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Die Zeche Sterkrade in Oberhausen

Kaum hat man das kleine Wäldchen durchschritten, eröffnet sich der Blick auf das wunderschöne hellrote Fördergerüst über Schacht I. Es ist neben der jedoch eher unauffälligen Grubengasanlage über dem Schacht II das einzige hervorstechende Bauwerk auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Sterkrade im gleichnamigen Vorort der Stadt Oberhausen. Das große Areal, das einmal zwei Förderschächte, eine Kokerei, eine Halde, Verladeanlagen, Holzlager und andere Übertage-Einrichtungen beherbergte (historische Aufnahme siehe unten), ist heute ansonsten eine große, grüne Brachfläche und größtenteils der Natur vorbehalten. Ganz im Norden erhebt sich ein Landschaftsbauwerk mit Sport- und Volleyballplatz.

Die Förderung an diesem verkehrsgünstigen Standort unweit des Bahnhofs Sterkrade an der Hollandbahnstrecke von Oberhausen nach Arnhem in den Niederlanden begann 1903. Aus dieser Zeit stammt auch das noch heute erhaltene Fördergerüst über dem Schacht I. Es ist eines der ältesten erhaltenen dreibeinigen Fördergerüste und als „Deutsches Strebengerüst“ in einer filigranen Stahlfachwerk-Bauweise ausgeführt. Es ragt in eine Backsteinhalle mit drei Etagen, die von ihrer Architektur an die mächtigen Malakowtürme erinnert und ihrerseits schon eine Besonderheit ist. Nicht weit von Schacht I befand sich ein zweiter Schacht. Errichtet wurde die Zeche für die Versorgung der Gutehoffnungshütte mit Kohle. Im Jahre 1933 wurde diese Schachtanlage von der Zeche Osterfeld übernommen, kurz nachdem die Zeche Sterkrade die benachbarte Zeche Hugo-Haniel ihrerseits übernommen hatte, und diente weiterhin der Bewetterung und Seilfahrt. In dem Zuge wurde damals auch die Kokerei stillgelegt. Die Stilllegung der Zeche erfolgte 1994, bereits Ende der 90er waren die meisten Gebäude abgerissen. Im neuen Jahrtausend entstand dann auch das Landschaftsbauwerk Sterkrade im Norden.

Heute ist das Gelände eingeebnet, von der Natur zurückerobert und teilweise durch den Radweg erschlossen. Er führt direkt am Förderturm und der Schachthalle vorbei bis zum Landschaftsbauwerk, auf dessen kreisrunden Gipfeln sich je ein Bolzplatz und ein Beachvolleyballfeld befinden. Beide sind durch angepflanzte Bäume eingerahmt. Wer den Aufstieg nicht bewältigen möchte, kann auch um den Hügel herumfahren und gelangt so direkt zur Fortsetzung der HOAG-Trasse. Seit 1997 ist der Förderturm Teil der Industriedenkmalstiftung und Geschichtskultur und kann nach Absprache besichtigt werden.

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Fördergerüst über dem Schacht I der Zeche Sterkrade

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Ehemalige HOAG-Trasse als Radweg übers Zechengelände

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Blick vom Fuße des Fördergerüstes zu den Seilscheiben

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Ansicht auf das Fördergerüst von der Seite

Zeche Sterkrade in Oberhausen

HOAG-Trasse führt an der Schachthalle vorbei

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Fußballplatz auf dem Landschaftsbauwerk Sterkrade

Zeche Sterkrade in Oberhausen

"Tribüne" des Fußballplatzes – ein kreisrunder Erddamm

Zeche Sterkrade in Oberhausen

Blick zum benachbarten Beachvolleyballplatz

Quer über das Gelände verläuft der Radweg auf der ehemaligen HOAG-Trasse. Neben dem Fördergerüst, das jedoch normalerweise nicht näher erkundet werden kann, erschließt er auch das neue Landschaftsbauwerk im Norden des Zechengeländes. Es besteht aus zwei ineinanderlaufenden kreisrunden Hügeln. Der größere von beiden hat einen in einem windgeschützten Kessel liegenden Sportplatz, der kleinere ein Volleyballfeld.

Haldenfreunde mit Lust auf gute Fernsicht muss man jedoch ein wenig enttäuschen, da das Landschaftsbauwerk gerade einmal zehn Meter hoch und an den Rändern noch dicht bewachsen ist. Eine weitere kleine Halde, die in historischen Luftbildern aus den 1920er Jahren zu identifizieren ist, ist bereits im folgenden Jahrzehnt abgetragen und mit anderen Anlagen überbaut. Auf der anderen Seite der Weierstraße erstreckt sich eine noch größere Brachfläche, die zeitweise als riesige Kohlenhalde genutzt wurde. Die nachfolgende Grafik zeigt das Gelände vor der Übernahme durch die Zeche Osterfeld in den 1920er Jahren mit einer kleinen Bergehalde. Mit einem Mausklick auf die Abbildung wird das Luftbild durch ein aktuelles ausgetauscht, um die Situation damals und heute vergleichen zu können.

 Historische Ansichten vom MüGa-Park

Fazit und Tipp des Webmasters: Natürlich bildet der Überrest der Zeche Sterkrade kein Ziel für einen Ganztagsausflug. Aber ein Besuch lässt sich bei Interesse an besonderen Fördertürmen gut kombinieren mit Zielen in der Umgebung. Insbesondere mit dem Fahrrad ist die Halde Hühnerheide gut zu erreichen, die gute Fernsicht in die Umgebung bietet. Mit dem Auto ist die Neue Mitte Oberhausen mit CentrO, Gasometer und den benachbarten Zielen Schloss Oberhausen samt Kaisergarten, OLGA-Park, Siedlung Eisenheim oder Gehölzgarten Ripshorst gut zu Erreichen. Nicht weit entfernt ist auch die höchste ständig besuchbare Halde im Ruhrgebiet, die Halde Haniel.

 

Informationen zum Besuch der Zeche Sterkrade:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Gelände ist frei zugänglich. Die Maschinenhalle ist nach Absprache mit der Industriedenkmalstiftung zu besichtigen. Teile des Geländes sind dem Naturschutz vorbehalten und sollten nicht betreten werden.

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 11 Oberhausen-Holten. Aus allen Richtungen links abbiegen auf die Königstraße bzw. Erlenstraße. Diese geht in die Von-Trotha-Straße über. Am Kreisverkehr entweder geradeaus und in Höhe der Hausnummer 55 am Rand parken und zu Fuß auf das Zechengelände auf der linken Seite laufen – hier ist der Fußweg zum Fördergerüst kürzer – oder im Kreisverkehr links und nach 500 Metern vor der Bahnüberführung rechts auf den Parkplatz direkt neben dem Landschaftsbauwerk mit längerem Fußweg zum Fördergerüst.

Zieleingabe ins Navigationssystem:
Von-Trotha-Straße, Nähe Hausnummer 55 oder Weierstraße, Nähe Hausnummer 112 (hinter dem Supermarkt)

Geographische Koordinaten: 51°31'10.16"N, 6°50'12.98"E – Förderturm der Zeche Sterkrade
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32): 349904 m, 5709806 m – Förderturm der Zeche Sterkrade

Anreise mit Bus und Bahn: Mit RE 5, 19 und RB 35 von Oberhausen Hbf., Duisburg Hbf. oder Wesel bis Oberhausen-Sterkrade. Von dort auf der Westseite des Bahnhofs (auf der gegenüberliegenden Seite des Busbahnhofs) rechts auf die Straße Westrampe. Dem Verlauf etwa 750 Meter folgen, dabei geht die Straße in die Von-Trotha-Straße über. An der Bushaltestelle „Zeche Sterkrade“ rechts auf das Zechengelände.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Radweg auf der ehemaligen HOAG-Bahntrasse verläuft direkt über das Zechengelände. Am Bahnhof Sterkrade geht er in den Radweg „Grüner Pfad“ Richtung Duisburg-Ruhrort und Meiderich über.

Quellen und weitere Informationen:

Industriedenkmal-Stiftung www.industriedenkmal-stiftung.de
Route der Industriekultur (Zeche):

www.route-industriekultur.ruhr

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 08 / 2018
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr