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Die Zeche Julius Philipp in Bochum

Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität im Malakowturm

Er ist monumental, aber auch so gut wie das einzige, das heute noch an die Zeche Julius Philipp im Bochumer Stadtteil Wiemelhausen erinnert. Hinter Wohnhäusern und am Rande eines Sportplatzes gelegen erhebt sich der steinerne Förderturm der Zeche. Dieser sogenannte Malakowturm ist einer von nur 14 erhaltenen im Ruhrgebiet. Diese Türme erinnern an eine Burg und sind nach dem Fort Malakow benannt, seinerzeit Sinnbild für Stärke und Widerstandsfähigkeit. Sie waren im Ruhrgebiet recht verbreitet, bevor sich die stählernen Fördergerüste langsam durchsetzten. In ihrer Blütezeit in der Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts waren Eisen und Stahl noch nicht so weit entwickelt, dass sie diese Aufgabe erfüllen konnten. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1877 und ist etwa 32 Meter hoch. Seine Seitenlängen betragen ca. 15 Meter, womit das Turm-Bauwerk gerade einmal halb so breit wie hoch ist. Massive, zum Teil meterdicke Mauern waren in der Lage, die Kräfte aufzunehmen, die durch die immer tieferen Schächte zu bewältigen waren. Besonders markant für den Turm der Zeche Julius Philipp sind die senkrechten Strebepfeiler an seinen Seiten sowie das halbrunde Tor.

Nur 30 Jahre später wurde die Zeche bereits wieder stillgelegt. Für die Nachbarzeche Prinz Regent diente der Schacht unter dem Malakowturm zur Bewetterung, also der Belüftung der Grubenbaue unter Tage, Versorgung mit frischer Luft und Abziehen giftiger Gase.

In der folgenden Abbildung zeigen ein Luftbild aus den 1920er Jahren und ein aktuelles die Situation um die Zeche Julius Philipp. Mit je einem Mausklick oder Fingertipp lassen sich die Bilder austauschen und vergleichen. Der etwas perspektivische Turm ist in beiden Luftbildern sehr gut zu erkennen. Etwa in diesem Zeitraum der historischen Aufnahme, vermutlich nur wenig später, wurden die meisten Anlagen der Zeche auf der Erdoberfläche mit Ausnahme des Malakowturms abgerissen. Nördlich schließt sich eine Bergehalde an, deren Abgrenzung teilweise nicht mit Sicherheit festgelegt werden kann. Heute befinden sich auf dem vermuteten Gelände zwei Sportplätze und Wohnhäuser.

 Historische Ansichten der Zeche Julius Philipp

Der mächtige Turm blieb glücklicherweise erhalten und steht heute unter Denkmalschutz. Die Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der nahen Ruhr-Universität Bochum, in den 1970er Jahren Eigentümer des Turms geworden, hat im Jahre 1990 ihre Medizinhistorischen Sammlung im zuvor sanierten Turm eingerichtet. Auf verschiedenen Etagen werden in der Dauerausstellung medizinische Geräte aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie technische Entwicklungen und Fortschritte gezeigt. Ein Bereich, der den Hintergrund des Malakowturms aufgreift, ist der der Krankheiten im Bergbau und Rettungsgeräte unter Tage. In den obersten Etagen sind eine Fach-Bibliothek und Seminarräume zu finden.

In der Ausstellung ist Fotografieren nur für Privatzwecke erlaubt, weshalb an dieser Stelle nur Aufnahmen von außen gezeigt werden.

Malakowturm der Zeche Julius Philipp in Bochum

Malakowturm über die ehemalige Haldenfläche hinweg
von der Glücksburger Straße aus gesehen

Malakowturm der Zeche Julius Philipp in Bochum

Burgähnlicher Förderturm der Zeche Julius Philipp

Malakowturm der Zeche Julius Philipp in Bochum

 

Malakowturm der Zeche Julius Philipp in Bochum

Westseite des Turms

Malakowturm der Zeche Julius Philipp in Bochum

Eingang zur Medizinhistorischen Sammlung

Fazit und Tipp des Webmasters: Gar nicht weit entfernt ist ein weiterer Malakowturm, der der älteste erhaltene dieser Architektur im Ruhrgebiet ist. An der nahen Ruhr-Universität beginnt ein Bergbauwanderweg.

 

Informationen zum Besuch des Malakowturms Julius Philipp:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Geöffnet ist die Ausstellung im Malakowturm Mi 09.00-12.00 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat ab 14.00 Uhr sowie nach Vereinbarung. An den Sonntagen werden um diese Uhrzeit kostenlose öffentliche Führungen angeboten. Weitere Führungen auf Nachfrage. Für zeitweise Sonderausstellungen gelten womöglich andere Öffnungszeiten. Informationen dazu bietet die offizielle Internetseite der Ruhr-Universität (siehe unten).

Von außen ist der Turm ständig zu besichtigen.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Fotografieren ist begrenzt für private Zwecke erlaubt.
Trotz Aufzug und entsprechend ausgebautem WC sind nicht alle Bereiche der Ausstellung barrierefrei erreichbar.
Am nördlichen Ende der Glücksburger Straße befinden sich Bäckereien und Cafés für leibliche Stärkungen.

Anreise mit dem Auto: Auf der A40 bis zum Dreieck Bochum-West und dort auf die A448. Diese an der Ausfahrt 5 Bochum-Süd verlassen und rechts abbiegen auf die Königsallee. Nach 800 m an der Ampel links abbiegen in die Markstraße. Nach 500 weiteren Metern links in die Glücksburger Straße und im Bereich des Sportplatzes parken. Alternativ auf der Markstraße weiter und hier am Rand parken.
Von der Glücksburger Straße ist der Malakowturm vorbei am Sportplatz erreichbar. Von der Markstraße die Wege rechts oder links der Wohnhäuser 258 bis 264 nutzen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Markstraße 258a in Bochum (in Umgebung parken!)

Geographische Koordinaten: 51°26'56.07"N, 7°14'7.88"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 377396 m, 5701220 m

Anreise mit Bus und Bahn: Von Bochum Hbf. mit der U35 Richtung Hustadt bis Markstraße. Dort umsteigen in den Bus der Linie 346 Richtung Scharpenseelstraße. Nach der Gesamtschule bereits an der übernächsten Station Glücksburger Straße ausstiegen. Der Malakowturm steht hinter den Häusern 258-264.

Im Zweifelsfalle kann die Bus-Etappe auch zu Fuß bewältigt werden. Dazu vom Ausgang Markstraße links auf dieser etwa 800 Meter laufen bis zum Malakowturm. Wer weiß, wo er sich befindet, kann ihn aus der U-Bahn vor der Haltestelle schon erkennen.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Radweg auf der Springorumbahn führt in der Nähe des Turms vorbei. Eine Anreise vom RuhrtalRadweg ist ab Kemnader See durchs Lottental oder von Stiepel aus möglich, aber bergauf mit Anstrengungen verbunden.

Quellen und weitere Informationen:

Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität: www.ruhr-uni-bochum.de/malakow
Route der Industriekultur (Malakowturm):

www.route-industriekultur.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr