Navigation Hier klicken, um zur Hauptseite zu gelangen! Halden im Ruhrgebiet Linktipps Kunst, Landmarken und Aussichtspunkte im Ruhrgebiet Natur und Landschaft im Ruhrgebiet Zechen und Industrie Alte Gemäuer - Burgen und Schlösser Radfahren und Wandern Museen und Ausstellungen im Ruhrgebiet Impressum und Kontakt

Die drei Stauseen rund um Breckerfeld

Wasser für das Ruhrgebiet: Glörtalsperre • Heilenbecke-Talsperre • Ennepe-Talsperre

Die Hansestadt Breckerfeld ist die südlichste Stadt im Ruhrgebiet. Mit ihrer Lage im Hügelland zwischen Bergischem Land und Sauerland bildet sie die regenreichste Region im Ruhrgebiet. Gleich drei Stauseen dienen indirekt der Trinkwasserversorgung der Millionen Einwohner der Metropolregion, denn aus den Speicherseen gelangt das Wasser über Nebenflüsse in die Ruhr, aus der wiederum Trinkwasser für die Städte zwischen Hagen und Duisburg gewonnen wird.

Diese drei Seen sind Thema dieses Beitrags. Die Heilenbecketalsperre aus dem späten 19. Jahrhundert ist die älteste, die Glör- und Ennepetalsperre folgten wenige Jahre später. Alle Flüsse oder Bäche der Stauseen fließen in die Volme, die wiederum bei Hagen in die Ruhr mündet. In regenarmen Zeiten sorgen sie dafür, dass der Wasserspiegel in der Ruhr erhöht wird. Darüber hinaus bewahrt ihr Speicher vor Hochwassern und erzeugt in zwei Wasserkraftwerken als Nebeneffekt umweltfreundlichen Strom.

Die folgende Karte zeigt eine Übersicht über die drei in diesem Artikel vorgestellten Talsperren und Stauseen mit einer blauen Fläche. Die lilafarbenen Linien markieren die Kreisgrenzen, die zugleich die Grenze des Ruhrgebiets darstellt.

Übersichtskarte Glörtalsperre, Ennepetalsperre und Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

kachelmannwetter.com

Vor allem die Glörtalsperre ist heute außerdem ein wichtiges Ausflugsziel und ermöglicht Umrundungen als Wanderer oder auf dem Fahrrad und das Baden im See. Die Heilenbecketalsperre ist beliebt bei Joggern, weitere Freizeitaktivitäten als auf eigenen Füßen sind jedoch nicht möglich. Die Ennepetalsperre ist bis auf die Staumauer selbst größtenteils unzugänglich. Nur ein Spaziergang über die Mauerkrone kann durchgeführt werden. Ausführlicher werden die möglichen Aktivitäten in den eigenen Abschnitten beschrieben.

Alle drei Talsperren sind Staumauern, die vom selben Architekten entworfen wurden. Sie stammen alle von Prof. Otto Intze (1843-1904), großer Architekt seiner Zeit, der sich auf Staudämme und -mauern, Wassertürme und andere Wasserbauwerke spezialisiert hat, bei denen mit hohem Wasserdruck zu rechnen ist. Weitere von ihm errichtete Talsperren in der Nähe sind die Hasper Talsperre bei Hagen oder die große Möhnetalsperre in der Nähe von Soest.

Info Auf diesen Internetseiten wird als "Talsperre" das eigentliche Bauwerk bezeichnet, das den Fluss künstlich aufstaut. Das Wasser dahinter wird hier als Stausee bezeichnet. Vielerorts und insbesondere im Sprachgebrauch in anderen Teilen Deutschlands wird "Talsperre" auch mit dem Stausee gleichgesetzt.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region mit den hier beschriebenen Seen und Talsperren abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

Info Informationen zur Anreise zu den jeweiligen Stauseen und Staumauern finden Sie in den jeweiligen Abschnitten.

   

 

Die Glörtalsperre

Spaziergang durch ein leeres Staubecken auf der Grenze des Ruhrgebietes

Die Glörtalsperre staut das kleine Gewässer Glör und einige andere Nebenbäche zu einem kleinen, etwa 20 ha großen Stausee an. Neben der Sicherstellung der Wasserversorgung des Ruhrgebiets wird Strom mit einer Leistung von 73 kW erzeugt. Daneben ist die Talsperre besonders ruhig und idyllisch gelegen und von bewaldeten Hügeln eingerahmt. Es bieten sich zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten an, sogar Baden ist im See erlaubt.

Das Luftbild zeigt den See von oben. Rechts oben befindet sich die Staumauer, die Talsperre, darüber die zentralen Parkplätze für Wanderer und Radfahrer, Besucher des Naturbades und der Gastronomie. Dort ist auch der Bikertreff. Am unteren Ende laufen die drei Zuflüsse Glör, Hellersiepen und Logrötker Bach in den See. Die lilafarbene Linie markiert die Grenze des Ruhrgebietes in Form der Kreisgrenze zwischen dem Ennepe-Ruhr-Kreis mit Breckerfeld und dem Märkischen Kreis mit Halver und Schalksmühle. Die Grenze folgt den historischen Verläufen der Bäche vor dem Bau des Stausees. Teilweise entspricht dies den Verläufen, die später noch in den Fotos zu sehen sind.

Karte Glörtalsperre mit Rundweg

Die Staumauer wurde ebenso wie die weiter unten beschriebene Ennepetalsperre 1904 eröffnet. Sie staut seitdem die Glör und kleinere Nebenbäche an und dient vor allem der Trinkwasserversorgung auch im durchaus entfernt liegenden eigentlichen Ballungsraum zwischen Ruhr und Lippe. Die Glör fließt ein Stück tiefer bei Dahlerbrück in die Volme, die letztlich bei Hagen in die Ruhr mündet. Die Staumauer ist ca. 160 Meter lang und knapp 30 Meter über der Talsohle hoch. Besonders markant sind ihre beiden seeseitigen Türme, die als Aussichtsplattform begehbar sind und aus dem Wasser ragen.

Am Nordufer befindet sich ein Strand, der das Naturbad bildet. Der relativ kleine See lässt sich auf einem 3,5 Kilometer langen Rundweg (in der Karte mit einem blauen Pfad markiert) vollständig umrunden. Auch die Staumauer lässt sich von Fußgängern und Radfahrern überqueren. Die Steigungen sind moderat und gut zu bewältigen. Mit strammen Schritten sollte die Umrundung in etwa 45-55 Minuten geschafft sein. Wer jedoch in Ruhe gehen möchte und vielleicht auch mal die ein oder andere Bank am Wegesrand nutzen möchte, sollte jedoch ein Parkticket für 2 Stunden kaufen. So endet der Besuch nicht mit einer unliebsamen Überraschung unter dem Scheibenwischer.

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Die Glörtalsperre – allerdings auf beiden Seiten ohne Wasser: Leerer Stausee im Sommer 2018

Die Berichterstattung im Fernsehen und Internet hat es gezeigt: Im Sommer 2018 war Ebbe im Staubecken. Das lag jedoch nicht an den trockenen Sommern 2018 bis 2020. Bereits im November davor wurde die Glörtalsperre geöffnet, sodass das Wasser langsam talabwärts abgelassen wurde. Versunkene Landschaften wurden so sichtbar und der Talboden war zunächst eine schlammige Geröllwüste von dem, was sich so in den letzten Jahren an von den Bächen mitgetragenen Schwebstoffen so im ruhigen Wasser vor der Staumauer abgesetzt hat. Im Sommer ist aus der Schlammwüste eine grüne, blühende Landschaft geworden. Die Bäche haben ihren Weg wieder durch den Schlamm gegraben und zum Grundablass vor der Mauer gefunden. Das Betreten des Staubeckens haben Schilder an allen möglichen Zugängen verboten und in der Vergangenheit gab es die ein oder andere Rettungsaktion für Personen, die im Schlamm eingesunken sind, den sie für tragfähig gehalten haben. Der Weg über den Felsen, noch relativ nah an der normalen Wasserlinie, war jedoch sicher. Die Bojen am Naturbad lagen auf dem steilen Grund auf. Felsen, normalerweise metertief unter Wasser, bildeten markante Anhebungen. In einem abflusslosen Krater dazwischen fand sich doch noch ein Rest-See. Die Bilder zeigen einen Rundgang um und teilweise (auf sicheren Wegen) durch das Staubecken. Beachten Sie bitte, dass es sich um ein zeitweiliges Ereignis handelt(e) und wenige Wochen nach dem Besuch der Anstau wieder beginnen sollte.

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Markante Türme auf der "Seeseite" der Staumauer

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Das Becken lockt Besucher und Fotografen an

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Aussichtspunkt auf einem der Türme der Mauer

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Staumauer vom Naturbad gesehen

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Wo die Menschen laufen, steht normalerweise meterhoch das Wasser

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Eine Boje am Naturbad liegt auf dem Trockenen

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Letzter Rest Glörsee in einem abflusslosen Felsen-Kessel

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Pfad durchs Staubecken

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Durch die Bäume ist die Mauer allgegenwärtig zu sehen

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Restsee inmitten der Felsen, hinten ist die Staumauer zu sehen

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Seitental hinter den Felsen: Glör als ein Zufluss

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Die Grenze des Ruhrgebiets: Rechts Revier, links Sauerland

Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018) Glörtalsperre in Breckerfeld (leeres Staubecken 2018)

Tipp! So weit die Talsperre von jeglicher Siedlung entfernt liegt, so bietet sich eine Anreise mit dem Nahverkehr und kleiner Wanderung zum See an. Ausgangspunkt bildet der Bahnhof Dahlerbrück an der Volmetal-Bahn (RB 52).

Anreise mit dem Auto: Auf der A45 bis zur Ausfahrt 12 Hagen Süd und dort auf den Volmeabstieg Richtung Delstern. Am Ende rechts auf die B54 Richtung Lüdenscheid. Nach ca. 13 km in Dahlerbrück rechts auf die Glörstraße abbiegen (am Bahnhof, Beschilderung zur Glörtalsperre folgen). Nach 1,7 km links abbiegen auf die ebenfalls genannte Glörstraße. Dieser bis zum Ende auf den Parkplatz folgen (Achtung: Motorrad-, Fußgänger- und Fahrradverkehr).

Zieleingabe ins Navigationssystem: Glörstraße (ohne Hausnummer) oder Glörtalsperre 1 in Breckerfeld

Geographische Koordinaten: 51°14'36.48"N, 7°30'1.80"E – Ausgangspunkt an der Talsperre und am Bikertreff
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 395334 m, 5677965 m

Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund Hbf, Hagen Hbf. oder Lüdenscheid mit der RB 52 bis Dahlerbrück. Von Köln mit der RB 25 bis Brügge und dort in die RB 52 umsteigen. Von dort auf Wanderwegen bis zum See (ca. 2,5 km). Die Talsperre selbst wird nicht durch Busse erreicht.

 

Kulturdenkmal Heilenbecketalsperre

Der mit gerade einmal ca. 8 ha Fläche kleinste der drei Stauseen ist zugleich der älteste. Schilder am Parkplatz und an einigen Wanderweg-Abzweigen sprechen sogar von der zweitältesten Talsperre in Deutschland. Eine stolze Behauptung, die ich allerdings bezweifle, da es in Deutschland sicherlich noch einige deutlich ältere Talsperren gibt, kleine Vorläufer, die bis ins Mittelalter reichen und vielleicht heute gar nicht mehr existieren. Trotzdem kann man von der bautechnischen Leistung am Ende des 19. Jahrhunderts, also ohne unsere heutigen Arbeitsgeräte und Computerprogramme für Berechnungen des Wasserdrucks und der Standsicherheit beeindruckt sein.

Karte Heilenbecketalsperre mit Rundweg

Die Staumauer der Heilenbecketalsperre oder auch Heilenbecker Talsperre ist maximal ca. 16 Meter über dem Tal hoch und gehört damit zu den niedrigeren Staumauern in der Umgebung. Die Mauerkrone ist etwa 150 Meter lang, was die Mauer auch zur kürzesten der drei macht. Im Jahr 1896 wurde sie fertiggestellt. Die Hauptzuflüsse sind die Bäche Heilenbecke und der Freebach. Beide durchfließen zunächst ein kleines Vorstaubecken mit kleinen Dämmen. Die kleinen Täler dieser Bäche bilden die markante Form des Sees mit seiner Verzweigung im Süden. Einige Kilometer nördlich von der Staumauer fließt die Heilenbecke in der Nähe des Bahnhofs von Ennepetal in die Ennepe, die wiederum bei Hagen in die Volme und darüber in die Ruhr fließt. Aus der Ruhr wird in den Wassergewinnungsanlagen im Ruhrtal Trinkwasser gewonnen. Damit ist die Talsperre ein kleiner Beitrag zur Erhöhung des Wasserspiegels der Ruhr in trockenen Zeiten und damit zur Sicherung der Wasserversorgung der Bevölkerung und der Betriebe im Ruhrgebiet. Die Talsperre ist Kulturdenkmal und steht damit unter Denkmalschutz.

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Auf der Heilenbecke-Talsperre mit Blick auf den kleinen Stausee

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Östliches Ende der Staumauer mit Aussichtspunkt

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Die kleine Staumauer riegelt das Tal an dieser Stelle ab. Hinter ihr stauen sich Heilenbecke und Freebach zum See

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Zum Zeitpunkt des Besuchs herrschte ein niedriger Wasserstand

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Durch den Pegel ist auch die Staumauer von der Seeseite sichtbar

Ein recht idyllischer Rundweg verläuft um den kleinen Stausee. Der Rundweg ist knapp 2,5 Kilometer lang und beliebt zum Joggen. Fahrradfahren ist hier nicht erlaubt. Da auch Ufer und See nicht betreten werden sollen, sind die Sportmöglichkeiten auf Wandern, Spazieren und Joggen sowie Spazieren und Wandern beschränkt. Joggen ist natürlich auch möglich. Im Gegensatz zur Ennepetalsperre ist der See aber nicht eingezäunt. Es gibt Anschlüsse zu Forst- und Feldwegen nach Ebinghausen, Herminghausen und zur Klütinger Alm. Mitten durch den See verläuft die Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Ennepetal. Wie die anderen vorgestellten Seen auch teilt sich Breckerfeld also den See mit einer Nachbarstadt.

In den Fotos ist ein niedriger Wasserstand in Folge des trockenen Sommers 2020 zu sehen. Bei Vollstau reicht der Wasserstand an der Mauer bis kurz unter die verbreiterte Mauerkrone, also nur Zentimeter unterhalb des Fußweges. Außerdem sind die Arme des Sees deutlicher herausgebildet.

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Blick von der Brüstung auf die "Luftseite" der Mauer

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Hier teilt sich der kleine See in zwei Arme auf

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Fußweg auf der Mauerkrone mit Betonbrüstung auf der einen und Geländer auf der anderen Seite

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Teilweise trockengefallener Seitenarm

Heilenbecketalsperre in Breckerfeld

Ein Weg verläuft rings um den ganzen Stausee

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 90 Gevelsberg. Aus Richtung Unna links, aus Richtung Wuppertal rechts abbiegen auf die Eichholzstraße. Sofort wieder rechts in die Wittener Straße und dem Verlauf immer wieder Richtung Stadtmitte von Gevelsberg folgen. Hinter der Stadtmitte am Ende rechts abbiegen auf die Kölner Straße, neben der die Eisenbahn verläuft. Nach 2,4 km halb-links auf die Heilenbecker Straße abbiegen. Nach 5 km links abbiegen auf die Severinghauser Straße (Beschilderung zur Heilenbecke-Talsperre folgen). Kurz darauf in der Kurve rechts abbiegen zum Parkplatz. Dieser ist gebührenpflichtig. Die Bezahlung erfolgt am kleinen Haus an der Zufahrt.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Hohlweg, Nähe Kreuzung Severinghauser Straße in Ennepetal

Anreise mit Bus und Bahn: Von Düsseldorf, Köln, Wuppertal, Hagen, Unna oder Hamm mit dem RE 7 oder RE 13 bis Ennepetal (Gevelsberg). Von dort zu Fuß bergab auf der Bahnhofstraße bis zur Ampel an der Kölner Straße, rechts bis zur Neustraße und an der Haltestelle EKZ Heilenbecke in den Bus der Linie 560 Richtung Schlagbaum bis Heilenbecker Talsperre (ca. 15 Minuten; ein Halt davor zum Bereitmachen: Kalte Kirche). Achtung: Der Bus fährt nur Mo bis Sa und nicht stündlich. Bitte beachten Sie die Internetseite von VRR oder Deutscher Bahn.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Radweg EN12 führt einige hundert Meter nördlich an der Talsperre am Hohlweg vorbei. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass das Radfahren um die Talsperre nicht erlaubt ist.

Geographische Koordinaten: 51°15'23.51"N, 7°22'17.44"E – Zugang Staumauer am Parkplatz
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 386364 m, 5679612 m – Zugang Staumauer am Parkplatz

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

 

Die Ennepetalsperre

Mit über 100 ha Fläche ist der Stausee der Ennepetalsperre mit Abstand der größte der drei hier vorgestellten Seen. Mit fast 50 Metern Höhe ist die Staumauer zugleich die höchste in Breckerfeld. Die Staumauer ist etwa zeitgleich mit der im Glörtal (siehe Abschnitt Glörtalsperre) in der Nähe rund 10 Jahre nach der Heilenbecke-Talsperre entstanden. Ihre Fertigstellung war 1904. Allerdings erhielt die Staumauer nach kurzer Zeit eine Erhöhung um ca. 10 Meter, die 1912 abgeschlossen wurde. Architekt der Mauer war ebenfalls Prof. Intze, der in einem Denkmal am westlichen Ende der Staumauer geehrt wird. Am Anfang diente die Talsperre vor allem dazu, kleinere Manufakturen und Betriebe zuverlässig ohne jahreszeitliche Schwankung mit Wasser zu versorgen und um Maschinen oder ähnliches mit Wasserkraft anzutreiben.

Die Ennepetalsperre war eine der sechs im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1943 aus der Luft bombardierten Talsperren, deren Sprengung die Infrastruktur, Rüstungsproduktion und den Bergbau schwächen sollte. Im Gegensatz zur Möhnetalsperre wurde diese jedoch nicht beschädigt. Neben der Trinkwassergewinnung und dem beschriebenen Zweck der Erhöhung des Wasserflusses in der Ruhr wird an der Ennepetalsperre erst seit einigen Jahren Strom mit 400 kW Leistung erzeugt.

Aufgestaut wird hinter der Mauer ein See, der sich aus zahlreichen kleineren Zuflüssen speist, die jeweils zunächst ein Vorstaubecken durchfließen. Der größte Zufluss ist die Ennepe. Zwei Täler geben dem Stausee seine verzweigte Form. Charakteristisch ist die Halbinsel, die von Süden weit in Richtung Staumauer ragt und je nach Wasserstand schmale Inseln oder einen langgestreckten Felsen-Kamm bildet.

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Ennepe-Talsperre: Größte und höchste Staumauer in Breckerfeld

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Vom Fuß bis zur Mauerkrone misst sie ca. 50 Meter

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Stausee hinter der Talsperre mit Halbinsel mitten im See, der sich in zwei Hauptarme aufteilt

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Aussichtsplattform auf einem der zwei Türmchen

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Die "Luftseite" der Mauer mit dem Abfluss der Ennepe

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Denkmal und Infotafeln am westlichen Ende der Mauer

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Der Stausee hat einen niedrigen Wasserstand

Ennepetalsperre in Breckerfeld

Panoramaansicht auf die Staumauer der Ennepetalsperre mit dem Stausee dahinter (Titelbild dieser Seite)

Die etwa 317 Meter lange Mauerkrone der Talsperre kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad überquert werden. Offenbar konnte die Mauer bis vor einigen Jahren sogar noch von Autos befahren werden und war eine Verbindung zwischen den beiden Talseiten. Typisch für die Mauer sind die seeseitigen Türmchen, die über eine kleine Brücke erreicht werden und kleine Aussichtsplattformen besitzen. Mit dem Gang über die Mauer sind jedoch die Möglichkeiten der Sport- und Freizeitaktivitäten nahezu erschöpft. Der See ist vollkommen unzugänglich und sogar eingezäunt. Von der am Westufer verlaufenden Straße sind im Sommer, wenn die Bäume Laub tragen, kaum Ausblicke auf den See möglich. Eine Umrundung wie an der Glör- oder Heilenbecketalsperre auf Uferwegen oder -promenaden ist nicht möglich. Das ganze Gebiet lässt sich tatsächlich nur sehr großräumig umwandern. Zwar verläuft der Hauptwanderweg „Talsperrenweg“ X3 des SGV (Sauerländischer Gebirgsverein) am Stausee vorbei. Eine Wanderung könnte aber mit der in der Nähe befindlichen Heilenbecketalsperre (mit Parkmöglichkeit) kombiniert werden.

Im Prinzip liegt die Ennepetalsperre als einziger der Stauseen vollständig im Gebiet der Stadt Breckerfeld, ein Teil des größten Vorstaubeckens der Ennepe befindet sich jedoch in der Stadt Halver im Märkischen Kreis.

Anreise mit dem Auto: Zwar gelangt man mit dem Auto bis zur Talsperre, allerdings sind hier so gut wie keine legalen Parkmöglichkeiten vorhanden. Auf der A1 bis zur Ausfahrt 89 Volmarstein. Aus Richtung Hagen und Unna links, aus Richtung Wuppertal rechts abbiegen auf die Grundschötteler Straße. Dem Verlauf ca. 2 km folgen und am Ende hinter der Bahnbrücke links abbiegen auf die Enneper Straße, die in die Kölner Straße übergeht. Nach ca. 600 m rechts in die Haenelstraße. Nach 600 m rechts in die Kleinbahnstraße, dann links und sofort rechts auf die Voerder Straße. Nach 1,6 km links in die Straße Im Kettelbach. Weiter auf der Kettelbachstraße bis Waldbauer. Nach 6 km rechts auf die Hauptstraße Richtung Breckerfeld. Nach 7 km hinter Breckerfeld rechts abfahren und links abbiegen auf die Dahlerbrücker Straße. Nach 4 km ist die Staumauer erreicht. Hier bestehen allerdings keine Parkmöglichkeiten.

Anreise mit Bus und Bahn: Zunächst mit Bussen aus verschiedenen Richtungen nach Breckerfeld. Vom Busbahnhof mit dem Bus der Linie 570 Richtung Burg bis Ennepetalsperre (ein Halt davor zum Bereitmachen: Holthausen). Achtung: Der Bus fährt nur an bestimmten Tagen in der Woche, nicht am Wochenende und nicht stündlich. Bitte beachten Sie die Internetseite von VRR oder Deutscher Bahn.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike und als Wanderer: Verschiedene EN-Radwege verlaufen an der Talsperre entlang, z. B. der EN7 oder 12. Auch von der ENnepe-Runde ist ein Abstecher zur Mauer möglich. Der Talsperrenweg X3 des SGV verläuft, von der Hasper Talsperre kommend, direkt an der Ennepetalsperre entlang.

Geographische Koordinaten: 51°14'30.48"N, 7°24'25.98"E – Zugang Staumauer am Denkmal
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 388820 m, 5677919 m – Zugang Staumauer am Denkmal

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Industriekultur im Ruhrgebiet Auf der Auswahlseite finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden alte Zechen und Industrieanlagen, Landschaft & Natur, Museen oder technische Besonderheiten ebenso wie Halden im Ruhrgebiet und Landmarken. Bitte auf das Schild klicken.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2021
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr