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Schurenbachhalde in Essen

Es sind wohl der Fernblick, die mondähnliche Landschaft auf dem Gipfel und die ungewöhnliche Großskulptur am höchsten Punkt, die immer mehr Touristen und Einheimische zu einem lohnenswerten Abstecher auf die Halde Schurenbach überreden. Kaum eine andere Bergehalde im Revier liegt so verkehrsgünstig direkt an einem Radfernweg und gleich mehreren thematischen Regionalradwegen, an einer Autobahnabfahrt und zu allem Überfluss auch noch fast direkt neben einer U-Bahn-Haltestelle.

Benannt ist sie nach dem Schurenbach, einem hier nur auf kurzen Stücken oberirdisch sichtbaren Rinnsal, das irgendwo aus der Richtung Nordfriedhof kommt und mithilfe eines Pumpwerks letztendlich in die Emscher fließt. Die Schurenbachhalde erstreckt sich mit einer Fläche von etwa 50 Hektar zwischen der Autobahn A42 unweit der Anschlussstelle Essen-Altenessen im Süden, dem Rhein-Herne-Kanal im Norden, dem Schurenbach im Osten und der Nordsternstraße mit einem kleinen Gewerbegebiet im Westen. Der Abraumberg überragt die Umgebung um ca. 50 Meter mit einer maximalen Höhe von 86,4 Metern über dem Meeresspiegel. Er ist der jüngste und größte in der Ruhr-Metropole Essen und wurde ab den 1970er Jahren vor allem von der Zeche Zollverein, die Mitte der 1980er Jahre die Tore geschlossen hat, aufgeschüttet. Noch während der Schüttung pflanzte man Mitte der 80er unter dem Arbeitstitel »Waldpark Schurenbach« etwa 250.000 Bäume, legte Teiche an und errichtete Sitzgelegenheiten. So ist die Schurenbachhalde seit Mitte der 1990er Jahre öffentlich zugänglich und ein gerne genutztes Naherholungsgebiet unter den 20 höchsten Halden im Ruhrgebiet. Bestiegen werden kann die Schurenbachhalde heute auf verschiedene Weise. Die einfachste Möglichkeit, in kurzer Zeit Höhe zu gewinnen, bietet eine Treppe auf der Ostseite. Sie führt von einem Parkplatz direkt auf das Haldenplateau. Ein breiterer Weg, der wohl vor allem zum Aufhalden des Bergematerials genutzt wurde, führt von Nordosten vorbei an der ehemaligen Bergeverladung, wo sich bis vor kurzer Zeit noch Schienen eines kleinen Güterbahnhofs befunden haben. Hier erfolgte das Umladen des Abraums von Eisenbahnwagen auf kleinere LKWs, die das Material schließlich nach ganz oben gebracht haben. Die dritte Möglichkeit bieten kleinere, versteckte Nebenwege, die in Serpentinen und im Sägezahnmuster ebenfalls bis zum Gipfel führen.

Ganz oben, am höchsten Punkt, befindet sich eine etwa 10 Hektar große, noch recht pflanzenfreie, elliptisch geformte und nach oben gewölbte Oberfläche aus dunklem Abraum, die an eine Mondlandschaft erinnern soll. Genau am höchsten Punkt der Halde steht exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet seit dem 10.11.1998 eine sogenannte Bramme, ein 67 Tonnen schweres, gegossenes Stück Stahl mit einer Höhe von ca. 15 Metern und nur einer Dicke von nur etwas mehr als zehn Zentimetern. Das Kunstwerk »Bramme für das Ruhrgebiet« wurde vom US-Amerikaner Richard Serra entworfen, der für seinen Umgang mit Stahlplastiken bekannt ist. Die Kosten für das imposante Stück Stahl betrugen etwa 1 Millionen Deutsche Mark (etwa 510.000 Euro). Vom Plateau mit der Bramme hat der Besucher durch die fehlende Vegetation in dieser Höhenlage einen sehr guten Rundumblick auf das zentrale Ruhrgebiet. Besondere sichtbare Landmarken sind der Tetraeder sowie das daneben stehende Alpincenter in Bottrop, die höchste Halde Oberscholven in Gelsenkirchen, der Gasometer in Oberhausen, die Zeche und Kokerei Zollverein, die Veltins-Arena auf Schalke, der Nordsternpark und die Skyline der Innenstadt von Essen.

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme für das Ruhrgebiet: Fast 15 Meter hohes Stück Stahl

Bramme auf der Schurenbachhalde

Blick auf die Kokerei und das Bergwerk Prosper in Bottrop

Bramme auf der Schurenbachhalde

Zeche Zollverein mit dem berühmten Doppelbock auf Schacht XII

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme auf der Schurenbachhalde

Von der Seite wie ein dünner Strich in der Landschaft

Bramme auf der Schurenbachhalde

Beginn der Vegetation am Rande der Mondlandschaft

Bramme auf der Schurenbachhalde

Kröte in einem Teich an der Schurenbachhalde

Bramme auf der Schurenbachhalde

Bramme, Zeche Prosper und Tetraeder-Halde

Die Bergehalde am Rhein-Herne-Kanal kann jederzeit frei besichtigt und bestiegen werden. Sie besitzt an einigen Stellen Sitzgelegenheiten. Insbesondere für Besucher des nahegelegenen →Nordsternparks in Gelsenkirchen könnte der Berg einen schönen Abstecher mit einem Gang entlang des Kanals darstellen.

Anfahrt zur Schurenbachhalde mit dem Auto: Die Halde liegt verkehrsgünstig direkt an der Autobahn-Abfahrt 14 Essen-Altenessen. Hier aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Duisburg rechts abbiegen auf die K19 Heßlerstraße. Unter der Autobahn hindurch fahren. Nach ca. 1,2 km an der zweiten Ampel links in die Emscherstraße abbiegen. Die Autobahn erneut unterqueren und parken. Hinter der Autobahnbrücke führt die Treppe auf die Halde bis zum Gipfelplateau und passiert dabei auch den Froschteich am Osthang.

Alternativ, wenn kein Platz mehr ist, die andere Richtung von der Autobahnausfahrt wählen, also aus Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg links abbiegen auf die Heßlerstraße. An der nächsten Kreuzung rechts in die Nordsternstraße (Einfahrt verboten, Anlieger frei). Vor der Linkskurve am Rand parken und zu Fuß rechts auf die Halde zulaufen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Emscherstraße, Kreuzung Eickwinkelstraße in 45329 Essen, alternativ Nordsternstraße.

Anreise mit dem ÖPNV: Mit der U11 von Essen Hauptbahnhof oder von Altenessen Bahnhof Richtung Gelsenkirchen-Buerer Straße bis Heßlerstraße. Hier den südlichen Ausgang nutzen und zu Fuß in die Heßlerstraße, dann an der ersten Kreuzung in die Nordsternstraße abbiegen. In der Linkskurve rechts auf geschotterten Wegen zur Halde (500 Meter Fußweg).

Koordinaten: 51°30'48.28"N, 7° 1'41.24"E (Treppe im Osten) | 51°30'39.40"N, 7° 0'40.74"E (Parkplatz im Westen)

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Schurenbachhalde liegt günstig an einem Radfernweg und einigen thematischen Regionalradwegen im Essener Norden. Auf dem Emscherradweg durch den Nordsternpark und der Beschilderung folgend hinter dem Park über eine der beiden Emscherbrücken und den Kanal nach links abbiegen. Auf den Routen Essen.Erleben.Nord oder der Natur Route (Neue Wege zum Wasser) sowie auf dem Nordstern-Radweg von der Zeche Zollverein aus bis direkt vor die Schurenbachhalde, die auch hier ausgeschildert ist und von einigen Wegen eine thematische Zwischenstation darstellt. Über den großen Hauptweg an der ehemaligen Bergeverladung wird der Gipfel schneckenhausartig erreicht.

Quellen und weitere Informationen:

Diesem Artikel zugrunde liegen mehrere eigene Besuche, deren Impressionen durch die Beschreibung wiedergegeben werden. Die Angaben zu den Ausmaßen sind Topographischen Karten und eigenen GPS-Messungen entnommen.

Route Industriekultur: www.route-industriekultur.de
Schurenbachhalde in Altenessen: www.altenessen.info (privat)
Zu den Halden im Ruhrgebiet Auf der Themen-Auswahlseite finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten Halden im Ruhrgebiet. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Bergehalden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden. In der Kategorie »Ausflugsziele« werden Tipps für Ausflüge in die Region Ruhrgebiet gegeben.

Angaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012