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Das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna

Kultur- und Lichtkunstzentrum in der alten Lindenbrauerei

Am äußersten Ende der Fußgängerzone in Unna stehen an der Massener Straße die Gebäude der ehemaligen Lindenbrauerei. An diesem Ort braute man von 1859 bis 1979 das Linden-Bier. In den 70er Jahren fand ein großer Wandel auf dem Bier-Markt statt, in dem viele Brauereien zu größeren zusammengefasst und kleinere geschlossen wurden. Zu dieser Zeit verlor auch das benachbarte Dortmund den Status als »Europas Bierstadt Nummer Eins«. Nach Schließung der Lindenbrauerei standen die Gebäude und vor allem auch die tiefen Gewölbekeller zunächst leer und konnten vor allem dank einer Bürgerinitiative vor dem Abriss bewahrt und bis heute erhalten werden.

Die inzwischen denkmalgeschützten Anlagen sind mit der Zeit zu einem Gastronomie- und Veranstaltungszentrum gewandelt, 2004 eröffnete hier zusätzlich das Zentrum für Information und Bildung (ZIB). Dieses beinhaltet einen Teil der Volkshochschule, die Stadtbücherei, das Stadtarchiv und eine Tourist-Information. Beim Bau der Gebäude wurden teilweise geschützte Segmente und Bauteile ehemaliger zur Brauerei gehörender Anlagen wie zum Beispiel die Brauerei-Villa integriert. Vor dem ZIB, dessen Haupteingang sich am Linden-Platz befindet, stehen das hohe Sudhaus und das Kesselhaus, die zusammen das wohl bekannteste Fotomotiv der Lindenbrauerei darstellen. Sie beinhalten heute Privatwohnungen sowie Gastronomie. In diesem Gebäude wird heute in Kleinmengen wieder das Linden-Bier gebraut - alle zwei Wochen etwa fünf Hektoliter. Dahinter liegt etwas versteckt die Kneipe Schalander, benannt nach dem gleichnamigen Schankraum einer Brauerei, in der das Bräu exklusiv auf der Getränkekarte steht. Das Kühlschiff ist der größte Veranstaltungsraum im Gebäudekomplex der Lindenbrauerei und bietet Platz für bis zu 500 Menschen. Weitere nennenswerte Einrichtungen sind das Atelier, ebenfalls ein kleines Veranstaltungszentrum, das Jugendcafé, das Gesundheitshaus, Lehrwerkstätten sowie die Freiwillige Feuerwehr im ehemaligen Flaschenkeller.

Doch die wichtigste inzwischen weit über Unna bekannte und immer beliebtere Einrichtung der Lindenbrauerei ist von außen nur teilweise sichtbar: Seit 2001 ist im riesigen Keller der Brauerei das zurzeit weltweit einzigartige Museum ausschließlich für Lichtkunst untergebracht, das offiziell Zentrum für internationale Lichtkunst Unna heißt, meistens aber nur kurz als Lichtkunstzentrum betitelt wird. Etwa seit den 1960er Jahren ist der Begriff und die Kunstrichtung entstanden, die teilweise bereits an einigen Zielen aus dem Bereich Industriekultur eine Rolle spielen. In diesem Museum wurden Lichtkünstlern wie Sonnier, Boltanski, Kuball oder Turrell komplette Kellerräume zur Auswahl gestellt, die diese gänzlich ausgestalten konnten. Gearbeitet wird dabei mit Licht, Reflexion, Schatten, Bewegung und Wasser – in ganz unterschiedlicher Art und Weise. Die größten und aufwändigsten Installationen stammen aber von James Turrell. Im geschlossenen Raum mit dem Namen Floater 99 umgibt das Licht den Betrachter und sorgt dafür, dass die Grenzen zwischen Boden, Decke und Wand verschwimmen. Außerhalb des Lichtkunstzentrums steht auf dem Platz der Kulturen ein monumentaler Beton-Kubus, der ebenfalls von Turrell konzipiert wurde. Es handelt sich um eine Camera Obscura, einer überdimensionalen Lochkamera mit dem Titel Third Breath aus dem Jahr 2009. Diese Kamera besteht aus zwei Räumen untereinander, die durch eine Linse verbunden sind. In den oberen, den Skyspace (engl.: Himmelsraum), fällt das Licht durch die offene Decke auf die Linse, die das Abbild der Wolken oder der Sterne spiegelverkehrt in den darunterliegenden Raum projiziert. Insbesondere bei kräftiger Wolkenbildung lassen sich hier bewegt spannende Effekte beobachten. Vom Museum aus führt ein unterirdischer Tunnel in dieses Bauwerk. Besonders eindrucksvoll und farbenfroh ist die Installation Tunnel of tears von Sonnier, in der sogar durch den Boden aufsteigendes Grundwasser zum Kunstwerk dazugehört.

Zweites und einziges außen sichtbares Objekt neben der Camera Obscura – sieht man von der Installation Das Licht und ich ab, die im Flur des ZIBs von oben durch eine Glasscheibe sichtbar ist – ist der einzige erhaltene hohe Schornstein der Brauerei. Hier wird mit Leuchtziffern eine Zahlenreihe gebildet, von der nur wenige Besucher auf dem ersten Blick wissen, was sie bedeuten soll. Es handelt sich dabei um einen Teil der Fibonacci-Reihe (sprich: "Fibonatschi"), die spätestens durch Dan Browns Buch und Film »Sakrileg – The DaVinci-Code« recht bekannt geworden ist. Dabei wird die Zahlenreihe von unten nach oben höher, wobei sich die Zahlen aus der Addition der beiden darunterstehenden ergeben: 1+1 = 2; +1 = 3; +2 = 5; + 3 = 8 + 5 = 13 usw. Sie sollen an die natürliche Vermehrung und Vergrößerung erinern. Hier in Unna beginnt die Reihe bei 1, steigt nach oben an und endet beim letztmöglichen Wert unter tausend: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, 987.

Lindenbrauerei Unna: Sudhaus und Kesselhaus

Die Lindenbrauerei Unna mit Jugendcafé, Sud- und Kesselhaus

Camera Obscura des Lichtkunstzentrums in Unna

Camera Obscura auf dem »Platz der Kulturen« hinter dem ZIB

Turrell Camera obscura in Unna

Der Betonkubus von James Turrell wirkt wie eine kleine Burg

Schornstein der Lindenbrauerei

Einzig verbliebener Schornstein der Brauerei mit Zahlen

Lichtkunstzentrum Unna "Das Licht und ich"

»Das Licht und ich« - ein Wort leuchtet in zehn Sprachen

Lindenbrauerei bei Nacht

Lindenbrauerei bei Nacht

Fibonacci-Folge am Schornstein der Lindenbrauerei in Unna

Fibonacci-Reihe von Mario Merz am Schornstein der Brauerei

Marktplatz von Unna beim Italienischen Fest

Der Schornstein bildet mit der Zahlenreihe eine Landmarke

Fazit und Tipp des Webmasters: Die Lichtkunst in den historischen Gewölbekellern ist sehr eindrucksvoll und spannend – sofern man dafür auch ein wenig Interesse hat. Der Besuch lohnt in jedem Fall! Kombiniert werden kann er mit dem Hellweg-Museum in der Innenstadt oder auch mit dem Bismarckturm auf der Wilhelmshöhe im Süden von Unna in Fröndenberg mit einem herrlichen Blick auf die Hellwegregion und ins Sauerland. Direkt neben der Lindenbrauerei befindet sich der Alte Westfriedhof.

 

Informationen zum Besuch des Lichtkunstzentrums Unna:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Lichtkunstzentrum ist (fast) nur durch eine etwa eineinhalb Stunden dauernde Führung zu besichtigen, die im Eintrittspreis (zu entrichten im ZIB) natürlich enthalten ist. Die Führungen finden generell am Nachmittag statt: Di-Fr 13.00, 15.00 und 17.00 Uhr, Sa, So u. Feiertage von 13.00 bis 17.00 Uhr zur vollen Stunde. Jeden 1. Sonntag eines Monats freie Besichtigung ohne Führung. Es können Sonderführungen für Gruppen gebucht werden. Für einige besondere Führungen sind Voranmeldungen nötig.

Es wird geraten, die Öffnungszeiten vor einem Besuch unbedingt der Internetseite des Lichtkunstzentrums zu entnehmen.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der hohen Kategorie €€€ (über 10,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Im Museum selbst ist das Fotografieren verboten. Da die meisten Kunstinstallationen auf die Bewegung und die Atmosphäre setzen, würde ein Augenblickmoment (und auch Videos) bei den meisten Objekten die Wirkung verfälschen. An dieser Stelle werden oben daher nur die frei sichtbaren Objekte außerhalb des eigentlichen Lichtkunstzentrums im Bild gezeigt.

Der Eingang zum Lichtkunstzentrum befindet sich im ZIB gegenüber des Kinos am Linden-Platz am Ende der Massener Straße. Die Eintrittskarten können in der Information hinter dem Eingang rechts gekauft werden - hier befindet sich auch ein kleiner Andenkenladen.

Offizielle Internetseite: www.lichtkunst-unna.de

Anreise mit dem Auto: Auf der A44 bis Unna-Ost, dort auf der B233 (bzw. noch vereinzelt als A443 angegeben) Richtung Unna. Der Beschilderung Richtung Stadtmitte folgend auf den Innenstadtring fahren (weiter siehe nächster Absatz). Alternativ auf der A1 bis Unna-Zentrum (im Kreuz Dortmund / Unna) und dort auf die B1 Richtung Unna. An der nächsten Ampel am Hertinger Tor links und dort auf den Innenstadtring.

Dem Innenstadtring von beiden Varianten aus folgen, am Bahnhof vorbei, durch den Tunnel bis zur »Star«-Tankstelle (Beschilderung zur Brauerei). Dort links abbiegen und im Parkhaus neben der Brauerei (Hinweisschild: Parkhaus Massener Straße) parken. Die Lindenbrauerei ist durch die braunen Schilder der »Route Industriekultur« ausgeschildert. Auf der A1 stehen außerdem Unterrichtungstafeln zur Lindenbrauerei.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Massener Straße in 59423 Unna

Geographische Koordinaten: 51°32'4.47"N, 7°41'8.71"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 408845 m, 5710093 m

Anreise mit Bus und Bahn: Von Hagen oder Hamm mit dem RE 7 oder 13, von Fröndenberg mit der RB 54, von Dortmund mit der RB 59 oder S4 bis Unna, dann zu Fuß durch die Fußgängerzone, über den oberen Markt und rechts hinten in die Massener Straße. Vorbei am Kino zur Brauerei immer geradeaus (ca. 15 Minuten Fußweg).

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Die Stadtmitte Unnas und mit kleinen Abstechern damit auch die Lindenbrauerei wird durch den Radfernweg Hellweg-Route erschlossen. Außerdem verläuft der Rundkurs Ruhrgebiet hindurch und auch das Netz RadKreis Unna führt zum Ziel.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Lindenbrauerei eingezeichnet. In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat D7, im Wander-Leporello WestfalenWanderWeg im Maßstab 1:35.000 auf der Seite 7. Im Rad-Leporello RuhrtalRadweg im Maßstab 1:50.000 befindet sich das Kulturzentrum nicht mehr ganz auf der Kachel 9.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Westfalen WanderWeg  

Quellen und weiterführende Informationen:

Die meisten Inhalte wurden der sogenannten »grauen Literatur« entnommen, also Broschüren, die vom ZIB oder dem Lichtkunstzentrum herausgegeben wurden. Auch vermittelte Informationen während einer Führung sind in den Text eingeflossen. Auf Online-Lexika wurde gänzlich verzichtet. Für den Informationstext zur Geschichte und den Komplexen der Brauerei wurde auch folgender Zeitungsartikel verwendet:

Carsten Fischer: Dies alles ist die Lindenbrauerei. In: Hellweger Anzeiger, 19.08.2010 (Lokale Tageszeitung in Unna)

Folgende Internetseiten bieten vertiefende Informationen zum Thema Lichtkunstzentrum Unna und Lindenbrauerei:

Homepage der Lindenbrauerei Unna: www.lindenbrauerei.de
Zentrum für internationale Lichtkunst Unna: www.lichtkunst-unna.de
Route der Industriekultur (Lindenbrauerei):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr