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Der Rotbach-Weg: Bottrop – Dinslaken – Voerde

Radweg am Rotbach von der Grafenmühle zur Mündung in den Rhein

Unter den Themenradwegen in Deutschland sind die Flussradwege äußerst beliebt, bei denen man häufig von der Quelle flussabwärts bis zur Mündung fährt und meist recht idyllischen Gewässern folgt. Im Ruhrgebiet gibt es drei große Wege, die in Ost-West-Richtung als RuhrtalRadweg die Ruhr, als Emscherweg die Emscher und als Römer-Lippe-Route die Lippe jeweils bis zu ihrer Mündung in den Rhein begleiten. Sie vereint ein zumeist bei schönem Wetter hohes Verkehrsaufkommen von Radfahrern, vor allem an der Ruhr und stellenweise auch an den siedlungsnahen Abschnitten an der Emscher. Doch es gibt noch einen vierten Flussradweg (oder besser: Bachradweg), der von Ost nach West durchs Ruhrgebiet verläuft. Und hier ist es deutlich ruhiger. Denn er ist wesentlich unbekannter.

Der Rotbachweg begleitet den Rotbach von der Grafenmühle in Bottrop aus bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Voerde. Mit knapp 20 Kilometern Strecke gehört er zu den kürzeren Radrouten im Revier, lässt sich aber in Kombination mit anderen Radwegen wie der HOAG-Trasse oder dem Emscherweg zu einer beachtlichen Runde nach persönlichem Geschmack von 50 Kilometern oder mehr ausbauen. Potenzial für weitere Abstecher bieten die Kirchheller Heide oder der Rheinradweg.

Die folgende Karte stellt den Verlauf dar. Die mit Nummernpunkten gekennzeichneten Orte ( POI: Ort von Interesse am Wegesrand , POI: Ort von Interesse am Wegesrand usw.) werden im Text näher beschrieben. Die blauen Pfeile sind Anschlüsse zu anderen Radwegen der Region. Jeweils zwei Parkplätze und zwei Bahnhöfe sind markiert, die für die Routenplanung interessant sind. Die übrigen Symbole stellen Bergwerke, Halden, besondere Aussichten und Baudenkmäler dar.

Übersichtskarte Rotbachweg Bottrop-Dinslaken-Voerde

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Wetter:

Der Rotbachweg ist etwas mehr als 18 Kilometer lang. Überwiegend ist die Oberfläche wassergebunden, in der Umgebung der Stadt Dinslaken fährt man meist auf ruhigen Ortsstraßen und Fahrradstraßen. In einem kurzen Abschnitt muss man im Straßenverkehr mitfahren. An einigen Stellen ist die Oberfläche etwas gröber, insbesondere der Waldabschnitt in der Kirchheller Heide und im Wohnungswald in Dinslaken. Dieser Abschnitt ist für schmale Rennradreifen weniger geeignet. Hin und wieder sind Straßen zu überqueren. Die stärker befahrenen Straßen sind mit einer Ampel abgesichert.

Die Route ist durchgehend sehr gut beschildert und eigentlich ohne Karte oder GPS befahrbar, wenn man eine grobe Vorstellung der Richtung und Orientierung hat – ein Schild fehlte lediglich an der Mündung. Eine Markierung am Wegesrand ist das grüne Piktogramm des Rotbachweges. Es ist angebracht an den Richtungsschildern des Radverkehrsnetzes NRW, die an Radweg-Kreuzungen stehen. Daran angebracht sind auch Informationen zum Knotenpunktsystem radrevier.ruhr. So findet sich zum Beispiel am Startpunkt der Knotenpunkt 17 – die wichtigen Routenpunkte dieses Systems sind im Text erwähnt. Zwischen den Radweg-Kreuzungen muss man an gewöhnlichen Straßenabzweigungen oder Kreuzungen den quadratischen weißen Piktogrammen des Radverkehrsnetzes folgen, auf denen der Pfeil die Fahrtrichtung angibt.

kachelmannwetter.com

 

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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Geographische Koordinaten:
51°34'04.40"N, 6°52'31.27"E – Grafenmühle
51°34'11.80"N, 6°52'19.79"E – Parkplatz Alter Postweg
51°34'31.65"N, 6°47'57.49"E – Barackenlager Rotbachtal
51°33'58.98"N, 6°46'33.79"E – Mühlenmuseum Hiesfeld
51°34'05.77"N, 6°46'49.67"E – Staudamm am Rotbachsee
51°33'30.81"N, 6°46'00.71"E – Turmwindmühle
51°33'45.57"N, 6°43'54.54"E – Burg Dinslaken
51°34'20.16"N, 6°41'12.61"E – Rotbachmündung
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
352749 m, 5715117 m – Grafenmühle

352534 m, 5715353 m – Parkplatz Alter Postweg
347504 m, 5716116 m – Barackenlager Rotbachtal
345862 m, 5715155 m – Mühlenmuseum Hiesfeld
346174 m, 5715356 m – Staudamm am Rotbachsee
345199 m, 5714305 m – Turmwindmühle
342784 m, 5714835 m – Burg Dinslaken
339707 m, 5716005 m – Rotbachmündung

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Externer Link Externer Link

Los geht´s!

Der offizielle Ausgangspunkt der Tour liegt an der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Grafenmühle, einem Ausflugslokal und Bikertreff am Standort der ehemaligen Grafenmühle. Ich nutze als Start jedoch den nahen Wanderparkplatz am Alten Postweg. Hier befindet sich der Knotenpunkt 17 des radreviers.ruhr.

Anreise zum Ausgangspunkt an der Grafenmühle / am Alten Postweg in Bottrop:

Anreise mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt 2 Oberhausen-Königshardt. Aus allen Richtungen rechts auf die Fernewaldstraße und dann an der nächsten Kreuzung rechts in die Kirchheller Straße abbiegen, die in den Alten Postweg übergeht. Nach 3,3 km links auf den Parkplatz abbiegen. Hier befindet sich der Knotenpunkt 17 des radrevier.ruhr. Alternativ vorher rechts abbiegen in die Straße Zur Grafenmühle und dort parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Alter Postweg, Nähe Kreuzung Zur Grafenmühle in Bottrop

Anreise mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Oberhausen-Sterkrade mit dem Bus der Linie 952 Richtung Everslohstraße bis zur Endstation. Etwa 2,5 km weiter auf der Kirchhellener Straße bis zum Knotenpunkt 17. Weitere Anbindungen mit dem Nahverkehr setzen die Nutzung von Anrufsammeltaxis voraus und eignen sich üblicherweise nicht für Radverkehre.

Zunächst geht es insgesamt leicht bergab, aber hügelig und kurvenreich durch den südlichen Teil der Kirchheller Heide. Vom Rotbach sehen wir hier nicht viel, eigentlich gar nichts, aber vielleicht ist das auch sein Schutz. Hier ist er völlig natürlich und mäandriert in kleinen, aber zahlreichen Bögen durch das sandige Tal. Es gibt wenige Stellen, an denen ein Weg links zum oder über den Rotbach führt. In der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Kirchheller Heide bestehen zahlreiche Möglichkeiten, nach rechts zu den Bergsenkungsseen „Weihnachtssee“ oder „Pfingstsee“ oder gleich zum Heidhof abzubiegen. Zum Beispiel auf dem Elsweg, dem Kiesweg oder der Hiesfelder Straße. Hölzerne Schilder markieren den Weg dorthin. Die Bergsenkungsgewässer sind ein Hinweis darauf, dass unter unserem Boden, auf dem wir fahren, früher viel Kohle und Nebengestein gefördert wurde. Während Elsbach und Schwarzbach durch die zwangsläufigen Bergsenkungen zu ihren heutigen Seen gekommen sind, wurde der Rotbach von der hier unter Tage fördernden Zeche Prosper-Haniel verschont. Unter seinem Verlauf wurde nichts abgebaut. So präsentiert sich der Rotbach abseits vom Radweg ursprünglich, wie es im Ruhrgebiet eigentlich kein anderes Gewässer mehr ist. Das macht ihn hier einmalig.

Rotbachweg

Fahrt durch die Kirchheller Heide mit Abzweigen zu den Seen

Rotbachweg

Eine der seltenen Begegnungen mit dem natürlichen Rotbach

Weihnachtssee in der Kirchheller Heide in Bottrop

Der Weihnachtssee in der Kirchheller Heide

Pfingstsee in der Kirchheller Heide in Bottrop

Senkungssee Elsbach: Der Pfingstsee

Pfingstsee in der Kirchheller Heide in Bottrop

Typisch für den Pfingstsee sind die toten Bäume und der Weg, der als Damm in einer Kurve durch den See verläuft

Pfingstsee in der Kirchheller Heide in Bottrop

Kleiner Rastplatz am Pfingstsee

Heidhofsee in der Kirchheller Heide in Bottrop

Heidhofsee in der Nähe des Heidhofs

Nach einer Strecke von gut 3 Kilometern durch den schattigen Wald kommen wir auf dem Stich einer Nebenstraße zur Sträterei. Unbemerkt haben wir die Stadtgrenze zu Dinslaken überfahren. Am Bach, wenige hundert Meter von uns entfernt, liegt das Drei-Städte-Eck von Oberhausen, Dinslaken und Bottrop. Es ist gleichzeitig von Bottrop der westlichste und von Oberhausen (bis auf wenige Meter) der nördlichste Punkt.

An der Wegkreuzung liegt ein Restaurant mit Biergarten. Hier fahren wir links und stoßen endlich auf den Rotbach. Während man vor allem an der Lippe, aber auch stellenweise an der Ruhr und an der Emscher auf einigen Strecken wenig vom Wasser sieht, rücken wir dem Wasser von nun an kaum von der Seite. Wir werden treuer Begleiter, denn überraschenderweise fließt der Rotbach unmittelbar neben dem Radweg. Und dabei ist er größtenteils nicht durch Büsche verdeckt, wie wir es von der Kleinen Emscher (nicht zu verwechseln mit dem Emscherweg an der "Richtigen" Emscher) und der Körne kennen. Dies wird sich bis Dinslaken kaum ändern.

Rotbachweg

Der Radweg verläuft von nun an direkt neben dem Rotbach. Auf diesem Teilstück sogar auf asphaltierter Oberfläche

Rotbachweg

Bewachsenes Ufer des Bachs

Rotbachweg

Wir begleiten den Bach fast durchgängig bis zum Ziel

Am Rotbach fahren wir durch landwirtschaftlich geprägte Gebiete mit Feldern und Weiden, später auch einigen Pferdekoppeln. Kurz vor der Autobahnbrücke der A3 passieren wir den Standort des ehemaligen Barackenlagers Rotbachtal. Hier wurden während des Zweiten Weltkriegs Arbeiter zum Bau der damaligen Reichsautobahn und später eines Chemieunternehmens in Holten untergebracht. Ein Betonfundament in der Wiese ist ein Überrest davon.

Hinter der Autobahnbrücke macht der Rotbach einen Schlenker und verlässt mit einigen Windungen den alten begradigten Verlauf. Der Weg folgt dem Bach und macht auch einige interessante Kurven. Als würde der Weg einen kurvigen Bachverlauf nachahmen.

Rotbachweg

Reste des Barackenlagers Rotbachtal

Rotbachweg

Kurzer Abstecher vorbei an Pferdeweiden

Rotbachweg

Kurvige Weglage

Rotbachweg

Zurück am Rotbach (Blick zurück)

Rotbachweg

Im Bereich des Rotbachsees ist der Weg breit und bietet Rastmöglichkeiten

Wieder zurück am alten Verlauf fahren wir durch das bewaldete Naturschutzgebiet Scholtenbusch Richtung POI: Ort von Interesse am Wegesrand Rotbachsee. Kurz bevor wir mit dem Stadtteil Hiesfeld die ersten Wohngebiete von Dinslaken erreichen, liegt links von uns ein See, der zum Hochwasserschutz angelegt wurde. Ein fast 600 Meter langer Damm riegelt das kaum wahrnehmbare Tal seit 1976 ab und bietet für den Rotbach einen Durchlass. Kommt es aber zu einem Hochwasser-Ereignis, so wird der Damm an dieser Stelle geschlossen bzw. der Wasserdurchlass gedrosselt und der See dient dann als Rückhaltebecken – so wie ein großer Wasserspeicher. Der Wasserspiegel im See steigt dabei natürlich an und viele Uferbereiche werden dann überschwemmt. Aber hier kann es sich anstauen, ohne Häuser, Autos oder Menschen zu stören oder zu gefährden. Ist die Flutwelle abgeklungen, kann das Wasser gemächlich abfließen und Dinslaken ist vor größeren Schäden bewahrt. Hoffentlich.

Ruhig liegt er heute da, der See. Man sieht ihm kaum an, welche Funktion er eigentlich hat. In friedlichen Zeiten ist der Rotbachsee ein kleines, aber beliebtes Naherholungsgebiet. Der etwas mehr als 5 ha große See ist eingerahmt von einem Wald und liegt im Naturschutzgebiet Scholtenbusch. Zwei kleine, baumbestandene Inseln zeichnen ein idyllisches Bild, das ein wenig an die Insel aus dem bekannten Werbespot einer Brauerei aus Krombach im Sauerland erinnert. Ein Angelverein nutzt das Gewässer und bei entsprechendem Wetter ist kaum eine Bucht oder ein nummerierter Platz am Wasser zu finden, den kein Angler in Beschlag genommen hat. Rings um den See verläuft ein Weg, den Jogger für mehrere Runden nutzen. Sie überholen die Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden, die wiederum von den Sonnenanbetern beobachtet werden, die die Bänke am Ufer zu einer Rast nutzen. Der Rotbach selbst fließt nicht durch den See, sondern – ähnlich wie die Emscher am PHOENIX-See – direkt daneben. Bei Hochwasser wird der schmale Damm, auf dem unser Radweg zwischen Bach und Nordufer des Sees verläuft, einfach überspült. Das Rückhaltebecken ist auch durch Bergsenkungen notwendig geworden, da der Rotbach kurz hinter dem Mühlenmuseum in westlicher Richtung auf einer Strecke von mehreren hundert Metern künstlich hochgepumpt werden muss. Doch dazu später mehr.

InfoInformationen zur Anreise zum Rotbachsee finden Sie hinter dem folgenden Abschnitt zum Mühlenmuseum!

Rotbachsee in Dinslaken

Ufer des Rotbachsees mit Anglern

Rotbachsee in Dinslaken

Der Pegel deutet auf höhere Wasserstände hin

Rotbachsee in Dinslaken

Rotbachsee vom Staudamm aus gesehen – mit den beiden Inseln im Wasser

Rotbachsee in Dinslaken

Insel mit Spiegelung

Rotbachsee in Dinslaken

Hurra: eine freie Zugangstelle zum Wasser gefunden

Rotbachsee in Dinslaken

Rotbach, vom See (rechts) durch den Weg getrennt

Rotbachsee in Dinslaken

Durchlass durch den Staudamm bei Normalwasserstand

Am Rotbachsee haben wir gleichzeitig die Idylle, aber auch die gefährliche Kraft des Wassers gesehen. Ein paar Meter weiter flussabwärts beschäftigen wir uns mit der Nutzung der Wasserkraft. Vom See aus sind es tatsächlich nur ein paar hundert Meter Fußweg bis zur Wassermühle. Die Kraft des Wassers und des Windes wurde lange Zeit genutzt, bevor die Dampfmaschine oder Elektrizität Maschinen und Anlagen antreiben konnten. An vielen Orten bewegten Wasserräder in kleinen Manufakturen Maschinen wie zum Beispiel Schmiedehämmer. Die Verwendung von Windmühlen zum Mahlen von Mehl ist allgemein bekannt. Auch zum Hochpumpen von Wasser wurde und wird die Windkraft noch heute genutzt – kaum eine amerikanische Ranch ist in Filmen ohne die markanten stählernen Windpumpen zu sehen. Im Ruhrgebiet gab es natürlich auch Mühlen. Die Hauptphase der Industrialisierung ab Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts geschah allerdings unter Nutzung der Dampfmaschine bzw. später des Elektromotors.

Im Dinslakener Vorort Hiesfeld lässt sich die romantische und nützliche Seite der Nutzung von Energie aus dem Wind und dem Wasser betrachten. Denn etwa 300 Jahre nach dem Bau der Wassermühle am Rotbach wurde diese restauriert und wiederhergestellt. Viel mehr noch: An dieser Stelle wurde 1991 das POI: Ort von Interesse am Wegesrand Mühlenmuseum eröffnet. Auf dem Gelände lässt sich aber nicht nur das alte Mühlrad bewundern. In drei Gebäuden dreht sich alles um das Thema Windmühlen und Wassermühlen. Und es dreht sich wirklich, denn auf mehreren Etagen sind viele Modelle von Mühlen ausgestellt, die liebevoll gestaltet sind und deren Flügel oder Schaufeln sich tatsächlich drehen. Häufig ist die komplexe Mechanik bis zum Mühlstein oder Hammerwerk animiert. Auf dem Rundgang auf knarrenden Holzdielen erblickt man die Klassiker wie die Holländermühle, die Bockwindmühle, aber auch persische Vertikalmühlen oder spanische Bauarten – die Vielfalt an Windmühlen mit vier, fünf oder mehr Flügeln ist einfach beeindruckend. Die Abteilung der Wasserräder ist etwas kleiner. Und etwas versteckt findet man sogar Kaffeemühlen und noch so einige andere Überraschungen, wenn man mit offenen Augen durch die Ausstellung geht und etwas Zeit mitbringt.

InfoIm Mühlenmuseum gibt es Toiletten.

Mühlenmuseum in Dinslaken

Das Mühlenmuseum in Dinslaken

Mühlenmuseum in Dinslaken

Wassermühle am Rotbach – direkt hinter dem Museumsgebäude

Mühlenmuseum in Dinslaken

Ausstellung über Windmühlen

Mühlenmuseum in Dinslaken

Liebevoll dekoriert und erläutert

Mühlenmuseum in Dinslaken

Fast alle Modelle bewegen sich außen und teilweise innen

Mühlenmuseum in Dinslaken

Verschiedene Bauformen auf der Welt sind Teil der Ausstellung

Mühlenmuseum in Dinslaken

Hier dreht es sich außen, innen klopfen die Hämmer

Mühlenmuseum in Dinslaken

Die drehenden Flügel werfen interessante Schatten

Mühlenmuseum in Dinslaken

Exotische Bauformen wie Vertikalmühlen sind dabei

Mühlenmuseum in Dinslaken

Alles zusammen bildet eine beeindruckende Sammlung

Informationen zum Besuch und zur Anreise zum Mühlenmuseum und zum Rotbachsee:

Das Mühlenmuseum Dinslaken ist jeden So von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet. Die Turmwindmühle in der Nähe lässt sich von Mai bis September an jedem ersten Sa im Monat von 10.00 bis 13.00 Uhr besichtigen. Der Eintritt zu beiden Museums-Standorten ist frei! Gruppenführungen sind nach Voranmeldungen das ganze Jahr über möglich. Das Museum ist nicht barrierefrei zu besichtigen. Die Obergeschosse sind nur über Treppen zu erreichen. Im Hauptgebäude ist eine Toilette vorhanden.

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 9 Dinslaken-Süd. Aus allen Richtungen rechts abbiegen auf die B8 Richtung Dinslaken. Nach 2 km an der Ampel rechts abbiegen in die Oberhausener Straße. Nach 1 km an der Ampel rechts abbiegen auf die Hügelstraße. Im folgenden Kreisverkehr geradeaus auf die Kirchstraße. Nach 200 m rechts abbiegen in die Straße Am Freibad. Direkt am Museum befinden sich Parkplätze. Zum Rotbachsee einfach etwas weiter fahren und den großen Parkplatz an der Schießsportanlage nutzen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Am Freibad 5 in Dinslaken (Museum), Am Freibad 16 (Rotbachsee)

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen der Linien RRX RE5, RE 19 und RE 49 bis Dinslaken. Von dort mit dem Bus der Linie 17 Richtung Waldfriedhof bis Hiesfeld Badeanstalt (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Bussardstraße).

Wir queren die Kirchstraße am Mühlenmuseum und fahren auf dem „Berthold-Schön-Weg“ fort. Rechts von uns fließt der Rotbach wie bisher. Allerdings hat sich nach einigen hundert Metern ein wichtiges Detail verändert: das Wasser fließt nicht mehr mit unserer Fahrtrichtung, sondern kommt uns entgegen.

Nun hat der Rotbach keinen Tidenhub oder verändert die Fließrichtung wie die Themse in London bei Hochwasser in der Nordsee. Durch den Bergbau der Zeche Lohberg kam es auch hier im Stadtteil Hiesfeld zu Bergsenkungen. Der Grund ist, dass sowohl die geförderte Kohle als auch Nebengestein im Untergrund fehlen und verbrannt bzw. auf Bergehalden gelagert wurden. Das Gestein über den abgebauten Bereichen ist mit der Zeit nachgesackt. Die nun entstandene leichte Senke, die der Rotbach durchqueren musste, würde nachvollziehbarerweise langfristig zu einem See werden, da der Abfluss höher als die tiefste Stelle liegt. Ein Pumpwerk sorgt seit den 1990er Jahren aber dafür, dass das Wasser des Bachs in die Höhe gepumpt wird, von wo es ein paar hundert Meter weiter wieder auf natürlichem Wege bergab Richtung Rhein fließen kann. Dies erklärt jedoch nicht, warum der Rotbach uns hier entgegenkommt. Dies ist eine Folge von Gedanken zum Umweltschutz. Ein kleiner Teil des hochgepumpten Wassers wird ins alte Bachbett geleitet, das eben heute bergab in Richtung Mühlenmuseum verläuft – und dann wieder ins Pumpwerk gelangt. Pflanzen am Ufer und auch einige Tieren bleibt also der zuvor gewohnte Lebensraum erhalten. Der Einlauf des Wassers in diese Rücklaufstrecke liegt an einem kleinen Rastplatz.

Kurz darauf endet die schattige Strecke unter Bäumen an der Straße. Wir fahren rechts zur Ampel, queren die Straße und fahren kurz geradeaus in die Sterkrader Straße.

Abstecher zur Turmwindmühle:

Zum Mühlenmuseum gehört noch die alte Turmwindmühle an der Sterkrader Straße, etwa 20 Fußminuten vom Standort an der Wassermühle entfernt. Sie wurde 1822 errichtet und stellte 100 Jahre später den Betrieb ein. Sie blieb dennoch erhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Mühle beschädigt, einige Jahre später aber wiederhergestellt und restauriert. Seit den 1980er Jahren ist sie zugänglich und kann besichtigt werden.

Turmwindmühle in Dinslaken Turmwindmühle in Dinslaken

Anreise auf der Radtour: Von der Kreuzung mit der Oberhausener Straße der Sterkrader Straße bis zur Windmühle folgen (ca. 700 m).

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 9 Dinslaken-Süd. Aus allen Richtungen rechts abbiegen auf die B8 Richtung Dinslaken. Nach 2 km an der Ampel rechts abbiegen in die Oberhausener Straße. Nach 1 km an der Ampel links abbiegen auf die Hügelstraße. Sofort rechts in die Sterkrader Straße bis zur Mühle. Am Straßenrand kann man das Auto parken. Innerhalb von ca. 20 Minuten ist die Mühle auch zu Fuß vom Museum aus erreichbar. Der Fußweg beträgt 1,5 Kilometer über die Kirchstraße Richtung Hiesfeld und die Sterkrader Straße (ggf. vorher Stadtplan ausdrucken oder Karten-App nutzen).

Zieleingabe ins Navigationssystem: Sterkrader Str. 212 in Dinslaken

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen der Linien RRX RE5, RE 19 und RE 49 bis Dinslaken. Von dort mit dem Bus der Linie 918 Richtung Holten Bahnhof bis Sterkrader Straße (eine Haltestelle davor zum Bereitmachen: Riemenschneiderstraße).

Direkt hinter der Kreuzung fahren wir rechts in den kleinen Weg zwischen Bach und Mehrfamilienhaus und überqueren den Rotbach. Es folgt eine schnurgerade Etappe links vom Bach am Rande von Hiesfeld entlang. Wir müssen die Brücke einer alten Bahnstrecke zur nahen Zeche Lohberg unterqueren. Nach einer erneuten Überquerung des Bachs fahren wir für ein kurzes Stück am rechten Ufer entlang und stoßen auf die Krengelstraße. Nun müssen wir den Rotbach wegen einer fehlenden Direktverbindung durch ein Industriegelände einmal verlassen. Wir fahren rechts, an der Kreuzung links und hinter der Bahnbrücke links in die Karlstraße. Geradeaus führt der Weg zum Bahnhof Dinslaken, der von hier aus etwa einen halben Kilometer entfernt liegt.

Rotbachweg

Idyllischer Rotbach in Dinslaken

Rotbachweg

Der Bach macht seinem Namen bereits hier alle Ehre

Rotbachweg

Pflanzen am Ufer im Detail

Rotbachweg

Uferweg führt am Rotbach entlang

Am Ende der Karlstraße fahren wir am Supermarkt links in die Thyssenstraße und biegen dann nach Querung des Rotbachs rechts in die Magnusstraße ab. Achtung Diesen Abzweig kann man im Tempo des Straßenverkehrs leicht übersehen. Nun begleiten wir den Bach, wie er durch die Innenstadt von Dinslaken führt. Die Otto-Brenner-Straße queren wir an einer Ampel. Der Beschilderung nach folgen wir der Julius-Kalle-Straße, dann einem Pfad am anderen Ufer, einer Fahrradstraße und weiter einem Radweg neben der Bachstraße bis zur Straßenbahn.

Der beschilderte Weg führt durch die Stadtmitte vorbei an Sankt Vincentius. Prinzipiell könnten wir aber auch weiter am Bach entlang auf kleinen Radwegen um die Stadt herumfahren. Alle Varianten stoßen schließlich an der Kreuzstraße zusammen. Hier kann man einen kleinen Abstecher zur POI: Ort von Interesse am Wegesrand Burg Dinslaken machen, in der sich auch das Rathaus befindet.

Rotbachweg

Trockengefallenes Bachbett hinter der Stadtmitte von Dinslaken

Rotbachweg

Auch hier blühen Pflanzen reichlich

Rotbachweg Rotbachweg

Wir verlassen die Stadtmitte von Dinslaken auf dem ruhigen Radweg und queren die Bundesstraße B8. Dann haben wir die Qual der Wahl, ob wir rechts oder links vom Bach fahren. Es ist völlig egal, denn hinter einem Spielplatz kommen beide Wege wieder zusammen. Der ruhige Radweg durch die Siedlungen endet im Ortsteil Eppinghofen an der Eppinkstraße. Hier biegen wir links ab und fahren rechts in die Straße Wülbeck. Am Ende stoßen wir wieder auf den Bach und folgen ihm unmittelbar daneben in den POI: Ort von Interesse am Wegesrand Wohnungswald.

Der Wohnungswald ist benannt nach dem Haus Wohnung, das sich schon ganz nah am Rhein befindet und wirklich so heißt. Es handelt sich um ein altes Wasserschloss aus dem 14. Jahrhundert. Leider ist es nicht zugänglich. Doch hier befindet sich neben der besichtigten am Mühlenmuseum in Hiesfeld eine weitere von mehreren einst am Rotbach arbeitenden Wassermühlen. Das Schloss umrunden wir ungesehen durch den Wald. Einmal noch überqueren wir den Rotbach an einer Brücke, schlagen einen großen Bogen bis zur Eisenbahn und kommen nach Möllen, einem Stadtteil von Voerde. An der Friedrichstraße biegen wir links ab, unterqueren die Eisenbahnbrücke und fahren unmittelbar dahinter links in den Pfad. Beim Überqueren der Frankfurter Straße können wir rechts das Kraftwerk Voerde mit seinem markanten Kühlturm sehen.

Rotbachweg

Hinter den Bäumen ist das Kraftwerk Voerde zu sehen

Rotbachweg

Rotbach im Wohnungswald

Rotbachweg

Angekommen am Rhein

Rotbachweg

Mündung eines Entwässerungsgrabens – nicht die des Rotbachs

Nun sind es nur noch ein paar hundert Meter. Es geht links über eine kleine Brücke und dann sehen wir den Rhein, den breiten Strom, der sich von den Alpen über hunderte Kilometer bis hierher kommend und weiter bis in die Nordsee bewegt. An dieser Stelle fließt ein Bach in den Rhein, aber es handelt sich hierbei nicht um den Rotbach, sondern um einen Entwässerungsgraben, der nahe der Zeche Lohberg seinen Anfang hat. Trotzdem kann man bis zu seiner Mündung laufen und einen Blick auf den Rhein werfen.

Wir müssen jedoch noch ein kleines Stück weiter. Nach der Umrundung des DLRGs kommen wir nun wirklich zur POI: Ort von Interesse am Wegesrand Rotbachmündung. Nur über Treppen (mit Schiebehilfe in Form von Steinen) kommen wir von der Nord- und von der Südseite zum Bach. Hier macht er seinem Namen alle Ehre und zeigt sich dank Eisenausfällungen im Wasser in einem rostigen Rot. Die Mündung selbst liegt direkt hinter einer dieser Buhnen, die als kurze Stummel in den Rhein ragen und wird vom dichten Baumbestand abgeschattet. Auch hier kann man sich dem Rhein nähern. Achtung Baden im Fluss ist keine gute Idee. Durch die Strömung und Strudelwirkungen an den Buhnen sind schon einige Schwimmer verunglückt. Still und unauffällig plätschert das rote Wasser durch Gräser und Steine in den Rhein. Kaum sichtbar färbt es das Wasser für einen Augenblick rötlich, ehe es sich verdünnt und Teil der gewaltigen Fluten des Stroms wird.

Rotbachweg

Letzte Meter des roten Bachs

Rotbachweg

Auffällige Färbung des Bachbetts durch Eisen-Ausfällungen

Rotbachweg

Versteckt gelegene Mündung des Rotbachs in den Rhein bei Voerde

Rotbachweg Rotbachweg

An dieser Stelle endet nun unser thematischer Radweg, der nicht ganz von der Quelle bis zur Mündung verlief. Nicht weit von hier hat auch die Emscher ihre Mündung in den Rhein. Es lohnt sich also, einen kleinen Abstecher dorthin zu machen. Bald ist hier die neue Emschermündung in Form eines Deltas mit Aue zu bewundern. Bis dahin fließt der Fluss noch über ein „Absturzbauwerk“ in den Rhein. Auf der nördlichen Seite der Emscher liegt der Hof Emschermündung, der sehr gut für eine Einkehr (Kuchen, Eis, Getränke, Toilette u.a.) genutzt werden kann. Dazu muss man dem Emscherweg vom Knotenpunkt 4 bis zum Knotenpunkt 3 folgen, die Brücke queren und dann links abbiegen.

Anreise zum Ausgangspunkt Rotbachmündung / Hof Emschermündung:

Anreise mit dem Auto: Auf der A59 bis zur Ausfahrt 1 Dinslaken-West am Autobahnende. Rechts abbiegen auf die Willy-Brandt-Straße / B8. Nach 1,2 km links auf die Konrad-Adenauer-Straße. Nach 900 m im Kreisverkehr rechts abbiegen auf die Römerstraße, die in die Heerstraße übergeht.

► Zum Hof Emschermündung nach 1,1 km links abbiegen auf die Hagelstraße. Hinter der Bahnbrücke nach 300m rechts in die Straße Am Hagelkreuz zum Emschermündungshof oder geradeaus über die Brücke nach Stapp und im Bereich der Straße Rheinaue parken.

► Zur Rotbachmündung nach ca. 4,5 km rechts abbiegen in die Friedrichstraße. Hier finden sich hinter der kleinen Bahnbrücke am Straßenrand Parkmöglichkeiten. Von dort mit dem Fahrrad zurück und der Beschilderung des Radverkehrsnetzes einige hundert Meter bis zum Rhein folgen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Rheinaue bzw. am Hagelkreuz in Dinslaken oder Friedrichstraße, Nähe Kreuzung Im Busch in Voerde

Anreise mit Bus und Bahn: Mit dem RRX 5, dem RE 19 oder 49 bis Dinslaken. Von dort mit dem Bus 918 Richtung Voerde bis Freesmann (ein Halt davor zum Bereitmachen: Flurstraße). Dort auf die Hagelstraße bis zur Zufahrt zum Hof Emschermündung oder über die blaue Brücke bis zur Straße Rheinaue und dort rechts.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf dem Emscherweg bis zum Zielpunkt am Knotenpunkt 4. Weiter auf dem Rheinradweg bis zur Rotbachmündung (versteckt) und dort auf den Rotbachweg, der ab hier beschildert ist.

Nun haben wir verschiedene Möglichkeiten für die Rückkehr zum Ausgangspunkt. Natürlich kann man auf demselben Wege zurückfahren. Es bietet sich jedoch an, den Emscherweg zu nutzen bis Dinslaken und dort entweder quer durch die Stadt zum Rotbachweg zurückzukehren oder der Emscher stromaufwärts etwa bis Wehofen zu folgen. Man könnte auf dem Rhein-Radweg auch weiter stromaufwärts bis zum Hafen Walsum fahren und auf der HOAG-Trasse, der alten Hafenbahn der Gutehoffnungshütte, bis Holten zu fahren. Von dort durch den Sterkrader Wald Richtung Halde Haniel bis zum Ausgangspunkt unserer Tour an der Grafenmühle. Oder statt bis Holten bis Sterkrade und vorbei an der Antony-Hütte über die alten Eisenbahnen der Zeche Jacobi ebenfalls bis zur Halde Haniel und zum Ausgangspunkt. Statt der HOAG-Trasse kann auch der Radweg entlang der Kleinen Emscher genutzt werden, um die Runde noch weiter zu fassen. Zwischenziel ist dann der Gasometer Oberhausen.

Quellen und weitere Informationen:

Mühlenmuseum Dinslaken-Hiesfeld: www.muehlenmuseum-dinslaken-hiesfeld.de
Stadt Dinslaken (Mühlenmuseum):

www.dinslaken.de

Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 05 / 2021
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