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Der Lippepark in Hamm

Ehemaliges Zechen- und Haldengelände Franz in Herringen

In Sichtweite der Schachtanlage Heinrich-Robert am Fuße der Kissinger Höhe entstand 1923 der dritte Schacht der Zeche DeWendel bei Herringen. Er setzt die Tradition der Männervornamen fort und wurde als Schacht Franz bezeichnet. Das Zechengelände erstreckte sich von der Dortmunder Straße bis fast an den Datteln-Hamm-Kanal. Über die Werksbahn waren die Anlagen mit einer Verladestelle am Kanal verbunden. Im Zuge der Zusammenlegung verschiedener Zechen zum Bergwerk Ost erfolgte 1994 die Stilllegung des Schachtes Franz, der 2002 verfüllt und dessen Übertage-Anlagen im Folgejahr abgerissen wurden. Einen Teil des Geländes nimmt eine kleine Bergehalde ein. Ihre Reste überragen die Umgebung um etwa 14 Meter. Der höchste Punkt liegt auf 72,2 Metern über dem Meeresspiegel. Die Fläche beträgt je nach Auslegung zwischen drei und sechs Hektar.

Im Jahre 2009 begann der Startschuss für den Umbau der brachliegenden Schachtanlage zu einem Sport- und Naherholungsgebiet – dem Lippepark Hamm. Zunächst wurde der Südabschnitt 2012 fertiggestellt. Der Nordabschnitt mit dem Haldengelände kam 2014 dazu. Der Park präsentiert sich als höchst abwechslungsreiche Hügellandschaft. Dabei stammen Teile des Bodens aus dem in Etwa zeitgleich geschehenen Seseke-Umbau. Von den Höhen bietet sich ein guter Blick auf die Umgebung, beispielsweise auf das Kraftwerk Stockum in Werne, den Kanal und die zwei großen Bergehalde im Süden. Der Nordteil wird geprägt durch drei Hügel: den Rest der genannten Bergehalde Franz und zwei hintereinanderliegenden, nur durch ein kleines Tal voneinander getrennten späteren Anschüttungen. Treppen, Pfade und Serpentinenwege erschließen die Berge. Der nördliche der beiden neuen Hügel hat am höchsten Punkt eine kleine Aussichtsplattform.

Auf dem südlichen Berg befindet sich der kreisrunde Himmelsspiegel, ein kleines Biotop. Leuchtend orange lackiert finden sich hier auch einige Schaukeln. Zu Füßen der Hügel können sich Kinder auf zwei verschiedenen Spielplätzen austoben. Die größeren tun dies auf dem Mountainbike-Parcours und auf der großen Wiese. Beobachten lassen sich die Stunts der Mountainbiker von einem ebenfalls derart angestrichenen Aussichtsbalkon. Vom südlichen Lippepark wird der nördliche Teil durch zwei große Sportplätze getrennt. Mitten in der großen Liege- und Spielwiese steht kreisrund eingezäunt die Protegohaube über dem ehemaligen Schacht Franz, praktisch neben der Halde die einzige verbliebene Erinnerung an die Bergbau-Vergangenheit. Auch hier stehen ein Spielplatz und Grillplätze zur Verfügung. Am Hauptzugang zur Dortmunder Straße befindet sich ein thematisch interreligiös gestalteter Platz aus fünf Stahltoren für die Weltreligionen. Östlich auf der alten Zechenbahn verläuft die „Seilfahrt“, ein der Tiefe des Schachtes entsprechend langer Kunstpfad mit Objekten aus dem Bergbau.

Für die Zukunft ist vorgesehen, den Lippepark zu einem Brückenschlag zwischen dem Kulturrevier Radbod im Norden auf der anderen Kanalseite und den Halden des Bergwerks Ost zu verwandeln, sodass sich ein durchgängiges grünes Freizeitband entwickelt.

Die folgenden Fotos zeigen eher weiß als grün einen Spaziergang durch den Park an einem verschneiten Wintertag 2015:

Lippepark in Hamm

Aussichtshügel im Nordteil des Lippeparks

Lippepark in Hamm

Bank mit Blick auf die alte Halde Franz (mit Baumbestand)

Lippepark in Hamm

Orangefarbene Schaukeln und Himmelsspiegel

Lippepark in Hamm

Aussichtsbalkon mit Blick auf den Südteil und die Sportplätze

Lippepark in Hamm

Neue und alte Landschaft auf dem Gelände der Schachtanlage Franz: Aussichtshügel links und alte Bergehalde rechts

Lippepark in Hamm

Schaukel und Aussichtsbalkon über dem Mountainbike-Parcours

Lippepark in Hamm

Fußgang in das Tal zwischen den Hügeln im Nordteil

Lippepark in Hamm

Die Hänge werden zum Rodeln genutzt. Hinten Kraftwerk Stockum

Lippepark in Hamm

Ufoartige Aussichtsplattform am Nordende

Ein Besuch in der Sommersaison folgt bei gegebener Zeit nach.

Fazit und Tipp des Webmasters: Vor allem für die Naherholung der Anwohner ist der Park gedacht, ein Abstecher z.B. auf dem Fahrrad ist jedoch durchaus lohnenswert und ermöglicht ein paar gute Ausblicke auf die Umgebung. Kombinieren lässt sich der Besuch mit der Benachbarten Halde Kissinger Höhe mit vielen Kilometern Wander- und Walkingstrecke oder dem Kulturrevier Radbod samt Radbodhalde und See auf der anderen Lippeseite in Bockum-Hövel. In Hamm sind auch der Tierpark oder der Maximilianpark sehenswert.

 

Informationen zum Besuch im Lippepark Hamm:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Lippepark ist ständig frei und kostenlos zugänglich.

Anreise mit dem Auto:
Auf der A1 bis zur Ausfahrt 81 Hamm/Bergkamen. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Münster links abbiegen auf die Dortmunder Straße Richtung Hamm und dem Verlauf bis zum Park ca. 5 km folgen. Parkmöglichkeiten bestehen in Nebenstraßen.

Zum Nordteil von der Dortmunder Straße nach 3 km im Kreisverkehr links abbiegen und im nächsten Kreisverkehr geradeaus in die Johannes-Rau-Straße. Nach 1,3 km rechts abbiegen in die Lünener Straße. Auf der linken Seite befindet sich nach wenigen hundert Metern ein kleiner Parkplatz an der Treppe zum Nordhügel mit der Aussichtsplattform.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Lünener Straße, Nähe Kreuzung Johannes-Rau-Straße oder Dortmunder Straße, Kreuzung Schachtstraße in 59077 Hamm

Geographische Koordinaten: 51°40'13.11"N, 7°44'55.75"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 413477 m, 5725111 m

Anreise mit dem Bus und Bahn:
Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Hamm (Westf.). Den Westausgang wählen. Von der dortigen Haltestelle mit dem Bus der Linie 7 Richtung Herringer Markt bis Mozartstraße (eine davor zum Bereitmachen: Seelhofstraße). Dort wird der nördliche Parkteil erreicht.

Alternativ vom Bahnhof über den Hauptausgang (Osten) mit der Linie 1 Richtung August-Bebel-Straße bis Isenbecker Hof (eine davor zum Bereitmachen: Dortmunder Straße). Zu Fuß weiter in Fahrtrichtung wird der Südzugang erreicht.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf der nördlichen Kanalseite verlaufen gleich vier wichtige Radwege auf einer Trasse: die Römer-Lippe-Route, der Emscher-Park-Radweg, der Rundkurs Ruhrgebiet und die LandesGartenSchau-Route. Über die drei Brücken an der Osthalde Radbod, vom Gelände Radbod (im Verlaufe des Jahres 2015) und in Nordherringen wird der Park erreicht.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Park zum Teil eingezeichnet. In der Rad- und Wanderkarte "Dortmund und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt er am Rande im Planquadrat A8, in der Karte "Südliches Münsterland" in F6. Im Rad-Leporello Römer-Lippe-Route im Maßstab 1:50.000 befindet sich der Lippepark auf der Kachel 12.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Rad- und Wanderkarte Südliches Münsterland   Römer-Lippe-Route   Radwanderkarte Ruhrgebiet

Quellen und weitere Informationen:

Informationen zum Lippepark:

www.hamm.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr