Das Wildgehege im Weitmarer Holz in Bochum
Ein kleiner Urwald inmitten der Großstadt: Umgeben von den Vororten Weitmar, Neuling und Sundern im Süden von Bochum bildet das Weitmarer Holz ein geschlossenes Waldgebiet. Es ist die größte zusammenhängende Waldfläche der Stadt mit einem alten Eichen- und Buchenwald. Unter der Erde wurde früher natürlich, wie fast überall hier, Bergbau betrieben. Noch heute zeugt der älteste Förderturm im Ruhrgebiet der Zeche Brockhauser Tiefbau in der Nähe davon.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der „Jörgenstein“, ein kleines Denkmal für den Hirtenjungen Jörgen, der nach einer Geschichte des Bochumer Schriftstellers Georg Breuker die Kohle zufällig entdeckt haben soll. Derartige Legenden hört man praktisch in allen Kohleabbaugebieten, in denen ich schon einmal zu Besuch war. Und natürlich auch im Ruhrgebiet. Der Name des Jungen und sein Beruf wechseln dabei hin und wieder. Auch für den Schriftsteller findet man am Jörgenstein eine Widmung.
Neben einem weitläufigen Wegenetz im schönen Laubwald gibt es einen Spielplatz in seiner Mitte. Nun ist zwar ein derartiger urwüchsiger Wald recht ungewohnt im Herzen des Ruhrgebietes, aber sicherlich allein deshalb keine Sehenswürdigkeit oder Ausflugsziel, um aus der Umgebung anzureisen. Einen Anlass dazu bietet jedoch das große Wildgehege im Weitmarer Holz.
Wildgehege Jörgenstein
Das Wildgehege im Weitmarer Holz trägt passend zum Hirtenjungen-Denkmal auch den Namen „Wildgehege Jörgenstein“ und hat eine Größe von etwa 8 ha. Für ein Wildgehege ist das eine recht große Fläche. Dabei teilt es sich in mehrere kleinere Gehege mit Damwild, Schwarzwild (also Wildschweinen) und Mufflons auf. Die Tiere tummeln sich in dem hügeligen Waldgelände, das sich nicht vom Rest des Weitmarer Holzes unterscheidet. Ein Rundweg führt etwa 1,3 Kilometer um das eingezäunte Gehege herum und ermöglicht tiefe Einblicke. Auf der Westseite findet man Informationen, vor allem im Norden und Westen zahlreiche Sitzgelegenheiten.







Hinweis zu den Fotos: Da mit die Sauen vor der Kamera weggelaufen sind und ich an dem Tag mein Teleobjektiv nicht eingepackt habe, sind die letzten beiden Bilder von einem anderen Wildgehege, dass auf diesen Seiten vorgestellt wird, ausgeliehen. Ich habe sie aber gesehen. Sie haben auch ein raues Fell, zwei Ohren, zwei Augen und eine Wildschweinnase. Die Abbildung ist also ähnlich.
Das Weitmarer Holz ist ein „grüner Glücksort“ im gleichnamigen Buch von Thomas Dörmann. Unter dem Leitsatz „Geh raus & blüh auf“ bietet es 80 Ziele aus den grünen Parks, Halden und Landschaften im Ruhrgebiet: Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*
Informationen zum Besuch:
Das Gehege ist wie das übrige Weitmarer Holz ständig und frei zugänglich.
Anreise mit dem Auto:
Auf der A448 bis zur Ausfahrt 4 Bochum-Weitmar. Aus Richtung Witten links, aus Richtung Dreieck Bochum-West rechts abbiegen auf die Wasserstraße. Nach ca. 2 km am Ende an der Ampel links abbiegen auf die Hattinger Straße. Nach etwa 600 m links abbiegen in die Heinrich-König-Straße (zweite links hinter der Tankstelle). Dann rechts in die Schloßstraße und am Ende schräg-links auf den Parkplatz. Von hier auf der gegenüberliegenden Straßenseite ins Weitmarer Holz, rechts und dann links halten zum Gehege.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Blankensteiner Straße, Kreuzung Schloßstraße in Bochum
Anreise mit Bus und Bahn:
Von Bochum Hbf. mit der Straßenbahn 308 Richtung Hattingen oder 318 Richtung Dahlhausen, von Dahlhausen S-Bahnhof mit der 318 Richtung Bochum Hauptbahnhof, von Hattingen mit der Linie 308 Richtung Bochum bis Am Buchenhain oder Blankensteiner Straße. Vom Buchenhain in Fahrtrichtung Bochum laufen bis zur Straße Am Buchenhain und dann rechts in das Weitmarer Holz, von der Blankensteiner Straße in die Schloßstraße (entgegengesetzt Haus Weitmar) und dann an der Kreuzung Blankenstiener Straße rechts in den Wald.
Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike und für Wandernde:
Auf der Springorum-Trasse bis zum Haus Weitmar (Sonnenbrücke) und dort über die Brücke auf der Schloßstraße über die Hattinger Straße und bis zur Kreuzung Blankensteiner Straße. Dort in den Wald.
Vom Bergbauwanderweg Bochum-Süd und dem Wanderweg Am Bliestollen am alten Malakowturm bis zum Ende der Straße Am Bliestollen. Im Verlauf der Straße in den Wald und praktisch immer geradeaus vorbei am Jörgenstein, dem Spielplatz und über die Straße bis zum Wildgehege (ca. 800 m).
Zieleingabe ins Navigationssystem: Blankensteiner Straße, Kreuzung Schloßstraße in Bochum
Kartenmaterial / Literatur:
In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist das Wildgehege bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000) sowie Kompass Wanderkarte Südliches Ruhrgebiet* (1:50.000).
In diesen Reiseführern oder Büchern ist das Ziel als Beitrag thematisiert: Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*.