Der Rhein-Radweg im Ruhrgebiet

Auf der rechten Rheinseite zwischen Duisburg und Voerde

Der längste deutsche Fluss passiert zwischen Duisburg und Wesel das Ruhrgebiet. Er war und ist ein wesentliches Standbein in der Binnenschifffahrt im Revier. An der Mündung der Ruhr in den Rhein entstand in Duisburg-Ruhrort der größte Binnenhafen Europas. Der gewaltige Strom kommt aus der Schweiz und fließt nach ca. 1.200 Kilometern bei unseren Nachbarn in den Niederlanden in die Nordsee.

Fast auf ganzer Länge wird der Rhein vom europäischen Radfernweg Eurovelo-Route EV15 und der in Deutschland deckungsgleichen D-Route D8 „Rhein-Radweg“ begleitet. Hinzu kommen in den Bundesländern verschiedene Radfernwege, wie beispielsweise bei uns im Revier der Erlebnisweg Rheinschiene oder die NiederRheinroute.

Wir betrachten in diesem Tourenvorschlag einen ca. 25 km langen Abschnitt entlang des Rheins in Fließrichtung zwischen den Mündungen der Ruhr bei Ruhrort, der Emscher in Dinslaken und des Rotbachs in Voerde. Damit kann diese Beschreibung genutzt werden, um die beliebten Flussradwege RuhrtalRadweg, Emscherweg, Rotbachweg sowie die Radwege an der Kleinen Emscher und der Alten Emscher sowie auf der HOAG-Trasse bzw. dem Grünen Pfad zu schönen Touren zu kombinieren. Entlang der Strecke werden außerdem einige sehenswerte Brücken besichtigt.

Die abgebildete Karte zeigt den Verlauf der Tour und die Anschlüsse zu anderen Radwegen. Die nummerierten Stationen werden im Text näher beschrieben. Die blauen Pfade mit Pfeilspitze markieren die im Text vorgestellten Anschlüsse zu den bereits erwähnten thematischen Radwegen z. B. entlang der Flüsse in östlicher Richtung. Eingetragen sind auch die Bahnhöfe in Duisburg (Hbf.) und Ruhrort. Von Voerde ist die Rückfahrt mit dem Zug zum Ausgangspunkt am Duisburger Hauptbahnhof möglich.

Wegebeschaffenheit und Beschilderung

Die vorliegende Route am östlichen Ufer verbindet die Endpunkte mehrerer Themenrouten. Wir fahren auf der D-Route D8 (Rhein-Radweg) und auf der NiederRheinroute, während der D8 bei Beeckerwerth auf das westliche Ufer wechselt.

Zwischen Ruhrort und Schwelgern sowie zwischen Alt-Walsum und Rotbachmündung verläuft der Rhein-Radweg auf längerer Strecke auf wassergebundener Oberfläche hoch auf dem Rheindeich unmittelbar am Rhein entlang.

Rheinradweg Übersichtskarte

Näher kommen nur noch die Treidelwege und Pfade im Deichvorland dem Fluss, die gewöhnlich aber nicht für Fahrräder geeignet sind. Abstecher zum Wasser sind jedoch dort meist möglich. In der Stadtmitte Duisburgs, um Ruhrort und zwischen Alsum und Walsum werden Straßen zum Teil mit separatem Radweg genutzt.

Alle, die nicht einen der angeschlossenen Fluss- und Bahntrassenradwege nutzen möchten, können die Runde zurück zum Ausgangspunkt auch auf der westlichen Rheinseite vollenden. In Walsum / Orsoy bietet sich dazu die Rheinfähre an. Die nächste auch für Radfahrende nutzbare Rheinbrücke flussabwärts befindet sich in Wesel. Von Voerde aus ist die Rückkehr mit dem Zug möglich.

Aktuelle Hinweise zu Baustellen: Entlang der Strecke kommt es leider zu drei relevanten Baustellen. In Duisburg ist mit Einschränkungen im Bereich der Karl-Lehr-Brücke zu rechnen. An der Emschermündung wird das neue Emscherdelta gebaut, sodass in diesem Abschnitt der Rheindeich ebenfalls nicht mehr befahrbar ist und eine Umleitung im Hinterland gefahren werden muss. Da nicht immer von guten Beschilderungen ausgegangen werden kann, sind Karten zur Orientierung hilfreich. Im Text sind die entsprechenden Orte noch einmal genannt.

Kartenmaterial / Literatur:

In den dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

     

Vom Hauptbahnhof zum größten Binnenhafen Europas

Vom Duisburger Hauptbahnhof mit dem Knotenpunkt 32 des Radreviers.Ruhr fahren wir in nördlicher Richtung zur Landfermannstraße und dann weiter über den Opernplatz zum Knotenpunkt 31 und durch die Altstadt weiter zum Knotenpunkt 30 an der Schwanentorbrücke. Diese ist eine Hubbrücke aus den 1950er Jahren in einem sehr markanten Baustil und führt über den 1 Innenhafen von Duisburg. Dieser ist der alte Handelshafen von Duisburg, der der Stadt zu ihrer Blüte während der Industrialisierung brachte. Vor allem Nahrungsmittel für die Versorgung der wachsenden Bevölkerung des Ruhrgebiets im 20. Jahrhundert wurden hier umgeschlagen. Daher gab es einige Kornmühlen im Hafengebiet. Der Hafen ist das äußere Ende eines langgestreckten Kanals zum Rhein. Früher lag Duisburgs Stadtkern allerdings sogar direkt am Fluss, der sich jedoch im Mittelalter verlagerte und der alte Hafen somit trockenfiel. Zeitweise verlor die Stadt dadurch auch an Wichtigkeit. Die Kanalverbindung, heute „Außenhafen“ als Gegensatz zum „Innenhafen“ bezeichnet, hat dies wiederhergestellt. Ein Abstecher durch den heutigen Innenhafen und zu den Brücken lohnt sich. Er wird heute vor allem kulturell und für Gastronomie am Wasser genutzt.

Nach der Durchquerung von Kaßlerfeld kommen wir zur Ruhr. Am Kreisverkehr stoßen wir auf den RuhrtalRadweg, der hier auf seinen letzten Metern auf dem Weg von der Quelle bis zur Mündung ist. Nur noch knapp zwei Kilometer benötigt der oder die Radfahrende noch, um an der orangefarbenen Skulptur „Rheinorange“ die Mündung der Ruhr in den Rhein zu erreichen. Allerdings ist dies eine Sackgasse, denn für unsere Tour kann man auf selbem Wege nur zurückfahren.

Abzweig auf den RuhrtalRadweg

Der RuhrtalRadweg führt von hier aus (mit Ausnahme des nahen Endpunkts am Rheinorange in westlicher Richtung) in östlicher Richtung flussaufwärts bis zur Quelle der Ruhr in Winterberg. Der Weg ist sehr gut ausgebaut und beschildert. Die nächsten Stationen sind Oberhausen, Mülheim a. d. Ruhr und Essen. Mit Kreativität lassen sich Rundtouren z. B. über die Wasserroute und den Emscherweg zusammenstellen.

Ausführliche Dokumentation: ► RuhrtalRadweg

Aktueller Hinweis: Aufgrund von Bauarbeiten an der Karl-Lehr-Brücke kann es hier zu Abweichungen der Tourenbeschreibung und Verlegung der Verbindung nach Ruhrort kommen. Der RuhrtalRadweg hat daher derzeit Richtung Rheinorange auch einen anderen Verlauf.

Die Ruhr ist der südlichste Wasserverlauf im Bereich der 2 Ruhrorter Häfen. Vor allem am Anfang und in der Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich dieses Gebiet von einem kleinen Hafen am Rhein am Rande von Ruhrort zum größten Binnenhafen Europas entwickelt. Hafenkanal und Vinckekanal, die beide über die Brücken überquert werden, früher sogar noch der heute zugeschüttete Kaiserkanal, führen bzw. führten zu mehreren Hafenbecken, in denen früher vor allem Kohle und Lebensmittel, heute vor allem Containerfracht und Öl verladen wird. Die Mercatorinsel ist eine Halbinsel. An ihrem Ende befindet sich eine Grünanlage, die sich bis zur Rheinbrücke erstreckt. Auf ihr steht der große Kopf „Echo des Poseidon„. Fußgänger können diese Grünanlage als Abkürzung benutzen, auf Radfahrende wartet am Ende allerdings dann eine ziemlich lange Treppe.

Blaue GlücksorteDie Hafenmomente in Duisburg sind „blauer Glücksort“ im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit. Unter dem Leitsatz „Fahr raus und tauch ein“ bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier. Blaue Glücksorte im Ruhrgebiet*

Wir folgen den D-Routen D7 und 8 weiter, biegen links in die Krausstraße parallel zum Vinckekanal und umrunden Ruhrort. Mit etwas Vorsicht und (wenn nicht allzu viel los ist) können wir auch die Promenade am Hafenmund benutzen, vorbei an der Schifferbörse, dem Museumsschiff oder auch der ein oder anderen Einkehrmöglichkeit mit Blick aufs Wasser. Mit beiden Varianten, auf der Straße oder der Promenade, kommen wir so auch an der Horst-Schimanski-Gasse vorbei, die nach dem bekannten TV-Kommissar benannt ist, der von Götz George gespielt wurde und seine Szenen zu einem großen Teil in und um Ruhrort hatte.

Am Knotenpunkt 39 (beiderseits der Brücke) stoßen wir auf die Brückentürme der alten Admiral-Scheer-Brücke von 1907. Sie überquerte hier bis zum Zweiten Weltkrieg den Rhein und ersetzte damit ein zuvor hier eingerichtetes 3 Trajekt, also eine Fährverbindung für Eisenbahnen. Die dazugehörenden Häfen, in denen die Bahnstrecken jeweils rechts und links des Rheins endeten, gibt es noch heute auf dem Ruhrorter und Homberger Ufer. Auf dieser Seite wird der Eisenbahnhafen oder auch das Eisenbahnbassin durch eine auffallende blaue Stahlbogenbrücke überquert. Sie ist für Autos gesperrt, Radfahrende und Fußgänger dürfen hinüber. In der Nähe der Brücke befand sich früher sogar ein Hebeturm. Je ein Turm wurde für das Trajekt als eine Art Aufzug für die Bahn-Waggons gebaut, um den Vorgang der Fährüberfahrt zu beschleunigen.

Museumsschiff vor der Friedrich-Ebert-Brücke am Ruhrorter Ufer des Hafens
Museumsschiff vor der Friedrich-Ebert-Brücke am Ruhrorter Ufer des Hafens
Radweg auf dem Deich zwischen dem Rhein und den Häusern von Laar
Rhein-Radweg auf dem Deich zwischen dem Rhein und den Häusern von Laar

Von Ruhrort zur Alten Emscher

Hinter dem Eisenbahnhafen kommen wir am Knotenpunkt 26 in den kleinen Stadtteil Laar. Er ist nur sehr klein und wird an drei Seiten von Industrieanlagen begrenzt. Die vierte Seite bildet der große Fluss: Der Rhein-Radweg verläuft hier nun hoch oben auf dem Deich zwischen dem Rhein auf der einen und den Häusern auf der anderen Seite. Er versperrt natürlich den Blick auf dem Straßenniveau, kann aber im Falle eines Hochwassers sicher nicht hoch genug sein. Fußgänger können den alten Leinpfad nutzen, der in Wassernähe parallel zum Rhein führte und auf dem früher die Schiffe stromaufwärts gezogen wurden, meistens durch Pferde.

Nach der Ortsdurchfahrt von Duisburg tut es gut, auf dem Deich kräftig in die Pedale treten zu können und schnell vorwärts zu kommen. Der Rhein macht einen langgezogenen Bogen um die Halbinsel Beeckerwerth. Hier befand sich früher das Haus Knipp (oder Haus Knyp), eine Burg, die nach mehreren Hochwassern und Veränderungen des Rhein-Betts im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde und verfiel. Nach der Burg ist heute die 4 Haus-Knipp-Brücke benannt. Die Brücke ist schon aus der Entfernung gut zu sehen. Drei große Stahlfachwerk-Bögen tragen die Eisenbahn. Dahinter überquert die Autobahn A42 den Rhein, weshalb hohe rote Pylone hinter der Eisenbahnbrücke aufragen.

Der erste Bau der Eisenbahnbrücke wurde 1912 eröffnet, wie die Rheinbrücke in Ruhrort auch im Krieg zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Sie hat einen großen mittleren Stahlfachwerk-Bogen, der auf der einen Seite auf einem im Rhein befindlichen Pfeiler ruht. Dieser Hauptbogen ist etwa 187 Meter lang. Es schließen sich zwei kleinere Segmente und die einfacheren Stahlfachwerkbrücken über die Auen an, die auf mehrere Pfeiler gelagert sind. Die Brücke ist insgesamt fast einen Kilometer lang. Die Bahnstrecke ist zweigleisig, elektrifiziert und verbindet Meiderich mit Moers. Regelmäßigen Personenverkehr über die Brücke gibt es allerdings nicht. Sie wird vor allem von Güterzügen genutzt.

Die direkt daneben befindliche Autobahnbrücke ist wesentlich jünger und erst 1990 eröffnet worden. Es ist eine Schrägseilbrücke mit zwei markanten, roten Pylonen. Ihre Länge beträgt etwas mehr als ein Kilometer. Über sie führt die Autobahn A42, die in Castrop-Rauxel beginnt, ans westliche Rheinufer zu ihrem Endpunkt bei Kamp-Lintfort.

Auf der anderen Seite des Rheins ist außerdem das markante Geleucht auf der Halde Rheinpreußen zu sehen (in einem Foto vergrößert dargestellt). Über den Radweg auf der Autobahnbrücke (Nordseite, stromabwärts) ist ein Abstecher von ca. 4 km (hin und zurück 8 km) möglich.

Blick über die Rheinwiesen auf die Eisenbahnbrücke und die dahinterliegende Autobahnbrücke
Blick über die Rheinwiesen auf die Eisenbahnbrücke und die dahinterliegende Autobahnbrücke
Im Zwischenraum von Haus-Knipp-Brücke (Eisenbahnbrücke links) und Autobahnbrücke. Geradeaus liegt die Halde Rheinpreußen
Im Zwischenraum von Haus-Knipp-Brücke (Eisenbahnbrücke links) und Autobahnbrücke. Geradeaus liegt die Halde Rheinpreußen

Im Bereich der Brücken befand sich früher ebenso wie Burg Knyp ein Dorf namens Halen, das jedoch auch durch mehrere Hochwasser in Folge und Verlagerungen des Rheinverlaufs im 16. Jahrhundert untergegangen ist.

Der Weg führt hinter den Brücken auf dem Deich vorbei an zahlreichen Bauminseln in der Aue. Je nach Wasserstand stehen einige Blänke unter Wasser. Dass rechts von uns ein gigantisches Industriegebiet liegt, nehmen wir zunächst kaum wahr. Die alte August-Thyssen-Hütte ist ein großes Stahlwerk mit benachbartem Walzwerk und der Kokerei Schwelgern. Teile der Anlage lassen sich später von einem Aussichtspunkt überblicken, der sich vor uns bereits erhebt.

Der 5 Alsumer Berg liegt dort, wo sich früher die ursprüngliche Mündung der Emscher in den Rhein am Rande des Dorfes Alsum befand. Die Mündung wurde inzwischen mehrfach umgelegt. Die heute sogenannte Alte Emscher, nur noch ein kleiner Bach, der die umgebenden Ortsteile entwässert, muss hochgepumpt werden, da sich in Bruckhausen sonst ein See bilden würde. Durch den Bergbau im Untergrund hat sich das Gelände abgesenkt. Diese haben auch dem Dorf Alsum das Ende beschert – es wurde in den 1950er und 1960er Jahren aufgegeben.

Das abgesenkte Gelände wurde aufgefüllt und darüber hinaus eine Schutt-Deponie errichtet. Der Alsumer Berg ist entstanden und eine grüne Insel inmitten der Industrie. Durch Sichtschneisen ergeben sich interessante Blicke auf das Werk, den Rhein und die Kokerei Schwelgern auf der anderen Seite. Am Knotenpunkt 22 zweigt die Auffahrt auf den Alsumer Berg rechts ab. Der Berg wirkt relativ klein, doch die steile Auffahrt ist nicht zu unterschätzen.

Ein Vulkan? Hinter dem Alsumer Berg am Rheinufer versteckt sich die Kokerei Schwelgern, die gerade Koks löscht Blick vom Radweg auf dem Rheindeich in nördlicher Richtung. Rechts liegt die Kläranlage Alte Emscher
Ein Vulkan? Hinter dem Alsumer Berg am Rheinufer versteckt sich die Kokerei Schwelgern, die gerade Koks löscht Blick vom Rhein-Radweg auf dem Rheindeich in nördlicher Richtung. Rechts liegt die Kläranlage Alte Emscher
Blick vom Rheindeich auf den Strom und das Kraftwerk Walsum im Hintergrund – Landmarke und unser nächstes Etappenziel
Blick vom Rheindeich auf den Strom und das Kraftwerk Walsum im Hintergrund – Landmarke und unser nächstes Etappenziel

Von Alsum nach Walsum

Hoch auf dem Deich geht es unter schattigen Bäumen bis vor die Kokerei. Am Alsumer Steig umrunden wir das Gelände über das Straßennetz. Wir halten uns mehrfach links und stoßen am Knotenpunkt 21 auf den Radweg auf der HOAG-Trasse. Sie hat ganz in der Nähe ihren Endpunkt am Südhafen von Walsum, dem alten Hafen der Gutehoffnungshütte in Oberhausen, auf deren Gelände sich wiederum heute die Neue Mitte mit dem bekannten Einkaufszentrum CentrO befindet.

Abzweig auf die HOAG-Trasse (im weiteren Verlauf Grüner Pfad)

Die HOAG-Trasse führt in einem Bogen über Sterkrade mit Übergang zum Grünen Pfad zurück nach Ruhrort. Auf alter Bahntrasse gelangt man nach ca. 21 Kilometern wieder zurück nach Ruhrort und passiert dabei u.a. den Landschaftspark Duisburg-Nord. Die Trasse ist sehr gut ausgebaut und lässt sich unkompliziert befahren. Durch den Bahntrassencharakter gibt es wenig Kreuzungen mit dem Straßenverkehr, weshalb man recht schnell und sicher vorwärtskommt.

Ausführliche Dokumentation: ► HOAG-Trasse

Der nächste Pfad nach links führt zur zweiten Emschermündung. Hier floss mehrere Jahre lang die heute sogenannte Kleine Emscher, damals „Neue Emscher“, nach der ersten Umlegung der Mündung in den Rhein. Auch die Kleine Emscher überwindet die letzten Meter durch ein Pumpwerk.

Ziel erreicht: Ende des Radweges auf der HOAG-Trasse am Südhafen Walsum
Ziel erreicht: Ende des Radweges auf der HOAG-Trasse am Südhafen Walsum

Nach Umrundung des Logports passieren wir die Reste der ehemaligen Zeche Walsum mit dem angeschlossenen Kohlekraftwerk. Die Zeche ging in den 1930er Jahren in Betrieb und wurde 2008 stillgelegt. Eines der zwei im Vergleich zu den Fördergerüsten anderer Bergwerke im Revier recht ungewöhnlichen Turmgerüste mit den Schriftzügen KOHLE und WALSUM je auf einer der Seiten ist als Denkmal erhalten.

Hinter dem Kühlturm zweigt von unserem Weg die Rheinstraße nach links ab und endet am Rheinufer. Hier besteht die Möglichkeit, die Rheinfähre Walsum nach Orsoy zu nutzen.

Abstecher nach Orsoy (Fährüberfahrt):

Mit der Rheinfähre Walsum-Orsoy kann man sehr einfach und günstig ins benachbarte Orsoy übersetzen. Der Rheindeich ist eine Promenade mit Alleebäumen. Bei einer Besichtigung des Ortes kann man die katholische Pfarrkirche und die evangelische Kirche mit dem Brunnen mit dem Fährmann sehen. Das Rheintor bildet die Durchfahrt für Autos und Fahrräder durch den Deich. Im kleinen Ortskern gibt es Eisdiele, Bäckerei und Cafés.

Bitte informieren Sie sich vorab über die Fahrtzeiten und Gebühren zur Nutzung der Rheinfähre Walsum-Orsoy. Die Internetseite ist unten angegeben.

Kraftwerk und Auen vor dem Schutzdeich von Orsoy
Kraftwerk und Auen vor dem Schutzdeich von Orsoy

Zwischen Zeche und Alt-Walsum liegt der Nordhafen am Rhein. Er diente als Verladehafen für die Zeche. Besonders markant ist die 6 Hubbrücke am Hafeneingang, die jedoch nicht mehr für Autos befahrbar ist. Ähnlich wie die Brücke über das Eisenbahnbassin in Ruhrort war sie bis vor kurzem nur für Fußgänger und Radfahrende zugänglich. Ähnlich wie viele andere Brücken ist auch sie ein Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brücke aus den 1930er Jahren. In der Zeit wurde für die Zeche auch der Hafen errichtet, der heute vor allem der Versorgung des Kohlekraftwerks per Binnenschiff dient, nachdem die Zeche stillgelegt wurde. Einige Teile der Hafen-Anlagen wurden bereits zurückgebaut.

Hubbrücke in Walsum

Von Walsum zur Emschermündung

Hinter Alt-Walsum wird es wesentlich ländlicher. Wir fahren wie schon vorhin auf einem hohen Deich, rechts und links von Wiesen und Auen eingerahmt. Nach rund vier Kilometern verlassen wir Duisburg und erreichen mit dem Dorf Stapp die Stadt Dinslaken. Hier in Stapp fließt die 7 Emscher in den Rhein. Allerdings ist eine neue Umlegung der Mündung zugunsten eines natürlicheren Deltas bereits im Bau. Bisher floss der kanalisierte Fluss über ein Absturzbauwerk in den Rhein, was jegliche Bewegung von Tieren in die Emscher im Ansatz erstickt.

Abzweig auf den Emscherweg:

Am Knotenpunkt 4 endet der Emscherweg, neben dem RuhrtalRadweg ein weiterer Flussradweg von der Quelle bis zur Mündung. Er führt von hier aus flussaufwärts bis zur Quelle bei Holzwickede und ist ein sehr abwechslungsreicher Weg durch den Norden des Ruhrgebiets. Er ist mit Elementen des Emscherkunstweges noch interessanter geworden. Es sind Kombinationen mit der HOAG-Trasse (bei Wehofen) und dem Grünen Pfad (bei Oberhausen) sowie dem Rotbachweg denkbar, um eine ausschweifende Runde zu fahren.

Ausführliche Dokumentation: ► Emscherweg

Aktueller Hinweis: Auch hier kommt es derzeit zu einer Umleitung des Weges, da der Deich vor dem neuen Emscherdelta inzwischen nicht mehr zu befahren ist. Die Umleitung führt über den Knotenpunkt 3 fast vorbei am Hof Emschermündung zur Heerstraße und dann Richtung Voerde bis zur Rotbachmündung.

Ziel der 4. Etappe und Endpunkt des Emscherwegs: Die Emschermündung bei Dinslaken
Ziel der 4. Etappe und Endpunkt des Emscherwegs: Die Emschermündung bei Dinslaken
Auenlandschaft am Rhein in der Nähe der Emschermündung

Auenlandschaft am Rhein in der Nähe der Emschermündung

Von der Emschermündung zur Rotbachmündung

Wir verlassen also Dinslaken und folgen dem Weg am Rhein weiter – wie gewohnt hoch oben auf dem Deich: links fließt der Rhein, rechts liegen Felder und Wiesen. Unterbrochen werden diese vom Haus Wohnung (so heißt das alte Wasserschloss tatsächlich) und dem angrenzenden Wohnungswald. Das Schloss ist allerdings nicht zugänglich. Dafür verlaufen die letzten Meter eines weiteren interessanten Gewässers durch den Schlossgarten: Unmittelbar vor uns fließt der 8 Rotbach in den Rhein. Er macht seinem Namen hier alle Ehre und hat durch seinen Eisengehalt ein rot gefärbtes Bachbett.

Versteckt gelegene Mündung des Rotbachs in den Rhein bei Voerde
Versteckt gelegene Mündung des Rotbachs in den Rhein bei Voerde

Abzweig auf den Rotbachweg:

Der Rotbachweg führt auf ca. 20 Kilometern größtenteils entlang des Rotbachs durch den Wohnungswald nach Dinslaken und dann vorbei am Rotbachsee weiter nach Bottrop in die Kirchheller Heide. Der Weg gehört zu den ruhigeren Flussradwegen in der Gegend, ist beschildert und recht gut ausgebaut.

Ausführliche Dokumentation: ► Rotbachweg

An der Mündung des Rotbachs endet die Tourbeschreibung nach ca. 25 Kilometern, sodass eine schöne Gesamtrunde von etwas mehr als 50 Kilometern auf einem der angebundenen Themenwege möglich ist. Eine Verlängerung bzw. eine Rückkehr auf der anderen Rheinseite ist in Planung.

Von der Rotbachmündung zum Bahnhof Voerde

Alternativ sind es von der Rotbachmündung ca. 3 km zum Bahnhof Voerde (Niederrhein). Dazu auf der Friedrichstraße bis zur Kreuzung Dinslakener Straße, dort links und bis Voerde zur Bahnhofstraße. Dort rechts zum Bahnhof. Von dort aus fahren RRX 5 und RE 19 zurück nach Duisburg. Bitte informieren Sie sich vorab über Fahrtzeiten und ggf. Baustellenverkehre und Ausfälle.

Quellen und weitere Informationen:

Rheinfähre Walsum: www.rheinfaehre-walsum.de

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt: www.binnenschifffahrtsmuseum.de

Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung

Geographische Koordinaten:
51°25’48.41″N, 6°46’23.60″E – Duisburg Hauptbahnhof
51°26’57.41″N, 6°43’20.17″E – Rheinorange – Ende RuhrtalRadweg
51°27’30.08″N, 6°43’42.22″E – Brücke Eisenbahnbassin
51°27’34.68″N, 6°43’48.08″E – Museum der Dt. Binnenschifffahrt
51°29’39.21″N, 6°43’20.89″E – Aufstieg Alsumer Berg
51°31’02.56″N, 6°43’51.41″E – Streckenende HOAG-Trasse
51°31’34.40″N, 6°41’59.94″E – Rheinfähre Walsum (östliches Ufer)
51°33’45.35″N, 6°41’31.49″E – Emschermündung
51°33’47.03″N, 6°41’49.00″E – Hof Emschermündung
51°34’20.16″N, 6°41’12.61″E – Rotbachmündung
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z. B. GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
345205 m, 5700009 m – Duisburg Hauptbahnhof
341730 m, 5702249 m – Rheinorange – Ende RuhrtalRadweg
342187 m, 5703245 m – Brücke Eisenbahnbassin
342304 m, 5703383 m – Museum der Deutschen Binnenschifffahrt
341899 m, 5707246 m – Aufstieg Alsumer Berg
342567 m, 5709802 m – Streckenende HOAG-Trasse
340454 m, 5710868 m – Rheinfähre Walsum (östliches Ufer)
340030 m, 5714915 m – Emschermündung
340369 m, 5714956 m – Hof Emschermündung
339707 m, 5716005 m – Rotbachmündung

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.