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Dechenhöhle • Deutsches Höhlenmuseum Iserlohn

Hätte es im Jahre 1868 schon Baumärkte und »20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung« gegeben, wäre die Geschichte der Dechenhöhle vielleicht anders ausgegangen. Womöglich hätte man sie nie entdeckt. Während Bauarbeiten an der gerade erst eingeweihten Iserlohner Bahn von Letmathe nach Iserlohn fiel einem Bahnarbeiter aus Versehen ein Hammer in eine Felsspalte. Beim Versuch, das wertvolle Werkzeug zu bergen, stieß dieser Arbeiter beim Vergrößern der Spalte auf ein Paradies von Stalaktiten und Stalagmiten, nämlich eine der eindrucksvollsten Tropfsteinhöhlen des Sauerlandes. Heute stellt sich die Höhle als wichtiges Ausflugsziel auch aus dem nahen Ruhrgebiet dar.

Die Dechenhöhle, übrigens benannt nach ihrem Erforscher Heinrich von Dechen (1800-1889) und nicht nach ihrem Entdecker, ist eine Karsthöhle. Eine Karstlandschaft ist eine solche, deren Untergrund aus lösungsfähigem Gestein besteht, beispielsweise wie hier aus Kalk. Durch eintretendes Wasser hat sich das hier massenweise vorkommende kalkhaltige Gestein aufgelöst, sodass mit der Zeit begehbare Hohlräume entstanden sind. Sickert das durch Kalk angereicherte Wasser durch Spalten und Klüfte in die Höhle, kommt es bei Berührung mit der Höhlenluft zu einer chemischen Reaktion. Sogenannter Sinterkalk fällt aus und bildet Schicht für Schicht von oben nach unten ganz langsam wachsend einen Stalaktit. Das Wasser tropft zu Boden und lässt dort von unten nach oben einen Stalagmit entstehen. Diese Stalaktiten und Stalagmiten haben mit der Zeit eine etwa 900 Meter lange Zauberwelt aus unzähligen großen und kleinen Tropfsteinen gebildet.

Anlaufpunkt für Besucher ist zunächst das Deutsche Höhlenmuseum Iserlohn. Es befindet sich im Gebäude direkt neben besagter Eisenbahnstrecke und dem kleinen Bahn-Haltepunkt Letmathe-Dechenhöhle – eine Eigenschaft, die diese Tropfsteinhöhle deutschlandweit zur einzigen mit einem direkten Bahnanschluss macht. Ein weiteres einmaliges Kuriosum dabei ist, dass der Bahnsteig keine Beleuchtung besitzt und zur sicheren Aufrechterhaltung des Betriebs im bzw. am Museum nachts das Licht eingeschaltet bleibt. Führungen in die Höhle starten in regelmäßigen Abständen im Museum. So dient ein Gang durch die Räume einerseits als Zeitvertreib während des Wartens, andererseits vermittelt es eindrucksvoll und durchaus auch kindgerecht die theoretischen Grundlagen zur Entstehung von Karstlandschaften und Tropfsteinhöhlen. Geboten werden interessante Informationen zu tierischen und menschlichen Höhlenbewohnern der Vorzeit und heute – von Sauriern, Bären und Höhlenmenschen bis zu Spinnen und Fledermäusen –, Forschungen sowie Mythen und Sagen. Viele Objekte sind auch zum Anfassen und steigern die Erwartung auf eine Führung durch die geheimnisvolle Glitzerwelt.

Bahnhaltepunkt Dechenhöhle

Deutsches Höhlenmuseum: Perfekte Lage am Bahn-Haltepunkt

Deutsches Höhlenmuseum

Ausstellungsräume mit Höhlenbären und Kriechhöhle

Höhlenmuseum Iserlohn Deutsches Höhlenmuseum

Der zugängliche Teil der Dechenhöhle wird durch eine etwa 40 Minuten dauernde Führung erkundet. Dabei erläutert der Führungsleiter noch einmal wesentliche Aspekte zur Entstehung von Tropfsteinhöhlen direkt am Objekt. Man lernt anschauliches über das konstante Höhlenklima, Fauna in der Dunkelheit und die sogenannte Lampenflora, also die Algen und Moose, die sich rings um die elektrische Höhlenbeleuchtung ansiedeln. Die Gruppe bewegt sich langsam durch die glitzernde Zauberwelt. Hier und dort ist auf das eigene Haupt zu achten, wenn einige Durchgänge etwas niedriger sind. Auf die Art und Weise erblickt man bald die Kaiserhalle mit einem mächtigen übermannsgroßen Stalagmiten, den Nixenteich, in dem sich Tropfwasser (und auch Münzen von Besuchern) ansammeln, oder auch die Kanzelgrotte mit dem charakteristischen Stalaktiten in Kronleuchterform unter der Decke. Durch die Form zahlreicher kleiner Stalaktiten, die an Orgelpfeifen erinnern, besitzt eine Halle auch die passende Bezeichnung Orgelgrotte. An einer Stelle finden tatsächlich noch Grabungssarbeiten statt. Die entsprechende Grube wird über eine Brücke überschritten. Viel zu schnell ist die Dreiviertelstunde vergangen und man steht am zweiten Ausgang der Tropfsteinhöhle und hat in der Luftlinie nur wenige hundert Meter bewältigt.

Normalerweise sind Film- und Fotoaufnahmen unter Tage nicht gestattet. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie beispielsweise bei der Lichtkunst-Aktion »Höhlenlichter«, die bereits zum wiederholten Mal stattgefunden hat. Dabei wird vergleichbar mit dem Winterleuchten im Westfalenpark oder dem Herbstleuchten im Maxipark durch die F&H Kultur & Entertainment mit farbigen Lichtern, Scheinwerfern und Skulpturen eine besondere Atmosphäre geschaffen. Zuletzt fand die Aktion zwei Wochen im April 2012 statt. Dabei tauchte die sonst bereits geheimnisvolle Welt in außergewöhnlich bunte Farben ein. Dankenswerterweise verzichtete man weitgehend auf kitschige Elemente wie bei der Beleuchtung von Schloss Hohenlimburg und bediente sich vor allem an den vorhandenen Formen, um diese sanft oder spektakulär zu verwandeln.

Für die folgenden Bilder wurde kein Blitz und diesmal aus praktischen Gründen auch kein Stativ verwendet. Mit der Taktik »Blende auf, ISO hoch, Belichtung möglichst auf gerade noch freihändig zu bewältigende 1/20 Sekunden« wurden mangelnde Tiefenschärfe und Rauschen in Kauf genommen. Zum Ausprobieren und Nachahmen sind die manuellen Kameraeinstellungen diesmal ergänzt.

Noch einmal der Hinweis: Die folgenden Fotos stammen von einer Lichtkunst-Aktion, da im Normalbetrieb Fotografieren nicht erlaubt ist. Üblicherweise ist die Höhle nur durch weiße Beleuchtung bzw. ganz vereinzelte Farbeffekte beleuchtet!

Dechenhöhle

Aktion Höhlenlichter: Farbige Scheinwerfer strahlen die Höhle an
ISO 800 • f3,5 • 1/20 s

Dechenhöhle Iserlohn

Kaiserhalle mit dem zentralen Stalagmiten
ISO 800 • f3,5 • 1/30 s

Tropfsteinhöhle

Stalagmiten im angeleuchteten Gegenlicht
ISO 800 • f3,5 • 1/20 s

Märchenwald

Wunderwald aus Tropfsteinen. Wer findet den Menschen?
ISO 800 • f3,5 • 1/13 s

Tropfsteinhöhle Dechenhöhle in Letmathe

Farbige Muster an der Wand auch mit einem Overhead-Projektor
ISO 800 • f3,5 • 1/20 s

Lichtkunst in der Höhle

In jedem Winkel entdeckt man neue Motive
ISO 800 • f3,5 • 1/10 s

Dechenhöhle

Im kleinen Nixenteich sammelt sich Tropfwasser
ISO 800 • f3,5 • 1/10 s

Dechenhöhle

Anderer Fotograf fängt die blaue Stunde ein
ISO 400 • f3,5 • 1/25 s

Grotte in der Dechenhöhle in Iserlohn

Kanzelgrotte mit den kronleuchterartigen Stalaktiten
ISO 800 • f3,5 • 1/13 s

Schattenspiel

Orgelgrotte mit hunderten von "Orgelpfeifen"
ISO 800 • f3,5 • 1/80 s

Informationen zum Besuch der Dechenhöhle:

Das Deutsche Höhlenmuseum Iserlohn und die angeschlossene Dechenhöhle haben ganzjährig geöffnet, allerdings je nach Jahreszeit an verschiedenen Tagen – im Sommerhalbjahr öfter als im Winter: Januar-Februar u. Dezember Sa u. So 10.00-16.00 Uhr, März und November tgl. 10.00-16.00 Uhr, April-Oktober tgl. 10.00-17.00 Uhr. In den NRW-Weihnachtsferien tgl. 10.00-16.00 Uhr. Führungen finden generell 10.30, 12.00, 14.00 und 15.30 und April-Oktober zusätzlich 16.30 Uhr statt. Bei Bedarf und nach Vereinbarung lassen sich weitere Führungen einrichten – für Gruppen besteht die Möglichkeit darüber hinaus auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Darin eingeschlossen ist allerdings noch nicht der Höhlenbesuch in einer Führung, der einen Aufpreis kostet (ingesamt €€ – zwischen 5 und 10 Euro pro Person) Die Theorie des Museums ist allerdings m.E. ohne einen Höhlenbesuch wenig sinnvoll. Dieser ist gerade mit Kindern unbedingt zu ergänzen. Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Es ist keine Kartenzahlung möglich.

Fotografieren ist in der Dechenhöhle nicht gestattet, eine Ausnahme bildet, wie gesagt, die Lichtkunstaktion. Natürlicherweise besteht die Höhle aus Windungen und Höhenstufen. Das Begehen ist daher nicht barrierefrei möglich. Feuchte Treppenstufen werden im Halbdunkel bewältigt. Trittsicherheit ist von Vorteil. Das Anfassen von Tropfsteinen in der Höhle ist verboten. Berührung mit (immer etwas) fettigen Händen bedeutet die Hemmung des Wachstums bzw. sogar "Absterben" der Tropfsteine.

Im Museum existieren eine Cafeteria und Toiletten.

Offizielle Internetseite: www.dechenhoehle.de

Anreise zur Dechenhöhle mit dem Auto: Auf der A45 bis zum Kreuz Hagen und dort auf die A46 Richtung Hemer. An der Ausfahrt 46 IS-Oestrich abfahren und der B236 ca. 2 km folgen. Gemäß der Beschilderung links abbiegen in die Schleddestraße und direkt hinter dem Tunnel rechts Richtung Höhle. Hier gibt es ausreichend viele kostenlose Parkplätze.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Dechenhöhle 5 in 58644 Iserlohn-Letmathe

Geographische Koordinaten: 51°21'55.97"N, 7°38'39.82"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld z.B. von GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 405629 m, 5691348 m

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. mit dem RE 16 stündlich Richtung Iserlohn und Siegen. Von Hagen Hbf. zusätzlich stündlich mit der RB 89. Der Zug besteht aus zwei Teilen. In Letmathe teilt sich der Zugteil nach Iserlohn, der für die Anreise genutzt werden muss, von dem nach Siegen. Am nächsten Halt hinter Letmathe, der Dechenhöhle, aussteigen und praktisch aus dem Zug ins Museum fallen. Achtung: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wird mit Hohenlimburg am Bahnhof vor Letmathe verlassen!

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten und der Motorradkarte des Verlages Publicpress ist die Höhle eingezeichnet. In der Rad- und Wanderkarte "Hagen und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat B6, in der Motorradkarte ist sie Teil der Tour 2. In den reinen Radwanderkarten Sauerland oder Ruhrgebiet liegt sie jeweils dicht am Rand.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Hagen und Umgebung     Motorradkarte Bergisches Land - Ruhrgebiet - Niederrhein

Quellen und weitere Informationen:

Die Beschreibung der Höhle und des Museums basiert auf mehreren eigenen Besuchen vor Ort u. a. währen der Lichtkunstaktion, Schautafeln und Erläuterungen sowie informativen Erklärungen während der Führungen.

Für die Vertiefung in das Thema Karst und Tropfsteinhöhlen gibt es eine breit gefächerte Literatur. Beispielsweise bietet folgendes Buch kompakte Informationen zu diesen Themen, gewisses leichtes Verständnis in geographischen Themen, Physik und Chemie vorausgesetzt:

Zepp, Harald: Geomorphologie. Paderborn 2004, S. 236-245. ISBN 13: 978-3825221645

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 04 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr