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Das Mühlenmuseum in Dinslaken

Klappernde Wassermühle am roten Bach, Turmwindmühle und Rotbachsee

Die Kraft des Wassers und des Windes wurde lange Zeit genutzt, bevor die Dampfmaschine oder Elektrizität Maschinen und Anlagen antreiben konnten. An vielen Orten bewegten Wasserräder in kleinen Manufakturen Maschinen wie zum Beispiel Schmiedehämmer. Die Verwendung von Windmühlen zum Mahlen von Mehl ist allgemein bekannt. Auch zum Hochpumpen von Wasser wurde und wird die Windkraft noch heute genutzt – kaum eine amerikanische Ranch ist in Filmen ohne die markanten stählernen Windpumpen zu sehen. Im Ruhrgebiet gab es natürlich auch Mühlen. Die Hauptphase der Industrialisierung ab Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts geschah allerdings unter Nutzung der Dampfmaschine bzw. später des Elektromotors.

Im Dinslakener Vorort Hiesfeld lässt sich die romantische und nützliche Seite der Nutzung von Energie aus dem Wind und dem Wasser betrachten. Denn etwa 300 Jahre nach dem Bau der Wassermühle am Rotbach wurde diese restauriert und wiederhergestellt. Viel mehr noch: An dieser Stelle wurde 1991 das Mühlenmuseum eröffnet.

Auf dem Gelände lässt sich aber nicht nur das alte Mühlrad bewundern. In drei Gebäuden dreht sich alles um das Thema Windmühlen und Wassermühlen. Und es dreht sich wirklich, denn auf mehreren Etagen sind viele Modelle von Mühlen ausgestellt, die liebevoll gestaltet sind und deren Flügel oder Schaufeln sich tatsächlich drehen. Häufig ist die komplexe Mechanik bis zum Mühlstein oder Hammerwerk animiert. Auf dem Rundgang auf knarrenden Holzdielen erblickt man die Klassiker wie die Holländermühle, die Bockwindmühle, aber auch persische Vertikalmühlen oder spanische Bauarten – die Vielfalt an Windmühlen mit vier, fünf oder mehr Flügeln ist einfach beeindruckend. Die Abteilung der Wasserräder ist etwas kleiner. Und etwas versteckt findet man sogar Kaffeemühlen und noch so einige andere Überraschungen, wenn man mit offenen Augen durch die Ausstellung geht und etwas Zeit mitbringt. Man erfährt dabei viel über ober-, mittel- und unterschlächtige Räder. Nur grobschlächtig ist hier nichts gestaltet. Man kann hier ohne große Übertreibung sagen, dass die ganze Einrichtung liebevoll zusammengestellt und dekoriert wurde. Freundliche Menschen stehen überdies für Fragen gerne zur Verfügung.

Es ist eines von diesen Zielen, die eigentlich auf der Erkundung in einer bestimmten Region nur ein Nebenschauplatz sein sollten, weil es irgendwie auf dem Weg lag und man noch recherchiert hat, was sich eventuell im Umkreis noch lohnen könnte, wenn man schon einmal in der Gegend ist. Aus deren Tür man aber überrascht und mit großer Begeisterung später wieder herausgeht und alle weiteren Orte des Tages nachhaltig in den Schatten gestellt sind. Ich hätte es jedenfalls nicht erwartet, so ein beeindruckendes Technikmuseum (und dann noch mit freiem Eintritt) in unserer Region vorzufinden. Und dieses Wissen gebe ich gerne weiter an die Technikliebhaber, Spielkinder und Modellbaufreunde unter den Lesern.

Info!Informationen zu Öffnungszeiten und Anreise zum Mühlenmuseum finden Sie ganz unten.

Mühlenmuseum in Dinslaken

Das Mühlenmuseum in Dinslaken

Mühlenmuseum in Dinslaken

Wassermühle am Rotbach – direkt hinter dem Museumsgebäude

Mühlenmuseum in Dinslaken

Ausstellung über Windmühlen

Mühlenmuseum in Dinslaken

Liebevoll dekoriert und erläutert

Mühlenmuseum in Dinslaken

Fast alle Modelle bewegen sich außen und teilweise innen

Mühlenmuseum in Dinslaken

Verschiedene Bauformen auf der Welt sind Teil der Ausstellung

Mühlenmuseum in Dinslaken

Hier dreht es sich außen, innen klopfen die Hämmer

Mühlenmuseum in Dinslaken

Die drehenden Flügel werfen interessante Schatten

Mühlenmuseum in Dinslaken

Exotische Bauformen wie Vertikalmühlen sind dabei

Mühlenmuseum in Dinslaken

Alles zusammen bildet eine beeindruckende Sammlung

Von der nützlichen Kraft des Wassers ist die Gefahr, die gleichzeitig davon ausgeht, thematisch nicht weit entfernt. Von der Mühle aus sind es tatsächlich nur ein paar hundert Meter Fußweg bis zum Rotbachsee.

Der Rotbach kommt aus Klosterhardt, ändert einige Male seinen Namen und schlängelt sich durch die Kirchheller Heide, ehe er Dinslaken durchquert und am Haus Wohnung (das heißt wirklich so) unweit des Kraftwerks Voerde in den Rhein mündet. Das ist übrigens gar nicht weit weg von der Mündung der Emscher in den Rhein. Kurz vor Erreichen der Wohngebiete der Stadt Dinslaken wurde der See zum Hochwasserschutz angelegt. Ein 600 Meter langer Damm riegelt das kaum wahrnehmbare Tal seit 1976 ab und bietet für den Rotbach einen Durchlass. Kommt es aber zu einem Hochwasser-Ereignis, so wird der Damm an dieser Stelle ebenfalls geschlossen und der See dient als Rückhaltebecken, wie ein großer Wasserspeicher. Der Wasserspiegel im See steigt dabei natürlich an und viele Uferbereiche werden dann überschwemmt. Aber hier kann es sich anstauen, ohne Häuser, Autos oder Menschen zu stören oder zu gefährden. Ist die Flutwelle abgeklungen, kann das Wasser durch eine Drosselung gemächlich abfließen und Dinslaken ist vor größeren Schäden bewahrt worden. Zumindest in der Theorie und Hoffnung, dass nicht mehr Wasser kommt als die pessimistischsten Rechnungen angenommen haben.

Ruhig liegt er heute da, der See. Man sieht ihm kaum an, welche Funktion er eigentlich hat. In friedlichen Zeiten ist der Rotbachsee ein kleines, aber beliebtes Naherholungsgebiet. Der etwa 5,5 Hektar große See ist eingerahmt von einem Wald und liegt im Naturschutzgebiet Scholtenbusch. Zwei kleine, baumbestandene Inseln zeichnen ein idyllisches Bild, das ein wenig an die aus dem Werbespot bekannte Krombacherinsel erinnert. Ein Angelverein nutzt das Gewässer und bei entsprechendem Wetter ist kaum eine Bucht oder ein nummerierter Platz am Wasser zu finden, den kein Angler in Beschlag genommen hat. Rings um den See verläuft ein Weg, den Jogger für mehrere Runden nutzen. Sie überholen die Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden, die wiederum von den Sonnenanbetern beobachtet werden, die die Bänke am Ufer zu einer Rast nutzen. Der Rotbach selbst fließt nicht durch den See, sondern – ähnlich wie die Emscher am PHOENIX-See – direkt daneben her. Bei Hochwasser wird der schmale Damm, auf dem der Rundweg zwischen Bach und Nordufer des Sees verläuft, einfach überspült.

Rotbachsee in Dinslaken

Ufer des Rotbachsees mit Anglern

Rotbachsee in Dinslaken

Der Pegel deutet auf höhere Wasserstände hin

Rotbachsee in Dinslaken

Rotbachsee vom Staudamm aus gesehen – mit den beiden Inseln im Wasser

Rotbachsee in Dinslaken

Insel mit Spiegelung

Rotbachsee in Dinslaken

Hurra: eine freie Zugangstelle zum Wasser gefunden

Rotbachsee in Dinslaken

Rotbach, vom See (rechts) durch den Weg getrennt

Rotbachsee in Dinslaken

Durchlass durch den Staudamm bei Normalwasserstand

Das Rückhaltebecken ist auch durch Bergsenkungen notwendig geworden, da der Rotbach kurz hinter dem Mühlenmuseum in westlicher Richtung auf einer Strecke von mehreren hundert Metern künstlich hochgepumpt werden muss. Am Ende dieses Kanals liegt das Bachbett höher als am Mühlenmuseum. Zur Erhaltung der natürlichen Situation wird das ursprüngliche Bett vom Auslass dieses Kanals teilweise geflutet. Das Wasser fließt somit ein Stück in entgegengesetzter Fließrichtung zu früher zurück Richtung Mühlenmuseum bis zum Pumpwerk. Um dann erneut bergauf Richtung Mündung in den Rhein gehoben zu werden. Entlang dieser Strecke verläuft der Berthold-Schön-Weg, der am Mühlenmuseum anfängt.

Apropos Mühlenmuseum. Zum Museum, das wir oben schon vor dem Rotbachsee besucht haben, gehört noch die alte Turmwindmühle an der Sterkrader Straße, etwa 20 Fußminuten vom Standort an der Wassermühle unterhalb des Rotbachsees entfernt. Sie wurde 1822 errichtet und stellte 100 Jahre später den Betrieb ein. Sie blieb dennoch erhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mühle beschädigt, einige Jahre später aber wiederhergestellt und restauriert. Seit den 1980er Jahren ist sie zugänglich und kann besichtigt werden.

Turmwindmühle in Dinslaken Turmwindmühle in Dinslaken

Fazit und Tipp des Webmasters: Mich hat das Mühlenmuseum Hiesfeld überrascht und begeistert. Technik-Liebhaber, Freunde des Modellbaus und Kinder werden ihre Freude haben. Kombinieren lässt sich der Besuch neben dem Rotbachsee und der Mühle (von außen – gleichzeitige Öffnung gibt es nur am Tag des offenen Denkmals) mit dem Bergpark auf dem Gelände der alten Zeche Lohberg. Nicht weit entfernt ist die Halde Hühnerheide mit guter Fernsicht in die Region.

 

Informationen zum Besuch im Mühlenmuseum, am Rotbachsee

und an der Turmwindmühle in Hiesfeld

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Mühlenmuseum ist jeden So von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet. Die Turmwindmühle lässt sich von Mai bis September an jedem ersten Sa im Monat von 10.00 bis 13.00 Uhr besichtigen. Der Eintritt zu beiden Museums-Standorten ist frei!

Gruppenführungen sind nach Voranmeldungen das ganze Jahr über möglich.

Das Museum ist nicht barrierefrei zu besichtigen. Die Obergeschosse sind nur über Treppen zu erreichen. Im Hauptgebäude ist eine Toilette vorhanden.

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 9 Dinslaken-Süd. Aus allen Richtungen rechts abbiegen auf die B8 Richtung Dinslaken. Nach 2 km an der Ampel rechts abbiegen in die Oberhausener Straße. Nach 1 km an der Ampel rechts abbiegen auf die Hügelstraße. Im folgenden Kreisverkehr geradeaus auf die Kirchstraße. Nach 200 m rechts abbiegen in die Straße Am Freibad. Direkt am Museum befinden sich Parkplätze. Zum Rotbachsee einfach etwas weiter fahren und den großen Parkplatz an der Schießsportanlage nutzen.

Zur Windmühle in die Hügelstraße links abbiegen und nicht rechts (vom Museum also geradeaus weiter). Sofort rechts in die Sterkrader Straße bis zur Mühle. Am Straßenrand kann man das Auto parken. Innerhalb von ca. 20 Minuten ist die Mühle auch zu Fuß vom Museum aus erreichbar. Der Fußweg beträgt 1,5 Kilometer über die Kirchstraße Richtung Hiesfeld und die Sterkrader Straße (ggf. vorher Stadtplan ausdrucken oder Karten-App nutzen).

Zieleingabe ins Navigationssystem: Am Freibad 5 in Dinslaken (Museum), Sterkrader Str. 212 (Windmühle), Am Freibad 16 (Rotbachsee)

Geographische Koordinaten:
51°33'58.98"N, 6°46'33.79"E – Mühlenmuseum Hiesfeld
51°34'05.77"N, 6°46'49.67"E – Staudamm am Rotbachsee
51°33'30.81"N, 6°46'00.71"E – Turmwindmühle
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
345862 m, 5715155 m – Mühlenmuseum Hiesfeld

346174 m, 5715356 m – Staudamm am Rotbachsee
345199 m, 5714305 m – Turmwindmühle

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen der Linien RE 5, 19 und RB 35 bis Dinslaken. Von dort mit dem Bus der Linie 17 Richtung Waldfriedhof bis Hiesfeld Badeanstalt (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Bussardstraße). Zur Windmühle vom Bahnhof mit der Linie 918 Richtung Holten Bahnhof bis Sterkrader Straße (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Riemenschneiderstraße).

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Das Mühlenmuseum und der Rotbachsee werden durch den Rotbach-Weg und die NiederRheinroute direkt erschlossen. In Barmingholten ist außerdem ein Abstecher über das Radverkehrsnetz NRW nach Hiesfeld möglich. Dabei kann auch die nahe Halde Hühnerheide besucht werden.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind Museum, Mühle und Rotbachsee dargestellt. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

   

Quellen und weitere Informationen:

Mühlenmuseum Dinslaken-Hiesfeld: www.muehlenmuseum-dinslaken-hiesfeld.de
Stadt Dinslaken (Mühlenmuseum):

www.dinslaken.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 08 / 2018
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr