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Der Möhnesee – Wasser für das Ruhrgebiet

Mit einer Entfernung von über 15 Kilometern außerhalb der Grenzen des Ruhrgebiets gelegen, gehört der Möhnesee zu den Zielen auf diesen Internetseiten, für die weit über den Tellerrand hinaus geblickt wird. Aus gutem Grunde: Seine Relevanz für die Metropolregion ist so groß, dass im 2. Weltkrieg diese weit entfernte Talsperre zerstört wurde, mit dem Ziel, die Produktion im Ruhrgebiet zum erliegen zu bringen.

An der nördlichen Schwelle des Sauerlands zwischen Arnsberg und Soest wurde von 1908 bis 1913 im Tal der Möhne bei Günne die große Möhnetalsperre gebaut. Am 12. Juli 1913 wurde die zu der Zeit größte Wasserstau-Einrichtung auf dem europäischen Kontinent eröffnet. Die Mauer hat eine Höhe von ca. 40 Metern über der Talsohle und eine Kronenlänge, also auf der Oberseite, von ca. 600 Metern. Der Fahrweg auf der Mauer hat eine Breite von ca. 6 Metern. Auf fast 10 Kilometern Länge folgt der See heute dem alten Talgrund bis zur Kanzelbrücke bei Völlinghausen und passiert die Orte Günne, Delecke und Körbecke, die allesamt zur Gemeinde Möhnesee gehören. Der See verläuft dabei in Ost-West-Richtung parallel zum Höhenzug Haarstrang, der ihn im Norden von der flachen Soester Börde und der Stadt Soest trennt. So lässt sich beispielsweise vom neuen Aussichtsturm in Südrichtung die weitläufige Waldlandschaft des Sauerlands entdecken, nach Norden hin reicht der Blick über den Haarstrang in die Börde und ins Münsterland. Mit dem Hevearm (von Einheimischen sowohl wie das Backtreibmittel "Hefe" als auch "Hewe" ausgesprochen) erhält der See seinen charakteristischen Haken und die Halbinsel. Bedingt durch die Größe ist der See ein vor allem auch für Zugvögel genutzter Rastplatz:

Übersicht Möhnesee

Heute ist der Möhnesee einer der beliebtesten Seen in Nordrhein-Westfalen und bietet viele Angebote für Sport- und Freizeit-Aktivitäten. Besonders gut genutzt von Spaziergängern, Radfahrern oder Inline-Skatern sind die Randwege, die beispielsweise zwischen Staumauer und dem Ausflugslokal "Torhaus" sowie über die Halbinsel an der Delecker Mark und am Südufer entlang führen. Auf dem See entdeckt man häufig Segler und Angler, aber auch zum Tauchen ist er beliebt. Auf dem Wasser verkehrt das Fahrgastschiff MS Möhnesee, das von der Staumauer aus eine Rundtour über das Hevetal und Delecke zurück zur Staumauer macht. Einmalig ist das Andockmanöver des Shuttle-Bootes MS Körbecke bei voller Fahrt (Termine und Wasserstand beachten!). Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

Neben der Naherholung ist die Speicherung von Wasser zur Regulation des Wasserstands in der Ruhr Hauptaufgabe des Möhnesees. Die Möhne fließt talabwärts bei Neheim in die Ruhr und das Wasser aus dem Stausee somit ins dichtbesiedelte Ruhrgebiet. Mit dem Stausee sollte auch in trockenen Zeiten genügend Wasser für Bevölkerung und Industrie- und Waffenproduktion im Ruhrgebiet vorgehalten werden. Daneben produziert ein Wasserkraftwerk elektrischen Strom. Es liegt am Ausgleichsweiher, dem tiefgelegenen Überlaufbecken am Fuß der Staumauer.

Vor allem durch die Abhängigkeit des Ruhrgebiets von der Möhnetalsperre wurde diese im 2. Weltkrieg zu einem Ziel der Alliierten, die Großmächte, die im Krieg gegen Deutschland kämpften. Mit der Zerstörung dieser Mauer wollten die Alliierten die Produktion der Rüstungsindustrie im Ruhrgebiet massiv stören. Unter dem englischen Namen "Operation Chestise“ (bedeutet auf englisch "Operation Züchtigung") gelang es im Mai 1943 durch spezielle Rollbomben, den Mittelteil der Mauer zwischen den beiden Türmen von der Wasser-Seite aus zu sprengen. Durch die daraus resultierende Flutwelle, die sich mitten in der Nacht durch das Möhne- und Ruhrtal wälzte, kamen über 1.000 Menschen ums Leben, große Teile ufernaher Besiedlung und Infrastruktur (zum Beispiel Brücken oder Eisenbahnstrecken) wurden zerstört. Einen großen Einfluss auf die Rüstungsindustrie hatte diese Aktion allerdings nicht – insbesondere Zivilisten und Kriegsgefangene waren die Opfer. Noch heute sind Relikte dieser Katastrophe sichtbar, zum Beispiel die nur eingleisig wiederaufgebaute Eisenbahnbrücke in Fröndenberg oder die Ruinen des zerstörten Klosters Himmelpforten, die nur wenige Kilometer flussabwärts von der Mauer als Mahnmal zu besuchen sind.

Möhnesee im Sauerland

Für Vögel und Flugpassagiere gut zu erkennende Seeform:
Möhnesee am Nordrand des Sauerlands

Möhnetalsperre

Fußweg über die Möhnetalsperre

Möhnesee im Sauerland

Den See umrundender Rad- und Wanderweg

Möhnesee im Sauerland

Idyllischer Möhnesee im Bereich des Hevearms

Möhnesee im Sauerland

Aussichtsbank mit Blick über das Wasser

Möhnetalsperre

Staumauer von der Seeseite bei niedrigem Wasserstand

Möhnesee im Sauerland

Ort Günne hinter dem Ausgleichsweiher

Möhneseeturm

Blick vom Möhneseeturm auf das Südufer

Möhneseeturm Möhnesee im Sauerland

Die Staumauer wurde nötig, da im Ruhrgebiet die Nachfrage nach Brauchwasser zur Industrie-Produktion und Trinkwasser für die zunehmende Bevölkerung stark anstieg. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand eine ganze Reihe von kleineren Stauseen im Einzugsgebiet der Ruhr. Diese reichten in einigen trockenen Jahren aber nicht aus. Im Jahr 1905 wurde daher die Idee zur Errichtung einer weiteren großen Staumauer am Zusammenfluss von Möhne und Heve (in der heutigen Situation etwa 200 Meter nordwestlich der Staumauer im Ausgleichsweiher, unten in der Abbildung gut zu erkennen) diskutiert.

Während das Hevetal eher dünn besiedelt war, mussten den Fluten im Möhnetal einige Orte, Gehöfte (Bauernhöfe) und auch Straßen weichen. Zu nennen sind insbesondere der Ort Delecke, der fast vollständig aus dem Möhnetal ans Nordufer umgezogen ist, und die kleine Ortschaft Kettlersteich, wo der noch heute auf dem Land existierende sogenannte "Rennweg" zum Torhaus begann.

In der folgenden Abbildung zeigt sich ein Ausschnitt der Situation von heute als farbiges Luftbild mit darauf dargestellter Preußischer Neuaufnahme mit schwarzen Linien und Beschriftungen kurz vor Errichtung der Staumauer um 1900. Es werden also gleichzeitig zwei verschiedene Zeitpunkte dargestellt. Je länger man die Karte betrachtet, umso mehr spannende Details in der Vergangenheit des Möhnetals fallen auf. Besonders interessant sind dabei die schwarzen Signaturen der Karte im Bereich der blauen Seefläche, also dem Teil, der heute unter Wasser steht. Die Möhne hat sich danach einst durch eine Tal-Landschaft mit viel Weide- und Grasland (die gepunkteten Flächen) und wenig Ackerland gewunden. Von den Straßen und Wegen unterscheidet sie sich durch die zahlreichen Kurven. Am Ufer entlang standen viele Bäume. Die dunklen Flächen stehen für kleine Dörfer. Sie sind verbunden durch Wege, die durch dickere parallele Linien dargestellt werden.

Die alte Topographische Karte beweist allerdings auch, dass eine alte Legende unwahr ist: Es gibt im See keinen Kirchturm (keine Beschriftung einer Kirche in der Karte), der bei Niedrigwasser sichtbar wird oder der bei einem Tauchgang erforscht werden kann.

Karte Möhnesee vor und nach seinem Bau

 

Informationen zum Besuch am Möhnesee:

Die Uferbereiche, Staumauer und übrigen öffentlichen Anlagen sind natürlich ständig frei zugänglich. Es gibt ein weitläufiges Netz von Wanderwegen.

Für die Schifffahrt fallen Kosten an, die der Internetseite (s. unten) zu entnehmen sind. Einige Parkplätze sind kostenpflichtig. Vor allem in den Orten, aber auch an der Sperrmauer und am Torhaus befinden sich zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Anreise mit dem Auto: Auf der A44 bis zur Ausfahrt 56 Soest / Möhnesee und aus Richtung Ruhrgebiet links, aus Richtung Kassel rechts abbiegen auf die B229 Arnsberger Straße. Dem Verlauf bis Delecke folgen. Dort je nach Ziel...

Zur Staumauer im Kreisverkehr rechts auf die Linkstraße / Möhneseestraße und ca. 2,5 km bis zum Parkplatz an der Staumauer fahren.
Nach Körbecke im Kreisverkehr links abbiegen.
Zum Südufer / Torhaus geradeaus auf der B229 und den See überqueren. Hinter der Brücke befindet sich bereits ein erster Parkplatz, ca. 2 km dahinter der am Torhaus.

Zieleingabe ins Navigationssystem: z.B. Möhnestraße oder Arnsberger Straße in 59519 Möhnesee

Geographische Koordinaten:
51°29'22.85"N, 8° 03'33.39"E – Staumauer (Möhnetalsperre)
51°28'31.85"N, 8° 04'15.72"E – Anlegestelle Hevearm
51°28'39.61"N, 8° 10'57.91"E – Kanzelbrücke
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
434687 m, 5704701 m – Start

435483 m, 5703115 m – Emscherquellhof
443245 m, 5703262 m – Opherdicke

Anreise mit Bus und Bahn: Der Möhnesee ist nur über Umstiege und Kombination von Bahn und Bus zu erreichen. Er liegt außerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Von Dortmund oder Unna mit der RB 59 bis zum Endbahnhof Soest, von Dortmund, Hamm oder Paderborn mit dem RE 1 oder der RB 89 bis Soest und von dort aus weiter mit dem Bus.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike und als Wanderer: Der komplette See wird durch den Möhnetal-Radweg erschlossen, der wiederum bei Neheim auf den RuhrtalRadweg trifft. Für Wanderer ist der WestfalenWanderWeg interessant, der von Hattingen kommend bis Altenbeken verläuft und auch den Möhnesee erschließt.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der See dargestellt. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

  Rad- und Wanderkarte Möhnesee   Radwanderkarte Soest (Kreisgebiet)   Westfalen WanderWeg

Quellen und weitere Informationen:

Gemeinde Möhnesee: www.moehnesee.de
Möhneseeschifffahrt:

www.moehneseeschifffahrt.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
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