Friedhof Dorstfeld in Dortmund
Im Westen von Dortmund liegt der Friedhof Dorstfeld zwischen Dorstfelder Allee und S-Bahn-Trasse, leicht zurückversetzt an der Straße Twerskuhle,– ein ruhiges, grün eingefasstes Areal mit bemerkenswertem Geschichtsbezug. Im Volksmund wird er auch Friedhof Twerskuhle genannt, was seiner Lage an der gleichnamigen Straße geschuldet ist. Einst schloss sich südlich das Gelände der Zeche Dorstfeld an, was der Anlage bis heute ihren industriell-historischen Rahmen verleiht.
Der auch als Bauernfriedhof bekannte Friedhof ist parkartig angelegt, mit altem Baumbestand und vor allem im südlichen Teil mit nur vereinzelt erhaltenen Grabstätten. Im nördlichen Bereich finden sich dagegen die großen Grabmale bedeutender Dorstfelder Familien – darunter die monumentale Anlage der Familie Schulte-Witten mit einem ausladenden Bronzeengel sowie das eindrucksvolle Mausoleum der Familie Wulff, das als einziges Bauwerk auf dem Friedhof mit Portikus und Dach gestaltet wurde. An der Tür prangen die ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, Alpha und Omega, als Symbole für den Anfang und das Ende des Lebens.








Gerade an den hier befindlichen Grabsteinen lassen sich viele typische Symbole entdecken, von Kränzen über Figuren, Sterne, Herzen, Fackeln, Ähren, Kränze oder den Schmetterling. Sie stehen für Trauer, Vergänglichkeit und Hoffnung auf Wiedergeburt.
Der Friedhof Dorstfeld ist einer von mehreren Artikeln zu interessanten, alten oder besonderen Friedhöfen. Die zentrale Rubrik-Seite bietet neben einer Übersicht über die anderen Orte auch allgemeine Informationen wie beispielsweise eine Erläuterung zur Symbolik auf Grabsteinen ► Friedhöfe im Ruhrgebiet
Jüdischer Friedhof und Denkmäler für Grubenunglück und Kriege
Besonders hervorzuheben ist der kleine jüdische Friedhof im Norden der Anlage. Er war von 1861 bis 1938 in Nutzung und ist heute frei zugänglich. Hier lassen sich rund 50 erhaltene Grabsteine – meist hoch aufragende Stelen – besichtigen, während derartige Friedhöfe andernorts häufig unzugänglich sind.





An das schwere Grubenunglück der Zeche Dorstfeld von 1925 erinnert ein Denkmal für 47 Bergleute, die damals ihr Leben verloren. Unter Rhododendren steht eine Figur einer trauernden Frau, die ihre Hand auf den Kopf eines Kindes ablegt. Davor befinden sich einheitlich gestaltete Gräber. Zwei Steine klären darüber auf, dass einige der Opfer an anderen Orten beerdigt wurden.
Ergänzt wird das historische Ensemble durch zwei Kriegerdenkmäler: eines für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, dargestellt durch eine liegende steinerne Figur, das andere erinnert an die Opfer des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866.










Wer sich vertieft mit den Geschichten der Begrabenen und der Entwicklung Dorstfelds beschäftigen möchte, kann an den gelegentlich angebotenen Exkursionen der Volkshochschule teilnehmen.
Informationen zur Anreise:
Anreise mit dem Auto:
Auf der A40 bis zur Ausfahrt 44 Dortmund-Barop. Aus Essen links, aus Dortmund rechts abbiegen auf die Dorstfelder Allee. An der nächsten Kreuzung links in die Straße Kortental. Danach links auf die Wittener Straße, links in den Vogelpothsweg und links in die Straße Oberbank. Am Ende links in die Straße Twerskuhle und am Rand parken. Zu Fuß weiter und links auf den Friedhof.
Anreise mit Bus und Bahn:
Mit der S-Bahn S1, S2 oder S4 von Dortmund Hauptbahnhof, Unna oder Essen bis Dorstfeld. Vom Ausgang zur Straße Kortental, links halten und direkt rechts in die Straße Siepenmühle. Der Friedhof liegt dann auf der rechten Seite.
Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:
Der Emscherweg und die Deutsche Fußballroute NRW verlaufen in der Nähe des Friedhofs vorbei.
Kartenmaterial / Literatur:
In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Friedhof bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000) und BVA Radwanderkarte Kreis Recklinghausen* (1:50.000)
Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung
Geographische Koordinaten: 51°30’20.76″N, 7°25’20.95″E
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32): 390524 m, 5707255 m
Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.