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Wasser für das Ruhrgebiet: Der Hennesee in Meschede

Das Wasser kommt aus dem Hahn. Das ist heute eine Selbstverständlichkeit. Aber es ist ein ganz schöner Aufwand, eine Metropolregion mit knapp 5 Millionen Einwohnern, der größte Siedlungsraum in Deutschland, zuverlässig mit Wasser zu versorgen. Hinzu kam insbesondere am Anfang des 20. Jahrhunderts mit Beginn und fortschreitender Industrialisierung ein hoher Wasserverbrauch durch Industrie und verarbeitendes Gewerbe im Ruhrgebiet.

Wir gehen ein weiteres Mal auf die Spur des Trinkwassers im Revier, verlassen das Ruhrgebiet und betrachten einen Stausee im Hochsauerland – den Hennesee bei Meschede, der Kreisstadt im Hochsauerlandkreis. Die Karte zeigt zum Einstieg ein Luftbild vom See und den zentralen Bereich der Hennetalsperre, also dem Staudamm, der den Hennesee aufstaut. Eingezeichnet ist ein Rundweg um den See, der sehr gut von Radfahrern genutzt werden kann. Eingetragen sind außerdem Anlegestellen des Fahrgastschiffes und einige Parkplätze, die sich auf das Westufer an der B55 beschränken.

Übersichtskarte Hennesee

Trinkwasser wird im Ruhrgebiet überwiegend aus der Ruhr und der Lippe sowie einigen Nebenflüssen gewonnen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts sorgte das Bevölkerungswachstum im Ruhrgebiet und die zunehmende Industrialisierung für einen hohen Bedarf nach Wasser. Für die vielen neuen Haushalte zum Waschen, Baden und Duschen, für Industrie meist zum Kühlen oder auch zum Verarbeiten. Am Oberlauf der Ruhr entstanden einige Stauseen, die in der Gesamtheit ein System zur Trinkwasserversorgung bilden. Sie steuern durch den gezielten Abfluss den Pegel der mittleren und unteren Ruhr im Ruhrgebiet und dienen dabei noch dem Hochwasserschutz. Die bekanntesten Stauseen sind Möhnesee, Biggesee und Sorpesee. Möhne, Bigge und Sorpe sind Flüsse oder Bäche, die letztlich in die Ruhr münden. Die Verantwortung dafür hat der Ruhrverband mit Sitz in Essen.

Im Jahr 1905 wurde im Tal der Henne südlich von Meschede im Hochsauerlandkreis ebenfalls eine Staumauer erbaut, die Teil dieses Systems wurde. In den 1940er Jahren wurde diese Staumauer jedoch außer Betrieb genommen und der See abgelassen. 1955 wurde statt der Mauer ein Damm fertiggestellt, der auch heute noch existiert. Er liegt einige hundert Meter oberhalb der alten Staumauer, die heute nicht mehr erhalten ist. Der Wasserspiegel ist außerdem heute höher als im ursprünglichen ersten Stausee, sofern der Wasserzufluss ausreicht. Die folgende Karte zeigt die Lage der alten Staumauer und den See mit geringerem Wasservolumen als heute. Mit einem Klick oder Fingertipp auf die Abbildung wird die Karte aus den 1930er Jahren gegen ein aktuelles Luftbild ausgetauscht. Hier ist die Lage des heutigen Damms im Vergleich zu sehen. Dazu fällt die größere Wasserfläche auf.

 Historische Ansichten vom Hennesee

In den trockenen Jahren 2018 und 2019 wurde der Hennesee bekannt für seinen besonders niedrigen Wasserspiegel. Direkt am Damm befindet sich ein Kraftwerk, das den Höhenunterschied des Wassers ausnutzt, um daraus Strom zu gewinnen.

Neben den Aufgaben der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Meschede und indirekt im Ruhrgebiet, dem Hochwasserschutz weiter unterhalb an der Ruhr und der regenerativen Stromerzeugung hat der See einen hohen Freizeitwert – auf, am und im Wasser. Im Gegensatz zu einigen anderen Seen gibt es am Hennesee Badebereiche (Berghauser Bucht und Mielinghauser Bucht) und Zonen, in denen sogar getaucht werden darf (siehe Internetseite zum See). Regelmäßig sind kleine Boote und Stehpaddler zu sehen. An Wochenenden ist im Sommerhalbjahr der DLRG vor Ort. Von Ostern bis Oktober fährt das Schiff „MS Hennesee“ zwischen dem Hotelkomplex in der Nähe des Damms bis Mielinghausen und Xavers Ranch hin und her (eine Rundfahrt ca. eine Stunde; Zeiten und Preise siehe Internetseite zur Schifffahrt).

Hennesee im Sauerland

Anlegestelle des Fahrgastschiffes in der Nähe des Staudamms

Hennesee im Sauerland

Blick vom Staudamm auf den Hennesee

Hennesee im Sauerland

Niedriger Wasserstand und damit lange Uferböschungen

Hennesee im Sauerland

Staudamm auf der Wasserseite

Hennesee im Sauerland

Angebot an verschiedenen Zielen und Wanderwegen

Eine einfache Fahrt mit dem Schiff lässt sich sehr gut mit einer Wanderung kombinieren. Grundsätzlich kann man den See auch (am besten mit dem Fahrrad) umrunden. Eine Umrundung ist etwa 15 Kilometer lang. Während diese am Ostufer auf einem ausgebauten Rad- und Wanderweg verläuft, wird am Westufer teilweise die Bundesstraße B55 genutzt. Die umliegenden Berge bieten jedoch reichlich Möglichkeiten, den See auf Wanderwegen zu verlassen, zum Beispiel auf dem Sinne-Pfad.

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Hervorzuheben ist die „Himmelstreppe“, die aufmerksame Leser dieser Seiten auch von der Halde Norddeutschland oder der Halde Rheinelbe kennen (dort allerdings in anderer Form). Vom Fuße des Damms führt eine Treppe etwa 60 Meter hoch bis zur Krone. Dort befindet sich auch ein kleiner Aussichtsbalkon auf der Luftseite des Damms, von dem man aus Richtung Meschede schauen kann. Es ist recht selten, dass die Böschung eines Staudamms auf diese Weise begehbar ist.

Hennesee im Sauerland

Himmelstreppe an der Luftseite des Staudamms

Hennesee im Sauerland

Aussicht auf den See in der Nähe von Xavers Ranch

Hennesee im Sauerland

Rastbänke auf dem Hennedamm mit Blick aufs Wasser. Frühmorgens ist es noch ganz still und das Wasser spiegelglatt

Hennesee im Sauerland Hennesee im Sauerland

 

Informationen zum Besuch am Hennesee:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Hennesee ist ständig und frei zugänglich. Abfahrtszeiten und Fahrtage des Fahrgastschiffs sind der Internetseite zu entnehmen (Link dazu siehe unten).

Anreise mit dem Auto: Auf der A46 im Sauerland (Verlängerung der A445 vom Kreuz Werl mit der A44) bis zur Ausfahrt 70 Meschede. Dort aus Richtung Ruhrgebiet rechts, aus Richtung Winterberg links abbiegen auf die Warsteiner Straße (B55). Dem Verlauf bis zum Ende folgen und hinter der Ruhrbrücke links abbiegen. Nach 600m an der Ampel rechts in die Steinstraße. Nach etwa 1 km befindet sich rechts ein erster Parkplatz unterhalb des Staudamms. Nach weiteren 1,2 km (hinter den Kurven) gibt es links einen weiteren Parkplatz (neben einem anderen, der nur für Hotelgäste zur Verfügung steht). Auf dem weiteren Weg folgen weitere Parkmöglichkeiten bis zur Berghauser Bucht.

Zieleingabe ins Navigationssystem: B55 / Kreuzung Am Hennesee oder Kreuzung Am Hentenberg

Geographische Koordinaten:
51°20'05.15"N, 8°16'27.13"E – Staudamm und Himmelstreppe
51°20'15.88"N, 8°16'03.04"E – Anlegestelle Staudamm
51°19'07.61"N, 8°16'18.77"E – Anlegestelle Xavers Ranch
51°18'18.53"N, 8°15'43.06"E – Anlegestelle Mielinghausen
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
449439 m, 5687304 m – Staudamm und Himmelstreppe

448974 m, 5687638 m – Anlegestelle Staudamm
449259 m, 5685527 m – Anlegestelle Xavers Ranch
448554 m, 5684016 m – Anlegestelle Mielinghausen

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Anreise mit Bus und Bahn: Von Hagen, Dortmund oder Fröndenberg mit RE 17 oder RE 57 bis Meschede. Von dort mit dem Bus S70 Richtung Eslohe bis Stadtpark (unter Damm), Hennesee oder Berghausen.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Vom RuhrtalRadweg in der Stadtmitte am Knotenpunkt 22 Richtung Knotenpunkt 23 und von dort weiter zum Hennesee (ca. 2 km bis zum Damm; Richtung Knotenpunkt 27).

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet.

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Quellen und weitere Informationen:

Internetseite zum Hennesee: www.hennesee-sauerland.de
Personenschifffahrt auf dem Hennesee: www.hennesee.de
Online-Daten der Füllstände der Seen:

www.talsperrenleitzentrale-ruhr.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2020
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr