Industriekultur im Ruhrgebiet

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Die »Neue Mitte« in Oberhausen

Gasometer • Knappenhalde • CentrO • Siedlung Eisenheim • OLGA-Park • Sea Life Aquarium • Marina Oberhausen

Gegenstand dieser Betrachtung ist das ehemalige Areal der Gutehoffnungshütte / HOAG in Oberhausen sowie das der Zechen Oberhausen und Osterfeld. Der Anfang des die Stadt damals wie heute prägenden Industrieareals unvorstellbarer Größe bildete bereits 1758 eine kleine Eisenhütte mit dem Namen »St. Antony-Hütte«, das erste Eisenwerk im Ruhrgebiet. Es befand sich etwa drei Kilometer nördlich des Geländes in Nachbarschaft zum heutigen Schacht IV der Zeche Osterfeld im Ortsteil Klosterhardt. Nur wenige Jahre später entstand 1782 in der Nähe die Hütte Gute Hoffnung. Nach einigen Verkäufen und Käufen, die hier der Einfachheit halber nicht näher erläutert werden, gehörten beide Hütten je zu einem Viertel den Industriellen Gottlob Jacobi, Heinrich A. Huyssen und den Brüdern Franz und Gerhard Haniel, die nach den Namen die »Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen« mit der Abkürzung der Nachnamen JHH gründeten. Von 1854 bis 1857 entstand die Zeche Oberhausen zum Abbau der für die Verhüttung notwendigen Kohle in eigener Hand. Im Jahre 1873 wurde nach dem Tod der letzten Gründungsmitglieder (Huyssen und Franz Haniel) aus der JHH eine Aktiengesellschaft, die »Gutehoffnungshütte, Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb« (GHH). Im gleichen Jahr wurde auf dem Gelände der späteren Zeche Osterfeld durch die Zeche Oberhausen ein neuer Schacht geteuft. Die Zeche Osterfeld ersetzte mit der Zeit die 1931 stillgelegte Zeche Oberhausen. Für den Standort der Gutehoffnungshütte besonders relevant ist die nächste Jahreszahl 1953. Nach dem zweiten Weltkrieg musste der inzwischen durch Firmenzukäufe oder Fusionen u.a. mit / von M.A.N. oder Ferrostahl gewachsene Konzern auf Drängen der Besatzungsmächte aufgespalten werden. So entstanden die »Hüttenwerke Oberhausen AG« (HOAG) - die Bergwerke gingen in die »Bergbau AG Neue Hoffnung« auf. Doch wirtschaftlich konnte der Betrieb so nicht im Wettbewerb bestehen. Nur ein Jahr, nachdem die HOAG in der Mehrheit von Thyssen übernommen wurde, begann 1969 die Stilllegung der Gutehoffnungshütte. Die Stilllegung der Zeche Osterfeld begann gegen Ende der 1970er Jahre. Mit Gründung eines Verbundbergwerks wurde 1992 der Betrieb der Zeche Osterfeld offiziell stillgelegt.

Aus dem Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte wurde eine 143 Hektar große Industriebrache. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld misst ganz grob etwa einen halben Hektar! Eine britische Investorengruppe kaufte das Areal 1991. Bereits 1992 wurden die Anlagen des alten Thyssen- Werkes abgerissen. Im Jahre 1996 fand die Eröffnung des neu gebauten Einkaufszentrum »CentrO« (Das O steht dabei für Oberhausen) und der zentralen Straßenbahntrasse statt. Das CentrO bildet das Kernstück der »Neuen Mitte« in Oberhausen. Daneben existiert ein Freizeitpark, eine Multifunktionshalle (König-Pilsener-Arena), das Metronom-Theater und das Sea-Life-Aquarium - das Gelände wurde vom Industriegebiet zu einem sogenannten »Urban Entertainment Center«. Das markanteste Gebäude und praktisch einziges großes Industrierelikt der ehemaligen Hütte ist der große Gasometer. Damit bildet das Konzept der Neuen Mitte einen starken Kontrast zum in der Nachbarstadt Duisburg befindlichen Landschaftspark Nord. Hier sind die meisten Anlagen des Hochofenwerkes erhalten und in einen öffentlichen Park integriert.

Nach Schließung der Zeche Osterfeld mussten auch hier die meisten Gebäude der Abrissbirne nachgeben. Dieses Gelände wurde jedoch in eine Grünfläche umgewandelt. Hier entstand der OLGA-Park, der 1999 Austragungsort der Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen war und heute ein öffentlicher Naherholungspark ist. Im Gegensatz zu vielen Gartenschauen, in denen möglichst viele bunte Sommerblumen und Gärten präsentiert werden, wurde hier der Schwerpunkt auf die natürliche Rückgewinnung von ehemaligen Industrieflächen gesetzt.

In diesem Artikel werden einzelne sehenswerte Ziele der Neuen Mitte Oberhausen vorgestellt. Sie sind In folgender Karte und Liste eingetragen:

Teil 1 - Der Gasometer Oberhausen
Ausstellungsfläche im alten Gasspeicher - Fast einziges Industrierelikt

Teil 2 - Das CentrO
Das große Einkaufszentrum als Kern der Neuen Mitte Oberhausen

Teil 3 - Die Knappenhalde »Schlackenberg«
Ehemalige Bergehalde und Lagerplatz für Trümmer und Schlacke

Teil 4 - Die Siedlung Eisenheim
Die älteste Arbeiter-Siedlung des Ruhrgebiets von 1846

Teil 5 - Der OLGA-Park
Areal der Landesgartenschau 1999 auf dem Grund d. Zeche Osterfeld

Teil 6 - Die Marina Oberhausen
Yachthafen am Rhein-Herne-Kanal

Teil 7 - Das Sea Life Oberhausen
Großes Aquarium mit Fluss-, See- und Meerestieren

Karte Neue Mitte Oberhausen

Umgebungskarte der Neuen Mitte mit vorgestellten Zielen von 1 bis 7

Alle auf dieser Seite behandelten Ziele lassen sich an einem Tag bequem zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr besuchen. Auf der zentralen Straßenbahntrasse (grün) fahren Straßenbahnen und Busse in einem sehr dichten Takt und halten an allen in der Karte eingezeichneten Unterwegsstationen. Sie verbinden unter anderem die Innenstadt Oberhausens und den Hauptbahnhof mit der Neuen Mitte. Alle Orte liegen in unmittelbarer Nähe zu den Haltestellen dieser Trasse. Für Autos bieten sich die über 10.000 Parkplätze im Bereich des CentrO selbst an.

Straßenbahntrasse in der Neuen Mitte

Gut ausgebauter Nahverkehr an der Neuen Mitte, hier Lipperfeld

Die Anfahrtsbeschreibungen der jeweiligen Orte am Ende der betref- fenden Abschnitte beziehen sich auf die zentrale Bus- und Bahntrasse in diesem Gebiet zwischen dem Hauptbahnhof und Eisenheim.

Anreise zur Neuen Mitte Oberhausen mit dem Auto:

Auf der A42 bis Ausfahrt 10 Oberhausen-Zentrum oder bis Ober- hausen-Neue Mitte. Parkplätze zum CentrO sind an den Ausfahrten bereits ausgeschildert. Parken ist in den Parkhäusern kostenlos.

Zieleingabe für das Navi: Centroallee in 46047 Oberhausen

Anreise zur Neuen Mitte mit dem Nahverkehr:

Von Hamm, Dortmund, Herne und Gelsenkirchen mit dem RE 3; von Emmerich, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf mit dem RE 5; von Mönchengladbach, Aachen und Wesel mit der RB 33 jeweils bis Oberhausen Hbf. Hier Umstieg in die Straßenbahn- / Buslinien, die vom Gleis 1 am Bahnhofsvorplatz alle zur Neuen Mitte fahren.

Links zu einzelne Themen vertiefenden Webseiten befinden sich gesammelt am Ende dieser Seite.

Teil 1: Der Gasometer

Praktisch einziges großes Relikt der Gutehoffnungshütte in der Neuen Mitte Oberhausen, ein Wahrzeichen der Stadt und Landmarke im Ruhrgebiet ist der Gasometer, nordwestlich zwischen einer Eisenbahntrasse und dem hier parallel zur Emscher verlaufenden Rhein-Herne-Kanal gelegen. Er wurde im Jahre 1929 (bzw. 1945 / 1946 nach einem Brand neu) errichtet und hat eine Höhe von rund 118 Metern. Die Funktion des Scheibengasometers ist der Erhalt eines konstanten Drucks von Gichtgas oder Hochofengas, welches im Zylinder gespeichert wird. Dazu wird eine Betonplatte je nach Gasmenge im Gasometer hoch und runter bewegt. Der Gasometer Oberhausen hat ein Speichervolumen von fast 350.000 m³.

Heute ist der Gasometer von Oberhausen natürlich außer Funktion. Er wurde 1988 stillgelegt und anschließend für umgerechnet ca. 8 Mio. Euro umgebaut. Die Gasdruckscheibe, die bewegliche Platte zur Regulierung des Gasdrucks, ist fixiert und bildet das Dach bzw. die erste Etage für wechselnde Ausstellungen innerhalb des Gebäudes. Im Jahr des Besuchs 2008 war z.B. eine Ausstellung über Satellitenbilder und Geofernerkundung zu besichtigen. Auf der Etage über der Ausstellung wurde der riesige Raum bis zur Decke für ein Licht- und Klangkunstwerk genutzt. Dabei war es hier fast vollständig dunkel. Ein Panorama-Aufzug fährt von hier im Innern des Gasometers auf das Dach, auf dem der Besucher an drei Eckpunkten an die Dachkante herangeführt wird und eine gute Aussicht auf die Umgebung hat. Unten auf dem Rhein-Herne-Kanal gleiten Binnenschiffe dahin, Lokomotiven fahren wie auf einer Modelleisenbahn ihre Runden. Das CentrO lässt sich gut überblicken.

Gasometer Oberhausen

Oberes Drittel des großen Gasometers von Oberhausen

Auge des Himmels

Ausstellung »Auge des Himmels« (Nicht mehr am Ort!)

Gasometer Oberhausen Innen

Mitte der Ausstellungshalle mit einem Meteoriten

Gasometer Oberhausen

Der Gasometer von Oberhausen von unten

Gasometer Dach

Blick von der Zwischendecke zum Dach des Gasometers

Blick vom Gasometer

Wie auf der Modellbahn: Baureihe 232 fährt über die Emscher

Schiff am Gasometer auf dem Kanal

Schiff auf dem Rhein-Herne-Kanal...

Emscher am Gasometer Oberhausen

...daneben die ebenfalls kanalisierte Emscher

Grundsätzlich ist der Gasometer für Rollstuhlfahrer geeignet, es ist sogar die Auffahrt zum Dach mit einem Fahrstuhl möglich - fragen Sie ggf. beim Personal nach! Fotografieren ist grundsätzlich erlaubt, sofern es Regelungen der stattfindenden Ausstellung nicht anders untersagen. Für die weite Aussicht auf dem Dach bieten sich ein Fernglas oder ein Teleobjektiv für die Kamera an - bei starkem Wind am besten mit Stativ. Im Gebäude des Gasometers selbst sind sanitäre Einrichtungen und ein kleines Café zu finden.

Anreise zum Gasometer: Zu Fuß von den Parkhäusern, dem CentrO oder der Straßenbahn- bzw. Bushaltestelle »Neue Mitte« rechts vorbei an der König-Pilsener-Arena, dahinter der Straße rechts bis unter die Bahn folgen. Hinter der Brücke befindet sich rechts der Eingang.

Der Gasometer ist das einzige betrachtete Ziel, für das ein geringes Eintrittsgeld bezahlt werden muss (ausstellungsabhängig).

Panorama vom Gasometer Oberhausen

Panoramablick vom Gasometer auf den Centropark, das CentrO, die Knappenhalde und die KöPi-Arena (von links nach rechts)

 

Teil 2: Einkaufszentrum "CentrO"

Im Jahr 1996 wurde das riesige Einkaufszentrum, das seinerzeit das größte dieser Art in Europa war, eröffnet. Damit begann die Ära der heftigen Diskussion zwischen Fachleuten und Bürgern über den Sinn und Unsinn bzw. über den nicht oder tatsächlich vollzogenen Strukturwandel

Centro Oberhausen

Blick vom Gasometer aufs benachbarte CentrO

Das CentrO ist ein recht flacher, aber langgestreckter Bau, der sich leicht gekrümmt über das Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte zieht. Im Innern findet der Besucher einen zweistöckigen Boulevard, wobei die obere Etage in der Mitte offen ist. Der Boulevard verbindet zwei Pole an den Enden des Einkaufszentrums. Am einen befindet sich in einem großen Rund die große Essmeile. Ringsherum kann man beim Asiaten, Italiener, Griechen, Schotten oder anderen sein Essen kaufen und in der Mitte bei Tisch und Stuhl essen. Häufig kommen aber sehr viele Leute auf die Idee - meistens mittags. Am anderen Pol ist der große Elektronikfachmarkt mit dem Planeten im Namen angesiedelt.

Zwischen diesen beiden Polen sind viele Einzelhändler verschiedenster Kategorien und Branchen angesiedelt. Das CentrO wirbt mit Plakaten selbst für 21 Schuhgeschäfte auf 400 Schaufenstermetern. Über 10.000 Parkplätze in den Parkhäusern sind sogar kostenlos, zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien fahren in einem dichten Takt zum Einkaufszentrum. Regelmäßig lockt das CentrO mit besonderen Veranstaltungen. Nördlich schließt sich der im Bild unten links sichtbare »Centro Park« als kleiner Freizeitpark an.

Das CentrO führte bzw. führt allerdings auch heute noch dazu, dass die Innenstadt Oberhausens selbst und die Mitten benachbarter Städte wie zum Beispiel Bottrop unter der Konkurrenz leiden. Besonders die Nachbarn sind damit die Benachteiligten der großen Anlage.

Platz der Guten Hoffnung

Eingang West am »Platz der Guten Hoffnung«

Centro Oberhausen

Boulevard im CentrO

Centro Oberhausen

»Coca-Cola-Oase«: Essmeile am östlichen Ende des CentrOs

Centro Oberhausen

 

Centro Oberhausen

Das CentrO als zweistöckiges Einkaufszentrum

Centro Flaniermeile

An der Promenade parallel zum CentrO: Blick zum Gasometer

Gasometer am CentrO CentrO Oberhausen

Im CentrO verteilt sind viele sanitäre Einrichtungen. Unzählige gastronomische Einrichtungen quasi aller Art sorgen für das leibliche Wohl. Die »Coca-Cola-Oase« als Essmeile befindet sich am östlichen Ende der Passagen. In der Mitte befinden sich verteilt Cafés und Eisstände.

Anreise zum CentrO: Direkt an der Haltestelle »Neue Mitte« befindet sich ein Eingang zum Einkaufszentrum am Platz der Guten Hoffnung.

 

Teil 3: Die Knappenhalde »Schlackenberg«

In diesem Abschnitt werden die Freunde der Bergehalden und der weiten Aussicht angesprochen. Die Knappenhalde zwischen der Knappenstraße, der Lipper Straße und der Cöln-Mindener Eisenbahn ist eine etwa 60 Meter über Grund hohe Bergehalde, die eine Höhe von 102 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. Damit ist sie die höchste Erhebung der Stadt Oberhausen und eine der ersten für die Öffentlichkeit begehbar gemachten Halden im Ruhrgebiet. Ab 1856 begann die Aufschüttung zur Spitzkegelhalde durch die Zeche Oberhausen / Königsberg. Schließlich wurde die Halde von der Eisenhütte genutzt, um Hochofenschlacke abzulagern, nachdem die Förderung durch die Zeche 1931 eingestellt war - daher auch der Name »Schlackenberg«. Im zweiten Weltkrieg baute man unter der Halde ein Luftschutzbunker-System mit mehreren Eingängen. Nach dem Krieg diente die Halde zur Ablagerung von Trümmern und Schutt. 1953 wurde die Halde erstmals begrünt, 1979 von der Stadt Oberhausen gekauft und 1980 für die Öffentlichkeit als Naherholungsgebiet zugänglich gemacht. 2004 erfolgte eine Sanierung mit Neugestaltung der Wege. Somit gehört die Bergehalde zu den ersten öffentlich zugänglich gemachten ihrer Art.

Auf dem schneckenförmig auf die Halde führenden Weg nach oben zieren Pflaster-Mosaike von Werner Philipp Klung unter dem Titel »Berg der Arbeit« den Weg. Außerdem lassen sich noch an einigen Stellen Reste der Eingänge zum ehemaligen Bunker erkennen. Am höchsten Punkt der Knappenhalde steht der stählerne, mit der Zeit aufgestockte und frei zugängliche Aussichtsturm. Von ihm lassen sich über die Baumkronen hinweg die Stadt Oberhausen und das Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte mit dem heutigen Centro, dem Gasometer und den Freizeiteinrichtungen überblicken.

Aussichtsturm auf der Knappenhalde Oberhausen

Aussichtsturm am höchsten Punkt der Knappenhalde

Gasometer von der Knappenhalde gesehen

Blick von der Knappenhalde auf den Gasometer

Wasserturm in der Neuen Mitte, von der Knappenhalde gesehen

Wasserturm am Westrand der Neuen Mitte

Blick von der Knappenhalde auf Oberhausen

Der Rundblick ist industriell geprägt

Oberhausen von der Knappenhalde gesehen

Hauptbahnhof und Marienkirche von Oberhausen

Blick von der Knappenhalde auf den Gasometer

Detailansicht des Gasometers, oben Aussichtsplattformen

Oberhausen Industrie

Aufgang zur Knappenhalde

Wie üblich für alle auf diesen Internetseiten betrachteten Halden ist diese als Stadtpark anzusehen und besitzt keinerlei sanitäre Einrichtungen oder Gastronomie.

Anreise zur Knappenhalde: Von der Haltestelle »Lipperfeld« auf der westlichen Seite links über die Fußgängerbrücke. Der Radweg führt schließlich unter der Stadtbahntrasse durch und trifft auf die Brückstorstraße (Einbahnstraße). Dieser etwa 300 Meter folgen bis zur Kreuzung Lipperstraße. Hier weitere 200 Meter bis zum Haldenaufgang im Süden.

 

Teil 4: Siedlung Eisenheim

Die Siedlung Eisenheim ist die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet. Erste Überlegungen und Grundstückskäufe tätigte der Chef der späteren Gutehoffnungshütte Wilhelm Lueg bereits in den 1830er Jahren. Die ersten Häuser sind 1846 ohne vorherige Genehmigung durch die Gemeinde entstanden, erst 1847 erlangt die Siedlung den Namen Eisenheim - in Anlehnung an die Eisenhütte. Bewohnt waren die Häuser daraufhin von Arbeitern des Hüttenwerks und auch von der benachbarten Zeche Osterfeld.

Die Häuser sind alle mit maximal zwei Stockwerken recht niedrig gehalten. Ihre Bauform stellt den sogenannten Kreuzgrundriss dar. Dieser fällt insbesondere dadurch auf, dass jedes Haus vier Eingänge besitzt – auf jeder Seite einen. Die Häuser sind in vier kleine Wohneinheiten aufgeteilt. Die Anordnung der Eingänge über Kreuz sollte Konflikten mit den Nachbarn vorbeugen und den Eindruck des Besitzes eines ganzen Hauses schaffen. Zum Haus gehörten jeweils ein kleiner Stall und ein Garten für den Anbau von Nahrungsmitteln oder zum Halten von Vieh - wie in einem kleinen Dorf.

Mitte des 20. Jahrhunderts schwand das Interesse der Betreiber des Hüttenwerkes – erst der Gutehoffnungshütte, später der HOAG –, die Siedlung zu erhalten. Vom späteren Thyssen-Konzern war schließlich der Abriss und der Neubau von Hochhäusern geplant. Die Einwohner Eisenheims konnten zunächst mit Unterschriftenaktionen und später durch eine aktive Bürgerinitiative in Funk und Fernsehen für den Erhalt der Siedlung kämpfen. Erfolgreich - denn die Siedlung blieb erhalten, wurde Mitte der 1980er Jahre mithilfe der Einwohner saniert und schließlich 1991 unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist Eisenheim - obwohl immer noch ein intaktes Wohngebiet – ein Teil der Route Industriekultur und zu einem kleinen, öffentlichen Freilichtmuseum geworden. Informationstafeln geben Aufschluss über das Wohnen und Leben in Eisenheim und die Architektur der Häuser.

Siedlung Eisenheim

Häuserzeile in der Siedlung Eisenheim - hier rückseitiger Weg

Eisenheim Häuser mit Kreuzgrundriss

Häuser mit Kreuzgrundriss (vier Eingänge) in der Werrastraße

Arbeitersiedlung Eisenheim Oberhausen-Eisenheim

Die Siedlung Eisenheim ist ein normales Wohngebiet und besitzt keinerlei gastronomische oder sanitäre Einrichtungen. Beim Fotografieren ist darauf zu achten, dass die Häuser in Privatbesitz sind und die Privatsphäre zu beachten ist - auch, wenn Touristen hier nicht ungewöhnlich sind.

Anreise zur Siedlung Eisenheim: Die Siedlung ist mit der Haltestelle »Eisenheim« direkt an das Straßenbahn- und Busnetz der Neuen Mitte angeschlossen und wie ein normaler Stadtteil öffentlich zu besichtigen.

 

Teil 5: OLGA-Park

In unmittelbarer Nähe zur Siedlung Eisenheim befand sich bis 1992 die Steinkohlezeche Osterfeld. Die zugehörige Kokerei wurde 1988 geschlossen. Die meisten oberirdischen Gebäude der Zeche wurden rasch abgerissen. Erhalten blieben neben kleineren Gebäuden insbesondere das Fördergerüst auf dem »Paul-Reusch-Schacht« (Schacht III). Im Jahre 1999 fand vom 1. März. bis zum 3. Oktober auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Osterfeld die Landesgartenschau (LaGa) statt, die hier den Namen OLGA (Oberhausener Landesgartenschau) trug. Schwerpunkt dabei war neben 17 Themengärten und viel Freizeitunterhaltung auch die Integrierung von Fundamenten und Gebäuden der alten Zeche und das Aufzeigen von der Rückgewinnung des Geländes durch die Natur. Ebenso sollte sie Stadtviertel Oberhausens miteinander verbinden, die zuvor durch das Zechengelände, die Emscher, den Rhein-Herne-Kanal und die Autobahn A42 voneinander getrennt waren.

Heute ist der Park zu einem Naherholungsgebiet nördlich des CentrO geworden. Der Eintritt ist frei und der Park bis in die Dämmerung geöffnet.

OLGA-Park

Bunte Skulpturen in einem Teich im OLGA-Park

Paul-Reusch-Schacht am OLGA-Park Oberhausen

Förderturm der Zeche Osterfeld III "Paul-Reusch-Schacht"

Aussichtspunkt im OLGA-Park

Aussichtsturm im Park

Reste der Zeche Osterfeld im OLGA-PArk

Relikte der Zeche Osterfeld als Fundament in der Wiese

OLGA Oberhausen

Weitere Fundamente und Landschaftsformen

Gartendom Oberhausen

Der markante Gartendom, zur LaGa als Hallenausstellung genutzt

Für den Park gilt dasselbe wie für die Halde - es existieren keine sanitären oder gastronomischen Einrichtungen.

Anreise zum OLGA-Park: Der Eingang an der Bottroper Straße ist mit der Haltestelle »Werthfeldstraße / OLGA-Park« über eine Brücke verbunden. Der Eintritt ist frei.

 

Teil 6: Marina Oberhausen
Der auch als »Heinz-Schleußer-Marina« nach dem 2000 verstorbenen Oberhausener Politiker und Finanzminister des Landes NRW benannte Yachthafen bei Kilometer 10,2 des Rhein-Herne-Kanals wurde 2004 eingeweiht und bietet auf etwa 10.000 Quadratmetern Gesamtfläche viel Platz für Sportboote und Yachten und die meisten üblichen Einrichtungen eines Hafens (Stromversorgung, Fäkalienentsorgung, Krananlage, heiße Dusche etc.). Daneben glänzt er selbst mit einer riesigen Vielfalt an Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen im zu Fuß erreichbaren Umkreis. Passenderweise liegt in direkter Nachbarschaft das »Sea-Life«-Aquarium, das sich thematisch sehr eindrucksvoll mit Fluss-, See- und Meeresbewohnern beschäftigt und somit einen inhaltlichen Übergang von "auf" dem Wasser zu "unter" der Wasseroberfläche bietet.

Marina Oberhausen Heinz-Schleußer-Marina Oberhausen

Anreise zur Marina: Von der Haltestelle »Neue Mitte« links am CentrO vorbei (oder hindurch) und am Ende der Promenade links Richtung Sea-Life-Aquarium. Für PKW-Fahrer ist eines der östlichen Parkhäuser gegenüber von 'Kaufhof' am nächsten gelegen.

 

Teil 7: Das »Sea Life Oberhausen«
Das Sea Life ist ein Aquarium, das sich auf Fluss-, See- und Meerestiere konzentriert. Seit 2004 zeigt es etwa 20.000 Tiere in über 50 the- matischen Großaquarien. Um das Sea Life nicht zu kurz kommen zu lassen und gleichzeitig diese Seite durch viele Fotos einseitig zu belasten, wird es in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben und vorgestellt. Bitte auf folgende Verknüpfung klicken, um dorthin zu wechseln:

Artikel zum Sea Life in Oberhausen (öffnet in einem neuen Fenster)

Gebäude des Sea Life Oberhausen

Seepferdchen

Clownfisch, bekannt aus dem Pixar-Film »Findet Nemo«

Hai

 

Quellen und weitere Informationen:

Die Erläuterungstexte basieren hauptsächlich auf eigenen Eindrücken während einiger Besuche der Neuen Mitte Oberhausen. Geschichtliche

Offizielle Internetseite des CentrO: www.centro.de
Internetseiten des »Centro Park«: www.centropark.de
Offizielle Webseite des Gasometers: www.gasometer.de
Marina Oberhausen: www.marina-oberhausen.de
   
Route Industriekultur (Zeche Oberhausen): www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur (Gasometer): www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur (Knappenhalde): www.route-industriekultur.de
Route Industriekultur (Siedl. Eisenheim): www.route-industriekultur.de
OLGA-Park (Stadt Oberhausen): www.oberhausen.de
Geschichte von OB-Osterfeld (mit Zeche): www.osterfeld-westfalen.de

Panorama Neue Mitte mit Knappenhalde, Centro, Gasometer und Wasserturm vom OLGA-Park aus

Panorama vom Aussichtsturm im OLGA-Park - von links nach rechts: Knappenhalde, CentrO, KöPi-Arena, Gasometer, Wasserturm

Sofern Sie mehrere Tage im Ruhrgebiet zur Verfügung haben, so können Sie hier problemlos einen ganzen Tag verbringen. Dies gelingt durch die Vielfalt an Möglichkeiten für Freizeitgestaltung, Unterhaltung, Einkaufen und Besichtigen. Sind Sie nur für einen Tag in der Nähe, bietet sich je nach Interessensschwerpunkt der Besuch des Landschaftsparks Nord in Duisburg, der Halde Haniel oder dem Tetraeder in Bottrop oder des Duisburger Binnenhafens an.

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Angaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen. Für die Recherche der Inhalte wurden hauptsächlich Primärliteratur oder lokale Informationstafeln verwendet. Auf Online-Lexika wurde verzichtet.

(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012

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