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Der Drei-Türme-Weg in Witten

Hohenstein mit dem Berger-Denkmal • Drei Teiche • Kermelbach • Hammerteich • Helenenturm

Eine hügelige Waldlandschaft, Aussichten ins Flusstal und romantische Bachläufe lassen den Wanderer hin und wieder annehmen, dass er sich irgendwo im einsamen Mittelgebirge und nicht mitten im Ruhrpott aufhält. Rund 13 Kilometer führt der Drei-Türme-Weg am Stadtrand von Witten und Herdecke als Rundweg mit knapp 340 Höhenmetern über den Hohenstein, den Wartenberg und den Kermelberg. Seinen Namen erhält er von den drei Türmen, die man auf seiner Wanderung passiert – das Berger-Denkmal auf dem Hohenstein, den Wasserturm auf dem Kermelberg und den Helenenturm. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Premium-Wanderweg Drei Türme Weg in Hagen, der ein sehr ähnliches Motto verfolgt. Besonders schön sind Passagen in den Tälern des Kermelbachs und Borbachs, die auch die ehemaligen Drei Teiche und das Naherholungsgebiet am Hammerteich erreichen.

All diese Orte und Sehenswürdigkeiten werden in diesem Beitrag beschrieben. In der folgenden Karte ist der Wegeverlauf mit Kilometrierung durch das rote Band dargestellt. Die blauen Punkte stellen Alternativwege z.B. zur Vermeidung von Wegoberflächen aus Asphalt dar, die im Text näher beschrieben sind. Enthalten sind Parkplätze oder Parkmöglichkeiten und der Hauptbahnhof von Witten.

Karte Drei-Türme-Weg Witten

Wegebeschaffenheit, Beschilderung und Anreise:
Der Weg ist durchgängig und in beiden Richtungen gut beschildert. Ein weißes, hohles Dreieck (oder ein griechisches Delta) weist auf schwarzen Plaketten oder weiß an Pfosten oder Bäumen gepinselt eigentlich recht gut den Weg. Tatsächlich könnte die Tour ohne GPS oder Karte bewältigt werden. Kommentare auf anderen Internetseiten zur laufend fehlenden Beschilderung kann ich kaum nachvollziehen. Der SGV pflegt die Beschilderung sehr zuverlässig.

Der Weg verläuft zu großen Teilen auf Waldwegen. Allerdings ist ein guter Teil auch auf Asphaltstraßen mit ruhigem oder keinem Straßenverkehr zu bewältigen (z.B. rund um den Wartenberg bis zum Wasserturm). Und weil mir das nicht so gut gefällt, habe ich einzelne Wegabschnitte auf parallel verlaufende Wege im Wald umgelegt. Diese sind in der Karte blau gepunktet markiert. Hierbei sind allerdings tatsächlich GPS-Gerät oder Karte empfohlen, obwohl man im Innern der großen Runde immer irgendwann auf den Drei-Türme-Weg und sein Symbol stoßen dürfte.

Externer Link Externer Link

In der Mitte besteht die Möglichkeit, den Weg abzukürzen. Hin- und Rückweg an dieser schmalen Stelle liegen in Sichtweite nur wenige Meter auseinander. Ergänzt ist die Tour von mir durch einen Abstecher ins Naturschutzgebiet Kermelbach. Alternativrouten und Abstecher sorgen für eine Wanderung von etwa 17 Kilometern und ca. 400 Höhenmetern.

Der Weg ist für Wanderer (vorzugsweise mit den Alternativrouten auf Waldboden) besonders geeignet. Radfahrer benötigen entsprechende geländegängige Fahrräder. Ansonsten ist die Tour auch gut mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

     

 

Anreise zum Drei-Türme-Weg Witten, zum Hammerteich und zum Hohenstein:

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Abfahrt 88 Hagen-West. Dort aus allen Richtungen links abbiegen auf die B226 Weststraße. Nach 1,5 km links abbiegen auf die Volmarsteiner Straße. Hinter der Ruhrbrücke nach 5 km weiter Richtung Witten.

► Zum Hohenstein / Hammerteich nach ca. 5 km hinter der Bahnunterführung rechts der Beschilderung zum Hohenstein folgen und in die Wetterstraße fahren. Die Bahn erneut unterqueren und entweder links am Hammerteich oder weiter bergauf bis zum kostenlosen Parkplatz am Hohenstein.

► Zum Ausgangspunkt (Parkweg) nach ca. 6 km an der Ampel rechts in die Ruhrstraße. Nach 500 m rechts in die Röhrchenstraße. Zweimal rechts abbiegen in den Parkweg und hier am Rand parken, etwa im Bereich der Einmündung Egge.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Hohenstein 32 oder Parkweg, Kreuzung Egge in Witten

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen, Bochum und Hagen mit RE 16 und RB 40, von Dortmund und Hagen mit RE 4 und S5 bis Witten Hbf. Vom Bahnhofsgebäude rechts bis zum Kreisverkehr, dann rechts unter der Bahn hindurch in die Gasstraße und dahinter direkt links. Links abbiegen auf die Ruhrstraße und rechts in den Stadtpark. Diesen durchqueren bis zum Parkweg. Hier dem Piktogramm folgen.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike und als Wanderer: Über den Hohenstein verläuft der Fernwanderweg WestfalenWanderWeg von Hattingen nach Altenbeken. Er führt sogar für eine kurze Strecke als XW auf unserer Tour. Nicht weit entfernt, aber im Ruhrtal fahren Radfahrer auf dem RuhrtalRadweg von Winterberg nach Duisburg. Über die Ruhrbrücke ist ein Abstecher möglich, wenn einer eine große Bergetappen-Runde in seine Tour einbauen möchte.

Los geht´s!

In Begleitung mit Nina beginne ich die Wanderung am Parkweg neben dem POI: Ort von Interesse am Wegesrand Stadtpark. Mit ihrem Namen lädt die Straße geradezu zum Parken des Fahrzeugs ein. Wir finden das „Delta“, das weiße Dreieck des 3-Türme-Weges an der Einmündung der Straße Egge und folgen ihm zunächst in den Stadtpark. Hier blühen die Rhododendren gerade, eine Aussicht aufs Ruhrtal ist jedoch zugewachsen. Doch ich verspreche Nina, dass sie ihren Ausblick auf die Ruhr bekommen wird. Richtig ansprechend ist der am Hang liegende Park nicht, weshalb wir direkt weiterlaufen. Vor uns scheint eine Wandergruppe den gleichen Plan zu haben wie wir. Wir überholen zügig.

Unterhalb des Hohensteins befindet sich zunächst der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hammerteich. Es handelt sich dabei um einen kleinen Stausee des Borbachs kurz vor dessen Mündung in die Ruhr. Schattige Wanderwege durch den Wald verlaufen direkt am Ufer entlang. An der Ostseite besteht die Möglichkeit, Modellboote ins Wasser zu lassen und über den See zu steuern. Für Kinder gibt es auch hier einen Spielplatz.

Hammerteich in Witten

Staudamm des Borbachs zum Hammerteich

Hammerteich in Witten

Idyllische Insel mit Baum am Nordende des Teiches

Hammerteich in Witten

Kleine Promenade direkt am Ufer

Hammerteich in Witten

 

Wir umrunden den kleinen See über den Staudamm im Süden und biegen links ab. Vorbei an den Modellbootfahrern geht es bald rechts bergauf. Wir erklimmen den Hohenstein. Der Hohenstein selbst ist eine der höchsten Erhebungen des bis hierhin reichenden Ardeygebirges, 146 Meter hoch und bildet eine natürliche Begrenzung für die Siedlungsfläche der Stadt Witten. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ehemals abgerodeten und für die Landwirtschaft genutzten Flächen auf diesem Berg von der Stadt aufgekauft und zu einem Volkspark mit Vorbild Englischer Landschaftsgärten umgebaut. Dabei erfolgte eine Wiederaufforstung. So präsentiert sich das Gebiet heute wieder als Waldfläche mit zahlreichen Fußgängerwegen. Im Zentrum befindet sich das 1914 errichtete Parkhaus Hohenstein, eine Ausflugsgaststätte mit interessanter Architektur und Mansardendach. Heute ist es neben Restaurant und Terrassen-Café auch ein Hotel. Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein Kinderspielplatz u.a. mit Wasserspielplatz und Klettergerüst. An den Tischtennisplatten können sich auch die älteren verausgaben. Im Winter ist das Gebiet bekannt für seine Rodelstrecke.

Glücksorte

Das in diesem Beitrag beschriebene Ziel (Hohenstein)ist ein "grüner Glücksort" im gleichnamigen Buch von Thomas Dörmann. Unter dem Leitsatz "Geh raus & blüh auf" bietet es 80 Ziele aus den grünen Parks, Halden und Landschaften im Ruhrgebiet:
Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*

Direkt an der Kante des Berges zu einem sehr schönen Abschnitt des Ruhrtals steht das POI: Ort von Interesse am Wegesrand Berger-Denkmal, ein 20 m hoher Aussichtsturm zu Ehren des Industriellen und Reichstagspolitikers Louis Berger (1829 - 1891). Er hatte zeitweise u.a. die Leitung der von seinem Vater gegründeten Gussstahlwerke – heute Deutsche Edelstahlwerke – inne und entwickelte für den Erfolg des Betriebs und damit auch den Standort Witten wesentliche Produktionsverfahren. Erbaut wurde es nach seinem Tode im Jahre 1902 in wilhelminischer Architektur und besteht aus Ruhrsandstein. Im Innern führt eine Wendeltreppe zu einer überdachten Aussichtsplattform – der Eintritt ist frei und unbedingt empfehlenswert, wenn die Tür offensteht. Unterhalb des Denkmals ist ein halbkreisförmiger Platz mit bester Aussicht auf das Ruhrtal in Richtung Wetter angelegt. Vom Turm und von der Fläche lassen sich auch das Ruhrviadukt von Bommern und das Wasserkraftwerk Hohenstein beobachten. Unterhalb fahren die Züge des Nah- und Fernverkehrs auf der Bahnstrecke von Hagen nach Bochum und Dortmund. Dies war der erste Turm, allerdings auch mehr oder weniger der einzige, der regelmäßig zugänglich ist.

Berger-Denkmal Witten

Das 20 m hohe Berger-Denkmal auf dem Hohenstein

Blick vom Berger-Denkmal auf das Ruhrtal

Blick auf das Ruhrtal Richtung Wetter und den Zug nach Hagen

Ruhrtal bei Witten

Wasserkraftwerk Hohenstein und Ruhrviadukt Bommern

Bergerdenkmal

Berger-Denkmal von der Seite des Naherholungsgebietes

Blick vom Berger-Denkmal auf das Ruhrtal bei Witten

Panoramabild von der Aussichtsplattform unterhalb des Denkmals auf das herbstliche Mittlere Ruhrtal bei Witten

Hohenstein Herbstbäume

Grillhütte, Volleyballnetz und Tischtennisplatten am Hohenstein

Haarmannstempel

Achteckiger Haarmannstempel im Wald

Wildschwein

Wildschweingehege am Hohenstein

Wildgehege Hohenstein in Witten

 

Wildgehege Hohenstein in Witten Wildgehege Hohenstein in Witten

Auf dem Weg vom Berger-Denkmal zum Wildgehege, immer dem „Delta“ folgend, passiert man den achteckigen Haarmannstempel von etwa 1915 mit Schweifdach. Hier biegt der Drei-Türme-Weg rechts ab, was jedoch schade ist, da er das POI: Ort von Interesse am Wegesrand Wildgehege teilweise ignoriert. Wir machen also den ersten alternativen Abstecher vom Weg. Bald schon hört man das Grunzen der Wildschweine. Doch zunächst entdeckt man in einem gesonderten Gehege Damwild, ehe das Wildschweingehege erreicht wird. Hier ist ein Rastplatz eingerichtet und Futterautomaten bieten die Möglichkeit, die Tiere zu verwöhnen. Keiler, Bache und Frischling kämpfen hier gleichermaßen um das Nahrungsangebot und lassen sich dabei prima beobachten.

Der Streichelzoo hat während der Winterzeit von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr und während der Sommerzeit von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Fütterung kann spezielles Futter gekauft werden. Das Wildgehege ist ständig frei zugänglich.

Zwischen den beiden Gehegen wandern wir weiter und passieren den Dönhoff-Brunnen am Wegesrand. Geradeaus, einmal rechts – und schon finden wir wieder das „Delta“, das Piktogramm des 3-Türme-Weges Witten am Baum. Wir erreichen die Straße Kohlensiepen und halten uns hinter dem Parkplatz links. Auf dem Feld vor uns kreist ein mächtiger Greifvogel. Die Tour folgt nun eigentlich dem Wartenbergweg rund um den gleichnamigen Berg. Wir nutzen die nächste Alternative, gehen ein paar Meter auf dem Kohlensiepen weiter und biegen erst hinter dem Wohnhaus rechts in den Waldweg. In südlicher Richtung überqueren wir den Wartenberg im Wald und stoßen irgendwann wieder auf den Wartenbergweg.

Vorbei an einzelnen versprengten Häusern und Reiterhöfen erreichen wir die Stadtgrenze von Witten und Herdecke, wo eine Ortstafel steht. Ein kleiner Pfad führt hinunter ins Tal des Kermelbachs. Das Naturschutzgebiet werden wir später als Abstecher von der anderen Seite noch einmal näher anschauen. Erst einmal geht es nach der Bachüberquerung wieder bergauf und leider auf Asphaltstrecke weiter durch die Siedlung. Unser nächstes Etappenziel ist der Wasserturm. Da dieser sinnvollerweise an einem hochgelegenen Punkt steht, müssen wir nun ein bisschen bergauf steigen und die Radler unter den Lesern feste in die Pedale treten. Einmal biegen wir links ab und folgen auf der Parallelstraße der Stadtgrenze zwischen Witten auf der linken und Herdecke auf der rechten Seite. Im Gebüsch der Gärten und am Waldrand raschelt es. Mit etwas Geduld schaut man in die ängstlichen Augen von mehreren Wühlmäusen, die uns ihrerseits vorsichtig beobachten.

Wildgehege Hohenstein in Witten

Straße Kohlensiepen: Hier links abbiegen

Drei-Türme-Weg in Witten

Nach dem Wartenberg verläuft der Weg durch Wiesen und Weiden

Drei-Türme-Weg in Witten

Oberlauf des Kermelbachs

Drei-Türme-Weg in Witten

Der Drei-Türme-Weg verläuft hier direkt am Bach entlang

Bald sehen wir den zweiten Turm der Tour, den POI: Ort von Interesse am Wegesrand Wasserturm Kermelberg. Der Wasserbehälter ruht auf vier hohen Betonstützen. Das Bauwerk stammt aus Ende der 1950er Jahre und ist – ehrlich gesagt – nicht besonders schön. Dafür ist es weithin sichtbar. Wir haben den höchsten Punkt der Tour erreicht. In Gruppen kann man den Turm nach vorheriger Absprache mit den Stadtwerken in Teilen besichtigen, aus hygienischen Gründen jedoch nicht den Wasserbehälter an sich.

Vor dem Turm geht es links bergab und wieder in den Wald. Auf dem Weg fällt uns ein einsames großes Insekt auf. Die vor Ort angenommene Vermutung, es handele sich um eine Hornisse, hat sich durch Bildvergleiche später bewahrheitet. Nach einem kleinen Schlenker an der Schutzhütte nach links und wieder rechts erreichen wir das Tal des Borbachs. Dieser fließt links in eine sumpfige Landschaft, die in ehemaligen Staubecken des Bachs liegt. Als POI: Ort von Interesse am Wegesrand "Drei Teiche" wurde der Bach in den 1960er Jahren aufgestaut. Die Dämme wurden jedoch vor kurzem teilweise abgerissen, sodass nur noch kleine Tümpel als Amphibien-Laichgewässer übriggeblieben sind. Ein Pfad schlängelt sich zwischen diesen hindurch. Der ehemalige Untere Teich ist ebenfalls trockengelegt. Statt eines Damms führt heute eine neue Brücke über den Bach. Der Bach hat seitdem seinen historischen originalen Verlauf. Wassertieren ist die Wanderung bis ins Quellgebiet wieder möglich. Eine Infotafel klärt über die Umbaumaßnahme auf.

Wasserturm Kermelberg: Drei-Türme-Weg in Witten

Wasserturm Kermelberg

Drei-Türme-Weg in Witten

Schutzhütte am Drei-Türme-Weg

Drei-Türme-Weg in Witten

Das "Delta" am Baum: Wanderzeichen des Drei-Türme-Weges

Hornisse

Eine Hornisse aus der Nähe betrachtet

Die Drei Teiche in Witten

Amphibien-Gewässer als einziger erhaltener der ehemaligen "Drei Teiche"

Die Drei Teiche in Witten

 

Die Drei Teiche in Witten

Ehemaliger Unterer Teich, heute schlammige Fläche

Wir kommen nach Witten-Annen und halten uns links. Nach einer Wiese erreichen wir wieder den Borbach. Erst jetzt, außerhalb des Waldes, fällt uns auf, dass die Sonne plötzlich verschwunden ist. Der Himmel hat sich verändert. Ein Donnergrollen ist zu vernehmen. Bisher waren wir davon ausgegangen, dass es sich um Flugzeuge im Anflug auf den Düsseldorfer Flughafen handelt. Nun war das nahende Gewitter aber nicht mehr zu leugnen. Noch war es jedoch weit genug entfernt. Nina verfehlt mit ihren wuchtigen Wanderschuhen knapp ein auf den ersten Blick regenwurmartiges Tier, das sich jedoch bei seiner entsetzten Flucht als wunderschöne Blindschleiche darstellt, die vielleicht die letzten Sonnenstrahlen und die abstrahlende Wärme auf dem Weg nutzen wollte.

Abstecher ins NSG Kermelbach

Unser Sonder-Abstecher führt trotz des vermutlich umschlagenden Wetters links als Schleife vorbei an der ehemaligen Zeche Borbachtal ins Naturschutzgebiet Kermelbach. Die Zeche war eine Kleinzeche aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die aus älteren Stollenzechen u.a. mit dem Namen Zeche Bergmann hervorging. Einige Jahre später endete die wiederaufgenommene Förderung aber auch schon wieder. Der Kermelbach fließt unmittelbar hinter den Gebäuden der ehemaligen Zeche in den Borbach. Gegen den Uhrzeigersinn laufen wir von hier aus gesehen rechts vom Bach bergauf, queren an der nächsten Brücke und laufen auf der anderen Seite wieder zurück zur Zeche. Der Bach mäandriert unter uns und ist im Grunde nicht zugänglich. Ab und zu lässt sich ein Blick auf einen Mäanderbogen werfen. Wir freuen uns an der Ruhe, der Natürlichkeit und lassen das Bachtal in Frieden. Von hier aus geht´s dem „Delta“ nach weiter.

Nach dem Wald geht der Blick prüfend in den Himmel, wo uns das Gewitter tatsächlich nachgefolgt ist. Ein anderer Wanderer vor uns schätzt offenbar auch die Wahrscheinlichkeit ab, heute noch nass zu werden.

Bald erreichen wir die Straße Kohlensiepen, wo wir einige Stunden zuvor in Blickweite von hier ebenfalls schon die Straße überquert haben. Der Borbach bleibt unser Begleiter, nähert sich dann und wann unserem Weg an. Mit kleinen Bögen mäandriert auch er durch die Wiesen und kreuzt auch irgendwann unseren Weg. Das Wegepiktogramm zwingt uns eigentlich, nach rechts abzubiegen. Hier fängt aber wieder einmal diese Asphaltstraße an. Wir biegen also widerspenstig entgegengesetzt links ab und folgen dem Waldweg entlang des Borbachs und erreichen wieder den Hammerteich, diesmal an seiner Nordostecke. Hier fallen die ersten dicken Tropfen auf die Wasserfläche. Im Schatten der Baumkronen haben wir bisher nichts davon bemerkt.

Drei-Türme-Weg in Witten

Im Naturschutzgebiet Kermelbach

Drei-Türme-Weg in Witten

Borbach mäandert unter Galeriewald

Drei-Türme-Weg in Witten

Der munter durch die Wiesen mäandrierende Borbach kurz vor dem Hammerteich

Eigentlich würden wir jetzt blind den Weg zurück zum Ausgangspunkt finden, aber wer mitgezählt hat, weiß, dass wir von den versprochenen drei Türmen erst zwei gesehen haben. Also gehen wir ein Stück weit die Straße In der Borbeck hinauf bis zur Kreuzung Parkweg. Hier scharf rechts und bergauf. In diesem Moment wird der leichte Regen zu einem festen Schauer. Nina zieht ihre Regenjacke über, ich packe den Schirm aus. Auf den letzten Metern werden wir nun doch noch nass. Ganz oben scharf links und wieder der Beschilderung des Drei-Türme-Weges folgend. Vorbei am Hochbehälter der Wasserversorgung bieten sich rechts einige Aussichten auf die Innenstadt von Witten. Wir sind jedoch mitten im Schauer und sehen zu, dass wir zügig zum Ziel kommen. Und dass die Optik der Kamera nicht nass wird. Der gelbe Turm am Rathaus ist gut zu sehen. Hinter dem Hochbehälter halten wir uns links und sehen rechts schon den schönen Helenenturm.

Der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Helenenturm stammt aus dem Jahr 1858. Der zweiteilige Rundturm besteht aus einem breiteren Schaft und einem Turmaufsatz. Er hat neugotische Fenster und Zinnen. Damit erinnert er an einen Bergfried einer mittelalterlichen Burg. Wie angekündigt lässt sich der Turm nur im Rahmen von Führungen oder besonderen Veranstaltungen (z.B. Denkmaltag) besuchen. Von oben soll sich eine sehr schöne Aussicht auf Witten und das Ruhrtal bieten.

Helenenturm in Witten

Der Helenenturm: Dritter Turm der Themenwanderung

Helenenturm in Witten

Neogotischer Rundturm mit Zinnen

Nach dem Turm folgen wir dem Weg geradeaus. Ein letztes Stück führt auf Waldboden bis zur Straße. Durch den starken Regen duftet es herrlich. Entweder können wir nun der Straße nach oder dem kleinen Weg geradeaus – beide enden, wenn man der Parkempfehlung gefolgt ist, am Auto. Die nicht motorisierten können durch den Stadtpark zum Hauptbahnhof oder zum RuhrtalRadweg zurückkehren. Es ist kein großes Wunder, dass in der Auswertung der Tour die Geschwindigkeit zum Ende hin angezogen hat.

Geographische Koordinaten:
51°25'32.99"N, 7°21'06.00"E – Berger-Denkmal
51°25'38.86"N, 7°21'13.70"E – Haarmannstempel
51°25'44.49"N, 7°21'19.14"E – Wildgehege
51°25'41.77"N, 7°21'07.81"E – Parkplatz Hohenstein
51°25'47.32"N, 7°20'48.74"E – Staudamm Hammerteich
51°25'43.17"N, 7°20'47.94"E – Parkplatz Hammerteich
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
385406 m, 5698469 m – Berger-Denkmal
385555 m, 5698647 m – Haarmannstempel
385664 m, 5698819 m – Wildgehege
385443 m, 5698739 m – Parkplatz Hohenstein
385079 m, 5698919 m – Staudamm Hammerteich
385060 m, 5698791 m – Parkplatz Hammerteich
Externer Link Externer Link

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Quellen und weitere Informationen:

Helenenturm (Stadt Witten): www.witten.de
Hohenstein (Stadt Witten): www.witten.de
Berger-Denkmal (Route der Industriekultur):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 02 / 2020
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr