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Der Bismarckturm Unna in Fröndenberg

Zu Ehren des 1898 verstorbenen preußischen Reichskanzlers Otto von Bismarck wurden über das gesamte preußische Staatsgebiet und in den Kolonien, aber auch auf allen Kontinenten und anderen Ländern Denkmäler und später 240 monumentale Türme errichtet. Auch auf dem heutigen Stadtgebiet von Fröndenberg / Ruhr war um 1900 in unmittelbarer Nähe zur sich stark von der Umgebung abhebenden Friedrich-Wilhelms-Höhe, der heutigen Wilhelmshöhe, der Standort für eine sogenannte Bismarcksäule geplant. Bismarcksäulen folgten dem Idealtypus eines begehbaren Monuments mit einer Feuerungsanlage. An besonderen Ehrentagen sollten auf den Türmen weithin sichtbare Feuer angezündet werden. Von der Deutschen Studentenschaft existierte dazu ein Entwurf mit dem Namen »Götterdämmerung«, der als Vorlage dienen sollte.

Für den Bismarckturm Unna wurde der bestehende Entwurf des Architekten Bruno Schmitz gewählt, der auch das Völkerschlacht-Denkmal in Leipzig, das Deutsche Eck in Koblenz oder das Kyffhäuserdenkmal konzipiert hatte, was den Bismarckturm Unna besonders hervorhebt. Der Entwurf weist Ähnlichkeiten mit dem der Studentenschaft auf, ist aber in einigen Teilen modifiziert. Schmitz sah diese Säule auch als Aussichtsplattform vor. Nach diesem Entwurf wurde die Bismarcksäule im Jahre 1900 erbaut und eingeweiht. Als Baumaterial verwendeten die Arbeiter vor allem Steine aus der alten Stadtmauer von Unna. Der Grundriss ist quadratisch und verjüngt sich nach oben, im Innern ist er rund. Über der Aussichtsplattform auf etwa 16 Metern Höhe befindet sich ein auf vier Trägern ruhendes rundes Dach. Mit dem Gestell für das Tafelkreuz als trigonometrischen Messpunkt erreicht der Turm eine Höhe von etwa 21 Metern. Die Basis selbst steht auf 217 Metern über dem Meeresspiegel auf einer künstlichen Anhöhe zirka drei Meter über dem sogenannten Denkmalplatz vor der Bismarcksäule.

Mehrfach wurde der Turm saniert, blieb jedoch ab den 1960er Jahren für den Publikumsverkehr aufgrund von Baumängeln weitgehend geschlossen. Inzwischen war der Turm auch durch nachträglich gepflanzte Bäume zugewachsen, die zudem die Sicht von der Aussichtsplattform versperrten. Im Jahre 2006 erfolgte die Gründung eines Fördervereins zur Sanierung und Wiedereröffnung der Bismarcksäule. Dadurch konnte der Turm 2008 renoviert und sichtbehindernde Bäume abgesägt werden. Seit 2009 ist an Sonn- und Feiertagen wieder der Zugang in und auf das Bauwerk ermöglicht.

Bismarckturm Unna

Bismarckturm Unna an der Wilhelmshöhe in Fröndenberg

Wendeltreppe im Bismarckturm Unna

Eine Steinwendeltreppe führt im Innern nach oben

Im Bismarckturm Unna

Blick von oben ins "Erdgeschoss" – nutzbar für Feiern

Bismarckturm und Tafelkreuz

Tafelkreuz auf dem Dach der Aussichtsplattform

Bismarckturm Unna

Feldweg unterhalb des Bismarckturms

Bismarckturm im Herbst

Bismarckturm Unna im Indian Summer von Ardey aus gesehen

Als Aussichtspunkt hat sich dieser Turm vor allem bei Radfahrern inzwischen als beliebtes Etappenziel herausgestellt. Der Blick von der Plattform reicht dabei weit in die Hellwegzone mit den Städten Unna, Kamen und Bönen sowie Dortmund, nach Süden über das Fröndenberger Ruhrtal bis hin nach Menden und den Nordrand des Sauerlandes. Informationstafeln benennen besondere Landmarken, beispielsweise die Stadtkirche in Unna, das Kreishaus, die windschiefe Kirche in Kamen oder den Förderturm in Bönen. Außerdem wird die Geologie des Haarstrangs, wie der langgestreckte Gebirgszug genannt wird, an Ort und Stelle des Bismarckturms erläutert.

Aussicht vom Bismarckturm Unna auf Unna

Blick auf die Stadt Unna, das Kreishaus und die Stadt Kamen

Aussicht vom Bismarckturm ins Sauerland

Aussicht auf das Ruhrtal und das Sauerland nach Süden

Steinbrüstung der Aussichtsplattform

Steinbrüstung der Aussichtsplattform

Bismarcksäule Unna in Fröndenberg

Sichtschneisen sorgen für freien Ausblick

Fazit und Tipp des Webmasters: Er ist sicherlich einer der schönsten und ein besonderer Turm, der vom Haarstrang einen weiten Blick bietet. Wer sich an Öffnungstagen in der Nähe aufhält, sollte einen Besuch einplanen. Kombinieren lässt sich dieser mit dem Kettenschmiedemuseum in Fröndenberg oder dem Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna. Für Autofahrer ist seine Lage am Autobahnkreuz Unna-Ost besonders günstig, Radfahrer haben mit langgestreckten Steigungen zu kämpfen. Doch dafür wird man mit Aussicht belohnt.

 

Informationen zum Besuch des Bismarckturms Unna:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Bismarckturm ist grundsätzlich in der Sommersaison von April bis Ende September an Sonn- und Feiertagen von 11.00-15.00 Uhr geöffnet, bei bestimmten Anlässen oder Aktionen auch darüber hinaus (siehe Internetseite des Vereins). Für Gruppen kann eine Extra-Öffnung außerhalb dieser Zeiten ermöglicht werden.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für den Turm entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Auch ohne die Öffnung ist der Turm einen Besuch wert. Selbst vom Vorplatz bietet sich ein weiter Blick ins Münsterland oder das Sauerland. Eine Bank unter Bäumen lädt zu einer kleinen Rast ein. Eine Wandertafel informiert über Rundwanderwege der Region.

Der Turm bietet keinerlei sanitäre oder gastronomische Einrichtungen. Die nächste Einkehrmöglichkeit ist ein Restaurant an der Wilhelmshöhe direkt an der B233 – es ist in wenigen Minuten zu Fuß vom Bismarckturm erreichbar.

Bismarckturm im Schnee

HDR-Bild des Bismarckturms im Schnee

Anreise mit dem Auto: Auf der A44 im Kreuz Unna-Ost (Ausfahrt 53) auf die B233 Richtung Menden / Iserlohn (in einigen Karten und Navigationssystemen noch veraltet als A443 bezeichnet!). Der Ausbaustraße bis zum Ende folgen und dort hinter der scharfen Kurve rechts Richtung Fröndenberg abbiegen. Bis zur Ampelkreuzung auf der Anhöhe fahren. Ganz oben der Beschilderung "Bismarckturm" links Richtung Frömern folgen. Hinter den zwei Häusern rechts und dem kurzen Stück Feld ist der Parkplatz vor dem Bismarckturm auf der rechten Seite erreicht. Parken ist auf begrenzter Stellfläche während des Turmbesuches kostenlos möglich.

Eingabe in das Navigationssystem: Hubert-Biernat-Straße, nähe Kreuzung B233 in 58730 Fröndenberg / Ruhr

Geographische Koordinaten: 51°30'1.21"N, 7°42'25.22"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld z.B. von GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 410252 m, 5706259 m

Anreise mit Bus und Bahn: Im Zug von Dortmund mit RB 59 oder S4, von Hagen oder Hamm mit RE 7 oder 13 und von Fröndenberg mit der RB 54 bis Unna. Vom Zentralen Omnibusbahnhof neben dem Bahnhof Unna mit dem Bus der Linie 27 Richtung Menden bis "Wilhelmshöhe". Dort zu Fuß über die ungesicherte Straße und entlang der Hubert-Biernat-Straße (ohne Bürgersteig) wenige hundert Meter bis zum Bismarckturm laufen.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike oder als Wanderer: Auf dem WestfalenWanderWeg kommt der Wanderer unterhalb der Wilhelmshöhe vorbei – der Turm ist kurz dahinter linkerhand nicht zu übersehen. Als Radfahrer ist der Turm vom nahegelegenen RuhrtalRadweg und der ehemaligen Kaiser-Route mit durchaus mühevollem Anstieg von Fröndenberg oder Langschede via Ardey und Strickherdicke erreichbar.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Bismarckturm Unna eingezeichnet.

In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt er im Planquadrat D7, im Wander-Leporello WestfalenWanderWeg im für Wanderungen idealen Maßstab 1:35.000 auf der Seite 7. Im Leporello RuhrtalRadweg im Maßstab 1:50.000 ist der Turm auf Seite 9 abgebildet. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Westfalen WanderWeg  

Quellen und weitere Informationen:

Die Höhenangaben aus Flyern wurden mit GPS, DGK 5 und einem Digitalen Geländemodell (DGM) überprüft und korrigiert wiedergegeben. Für den Text zu den Bismarcktürmen im allgemeinen standen begrenzt Fachliteratur, graue Literatur (Broschüren des Bismarckturmvereins) und die private Webseite zum Thema zur Verfügung, außerdem wurden Experteninterviews durchgeführt. Die Beschreibung entstand aus eigenen Eindrücken von mehreren Besuchen. Auf Online-Lexika als Quelle wurde verzichtet.

Bismarckturmverein Unna: www.bismarckturm-verein-unna.de
Private Themenseite Bismarckturm: www.bismarcktuerme.de
Bismarckturm in 3D (Animationsfilm):

www.youtube.com (kurze Variante) und www.youtube.com (lange Variante mit Innenansicht)

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr