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Spur der Kohle: Der Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Bergbau-Wanderweg im Felderbachtal mit Lichtlöchern, Pingen, Halden und anderen Spuren des frühen Bergbaus

Das idyllische Hügelland um Sprockhövel am Übergang zwischen dem Ruhrgebiet, dem Sauerland und dem Bergischen Land ist ein wunderschönes Wandergebiet. Es bietet Ruhe, Aussichten und viel Gelegenheit zum Entspannen und den eigenen Akku aufzuladen. Der regelmäßige Leser dieser Webseiten wird sich jedoch denken, dass es nicht nur deshalb ein Thema in einer eigenen Dokumentation ist. Hinzu kommt nämlich die Tatsache, dass Kohle an dieser Stelle aufgrund der Geologie oberflächennah lag und mit geringer Mühe schon im Mittelalter abgebaut werden konnte. Die ältesten Bergwerke des Ruhrgebiets befanden sich in diesem Gebiet. Noch heute sind einige Spuren von Zechen mit Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert hier zu finden. Somit befindet sich in dieser Region der Ursprung des Ruhrbergbaus und der Entwicklung zu dem, was diese Metropolregion heute ist. Unter dem Motto „Spur der Kohle“ erschließen mehrere gut ausgebaute und beschriebene Wanderwege diese bergbaugeschichtlich bedeutenden Orte und führen dorthin, wo Bergarbeiter schon vor mehreren hundert Jahren teils unter nach heutigen Maßstäben primitiven Zuständen und schwersten Bedingungen Kohle eimerweise förderten.

Einer der schönsten Themenwege seiner Art ist der etwa 8,4 Kilometer lange Herzkämper-Mulde-Weg. Von seinem Ausgangspunkt in Herzkamp, gelegen im Sprockhöveler Stadtteil Gennebreck vor den Toren der Stadt Wuppertal in der namensgebenden Herzkämper Mulde, führt der Rundweg auf langer Strecke durch das Felderbachtal. Unterschiedliche Stationen thematisieren am Originalstandort oder an authentischen Rekonstruktionen alte Schächte, Halden, Erbstollen und Lichtlöcher – Zeugen früher ausgefeilter Techniken ohne Strom für Belüftung oder Pumpen zur Entwässerung. Dazu gehört auch die wohl südlichste Bergehalde mit dem wahrscheinlich höchsten Gipfel im Ruhrgebiet, die zugleich nur wenige Meter über der Umgebung hoch ist.

Die anschließende Übersichtskarte zeigt den Wegeverlauf mit einem Magentaband. Im östlichen Bereich ist eine Abkürzung möglich (blaues Band). Einige ausgesuchte Stationen sind in der Karte gekennzeichnet.

Karte Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Anreise:
Größtenteils verläuft der Weg auf sehr ruhigen asphaltierten Nebenstraßen oder gut begehbaren Feldwegen. Wegmarkierung Herzkämper-Mulde-WegIm Pingenwald und am Golfplatz geht es auf schmalen und unbefestigten Waldwegen voran. Mit dem Fahrrad sind diese Abschnitte ungeeignet, können aber notfalls umfahren werden. Prinzipiell ist der Weg mit einem schönen Piktogramm in Form eines gezeichneten Stollenmunds gekennzeichnet (siehe Abbildung rechts). Es ist sehr häufig angebracht und während der Wanderung eine gute Orientierungshilfe, kann aber trotzdem an einigen wenigen Stellen (insbesondere an einem kurzen Stichweg zu einem Ziel abseits des eigentlichen Weges und im Pingenwald) zu Verwirrungen führen. Eine Karte oder ein GPS-Track für Navigationsgeräte (z.B. bei Berg-Mark-Wege unter den Linktipps – siehe unten) ist daher immer empfohlen. Im Beschreibungstext wird jedoch auf die Orte hingewiesen.

Es ist möglich, den Weg um etwa 1,5 Kilometer abzukürzen. Allerdings werden dann mit dem Pingenwald und der Ortschaft Schee zwei wirklich sehenswerte Stationen ausgelassen.

Anreise zum Ausgangspunkt des Bergbauwanderwegs:

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 oder A43 bis zum Kreuz Wuppertal-Nord und dort auf die A46 Richtung Düsseldorf bis zur Ausfahrt 37 Wuppertal-Oberbarmen. Links abbiegen auf die Straße Mollenkotten. Nach 2,5 Kilometern rechts abbiegen auf die Barmer Straße. Nach 1,3 weiteren Kilometern ist der Ausgangspunkt an der Kirche erreicht. Hier befindet sich ein sehr kleiner Parkplatz. Ein Wanderparkplatz liegt hinter der Kreuzung rechts nach etwa 500 Metern auf der linken Seite (Straße Egen). Alternativ in den Egen abbiegen, sofort rechts und dem Verlauf 1,2 Kilometer folgen. Im Bereich der Kreuzung Kreßsieper Weg am Rand parken (Markierung "Bruch" oben in der Karte).

Zieleingabe ins Navigationssystem: Barmer Straße, Kreuzung Elberfelder Straße (Kirche), Egen oder Bruch (Parkplätze) in Sprockhövel

Anreise mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Hattingen Mitte S (S-Bahn S3 von Essen Hbf.) oder vom Bahnhof Wuppertal Barmen mit dem Bus der Linie 332 bis Herzkamp Kirche, Sprockhövel. Eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Alte Post aus Richtung Hattingen bzw. Mettberg aus Richtung Wuppertal.

Los geht´s – Auf dem Bergbauwanderweg in der Herzkämper Mulde:

Unmittelbar vor der Evangelischen Kirche am Ortsrand von Herzkamp steht eine Informationstafel mit Übersichtskarte. Dies ist die letzte Gelegenheit, sich den Wegeverlauf grob einzuprägen. Das gilt denen, die keine Karte oder keinen Ausdruck dieser Tourenbeschreibung mitnehmen. Wir erblicken das Symbol des Weges, das stilisierte Stollenmundloch, und folgen ihm links um die Kirche herum auf die Elberfelder Straße. Ihr folgen wir nach rechts ein Stück weit auf dem Bürgersteig. Aber keine Sorge, die Ortschaft werden wir bald verlassen. An der Einmündung der Straße Zum Sportplatz steht eine Lore, die an den Bergbau in dieser Region erinnert. Hier lässt sich auch etwas über alte Häuser in Herzkamp erfahren. Wir können anschließend die Straßenseite wechseln und die kleine Treppe links aufwärts gehen. Wir gelangen auf die Straße Egen und passieren den in der Anreisebeschreibung erwähnten Wanderparkplatz.

Gegenüber von Hausnummer 14 biegen wir links ab. Hinter dem letzten Haus geht es auf einem schmalen, aber befestigten Weg etwa einen Kilometer talabwärts durch einen Wald. Am folgenden Hof gabelt sich der Weg und wir müssen halb links auf den Feldweg (rechts ist Sackgasse) und folgen der Stromleitung über unseren Köpfen. Der Weg führt lustig bergauf und bergab und bietet schöne Ausblicke über das Felderbachtal und die nördlich anschließende Elfringhauser Schweiz. Wir stehen ganz unten schließlich vor dem Bauernhof Fahrentrappe. Das Gehöft kann man zwischen Stall und Schuppen überqueren. Etwas komplizierter wird es an der folgenden Wegkreuzung hinter dem Hof.

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Ausgangspunkt des Weges: Die Kirche in Herzkamp

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Informationstafel zum Weg am Kirchenfenster

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Abstieg von Herzkamp ins Felderbachtal

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Schöner Weg zwischen Wiesen und Weiden

Die Wandertour führt im Prinzip rechts weiter. Allerdings kann man von hier aus einen wenige hundert Meter kurzen Stichweg zu einer Station des Bergbauwanderwegs machen (ein Blick auf die Karte oben macht es deutlich). Zunächst links und in den folgenden Feldweg rechts abbiegend erblickt man bereits die Informationstafel. Sie steht direkt vor einer Umzäunung mitten im Feld. Dabei handelt es sich um ein rekonstruiertes Lichtloch über dem Herzkämper Erbstollen. Ein Erbstollen sorgt für die Abführung des im Bergwerk ansammelnden Wassers und leitet dies in einen niedriger gelegenen Bach. Ein Lichtloch hat nicht mit Beleuchtung des Stollens zu tun, wie der Name es vermuten lassen könnte, sondern diente meist in der Bauphase der Bewetterung. Der Begriff Bewetterung bezeichnet die Belüftung des Bergwerks, also die Versorgung von Frischluft (gutes Wetter) und Abzug von giftigen oder explosiven Gasen (schlechtes Wetter). Vereinzelt dienten Lichtlöcher auch später noch zum Einstieg oder zur Förderung. Üblicherweise stößt es seitlich an den eigentlichen Stollen untertage, damit es unabhängig vom Betrieb in der Tiefe später durch Gestein oder anderes Material verschlossen werden konnte. Der Informationstafel zufolge besaß der Erbstollen 13 solcher Lichtlöcher. Charakteristisch ist üblicherweise in der Nähe auch eine Halde mit Bergematerial, das beim Bau dieses Schachtes angefallen ist. Derartige Halden, die auf Lichtlöcher zurückzuführen sind, werden wir später noch sehen. Außer dem runden eisernen Zaun mit dem typischen Symbol für Schlägel und Eisen ist nichts zu erkennen. In wie fern dieser Schacht rekonstruiert wurde, erfährt der Besucher nicht.

Wir gehen zurück zur Straße, links zur beschriebenen Kreuzung und wenden uns dort noch einmal nach links. Von geradeaus (Hof Fahrentrappe) sind wir vorhin gekommen. Wir befinden uns nun im Talgrund des Felderbachs. Hier treffen wir auf einen weiteren Erbstollen, den Kreßsieper Erbstollen. Er verlor seine Funktion durch den Bau des eben kennengelernten Herzkämper Erbstollens, der später und tieferliegend gebaut wurde. Das Stollenmundloch ist rekonstruiert, leider jedoch nicht zu besichtigen. Es liegt versteckt in einer Baumgruppe hinter dem Schild in der Weide. Auf dem Asphaltweg folgen wir dem Bach entgegen seiner Fließrichtung. Die Straße geht in den Kreßsieper Weg über, der in Karten oder Dokumentationen auch Kressieper Weg oder Kresssieper Weg genannt wird. Ich ziehe einfach die alte Schreibweise durch.

In einer Weide auf der anderen Bachseite ist bald ein mit wenigen Bäumen bestandener Hügel zu erkennen. Dies ist die Halde eines Lichtlochs des tiefen Herzkämper Erbstollens. Ein weiteres Lichtloch mit noch größerer Halde befindet sich etwa 110 Meter östlich davon mitten im Wald, ebenfalls auf der anderen Bachseite.

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Der Hof Fahrentrappe ist Teil des Themenweges
Es geht rechts am Haus vorbei geradeaus über den Hofraum

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Kleiner Abstecher zur Station mit dem rekonstruierten Lichtloch

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Hügelige Landschaft und Felderbachtal mit Blick Richtung Westen

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Das Lichtloch des Herzkämper Erbstollens mit Infotafel

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Information zum unter den Bäumen versteckten Stollenmund

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Idyllischer Nebenweg am Felderbach

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Kleine Halde mit Bäumen an einem Lichtloch mitten in der Wiese

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Weitere Halde an einem Lichtloch in einem Wäldchen

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Kreßsieper Weg, vom Felderbach begleitet

Auf diesem Wegabschnitt ist heute viel los. Ich teile mir eine Rastbank mit einem Pärchen. Das schwärmt geradezu über die Schönheit der Landschaft und kommt zu dem Schluss, dass man eigentlich gar nicht weit weg fahren muss, um Urlaub zu machen. Ich freue mich, dass sie verstanden haben, warum es diese Internetseiten gibt.

Frisch gestärkt stoßen wir nach mehreren hundert Metern auf die Straße Bruch, die in die Löhener Straße übergeht. Hier steht auch eine Wanderkarte. Der Bergbauwanderweg ist übrigens nicht verzeichnet. Dafür aber zahlreiche regionale und überregionale Rund- und Weitwanderwege. Diese Stelle ist der in der Anreisebeschreibung erwähnte alternative Parkplatz am Straßenrand, der an schönen Tagen rege genutzt wird.

Einige hundert Meter weiter gelaufen, befindet sich hier im Tal des Felderbachs auf der anderen Bachseite, von Bäumen teilweise verdeckt, die vermutlich südlichste nennenswerte Bergehalde des Ruhrgebiets – die Halde Carl. Nennenswert bedeutet dabei eine deutliche Erhebung über dem umgebenden Gelände und klammert so marginalen Abraum um Lichtlöcher oder Pingen aus. Sie wurde durch die Zeche Sieper & Mühler Gruben angeschüttet und dürfte somit aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen. Ihre Böschungen sind im nördlichen Teil nur maximal fünf Meter hoch, auf dem zum Bach abwärts geneigten Gelände berührt ihr ebener Gipfelkamm auf der Südseite sogar die Umgebungshöhe und lässt sich mühelos ohne größere Höhendifferenzen besteigen. Kurioserweise dürfte die Halde bedingt durch ihre hohe Lage auf 213 m über dem Meeresspiegel (mit Vorbehalt) den höchstgelegenen Haldengipfel im Ruhrgebiet darstellen. Ihre Fläche beträgt gerade einmal ca. 0,15 Hektar (1.500 Quadratmeter).

Anreise zur südlichsten Halde im Ruhrgebiet:

Siehe Anreisebeschreibung zum Wanderweg – Ausgangspunkt Straße Bruch. Dem Herzkämper-Mulde-Weg in östlicher Richtung bis zur Nagelschmiede folgen und dann rechts in den Pfad abbiegen. Von hier aus ist die Halde gut zu sehen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Bruch, Übergang Löhener Straße in Sprockhövel

Vom Wanderweg auf dem Kreßsieper Weg lässt sich die Halde nicht direkt erreichen, da zwischen Straße und Halde der Bach verläuft. Halbwegs gut kann man sich von der Landstraße oder von der Abkürzung des Wanderweges östlich davon nähern. Die Halde ist mit Buschland und Bäumen bewachsen, besitzt aber auch markante Abbruchkanten von kleinen Hangrutschungen.

Zuvor passieren wir jedoch mit der alten Nagelschmiede der Zeche Sieper und Mühler Gruben. Es ist praktisch das einzige bauliche Relikt der Zeche und ein sehr schönes in idyllischer Lage dazu.

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Auf dem Kreßsieper Weg kurz vor der Nagelschmiede

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Ehemalige Nagelschmiede der Zeche Sieper & Mühler Gruben

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Halde am Schacht Carl: Die wohl südlichste und höchste
Bergehalde im Ruhrgebiet (nach Höhe des Gipfels über NN)

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Abbruchkanten an der Haldenböschung

Kurz vor der Siedlung Neu-Amerika biegen wir links ab und folgen gegenüber dem Abkürzungsweg mit dem Hinweisschild zur Halde dem Symbol auf einen schmalen Waldpfad. Er führt in ein kleines Nebental, wo aktiv Bergbau betrieben wurde. Noch heute sind zahlreiche ehemalige Schächte in Form von Einsturztrichtern und kleinen Halden zu erkennen, beispielsweise Schacht Ida (mit Schild), Peter, Caspar oder Lina. Sie gehörten alle zu den Sieper und Mühler Gruben. Sie geben dem Forst den Namen „Pingenwald“. Wirklich beeindruckend ist der Schacht Amalia der Zeche Glückauf. Eine hohe ringförmige Böschung, eine Abraumhalde, umgibt einen großen Trichter. Am Boden ist sogar noch der Rest der viereckigen Schachtwand im Felsen zu erkennen.

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Folge dem Stollenmund: Links ab in den Pingenwald

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Ehemaliger Schacht und Halde Ida der Sieper & Mühler Gruben

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Von einer Halde umfasster Schacht Amalia der Zeche Glückauf

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Der Talgrund weist viele künstliche Böschungen und Hügel auf

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Teilweise sichtbarer rechteckiger Schachtquerschnitt
im Felsen am Boden der Pinge

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Aus dem Pingenwald: Blick zum Bahnhof Schee an der
Bahnstrecke von Wuppertal nach Hattingen (heute Radweg)

Es fehlt hier ein wenig an Hinweisen, wo es denn weitergeht. Man kann dem Weg weiter folgen und am ehemaligen Wetterschacht höher am Hang wieder zurück und oberhalb des Schachtes Amalia nach Süden abbiegen. Wer möchte, kann auch über den Hang abkürzen. Auf diese Weise gelangen wir zur Elberfelder Straße. Hier biegen wir rechts ab und kurz darauf links in den Weg Auf dem Schee. Es geht etwas bergauf. Links ist der ehemalige Bahnhof an der Bahnstrecke Wuppertal-Hattingen zu sehen.

Kurz darauf gelangen wir auf der alten Kohlentransportstraße Richtung Wuppertal in die Ortschaft Alter Schee. Es ist eine sehr idyllische Siedlung mit vielen alten Fachwerkhäusern, die zum Teil mit Schiefer verkleidet sind. Das Eckhaus links neben uns (Nr. 10) war zeitweise Sitz eines Zollkontors zur Erhebung von Zöllen durch den Preußischen Staat. Gegenüber klärt eine Informationstafel über die Entwicklung dieser Siedlung auf. Es ist zu romantisch, um hier Witze über "Schee von gestern" zu machen.

Auf dem Kohlenweg führt die Tour rechts abbiegend weiter. Unter einem grünen Tunnel aus dichten Büschen und Bäumen geht es mitten über den großen Golfplatz. Zusammen mit Golfern und Caddies, die das schöne Wetter und den freien Tag ebenso gut nutzen, laufen wir zu einem tiefer gelegenen Abschlagplatz mitten durch ein ehemaliges Abbaugebiet oberflächennaher Kohle aus dem 17. Jahrhundert, die Hütter Bank. Kurz dahinter informiert eine Tafel über frühe Eisenverhüttung. Wasser wurde hier durch einen Damm angestaut und mithilfe eines Wasserrades ein Blasebalg angetrieben, der einen einfachen Ofen anfachte. Das Gebiet ist Teil eines Naturschutzgebietes und nicht näher zu erforschen.

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Ehemaliges Zollkontor in der idyllischen Siedlung Schee

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Alte Fachwerkhäuser entlang der Dorfstraße

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Im grünen Blättertunnel über den Golfplatz

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Hügelige Platzanlage mit Aussicht in die herbstliche Umgebung

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Letzte Etappe bergauf durch Wiesen und Weiden

Herzkämper-Mulde-Weg in Sprockhövel

Wanderweg trifft Landstraße am Ortseingang von Herzkamp

Gemächlich führt der Weg wieder bergauf. Links und rechts befinden sich Weiden, auf denen Pferde und Rinder grasen. Dabei nähern wir uns langsam der Elberfelder Straße an. Der Ortseingang von Herzkamp wird erreicht. An der Straße entlang geht es bis zum Ausgangspunkt an der Kirche oder zum Wanderparkplatz zurück.

Wie schon in der Einführung gesagt, gefällt mir der Weg sehr gut und rangiert auf der persönlichen Bestenliste relativ weit oben (das Muttental ist halt einfach nicht zu schlagen!). Er kombiniert schöne, idyllische Landschaft mit abwechslungsreichen Orten des Bergbaus. Viele dieser Stationen sind nicht nur auf Schildern erläuterte vielleicht irgendwann einmal hier gewesene Objekte, sondern zum Greifen und Anschauen. Machen Sie die Tour doch einfach nach – falschmachen kann man hier eigentlich nichts. Ich wünsche Ihnen dabei viel Spaß!

Geographische Koordinaten:
51°18'39.63"N, 7°12'11.33"E – Ausgangspunkt an der Kirche
51°19'33.85"N, 7°11'58.46"E – Lichtloch Herzkämper Erbstollen
51°19'17.82"N, 7°12'38.26"E – Halde über Lichtloch
51°19'14.19"N, 7°13'13.12"E – Halde Carl
51°19'17.37"N, 7°13'19.24"E – Nagelschmiede
51°19'06.03"N, 7°13'51.43"E – Alter Schee
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
374764 m, 5685944 m – Ausgangspunkt an der Kirche

374556 m, 5687625 m – Lichtloch Herzkämper Erbstollen
375314 m, 5687111 m – Halde über Lichtloch
375986 m, 5686982 m – Halde Carl

376107 m, 5687077 m – Nagelschmiede
376722 m, 5686712 m – Alter Schee
Industriekultur im Ruhrgebiet

Weitere Bergehalden sind von der Übersichtsseite zu diesem Thema auswählbar. Hier ist neben einer Einführung in die Thematik der Halden, Typen und Generationen auch eine Übersichtskarte zu finden.

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Halden Ausflugsziele

Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 03 / 2017
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr