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Spur der Kohle: Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Unter dem Motto „Spur der Kohle“ erschließen mehrere Themenwanderwege die Wiege des Bergbaus im Ruhrgebiet. Durch die oberflächennahen Kohleflöze, also die Schichte im Erdreich, die die Kohle beinhalten, konnten schon vor mehreren hundert Jahren einfache Bergwerke betrieben werden. Dies geschah durch Graben von Löchern, später durch Stollen in den Berg und noch später durch Schächte und verschiedene „Etagen“ im Berg. Da die Kohle in nördlicher Richtung immer tiefer liegt, kam es mit der Zeit zu einer Wanderung des Bergbaus, die jedoch immer größeren Aufwand und tiefere Schächte erforderte.

Ein besonders junger Wanderweg ist der Montanweg. Davon gibt es zwei Varianten, die Nordroute und die Südroute. Letztere ist allerdings bisher nicht eröffnet, weil es wohl Schwierigkeiten mit der Wegführung über Grundstücke gibt. Vorerst wird daher an dieser Stelle nur der Montanweg (Nord) beschrieben. Sofern die südliche Tour doch noch eröffnet wird, bekommt auch sie in diesem Artikel ihre ausführliche Beschreibung. Versprochen.

Etwa 6 Kilometer ist der Montanweg (Nord) lang. Er beginnt südlich von Bossel an der Wuppertaler Straße (unterer roter Pfeil in der Karte), nutzt Wald- und Feldwege und die Trasse einer alten Eisenbahn bis Scheven und kehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück. In der folgenden Übersichtskarte ist die Nordtour eingezeichnet. In Scheven bietet sich die Möglichkeit zum Übergang zum Deutschlandweg an. Zusammen mit diesem lässt sich die Tour auf etwa 15 Kilometer verlängern.

Karte Montanweg Sprockhövel

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Anreise:

Wie bereits erwähnt, verläuft der Weg teilweise auf der Trasse einer ehemaligen Eisenbahn, die als Fahrradweg ausgebaut ist. Daneben gibt es Wald- und Feldwege ebenso wie ruhige Nebenstraßen – der Untergrund ist also sehr vielfältig und abwechslungsreich. Der Weg ist eigentlich sehr gut beschildert durch das Symbol Schlägel und Eisen sowie ein zweites Piktogramm daneben (siehe Titelbild oben), lässt aber an einigen Stellen zu wünschen übrig.

Vom Ausgangspunkt in Hattingen (Ruhr) S-Bahnhof ist der Ausgangspunkt gut mit dem Bus erreichbar. Mangels Parkplatz ist es mit dem Auto schwieriger. Daher wird ein kleiner Parkplatz an der Kleinbeckstraße in Bossel empfohlen, von wo aus die nachfolgende Tourenbeschreibung auch beginnt. Hier befindet sich auch eine Haltestelle zur autofreien Anreise mit dem Bus.

Es ist möglich, diese mit 6 Kilometern vergleichsweise kurze Tour zu erweitern. Dazu besteht die Möglichkeit, in Scheven zum nahegelegenen Deutschlandweg überzugehen und dessen Rundtour bis Scheven zu bewandern und den Montanweg anschließend fortzusetzen. Insgesamt würde die Tour mit Zuwegen etwa 15 Kilometer lang. Im Beschreibungstext und in der Karte oben wird auf diese Stelle hingewiesen. Bei Planung einer solchen Tour ist es auch möglich, am dortigen Ausgangspunkt am Friedhof in Haßlinghausen zu parken, dessen Parkplatz ein paar mehr Parkplätze hat. Auf der Internetseite der Berg-Mark-Wege ist ein GPS-Track zur Tour für Navigationsgeräte oder Tourplanungen erhältlich.

Anreise zum Ausgangspunkt des Bergbauwanderwegs:

Anreise mit dem Auto: Auto Auf der A43 bis zur Ausfahrt 22 Sprockhövel. Aus Richtung Bochum links, aus Richtung Wuppertal rechts abbiegen auf die Querspange Richtung Sprockhövel. Nach 2,8 Kilometern in Sprockhövel links abbiegen auf die Bochumer Straße und sofort rechts auf die Mühlenstraße. Nach 3,8 Kilometern in Bossel (Höhe Bushaltestelle, hinter der scharfen Links- und der folgenden langgezogenen Rechtskurve) links abbiegen in die Kleinbeckstraße und dort parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Kleinbeckstraße 2 in Sprockhövel

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. mit der S6 bis Hattingen Mitte-S (Endstation). Dort umsteigen in den Bus der Linie 332 Richtung Barmen bis Bossel (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Im Brahm) – hier beginnt der Beschreibungstext in diesem Artikel. Alternativ weiter bis zur übernächsten Haltestelle Flüsbusch, um den „echten“ Ausgangspunkt des Weges zu erreichen.

Los geht´s!

Der Ausgangspunkt dieser Tour-Empfehlung weicht von dem echten Ausgangspunkt ab. Das liegt, wie in der Einleitung beschrieben, daran, dass man dort nicht parken kann. Ähnlich ist der Artikel für den nahen Deutschlandweg auch aufgebaut. Das ist aber eigentlich gar nicht schlimm. Wir müssen in diesem Falle nur auf eine einführende Informationstafel über den Weg verzichten.

An dieser Stelle, an der Kreuzung Wuppertaler Straße / Kleinbeckstraße, befand sich der Bahnhof Bossel. Hier zweigte von der Eisenbahnstrecke Wuppertal-Hattingen, auf der wir in der letzten Etappe dieser Wanderung hierher gelangen, die Kleinbahn Bossel-Blankenstein ab. Sie führte ab 1912 bis zur Ruhrtalbahn bei Blankenstein und erschloss vor allem Zechen zum Transport der geförderten Kohle. Nach Stilllegung des letzten Bergwerks wurde die Strecke im Jahre 1968 stillgelegt. Abschnittsweise ist sie heute als Rad- und Wanderweg nutzbar. So zum Beispiel vom nahen Bergbauwanderweg im Pleßbachtal, der ebenfalls dem Motto „Spur der Kohle“ folgt. Wir folgen dem Verlauf der Kleinbeckstraße und entfernen uns von der Kreuzung mit der Wuppertaler Straße in östlicher Richtung. Gegenüber dem Bahnhof befindet sich ein Hof. Mit einem Schuppen direkt an der Straße. Dieser steht, wie auch auf der Infotafel an der Tür zu lesen ist, auf einer alten Bergehalde neben dem Göpelschacht Lina der Zeche Vereinigte Concordia. Wer sich unter den Lesern in der Schule mit Latein quälen durfte, wird belustigt feststellen, dass es sich bei dem Namen um eine Doppelung handelt, denn "concordia" steht im Lateinischen für Einigkeit oder Eintracht – es handelt sich also übersetzt um die Zeche Vereinigte Einigkeit. Ein Göpel ist übrigens in diesem Zusammenhang eine technische Förderung, bei der (meist durch Tiere) ähnlich wie in einer Mühle durch Rundlauf ein Förderkorb herauf- bzw. hinab gelassen werden konnte. Menschen, die so etwas den ganzen Tag machen würden, hätten vermutlich lebenslangen Drehwurm oder müssten in die Psychiatrie eingewiesen werden. Oder beides.

Die Bergehalde lässt sich im nachfolgenden historischen Luftbild gut erkennen und ist in Ansätzen auch heute noch in ihrer alten Form erhalten geblieben. Die Abbildung ist interaktiv. Klicken Sie darauf, um zwischen der alten Aufnahme und einer von heute hin und her zu wechseln. Hinweis: wegen einer Verzerrung kommt es beim Wechsel der Bilder zu einer minimalen Verschiebung.

 Historische Ansichten vom Bahnhof Bossel

Es geht durch ein kleines Gewerbegebiet und vorbei an der ehemaligen Obersprockhöveler Kirche, die heute privat bewohnt ist, geradeaus bergauf. Dabei wird ein alter Kohlentreiberweg genutzt, der im Verlauf der heutigen Straße Sandlöhken verläuft. Durch die zahlreichen Kohletransporte wurde dieser seinerzeit unbefestigte Weg zu einer Art Hohlweg, der sich tief in das umgebende Gelände gegraben hat. Wir passieren einzelne Wohnhäuser und erreichen das kleine Dorf Scheven. Vor der Hausnummer 58 führt die Straße links weiter unter der Bezeichnung Pennekamp, wir müssen aber hier scharf rechts abbiegen in den Feldweg. Wer die Wanderung im Vorhinein zu der in der Einleitung schon erwähnten längeren Tour geplant hat, kann hier links abbiegen und dann rechts der Straße bis zur scharfen Rechtskurve folgen, um geradeaus auf den benachbarten Deutschlandweg zu stoßen.

Auf der regulären Tour geht es sehr schön und ruhig zwischen Wiesen und Feldern bergauf. Der Anstieg wird belohnt mit schönen Ausblicken. Erfreulicherweise erreichen wir nach dem längeren, wenn auch gemächlichen Anstieg in der Sonne den schattigen Waldrand. Eine Informationstafel weist auf den Kotten Ebel hin, der unter uns im Tal liegt. Hinter dem blauen Haus geht es in den Wald und eine Bank lädt zu einer Verschnaufpause ein.

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Blick über die Wiesen bei Bossel zur alten Kirche

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Halde am Schacht Lina der Zeche Ver. Concordia

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Aussicht auf den Kohlentreiberweg zurück ins Tal

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Feldweg von Scheren zum Alten Kotten Ebel

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Wiederkehrende Wanderwegsmarkierung am Weidezaun

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Informationstafel am Blick zum Kotten Ebel

In einer Kurve biegen wir links ab in die weiter so bezeichnete Straße Pennekamp. Hier befand sich der Jutermann Erbstollen, dessen Mundloch heute zwar nicht mehr sichtbar ist, jedoch in einer kleinen Fotomontage auf der Infotafel rekonstruiert ist. Wir durchqueren das Tal und müssen wieder ein kurzes Stück bergauf steigen. Hinter dem Haus liegt bereits die bekannte Wuppertaler Straße. Genau gegenüber führt der Weg ein wenig versteckt am Rande einer Weide entlang vorbei an einem Gatter. Bitte nicht links in den Privatweg laufen!

Hinter der Weide stößt man auf eine Brücke der Eisenbahn Wuppertal-Hattingen. Das Schild ist eigentlich eindeutig, dennoch fragt man sich, ob das wirklich so gemeint ist. Ja, wir müssen den schmalen Pfad am Bahndamm hochklettern und dürfen die Brücke nicht unterqueren. So stehen wir auf dem Radweg oben auf der ehemaligen Bahntrasse. Die Eisenbahn wurde 1884 eröffnet und führte von der Wupper über Sprockhövel an die Ruhr. Mit der Stilllegung 1984, also 100 Jahre nach der Eröffnung, verlor Sprockhövel seinen Bahnanschluss. Heute ist der Verlauf weitgehend als Bahntrassenradweg genutzt. Rechts geht es Richtung Bossel und Sprockhövel, links nach Wuppertal-Wichlinghausen. Folgen wir dem Weg links, so gelangen wir nach kurzer Strecke wieder an die Wuppertaler Straße, wo sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der offizielle Ausgangspunkt unserer Tour befindet. Dabei passiert man auch einen Flözaufschluss am rechten Wegesrand. Wir müssen allerdings dann wieder zurück zu dem Punkt, an dem wir an der Brücke die Bahntrasse erklettert haben. Nun ist die Beschilderung wieder ein wenig irreführend, was insbesondere mit Beginn am echten Ausgangspunkt schon nach einigen hundert Metern Wanderung durchaus frustrierend sein kann. Kaum zu glauben, aber es geht den schmalen Pfad bergauf, der sich schräg-links gegenüber dem eben bewältigten Aufstieg befindet. Hat man sich anhand der hin und wieder angebrachten Wegepiktogramme versichert, auf dem richtigen Weg zu sein, stößt man auf den Einsturztrichter des ehemaligen Schachtes Richard der Zeche Glückauf, den man unmittelbar rechts neben dem Weg als deutliches Loch im Waldboden erkennt. Außerdem ist er durch eine weitere Informationstafel markiert.

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Im Talgrund am ehemaligen Jutermann Erbstollen

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Hier links bergauf und nicht durch den Tunnel laufen!

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Am offiziellen Ausgangspunkt (Schild andere Straßenseite)

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Achtung: Vom Stichweg (Ausgangspunkt) den Berg aufwärts!

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Schacht Richard als Einsturztrichter im Wald

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Hohlweg bergab im Wald

Kurz hinter dem Schacht Richard führt der Weg abermals ein wenig eingeschnitten in den Waldboden kurvenreich bergab. Es folgen im Wald weitere kleinere dieser Pingen, die auf oberflächennahen Abbau der Kohle hindeuten.

Es geht bis zum Talboden an einem Bach. Linkerhand steht eine Informationstafel, die die nächste Station darstellt. Sie beschreibt eine alte Verhüttung am Bach. In einer Hütte wird Eisen aus Eisenerz hergestellt. An dieser Stelle war dies natürlich eine frühe Form der Verhüttung. Auch an dieser Stelle ist die Beschilderung etwas verfänglich, wir müssen aber einfach nur in der Laufrichtung weitergehen, irgendwann links den Bach queren und entlang der Wiese bergauf laufen. Ein Schild weist bald darauf auf einen nur wenige Meter im Wald versteckten ehemaligen Schacht der Zeche Friedrich Wilhelm hin, der sich abermals als Einsturztrichter darstellt. An der Wegkreuzung halten wir uns rechts und nähern uns der bereits vom Feldrand sichtbaren und durch die markante Böschung über dem Tal erkennbaren Bahntrasse Wuppertal-Hattingen. Haben wir diese erreicht, biegen wir links ab und mischen uns unter die zahlreichen Radfahrer. Ein langgestreckter Bogen führt uns bis zum Ziel am alten Bahnhof Bossel, wo wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht haben.

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Infotafel am Verhüttungsplatz Papendiek am Bachufer

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Ehemaliger Schacht der Zeche Friedrich Wilhelm

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Auf dem Bahntrassenradweg Richtung Bossel

Bergbauwanderweg Montanweg in Sprockhövel

Typischer Bahndamm und langgezogene Kurven (Blick zurück)

 

Geographische Koordinaten:
51°20'27.85"N, 7°14'30.41"EAusgangspunkt der Tourbeschreibung
51°20'31.00"N, 7°14'57.59"EAlter Kohlentreiberweg und Kirche
51°19'46.64"N, 7°14'28.99"EOffizieller Ausgangspunkt
51°19'51.98"N, 7°14'14.47"ESchacht Richard (ungefähre Lage)
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
377537 m, 5689221 mAusgangspunkt der Tourbeschreibung

378065 m, 5689306 m – Alter Kohlentreiberweg und Kirche
377479 m, 5687949 m – Offizieller Ausgangspunkt
377202 m, 5688121 m – Schacht Richard (ungefähre Lage)

Quellen und weitere Informationen:

Montanweg bei Berg-Mark-Wege (GPS-Track): www.berg-mark-wege.de
Montanweg bei Ruhrkohlenrevier:

www.ruhrkohlenrevier.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

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Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr