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Stadtteilpark Hochlarmark, Halde und Dreieck-Siedlung

Im Jahre 1875 begann die Förderung einer Zeche im Süden von Recklinghausen, die von der belgischen Société Civile Belge des Charbonnages gegründet wurde. Sie befand sich unweit des heutigen Recklinghäuser Südbahnhofs. Nur wenige Jahre später wurde mit den Teufarbeiten für einen zweiten Schacht im nahen Hochlarmark begonnen. Nach Übernahme der Zeche durch die Harpener Bergbau AG im Jahre 1889 wurden die beiden Schachtanlagen umbenannt in Recklinghausen 1 und 2. Auf beiden Schachtanlagen kamen in der Folgezeit weitere Schächte dazu. Die Schachtanlage 1 wurde 1931 stillgelegt und der Betrieb auf Recklinghausen 2 / I, II, IV in Hochlarmark übertragen. Im Jahr 1974 wurde auch hier die Förderung eingestellt und der Betrieb von der Zeche Ewald übernommen. Anfang der 1990er Jahre wurden die letzten Schächte verfüllt.

Die nachfolgende Abbildung zeigt das in diesem Artikel im Fokus stehende Gebiet im Luftbild zwischen dem Südbahnhof von Recklinghausen in der südöstlichen Ecke und dem Landschaftspark Hoheward mit der Halde Hoheward an westlichen Seite. Im Zentrum ist die Dreieck-Siedlung hervorgehoben. Westlich davon befindet sich der Stadtteilpark Hochlarmark auf dem Gelände der Schachtanlage Recklinghausen 2. Südlich grenzt es an die dazugehörige Bergehalde:

Dreiecksiedlung Hochlarmark

Aus der Schachtanlage 2 mit den Schächten I / II und IV wurde der Stadtteilpark Hochlarmark, eine kleine zentral in der Nachbarschaft der Besiedlung liegende Grünanlage. Mittelpunkt des Stadtteilparks ist das große Fördergerüst des Schachts IV „Konrad Ende“. Es steht neben von der zugehörigen Maschinenhalle mit der charakteristischen großen Glasfassade auf der parkabgewandten Nordwestseite. In ihr lässt sich die restaurierte Tandem-Dampfmaschine besichtigen, die zu den letzten in Deutschland produzierten Dampf-Fördermaschinen zählt. Nachts sind die Seilscheiben grün beleuchtet.

Die Wege des Parks laufen strahlenförmig auf den zentralen Platz mit dem markanten Fördergerüst zu oder radial herum. An verschiedenen Stellen sind Sitzgelegenheiten eingerichtet. Dazwischen liegen Wiesenflächen. Am Westausgang zur Cranger Straße befindet sich ein Bike- und Skaterpark. Die einmalige Drachenbrücke führt von hier aus über die Straße und bindet den Stadtteilpark an die Großhalde Hoheward an, von der sich übrigens ein guter Blick über das ehemalige Zechengelände Recklinghausen 2 bietet. Nach Süden geht der Park auf ehemalige Bahntrassen über. Hier ist eine Umrundung der alten Bergehalde (siehe nächster Abschnitt) möglich.

Stadtteilpark Hochlarmark Recklinghausen

Blick von der Halde Hoheward auf den Stadtteilpark Hochlarmark

Stadtteilpark Hochlarmark Recklinghausen

Wege durchqueren Wiesenflächen kreisförmig

Stadtteilpark Hochlarmark Recklinghausen

Protegohaube eines alten Schachts und Bergehalde

Stadtteilpark Hochlarmark Recklinghausen

Zentrales Fördergerüst über dem Schacht Konrad Ende

Stadtteilpark Hochlarmark Recklinghausen

Schachtgerüst mit Horizontobservatorium der Halde Hoheward

Stadtteilpark Hochlarmark Recklinghausen

Die Halde erhebt sich hinter dem Stadtteilpark

Direkt neben der ehemaligen Schachtanlage Recklinghausen II und dem heutigen Stadtteilpark Hochlarmark liegt die Dreieck-Siedlung. Ihre Bezeichnung kommt nicht von Ungefähr – die Siedlungsstraßen bilden mit den Häusern einen dreieckigen Grundriss. Aus der Fußgängerperspektive fällt dieser Fakt jedoch kaum auf, auf dem Luftbild oben sind die geometrischen Grundformen jedoch gut zu erkennen.

Die ersten Häuser der Siedlung entstanden ab 1901 entlang bzw. parallel zur Karlstraße gegenüber der Zeche, nur wenige Jahre später wurden die Nord- und Ostseiten des Dreiecks vollendet. Ähnlich wie in Eisenheim bilden die Häuser einen Kreuzgrundriss mit vier Wohneinheiten unter einem Dach. Je ein Eingang zu einer der Einheiten an allen Seiten des Hauses beugte sozialen Konflikten vor, indem größtmöglicher Abstand gewährt wurde, und schaffte den Eindruck des Besitzes eines ganzen Hauses. Wie viele Straßen in Hochlarmark tragen auch die Katheten des Dreiecks bis auf wenige Ausnahmen zumeist Männervornamen.

Mit einer Fläche von nur 5 ha und einer Höhe von etwa 10 Metern über dem Grund und einer maximalen Höhe von ca. 60 m ü. NN ist die Bergehalde Recklinghausen II ( I / II / IV) an der Wanner Straße in Recklinghausen im Vergleich zur benachbarten Großhalde Hoheward ein Zwerg. Doch die Halde gehört zu den ältesten im nördlichen Ruhrgebiet und entstand bereits zum Teil durch die Anhäufung des Bergematerials beim Teufen der ersten Schächte der Zeche Recklinghausen ab Ende der 1860er Jahre. Im Gegensatz zu anderen Zechen sind die Schachtanlagen historisch bedingt ebenfalls mit römischen Ziffern benannt, die hier betrachtete Schachtanlage II mit den Schächten I / II und IV bildet heute die Grundlage für den Stadtteilpark Hochlarmark. Die Form der Halde, wie sie in historischen Karten um die Jahrhundertwende dargestellt wird, hat sich bis heute nur noch unwesentlich verändert. Allerdings ist der Berg heute dicht mit Birken und anderen Laubbäumen bewachsen.

Das Interessante an dieser kleinen Halde ist ihr Innenleben. Im zweiten Weltkrieg wurden unter den Bergemassen Schutzräume für die Bergarbeiter angelegt. In den 1970er Jahren wurde dieser Bunker ausgebaut zu einem Trainingsbergwerk für Ausbildung und Weiterbildung sowie für Übungs- und Testzwecken an entsprechenden Maschinen. Zu diesem Zweck sind Stollen- und Schachtanlagen in einer Länge von 1,4 km unter dem Berg errichtet worden. Leider ist dadurch die Halde selbst auf ihrer Oberfläche nicht zu betreten und eingezäunt. Von der Wanner Straße verläuft parallel zur Eisenbahn ein Weg zum Stadtteilpark Hochlarmark in einem Bogen um die Halde herum. Am besten lässt sich der "David" von "Goliath", der Halde Hoheward, überblicken. Sie ist von hier aus über die Drachenbrücke bequem erreichbar.

Halde Recklinghausen II

Hinter dem Schrott erhebt sich die birkenbewachsene Halde

Halde Recklinghausen II

Rechts hinter der Wanner Straße liegt Halde Recklinghausen

Halde Recklinghausen II

Guter Überblick auf die Zeche und Halde Recklinghausen (rechte Hälfte) von der Großhalde Hoheward aus.
Links beginnt der Zugang der Drachenbrücke vom Stadtteilpark Hochlarmark

Halde Recklinghausen II

Ein Nebeneingang vom Trainingsbergwerk

Halde Recklinghausen II

Hinter dem Zaun ist Ende: Kein Zutritt!

 

Informationen zum Besuch im Stadtteilpark Hochlarmark:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Museum für Bergbau- und Industriegeschichte im Maschinenhaus des Schachts IV ist an jedem Samstag einer geraden Kalenderwoche von 09.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.

Der Park ist jederzeit geöffnet. Die Halde ist nicht zugänglich.

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 bis zur Ausfahrt 13 Hochlarmark. Aus allen Richtungen links abbiegen auf die Theodor-Körner-Straße und dieser ca. einen Kilometer folgen und kurz vor der T-Kreuzung am Ende links abbiegen in die Karlstraße. Nach wenigen hundert Metern liegt der Stadtteilpark rechts, die Dreieck-Siedlung auf der linken Seite.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Karlstraße in 45661 Recklinghausen

Geographische Koordinaten:
51°33'52.25"N, 7°10'46.31"E – Schacht IV Konrad Ende
51°33'55.03"N, 7°11'00.24"E – Dreieck-Siedlung
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
373819 m, 5714174 m – Schacht IV Konrad Ende

374089 m, 5714253 m – Dreieck-Siedlung

Anreise mit Bus und Bahn: Von Recklinghausen Hbf. und Essen Hbf. mit der RB 42, von Herne und Dortmund zusätzlich mit der S2 bis Recklinghausen Süd. Vom Zugang zur Hochlarmarkstraße und dieser rechts in westlicher Richtung folgen. In der Rechtskurve rechts halten auf der Karlstraße. Im Kreisverkehr geradeaus bis zum Stadtteilpark.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Emscher-Weg führt nah am Stadtteilpark und an der Dreieck-Siedlung vorbei – der Emscher-Park-Radweg durchquert den Stadtteilpark sogar.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind der Park und die Siedlung dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Essen und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegen sie im Planquadrat A 6 / 7. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

 Rad- und Wanderkarte Essen und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quellen und weitere Informationen:

Zeche Recklinghausen 2: www.route-industriekultur.de
Dreiecksiedlung:

www.route-industriekultur.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 04 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr