Anreisetipps, Karten, Koordinaten und GPS – Ganz einfach!

Wie komme ich am besten mit welchem Verkehrsmittel zu den beschriebenen Zielen, was bedeuten die merkwürdigen Koordinaten auf jeder Artikel-Seite – und kann man in einer Metropolregion wie dem Ruhrgebiet mit dem Fahrrad fahren? In allen Dokumentationen auf diesen Internetseiten befindet sich ein großer Absatz mit Hinweisen zur Tourenplanung oder Anfahrt zum jeweiligen Ziel – häufig ist er sogar vom Platzbedarf größer als die Hintergrundinformationen oder der Foto-Absatz zum eigentlichen Thema und die Recherche dazu arbeitsintensiver als das Schreiben des eigentlichen Artikels.

Aufgrund zahlreicher Nachfragen werden an dieser Stelle die Hinweise zur Anfahrt mit dem Auto, mit der Bahn oder mit dem Fahrrad, die in jeder Dokumentation über Industriekultur und Bergehalden im Ruhrgebiet zur Tourenplanung zu finden sind, näher erläutert. Man wird außerdem verstehen, was Geographische und UTM-Koordinaten sind und wie ich die Karten zu lesen habe – ganz ohne Kartographie studiert zu haben.

Manche Erklärung scheint auf dem ersten Blick banal, doch es wird auch erläutert, was ich mir dabei gedacht habe. Und so bekommen beispielsweise die Angaben einen Sinn, die neben der Ziel-Bushaltestelle auch die davor nennen, obwohl man dort gar nicht aussteigen soll.

Außerdem finden Sie Hinweise zum Wandern und eine Packliste für die Tourenplanung im Ruhrgebiet.

Anreisebeschreibung, Adressen und Navis

Jedes Ziel ist zur Tourenplanung mit einer ausführlichen Anreisebeschreibung für Autofahrer aus einer gängigen Anreiserichtung immer ausgehend von einer Autobahn versehen. Dadurch sollte eine einfache Anfahrt mit dem PKW zu einem Parkplatz in der Nähe des beschriebenen Ortes möglich sein. Sie ist beispielsweise wie folgt gestaltet (Aus der Dokumentation zur Kokerei Hansa):

Anreise mit dem Auto: Auf der A45 bis zur Ausfahrt 4 Dortmund-Marten, Huckarde, Hafen und dort sofort rechts abbiegen Richtung Huckarde / Hafen (nicht Richtung Marten). An der nächsten Ausfahrt abfahren Richtung Huckarde / Dorstfeld. Links abbiegen auf die Huckarder Straße Richtung Mengede. Der Straße ca. 2 km bis zur Beschilderung zum Parkplatz der Kokerei Hansa folgen.

Beitrag zur Kokerei Hansa

In den meisten Fällen ist mindestens eine aktuelle, geeignete Straßenkarte sowie ein aktuelles Navigationssystem nützlich. In einigen komplizierten Fällen (z.B. zum Eisenbahnmuseum Bochum) wird eine besondere Empfehlung dazu gegeben.

Zieleingabe ins Navigationssystem

Für Navigationsgeräte sowie Handys mit Navigations-App ist in jeder Dokumentation eine empfohlene Zieleingabe vermerkt. Sie führt meist zu einem geeigneten Parkplatz oder – wenn das Ziel nicht direkt mit einer Hausnummer in Verbindung gebracht werden kann – zu einer Querstraße in der Nähe des Ziels. Dies ist insbesondere bei längeren Zielstraßen hilfreich. Üblicherweise unterstützen gängige Navigationssysteme diese Art der Adresseingabe. Besteht die Gefahr, durch die Nähe zu einer Stadtgrenze ein falsches Ziel anzuwählen, so ist auch dies mit einem Hinweis vermerkt.

Zieleingabe in das Navigationssystem: Emscherallee 11 in Dortmund

Beitrag zur Kokerei Hansa

In jedem Fall gilt, dass statt des Mottos „Navi ein – Hirn aus“ die örtliche Beschilderung und StVO-Regeln stets beachtet werden müssen: ein Navigationssystem oder Navi-App im Handy ist eine zweifellos praktische Unterstützung auch für die Umfahrung von chronischen Staustrecken, aber nicht immer der Weisheit letzter Schluss.

Karten „für Umme“ und im Handel

Für die, die sich die Ziele vorab zur Tourenplanung oder während des Besuchs auf einer Karte analog oder digital anschauen möchten, gibt es vielfältige aktuelle Angebote – kostenlos bis kommerziell.

GoogleMaps & GoogleEarth

Für die Webnutzung ist sicherlich das kostenlose GoogleMaps mit Routenplaner, Karten und Luftbildern bereits ein Standard mit guter Aktualität sowie akzeptablen Details. Die Geographischen Koordinaten (siehe Thema unten) können bequem über Kopieren und Einfügen ohne lästiges Abtippen übernommen und direkt angeflogen werden.

Einen ganzen Weltatlas mit Nutzung aktueller sowie historischer Luftbilder, Messfunktionen oder Tourenplanung bietet das komfortabel zu bedienende kostenlose Programm GoogleEarth. Auch hier ist das Hineinkopieren der angegebenen Koordinaten ins Suchfeld einfach möglich. Zusätzlich können in GoogleEarth Markierungen und Routen für eine Tourenplanung erstellt sowie z.B. für GPS-Geräte exportiert werden.

Openstreetmap

Eine besonders beeindruckende Entwicklung hat OpenStreetMap (das bedeutet “Offene Straßenkarte”, bekannt unter dem Kürzel “OSM”) gemacht. Dabei korrigieren und erstellen Anwender wie Sie und ich, die beispielsweise die Heimatregion sehr viel besser kennen als ein Redakteur oder eine Redakteurin an einem Schreibtisch fernab es je könnte, freiwillig aus Spaß an der Freude die Karten, die dann der Allgemeinheit in einer unvergleichlichen Aktualität und Detailfülle kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Besonders hilfreich sind die zahlreichen Waldwege und Pfade, die häufig in kommerziellen Karten in diesem Grad nicht dargestellt werden können. Besonders hervorzuheben sind Themenkarten, die über die Layerauswahl einfach umgeschaltet werden können. So gibt es eine spezielle CycleMap für Radfahrer mit Themenrouten, Rastplätzen und einer angepassten Kartographie, eine ÖPNV-Karte mit Buslinien und Haltestellen sowie Reitkarten oder eine für die Schifffahrt. Letzteres wird man im Ruhrgebiet jedoch relativ selten benötigen.

GoogleMaps: www.google.de/maps

GoogleEarth: www.google.de/intl/de/earth

OpenStreetMap: www.openstreetmap.de

Reiseführer & Atlanten

Für die von Ihnen, die gerne zur Tourenplanung zu einem gedruckten Reiseführer, einer Freizeitkarte sowie einem Straßenatlas greifen, bietet der Buchhandel ein recht breites Spektrum an Literatur über das Ruhrgebiet. Um in der Masse der Angebote das Richtige zu bekommen, lohnt es sich, das ein oder andere Produkt im Laden in die Hand zu nehmen oder Rezensionen zu lesen. Einige Reiseführer und Straßen-Atlanten werden untenstehend empfohlen.*

     

Rad- und Wanderkarten

Wer gedruckte Karten für seine Tourenplanung oder seine Tour vorzieht und sich nicht auf digitale Medien und Internetverbindungen verlassen möchte, kann ebenfalls auf eine große Vielfalt von Print-Medien zurückgreifen. Die unten abgebildeten Karten verschiedener Verlage stellen die Region dar. Empfehlenswert sind die Karten vom ADFC, von Bikeline oder Kompass. Neben den dargestellten Flächenkarten gibt es im Handel auch solche mit Spiralbindungen sowie Leporello-Falzung. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

       

GPS, UTM und Co.

Besonders markante Punkte oder bestimmte Orte werden in der Anreisebeschreibung sowie zur Tourenplanung mit Geographischen Koordinaten angegeben. Diese können beispielsweise in GPS- oder Navigationsgeräte*, vielfach aber auch in oben vorgestellte Kartenanwendungen wie beispielsweise OpenStreetMap oder GoogleEarth sowie GoogleMaps eingegeben oder kopiert werden.

Geographische Koordinaten

Die Koordinaten setzen sich aus zwei Zahlenpaaren zusammen (Aus der Dokumentation zum BernePark in Bottrop):

Geographische Koordinaten

Die Erdkugel (nehmen wir an, es ist eine – Geoinformatiker würden sie allerdings eher als „Kartoffel“ oder fachlicher als „Geoid“ bezeichnen) besitzt von Südpol zum Nordpol ringsherum Längengrade, sogenannte Meridiane.

Sie laufen an den Polen zusammen, wo die Erdachse im Boden steckt. Senkrecht dazu stehen die Breitenkreise, wobei der längste die Erde an ihrer dicksten Stelle wie einen Gürtel umgibt – dem Äquator. Ausgehend vom Nullmeridian durch London-Greenwich hat jeder Längengrad einen Wert in östlicher (O = Osten oder englisch E = East, siehe oben rote Zahl) und westlicher Richtung (W = Westen bzw. West) entsprechend seinem Rotationswinkel, bis er auf der anderen Seite in der Nähe der Datumsgrenze die 180° erreicht. Da Bottrop östlich von London liegt, hat der Wert oben ein E. Zwischen zwei Verbindungen zwischen Erdmittelpunkt Richtung London und Bottrop beträgt der Winkel also 6° und ein Bisschen.

Kugel mit Längen- und Breitengraden

Grad, Minuten, Sekunden

Um die Zwischenräume zwischen den fest definierten Hauptmeridianen zu verfeinern, sind diese mit dem zugegebenermaßen durchaus komplizierten Zeitsystem ergänzt. Nach der Gradzahl folgen die Minuten und die Sekunden. Minuten und Sekunden können nicht größer oder gleich 60 sein. Das bedeutet, dass Bottrop sogar eher am 7. östlichen Längengrad als am 6. liegt.

Ähnlich verhält es sich mit den Breitengraden. Sie sind nach demselben Schema mit Grad, Minuten und Sekunden aufgebaut. Ihre Basis liegt auf dem Äquator mit 0° mit jeweils ansteigenden Werten zu den Polen, wo 90°N und 90°S liegt. Bottrop liegt daher etwa auf der Hälfte zwischen 51° und 52° Nord. In GoogleEarth lässt sich das Koordinatengitter aktivieren und auf Geographische Koordinaten einstellen.

Das Ruhrgebiet hat übrigens auch noch die Besonderheit, einen Ostpol und einen Westpol zu besitzen. Das ist weltweit einmalig (wie allerdings Nord- und Südpol auch).

Zur Vertiefung: Kartographie (Grundriss Allgemeine Geographie, Band 2568)*

UTM-Koordinaten

In modernen GPS-Geräten und auf vielen gedruckten Karten lassen sich vermehrt Koordinaten in einem neuen System eingeben und ableiten, dem Universalen Transversalen Mercator-System. Das UTM-Koordinatensystem erscheint auf dem ersten Blick recht kompliziert, ist bei näherer Betrachtung und einer einfachen Erläuterung jedoch praktisch zu handhaben. Kern des Koordinatensystems ist ein Zahlenblock (Aus der Dokumentation zum Halde Großes Holz):

UTM-Koordinaten

Hochwert

Am einfachsten zu verstehen ist der sogenannte Hochwert (seltener genannt Nordwert), die rote letzte Zahl. Er bezeichnet den Abstand vom Äquator und ist meistens in Metern oder in Kilometern (letzte drei Ziffern fehlen dann) angegeben. Der Haldengipfel aus dem Beispiel ist also etwa 5720 Kilometer vom Äquator entfernt. Man kann hinfliegen und es prüfen oder z.B. in GoogleEarth nachmessen. Habe ich beides gemacht – es kommt ungefähr hin.

Rechtswert

Der Rechtswert, erster Teil der eigentlichen Koordinate, ist etwas komplizierter. Dazu muss man wissen, dass das die Erde für das System in 60 Zonen in der West-Ost-Richtung eingeteilt ist, die jeweils 6° breite Streifen auf der Erde darstellen (ganze Kugel = 360°, geteilt durch 6°). Die Zahlen sind von der Datumsgrenze nach Osten hin aufsteigend. Das Ruhrgebiet und der größte Teil von Deutschland liegen in der Zone 32. Man könnte noch erwähnen, dass diese Streifen von Süd nach Nord in Felder unterteilt und mit Buchstaben markiert werden, sodass NRW mit vollständig korrekter Adresse im Feld 32 U liegt. Die Zonenzahl ist besonders wichtig, da eine Koordinate auch in anderen Zonen vorkommen kann und ohne diese Verwechslungsgefahr besteht. In Karten mit UTM-Angaben steht die normalerweise irgendwo im Kleingedruckten in der Legende oder am Kartenrand.

Nun wissen wir aber immer noch nicht, was der Rechtswert bedeutet. Alle Zonen, so wie auch unsere Zone 32, bestehen im Wesentlichen aus einer Mitte, einem sogenannten Mittelmeridian, sowie zwei Grenzen rechts und links. Für die Zone 32 ist 9° Östliche Länge der Mittelmeridian, jeweils 3° westlich und östlich davon, auf 6° Ost und 12° Ost, befinden sich die Grenzmeridiane. Im Beispiel Nordrhein-Westfalen verläuft der Mittelmeridian beispielsweise östlich von Paderborn vorbei (“bei Altenbeken” wäre treffender, aber wer kennt das schon), der westliche Grenzmeridian bei Aachen. Beide sind in der unten stehenden Übersichtskarte mit einem roten Strich markiert. Der östliche Grenzmeridian ist weit außerhalb NRWs irgendwo bei Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt und an und für sich uninteressant für uns – dahinter beginnt lediglich die Zone 33 (was übrigens nichts mit “Ostzone” zu tun hat).

Mittelmeridian

Und jetzt kommt´s: Auf genau diesen Mittelmeridian (bei uns: Paderborn – oder halt bei Altenbeken) einer jeden Zone bezieht sich der Rechtswert. Dieser gibt den Abstand rechts und links zum Mittelmeridian in Metern oder Kilometern an. Und weil negative Werte in Koordinatensystemen bescheiden zu berechnen sind und auch studierte Kartografen immer wieder mit negativen und positiven Zahlen durcheinanderkommen, wird der Meridian mit dem Fixwert 500.000 m gleichgesetzt. Kleinere Werte liegen also links davon, größere rechts. Im Beispiel von 404.054 m liegt der Gipfel der Halde in der Zone 32 also 95.946 Meter westlich vom Mittelmeridian (500.000 m minus 404.054 m), also etwa 96 Kilometer westlich von Paderborn. Oder Altenbeken, genauer gesagt. Jedenfalls vom 9. Meridian.

Karte mit UTM-Koordinaten

In Topographischen Karten lassen sich die Orte wie im rechts dargestellten Beispiel recht einfach mithilfe eines Koordinaten-Gitters ablesen. Für den Gipfel der Adener Höhe auf der Halde Großes Holz wurde dies beispielhaft durchgeführt.

Distanzberechnung

Im Gegensatz zum Geographischen Koordinatensystem mit Grad, Minuten und Sekunden lässt sich der Abstand zwischen zwei Punkten (ohne Höhendifferenz) bequem ausrechnen. Dazu müssen lediglich die jeweiligen Koordinaten subtrahiert und quadriert werden und aus der Summe die Wurzel gezogen:


Die Öffis: Bus und Bahn im Revier

Das Ruhrgebiet ist von einem Nahverkehrsnetz durchzogen, das seinesgleichen in Deutschland sucht. Bei geeigneter Ausgangslage können die allermeisten auf diesen Seiten beschriebenen Ziele bequem, stressfrei und ohne Stau sowie nervige Parkplatzsuche erreicht werden. Zahlreiche Fernverkehrs- sowie vor allem Nahverkehrslinien erschließen die meisten Städte. Insbesondere auf der zentralen Achse zwischen Duisburg, Essen und Dortmund verkehren zahlreiche Regionalexpress- (RE-) Linien und inzwischen auch der Vorlaufbetrieb des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX).

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Immer mehr Bahnlinien werden nicht mehr von der Deutschen Bahn (DB), sondern von privaten Betreibern, wie beispielsweise National Express oder der Eurobahn betrieben. Besondere Wichtigkeit kommt neben den Regionalexpress-Linien dem Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr zu. Zentrale Informationsstelle ist der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, ein Verbundraum zwischen Unna und Mönchengladbach, Haltern und Wuppertal. Er deckt den größten Teil des Ruhrgebiets ab sorgt und für vergleichsweise günstige Verbundtickets. Man muss allerdings aufpassen, dass man für einzelne Ziele in den Randgebieten nicht den Verbundraum verlässt. Da ansonsten ein sogenanntes “erhöhtes Beförderungsentgelt” fällig wird. Zum Teil wird bei den speziellen Zielen in der Dokumentation darauf hingewiesen. Achten müssen Sie allerdings selbst darauf.

Der VRR bietet auf seiner Internetseite ausführliche Linienpläne für die Region und einzelne Städte an. Hier, auf der Internetseite der Deutschen Bahn und in diversen Apps auf dem Smartphone können Fahrten geplant und aktuelle Abfahrten an einer Haltestelle angezeigt werden. Zu beachten ist, dass der Nahverkehr zeitweise insbesondere in den Stoßzeiten im Berufsverkehr besonders ausgelastet ist, zur Verspätung neigt und knappe Anschlüsse verfallen könnten (Sie werden bei exzessiver Nutzung des ÖPNV verstehen, was ein “Sichtanschluss” ist). Radfahrende sollten beachten, dass mitgeführte Fahrräder unter Umständen im Berufsverkehr keinen Platz finden und Kinderwagen und Rollstuhlfahrer im Zweifel Vorrang haben.

Wir fahren mit dem Bus…

Zum schienengebundenen Personenverkehr kommt ein gut ausgebautes Busnetz, das gut an die Bahnhöfe angebunden und recht gut an die Takte z. B. der S-Bahnen angepasst ist. Bei Busverbindungen wird in den Dokumentationen immer der Anschluss von einer Bahn-Station beschrieben. Da nicht in allen Bussen Fahrgastinformationssysteme (Anzeige nächster Halt, Durchsagen) angebracht sind und man dann als ortsfremder Fahrgast auf sich allein gestellt wird, ist dabei auf die Haltestellennamen auf den Schildern der Haltestellen zu achten. Um den Ausstieg nicht zu verpassen, wird in den Beschreibungen häufig die Station vor dem Ausstieg „zum Bereitmachen“ ebenfalls genannt. Zu beachten ist jedoch dabei, dass es im Laufe von Linien zu kurzfristigen Änderungen kommen kann. Für den Busverkehr gelten die gleichen Informationsquellen wie auf der Schiene.

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR): www.vrr.de

Internetauftritt der Deutschen Bahn: www.bahn.de

Eurobahn: www.eurobahn.de

NordWestBahn: www.nordwestbahn.de

National Express: www.nationalexpress.de


Auf Schusters Rappen durchs Revier

Der Erfolg einer Wandertour, der Komfort und das Gefühl hängen stark von der Ausrüstung ab. Ich bin jahrelang ohne besondere Vorbereitung losgezogen und muss gestehen, dass einige Hilfsmittel das Wandern deutlich erleichtern und zum Spaß beitragen.

Vernünftige Wanderschuhe und Rucksäcke

Es fängt damit an, geeignete Wanderschuhe zu besorgen. Hat man vor, in Zukunft häufiger zu laufen, so rate ich, nicht am letzten Euro zu sparen. Jeder Fuß ist unterschiedlich und somit fühlt sich der oder die eine mit den teuren Lowas wohler, der oder die andere kommt besser mit denen von Jack Wolfskin oder Deichmann zurecht. Auch teure Schuhe können irgendwo zwicken.

Nachdem ich einmal wegen massiver Blasenbildung am Fuß die anspruchsvollen Etappen des Schluchtensteiges (Schwarzwald, nicht Ruhrgebiet) zwangsläufig in Birkenstock-Schlappen bewältigt habe, greife ich heute zu vernünftigen Schuhen. Wanderschuhe sollten unbedingt im Laden anprobiert werden. Grundsätzlich nehme ich im Flachland einfachere Schuhe. Im Bergland, wenn es eher ein “Steig” wird oder der Weg auf Geröll, Steinen oder Fels verläuft, die Schuhe mit höherem Schaft.

Gleiches verhält sich mit Rucksäcken. Auch hier lohnt ein Anprobieren und Testen im Geschäft, welche verschiedenen Modelle es gibt. Sie unterscheiden sich im Schnitt, im Gewicht, im Fassungsvermögen (meist in Litern angegeben) und in der Ausstattung. Hüft- und Brustgurt nehmen die Last von den Schultern. Eingearbeitete Metallgurte oder spezielle Schaumstoff-Systeme mit Luft-Kanälen halten den eigentlichen Rucksack entfernt vom Rücken. Ein strammes Gumminetz entlastet die Wirbelsäule. Man ist beeindruckt, wie leicht Rucksäcke im Vergleich zu vor wenigen Jahren sind. Sie schweben beinahe von selbst.

Trinksysteme für unterwegs

Lange Zeit habe ich Wasserflaschen mit auf eine Wanderung genommen. Ich mag grundsätzlich keine PET-Flaschen und die Glasflaschen (bei längeren Tagestouren mindestens 2 x 0,75 Liter) sind schwer. Irgendwann bin ich auf Trinksysteme („Wasserblase“) für Rucksäcke aufmerksam geworden. Das sind schmale Beutel, die in flache Fächer im Rucksack untergebracht werden können (bevor sie es selber sagen: ja, so ähnlich wie ein Urinbeutel). Ein Schlauch samt Mundstück führt durch spezielle Auslässe in der Rucksackseite zum Trageriemen. Somit braucht man den Rucksack zum Trinken nicht abzusetzen und kann beim Gehen, Stehen oder Radfahren einfach am Mundstück saugen.

Hier gibt es unterschiedliche Modelle von discount-günstig bis Luxusklasse. Ich empfehle immer den goldenen Mittelweg. Wasser aus 5,-Euro-Modellen schmeckt unter Umständen nach Plastik und auch die Haltbarkeit oder Dichtigkeit ist begrenzt. Ich habe gute Erfahrungen mit dem 2-Liter-System von Source gemacht. Der Kunststoff hat eine spezielle antibakterielle Beschichtung und das Wasser schmeckt neutral. Zusätzlich hat die Blase je nach Modell einen stabilisierenden Mittelsteg, sodass sie sich in der Mitte nicht wie ein Luftballon wölbt. Inzwischen gibt es sogar Systeme, die zwei verschiedene Kammern für zwei Getränke (z. B. Wasser + Saft) besitzen. Man kann das ganze übrigens auch beim Radfahren benutzen. Ich rate allerdings auch zum entsprechenden Reinigungswerkzeug (ganz schmale Bürsten für den Schlauch), da sich sonst Schimmel bilden kann.

Pärchen-Tausch

Tauschen Sie doch, wenn Sie paarweise oder zu mehreren Personen laufen, doch die Flaschen jeweils in der Seitentasche des Rucksacks aus. Tragen Sie also die Flasche einer anderen Person und umgekehrt. So können Sie, ohne den Rucksack absetzen zu müssen, kurzerhand zugreifen. Allerdings sollten Sie nicht 0,5-Liter-Plastikflaschen Ihrer Begleitung tragen, während diese Ihre 2-Liter-Magnumflasche trägt.

Wanderstöcke

Wanderstöcke sind ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Ich teste gerade relativ günstige mit Federung von Decathlon. Natürlich gibt es bessere mit anderen Griffen usw. Gerade körperlange Menschen wie ich müssen prüfen, ob die Stöcke lang genug sind. Idealerweise lassen sie sich teleskopartig zusammenschieben und einfach außen am Rucksack festklemmen. Plötzlich habe ich merkwürdige Schlaufen und Kordeln am Rucksack bemerkt, die genau dafür gedacht sind.

Tourenplanung Packliste – Dies sollte auf einer Tagestour im Ruhrgebiet nicht fehlen:

Wanderschuhe
Rucksack
Wandersocken
Trinksystem oder Wasservorrat
Fahrpläne (Fähren, Bus, Bahn)
GPS-Gerät oder Kompass
Sonstiger persönlicher Bedarf
Kugelschreiber
Mund-Nasen-Schutz usw.
Schirm, Regenjacke
Wanderhose, z. B. Zipp-off
Pflaster, Erste Hilfe, Blasenpflaster
Wanderstöcke
Öffnungszeiten von Museen usw.
Handy (geladen!)
Powerbank
Zeckenzange, Insektenstichsalbe
Kamera, Teleobjektiv, Fernglas
Taschentücher
Sonnencreme, Sonnenschutz
Proviant („Bütterken“ / “Knifte”)
ggf. Taschenlampe, Stirnlampe
Kartenmaterial, GPS-geeignet
Geld, Kreditkarte, Ruhrtopcard…

Keine Gewähr auf Vollständigkeit!

Nicht benötigt werden Malaria-Prophylaxe, Kohletabletten und Waffen. Impfungen sind nicht notwendig. Reisepass ist zur Einreise nicht erforderlich. Für EU-Bürger ist kein Visum ins Ruhrgebiet nötig. Für alle anderen sei auf die Webseite des auswärtigen Amtes verwiesen. Die politischen Verhältnisse sind zwischen Ruhr und Emscher relativ in Ordnung.

In die Pedale getreten: Auf dem Fahrrad

Auf den ersten Blick ist das Ruhrgebiet mit dem starken Verkehrsaufkommen kein bevorzugtes Ziel von Fahrradfahrern – doch das täuscht gewaltig. Kaum eine Region bietet so viele thematische oder Radfernwege auf einem Flecken. Zuerst zu nennen ist sicherlich der RuhrtalRadweg von der Quelle entlang der Ruhr bis zur Mündung, der vielerorts durch Idylle, Fachwerkstädte oder Seen viel mehr an Mittelgebirge als an eine alte Industrieregion erinnert. Dann sind da noch die Radwege entlang der Emscher, am Ufer der Kanäle (z. B. der Dortmund-Ems-Kanal-Radweg) und der Rheinschiene, die Landschaft, Industriekultur und Leute vorstellen.

Bahntrassenradwege und Radrevier.Ruhr

Daneben gibt es ein großes Netz ehemaliger Eisenbahnstrecken, die zu wunderschönen und teils thematischen Bahntrassenradwegen umgestaltet wurden. Die Erzbahn, der Rheinische Esel, die Hugo-Trasse, die Ruhrtalbahn, die König-Ludwig-Trasse und viele mehr. Nicht zu vergessen ist der in Aufbau befindliche Radschnellweg RS1. Teilweise werden ganze Radwege oder Tourenvorschläge auf diesen Webseiten vorgestellt. Unter dem Stichwort Radrevier.ruhr wurde ein Knotenpunktsystem ähnlich dem Nachbarland Niederlande eingerichtet. Hierbei ist es möglich, von einem nummerierten Knotenpunkt zum nächsten zu fahren und sich dabei zur Tourenplanung nur die Nummern zu merken (z. B. eintätowieren lassen – oder einfach nur mit Kugelschreiber auf die Hand schreiben, wenn es nicht für die Ewigkeit gedacht ist), die während der gewünschten Tour zu erreichen sind.

Radwanderkarten

Aus diesem Grunde ist in allen Dokumentationen zur Tourenplanung eine Anfahrt für Fahrradfahrer ausgehend von nahegelegenen Hauptstrecken vermerkt. Empfehlenswert sind spezielle Radwanderkarten (durch das dichte Straßennetz im Ruhrgebiet am besten im Maßstab größer oder gleich 1:50.000, wobei “größerer Maßstab” eine kleinere Zahl hinter dem Doppelpunkt darstellt, z. B. 1:25.000!), um stellenweise Abstecher in ihrer Beschreibung besser nachvollziehen zu können. Auch spezielle Apps mit Routingfunktion auf dem Smartphone mit GPS-Modul sind hilfreich.

Fahrrad-Mitnahme in Zügen

In praktisch allen Zügen des Nahverkehrs können Fahrräder in Mehrzweckabteilen mitgenommen werden. Diese Abteile sind außen durch ein Fahrrad-Piktogramm gekennzeichnet. Zumeist befinden diese sich am Ende des Zuges, in den Doppelstock-Zügen gewöhnlich in den Steuerwagen auf der lokabgewandten Seite. Bedingt durch hohe Auslastung in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs kann es sein, dass die Fahrradmitnahme nicht möglich ist.