Marina Rünthe und Preußenhafen
Mit Marina ist an dieser Stelle kein weiblicher Vorname gemeint, sondern die moderne Bezeichnung für einen Yachthafen. Der Name stammt vom Lateinischen "marinus" und bedeutet etwa "am Meer liegend" oder "dem Meer entstiegen". Der Datteln-Hamm-Kanal wurde 1914 fertigge- stellt und ist eine künstliche Wasserstraße zwischen dem Wasserstraßenkreuz Datteln und der Stadt Hamm im östlichen Ruhrgebiet. Er verläuft weitestgehend in unmittelbarer Nähe parallel zum Fluss Lippe. Hauptsächlich genutzt wird der Kanal von Binnenschiffen, die den Hafen Hamm anfahren, außerdem erhalten drei größere Kohlekraftwerke ihr Brennmaterial über den Kanal und besitzen eigene Häfen. Seit Mitte der 1990er Jahre blüht jedoch auch der private Schiffsverkehr, begünstigt vor allem durch den Bau der zwei hier vorgestellten Marinas.
Teil 1: Die Marina Rünthe in Bergkamen
Südwestlich des Bergkamener Vororts Rünthe liegt am Datteln-Hamm-Kanal der größte Yachthafen von Nordrhein-Westfalen, die Marina Rünthe. Der Hafen entstand zunächst 1939 als Verladehafen der Zeche Werne. Nach deren Schließung wurde er zum Verladehafen der Klöckner Bergbau aus Unna-Königsborn. Im Jahr 1995 wurde durch einen privaten Betreiber begonnen, diesen Verladehafen zu einem modernen Liegeplatz für fast 300 Yachten aller Größe umzubauen. Der Hafen ist trotz des Saisongeschäftes ganzjährig geöffnet und bietet alle üblichen und notwendigen Hafeneinrichtungen für Skipper. Abgesehen davon finden sich hier Hotel, Restaurants und zahlreiche Wege zum flanieren – entlang des Kanals oder vorbei an den mehr oder weniger großen und prächtigen Boote, abhängig vom Einkommen der Besitzer. Die Promenade und die Wege werden durch hohe Laternen beleuchtet, die nachts in einem bestimmten Takt in der Leuchtintensität pulsieren. Es handelt sich dabei um die Lichtkunstinstallation "PulsLicht" von Mischa Kuball.
Von der Marina Rünthe aus lassen sich Wanderungen durch das Naturschutzgebiet Beversee mit seinen Bombenkratern, auf die Halde Haus Aden und auf die Halde Großes Holz durchführen. Letzteres folgt mit seiner neuen Lichtinstallation ebenfalls der Idee mit pulsierendem Licht.

Östliche Gebäude an der Marina Rünthe |

Liegeplätze für Boote am Datteln-Hamm-Kanal; Brücke der B233 |

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Im Hintergrund der Kühlturm vom Steinkohlekraftwerk in Heil |

Ein Wohnturm direkt am Hafenbecken |

Er hat sogar einen kleinen "Hafenkran" |
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Das Naturschutzgebiet Beversee befindet sich direkt westlich der Marina und ist durch Rundwanderwege erschlossen. Eine Aussichtsplattform bietet einen guten Überblick über den kleinen See. Von den Wanderwegen wird direkt die Halde Haus Aden erreicht. Sie bietet eine weite Aussicht über die Umgebung. Über den nach Süden abzweigenden Fahrradweg wird die Bergehalde Großes Holz erreicht. Teilweise stehen am Rand noch alte, zugewachsene und etwas unlogische Betreten-Verboten-Schilder (darunter: Beim Betreten den Hund anleinen), die missachtet werden können. Beachtet werden sollten allerdings neuere Schilder zum Bergwerksgelände, da die Halde Großes Holz nach wie vor in einem Bereich aufgeschüttet wird. Etwas irritierend sind auch strengste Betreten-Verboten-Schilder eines Sperrwerkes, über das Wanderwege führen.
Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis Ausfahrt 81 Hamm / Bergkamen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Münster rechts abbiegen Richtung Bergkamen auf den Ostenhellweg. In Rünthe an der Ampelkreuzung links den Schildern der Route Industriekultur Richtung Marina nach fahren (Werler Straße Richtung Bergkamen, über den Kanal, erste rechts). Ein Parkplatz steht am Hafen zur Verfügung. Bei Überfüllung befindet sich ein weiterer Park-and-Ride-Parkplatz direkt an der Kanalbrücke an der B233.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Hafenweg in 59192 Bergkamen-Rünthe
Anreise dem ÖPNV: Bergkamen hat leider keinen Bahnhof. Es besteht jedoch eine getaktete Busverbindung zwischen den Busbahnhöfen von Unna und Werne (Linie R81). Außerdem hält hier an der Haltestelle "Marina Rünthe" der Schnellbus von Dortmund Hbf nach Hamm Bahnhof (Linie S30).
Anreise mit dem Boot: Mit der Yacht bis zum Kilometer 23 des Datteln-Hamm-Kanals.
Teil 2: Der Preußenhafen Lünen
Etwa neun Kilometer westlich von der zuvor beschrieben Marina Rünthe befindet sich bei Lünen-Horstmar und Lünen-Süd der Preußenhafen am Datteln-Hamm-Kanal. Er wurde 1914 als Verladehafen der Zechen Gneisenau und Preußen (nach der der Hafen auch benannt ist) errichtet. Nach der Schließung der beiden Zechen in den 1970er bzw. 80er Jahren wurde der Verladehafen nicht mehr benötigt. Ähnlich wie die Marina Rünthe dient er heute touristischen Zwecken. Sportboote können hier (grundsätzlich kostenlos) anlegen und bis zu 72 Stunden "parken". Skipper werden außerdem mit Frischwasser und Strom versorgt, können sich ihres Abwassers entledigen oder im Hafen kochen, duschen etc. - das natürlich kostenpflichtig.
Als wichtigstes Relikt aus der Industriezeit des Hafens ist ein Drehkran erhalten geblieben. Dieser 1962 gebaute "Mohr-Kran" wird nachts farbig illuminiert. Östlich des Hafenbeckens überspannt die Bahnstrecke Dortmund-Lünen (Link) den Kanal. Hinter der Bahnbrücke befindet sich das Gelände der Landesgartenschau 1996. Neben dem Horstmarer See befinden sich hier heute viele Freizeitanlagen. Begrenzt wird das Gelände im Süden durch die Preußenhalde.

Wipp-Drehkran von Mohr & Federhoff ("Mohr-Kran") |

Bahnbrücke über den Datteln-Hamm-Kanal |

Brücke der Bahnstrecke Dortmund-Lünen |

Hafengebäude mit Kiosk, Hafenmeisterei und Co. |

Ein einzelner Skipper hält im Dezember den Betrieb aufrecht |

Sonnenuntergang am Datteln-Hamm-Kanal in Hafennähe |
Zieleingabe ins Navigationssystem: Bebel-Straße, 44532 Lünen-Horstmar (Kreuzung Sedanstraße)
Koordinaten: 51°35'47.54"N, 7°32'2.36"E
Parkplätze befinden sich nur in den Nebenstraßen. Es bietet sich an, in der benachbarten Zechensiedlung "Ziethenstraße" zu parken und diese gleich mit zu besuchen. Von der Kanalbrücke "Bebel-Straße" führt beidseitig eine Treppe auf das Hafengelände. Ebenso gibt es an der Eisenbahnbrücke eine Fußgängerüberquerung des Kanals. Einen weiteren Zugang bietet die Straße "Hafenstraße", eine Sackgasse, in der es eingeschränkt Parkmöglichkeiten gibt.
Anreise mit dem ÖPNV: Von Lünen Hbf / ZOB mit den Bus-Linien R11, 114, 115 bis "Süd Jägerstraße" (Fahrtzeit etwa 1/4 Stunde).
Weitere Informationen finden Sie auf der oder der .
Quellen und weitere Informationen:
Datumsbezogene und statistische Angaben zu den Häfen sind den offiziellen Webseiten entnommen. Die Beschreibungen der Orte basieren auf inzwischen mehreren Besuchen vor Ort. Im Bereich der Marina Rünthe sind Informationen aus folgendem Zeitungsartikel entnommen:
N. Schöler: Die Marina war ein Spiel um alles oder nichts. Hellweger Anzeiger vom 04.03.11 (anlässlich des Saisonbeginns im 16. Jahr)
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Auf der Auswahlseite zur Industriekultur finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden Gebäude oder Gelände wie Zechen, Museen oder technische Besonderheiten ebenso wie Halden im Ruhrgebiet und Landmarken. Für die Hauptseite bitte auf das Schild klicken. |
ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012
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