Zeche Zollern II / IV in Dortmund
An der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel liegt im Dortmunder Vorort Bövinghausen die Zeche Zollern. Die Förderung mit den ab 1898 gebauten Anlagen begann 1902 und endete bereits 1955. Der Abraum aus der Kohleförderung wurde mit Hilfe einer Seilbahn auf die benachbarte Halde Zollern befördert - dazu weiter unten mehr. Nach der Schließung hat man einige Anlagen bereits schrittweise abgebaut. Im Jahre 1969 erreichten Proteste von Bürgern und Fachleuten, dass die sehenswerten Gebäude nicht abgerissen und somit für die Nachwelt erhalten wurden. Dies war ein Beginn der Denkmalpflege für Industriebauten. 1981 wurde die Zeche saniert und durch den LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) zu einem Museum umgewandelt. Die Schächte II und IV, von denen Schacht IV ein Wetterschacht zur Entlüftung der Anlagen untertage war, sind bereits Ende der 1960er Jahre verfüllt. Die so charakteristisch rechts und links von der Maschinen- halle stehenden Fördergerüste wurden von 1986 bis 1988 abgerissen und anschließend durch baugleiche Anlagen der Zechen Wilhelmine Victoria (Gelsenkirchen, südlicher Schacht II) und Friedrich der Große (Herne, nördlicher Schacht IV) ersetzt. Sie rahmen bis heute das Gebäude der Alten Verwaltung rechts und links ein und sind damit ein beliebtes Fotomotiv.
Die Maschinenhalle, die insbesondere zum Erhalt des Geländes beigetragen hat, ist eine leicht wirkende Eisenfachwerk-Konstruktion. Der Architekt der Halle, Bruno Möhring, setzte starke Akzente des Jugendstils ein. Markantestes Objekt der Halle ist das Jugendstil-Portal auf der Südseite Richtung Zechenbahnhof. Die Steuerungsanlage zeugt mit repräsentativen Anzeigen und einer Marmorwand für Repräsentativität. Die Halle selbst mit ihren teils vorführbaren Maschinen wird derzeit sorgfältig saniert und ist daher leider nicht zugänglich.
Im Zentrum des Museums steht die Alte Verwaltung in der Sichtachse zur benachbarten Kolonie Landwehr. In dieser Achse liegt am westlichen Ende der Haupteingang zur Zeche. U-förmig liegen ringsum das Magazin, die Lohnhalle und Kaue mit der Lampenstube sowie der Pferdestall bzw. die Fahrzeuggarage. Östlich schließt sich am südlichen Fördergerüst die Schachthalle und der Zechenbahnhof an. Sämtliche Gebäude sind für den Besucher zur Besichtigung geöffnet. In der Schwarzkaue befindet sich eine Dauerausstellung zur Arbeit, dem Alltag und der Ausbildung als Bergarbeiter, teilweise sogar mit interaktiven Betätigungsmöglichkeiten (z.B. Kuppeln von zwei kleinen Kohlewagen, Schieben von beladenen Wagen auf Schienen und auf Straße) und einer vielzahl multimedialer Erläuterungen. In der Schachthalle kann der Besucher den südlichen Förderturm erklimmen, von dem sich ein weiter Blick über das tiefer gelegene Dortmund, Castrop-Rauxel und Herten bietet. Als besondere Landmarken erkennt man bei gutem Wetter die Skyline der Stadt Dortmund mit dem Florianturm im Westfalenpark, die Halde Hoheward in Herten und markante Kraftwerke.
An einigen Tagen werden Sonderfahrten mit Kleinbahnen über das Gelände angeboten. Eine Broschüre mit einem Übersichtsplan ist im Eintrittspreis inbegriffen. Am Ende des freien Rundgangs bietet der Museums-Laden die Möglichkeit, Andenken, Spiele oder Broschüren zu Themengebieten der Route Industriekultur zu erwerben.

Maschinenhalle von Zeche Zollern (mit beladener Lore zum schieben) |

Bekanntes Jugendstilportal - leider zur Zeit Baustelle |

Förderturm auf Schacht II und Maschinenhalle |

Blick vom Förderturm auf Verwaltung, Pferdestall und Eingang |

Aussicht auf Castrop-Rauxel und Herten |

Dortmund mit markantem RWE-Tower und U-Turm im Dunst |

Anschauungsmaterial auf dem Zechenplatz |

Förderturm Schacht IV von dem auf Schacht II gesehen |

Eingangsbereich der Zeche Zollern |

Kleinbahnhof mit Grubenbahn |
Das Museum ist Di-So 10.00-18.00 Uhr geöffnet. Der Vollpreis für den Eintritt beträgt 4,- Euro, Kinder zahlen 2,- Euro, Ermäßigungsberechtigte (Azubis, Studenten, Schwerbehinderte mit entsprechendem Ausweis) 2,50 Euro. Vor Ort befinden sich mit dem Café Pferdestall eine Einkehrmöglichkeit sowie ein Museumsladen.
Anreise zur Zeche Zollern mit dem Auto: Auf der A45 bis zur Ausfahrt 4 Dortmund-Hafen und dort Richtung Marten fahren, am Ende auf die L663 Bärenbruch Richtung Kirchlinde. An der Ampel links auf die Kirchlinder Straße Richtung Bövinghausen / Castrop-Rauxel. In Bövinghausen hinter dem Ortseingang in den Rhader Weg. Hier befinden sich Parkplätze und der Eingang zur Zeche. Teilweise ist der Weg ausgeschildert.
Alternativ auf der A42 bis Ausfahrt 26 Castrop-Rauxel. Dort auf die B235 Richtung Castrop-Rauxel Mitte. Der Bundesstraße durch Castrop-Rauxel und Merklinde folgen. In Dortmund-Bövinghausen direkt hinter dem Ortseingangsschild erste links in die Bövinghauser Straße (Brücke über Bahnhof). Die vierte Kreuzung rechts ist der Rhader Weg (Parkplatz und Eingang zur Zeche).
Zieleingabe für das Navigationssystem: Rhader Weg / Kreuzung Grubenweg in 44388 Dortmund-Bövinghausen
Koordinaten des Parkplatzes: 51°31'7.15"N, 7°19'56.14"E (Copy & Paste in GoogleEarth möglich!)
Anreise mit dem ÖPNV: Am schnellsten ist die Fernanreise mit der RB 43 »Emschertal-Bahn« von Dortmund Hbf, Herne, Wanne-Eickel Hbf, Gladbeck oder Dorsten bis zum Bahnhof Dortmund-Bövinghausen. Von dort zu Fuß entlang der Merklinder Straße und Jupiterstraße bis direkt vors Eingangstor (ca. 500 Meter).
Alternativ mit Bussen der Linien 462 von Dortmund-Huckarde bis Industriemuseum Zollern und dann zu Fuß etwa 150 Meter in den Rhader Weg oder mit der Linie 378 von Bochum-Langendreer S-Bahnhof bis Bövinghauser Straße am Bahnhof Bövinghausen.
Weitere Informationen:
Halde Zollern
Der Abraum aus der Zeche Zollern II / IV in Dortmund wurde mittels einer Seilbahn etwa 500 Meter südlich auf einer eher niedrigen Halde gelagert. Bis in die 1970er Jahre verlief der hier fließende Dellwiger Bach in Rohren unter der Halde hindurch. Dann wurde er freigelegt, was der Halde heute ihre typische zerschnittene Form gibt. Sie ist dicht bewachsen. Insbesondere recht unempfindliche Birken gedeihen hier sehr gut. Mit etwas Glück kann man den Spechten bei der Arbeit zuhören und besondere Pflanzen beobachten.
Der östliche Bereich ist für Fußgänger, Radfahrer und Jogger durch breite Wege gut ausgebaut, einige Brücken führen über den Bach. Informationstafeln erläutern die Industrienatur. Kurz vor dem Ende des Waldes Richtung Lütgendortmund befindet sich ein kleiner Waldsee. Die südliche Hälfte der aufgeschnittenen Halde kann über eine steile Treppe bestiegen werden. Oben verläuft ein Trampelpfad. Von hier aus lässt sich die kleine "Schlucht", in der der Dellwiger Bach verläuft, gut betrachten. Alle Wege nach Westen oder Norden laufen an der Rhader Straße kurz vor der Zeche Zollern zusammen.

Waldsee am äußersten östlichen Ende der Halde Zollern |

Hier fließt der Dellwiger Bach noch im breiten Tal |

Aufgang zur südlichen Hälfte der Halde Zollern |

Trampelpfad durch Birkenwald, rechts Schlucht des Baches |

Blick von der südlichen auf die nördliche Haldenhälfte |

Dichte Birkenwälder auf der Halde Zollern |
Informationen zur Anreise:
Alternative 1:
Mit Auto oder dem öffentlichen Nahverkehr wie zur Zeche Zollern und dann zu Fuß 50 Meter weiter der Rhader Straße bis zum Ende folgen. An der Weggabelung rechts oder links auf die Halde (rechter Weg am Ende mit steiler Treppe!).
Alternative 2:
Mit dem Auto von der A 40 bis AS 41 Lütgendortmund. Von dort auf der B 235 kurz nach Süden Richtung Bochum, an der Ampelkreuzung auf die L 649 Lütgendortmunder Straße Richtung Dortmund. Direkt hinter der Autobahnbrücke in die rechte der links abzweigenden Straßen abbiegen (Neu-Iserlohn-Straße). Dieser Straße etwa 1,5 Kilometer immer geradeaus folgen. Über den Bahnübergang fahren. Weitere 40 Meter, dann rechts. Hier befindet sich ein Parkplatz an der Dellwiger Straße. Der Weg zur Halde vorbei am Waldsee befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
Mit der RB 43 »Emschertal-Bahn« von Dortmund Hbf, Herne, Wanne-Eickel Hbf, Gladbeck oder Dorsten bis Dortmund-Lütgendortmund-Nord. Vom Bahnsteig links (nicht über den Bahnübergang!) etwa 40 Meter. Dann links Fußweg durch den Wald und vorbei am See bis zum Haldenfuß.
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ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: Sebastian Hellmann • www.mytrainsim.de • Stand: 02 / 2012 |