Ehemalige Halden im Ruhrgebiet

Häufig ist es spannend zu sehen, was aus den Flächen geworden ist, die vor Jahren, Jahrzehnten oder bald einem Jahrhundert von großen Mengen an Bergematerial in Form von ausgedehnten Halden bedeckt wurden. Während viele der in den anderen Artikeln vorgestellten „normalen“ Bergehalden mehr oder weniger große bis monumentale Berge in der Landschaft darstellen, wurden viele Abraumhalden abgetragen und sind heute nicht mehr oder kaum sichtbar. Mancherorts entstanden hier Wohnanlagen, Gewerbegebiete, Sportplätze oder Infrastruktureinrichtungen, wie zum Beispiel Autobahnen, neue innerstädtische Verkehrsachsen oder Parkplätze. Auf dieser Seite stehen also ehemalige Halden im Ruhrgebiet im Fokus, die heute nur noch minimal oder gar nicht mehr zu sehen sind und ein Besuch, sofern überhaupt zugänglich, nur für eingefleischte Freunde der Industriekultur und Historiker lohnen würden.

Interaktive Luftbild-Vergleiche

Mithilfe historischer Luftbilder, Fotografien oder Karten kann eine beispielhafte nachgewiesene Ausdehnung der ehemaligen Halden in früheren Zeiten rekonstruiert werden. Auf dieser Seite steuern Sie die entsprechenden Grafiken interaktiv selbst.

Mittels Mausklick (an PCs oder Laptops) oder Fingertipp (auf Smartphones oder Tablets) wechseln Sie die Darstellung zwischen einem aktuellen und einem historischen Bild hin und her. Da die Luftbilder identisch in ihrer Lage sind, lassen sich beeindruckende Vergleiche anstellen. Was war früher dort? Was ist verschwunden? Was ist geblieben? In der nebenstehenden Abbildung ist beispielhaft erklärt, wie man sich innerhalb dieser Bilder orientieren kann. So sind Straßenkreuzungen oder Gebäude markiert, die damals und heute vorhanden waren. Die Halden, die hier Thema sind, sind in beiden Grafiken jeweils mit einer Kontur markiert.

So lässt sich nachvollziehen, wie die teils riesigen ehemaligen Halden heute liegen würden (im Beispiel unter einem Neubau-Wohngebiet) und wie sie damals das Ortsbild geprägt haben.

Die historischen Luftbilder sind Teil eines flächendeckenden Kartenwerks, das innerhalb eines Zeitintervalls um das genannte Jahr aufgenommen wurde. Daher stellen sie nicht zwangsläufig einen Zustand aus dem angegebenen Jahr (z. B. „1926“) dar, sondern können auch im Vor- oder Folgejahr aufgenommen sein. Für die heutigen Luftbilder wird auf den zum Zeitpunkt des Schreibens und Recherchierens der Dokumentation aktuellen Stand einer Luftbildsammlung gegriffen, die sich auch aus Aufnahmen verschiedener Jahre zusammensetzt.

Die Liste ist alphabetisch sortiert und nach den Städten geordnet. Die Liste und Karten werden fortlaufend erweitert. Schauen Sie einfach ab und zu wieder vorbei, was sich hier neues verändert!


Ehemalige Halden in Bergkamen

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Bergkamen. Noch vorhandene Objekte wie die Halde Großes Holz sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Halde Grimberg I / II und Halde Grimberg III / IV „Kuckuck“

Mit dem Förderturm in der besonderen architektonischen Bauweise und der alten Kohlenmischhalle mit dem Tarnmuster auf dem Dach ist unübersehbar, dass sich hier eine Zeche befunden hat – die Schachtanlage Grimberg I / II.

Neben der benachbarten Haldenlandschaft Großes Holz befand sich hier eine fünfte Bergehalde in der Kamer Mark. Sie war die allererste, lag etwa dort, wo heute die Grenze zwischen dem Gewerbegebiet Neu-Monopol und der Firma Schering ist und würde auch das Holzkontor in der großen Halle überdecken. Sie hatte eine Fläche von etwa 2,7 Hektar in den Ausmaßen Mitte der 1920er Jahre. Aber die Halde wurde vermutlich hauptsächlich in den 1950er Jahren abgetragen und durch Anlagen der Zeche selbst überbaut.

In den 1920er Jahren begann die Errichtung einer zweiten Schachtanlage etwa 1,5 Kilometer südwestlich der Schachtanlage I / II. Zunächst entstand der Schacht „Kuckuck“, später direkt daneben Schacht IV. An diesem Ort fand 1946 das schwerste Grubenunglück der Geschichte in Deutschland mit über 400 Toten statt. Heute ist hier bis auf Protegohauben nichts mehr von dem 1974 stillgelegten Bergwerk zu sehen – hier befindet sich eine spärlich bebaute Brachfläche mit einem Bildungszentrum des TÜVs. Die Straße „Zum Schacht Kuckuck“ erinnert noch an die Zeche, am Gelände selbst führt der Radweg Römer-Lippe-Route vorbei. Hier steht auch eine Informationstafel, die über die Zeche aufklärt. Auch hier gab es eine Bergehalde, genauer gesagt sogar zwei in der Anzahl. Eine etwas mehr als 1 Hektar große Spitzkegelhalde entstand bereits in den 1920er Jahren mit Teufen des Schachtes.

In den 1950er Jahren war diese jedoch verschwunden, dafür eine etwas kleinere Halde südlich davon am inzwischen begradigten Kuhbach entstanden. Diese war aber nicht besonders hoch. Eine 3 Meter hohe Böschung ist noch heute am Rande der Siedlung Unter den Telgen zu finden.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:
Schachtanlage I / II: Ernst-Schering-Straße, Stadtteil Bergkamen
Schachtanlage III / IV: Schulstraße, Stadtteil Weddinghofen

Ehemalige Halden in Bochum

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Bochum. Noch vorhandene Objekte wie der Tippelsberg, die Halde Hasenwinkel oder die Halde Marianne sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Ehemalige Halden in Bochum

Halde Bruchstraße I / II

Unmittelbar am Bahnhof Langendreer, einst nicht nur S-Bahn-Halt, sondern auch Bahnhof an der Fernbahn zwischen Dortmund Hbf. und Bochum Hbf., bestand die Zeche Bruchstraße. Sie besaß eine Förderschachtanlage mit zwei Schächten samt Kokerei sowie zwei Wetterschächte in der Nähe. Die Förderung begann 1874. In den 1960er Jahren wurden nach Stilllegung im Jahr 1962 und Abriss der Schachtanlagen I / II und III auf den Geländen die zwei benachbarten Opel-Werke 2 und 3 – letzteres auf der Förderschachtanlage – zur Komponentenherstellung und Distribution eröffnet.

In dem Zuge verschwand auch die zuletzt in der Fläche zugunsten von Betriebsgebäuden verringerte und in den 1920er Jahren etwa 6 Hektar große Halde neben der Schachtanlage I / II. Das historische Luftbild stammt aus den 1920er Jahren. Im Osten markiert die Umrandung die Grenze der Halde aus den 1950er Jahren, weshalb Luftbild und Markierung in diesem Falle nicht deckungsgleich sind.

Im folgenden Schrägluftbild sind die Zeche und der Bahnhof Langendreer mit Blick nach Osten zu sehen. In der Bildmitte befindet sich die alte Halde. Vom Bahnhof ist nur noch das Empfangsgebäude erhalten, das heute Kulturzentrum ist. Von den Bahnsteigen ist heute nichts mehr erhalten.

Historische Ansicht der Zeche Bruchstraße in Bochum
Historische Ansicht der Zeche Bruchstraße in Bochum

Adresse: Hauptstraße in Bochum, Stadtteil Langendreer

Halde Centrum I / III / VII

Die ehemalige Halde der Zeche Centrum in Wattenscheid wird in einem eigenen Artikel vorgestellt ► Artikel zur Zeche Centrum

Halde Dannenbaum I, II und Halde Dannenbaum III (Halde Friederika)

Die Zeche Dannenbaum prägte den Süden von Bochum, geht auf alte Stollenbetriebe zurück und besaß mehrere Schachtanlagen in verschiedenen Stadtteilen, die zum Teil von anderen Zechen im Laufe der Zeit übernommen wurden. Der Tiefbau begann im Jahre 1860 und endete gut 100 Jahre später.

Dannenbaum I – Opelwerk

Die Schachtanlage Dannenbaum I war die östlichste der drei und befand sich im Stadtteil Laer. Nach Stilllegung des Betriebs entstand auf dem Zechengelände das Opelwerk 1, das insbesondere während der Schließung 2014-2015 in Presse und Fernsehen häufig gezeigt wurde. Nur wenige Relikte der Zeche sind dabei erhalten geblieben. Die Bergehalde, mit ca. 5,5 Hektar recht ausgedehnt, wurde damals fast komplett versiegelt durch Park- und Lagerflächen sowie den Neubau des autobahnähnlichen Sheffield-Rings. Nach der Schließung von Opel Bochum wird nun wiederholt eine komplette Nachfolgenutzung für das Gelände geplant, unter anderem soll sich hier ein Logistik-Unternehmen ansiedeln. Durch die völlige Umgestaltung der Straßenverbindungen lässt sich im Luftbildvergleich kaum erkennen, dass es sich wirklich um denselben Bildausschnitt handelt.

Die folgende Aufnahme zeigt die Schachtanlage Dannenbaum I mit der Halde im Vordergrund.

Historische Aufnahme der Zeche Dannenbaum
Historische Aufnahme der Zeche Dannenbaum

Das zweite Luftbild zeigt das ehemalige Zechen- und Haldengelände der Gründungsschachtanlage in den 1980er Jahren. Es ist vollständig vom Opel-Werk überbaut. Im Vordergrund ist das markante Verwaltungsgebäude mit dem OPEL-Schriftzug zu sehen, das auch nach der Schließung des Werks und Abriss vieler Hallen heute noch erhalten ist.

Historische Aufnahme des Opel-Werkes Bochum
Historische Aufnahme des Opel-Werkes Bochum

Dannenbaum II

Nicht einmal 1 Kilometer in westlicher Richtung entfernt lag die Schachtanlage Dannenbaum II an der Paulinenstraße und Paulstraße im Stadtteil Wiemelhausen. Die Situation ist im mittleren Luftbildvergleich dargestellt. Über eine Seilbahn war sie mit der ersten Schachtanlage in Laer verbunden.

Ab 1906 diente diese Schachtanlage nur noch der Seilfahrt (Personen-Transport in die Tiefe) und der Bewetterung (Belüftung des Bergwerks unter Tage). Einige der Gebäude blieben nach der Stilllegung 1958 stehen und werden gewerblich oder zum Wohnen genutzt. Die etwa 3,3 Hektar große Bergehalde nördlich der alten Bahnverladung wich zu größten Teilen der heutigen Wohnbebauung an der Paulinenstraße.

Friederika

Hinter Bürohäusern an der Universitätsstraße, unmittelbar an der U-Bahn-Haltestelle Waldring, befindet sich mit dem kleinen, unscheinbaren Friederika-Park eine Grünanlage. Er liegt auf dem Gelände der alten Zeche, Bahnverladung und Bergehalde Friederika, die 1889 übernommen wurde und fortan als Schachtanlage Dannenbaum III fungierte. Die Bergehalde der Zeche wurde Mitte der 1930er Jahre abgetragen. Die Markierung der Halde in der dritten Abbildung dieses Blocks ist in den westlichen Begrenzungen fraglich und nur schwer im alten Luftbild zu identifizieren.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:
Dannenbaumstraße, Stadtteil Laer (Schachtanlage I)
Paulinenstraße, Stadtteil Wiemelhausen (Schachtanlage II)
Friederikastraße, Stadtteil Wiemelhausen (Schachtanlage III)

Halde Engelsburg

Nicht weit entfernt vom Autobahndreieck Bochum-West befand sich die Zeche Engelsburg. Die Schachtanlage I / II lag an der Essener Straße mittig zwischen dem Bochumer Verein und dem Stahl- und Rohrwalzwerk. Die Zeche wurde 1961 stillgelegt und lag längere Zeit brach, sodass sich sogar ein Wald entwickelte. Erst nach der Jahrtausendwende erhielt das Gelände eine neue Nutzung. Mit großen Hallen überdeckt der Betriebshof der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) das Areal. Teil davon ist auch eine ehemalige Bergehalde von ca. 1,3 ha Fläche, die jedoch schon in den 1940er Jahren verschwunden ist und dessen Fläche vermutlich zuletzt als Holzlagerplatz diente.

Adresse: Engelsburger Straße, Stadtteil Eppendorf

Halde Fröhliche Morgensonne

Tief im Westen von Bochum, gerade einmal ein Kilometer von der Stadtgrenze nach Essen entfernt, lag die Zeche Fröhliche Morgensonne in ländlicher Umgebung. Sie förderte von 1878 bis 1963 und ab 1956 die letzten Jahre im Verbundbergwerk mit der Zeche Centrum. Heute ist das Zechengelände, durchaus immer noch in landwirtschaftlich geprägter Umgebung, Teil des Gewerbegebietes Fröhliche Morgensonne. Einige historische Gebäude des Bergwerks sind bis heute erhalten und werden von Firmen genutzt.

Mit Schließung der Zeche in den 1960er Jahren verschwanden direkt die meisten der heute nicht mehr erhaltenen Anlagen und das Gewerbegebiet entstand.

Dabei wurde auch die etwa 5 ha große Bergehalde abgetragen, die sich, hoch aus der Landschaft erhebend, südwestlich der Zeche befand. Noch heute markiert eine Kleingartenanlage an der Morgensonnenstraße, die schon zu aktiven Zeiten an die Halde angrenzte, ihre alte Ausdehnung. Das Schrägluftbild mit Blick nach Norden zeigt einen Teil der Halde im Vordergrund.

Historisches Foto der Zeche Fröhliche Morgensonne in Bochum
Historisches Foto der Zeche Fröhliche Morgensonne in Bochum

Adresse: Fröhliche Morgensonne, Stadtteil Wattenscheid

Halde General I / II

Die Geschichte der Zeche Vereinigte General & Erbstollen – zuletzt kurz Zeche General – von der Stollen- zur Tiefbauzeche mit zahlreichen Schächten und Erbstollen sowie Problemen und Katastrophen in kurzen Worten zu beschreiben, ist nicht möglich. Die Schachtanlage I / II mit weiteren Luft- und Hilfsschächten an der Elsa-Brändström-Straße förderte von 1874 bis 1928. Zwischen der Straße und dem Zechengelände sowie nördlich der Straße befanden sich zwei ungleich große Halden. Die größere nördliche hat im historischen Luftbild eine Fläche von ca. 4 ha, die kleinere etwa 1 ha. In den 1950er Jahren wurden die Halden abgetragen.

bereits in den 1960er Jahren ist die erste Bebauung an ihrer Stelle belegt. Heute liegt hier ein Gewerbegebiet mit mehreren kleineren Betrieben und mit Klaus Union ein großer Pumpenhersteller. Nicht weit von Haus Weitmar, nahe der benachbarten Schachtanlage Flora, befindet sich heute die Generalstraße. Auf einige Stollen der Zeche wird im Bergbaurundweg Dahlhausen näher eingegangen.

Adresse: Elsa-Brändström-Straße, Stadtteil Weitmar

Halde Hannover III / IV / VI

Unter dem Naherholungsgebiet „Kruppwald“ verbirgt sich eine kleine, abgetragene Bergehalde der Zeche Hannover. ► Artikel zur Zeche Hannover

Halde Heinrich Gustav (Robert Müser)

Unmittelbar am heute noch bestehenden Förderturm über dem Schacht Arnold der Zeche Robert Müser bestand eine Halde, die noch auf den Vorläufer, die Zeche Heinrich Gustav zurückging. Sie ging um 1860 in Betrieb und wurde 1929 Teil der Großzeche Robert Müser. Die Halde ist schon in älteren Kartenwerken verzeichnet, wurde jedoch offenbar in den 1920er oder 1930er Jahren bereits abgetragen. Eine Zeit lang befand sich hier ein Lagerplatz. Die Fläche der abgetragenen Halde ist auch heute noch Teil des Zechengeländes und teilweise überbaut. Eine weitere Halde diente womöglich zum Aufhalden von Kohle. Sie ist im Luftbild der 1920er Jahre sichtbar, aber vermutlich beim Ausbau der Großzeche in diesem Jahrzehnt ebenfalls verschwunden.

Unmittelbar am Standort der Halde führt der auf diesen Seiten beschriebene Industrielehrpfad Langendreer vorbei. Siehe auch ► Halde Robert Müser

Adresse: Brandwacht, Stadtteil Werne

Halde Holland III-VI

Die ehemalige Halde neben der Schachtanlage Holland III-VI in Wattenscheid wird in einer eigenen Dokumentation behandelt ► Artikel zur Zeche Holland

Halde Jakob (Süd)

Die noch heute am Rande von Werne liegende Halde Jakob (nahe Station des Beitrags) hatte in früheren Zeiten noch einen kleinen Bruder in unmittelbarer Nachbarschaft. Wo heute das Gewerbegebiet an der Hauptfeuerwache der Stadt Bochum liegt, war bis in die 1950er Jahre eine weitere recht hoch aufragende Halde – direkt neben der Schachtanlage Jakob der Zeche Heinrich Gustav bzw. seit Ende der 1920er Jahre Zeche Robert Müser. Ihre Fläche zuletzt betrug etwa 2,6 ha. Vermutlich Ende der 1950er Jahre wurde sie abgetragen und diente eine Zeitlang als Lagerplatz. Die Umgebung hat sich insgesamt stark verändert. Direkt nebenan sind die Harpener Teiche ein kleines Naherholungsgebiet geworden und auch die Nordhalde Jakob hat heute eine andere Form.

Adresse: Werner Hellweg, Stadtteil Werne

Halde Julius Philipp

Ein mächtiger Malakowturm steht an der Markstraße in Bochum. Das Exemplar dieser besonderen Bauform eines Förderturms stammt aus dem Jahr 1877. Etwa 30 Jahre später wurde die Zeche Julius Philipp bereits wieder stillgelegt und diente der Nachbarzeche Prinz Regent zur Bewetterung. Nördlich schließt sich eine Bergehalde an, deren Abgrenzung teilweise nicht mit Sicherheit festgelegt werden kann. Heute befinden sich auf dem vermuteten Gelände zwei Sportplätze und Wohnhäuser. Der etwas perspektivische Turm ist in beiden Luftbildern sehr gut zu erkennen. Etwa in diesem Zeitraum der historischen Aufnahme, vermutlich nur wenig später, wurden die meisten Anlagen der Zeche auf der Erdoberfläche mit Ausnahme des Malakowturms abgerissen.

Der Malakowturm wird im Beitrag zur nahen Springorum-Trasse näher vorgestellt.

Adresse: Markstraße, Stadtteil Wiemelhausen

Halde Mansfeld I / IV und V / VI

Die Zeche Mansfeld im Stadtteil Langendreer entstand 1875 durch eine Zusammenlegung der Zechen Colonia und Urbanus. Das Bergwerk besaß mehrere Schachtanlagen, davon eine weiter entfernt auf dem heutigen Gelände der Hochschule Bochum. Die Stilllegung erfolgte 1963.

Eine etwa 2 Hektar große Bergehalde am Rande der Siedlung und angrenzend an landwirtschaftliche Flächen etwas abseits der Schachtanlage I / IV (obere Abbildung) ist heute nicht mehr existent. Sämtliche Äcker und das Haldengelände werden vom ausgedehnten Industriegebiet östlich des Ümminger Sees überdeckt. In der Nähe befand sich außerdem die Zeche Vollmond mit zwei weiteren Bergehalden.

Adresse: Industriestraße, Stadtteil Langendreer

Mitten im Technologiequartier (TQ) nahe der Hochschule Bochum und der Ruhr-Universität befand sich früher die Zeche Mansfeld mit den Schächten V und VI (untere Abbildung). Der Schacht V entstand um die Jahrhunderwende und ging 1902 in Förderung. Angebunden war diese kleine Schachtanlage an die Hauptförderanlage über eine Seilbahn. Schacht VI wurde Anfang der 1920er Jahre errichtet. In den 1940er Jahren wurde die Anlage stillgelegt. Vermutlich in den 1930er Jahren entstand die kleine Halde von etwa 0,5 ha Fläche neben der Schachtanlage. Nach der Stilllegung wurde das Gelände in den 1950er oder 1960er Jahren komplett eingeebnet und lag lange Zeit brach. Erst um die Jahrtausendwende begann die Erschließung des heutigen Technologiequartiers und die langsame Überbauung des alten Zechengeländes.

Adresse: Lise-Meitner-Allee, Nähe Kreuzung Konrad-Zuse-Straße, Stadtteil Querenburg

Halde Maria Anna & Steinbank IV

Die ehemalige Halde neben der Zeche Marianne IV wird neben der existierenden Halde am Schacht III in der Dokumentation zum Bergbauwanderweg Wattenscheid behandelt. ► Artikel zum Bergbauwanderweg Wattenscheid

Halden Neu-Iserlohn

Die vier ehemaligen Halden im Bereich und zwischen den beiden Schachtanlagen werden im Beitrag zum Industrielehrpfad Langendreer behandelt. ► Artikel zur Zeche Neu-Iserlohn

Halde Präsident I / IV und II

Die Zeche Präsident befand sich unweit der Bochumer Innenstadt zum Teil in Nachbarschaft zum Bochumer Verein mit der heutigen Jahrhunderthalle. Neben kleineren Standorten und Wetterschächten waren es zwei Hauptschachtanlagen, die den Betrieb geprägt haben – die Schachtanlage I / IV und die Schachtanlage II.

Schacht I

Der Schacht I ging 1844 in Förderung. Fast 100 Jahre lang förderte die Zeche unter der Innenstadt von Bochum Kohle. Im Jahr 1943 wurde die Zeche jedoch durch Bombenangriffe so schwer beschädigt, dass ein Wiederaufbau nicht mehr erfolgte und der Betrieb abrupt endete. Heute befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Schächte I / IV ein Gewerbegebiet. Nördlich davon schließt sich mit dem Park Hamme eine Grünanlage an. Eine Bergehalde von etwa 3 ha Fläche befand sich direkt an der heutigen Glückaufbahn zwischen dem Hauptbahnhof und Riemke. Sie ist jedoch bereits in den 1930er Jahren verschwunden. Weitere kleinere Aufschüttungen könnten ebenfalls Bergehalden gewesen sein. Sie sind allesamt verschwunden.

Schacht II

Gar nicht weit entfernt vom Deutschen Bergbaumuseum befand sich die zweite Schachtanlage der Zeche Präsident mit dem Schacht II. Bereits vor der Jahrhundertwende endete die Förderung auf diesem Standort, der als Wetterschacht in jedoch in Betrieb gehalten wurde. In der Form eines verunglückten „P“ (wie Präsident) wurde eine Bergehalde mit langem Gipfelgrat angeschüttet. Sie war etwa 1 ha groß und wird die niedrige Bebauung zu ihrer Zeit deutlich überragt haben. In der Folgezeit nach Stilllegung der Zeche Präsident wurde die Halde abgetragen. In den 1950er Jahren bestand noch ein kleiner Rest. In den 1960er Jahren ist sie bereits überbaut. An der Haldenstraße (!) ist neue Wohnbebauung entstanden, außerdem auf dem Zechengelände eine KiTa und die langgestreckte, wenn auch etwas versteckt gelegene Grünanlage Präsident, in der sich am Schacht II eine Informationstafel zum Bergwerk befindet.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:
Schachtanlage I / IV: Seilfahrt
Schachtanlage II: Zechen- oder Haldenstraße

Halde Robert Müser (abgetragene Halde)

Nach Zusammenfassung mehrerer älterer Zechen wie der Zeche Heinrich Gustav, Vollmond oder Caroline zur Zeche Robert Müser entstand an der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Bochum eine Großförderanlage. Vermutlich ab Mitte oder Ende der 1950er Jahre begann die Aufschüttung einer später etwa 5,5 ha großen Halde. Sie verlief als hoher Wall entlang der Eisenbahn und rahmte teilweise auch den großen, bis in die 1980er Jahre überdauerten Gasometer ein. Bereits Ende der 1960er Jahre, also annähernd zusammen mit der Schließung der Zeche 1968, war die Halde wieder nach kurzer Lebenszeit verschwunden. Bis heute sind die größten Teile des Geländes eine ausgedehnte Brachfläche. Nur spärlich siedeln sich Firmen an.

Siehe auch ► Halde Heinrich Gustav. Eine erhaltene Bergehalde mit dem Namen „Halde Robert Müser“ findet man als Spitzkegel an den nahen ► Harpener Teichen.

Adresse: Arnoldschacht, Stadtteil Werne

Halde Siebenplaneten

Am heutigen Dreistädteeck von Bochum, Dortmund und Witten begann im Bochumer Vorort Langendreer 1875 die Förderung der Zeche Siebenplaneten im Tiefbau. Bereits im 18. Jahrhundert existierte hier eine Stollenzeche gleichen Namens. Nach Übernahme durch die Zeche Neu-Iserlohn 1944 wurde das Bergwerk 1955 stillegelegt. Sein ungewöhnlicher Name basiert wohl auf der griechischen Mythologie und den sieben Töchtern des Atlas, den Plejaden.

Das Zechengelände ist auch heute noch eine weitestgehend unbebaute Fläche mit dichtem Bewuchs von Gehölz. Die Bahnstrecke von Dortmund nach Witten ist erst später entstanden und verläuft teilweise quer über das Gelände, das auch zwei ehemalige kleine Bergehalden von ca. 3 und 1 Hektar Fläche beinhaltete.

Adresse: Oberstraße, Ortsteil Langendreer

Heute erinnern nur noch ein, zwei Straßennamen und die Bushaltestelle „Siebenplaneten“ an die Zeche.

Auch hier zeigt ein Schrägluftbild mit Blick nach Nordwesten das Bergwerk mit einer Halde im linken Drittel hinter den Kühltürmen und einer vom Rauch teilweise verdeckten mittig oben hinter den Eisenbahnwaggons. Die Eisenbahnstrecke verläuft in der linken oberen Ecke diagonal.

Ehemalige Zeche Siebenplaneten - historische Aufnahme
Historisches Foto der Zeche Siebenplaneten

Halde Vollmond

Die Zeche Vollmond bestand schon längere Zeit als Stollenzeche. In den 1860er Jahren wurde dann der erste Schacht errichtet. Das Bergwerk wurde 1926 stillgelegt und die Förderung von benachbarten Zechen übernommen.

Zwei Halden mit 4,5 ha und 3 ha Fläche haben sich hier befunden. Bis in die 1950er Jahre wurde die größere der beiden Halden abgetragen und zum Teil zur Verfüllung von Schächten und Stollen unter Tage genutzt. Ender der 1960er Jahre waren beide Flächen wieder relativ eben. Sie sind heute bewachsen und größtenteils unbebaut. Die Industriestraße durchschneidet einige Zipfel der ursprünglichen Ausdehnung. Am Ort der westlichen Halde ist später wieder ein Landschaftsbauwerk entstanden, das zumindest die Hügelform einer Bergehalde hat und bewaldet ist. Ihr höchster Punkt ist etwa 97 Meter über dem Meeresspiegel hoch und ca. 10 Meter über der Umgebung.

Adresse: Industriestraße, Stadtteil Werne

Schlackenhalde Bochumer Verein

Im Westen von Bochum befindet sich die sogenannte AutoArena mit zahlreichen Händlern unterschiedlicher Automarken. Praktisch das gesamte Gelände rings um die Porschestraße war jedoch einmal von einer großen Schlackenhalde bedeckt. Die Schlacke kam von dem Hochofenwerk Bochumer Verein, das sich auf der anderen Seite der Eisenbahnstrecke befand. Heute liegt auf dem Gelände der Westpark mit der Jahrhunderthalle. Ganze 15 ha maß die Schlackenhalde in den 1950er Jahren. Teilweise wurde sie von einer Seilbahn zur Zeche Carolinenglück überquert. Spätestens in den 1990er Jahren sind beim Bau der Straßen die letzten Teile verschwunden. Unmittelbar westlich der alten Schlackenhalde ist jedoch eine andere entstanden, die Deponie Marbach. Ganz in der Nähe führt der beliebte Radweg auf der alten Erzbahn Bochum entlang.

Adresse: Porschestraße, Stadtteil Hamme

Ehemalige Halden in Bottrop

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Bottrop. Noch vorhandene Objekte wie Halde Beckstraße mit dem Tetraeder oder Halde Haniel sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Halde Arenberg-Fortsetzung

Im Bottroper Stadtteil Batenbrock bestand die Zeche Arenberg-Fortsetzung mit zwei Schächten von 1910 bis 1930. Die erhaltenen Gebäude, u. a. die Lohnhalle, sind sehenswert und beherbergen zum Teil das Gründer- und Technologiezentrum.

Zur Zeche gehörte auch eine kleine Bergehalde, die in der nebenstehenden Abbildung die Größe von ca. 3,5 Hektar hat. Bereits wenige Jahre später ist sie verschwunden. An ihrer Stelle befand sich zeitweise ein Sportplatz. Heute erhebt sich hier allerdings wieder eine Halde. Die erst später entstandene große Halde Beckstraße mit dem bekannten Tetraeder auf ihrer Spitze bedeckt große Teile der ursprünglichen Fläche der Halde von Arenberg.

Adresse: Batenbrockstraße, Stadtteil Batenbrock

Das Bergwerk ist in der folgenden Ansicht aus ungefähr demselben Zeitraum in der Schrägansicht abgebildet. Der Blick reicht in die südöstliche Richtung. Am rechten Bildrand ist ein Teil der Bergehalde zu sehen, um die es hier geht. Heute würde sich bei derselben Ansicht die große Halde Beckstraße im Blick befinden.

Historische Ansicht der Zeche und Halde Arenberg in Bottrop

Halde Prosper I (Nord, Mitte, Süd)

Auf der heutigen Emscherinsel zwischen Rhein-Herne-Kanal und der Emscher begann 1861 die Förderung der Zeche Prosper. Diese Zeche sollte später in einem Verbund das letzte überhaupt noch fördernde Bergwerk im Ruhrgebiet sein. Die Schachtanlage I befand sich südlich der heutigen Autobahnabfahrt Bottrop-Süd an der A42 und wurde 1959 geschlossen.

Gleich 3 Bergehalden haben früher eine kleine Kette gebildet und zogen sich vom Kanal bis nördlich der Emscher. Keine von ihnen ist heute noch sichtbar – eine ist Brachland, eine von einer einzelnen Firma überbaut und eine lag dort, wo sich heute die Autobahnabfahrt befindet.

Auf der südlichen Seite des Kanals befand sich übrigens direkt die Halde der Zeche Christian Levin.

Adresse: Borbecker Straße, Müllerstraße, Am Rhein-Herne-Kanal, Stadtteil Ebel

Aus der Vogelperspektive sind zwei der drei Halden in der folgenden Abbildung zu sehen. Der Blick reicht nach Nordosten, in der Mitte ist die Schachtanlage Prosper I mit dem großen Fördergerüst zu erkennen. Links ist an der Emscher die mittlere der drei Halden sehr gut zu sehen mit Gerüsten einer Seilbahn. Die südliche der Halden liegt rechts am Bildrand hinter dem Zechengelände. Die nördliche Halde befindet sich links außerhalb des Fotos auf der anderen Seite des Flusses, knapp anschließend an die noch sichtbare Brücke.

Historische Ansichten der Zeche Prosper in Bottrop

Halde Welheim

Im Bottroper Stadtteil Boy in der Welheimer Mark befand sich die Zeche Vereinigte Welheim mit zwei Schächten. Die Förderung begann 1914 und endete nach 17 Jahren bereits im Jahre 1931.

Im Süden befand sich eine Bergehalde, die gegen Ende der Förderung durch die Zeche ca. 4 ha groß war. Sie hat auch nach der Schließung der Zeche mindestens bis in die 1970er Jahre hier in etwas verkleinerter Form gestanden, wurde dann jedoch abgetragen. Heute befinden sich auf dem Gelände ein Baumarkt und ein Möbelgeschäft sowie weitere kleinere Gewerbe. Ganz im Süden ist an der ehemaligen Bahnstrecke ein Landschaftsbauwerk aufgeschüttet.

Adresse: Ruhrölstraße, Stadtteil Boy

Die orangefarbene Markierung zeigt den ungefähren Standort und die Blickrichtung des unten dargestellten Schrägluftbildes der Zeche etwa zum selben Zeitpunkt.

Das Schrägluftbild zeigt die Zeche Vereinigte Welheim mit Blick nach Westen. Die Bergehalde mit deutlich erkennbaren Erosionsspuren befindet sich links, die zwei Fördergerüste über den Schächten I und II in der Bildmitte. Die Aufnahme wurde vermutlich zum Ende der Kohleförderung in den späten 1920er oder 1930er Jahren gemacht. Der Güterbahnhof wirkt bereits sehr leer und ungenutzt.

Historische Aufnahme der Zeche Welheim

Ehemalige Halden in Dortmund

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Dortmund. Noch vorhandene Objekte wie Halde Gotthelf oder der Deusenberg sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Ehemalige Halden in Dortmund
Ehemalige Halden in Dortmund

Halde Admiral

Eine vergleichsweise kurze Lebensdauer hatte die Zeche Admiral im südlichen Stadtteil Wellinghofen. Sie förderte von 1912 bis 1925 Kohle, hatte einen Förder- und einen Wetterschacht und betrieb auch eine Kokerei und Brikettfabrik. Danach wurden die meisten Anlagen abgerissen und auch die 2,2 Hektar große Bergehalde abgebaut. Heute sind noch Maschinenhalle und Markenstube erhalten. Gleichförmige Baracken und ein Sportgelände lassen für die Folgezeit auf eine Art Kaserne schließen.

Den Sportplatz inmitten der alten Haldenfläche gibt es auch heute noch. Er ist Teil einer Grünanlage mit Bolzplatz rund um den nach der Zeche benannten Admiralplatz. Benachbart dazu wurden Wohnhäuser gebaut. Die kurvenreiche Güterbahn Richtung Hörde ist heute Rad- und Wanderweg.

Adresse: Admiralplatz, Stadtteil Wellinghofen

Halde Am Spörkel

Im Vorort Menglinghausen befand sich von 1871 bis 1925 die Zeche Kaiser Friedrich. Unmittelbar neben der Schachtanlage und dem Bergarbeiterwohnheim, dem sogenannten „Bullenkloster“, befand sich eine große Spitzkegelhalde.

Auf der nebenstehenden Abbildung hat sie eine Fläche von etwa 10 Hektar. Der Abraum liegt seit den 1970er Jahren unter der im Bereich Dortmund in drei verschiedenen Zeitabschnitten gebauten benachbarten Autobahn A45, die Halde wurde abgetragen und der Abraum zum Teil beim Bau verwertet. Der Standort heute äußert sich in einem flachen, leicht kesselartigen und unbewaldeten Gebiet. Niedrige Büsche, Gräser und Kräuter wachsen hier – passend zum Flurnamen bzw. Straßennamen: Spörkel ist eine alte Bezeichnung für niedriges Gestrüpp oder Sträucher.

Adresse: Am Spörkel, Stadtteil Menglinghausen

Halde Bickefeld

In der Nähe des Bahnhofs Aplerbeck an der Hellwegbahn befand sich die Schachtanlage Martin der Zeche Bickefeld, von der heute sogar noch einige Gebäude erhalten geblieben sind. Sie förderte hier zwischen 1869 und 1904 Kohle aus der Tiefe. Sie wird, weil es die zweite Schachtanlage der Zeche ist, auch Neu-Bickefeld genannt.

Heute befindet sich hier ein Gewerbegebiet. Am Ende von Bickefeldstraße und Reginaweg, zwei Sackgassen, befand sich eine Bergehalde. Sie erstreckte sich zwischen den heutigen beiden Bahnstrecken – im Norden die Bahnstrecke Dortmund-Unna, im Süden die Bahnstrecke Dortmund-Schwerte – mit einer Fläche von ca. 2,8 ha. Vermutlich war sie in der Mitte durch ein Tal getrennt in zwei Haldenkörper.

Die Abbildung zeigt die Ausdehnung in den 1920er Jahren, lange nach Schließung der Zeche. Wahrscheinlich wurde die Halde bereits kurz darauf größtenteils abgetragen und im nördlichen Bereich überbaut. Im südlichen Teil befindet sich ein Wäldchen auf ihrem Gelände.

Adresse: Reginaweg, Stadtteil Aplerbeck

Halde Freie Vogel & Unverhofft (West und Ost)

Nicht weit entfernt vom heutigen PHOENIX See, dessen Areal nur wenig südlich des rechts abgebildeten Kartenausschnitts liegt, befand sich die Zeche Freie Vogel & Unverhofft. Ihre Anfänge begannen bereits im 18. Jahrhundert. Geschlossen wurde die Zeche 1925. Sie lag zwischen der heutigen Freie-Vogel-Straße und Am Remberg.

Das Gelände wird heute gewerblich genutzt, quer über die ehemalige östliche Bergehalde, mit etwa 3 ha die größere, eher rundliche im nebenstehenden Luftbild, verläuft die B236. Die westliche Halde bildete mit 2,5 ha Fläche ein Dreieck zwischen der Straße und der Eliasbahn. Diese ist heute abgebaut. Ein Bahntrassenradweg zur Innenstadt ist in Planung.

Adresse: Freie-Vogel-Straße in Dortmund, Stadtteil Schüren

Die folgende Ansicht zeigt die Zeche Freie Vogel & Unverhofft ungefähr zum gleichen Zeitpunkt der Aufnahme des Senkrecht-Luftbildes aus der interaktiven Karte und ebenfalls ungefähr in Blickrichtung Norden. Die gigantischen Spitzkegelhalden sind darauf viel deutlicher zu erkennen.

Historisches Schräluftbild der Zeche Freie Vogel & Unverhofft in Hörde

Halde Germania I / IV und II / III / V

Auf zwei großen Schachtanlagen mit je mehreren Schächten förderte die Zeche Germania ab 1858 im damals kleinen Dorf Marten Kohle. Die Stilllegung erfolgte in den 1930er- bzw. in den 1970er Jahren. Heute erinnern u.a. ein Gewerbegebiet, eine Straße und vor allem eine S-Bahn-Haltestelle an die Zeche. Einige wenige Gebäude wie eine Kaue oder ein Pförtnerhaus sind erhalten geblieben. Das Fördergerüst von Schacht V steht heute über dem Deutschen Bergbaumuseum in Bochum und kann dort als Aussichtsturm bestiegen werden.

Eine etwa 3,5 ha große Bergehalde befand sich zwischen Bach und S-Bahnstrecke neben der Schachtanlage I / IV und ist heute eine nur teilweise zugängliche Brachfläche.

Eine zweite Halde mit etwa 1,5 ha Fläche lag nahe der Schachtanlage II / III / V, wurde jedoch offenbar beim Ausbau dieser zunächst Ende der 1920er Jahre stillgelegten Anlage vermutlich in den 1930er oder 1940er Jahren abgetragen.

Adresse: Martener Straße bzw. Germaniastraße, Stadtteil Marten

Halde Giesbert

Die Zeche Glückauf Tiefbau förderte bereits seit den 1840er Jahren mit den Schächten Traugott und Gotthelf Kohle an der heutigen Gotthelfstraße – die große Spitzkegelhalde wird unter den „normalen“ Halden-Dokumentationen vorgestellt. Nur etwa ein Kilometer westlich davon entstand der Schacht Giesbert mit Anschluss an die Bahnstrecke und den Bahnhof Barop. Die Schachtanlage ging 1870 in Betrieb und wurde im Jahre 1925 mit der übrigen Zeche stillgelegt. Eine etwa 3,5 Hektar große Bergehalde erstreckte sich entlang der Eisenbahn unter dem heutigen Gewerbegebiet Kieferstraße. Angrenzend liegen auch der Bikepark und ein Bolzplatz auf altem Zechengelände. Wahrscheinlich existierte eine zweite Bergehalde im nördlichen Teil, die im Luftbild mäßig zu erkennen ist.

Am westlichen Bildrand ist ein Teil der in dieser Rubrik ebenfalls beschriebenen Halde Am Spörkel zu sehen.

Adresse: Kieferstraße in Dortmund, Ortsteil Hombruch (U-Bahn-Station Grotenbachstraße)

Halde Gottessegen

Direkt in der Ausfahrt des Bahnhofs Löttringhausen in Richtung Hagen, Endpunkt des „Rheinischen Esels“, der abzweigenden Bahnstrecke Richtung Bochum-Langendreer, befand sich die Zeche Gottessegen. Sie geht auf mehrere frühe Stollenzechen zurück und förderte später im Schachtbau. Die Stilllegung erfolgte 1963. Entlang der Eisenbahn wurde eine etwa 3,5 ha große Bergehalde aufgeschüttet. Sie erstreckte sich auf einer Länge von mehreren hundert Metern, wurde jedoch in Teilen abgetragen. Etwa 8 Meter hohe Böschungen existieren auf der bahnabgewandten Seite noch heute, zur Bahn hin ist das Gelände heute völlig eben. Auf dem nun flachen Plateau auf der Halde befinden sich heute die Behindertenwerkstätten Gottessegen.

Adresse: Kobbendelle 40, Ortsteil Löttringhausen / Kirchhörde

Die folgende Ansicht zeigt die Zeche Gottessegen vermutlich etwas eher als die Aufnahme des Senkrecht-Luftbildes aus der interaktiven Karte und ebenfalls ungefähr in Blickrichtung Norden. Hinter der Zeche ist links die in Aufbau befindliche Bergehalde zu erkennen.

Historisches Schräluftbild der Zeche Gottessegen

Halde Gustav

Die ehemalige Halde der Zeche Adolf von Hansemann wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zu den Halden der Zeche Adolf von Hansemann

Halde Hacheney

Zwischen den Stadtteilen Hacheney und Wellinghofen befand sich an der Zillestraße die Zeche Crone (oder Krone). Diese entstand 1841 und wurde 1908 von der Zeche Glückaufsegen übernommen und fortan als dessen Schacht 2 bezeichnet. Inmitten von Feldern und Gärten gelegen, befand sich nördlich der Zeche eine mit ca. 5,5 Hektar Fläche recht ausgedehnte Bergehalde. Diese muss in der unbebauten Umgebung weithin sichtbar gewesen sein. Fast die gesamte Fläche des Zechengeländes nimmt ein neugebauter großer Baumarkt ein, auf dessen Parkplatz nur noch Schilder und eine Seilscheibe an die Zeche erinnern. Die um die 1960er Jahre abgetragene Halde ist heute eine Brachfläche. Siedlung und autobahnähnlich ausgebaute B54 sind an die ehemalige Zeche herangerückt und haben den einst ländlichen Raum zugebaut.

Adresse: Hacheneyer Kirchweg / Zillestraße, Stadtteil Hacheney

Halde Louise

Unmittelbar am Bahnhof Barop förderte die Zeche Louise ab den 1850er Jahren bis 1908 Kohle. Dazu besaß sie an diesem Standort zwei Schächte. Zwischen diesen beiden Schächten „Schulte“ und „Clausthal“ erstreckte sich eine knapp 4 Hektar große Bergehalde. Nur noch ein Gebäude ist von der Zeche geblieben, die Halde hat noch einige Jahrzehnte existiert und wurde von Bäumen bewuchert, verschwand aber in den 1970er oder 1980er Jahren vollständig. Das Gelände an der Straße Louisenglück wird gewerblich genutzt, Teile der Halde sind nach wie vor Brachfläche. Auffallend ist die Umfahrung der Halde durch die hier oberirdische U-Bahnstrecke an der Haltestelle Eierkampstraße, die der östlichen Kontur der alten Halde folgt.

Adresse: Luisenglück, Stadtteil Hombruch

Die folgende Ansicht zeigt die Zeche Louise ungefähr zum gleichen Zeitpunkt der Aufnahme des Senkrecht-Luftbildes aus der interaktiven Karte und ebenfalls ungefähr in Blickrichtung Norden. Links ist der Bahnhof Barop zu erkennen, die Halde sticht als bewaldeter Hügel aus dem Ortsbild heraus.

Historisches Schräluftbild der Zeche Louise in Barop

Halde Oespel (Halde Borussia)

Im Dreieck zwischen Oespel, Kley und der heutigen Autobahn-Ausfahrt Kley befanden sich zwei Bergwerke in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Den Beginn machte Zeche Borussia, die 1858 die Förderung begann. 1906 lief die Förderung der Zeche Oespel (auch Öspel) fast direkt daneben an. 1911 erfolgte der Zusammenschluss. Das Bergwerk wurde 1962 stillgelegt. Eine Halde der Zeche Borussia wurde direkt neben dem Zechengelände und unweit der kleinen Bergarbeitersiedlung an der Borussiastraße angelegt. In den 1920er Jahren hatte sie eine Ausdehnung von etwa 2,5 ha. Eine zweite Halde mit etwa 1,5 ha Fläche ist später nordwestlich davon entstanden. Beide Halden wurden abgetragen. Nach Stilllegung der Zeche erfolgten der Abriss und Ausbau zum Indupark Oespel.

Die ältere Halde liegt fast vollständig unter dem Möbelhaus IKEA und den angrenzenden Parkplätzen. Die zweite Halde ist ebenfalls überbaut durch Gewerbebetriebe und liegt unter McDonalds, einem Küchenhändler, den angrenzenden Parkplätzen und dem Kleyer Weg.

Adresse: Zeche Oespel oder Borussiastraße, Stadtteil Kley

Halde Tremonia

Die Zeche Tremonia begann mit ihrer Förderung 1859 im Westen der heutigen Innenstadt an der Hellwegbahnstrecke und dem großen Rangierbahnhof Dortmunderfeld. Anfang der 1930er Jahre endete die Förderung der Zeche. Im Jahre 1941 wurde der Standort zu einer Untertage-Versuchszeche umfunktioniert, die erst 1996 ihre Tore schloss. Zu dieser Zeit entstand auf dem brachliegenden Gelände der Tremoniapark. Die große Wiese wird gerne zum Sonnenbaden genutzt. Daneben existieren kleinere Sportplätze und ein Basketballfeld. Als kleines Denkmal an die Industriezeit befinden sich im Tremoniapark angeschnittene, stählerne Schalen, sogenannte Klöpperböden, die die Unterseite eines Druckbehälters darstellten.

Neben der Zeche befanden sich hier kleinere Haldenflächen. Eine mit etwa 2 Hektar Fläche in der Abbildung in der Nordostecke des Parks und eine sehr kleine (unter 0,5 ha) neben dem Althoffblock, wo sich heute ein Spielplatz an der Von-der-Recke-Straße befindet.

Adresse: Tremoniastraße, Kreuzung Haldenstraße, Stadtteil Innenstadt

Die folgende Ansicht zeigt die Zeche Tremonia etwa 20 Jahre vor der Aufnahme des Senkrecht-Luftbildes aus der interaktiven Karte mit Blickrichtung Westen. Am oberen Bildrand ist der Bahnhof Dortmunderfeld zu erkennen, die Halde ist am linken Bildrand.

Historisches Schräluftbild der Zeche Tremonia in Dortmund

Halde Vereinigte Schürbank und Charlottenburg

Im Jahr 1924 wurde die Zeche Vereinigte Schürbank & Charlottenburg im nördlichen Teil des Stadtteils Aplerbeck stillgelegt. Die Anlagen und Bauten über Tage wurden in der Folgezeit rasch abgerissen. Problematisch war das Abtragen der brennenden Bergehalde. Diese hatte eine Größe von ca. 6 ha und bestand aus einem älteren, mit Kiefern bewachsenen Teil im Süden und einem jüngeren im Norden. Der Schwelbrand im Innern sorgte für Geruchs- und Staubbelästigung und verhinderte den Abbau noch über Jahre. Die ehemalige Halde, früher am Rande von Feldern gelegen, befindet sich heute inmitten eines Wohngebietes und wurde vor allem durch Mehrfamilienhäuser im Geschosswohnungsbau bebaut. Bis auf eine Brücke der Eisenbahn erinnern heute nur noch Straßennamen an die Zeit des Bergbaus.

Dokumentation und Fotos der Halde: www.aplerbeck-damals.de

Adresse: Erbpachtstraße in Dortmund, Stadtteil Aplerbeck.

Halde Westhausen

Die ehemalige Halde neben der Zeche Westhausen wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zu den Halden der Zeche Westhausen

Ehemalige Halden in Duisburg

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Duisburg. Noch vorhandene Objekte wie der Alsumer Berg, die Rockelsberghalden oder die Heinrich-Hildebrand-Höhe mit der begehbaren Achterbahn „Tiger & Turtle“ sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Diergardt

Neumühl (mehrere)

Halde Diergardt III

Der Stadtteil Neuenkamp liegt auf einer Halbinsel zwischen Rhein, Ruhr und Innenhafen Duisburg. Heute dicht bebaut von Gewerbe- und Hafenanlagen, Autobahn und Wohnsiedlung, war die Halbinsel früher sehr ländlich geprägt mit Wiesen und Feldern. 1914 wurde hier der Schacht III der Zeche Diergardt in Betrieb genommen, die bis dahin auf dem westlichen Rheinufer Kohle förderte. 1963 wurde die Förderung stillgelegt und die Zeche von der benachbarten Zeche Wilhelmine Mevissen übernommen. An der Javastraße, benannt nach der ursprünglich hier befindlichen Zeche Java, die zwei Schächte betrieb, befand sich eine kleine Bergehalde von maximal ca. 1 Hektar Grundfläche. Ende der 1950er Jahre oder in den 1960ern ist sie verschwunden und den Häusern an der Paul-Rückner-Straße und einer kleinen Grünanlage mit Spielplatz gewichen.

Adresse: Javastraße, Stadtteil Neuenkamp

Halde Neumühl I / II / IV, Halde Neumühl III und Halde Neumühl Vl

Unweit der Stadtgrenze nach Oberhausen förderte die Zeche Neumühl ab 1899 Kohle. Die Hauptschachtanlage I / II / IV befand sich unweit des alten Rangierbahnhofs Neumühl an der Emschertalbahn, deren Trasse hier als Radweg „Grüner Pfad“ genutzt wird. Sternförmig befanden sich umliegend drei weitere Schachtanlagen mit je einem Schacht. Im Jahr 1962 wurde die Zeche stillegelegt. Gleich drei Halden in näherer Umgebung befanden sich in der Umgebung der Halde. Zwei von ihnen sind komplett verschwunden und überbaut, die dritte heute eine Grünanlage. Sie werden nacheinander vorgestellt:

Schachtanlage I / II / IV

Eine kleine Halde bestand für kurze Zeit auf der nördlichen Seite der heutigen Wiener Straße unweit der Herz-Jesu-Kirche (oberes Bild). Sie war nur etwa 1,5 Hektar groß und wurde in den 1930er oder 1940er Jahren abgetragen und durch Anlagen der Zeche selbst überbaut – so sind in historischen Aufnahmen der 1950er Jahre hier beispielsweise zwei Kühltürme zu identifizieren. Heute befindet sich hier die in den 1960er Jahren entstandene Wohnsiedlung Rügenstraße. Die Gebäudeblöcke der Hausnummern 12 und 14 sowie 16 bis 26 liegen zusammen mit umgebenden Grünflächen und Parkplätzen auf der alten Halde. Die Zeche selbst wurde zu einem Gewerbegebiet und wird durch den Konrad-Adenauer-Ring durchschnitten.

Schachtanlage III

Auch am hier lag auf dem Zechengelände eine kleine Halde, die womöglich auch aus Bergematerial bestand (mittleres Bild). Bereits in den 1950er Jahren ist auch sie nicht mehr existent. In den 1960er Jahren war das Gelände der Schachtanlage eingeebnet. Heute befindet sich hier eine Kleingartenanlage.

Schachtanlage VI

Dort befand sich die flächenmäßig größte Halde (unteres Bild). Ihre Ausdehnung betrug etwa 9 Hektar. Sie erstreckte sich von der Alten Emscher in südlicher Richtung bis zur heutigen Berliner Straße. In den 1990er Jahren wurde die Fläche umfangreich umgestaltet zu einer Grünanlage, dazu wurden große Teile der alten Halde abgetragen. Auch eine Kleingartenanlage ist hier entstanden. Vereinzelt sind wenige Meter hohe Böschungen im hügeligen Park zu sehen, die auf die historische Halde zurückgehen könnten. Heute liegt das Gelände im südwestlichen Quadranten des Autobahnkreuzes Oberhausen-West zwischen A3 und A42.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:
Schachtanlage I / II / IV: Rügenstraße 14
Schacht III: Dörnbergstraße
Schacht VI: Berliner Straße, Zugang bei Hausnummer 101

Ehemalige Halden in Essen

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Essen. Noch vorhandene Objekte wie die Schurenbachhalde, Halde Eickwinkel, Halde Zollverein u.a. sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Ehemalige Halden in Essen
Ehemalige Halden in Essen

Halde Christian Levin I / II

Am Rhein-Herne-Kanal standen sich zwei Zechen gegenüber – Zeche Prosper in Bottrop und Christian Levin in Essen. Die Förderung dieser begann 1861. Zum ersten Schacht gesellte sich bald ein zweiter. Am Kanal besaß die Zeche einen Verladehafen. Es bestand eine betriebliche Einheit und auch Verbindung mit Zeche Neu-Cöln, mit der sie sich einen Wetterschacht teilte. Die Stilllegung erfolgte schon in den 1950er Jahren.

Südlich der Tagesanlagen der Zeche befand sich eine Bergehalde mit einer Fläche von 2,5 ha im dargestellten historischen Luftbild. In der Folgezeit verlor sie an Volumen und Höhe. Noch Ende der 1970er Jahre hatte sie eine Höhe von ca. 21 Metern über der Umgebung, wie historische Karten belegen. In den 1980ern ist sie dann abgetragen und wurde durch das Gewerbegebiet überbaut.

Einige Böschungen von bis zu 14 Metern Höhe zeichnen noch heute die alte Form teilweise nach. Durchschnitten wird die Erhebung heute in der Mitte durch die Heinz-Bäcker-Straße im neuen Gewerbegebiet.

Adresse: Heinz-Bäcker-Straße, Stadtteil Dellwig

Die folgende Ansicht zeigt die Zeche Christian Levin mit der im rechten Drittel liegenden Halde ungefähr von Norden gesehen.

Historisches Luftbild der Zeche Christian Levin

Halde Eiberg

Unmittelbar an der S-Bahnstation Essen-Eiberg bestand in mehreren Zeitepochen ein Bergwerk. Zunächst war dies die Zeche Jacob, die 1882 zur Zeche Eiberg wurde. Diese wurde 1914 stillgelegt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde auf altem Zechengelände eine neue Schachtanlage Eiberg der Zeche Theodor errichtet. Diese war bis 1968 in Betrieb.

Schon von der zweiten Zeche stammt eine kleine Bergehalde unmittelbar neben dem Bergwerk. In der Luftaufnahme aus den 1920er Jahren hat sie eine Ausdehnung von etwa 2 Hektar. Doch auch danach hat sie sich laut Karten und Fotos nicht wesentlich größer ausgedehnt. Mitte der 1990er Jahre entstand auf dem Haldengelände, nun abgetragen, eine Reihenhaussiedlung.

Adresse: Zeche Eiberg oder Falterweg, Ortsteil Eiberg

Halde Eintracht Tiefbau I / III

Im Jahre 1858 begann die Förderung des ersten Tiefbauschachtes der vereinigten Zeche Eintracht Tiefbau an der Bochumer Landstraße, nur wenig nördlich vom Ostbahnhof von Steele entfernt. Nur wenig später entstand 1877 einige Kilometer in östlicher Richtung entfernt eine zweite Schachtanlage mit dem Schacht Heintzmann sowie einem Wetterschacht, die als Zeche Eintracht Tiefbau 2 bezeichnet wurde. Insgesamt besaß die Zeche letztendlich je die zwei Schächte I und III sowie II und IV auf den beiden Schachtanlagen 1 und 2. Die Stilllegung beider Schachtanlagen erfolgte schließlich im Jahr 1925.

Jeweils in unmittelbarer Nähe dieser zwei Förderstandorte der Zeche Eintracht Tiefbau befanden sich bzw. befinden sich auch heute noch Bergehalden. Die westliche im Freisenbruch ist nicht mehr erhalten und liegt unter einer Grünanlage bzw. Wohnsiedlung. Die östliche im Bergmannsfeld ist auch heute noch eine hügelige Landschaft. Sie wird im Beitrag zum nahen Radweg auf der Veltenbahn näher vorgestellt.

Halde Friedrich Ernestine

Nicht weit entfernt vom heutigen Hallopark befand sich von 1873 bis 1963 die Zeche Friedrich Ernestine. Die Schachtanlage wurde durch ein Gewerbegebiet nördlich der Langemarckstraße überbaut. Zwischen dem Zechengelände und dem Hallopark ist in der Förderzeit der Zeche eine ausgedehnte Bergehalde entstanden. Sie ist größtenteils in den 1970ern nach der Schließung der Zeche und Errichtung des Gewerbegebietes verschwunden. Von einer Fläche von etwa 12 Hektar schrumpfte sie auf einen minimalen Überrest im Norden des Areals, vielleicht gerade einmal drei Hektar, der heute zugänglich ist und sich insbesondere auf der nördlichen Seite zur Bezirkssportanlage mit einer steilen Böschung über der Umgebung abhebt.

Auf der alten Güteranschlussbahn wird die Halde östlich der Brücke über die Ernestinenstraße erreicht. Hier befindet sich auf der linken Seite der „Aussichtspunkt am Hallo“, von dem aus der Sportpark und die Zeche Zollverein sowie der Ortsteil Stoppenberg überblickt werden können.

Adresse: Ernestinenstraße, Ortsteil Stoppenberg

Das Foto zeigt die Zeche Friedrich Ernestine mit der am rechten Bildrand liegenden Bergehalde. Die Blickrichtung ist ungefähr Nordwest. Im Hintergrund sind die Kirchen von Stoppenberg, wie St. Nikolaus mit den Doppeltürmen, gut zu erkennen.

Historische Aufnahme der Zeche Friedrich Ernestine

Halde Graf Beust

Unmittelbar am Rande des Stadtzentrums von Essens befand sich die Zeche Graf Beust I / II – nicht einmal 500 Meter vom heutigen Rathausturm entfernt. In Anbetracht der Siedlungsdichte und des Bevölkerungswachstums der Großstadt ist dies eine außerordentliche Besonderheit. Die Förderung begann 1842 und endete 1925. Es dürfte eine der zentrumsnahsten Bergehalden im Ruhrgebiet überhaupt sein, die nordöstlich der Schachtanlage I / II aufgeschüttet wurde. Ihre Größe betrug zuletzt etwa 3,5 Hektar. Erst in den 1960er Jahren wurden auf ihrem Gelände die Goldschmidtstraße und der Betriebshof der Essener Verkehrsgesellschaft EVAG gebaut, der auch heute noch besteht. An die Zeche erinnern nur noch wenige Gebäude, Schachtabdeckungen und die Beuststraße.

Adresse: Goldschmidtstraße in Essen, Ortsteil Stadtmitte

Die Zeche Graf Beust, die von Wohnbebauung eingerahmt wird, ist im folgenden Luftbild zu sehen. Besonders auffällig ist das Fördergerüst mit dem Schriftzug „Graf Beust“. Die kleine Halde liegt zwar außerhalb des Bildes, ist aber in Ausläufern ganz links am Bildrand zu erkennen.

Historische Aufnahme der Zeche Graf Beust
Historische Aufnahme der Zeche Graf Beust

Halde Heinrich

Die Zeche Fritz Heinrich bestand aus den zwei Hauptschachtanlagen Fritz und Heinrich auf den gleichnamigen Grubenfeldern. Die Anlage Heinrich befand sich knapp einen Kilometer südlich von Fritz, Nachbar der der heutigen Schurenbachhalde, an der heutigen Wilhelm-Nieswandt-Allee. Diese war seinerzeit zum Teil eine Bahntrasse und Güterbahnhof. Die Stilllegung von Heinrich erfolgte 1973.

Durch historische Karten ist belegt, dass die Elisabeth-Seibert-Straße früher Haldenstraße hieß. Sie war die nördliche Begrenzung einer von Süden nach Norden langgestreckten Bergehalde, die zuletzt einen Kamm von über 3,5 ha Fläche bildete. Zahlen topographischer Karten (aus der Zeit während der Schüttung) geben einen Höhenunterschied von über 40 Metern im Vergleich zur Umgebung an.

Vom bis in den 1970er Jahren aufgehaldeten Abraum ist heute nichts mehr zu sehen. Das Neubaugebiet an der John-Lennon-Straße ist etwa um 2005 besiedelt worden.

Adresse: II.-Schicht-Straße in Essen, Ortsteil Altenessen

Halde Helene

Gar nicht weit entfernt von der Zeche Heinrich (siehe ein Eintrag höher) erhoben sich weitere Bergemassen in den Himmel. Wo sich heute mit dem in den 1970er Jahren entstandenen Helenenpark eine der größten Grünanlagen im Stadtgebiet und die Bezirkssportanlage Mitte II erstrecken, befand sich eine etwa 10 Hektar große Bergehalde. Sie deckte Flächen zwischen der Hundebrinkstraße und der heute nicht mehr existierenden Hohlmannstraße ab und wurde durch die Zeche Helene aufgeschüttet. Diese lag jenseits der Berne und der Eisenbahnstrecke und förderte von 1873 bis 1965 Kohle.

Abgesehen von der Sportanlage besteht der Helenenpark vor allem aus weiten Wiesenflächen. Darüber hinaus existieren kleinere Spielplätze, ein Grillplatz, ein Biotop und einige verräterische Böschungen im östlichen Teil. Er ist vor allem zur Naherholung der Anwohner interessant.

Adresse: Hundebrinkstraße, Ortsteile Altenessen und Stoppenberg

Halden der Zeche Königin Elisabeth

Nach der Zeche König Ludwig in Recklinghausen, Prinz Regent und Prinz von Preußen in Bochum streift ein royaler Hauch die Stadt Essen: Östlich der Innenstadt, in Kray und in Frillendorf bestanden Schachtanlagen der Zeche Königin Elisabeth. Sie ist allerdings nicht nach der englischen Queen, sondern nach Elisabeth Ludovika von Bayern (1801-1873) benannt, der Ehefrau des Königs von Preußen Wilhelm IV. Während das Bergwerk insgesamt nach einer Frau benannt war, trugen alle Schachtanlagen Männervornamen – Wilhelm, Emil, Friedrich-Joachim, Hubert.

Einige Halden lassen sich in Luftbildern erkennen. Teilweise bestanden sie offenbar nur kurz, einige Abgrenzungen lassen sich aufgrund der Qualität nicht exakt festlegen. Durch die Nähe zu anderen Zechen wie z. B. Friedrich-Ernestine oder Bonifacius sind nicht immer klare Zuordnungen der Halden möglich.

Halde Wilhelm / Emil

Die Schachtanlage Wilhelm war die Gründungsschachtanlage der Zeche Königin Elisabeth in der Stadtmitte, die 1950 in Betrieb ging. 1912 folgte der Schacht Emil jenseits der Stadtteilgrenze im Stadtteil Frillendorf, auf der anderen Seite der noch heute existierenden Bahnstrecke. Damit wurde der Ort zur Doppelschachtanlage. 1972 wurde die Förderung beendet. Hier ist heute das große Gebäude der Verwaltung, Kaue und Fördermaschine zu sehen. In der Nachbarschaft lassen sich zwei Halden in Luftbildern (obere Grafik) ausmachen. Sie haben je eine Ausdehnung von etwa 2 ha. Allerdings ist nicht gänzlich geklärt, ob zumindest die südlichere mit der Zeche in Verbindung steht. Sie grenzt unmittelbar an das Bahn-Betriebswerk mit dem bis zum Zweiten Weltkrieg hier befindlichen Ringlokschuppen. Auf dieser südlichen Fläche ist heute ein Baumarkt samt Parkplatz, auf der nördlichen ein Hundeübungsplatz.

Adresse: Elisenstraße / Elisabethstr., Stadtteil Frillendorf / Stadtmitte

Halde Hubert

Gerade einmal 1 km östlich von Schacht Emil befand sich die nächste Schachtanlage der Zeche Königin Elisabeth. Sie liegt auf dem halben Weg zur Schachtanlage Friedrich-Joachim, ist aber in der Zeitabfolge als letztes entstanden. Die Förderung durch Schacht Hubert I begann 1898. Die Förderung wurde 1928 eingestellt. In Luftbildern aus der Betriebszeit sind kleinere Haldenflächen zu erahnen. Deutlich erkennbar ist eine Bergehalde auf Luftbildern der 1950er Jahre (mittlere Grafik). Auf ihrer Fläche befindet sich neben einer Waldfläche ein Verkehrsübungsplatz. Wie bei der Schachtanlage Friedrich-Joachim wurde aus dem Zechengelände ein Gewerbegebiet.

Adresse: Am Schacht Hubert, Stadtteil Frillendorf

Halde Friedrich-Joachim

Nicht weit entfernt vom Nordbahnhof in Kray begann 1872 die Förderung auf der Anlage des Schachtes Friedrich-Joachim I, der später um einen zweiten Schacht ergänzt wurde. Hier endete der Betrieb 1966 und wurde noch zeitweise von der nahen Zeche Katharina übernommen. Eine etwa 2 ha große Halde lässt sich westlich der Schachtanlage ausmachen (untere Grafik). Die heutige Form der Joachimstraße, die Dutzendriege und der Zingelpfad laufen heute genau über die Halde, die schon in den 1930er Jahren nicht mehr vorhanden ist. Etwa in den 1960ern wurden die ersten der Wohnhäuser gebaut. Aus dem Zechengelände selbst wurde ein Gewerbegebiet.

Adresse: Joachimstraße / Dutzendriege, Stadtteil Kray

Halde Langenbrahm I / III

Eines der größten Bergwerke im Süden von Essen ist zugleich auch eines der ältesten der Region. Bereits 1772 begann der Stollenbergbau der Zeche Langenbrahm im Stadtwald, deren Name sich von langen Ginsterhecken ableitet. Eine Gewanne und ein Bach trugen ebenfalls diesen Namen. Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte der Abbau mit Schächten. 1966 wurde die Zeche erst nach fast 200 Jahren stillgelegt. Das ist eine außergewöhnlich lange Betriebszeit.

Das Zechengelände der ersten Schachtanlage und die benachbarte Halde von 2,5 Hektar Fläche und vermutlich zuletzt etwa 30 Metern Höhe sind heute nicht mehr erhalten. Zunächst wurde das Gelände von der 1981 eingeweihten Autobahn A52 zwischen Rüttenscheid und dem Kreuz Essen-Ost überquert und geteilt. Der letzte Überrest der Bergehalde wurde in den 1990ern durch das heutige Gewerbegebiet Langenbrahm überbaut. Womöglich sind minimale Böschungen am Ostrand zum Bachtal hin noch Überreste von ihr.

Adresse: Heinrich-Held-Straße, Ortsteil Rüttenscheid

Halde Ludwig

Wo sich ein Gewerbegebiet und ein Sportpark an der Kaninenberghöhe in Bergerhausen unweit der Autobahn A52 befinden, bestand lange Zeit die Zeche Ludwig. Deren Schacht-Förderung begann in den 1860er Jahren. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte eine erzwungene Stilllegung durch die Siegermächte und nur zeitweise Wiederaufnahmen des Betriebs. Heute sind noch einige wenige Gebäude innerhalb des Gewerbegebietes Ludwig erhalten. Die Straßenbahn-Haltestellte trägt noch heute den Namen der Zeche.

Die zum Bergwerk zugehörige Halde, hervorstechende 25 Meter hoch und 2 Hektar groß, wie historische Höhenkarten zeigen, bestand bis in die 1970er Jahre. Teile der südlichen Böschung sind wahrscheinlich bis heute erhalten, die große Fläche wurde überbaut.

Adresse: Schürmannstraße, Stadtteil Bergerhausen

Halde Oberhausen III

m Essener Stadtteil Frintrop befindet sich der östlichste Schacht der Zeche Oberhausen, deren Hauptschachtanlage unweit der Neuen Mitte lag. Um 1905 entstand hier zur besseren Be- und Entlüftung der Anlagen unter Tage der Wetterschacht, der aber bereits in den 1930er Jahren stillgelegt wurde.

Schachtgelände und eine kleine Halde von etwa 1 ha Fläche wurden in den 1960er Jahren zu einer öffentlichen Parkanlage umgewandelt. Der kleine Park hat eine hügelige Gestalt und einige wenige Meter hohe Böschungen, die zur alten Halde gehören. Er bietet neben kleineren Wiesenflächen einen Spiel- und Bolzplatz.

Adresse: Oberhauser Straße / Kattendahl / Neue Heimat, Stadtteil Frintrop

Halde Pörtingsiepen II

Nicht weit von der Ruhr entfernt befand sich die zweite Schachtanlage der Zeche Pörtingsiepen, die zuvor insbesondere Stollenbergbau betrieben hatte. Der Schacht II ging 1875 im Hespertal kurz vor der Mündung des Bachs in die Ruhr in Betrieb, die Zeche wurde 1972 stillgelegt. Eine etwa 1,5 ha große, aber niedrige Bergehalde befand sich bis in die 1920er Jahre zwischen den Anschlussgleisen der Hespertalbahn. Einige kleine Brücken führten offenbar direkt von der Zeche über die Bahn auf die Halde. Zechengelände und Halde sind heute verschwunden. Teile des Zechengeländes sind heute Parkplatz am inzwischen entstandenen Baldeneysee, die Halde ist unbebaute Grünfläche am Hesperbach.

Adresse: Pörtingsiepen, Stadtteil Fischlaken

Eine weitere Halde liegt zwischen Hespertalbahn und Uferweg und ist heute noch vorhanden. Über sie verläuft eine Teilstrecke des BaldeneySteigs (im Beitrag Station Nr. 3). Das folgende Luftbild zeigt die Zeche in den 1920er oder 1930er Jahren. In Bildmitte ist ein sehr markanter Förderturm zu erkennen. Die Halde ist in einer kleineren Form rechts hinter dem Klärbecken zu sehen. Zu einem anderen Zeitpunkt hatte sie eine wesentliche größere Ausdehnung, wie im entsprechenden Luftbild oben zu sehen ist. Auf Teilen des Zechengeländes befindet sich heute der langgestreckte Parkplatz am Haus Scheppen.

Historische Ansicht der Zeche Pörtingsiepen

Halde Prinz Friedrich (Carl Funke III)

Im Mündungsbereich des Deilbachs in die Ruhr bzw. heute in den aufgestauten Baldeneysee befand sich die Zeche Prinz Friedrich, die ab 1931 als dritte Schachtanlage der Zeche Carl Funke zukam. Dieses Bergwerk, das vor allem mit seinem erhaltenen Fördergerüst direkt am Seeufer bekannt ist, wurde 1973 geschlossen. Die Förderanlagen befanden sich zwischen dem heutigen S-Bahnhof von Kupferdreh und der Museumseisenbahn.

Aus dem Gelände ist ein Gewerbe- und Wohngebiet geworden. Kennzeichnend ist der Bahnhof der Hespertalbahn, die auf der Bahnstrecke an bestimmten Tagen bis zum Haus Scheppen fährt.

Im Dreieck zwischen der Hespertalbahn, dem Deilbach befand sich historischen Luftbildern und Karten zufolge eine etwa 1,5 Hektar große Bergehalde. Sie deckt in Etwa die Form der heutigen kleinen Parkanlage im Norden des Gewerbegebietes ab, letztere ist allerdings keine direkte Nachfolgenutzung der Halde, die etwa in den 1940er Jahren abgetragen worden sein dürfte.

Adresse: Prinz-Friedrich-Straße, Stadtteil Kupferdreh

Halde Prinz Wilhelm

Dort, wo die Ruhr in den Baldeneysee verläuft, liegt der Essener Vorort Kupferdreh. Zwischen Kupferdreh und dem nördlichen Nachbarn Überruhr verlaufen Eisenbahnstrecke der S9 und die Langenberger Straße. Dabei erlangte letztere in den 1970er Jahren eine Umlegung, als die heutige Autobahn A44 gebaut wurde. Dabei entstand neben der Ruhrbrücke auch eine Anschlussstelle. Und diese Autobahnabfahrt liegt genau dort, wo sich früher eine 0,5 Hektar kleine Bergehalde der Zeche Prinz Wilhelm zwischen Straße und damals noch hier befindlichen Güterbahnhof erhob. In den letzten Topographischen Karten wird sie mit einer Höhe von etwa 13 Metern angegeben.

Möglicherweise diente das Material sogar zum Bau der damals noch als Bundesstraße B227 eingestuften heutigen Autobahn. Die Übertageanlagen der Zeche befanden sich unmittelbar auf der östlichen Straßenseite. Anstelle der Bahnanlagen südlich und westlich der Bergehalde unter der Autobahn befinden sich hier heute Filialen eines Autohauses und einer Autoprüfungsgesellschaft.

Adresse: Langenberger Straße, Stadtteil Kupferdreh

Halde Steingatt (Laura)

Südlich von Burgaltendorf wurde der Tiefbauschacht Laura 1852 in Betrieb genommen. Im Jahre 1903 wurde das Bergwerk, das einen eigenen Eisenbahnanschluss an den nahen Bahnhof Kupferdreh hatte, stillgelegt.

Im Bereich der Schachtanlage befand sich eine große Bergehalde, deren Ausmaße nur geschätzt werden können. In Schägluftbildern ist sie herausragend. Ein Schornstein scheint auf ihr gestanden zu haben. Heute ist nicht mehr viel von der Halde zu sehen. Die größten Teile sind offenbar heute Privatgrund. Die Laurastraße und die Straßen Lauraberg und Steingatt geben Hinweise auf die alte Zeche.

Adresse: Lauraberg, Stadtteil Burgaltendorf

Halde Theodor

An den Hängen zur Ruhr wurde die Zeche Theodor mit dem Schacht Theodor im Jahre 1935 an Ort und Stelle der historischen Stollenzeche Charlotte in Betrieb genommen. Sie förderte bis 1968 und wurde dann stillgelegt.

Zwei Halden sind in historischen Bildaufnahmen in der Umgebung zu erkennen. Eine etwa 1,5 ha große Halde befand sich in unmittelbar am Zechengelände und folgte mit ihrem Verlauf der alten (heute abgebauten) Eisenbahnstrecke. Eine mit ca. 2,5 ha größere Bergehalde füllt ehemalige Steinbrüche auf. Beide Bereiche sind heute bewaldet, von der Zeche ist kaum etwas zu sehen. Vom RuhrtalRadweg ist ein Abstecher durch die Wassergewinnungsanlage unweit der Schwimmbrücke Holtey möglich. Er kann kombiniert werden mit einem Besuch des alten Bahnhofs Altendorf (Ruhr).

Adresse: Charlottenberg, Stadtteil Burgaltendorf

Halde Wolfsbank I

Bereits früh wird vom Bergbau unweit des Hofs Wolf berichtet, auf den auch der Name der Zeche hindeutet. Nach dem Stollenabbau erfolgte Mitte des 19. Jahrhunderts der Übergang zum Tiefbau. Diese erste Schachtanlage befand sich nördlich der Herbrüggenstraße im heutigen Wohngebiet. Nach Übernahme des Betriebs durch die zweite Schachtanlage II / III (siehe Eintrag unten) wurde der Betrieb an dieser Stelle eingestellt.

Unmittelbar westlich erstreckte sich eine etwa 1,5 Hektar große Bergehalde. In den 1970ern verlor sie zugunsten der Straße Heidbusch samt Wohnsiedlung an Fläche und wurde schließlich abgetragen. War die Lage im alten Luftbild damals noch sehr ländlich geprägt mit vielen Feldern ringsherum, so ist der Vorort hier heute dicht besiedelt.

Adresse: Herbrüggenstraße, Stadtteil Borbeck

Halde Wolfsbank II / III

Gerade einmal 1,5 Kilometer nordöstlich der Gründungsschachtanlage I (siehe Eintrag oben) entstand eine zweite. Schacht II wurde 1860 in Betrieb genommen. Anfang des 20. Jahrhunderts kam Schacht III hinzu. Diese Anlage wurde 1966 stillgelegt.

An das Gelände schloss sich eine 3,5 Hektar große Bergehalde an. Markant waren die drei „Finger“ in Form von 10 Meter hohen Dämmen im Nordwesten. Etwa 22 Meter war die Halde kurz vor Zechenschließung hoch. Mit Schließung und Abriss der Anlagen wurde auch die Halde abgetragen. Mitten durch die ehemalige Halde verläuft heute die Otto-Brenner-Straße, Wohngebiete wurden erweitert und aus dem Zechengelände selbst ein Gewerbegebiet. Aldi und das Dänische Bettenlager wären früher von Bergematerial begraben. Die Lücke im Stadtbild wurde geschlossen und fällt heute praktisch nicht mehr auf. Nur noch Straßennamen, Protegohauben und eine Gedenktafel erinnern an sie.

Adresse: Otto-Brenner-Straße, Stadtteil Bochold

Die Schachtanlage der Zeche Wolfsbank ist in den 1920er oder 1930er Jahren in der folgenden Abbildung zu erkennen. Am linken Bildrand ist besagte Bergehalde mit den drei erwähnten „Fingern“ zu erkennen. Direkt vor der Halde stehen die zwei Fördergerüste der Schächte II und III. Im Hintergrund links dürfte die Dionysius-Kirche zu erkennen sein.

Historische Ansicht der Zeche Wolfsbank

Ehemalige Halden in Gelsenkirchen

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Gelsenkirchen. Noch vorhandene Objekte wie die Halde Rheinelbe, Halde Rungenberg oder Halde Scholven sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Ehemalige Halden in Gelsenkirchen

Halde Bergmannsglück

Die ehemalige Halde der Zeche Bergmannsglück wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zur Halde Bergmannsglück

Halden Consolidation

Die ehemaligen Halden der Zeche Consol werden in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zu den Halden der Zeche Consolidation

Halden der Zeche Dahlbusch

Die Zeche Dahlbusch befand sich im südlichen Gelsenkirchener Vorort Rotthausen und förderte an drei verschiedenen Standorten Kohle. Die Gründungsschachtanlage begann 1860 mit der Förderung in der Nähe des heutigen S-Bahnhofs Rotthausen an der Bahnstrecke Gelsenkirchen-Essen. Eine zweite Schachtanlage II / V / VIII nahm mit Schacht II im Jahr 1870 den Betrieb auf. Sie lag nicht einmal einen Kilometer nördlich von der Gründungsschachtanlage entfernt direkt an der Eisenbahnstrecke Gelsenkirchen-Oberhausen. Nur wenige Jahre später kam die dritte Schachtanlage dazu. Die Schachtanlage Dahlbusch III / IV / VI lag in entgegengesetzter Richtung südlich von der Gründungsschachtanlage und war ebenfalls weniger als einen Kilometer von ihr entfernt.

Berühmt wurde die Zeche durch eine besondere Rettungsaktion verschütteter Bergleute. Sie wurden mithilfe eines neuen, selbstentwickelten Geräts in Form einer Kapsel gerettet, die durch ein Bohrloch geführt wurde. Dieses sogenannte Dahlbusch-Bombe kam 1963 auch beim „Wunder von Lengede“ und in abgewandelter Form 2010 in Chile zum Einsatz.

Im Jahr 1966 wurde die Förderung auf dem letzten aktiven Schacht VIII ganz im Norden eingestellt und die Zeche stillgelegt. Kaum etwas ist heute noch von der Zeche geblieben und auf allen Standorten durch Gewerbe überbaut.

An allen drei Schachtanlagen existierte je eine Bergehalde. Keine von ihnen ist heute noch erhalten. Die zuletzt etwa 1,5 ha große Halde auf der Gründungsschachtanlage lag unmittelbar an der heutigen Straße Am Dahlbusch und auf dem Gelände einer Glas- und Solarmodul-Fabrik.

Mit etwa 5 ha Fläche befand sich an der nördlichen Schachtanlage II / III / VIII die größte der drei Halden. Sie lag auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnstrecke zwischen Schienen und dem nördlich verlaufenden Schwarzbach und war über eine kleine Brücke mit der Zeche verbunden, über die der Abraum vermutlich mithilfe eines Förderbandes transportiert wurde. Nach Abtragen der Halde ist hier eine Brachfläche, die noch einige geringfügige Hügel besitzt. Das Areal ist von Bäumen bewachsen.

Die dritte Halde im Süden an der Schachtanlage III / IV / VI ist vermutlich schon in den 1930er oder 1940er Jahren verschwunden. Auch ihre Fläche betrug etwa 1,5 ha. An ihrer Stelle wurde in den 1990er Jahren das heute hier befindliche Umspannwerk errichtet. Außerdem liegt sie teilweise unter dem Gewerbegebiet Achternbergstraße. Auch an dieser Halde verläuft der Schwarzbach in einiger Entfernung vorbei.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte (alle Rotthausen):
Schachtanlage I / VII: Am Dahlbusch
Schachtanlage II / V / VIII: Zechenstraße
Schachtanlage III / IV / VI: Achternbergstraße

Halde Ewald III / IV (Schürenberg und Waldthausen)

Mitten im Gelsenkirchener Stadtteil Resse liegt das Gewerbegebiet Engelbertstraße. Bis zum Jahr 2000 befanden sich hier die Schächte III „Schürenberg“ und IV „Waldthausen“ der Zeche Ewald, etwa 2,5 Kilometer von der Hauptschachtanlage entfernt.

Eine frühe Bergehalde hat eine recht große Fläche bedeckt. In der nebenstehenden Abbildung ist sie etwa 5 Hektar groß, wobei das nördliche Ende nicht eindeutig ist. Schon wenige Jahre nach der Aufnahme in den 1920ern ist die Halde verschwunden. Das heutige Gewerbegebiet auf Grund und Boden der Zeche und Halde ist frühestens in den 1980er Jahren entstanden und beinhaltet u. a. einen Lebensmitteldiscounter. Der Wetterschacht befand sich nur wenig östlich an der Schnorrstraße.

Adresse: Engelbertstraße, Ortsteil Resse

Halden der Zeche Graf Bismarck

Die Zeche Graf Bismarck bestand aus mehreren Schachtanlagen, die sich im Norden der Stadt Gelsenkirchen mit Ausnahme der Gründungsschachtanlage I / IV nördlich vom Rhein-Herne-Kanal befanden.

Auf der anderen Seite von Kanal und Emscher, gegenüber dem neuen Stadtquartier Graf Bismarck mit dem markanten Hafen, wurde das Gelände der Schachtanlage II / VI / IX durch ein Gewerbegebiet überbaut. Auf der anderen Seite der Eisenbahn, von der heute noch die Relikte einer abgerissenen Brücke über Kanal und Emscher zu sehen sind, befand sich eine recht ausgedehnte Bergehalde mit zeitweise zwei Teilen (obere Grafik). Die Fläche zum Zeitpunkt der Luftbildaufnahme in den 1950ern betrug ca. 15 Hektar. Die nördlichste in einem historischen Luftbild identifizierte Spitze zog sich bis zur Kurve der Güterbahn auf Trasse der heutigen Karlstraße. Ein Marktkauf, Autohändler und eine Tankstelle sowie die komplette Straße Emschermulde wären damals unter den Abraummassen bedeckt worden.

Um die Jahrhundertwende ging die nördlichste Schachtanlage der Zeche mit den Schächten III und später auch V im Stadtteil Erle in Betrieb. Das ist dort, wo Autofahrer auf der A2 in einen kurzen Tunnel unter der Wohnbebauung eintauchen. In der Nähe befand sich das Wasserschloss Haus Leythe in damals ländlicher Region. Zwei große Halden von ca. 8 ha und 4 ha (mittlere Grafik) befanden sich östlich und nördlich der Schachtanlage. Bereits in den 1950er Jahren war die nördliche verschwunden und ein Sportplatz auf ihr errichtet. Im Zeitraum der Schließung der Zeche, die 1966 stattfand, verschwand auch die andere Halde. An beider Stellen befindet sich die in den 1990er Jahren errichtete Wohnsiedlung, in denen Straßennamen wie Burgmühlenweg, An der Gräfte oder Gräftenhof einen Hinweis auf das ehemalige Wasserschloss (heute Golfplatzgelände) geben.

Die Schachtanlage VII / VIII der Zeche Graf Bismarck im Emscherbruch in Gelsenkirchen wurde 1966 stillgelegt. Das Gelände mit den Übertage-Anlagen und zwei Halden (untere Grafik) mit etwa 7 und 22 ha Fläche wurde vom damaligen Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk gekauft. Ab 1968 / 1969 begann hier die Aufhaldung der Zentraldeponie Emscherbruch mit Abfällen. Der schon teilweise begrünte Berg bedeckt die teilweise zuvor abgetragenen Halden und Anlagen der Zeche, von der einige Gebäude jedoch als Betriebsgebäude genutzt wurden. Die Arbeitersiedlung Eichkamp im Norden ist daher eines der wenigen Erinnerungen an die Zeche. Die Deponie soll nach Beendigung der Aufhaldung und Renaturierung öffentlich zugänglich gemacht werden.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:
Emschermulde in Gelsenkirchen, Ortsteil Erle
An der Gräfte, Am Mühlenteich, Ortsteil Erle
Wiedehopfstraße in Gelsenkirchen, Ortsteil Resser Mark

Halde Rheinelbe IV

Am Rande des Gelsenkirchener Stadtteils Ückendorf befindet sich in den bereits grünen Ausläufern an der Stadtgrenze zu Bochum das Südstadion. Es wurde Ende der 1960er oder Anfang der 1970er Jahre gebaut und steht zusammen mit einer Fachhochschule und einigen Gewerbegebäuden auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage IV der Zeche Rheinelbe, auf der sich ein Wetterschacht befand. Nach diesem ist die heutige Straße Am Luftschacht benannt, die früher an dieser Stelle Kistenweg hieß.

Etwa zeitgleich mit Errichtung des Stadions verschwindet auch die letzte topographische Markierung einer Bergehalde in historischen Karten. Sie hatte In der Nähe führt der Radweg auf der ehemaligen Kray-Wanner Eisenbahn vorbei und verbindet die Erzbahntrasse mit der Zeche Alma und der Zeche Zollverein. Wesentlich bekannter ist die große Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe.

Adresse: Am Luftschacht in Gelsenkirchen, Ortsteil Ückendorf

Halde Westerholt

Die Zeche Westerholt befindet sich direkt auf der Stadtgrenze zwischen Herten-Westerholt und Gelsenkirchen-Hassel. Die Förderung begann 1910 und endete 2008 als Verbundbergwerk Lippe. Die Anlagen sind derzeit noch erhalten.

Eine kleine Bergehalde wurde direkt an der Stadtgrenze auf einer fünfeckigen Freifläche inmitten der Wohnsiedlung auf der anderen Seite der Egonstraße mtihilfe einer diese überquerenden Brücke (vmtl. mit einem Förderband) aufgeschüttet. Es ist zu vermuten, dass die Halde sehr spitz und steil aus der Siedlung herausgeragt hat. In den 1960er Jahren erfolgte schließlich der Rückbau. Es entstand ein großer Parkplatz für die Bergleute der Zeche. Heute ist die Fläche weitgehend ungenutzt und liegt brach. Möglicherweise sind Böschungen auf der Nordseite noch auf die alte Halde zurückzuführen.

Im folgenden Luftbild mit Blick nach Osten ist das Bergwerk zu erkennen. Links von den Schornsteinen in der Mitte bzw. oberhalb des Wasserturms ist die Halde zu sehen.

Ehemalige Zeche und Halde in Westerholt
Ehemalige Zeche und Halde in Westerholt

Adresse: Egonstraße, zwischen Hausnummer 15a und 31, Westerholt

Halde Wilhelmine Victoria I / IV

Die ehemalige Halde der Zeche Wilhelmine Victoria wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zum Nordsternpark

Ehemalige Halden in Gladbeck

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Gladbeck. Noch vorhandene Objekte wie die Haldenwelt im Brauck (Mottbruchhalde, Halde 7, 19 und 22, Moltkehalden) sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Halde Möller

Unweit des Westbahnhofs befand sich die Zeche Möller. Sie ging aus der Zeche Vereinigte Gladbeck hervor und wurde nach dem preußischen Handelsminister Theodor von Möller benannt. Sie bildete zuletzt mit der Zeche Rheinbaben in Bottrop ein Verbundbergwerk und wurde schließlich 1967 stillgelegt. Auf dem Gelände der einstigen Zeche befindet sich heute u.a. das Gewerbegebiet Stollenstraße.

Zwischen den Möllerschächten und dem Haarbach wurde eine Bergehalde aufgebaut. In den 1920er Jahren hatte sie eine Ausdehnung von etwa 9 ha. Nach der Schließung der Zeche wurden einige Teile des Geländes inklusive der Halde abgeräumt und besagtes Gewerbegebiet gegründet.

In dem Zusammenhang ist die Halde verschwunden. Zeitgleich ist der 13 m hohe Sichtschutz- und Lärmschutzwall entlang des Haarbachs zwischen Sand- und Kampstraße entstanden. Ein Weg verläuft auf dem Kamm und kann von Spaziergängern genutzt werden.

Adresse: Sandstraße, Kampstraße, Stollenstraße

Besser lassen sich Halde und das alte Bergwerk mit seinen teils sehr schön gestalteten Industrieanlagen aus der schrägen Vogelperspektive anschauen. Die Blickrichtung ist wie das Luftbild oben ebenfalls etwa nach Norden. Vorne rechts verläuft die Möllerstraße entlang. Im Hintergrund, hinter den herausragenden Zwillings-Schornsteinen, erkennt man die alte Bergehalde.

Historische Ansichten der Zeche Möller
Historische Ansichten der Zeche Möller

Ehemalige Halden in Herne

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Herne. Noch vorhandene Objekte wie die Halde Pluto oder die Halde Königsgrube sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Halde Friedrich der Große I / II

Unter der heutigen Autobahn A42 befand sich bis 1937 der in den 1890er Jahren eröffnete Stichkanal Herne. Seit 1914 existiert mit dem etwa 2,5 Kilometer entfernten Rhein-Herne-Kanal vom Herner Meer aus eine Anbindung an den großen Binnenhafen in Duisburg. Der Stichkanal wurde wegen Bergschäden stillgelegt und u.a. mit Abraum der Bergehalde der Zeche Friedrich der Große verfüllt. Später wurde auf dem Verlauf des Stichkanals die Autobahn gebaut.

Die alte Halde lag zuvor nördlich des Stichkanals auf der anderen Seite der Zeche, die 1874 mit der Kohleförderung begann. Vermutlich wurde der Abraum über eine eigene Brücke hinübergeschafft. Anstelle der Halde findet man, nachdem diese abgetragen wurde, eine Reihenhaus-Wohnsiedlung in der Leibnitz- und Jobststraße vor.

Adresse: Leibnitzstraße

Halde Julia

Inmitten eines Gewirrs von Bahnstrecken, Verbindungskurven und heute auch Autobahnen und Autobahnkreuzen lag die Zeche Julia. Mit drei Schächten förderte sie ab 1869 Kohle und trug zwischenzeitlich den Namen Zeche Barillon. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Zusammenlegung mit der Nachbarzeche Von der Heydt und später mit der Zeche Recklinghausen. Nach der Stilllegung 1961 hat sich auf dem Gelände der Großmarkt von Herne angesiedelt. Ein großer Supermarkt steht dort, wo sich früher die Verwaltung befand.

Die in den 1950er Jahren noch zu erkennenden mindestens fünf Halden sind allesamt sehr kleinräumig, ergeben zusammen aber eine Fläche von etwa 4 ha. Sie waren wohl zumeist durch Schienen- und Straßenwege begrenzt. Von ihnen ist heute nichts mehr vorhanden.

Adresse: Am Großmarkt, Stadtteil Baukau

Halden der Zeche Mont-Cenis I / III und II / IV

Die ehemalige Halde neben der Gründungsschachtanlage der Zeche Mont-Cenis sowie die neben der Schachtanlage II / IV wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zur Zeche Mont-Cenis

Halden der Zeche Shamrock

Die Zeche Shamrock in Herne geht wie die Zeche Erin auf einen irischen Industriellen zurück und mit ihrem Namen auf ein irisches Nationalsymbol ein – das berühmte grüne Kleeblatt (engl.: Shamrock). Die Kohleförderung begann auf der Gründungsschachtanlage nahe der Herner Innenstadt 1860. Im Jahre 1967 wurde die Zeche, eine der größten der Stadt Herne, stillgelegt.

Halde Shamrock I / II / VI / IX

Nur wenige hundert Meter lag die Gründungsschachtanlage I / II / VI / IX der Zeche Shamrock von der Bahnhofstraße, der heutigen zentralen Fußgängerzone von Herne entfernt. Nach der Stilllegung der Zeche hat sich hier eine Chemiefabrik angesiedelt. Eine etwa 3 ha große Bergehalde am Rande des Zechengeländes wurde im Laufe der Zeit abgetragen. Auf ihrer Fläche stehen heute Lagertanks und Kühlanlagen.

Halde Shamrock III / IV / XI

Die Schachtanlage befand sich östlich vom Hauptbahnhof von Wanne-Eickel zwischen der Bielefelder Straße und dem Güterbahnhof. In den Luftbildern der 1920er Jahre ist eine 6 ha große und eine 0,5 ha kleine Bergehalde zu erkennen. In der Folgezeit entstand die Zentralkokerei und die Halden waren in den 1950er Jahren bereits verschwunden. An ihrer Stelle befanden sich bis in die 2000er Jahre Kohlehalden, die zum benachbarten im Jahre 1957 in Betrieb gegangenen Kohlekraftwerk Shamrock gehörten. Dieses wurde 2013 stillgelegt. Für das Kraftwerks-, Zechen- und Haldenareal, der größten Freifläche der Stadt Herne im Jahr 2019, wird eine neue Nutzung geplant.

Halde Shamrock V

Der Wetterschacht V im Südosten der Innenstadt, nur zwei Querstraßen vom südlichen Ende der Fußgängerzone und vom Archäologiemuseum entfernt, wurde um die Jahrhundertwende in Betrieb genommen und bereits 1964 stillgelegt. Im historischen Luftbild ist eine kleine, etwas mehr als einen halben Hektar große Halde zu sehen, die das Schachtgelände umgibt. Doch schon in den folgenden Jahren scheint sie abgetragen zu sein. Heute liegt die Schachtanlage unter einer neuen Wohnsiedlung an der Hebbelstraße.

An der Schachtanlage VII in Holsterhausen, nahe der Stadtgrenze zu Bochum, lässt sich auf historischen Luftbildern keine relevante Haldenaufschüttung erkennen. Neben dem Gelände entstand der Gewerbepark Hibernia. Noch heute steht hier ein Gasometer inmitten der Gewerbebetriebe.

Halde Shamrock X

In unmittelbarer Umgebung zum Wetterschacht X der Zeche Shamrock in der damals noch spärlich bewohnten Kranger Heide erstreckte sich eine langgezogene Bergehalde zwischen der heutigen Autobahn A42 und der östlichen Ausfahrt vom Hauptbahnhof Wanne-Eickel. Sie war etwa 10 ha groß, fast einen Kilometer lang, dafür aber offenbar recht flach. In den 1960er Jahren wurde der Wetterschacht stillgelegt. Praktisch zeitgleich eröffnete im Bereich der Halde ein Freibad. Dies ist der Vorgänger des 1994 zuerst und 2016 nach einem Feuer erneut eröffneten Erlebnisbades „Wananas“. Im südlichen Teil ist in den 1990er Jahren eine Reihenhaussiedlung am Scharpwinkelring entstanden.

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:

Schachtanlage I / II / VI / IX: Shamrockstraße, Stadtteil Mitte
Schachtanlage III / IV / XI: Kastanienallee, Stadtteil Eickel
Schachtanlage V: Schillerstraße / Hebbelstraße, Stadtteil Mitte
Schachtanlage X: Am Freibad, Stadtteil Wanne

Ehemalige Halden in Herten

Halde Scherlebeck (Schlägel & Eisen V)

Um die Jahrhundertwende begann die Förderung der Zeche Schlägel & Eisen auf der Schachtanlage V / VI im Stadtteil Scherlebeck. Nicht einmal 30 Jahre später endete sie bereits. Einige wenige Gebäude, darunter eine Maschinenhalle mit originaler Dampf-Fördermaschine, sind noch vorhanden. In den 1920er Jahren bestand eine Bergehalde östlich der Zeche. Die kleine, hügelige Grünanlage aus den 1990er Jahren mit Spiel- und kleinen Sportplätzen befindet sich heute auf ihrem Gelände. Auch einige Wohnhäuser an der Gertrudenau könnten auf dem alten Haldengelände liegen. Etwa in den 1960er Jahren müssen die wohl letzten Teile der Halde abgetragen worden sein.

Adresse: An der Gertrudenau, Stadtteil Scherlebeck

Ehemalige Halden in Holzwickede

In der kleinen Emscherquell-Gemeinde im Kreis Unna gibt es heute nur noch eine nennenswerte Halde im Bachtal der Schönen Flöte. Alle Standorte von Halden der Zechen Caroline und Freiberg werden in einem gemeinsamen Beitrag beschrieben.

Halde Caroline III

Die ehemalige Halde neben der Zeche Caroline wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zum Historischen Bergbau-Rundweg Holzwickede

Halde Freiberg

Die ehemalige Halde neben der Zeche Freiberg wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zum Historischen Bergbau-Rundweg Holzwickede

Ehemalige Halden in Mülheim an der Ruhr

Halde Humboldt

Eine von drei Zechen im Stadtteil Heißen ist die Zeche Humboldt. Wie die anderen beiden, Wiesche und Rosenblumendelle (siehe weiter unten), liegen ihre Wurzeln im historischen Stollenbergbau. Im Jahr 1856 wurde der Tiefbauschacht in Betrieb genommen. Er befindet sich dicht an der Stadtgrenze zu Essen. 1929 erfolgte die Übernahme durch die Zeche Rosenblumendelle, woraufhin die Förderung eingestellt und die gesamte Zeche 1966 stillgelegt wurde. Heute ist das gesamte Zechengelände durch das 1973 eröffnete Rhein-Ruhr Zentrum überbaut. Es handelt sich um ein großes Einkaufszentrum und war eines der ersten seiner Art.

Es überdeckt auch zwei kleinere Bergehalden, die schon früh nach Beendigung der Kohleförderung abgetragen worden sind. Ihre im Luftbild markierte Gesamtfläche beträgt gerade einmal 2 ha.

Adresse: Humboldtring, Stadtteil Heißen

Halde Rosenblumendelle

Die Zeche Rosenblumendelle ist eine von drei Zechen, die am östlichsten Punkt der Stadt Mülheim fast direkt an der Stadtgrenze nach Essen lagen. Sie geht auf ältere Stollenzechen zurück. Die Förderung im Tiefbau auf der neuen Schachtanlage I / II begann 1857. Mit der Lage am Bahnhof Heißen der Eisenbahnstrecke Essen-Duisburg lag die Zeche für den Transport sehr günstig. Die benachbarten Zechen Humboldt und Wiesche wurden übernommen. Die Stilllegung des Gesamtbergwerks erfolgte 1966.

Eine Bergehalde von etwa 3,5 ha entstand wohl in den 1940er Jahren in einer Keilform unmittelbar neben der Zeche, verschwand aber etwa im Zeitraum der Stilllegung zusammen mit den Zechenanlagen. An ihrer Stelle liegt heute das Gewerbegebiet Wiehagen.

Direkt neben der älteren Bergehalde entstand in den 1960er Jahren ein zweites Landschaftsbauwerk, das auch heute noch erhalten ist. Möglicherweise kapselt es Bauschutt aus dem Abriss und Teile der alten Halde mit ein.
Adresse: Wiehagen, Stadtteil Heißen

Halde Wiesche

Vorläufer der Zeche Wiesche waren ebenfalls einige Stollenzechen. Die Tiefbauzeche nahm mit dem Schacht I im Jahr 1830 den Betrieb auf. Sie hatte eine Anbindung an die Eisenbahnstrecke zwischen Essen und Duisburg. Die Landschaft war seinerzeit ländlich geprägt. In den 1950er Jahren erfolgte die Zusammenlegung mit der Zeche Rosenblumendelle und Ende der Förderung auf Zeche Wiesche I / II. Im Jahr 1966 wurde die gesamte Zeche stillgelegt.

Noch in den 1960ern befand sich auf dem Zechengelände eine etwa 3 ha große, herausragende Bergehalde. Auf dem ehemaligen Zechen- und Haldengelände befindet sich heute ein Gewerbegebiet. Nur wenig ist von der Zeche erhalten. Eine Erinnerung bilden Straßennamen mit Bezug zur Kohleförderung, insbesondere mit Namen von Flözen, die hier zu lesen sind. Auch das Ortsbild hat sich massiv verändert: aus dem dörflichen Heißen wurde ein dichtbesiedelter Stadtteil mit Anschluss an die A40.

Adresse: Geitlingstraße, Stadtteil Heißen

Ehemalige Halden in Oberhausen

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Recklinghausen. Noch vorhandene Objekte wie die Knappenhalde sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Halde Concordia I / II / III und IV / V

Im Jahr 1853 begann die Förderung mit Schacht Haniel (Schacht I) der Zeche Concordia, unmittelbar am heutigen Hauptbahnhof von Oberhausen gelegen. Zwei weitere Schächte sollten ein wenig weiter westlich noch dazukommen, eine weitere Schachtanlage mit den Schächten III / IV etwa 1,5 Kilometer weiter nördlich unweit des Kaisergartens am Rhein-Herne-Kanal. Dort begann die Förderung mit Schacht IV im Jahre 1903. Bereits in den 1940er Jahren wurde das Gelände um den Schacht I abgerissen, die Förderung der Schachtanlagen II / III sowie IV / V wurde 1968 beendet. Der Schacht II und ein weiterer Schacht VI kurz vor Duisburg-Obermeiderich dienen heute noch der Wasserhaltung der Zeche.

Heute wird das große Gelände, das sich neben dem Hauptbahnhof auch in direkter Nähe zum Museum in der Zinkfabrik Altenberg befindet, völlig anders genutzt. Einen Teil im Bereich der Schachtanlage II / III nimmt das 1971 (als eines der ersten seiner Art) eröffnete „Bero-Einkaufszentrum“ ein. Eine ehemalige Halde von etwa 5,5 ha Fläche befand sich dort, wo heute das Berufsförderungswerk und ein Berufskolleg sowie Wohnbebauung an der Bebelstraße stehen. Ein anderer Teil des Geländes mit einer etwas kleineren Halde wird von einer Firma genutzt.

Das Zechengelände und die beiden Halden sind mit Blickrichtung nach Osten in der folgenden Ansicht aus der schrägen Perspektive zu sehen. Links befinden sich die Übertageanlagen mit den zwei Fördertürmen, rechts die beiden Bergehalden.

Zeche Concordia I / II / III aus der Vogelperspektive
Zeche Concordia I / II / III aus der Vogelperspektive

Eine mit etwa 8,5 ha recht große und anhand der Form auch scheinbar recht hoch herausragende Halde befand sich westlich der Buschhausener Straße an der ehemaligen Schachtanlage IV / V, wo heute ein Recyclinghof ist. Sie muss noch einige Jahre bis in die 1990er hier bestanden haben. Eine ebenfalls ausgedehnte Haldenfläche mit etwa 18 ha Fläche befand sich unmittelbar am Kanal und westlich vom Kaisergarten. Möglicherweise waren Teile davon eine Zeitlang keine Berge- sondern eine Kohlenhalde für Lager und Export. Auf ihrer gesamten Fläche befindet sich heute ein Teil des Industriegebiets West.

Im folgenden Luftbild ist die Schachtanlage in den 1920er Jahren zu sehen. Hier sind die oben sichtbaren Halden noch sehr klein und durch fächerförmige Anschüttungen am linken Bildrand zu erkennen. Die große Halde am oberen Bildrand hat vermutlich mit der Gutehoffnungshütte zu tun.

Zeche Concordia IV / V  aus der Vogelperspektive
Zeche Concordia IV / V in den 1920er Jahren

Adressen der einzelnen Haldenstandorte:
Schachtanlage I / II / III: Am Förderturm, Bebelstraße
Schachtanlage IV / V: Bonmannstraße / Buschhausener Straße / Zum Eisenhammer

Halde Oberhausen I / II

Die große Knappenhalde am Rande der Neuen Mitte in Oberhausen hatte einige Zeit lang eine Halden-Schwester. Diese wird im Artikel über die Neue Mitte näher vorgestellt. ► Zum Beitrag

Ehemalige Halden in Recklinghausen

Die folgenden ehemaligen Halden liegen im Bereich der Stadt Recklinghausen. Noch vorhandene Objekte wie die Halde General Blumenthal VIII oder die Halde Hoheward sind unter den Halden im Ruhrgebiet beschrieben.

Halde General Blumenthal III / IV

Die ehemalige Halde neben der Zeche General Blumenthal III / IV wird in einer eigenen Dokumentation behandelt.
► Artikel zur Zeche General Blumenthal

Halde General Blumenthal VII

Auch das abgetragene Exemplar neben der Zeche General Blumenthal VII wird in der Dokumentation behandelt.
► Artikel zur Zeche General Blumenthal

Ehemalige Halden in Selm

Halde Hermann

Eine der nördlichsten Zechen im Ruhrgebiet förderte in Selm von 1909 bis 1926 Kohle. Unter anderem wegen aufwändiger Verhinderung von Wassereinflüssen Untertage wurde die Zeche schließlich wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt. Teilweise sind Gebäude an der Straße Am Buddenberg noch heute erhalten.

Gerade einmal 300 Meter südwestlich des Zechengeländes befand sich eine Bergehalde, die in der Luftbildaufnahme eine Ausdehnung von 6,5 Hektar hat. An zwei Seiten wurde sie vom Selmer und dem Mühlenbach begrenzt, im Osten durch die Luisenstraße. Das Gelände ist heute nach wie vor eine Brachfläche, die Halde jedoch zu größten Teilen abgetragen. Direkt angrenzend ist eine Wohnsiedlung entstanden. Neben der Halde der Zeche Auguste Victoria in Marl und der Halde Sachsen in Hamm ist sie eine der nördlichsten im Revier.

Adresse: Parkweg, Kreuzung Luisenstraße

Ehemalige Halden in Sprockhövel

Die ehemalige Halde neben der Zeche Alte Haase wird in einer eigenen Dokumentation behandelt
► Artikel zur Zeche Alte Haase (Bergbauwanderweg Alte-Haase-Weg Nord)

Ehemalige Halden in Unna

Halde Alter Hellweg I / II

Im Dreieck zwischen der Hansastraße, Mühlenstraße und der heutigen S-Bahnstrecke befand sich die Zeche Alter Hellweg in Unna. Es ist die Nachfolge der ersten Zeche Alter Hellweg mit dem Schacht Friederica südlich der Autobahn A44. Im Jahr 1921 begann die Kohleförderung, die gerade einmal 40 Jahre später wieder endete.

Eine etwa 1 ha große Bergehalde befand sich nördlich der Hansastraße, die vermutlich über eine kleine Brücke mit der Zeche verbunden war. Die wohl schon in den 1960er Jahren abgetragene Halde wird heute von der Ohmstraße durchschnitten und ist sonst von Gewerbebetrieben überbaut – ebenso wie das gesamte Umfeld der alten Zeche und Halde. Nur wenige Relikte erinnern heute noch an das Bergwerk.

Adresse: Ohmstraße, Stadtteil Stadtmitte

Halde Mühlhausen / Halde Unna

Es dürfte eine der Zechen mit der kürzesten Lebensdauer sein. Von 1923 bis 1924 dauerte die Förderung von Kohle der Zeche Unna oder auch Zeche Mühlhausen südlich des gleichnamigen Vorortes von Unna an der Reichsstraße 1, der heutigen Bundesstraße 1, an. Die Förderanlagen befanden sich nördlich des Bimberghofs oberhalb des neuen Hochwasserdamms.

Auch eine kleinräumige Bergehalde lässt sich noch einige Jahre in Karten und Luftbildern ausmachen. Sie wurde gänzlich dem Erdboden gleich gemacht. An ihrer Stelle befindet sich heute landwirtschaftliche Fläche. Ihre alte Ostgrenze markiert auch heute noch eine Flurstücksgrenze. An der Gaststätte an der B1 erinnert eine Tafel an die Zeche Unna.

Adresse: Werler Straße / B1 in Unna, Stadtteil Mühlhausen

Ehemalige Halden in Witten

Halde Helene

Zwischen den Ortsteilen Heven und Wannen befindet sich die Haldenstraße in Witten. Der Name deutet schon auf die Tatsache hin, dass sich hier mehrere Bergehalden der Zeche Helene befanden.

Nachdem zunächst in Stollen Kohle gewonnen wurde, ging man in den 1850er Jahren zum Tiefbau mit einem Schacht über. Im Jahr 1883 erfolgten der Zusammenschluss mit der Zeche Nachtigall und nur wenige Jahre später 1896 die Schließung des Bergwerks Helene. Zunächst entstand etwa in den 1950er Jahren ein Sportplatz auf dem Zechen- und Haldengelände. Heute befindet sich dort u.a. ein Supermarkt. Der Sportplatz ist auf die andere Seite des Haldenweges umgezogen. Von den Halden ist nichts mehr zu sehen.

Übrigens: mit der Halde Helene in Essen hat diese nichts zu tun.

Adresse: Haldenstraße, Stadtteil Heven

Halde Ringeltaube

Eine der frühen Zechen des Ruhrbergbaus ist die Zeche Ringeltaube bei Annen. Sie geht auf eine Stollenzeche aus dem 18. Jahrhundert zurück und besaß später zwei Förder- und mehrere Wetterschächte. Nach Zusammenlegung mit der nahen Zeche Hamburg wurde die Zeche Ringeltaube 1923 stillgelegt. Nur sechs Jahre später entstand auf dem Zechen- und Haldengelände neben dem Friedhof der Tennisclub TC Schwarz-Weiß Annen. Heute überdecken vier Außen-Tennisplätze und eine Tennishalle (außerhalb der Halde) das Areal. Es gibt etwas versteckt wenige ruinöse Mauerreste und als Geländeform deutlich sichtbar Teile eines alten Bahndamms südlich vom Tennisclub.

Eine Halde hat nach alten Höhenkarten und Luftbildern bestanden. Die in der Abbildung markierte Kontur ist jedoch unsicher und aufgrund von Beschädigungen im Luftbild nicht genau zu erkennen. Womöglich befindet sich zu dem Zeitpunkt nördlich noch ein Haldenteil. Das beschriebene Areal ist nicht weit entfernt von der Privatuniversität Witten / Herdecke.

Adresse: Dortmunder Straße, Stadtteil Annen

Für die historischen Bilder gilt © RVR, 1926 / 1934 / 1952 / 1969, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Die aktuellen Luftbilder sind vom Land NRW (2022) • Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0

Weitere ehemalige Halden folgen in der nächsten Zeit nach.