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Zeche Alte Haase und 'Park Am Malakowturm' in Sprockhövel

Bis ins 17. Jahrhundert reichen die Vorläufer der Zeche Alte Haase in Sprockhövel, die zu den ältesten ihrer Art im Ruhrgebiet gehört. Die Anfänge des Bergbaus im Ruhrgebiet lagen hier im Süden. Das liegt daran, dass die Kohle an dieser Stelle sehr nah an der Oberfläche liegt. Die Ursache dafür ist ein Absinken des nördlichen Gebiets vor Millionen Jahren. Richtung Norden befinden sich die Schichten mit Kohle sehr viel tiefer. Dort mussten Zechen daher einen größeren Aufwand betreiben und tiefe Schächte bauen, um an die begehrte Kohle zu gelangen.

Hier bei Sprockhövel konnte zunächst in gegrabenen Löchern im Boden (sogenannte „Pingen“) direkt Kohle gewonnen werden. Diese Pingen sind an vielen Orten im südlichen Ruhrgebiet noch heute anhand ihrer runden Senken in Form eines Trichters zu erkennen. Später ging man zum Stollenbergbau über. Dabei wurden waagerechte Tunnel gegraben, um an die Flöze in der Tiefe zu gelangen, die die Kohle enthielten. In Etwa so wie Hasen, die ihre Baue in den Untergrund graben. Nach dem Tier ist die Zeche übrigens vermutlich tatsächlich benannt. Im Jahre 1883 wurde aus der Stollenzeche eine Tiefbauzeche, als der Schacht Julie geteuft wurde. Dieser zentrale senkrechte „Aufzugsschacht“ für Mensch und Kohle bildete den Ausgangspunkt für davon abgehende Strecken auf verschiedenen Sohlen, also den einzelnen Etagen des Bergwerks unter der Erdoberfläche. Im Jahre 1969 legte man den Betrieb der Zeche still. Teile der Anlagen sind heute Denkmal oder werden anders genutzt, zum Beispiel für Büros oder zum Wohnen.

In der nachfolgenden Abbildung ist die historische Situation der Zeche Alte Haase I / II in den 1920er Jahren zu sehen. Fast mittig befindet sich schräg oberhalb des Z der Beschriftung "Zeche Alte Haase" der Malakowturm. Südlich davon schließt sich der Verladebahnhof an. Im Bogen der Gleisanlagen befindet sich die große Bergehalde. Die Grafik ist interaktiv. Um zwischen der historischen Schwarz-Weiß-Ansicht und einem aktuellen Luftbild mit demselben Bildausschnitt aus der Jetzt-Zeit hin und her zu wechseln, müssen Sie auf die Abbildung klicken oder mit dem Finger tippen. Das können Sie immer wieder tun, um zu sehen, wie einzelne Gebäude oder Anlagen in der Zwischenzeit verschwunden sind oder neu hinzugekommen. […]

 Historische Ansichten der Zeche Alte Haase

Besonders bemerkenswert ist der steinerne Malakowturm der Zeche Alte Haase. Er ist ein Wahrzeichen Sprockhövels und in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Er steht über dem Schacht Julie (Schacht I) und wurde 1897 gebaut. Damit ist er der allerletzte in Deutschland überhaupt gebaute Turm dieser Bauart. Diese erinnert an eine Burg oder Festung und ist daher nach dem russischen Fort Malakow benannt. Von den alten und vor den stählernen Strebengerüsten vielfach gebauten Türmen haben im Ruhrgebiet nur wenige bis heute überlebt, weswegen dieser mit seiner vergleichsweise schlanken und ästhetischen Form umso wertvoller als Denkmal ist. Darüber hinaus ist er übrigens der einzige südlich der Ruhr. Von außen lässt er sich gut von der Straße betrachten, jedoch nicht besichtigen.

Unmittelbar hinter der Zeche Alte Haase befand sich eine Alte Haalde. Pardon. Hier befand sich eine alte Halde mit dem Abraum aus der Förderung der Zeche. Von ihr ist heute nichts mehr offensichtlich zu erkennen. Die im oben gezeigten Luftbild aus den 1920er Jahren und heute markierte Haldenfläche hat ein Ausmaß von etwa 2 ha. […]

Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Am Sprockhöveler Bach unterhalb der Zeche befindet sich ein Regenrückhaltebecken. Es liegt an der Stelle einer ehemaligen Kläranlage aus der Zechenzeit (nur in Teilen im oben gezeigten historischen Luftbild vorhanden). Rings um dieses Becken ist mit dem im Jahre 2000 errichteten Park am Malakowturm oder auch Malakowpark genannt eine öffentliche Grünanlage entstanden. Ihre Besonderheit sind die zahlreichen Exponate aus dem Bergbau, die Besucher hier besichtigen und anfassen können.

Rings um das Regenrückhaltebecken führt ein Rundweg durch diesen Park und an diesen ungewöhnlichen Skulpturen vorbei. Auf einem kurzen Spaziergang entdeckt man dabei Werkzeuge, Hilfsmittel oder Maschinen aus dem Industriezweig, der die Stadt Sprockhövel einst so prägte. Sie lassen sich anfassen oder auch im Detail fotografieren.

Als Beispiel seien nur einzelne Ausstellungsstücke vorgestellt, um nicht die Lust vor einem eigenen Besuch zu nehmen: Direkt am Eingang blickt man auf einen Dampfhammer aus dem Jahre 1908. Direkt daneben befindet sich ein Lüfterrad. Dieses diente zur Belüftung der Grubenanlagen unter Tage. Es stammt aus dem Jahre 1920 und ist doppelaxial ausgeführt. Es folgen ein äußerst flacher und wendiger Senklader zum Verschieben des abgebrochenen Gesteins im Stollen, eine Lore zum Transport der Kohle und ein Teufkübel. Über diesen wurde Abraum beim Teufen des Schachtes transportiert. Das Gruben-Fahrrad fährt auf Schienen und ermöglichte eine zügige Bewegung im ausgedehnten Bergwerk. Es folgen Haspel, Pumpen und einige Gießpfannen.

Die meisten der Ausstellungsstücke werden auf Informationstafeln näher erläutert.

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Willkommen im Park am Malakowturm: Doppelaxiales Lüfterrad

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Seilscheiben (hinten) und Brikett-Presse

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Hochdruckpumpe (ganz rechts, orangefarbener Kasten) und verschiedene Gießpfannen

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Detailaufnahme der Brikett-Presse. Quetschgefahr – Früher

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Grubenfahrrad für die Fortbewegung unter Tage

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Detailaufnahme der Zahnräder

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Zahnrad an einer der Gießpfannen

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

 

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

 

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Moos im Überlauf einer Gießpfanne

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Teufkübel

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Senklader

Park am Malakowturm der Zeche Alte Haase in Sprockhövel

Mit Moosen bewachsene Stahlseile

Fazit und Tipp des Webmasters: Wer sich in der Nähe aufhält und für Maschinen des Bergbaus interessiert, sollte unbedingt einen Abstecher zum Park machen. Allerdings sind die Ausstellungsstücke Wind und Wetter ausgesetzt und bereits etwas mitgenommen, sofern nicht aufgearbeitet. Auf die Spur des Bergbaus geht der nahegelegene Bergbauwanderweg im Pleßbachtal.

 

Informationen zum Besuch im Park am Malakowturm:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Park Am Malakowturm ist ständig frei zugänglich. Die Zeche selbst ist nicht zu besichtigen.

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 bis zur Ausfahrt 22 Sprockhövel. Aus Richtung Bochum links, aus Richtung Wuppertal rechts abbiegen auf die Querspange Richtung Sprockhövel. Nach 2,5 Kilometern geht die Straße an der Ampel geradeaus in die South-Kirkby-Straße über. Nach einem weiteren Kilometer links abbiegen in die Hattinger Straße und dieser etwa bis zum sichtbaren Malakowturm folgen.
Der Eingang des Parks befindet sich wenige hundert Meter westlich des Turms auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Hattinger Straße 37-39 in Sprockhövel

Geographische Koordinaten:
51°22'20.55"N, 7°14'40.29"E – Malakowturm Alte Haase
51°22'22.28"N, 7°14'37.17"E – Zugang Park am Malakowturm
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
377811 m, 5692698 m – Malakowturm Alte Haase

377752 m, 5692753 m – Zugang Park am Malakowturm

Anreise mit Bus und Bahn: Zunächst von Essen Hbf. mit der S3 bis Hattingen Mitte / S (Endstation). Dort umsteigen in den Bus der Linie 558 Richtung Niedersprockhövel bis Hattinger Straße (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Gedulderweg). Zu Fuß ein Stück zurück gegen die Fahrtrichtung und rechts in den Park.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: In Hattingen besteht vom RuhrtalRadweg aus ein Anschluss an den Bahntrassenradweg auf der alten Eisenbahn von Hattingen nach Wichlinghausen. Hier verlaufen die Touren Von Ruhr zu Ruhr und die Deutsche Fußballroute NRW. Kurz vor Sprockhövel besteht Anschluss zur Zeche Alte Haase.

Quellen und weitere Informationen:

Zeche Alte Haase: www.zechealtehaase.de
Beschreibung der Exponate im Park: www.hgv-sprockhoevel.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 04 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr