohnern drei Kriegen.
Direkt neben der Burgruine erhebt sich stolz der schlanke Vincke-Turm in die Höhe. Er wurde im Jahr 1857 zu Ehren des ersten Oberpräsidenten der neuen Provinz Westfalen Friedrich Ludwig Freiherr von Vincke (1774–1844) errichtet. Der als Aussichtsturm konzipierte Bau weist neogotische Stilelemente auf (z.B. Spitzbogenfenster) und ist etwa 20 Meter hoch. Neben dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal (→ siehe Abschnitt 2) ist der zwischen den Bäumen hoch hervorstechende Turm auch vom Tal und aus der Entfernung gut zu identifizieren.
Vom südlichen Teil der Burg bietet sich ein weiter Blick über das Ruhrtal. Von hier aus lassen sich die Autobahnbrücke mit dem immerwährenden Verkehr auf der A1 sowie die Bahnbrücke über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne mit durchaus starkem Eisenbahnbetrieb mit Regional-, Güter- und ICE-Zügen beobachten.

Burgruine: Blick durch das Palasgebäude auf den Vincketurm |

Kriegerdenkmal im größten Raum des Palas mit Gedenktafeln |

Reste des Palasgebäudes mit Treppen- und Vincketurm |

Neugotischer Vincketurm |

Mauern von Palas und Treppenturm |

Gefallenendenkmal von 1930 und Mauerreste der Steinburg |
Teil 2: Kaiser-Wilhelm-Denkmal Hohensyburg
Nur wenige Schritte von der Syburg entfernt steht das weithin sichtbare Denkmal zu Ehren des Kaisers Wilhelm I (1797 - 1888; Kaiser von 1871 - 1888). Es stellt sich heute als monumentaler Steinklotz mit einem Reiterstandbild des Kaisers dar, flankiert von Standbildern des preußischen Reichskanzlers Otto Graf von Bismarck und des preußischen Generalfeldmarschalls Graf von Moltke. Das Denkmal steht auf einer begehbaren Empore. Der Platz darunter hat die Form und die Bauweise einer kleinen Festung und verstärkt den monumentalen Eindruck von der Ferne. Insbesondere bei der Vorbeifahrt mit dem Zug auf der Oberen Ruhrtalbahn oder mit dem Auto auf der Autobahn A1 lässt sich das Denkmal am Syberg gut ausmachen.
Das Kaiserdenkmal wurde im Jahre 1902 enthüllt und hatte zu dieser Zeit ein deutlich anderes Erscheinungsbild als heute. Neben Verschnörkelungen, die auf historischen Ansichtskarten durchaus ansprechend erscheinen, besaß es ursprünglich zwei weitere Standbilder der Prinzen Friedrich Wilhelm und Friedrich Karl jeweils rechts und links vom Kaiser vor eigenen kleinen Türmchen. Im Jahre 1935 erfolgte durch die Nationalsozialisten ein Um- und Rückbau zu der in der Zeit modernen und heutigen Form – sieht man von den nach dem Krieg entfernten Symbolen des dritten Reiches ab. Dabei verschwanden auch die Standbilder der beiden Prinzen rechts und links.
Wie die Burgruine ist auch das Denkmal frei zugänglich. Der große Platz darunter bietet einen ausgezeichneten Ausblick über das Hagener Ruhrtal mit dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne, den zu Füßen liegenden Hengsteysee mit dem Pumpspeicherkraftwerk sowie die Industrievororte und Teile der Innenstadt von Hagen. Freizeitboote auf dem See lassen sich ebenso verfolgen wie Züge, die die Ruhrbrücke direkt am Zusammenlauf der Flüsse überqueren und dabei für einiges Getöse sorgen.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal Hohensyburg |

Platz unter dem Denkmal mit zitadellenartiger Befestigung |

Reiterstandbild des Kaisers, rechts davon Graf von Bismarck |

Kaiser Wilhelm I |

Aussichtsplattform hoch über dem Ruhrtal am Hengsteysee |

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Pumpspeicherkraftwerk »Koepchenwerk« der RWE am See |

Zusammenfluss von Ruhr und Lenne und nördliches Sauerland |
Das Denkmal und die Burgruine sind Tag und Nacht frei zugänglich. Die nächstgelegenen gastronomischen und sanitären Einrichtungen befinden sich mit einigen (auch Garten-) Restaurants und Cafés im Ort Syburg sowie im nahegelegenen Casino. Sie sind bequem fußläufig erreichbar.
Anreise nach Hohensyburg mit dem Auto: Auf der Autobahn A1 bis zur Ausfahrt 87 Hagen-Nord, Hohenlimburg, Iserlohn, DO-Hohensyburg. Aus Richtung Wuppertal rechts, aus Richtung Dortmund links abbiegen auf die Dortmunder Straße Richtung Hohensyburg. Dem Straßenverlauf über den Hengsteysee folgen und die Serpentinenstrecke durchfahren. An der Ampel ganz oben rechts auf die Hohensyburgstraße.
Kostenlose Parkplätze befinden sich hier am Straßenrand. Dafür muss der ein oder andere Meter gelaufen werden. Kostenpflichtige Parkplätze, die abhängig von der Tageszeit mehr oder weniger teuer oder gar kostenlos sein können (grundsätzlich gilt: je später am Tage, desto teurer), befinden sich am Spielcasino. Von hier aus werden Ruine und Denkmal auf kürzestem Wege erreicht. Folgen Sie von der Hohensyburgstraße dazu der braunen Beschilderung »Hohensyburg« – die Straße heißt ebenfalls Hohensyburgstraße, während der Hauptstraßenverlauf in die Westhofener Straße übergeht.
Denkmal und Burg sind über eine parkähnliche Anlage mit Wegen miteinander verbunden. Sämtliche Straßen in diesem Gebiet und auch ein Zugang zum Denkmal werden in Google StreetView dargestellt.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Hohensyburgstraße in 44265 Dortmund
Anreise mit dem Nahverkehr: Hohensyburg ist nur mäßig durch Busse aus Richtung Dortmund erreichbar. Vereinzelt fahren Busse der Linien 444 direkt vom Dortmunder Hauptbahnhof zum Casino. Alternativ mit dem RE 57 (Richtung Bestwig / Winterberg), der RB 53 (Richtung Iserlohn / Schwerte) oder RB 59 (Richtung Soest) bis Dortmund-Hörde. Dort umsteigen in den Bus der Linie 442 Richtung Syburg bis Syburg. Dort der Beschilderung zum Casino folgen, davor rechts halten Richtung Ruine und Denkmal.
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 05 / 2012
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