Navigation Hier klicken, um zur Hauptseite zu gelangen! Halden im Ruhrgebiet Linktipps Kunst, Landmarken und Aussichtspunkte im Ruhrgebiet Natur und Landschaft im Ruhrgebiet Zechen und Industrie Alte Gemäuer - Burgen und Schlösser Radfahren und Wandern Museen und Ausstellungen im Ruhrgebiet Impressum und Kontakt

Der Geologische Garten in Bochum

Eine der weniger bekannten Sehenswürdigkeiten Bochums liegt versteckt zwischen einer Schule, einem Sportplatz und der Kleingartensiedlung Friederika in einer tiefen Senke. In historischen topographischen Karten ist an dieser Stelle im Vorort Altenbochum die Signatur für einen Steinbruch mit der Beschriftung Ziegelei zu finden. Diese wurde zuletzt von der Zeche Friederika betrieben, die an der heutigen Universitätsstraße ihre ehemalige Schachtanlage I bzw. etwas weiter südlich die Schachtanlage II mit den späteren Bezeichnungen Dannenbaum III und IV hatte. Betrieben wurde die letzte Ziegelei bis 1959. Schon drei Jahre später stellte man das Gelände unter Naturschutz und wies es 1974 als Naturdenkmal aus. Bereits 1971 erfolgte die Umgestaltung der Anlage zum ersten Geologischen Garten in der Bundesrepublik Deutschland, der schließlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Doch was macht den etwa 1,6 ha großen, alten Steinbruch einer Ziegelei inmitten der Stadt zu einem Naturdenkmal – oder gar zu einer Sehenswürdigkeit?

Der ehemalige Steinbruch ermöglicht einen eindrucksvollen Einblick in die Charakteristik der oberen Schichten der Gesteine im Erdboden unter dem Ruhrgebiet und bietet an seinen Rändern sogenannte Aufschlüsse, also freigelegte und unbewachsene Profile des Gesteins im Boden, zu gleich drei verschiedenen Gesteinsfolgen aus unterschiedlichen Erdzeitaltern. Der ein oder andere Leser mag Erdzeitalter vielleicht aus der Schule, Kreuzworträtseln oder privater Beschäftigung mit dem Thema kennen. Zumeist wird man damit eine schier unerlernbare Abfolge lateinischer Begriffe assoziieren, die unbegreiflich lange vergangene Zeiträume gemäß der klimatischen und Lebensbedingungen auf der Erde einteilen. Sie sind in sogenannte Ärathemen eingeteilt, die letzten drei sind das Paläozoikum ("Erdaltertum", vor 545 bis 248 Mio. Jahren), das Mesozoikum ("Erdmittelalter", vor 248 bis 65 Mio. Jahren) und das Känozoikum ("Neuzeit", vor 65 Mio. Jahren bis heute) und gehören alle zum jüngsten sogenannten Äon Phanerozoikum. Im Geologischen Garten sind Gesteinsschichten sichtbar, die aus jeweils einer dieser Ärathemen stammen. Zuzuordnen sind die ältesten dem Karbon (358 bis 296 Mio. Jahre vor heute, also Paläozoikum), in dem sich im Bereich des heutigen Deutschlands ein flaches Meer befunden hat. Zu dieser Zeit sind die Steinkohleflöze durch Torfablagerungen im Wasser entstanden. Die zweite Epoche ist die Kreidezeit (142 bis 65 Mio. Jahre vor heute, also Mesozoikum). Die dritte Epoche ist das Quartär (1,8 Mio. Jahre bis heute, also Känozoikum). Bestimmt wurde dies durch den Wechsel zwischen Warm- und Eiszeiten und dem Vorrücken und Zurückweichen von Inlandeis, bei dem Lockergesteine, sogenannte Findlinge, also einzelne Steine, die von einem Ursprungsort transportiert und zurückgelassen wurden.

Man braucht allerdings kein geowissenschaftliches Vorwissen, um sich mit den bunten Gesteinsschichten des Geologischen Gartens befassen zu können. Es sind 17 Stationen, die rings um die ehemalige Wand des Steinbruchs entlang der Aufschlüsse verlaufen und durch Schilder mit Texten und Zeichnungen lehrreich erklärt werden. Eine Berührung mit dem Gestein wird zumeist durch einen niedrigen Zaun unterbunden. »Nur gucken, nicht anfassen« ist hier die Devise. Inmitten der Aufschlüsse befindet sich eine weite Wiese mit einem Mammut- und Gingkobäumen. Der Garten ist sehr kleinräumig und wirkt erfreulich übersichtlich. Es sind nur 500 Meter, die für eine Umrundung zu laufen sind. Gerade Fotografen können sich an den teils ton-, sand-, humus- und kohlehaltigen Gesteine durch ihre Farbigkeit erfreuen, wobei die beste Belichtung des Hauptabschnitts am frühen Nachmittag erreicht wird. Für alle anderen ist es ein schöner, gepflegter Garten inmitten eines Steinbruchs, ein Ruhepol inmitten der hektischen Stadt mit Einkaufszone und Studentenbetrieb. Hier kann man sich auf der knallroten Bank niederlassen.

Die Fotos aus dem Frühjahr und Sommer zeigen, dass sich der Geologische Garten nicht nur im Sommer als willkommene Abschattung zeigt. Sein pädagogischer Wert wird auch und vor allem im unbelaubten Winterhalbjahr erfüllt, wenn die Hänge unbewachsen sind und der Blick über die nackten Gesteine schweifen kann:

Geologischer Garten in Bochum

Der Geologische Garten Bochum – Ehemalige Ziegelei Frederika

Findlinge

Findlinge auf der weiten Wiesenfläche mitten im Steinbruch

Geologischer Garten

Gesteinsschichten aus der Kreidezeit am Südwestrand

Geologischer Garten

Karbonzeitliches Gestein in schräger Lage; hinten Mammutbaum

Toneisenstein

Toneisenstein-Knollen (drei Stück)

Geologischer Garten mit Informationstafel

Eine Tafel erklärt Gesteinsart, Herkunft und Lagesituation

Felsfarbenspiel

Farbenspiele der Natur

Toneisensteinknolle

Toneisenstein-Knolle

Geologischer Garten Bochum

Sitzgelegenheiten und Nordteil des Gartens

Geologischer Garten in Altenbochum

Nur schauen, nicht anfassen: Zaun vor der Felswand

Geologischer Garten

 

Rote Bank

 

Geologischer Garten Bochum Geogarten Bochum

Fazit und Tipp des Webmasters: Der Geologische Garten bietet anschaulich einen Einblick in die Tiefe des Erdbodens und geht auch auf Kohleflöze ein. Allerdings gehört ein gewisses Interesse zum Besuch. Ansonsten ist es ein ruhiger, gepflegter Garten im ruhigen Steinbruch. Nahegelegene Ziele sind der Bochumer Tierpark neben dem Bismarckturm, das Deutsche Bergbau-Museum und das Planetarium. Wer einen weiteren Park mit industriellem Hintergrund sucht, wird im Westpark Bochum fündig werden.

 

Informationen zum Besuch im Geologischen Garten Bochum:

Der Garten ist recht klein und bietet keine sanitären oder gastronomischen Einrichtungen. Er ist Tag und Nacht frei zugänglich, der Eintritt ist frei. Fotografieren ist kein Problem und hier durch einige Fachbesucher nicht ungewöhnlich. Das Abschlagen und / oder Mitnehmen von Fels-, Kohle oder Toneisenstücken ist dringend zu unterlassen.

Anreise mit dem Auto: Auf der A40 bis zur Ausfahrt 37 Bochum-Harpen, Gerthe, Altenbochum. Aus Richtung Dortmund rechts abbiegen auf den Sheffieldring Richtung Ruhr-Universität, Altenbochum und Harpen. Achtung: Hier nicht die rechte erste Abbiegespur wählen, da diese Richtung Zentrum führt!

Aus Richtung Essen rechts abbiegen Richtung Castrop-Rauxel, Gerthe und Querenburg. An der nächsten Kreuzung links Richtung Hattingen, Querenburg und Altenbochum auf den Sheffieldring.

Dem Ring um Bochum folgen bis zur Abfahrt BO-Querenburg, Wiemelhausen, Ruhr-Universität. Dort den Ring verlassen. Rechts abbiegen auf die Universitätsstraße Richtung Stadtmitte und der Beschilderung »Geologischer Garten« folgen. An der nächsten Kreuzung rechts in die Wasserstraße abbiegen und sofort wieder links in die Querenburger Straße. Weiterhin der Beschilderung folgen und einen ausgeschilderten Parkplatz am Sportplatz wahrnehmen. Zu Fuß um den Sportplatz oder über den Schulhof zum Geologischen Garten.

Alternativ auf der Wasserstraße erst die nächste links abbiegen (Velsstraße) und die dritte links (Am Hülsenbusch). Um die Rechtskurve fahren, dann am Rand parken und zu Fuß der Beschilderung zum Garten von der Rückseite folgen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Querenburger Straße oder Am Dornbusch in Bochum

Anreise mit Bus und Bahn: Mit Regionalexpress RE 1, 6, 11, Regionalbahn RB 40, RB 46, S-Bahn S1/S7 oder dem Fernverkehr bis Bochum Hauptbahnhof. Von dort mit der U35 Richtung Hustadt / Ruhr-Universität bis Oskar-Hoffmann-Straße, Waldring oder Wasserstraße (alle Stationen sind nahezu gleich weit vom Ziel entfernt). Von der Haltestelle Oskar-Hoffmann-Straße in Südrichtung, vom Waldring in Nordrichtung zur Querenburger Straße laufen, hier nach Osten einbiegen und sofort wieder rechts. Hinter dem ehemaligen Bahnübergang (Beschilderung) links über den oder vorbei am Sportplatz oder dahinter links über den Schulhof zum Eingang. Von der Haltestelle Wasserstraße auf die östliche Straßenseite, dort in die Wasserstraße abbiegen und die erste links (Beschilderung). Nach ca. 500 Metern rechts über den Schulhof zum Garten.

Geographische Koordinaten:
51°28'05.94"N, 7°14'02.00"E – Südzugang
51°28'11.75"N, 7°13'58.12"E – Nordzugang
51°28'08.79"N, 7°13'47.92"E – Parkplatz
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
377328 m, 5703384 m – Südzugang

377258 m, 5703566 m – Nordzugang
377059 m, 5703479 m – Parkplatz

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Unmittelbar am Geologischen Garten verläuft der Radweg auf der alten Springorumbahn vorbei.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Park dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Essen und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt er im Planquadrat D7. Mit Klick auf die Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet.

Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

 Rad- und Wanderkarte Essen und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Industriekultur im Ruhrgebiet Auf der Auswahlseite finden Sie weitere Artikel dieser Art zu anderen ausgesuchten und sehenswerten Zielen im Ruhrgebiet. Betrachtet werden alte Zechen und Industrieanlagen, Landschaft & Natur, Museen oder technische Besonderheiten ebenso wie Halden im Ruhrgebiet und Landmarken. Bitte auf das Schild klicken.

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr