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Das Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel

Desireh, Bonbon, Flocke & Co. im Weißhirschpark im Re(h)vier

Dass es weiße Hirsche gibt, weiß man nicht zuletzt dank des Kinderbuchs „Als die Tiere den Wald verließen“ von Colin Dann. Darin flieht eine muntere Gruppe verschiedener (und durchaus an verschiedenen Stufen der Nahrungskette stehender) Tiere aus ihrem gewohnten Wald und findet Schutz im "Weißhirschpark". Sein Name leitet sich von den stolzen Hirschen mit ihrem weißen Fell ab. Die als Zeichentrickfilm umgesetzte Handlung bestand letztlich aus drei Serien-Staffeln. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser an die Geschichte, die um 1979 als Buch veröffentlicht und im Fernsehen in den 1990er Jahren ausgestrahlt wurde.

Auch das Re(h)vier hat einen Weißhirschpark. So in der Art. Offiziell heißt es Wildgehege Grutholz, aber beim Anblick der weißen Wildtiere hat der ein oder andere diesen Film sicherlich vor Augen. Entstanden ist das Gehege 1969 im Zusammenhang mit dem Bau der Siedlung Deininghausen als benachbartes Naherholungsgebiet. Es liegt nördlich des Stadtzentrums von Castrop-Rauxel im ländlichen Raum unweit der Autobahn A42. Das Wildgehege erstreckt sich über 4 Hektar Waldfläche und kann ständig besucht werden. Betreut wird es von einem Förderverein. Zusammen mit dem benachbarten Waldspielplatz ist es ein sehr lohnenswertes Ziel insbesondere für Kinder – nicht nur für den Nachwuchs der Siedlung. Diese können auch als Pate für die Tiere dienen, die mit teils ganz passenden oder auch sehr kreativen Namen wie Desireh, Bonbon oder Flöckchen getauft sind. So hießen einige zumindest im Jahr 2017. Inzwischen dürften Tiere gestorben und neue mit noch lustigeren Namen geboren sein. Die Namen der Tiere und Tierpaten stehen auf einer Infotafel hinterm Zaun [...]

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Tier mit prächtigem Geweih

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Sonst scheues Wild – im Grutholz zum Greifen nah

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Müde? Traurig? Oder denkt es daran, dass morgen schon wieder Montag ist?

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Ganz in der Nähe des Waldspielplatzes lässt sich das Gehege am besten überblicken. Hier findet man neben Bänken für eine Rast auch einen Futterautomaten, an dem man spezielles Futter kaufen kann. Damit lassen sich das Damwild und die Sikahirsche durch den Zaun füttern. Im begrenzten Maße ist es allerdings auch erlaubt, mitgebrachte Nahrungsmittel zu füttern. Erlaubt sind beispielsweise Möhren, Äpfel oder Birnen. Wie cool ist man wohl als Opa, Tante, Bruder, Vater oder sonstiger Verwandtschaftsgrad, wenn man für den kurzen Nachwuchs eine Tüte bereits geschnittener Möhren herbeizaubern kann?! Der wird sich vielleicht ein Leben lang daran erinnern! Allerdings lassen sich auch Szenen beobachten, in denen Kinder ohne zu gucken werfen (meist landet alles noch vorm Zaun, mit Glück noch die Möhre auf der Birne vom Hirsch) und Opa beschließt, dass das diesmal definitiv der letzte Besuch sein würde.

Wer ein paar Schritte weitergehen kann und möchte, sollte Ausschau nach Pfauen halten. Auch diese laufen durch das Wildgehege und lassen sich mit etwas Glück beim Schlagen eines mächtigen Rades aus Pfauenfedern beobachten. Und weil wir uns im Weißhirschpark befinden, sind einige Exemplare ebenfalls vollständig weiß. Eine Besonderheit, die ich in dieser Form auch noch nie gesehen habe. Nach einer kurzen Umrundung kommt man wieder an der Fütter-Stelle an. Die Besucher sind andere als vorhin. Kindliche Freude und trauriger Frust liegen in der Luft und sind schon von Weitem zu hören. Eltern machen Selfies mit ihren Kurzen, andere fotografieren stolz den Nachwuchs, wie er sich traut, die Nase vom Hirsch zu streicheln. Ein bisschen Freizeit im Wald mit selten zu beobachtenden Tieren. Freizeit, die sich jeder leisten kann.

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Klare Trennung. Aber wer beobachtet eigentlich wen?

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Man nähert sich aus dem Hintergrund

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Das süße Geräusch dazu müssen Sie sich dazu denken

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Reges Treiben an der Futterstelle im "Weißhirschpark"

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Die interessante Tasche könnte ja voller Möhren sein. Es sind aber nur Wechsel-Objektive drin. Die sind nicht essbar.

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Nach menschlichen Gesichtszügen würde ich sagen...

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

... besser nicht reizen und zum Feind machen.

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Wildhütte mit Futterstelle im Hintergrund

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Man kommt den Tieren ganz nah, wenn man sich traut.

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

Streckt der doch tatsächlich die Zunge raus...

Wildgehege Grutholz in Castrop-Rauxel Ruhrgebiet

In einem anderen Teil: Weißer Pfau. Psst... schläft gerade.

Wenn ich Pate wäre, würde ich mein Reh übrigens Kartoffelpü nennen. Für Freunde der Wiedergeburt bietet sich noch Inkarnation an. Künstler könnten es Trospektive taufen. Tina ist auch ein schöner Name. Für Augenärzte (Reh Tina). Wie viele Fremdworte mit Re- gibt es wohl noch? Und wieso liegt hier ein Kochbuch mit der Reh-zeptur von Hirschgoulasch?

 

Informationen zum Besuch im Wildgehege Grutholz:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Gehege ist ständig und frei zugänglich. Für den Futterautomat (sofern gefüllt und nicht leergekauft) müssen passend 50-Cent-Münzen mitgebracht werden. Einige Nahrungsmittel wie Möhren, Kartoffeln, Äpfel, Birnen, Pflaumen (entsteint!), Getreide sowie Kastanien, Eicheln oder Eckern dürfen mitgebracht und selbst durch den Zaun verfüttert werden – nicht jedoch Brot und Brötchen sowie angeschimmeltes Essen. Eine Informationstafel klärt darüber auf, was erlaubt ist und was nicht. Im Zweifelsfalle verzichten Sie bitte zugunsten der Gesundheit der Tiere. Sollte Essen verschmäht werden, so ist dieses mitzunehmen bzw. im Mülleimer zu entsorgen.

Hin und wieder werden besondere Aktionen insbesondere für Kinder angeboten. Mehr Informationen dazu bietet die offizielle Webseite des Fördervereins (siehe unten).

Das Gehege kann nur unter Betreuung des Vereins bei Veranstaltungen betreten werden. Im Normalbetrieb ist es über die Aussichtspunkte zu überblicken. Ein Waldweg führt einmal rings herum. Allerdings sind die Einblicke auf der nördlichen Seite beschränkt. Dafür entdeckt man hier einen stillen Waldsee.

Wer die Tiere fotografieren möchte, muss etwas mit dem Zaun mit den dünnen Gitterstäben kämpfen. Man kann sich an allerhand Tricks versuchen, diese im späteren Bild unsichtbar scheinen zu lassen.

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 26 Castrop-Rauxel. Aus Richtung Autobahnkreuz mit der A45 links, aus Richtung Oberhausen rechts abbiegen auf die B235. An der nächsten Ampel links abbiegen in die Pallasstraße, die in die Oststraße übergeht und die Autobahn quert. Nach ca. 1,7 km links abbiegen in die Dresdener Straße und dann links in die Wittenberger Straße. Möglichst gegen Ende am Rand parken und zu Fuß der Beschilderung folgend vorbei am Spielplatz zum Wildgehege.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Wittenberger Straße (z.B. Hausnummer 38) in Castrop-Rauxel

Geographische Koordinaten: 51°33'52.76"N, 7°19'38.98"E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 384076 m, 5713945 m

Anreise mit Bus und Bahn: Von Castrop Münsterplatz (Nähe Bahnhof Castrop-Rauxel-Süd, mit RB 43 von Dortmund Hbf. oder Herne erreichbar) oder Nette / Oestrich S-Bahnhof (mit S2 von Dortmund Hbf. oder Recklinghausen Hbf.) mit dem Bus der Linie 361 bis Deininghausen (ein Halt davor zum Bereitmachen: Weimarer Straße bzw. Oststraße). Zu Fuß entlang der Dresdener Straße bis zur Wittenberger Straße und dieser bis zum Ende etwa 500 m vorbei am Waldspielplatz folgen. Das Wildgehege ist ausgeschildert.

Es ist auch eine Anreise zum Hauptbahnhof Castrop-Rauxel möglich mit einem ca. 25 minütigem Fußweg (Bahnhofstraße nach Süden - Europaplatz - Grutholzallee - Am Wildgehege).

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike und als Wanderer: Der Radwanderweg "Grüne Acht" führt in der Nähe vom Wildgehege vorbei. Auch der Fernwanderweg XE Emscherweg passiert das Grutholz.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist das Wildgehege dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quellen und weitere Informationen:

Wildgehege Grutholz:

www.wildgehege-grutholz.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 02 / 2018
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr