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Die Zeche Jacobi I / II in Oberhausen

Vom Zechen- und Kokereigelände zum Öffentlichen Golfplatz

Der Rasen ist perfekt gemäht. Golfspielende ziehen ihre Trolleys hinter sich her, wählen den geeigneten Schläger aus und befördern ihren Ball in Richtung Fahne. Sandbunker, Gräser-Inseln und ein Teich erschweren das Spiel und sorgen für willkommene Abwechslung. Friedlich ist es hier und ruhig, die Stille wird hin und wieder nur vom satten „Pöckkk“ und dem bewundernden Kommentar von Mitspielenden unterbrochen, wenn der Schlagende mit dem Eisen den Golfball trifft und dieser danach in einem beeindruckenden Bogen in die Ferne fliegt. Zugegeben: ganz ungewöhnlich ist ein Golfplatz im Herzen des Ruhrgebiets nicht, gibts es doch beispielsweise bekannte Plätze am Haus Oefte in Essen, nahe dem Kemnader See in Bochum oder auch mit gleich zwei benachbarten Plätzen auf der Haar in Fröndenberg. Doch in diesem Fall ist die Lage besonders – und einen der wenigen Hinweise darauf gibt ein großes, gebogenes Stück Stahlrohr, das auch im Titelbild zu sehen ist, welches auf stählernen Stützen aufliegt und irgendwie so gar nicht zum Golfsport passen mag. Höchstens als Ansporn, den Ball hineinzubefördern.

Hier, wo sich heute Golfspielende austoben, wurde früher tief unter der Erde und an der Erdoberfläche malocht. Denn das Gelände des Golfplatzes war früher ein Steinkohlen-Bergwerk mit angeschlossener Kokerei. Und das kurvige Stahlrohr ist ein letzter Rest der sogenannten Übertageanlagen. In der folgenden Abbildung ist das Gelände der Zeche Jacobi I / II in den 1950er Jahren zu sehen. Mit einem Klick oder Fingertipp auf die Karte wird das schwarz-weiße Gelände zum grünen Golfplatz und das Luftbild gegen ein aktuelles, aber mit identischer Lage, ausgetauscht. Somit lässt sich die Entwicklung schon einmal gut nachvollziehen. Der blaue Pfad in der aktuellen Ansicht ist der nutzbare Weg quer über das Golfplatz-Gelände.

 Historische Ansichten der Zeche Jacobi in Oberhausen

Im Jahre 1913 gingen die beiden Schächte I und II der Zeche Jacobi in die Kohleförderung. 1974 wurde die Zeche stillgelegt, die Fördertürme und einige Anlagen der eigentlichen Zeche um 1979 abgerissen. Die Kokerei arbeitete noch einige Jahre bis 1984 weiter, zuletzt nachvollziehbarerweise nicht mit eigener Kohle als Grundlage, sondern von woanders beliefert. Auch deren Anlagen und Gebäude wurden Anfang der 1990er Jahre abgerissen und abgetragen – praktisch nur das Kurvenstück einer Rohrleitung und einige Mauern am Rande der Anlage blieben als Erinnerung an das Bergwerk erhalten.

Als erstes wurde 1999 die kleinere Sportanlage Jacobi fertiggestellt, die sich hauptsächlich im Bereich des Zechengeländes an der Straße Im Fuhlenbrock und größtenteils auf Bottroper Stadtgebiet im gleichnamigen Stadtteil Fuhlenbrock befindet. Ein Jahr später eröffnete dann ein neuer Golfplatz auf dem Zechen- und Kokereigelände größtenteils auf dem Stadtgebiet von Oberhausen. Das ist einmalig im Ruhrgebiet und eine ungewöhnliche Nachnutzung derartiger Brachflächen. Üblicherweise werden auf diesen Flächen Gewerbe- oder Wohngebiete angesiedelt. Altlasten im Boden erschwerten dies jedoch, sodass man sich für Abdichtung bzw. Versiegelung und Renaturierung entschied. Und so entstand umgeben von städtischer Siedlung auf der alten Zeche und Kokerei Jacobi und den umfangreichen Gleisanlagen der Güterzugverladung und den Gleisanschlüssen ein Golfplatz. Zunächst unter dem Namen „Volksgolfplatz Jacobi“ bekannt, heißt die Anlage heute Golfcenter Jacobi des Golfclubs Oberhausen. Doch weiterhin der ersten Idee folgend, einen Golfplatz für die breite Bevölkerungs-Masse zu bauen, ist die Anlage nach wie vor öffentlich. Natürlich müssen für die Nutzung der Bahnen oder zum Leihen von Schlägern, Bällen usw. Gebühren bezahlt werden (Mehr Informationen dazu bietet die Internetseite, die weiter unten angegeben ist). [...]

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Gepflegter Rasen, wo früher Kohle gefördert und veredelt wurde

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Lore als Erinnerung und Bilder der Zeche an der Driving Range

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Sanft-hügeliges Gelände mit Gräser-Inseln und Gehölzen

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Flächen des Golfplatzes Jacobi

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Markantestes Element ist dieses aufgeständerte Stahlrohr

Das Golfcenter Jacobi besteht aus zwei 9-Loch-Anlagen. Eine der Anlagen ist ein sogenannter Kurzplatz mit kleineren Bahnen. In der Mitte, gegenüber der ehemaligen Pförtnerhäuser der Zeche (die nicht mehrexistieren), liegt die überdachte Driving Range zum Üben von Abschlägen.

Ein Fußgänger- und Radweg verläuft von der Harkortstraße quer über den Golfplatz. Auch Nicht-Golfspielende können so das Golfcenter Jacobi anschauen und auf einem Seitenweg kurz zum stählernen Rohr huschen. Und den Spielenden beim Ausüben ihrer Tätigkeit an den Tees und beim Suchen ihrer Bälle im hohen Gras, in den Sandbunkern oder unter Bäumen zuschauen. Am ehemaligen Haupteingang der Zeche, wo sich auch der Parkplatz befindet, steht eine Infotafel mit einer Zeittafel zum Bergwerk mit historischer Ansicht der Zeche.

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Golf-Ausrüstung statt Helm und Grubenlampe

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Abschlagort einer Bahn auf dem Golfplatz

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Gebogenes Stahlrohr am Rande des Platzes als eines der wenigen Erinnerungsstücke an das alte Bergwerk und die Kokerei

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Wege über den Golfplatz

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Im Unterholz verbergen sich noch Mauern

Im historischen Luftbild sind einige Haldenstandorte identifizierbar. Kaum etwas ist davon heute noch sichtbar. Eine etwa 3 ha große Fläche liegt westlich des Zechengeländes (dieses befindet sich in der folgenden Karte in der unteren rechten Ecke) an der Schwarzwaldstraße, zwei weitere mit dieser Größenordnung entlang der Jacobibahn zur Zeche Prosper-Haniel. Alle drei haben eine fächerförmige Grundform und sind nur begrenzt heute noch sichtbar. In der folgenden Karte sind einige Verdachts-Haldenstandorte in den 1950er Jahren markiert. An den meisten Stellen ist heute nichts mehr davon zu sehen.

Am ehesten sind mögliche Böschungen der alten Halde mit 5 Metern Höhe am Standort an der Schwarzwaldstraße sichtbar. Das ist die langgestreckte Halde in der Karte neben dem Schriftzug "Oberhausen". Ein Weg quer darüber ist heute eine von vielen Verbindungen zwischen Bahntrassenradweg und Golfplatz. Die Fotos unter der Karte unten zeigen den südlichen Zugang an der Schwarzwaldstraße und einen Blick über die Böschung vom Weg ins "Tal".

Halden an der Zeche Jacobi in Oberhausen

Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen Golfclub Jacobi auf dem Gelände der Zeche Jacobi in Oberhausen

Der Beitrag wird in Kürze um weitere (sogar vielleicht unerwartete) Themen ergänzt. Schauen Sie bald noch einmal vorbei!

 

Informationen zum Besuch an der Zeche Jacobi:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Golfplatz-Gelände ist über einen Weg zugänglich. Für die Nutzung der Golf-Plätze und der Driving Range sowie das Leihen von Schlägern, Bällen, Trolleys usw. fallen Gebühren an. Informationen dazu bietet die offizielle Internetseite des GC Oberhausen (siehe weiter unten).

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 bis zur Ausfahrt 11 Osterfeld / Neue Mitte. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Duisburg zweimal links auf die Osterfelder Straße. Unter der Bahn hindurch, danach scharf rechts auf die Bottroper Straße. Nach 2,5 km links auf den Westring. Nach 1,2 km im Kreisverkehr rechts auf die Straße Im Fuhlenbrock. Nach 300 m links in die Jacobistraße und auf dem Parkplatz vor dem Golfcenter Jacobi parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Jacobistraße in Oberhausen

Anreise mit Bus und Bahn: Vom ZOB Bottrop (dieser liegt nicht am Hauptbahnhof, es bestehen aber zahlreiche Busverbindungen) oder dem Bahnhof Sterkrade (Anreise mit RRX 5, RE 19, RB 49) mit den Bussen der Linie 263 bis Jacobistraße (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Greibelstraße bzw. Teutoburger Str.). Zu Fuß in die Turnplatzstraße, rechts in die Huyssenstraße und dann links in die Jacobistraße, um geradeaus auf den Golfplatz zuzulaufen.

kachelmannwetter.com
Geographische Koordinaten:
51°31'20.66"N, 6°53'28.96"E – Zugang, eh. Zecheneingang, Parkpl.
51°31'19.88"N, 6°53'12.86"E – Rohrleitung
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
353713 m, 5710029 m – Zugang, ehem. Zecheneingang
, Parkplatz
353401 m, 5710012 m – Rohrleitung

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Das Gelände ist durch Bahntrassen-Radwege an die Halde Haniel und die Neue Mitte und den OLGA-Park angeschlossen. Dort besteht Anschluss an den Emscherweg.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Seite des GC Oberhausen:

www.pott-golf.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 07 / 2021
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr