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Das Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Sanssouci am Niederrhein – Das Zisterzienser- und Karmeliterkloster auf dem Kamper Berg

Als im Jahre 1123 das Kloster als erstes Zisterzienserkloster im deutschen Gebiet (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nationen) auf den Kamper Höhen gegründet wurde, konnte noch keiner ahnen, dass die Anlage liebevoll nach dem erst Jahrhunderte später errichteten Schloss in Potsdam benannt werden würde. Besonders prägend ist dabei der im 18. Jahrhundert nach dem Dreißigjährigen Krieg entstandene Terrassen- und Barockgarten, der ähnlich wie Park Sanssouci in Treppen angeordnet ist. Nach der Säkularisierung und Aufgabe des Klosters 1802 wurde die Anlage von 1954 bis 2002 von einem Karmeliterorden genutzt.

Weithin sichtbar ist heute die große Abteikirche mit ihren zwei charakteristischen Zwiebeltürmen im Osten. Die Berglage ist ungewöhnlich für ein derartiges Kloster, begründet sich allerdings wahrscheinlich durch den morastigen Untergrund im Flachland. Selbst die schmucken Türmchen sind ungewohnte dekorative Bauten für Zisterzienser. Die Kirche stammt selbst aus dem 17. Jahrhundert und ersetzt den ursprünglichen Bau aus dem 12. Jahrhundert. Im südlich anschließenden Gebäude befinden sich das Spendencafé und ein Museumsladen. Dabei bezahlt der Gast im Café den Preis für sein Mahl, der ihm angemessen und fair erscheint. Im Klostergarten mit einer Vogelvoliere lässt sich bei schönem Wetter dazu unter Sonnenschirmen Platz nehmen.

Die größte Attraktion des Klosters sind jedoch heute die Vielfalt und Gestaltung der Gärten. Besonders hervorzuheben ist der Terrassengarten im Stil des Barocks, der sich im Süden an den Klosterhof und die Abteikirche anschließt. Die eigentlichen Terrassen bestehen aus fünf Stufen mit einer konvexen und konkaven Ausformung. Prägend sind die Eiben, die in steiler Pyramidenform geschnitten sind. Ein erster Terrassengarten entstand etwa zeitgleich mit der Einweihung der neuen Kirche, ein weitgehender Ausbau erfolgte in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nachdem die Anlage durch die Aufgabe stark verfiel, wurde in den 1980er Jahren eine Rekonstruktion nach historischen Bildnissen begonnen – die heutige Situation, die seit 1990 liebevoll gepflegt wird und sich regen Besuchs erfreut. Unten finden sich ebenfalls die pyramidenartigen Eiben wieder, die Beete und Rasen in „Bärenfelloptik“ einrahmen. Geometrische Formen mit verschiedenfarbigen Blühpflanzen wie beispielsweise Begonien bilden aufwendige Muster. In der Mitte des Terrassengartens befindet sich ein rundes Wasserbassin mit einem Springbrunnen. Zu nennen sind in diesem Teil noch die zwei Orangerien, die den Treppenaufgang auf die Terrassen stilvoll einrahmen. Ein Verbindungsweg vorbei an einem kleinen Spielplatz führt zum Alten Garten. Er ist ursprünglich quadratisch mit 16 quadratischen Pflanzfeldern. Ein Teil des ursprünglichen Gartens ist durch die Bundesstraße überbaut. Die Pflanzen dort sind nach einem Farbkonzept gesetzt worden. Der dritte hervorzuhebende ist der Kräutergarten östlich der Abteikirche. Er ist eingeteilt in vier Kategorien, die in den Quadranten wachsen. Hier werden einzelne Kräuter auch zum Kauf angeboten.

Terrassengarten von Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Kloster Kamp und der Terrassengarten

Terrassengarten von Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Terrassen mit kegelförmigen Bäumen

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Eine für ein Kloster ungewöhnliche Figur

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Terrassengarten von Kloster Kamp

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Abteikirche mit XXXX-Kapelle

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Im Innern der Abteikirche

Terrassengarten von Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Prachtvolle Schönheit des Klosters Kamp hoch über dem Terrassengarten

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Kräutergarten hinter der Kapelle und Abteikirche

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Farbenfroher Garten

Kloster Kamp in Kamp-Lintfort Kloster Kamp in Kamp-Lintfort

Fazit und Tipp des Webmasters: Das Kloster ist mit seinen unterschiedlichen Gärten nicht nur für Botaniker ein eindrucksvolles Ausflugsziel und unbedingt einen Besuch wert. Am schönsten ist dieser sicherlich in der Blühphase der Pflanzen im Sommerhalbjahr. Direkt am Kloster vorbei verläuft der alte Kanal „Fossa Eugeniana“, dessen Verlauf über einen ca. 50 km langen Rad- bzw. Wanderweg verfolgt werden kann. Lohnenswert ist der Besuch einer der nahen Bergehalden, wie der Halde Norddeutschland mit dem Hallenhaus, der Halde Rheinpreußen mit der großen Grubenlampe oder auch der ruhigeren Halde Pattberg. In Architektur Interessierte dürfte der Förderturm „Ostpol“ der Zeche Rossenray interessieren.

 

Informationen zum Besuch im Kloster Kamp:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Gelände mit den Gärten ist täglich ab 08.00 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit geöffnet. Die Kirche ist täglich 09.00 bis 17.00 Uhr geöffnet und kann außer während eines Gottesdienstes frei besichtigt werden. Der Eintritt zu Kirche und Gärten ist frei.

Das Museum ist Di-Sa 14.00.-17.00 sowie So und feiertags von 10.00-17.00 Uhr geöffnet. Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Gegen Aufpreis können für Gruppen nach Voranmeldung Führungen durch Museum, Abteikirche und Gärten durchgeführt werden.
Im Klosterhof und im die Abteikirche angrenzenden Gebäude befindet sich ein Café. Zwei weitere Einkehrmöglichkeiten locken am Vorplatz. Auf dem Gelände stehen Toiletten zur Verfügung.

Die meisten Wege sind barrierearm nutzbar. Der Höhenunterschied zwischen Abteikirche und unterer Ebene des Terrassengartens ist auch über einen Verbindungsweg als eine Art Rampe via Sternstraße und Spielplatz zu bewältigen.

Offizielle Internetseite: www.kloster-kamp.com

Anreise mit dem Auto: Auf der A42 und A57 bis zum Kreuz Kamp-Lintfort und dort die Ausfahrt 1 / 8 Kamp-Lintfort wählen. Aus allen Richtungen rechts abbiegen auf die Nordtangente. Nach 2,5 km der Beschilderung zum Kloster Kamp folgen und links abbiegen in die Moerser Straße und dieser ca. 1,8 km folgen. Am Ende der Beschilderung zum PKW-Parkplatz (links, sofort rechts) nachfahren oder geradeaus in die Rheinbergstraße und nach wenigen hundert Metern links abbiegen in die Klosterstraße.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Abteiplatz 13 in 47475 Kamp-Lintfort

Geographische Koordinaten:
51°30'05.6"N, 6°30'56.6"E – Terrassen- und Barockgarten
51°30'11.4"N, 6°31'10.8"E – Alter Garten
51°30'10.1"N, 6°30'59.2"E – Kräutergarten
51°30'09.2"N, 6°30'56.7"E – Klosterhof mit Vogelvoliere und Café
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
327577 m, 5708528 m – Terrassen- und Barockgarten

327857 m, 5708698 m – Alter Garten
327632 m, 5708665 m – Kräutergarten
327583 m, 5708639 m – Klosterhof mit Vogelvoliere und Café

Anreise mit Bus und Bahn: Da Kamp-Lintfort leider keinen Bahnhof mit Personenverkehr besitzt, ist eine längere Anfahrt mit dem Bus nötig. Von Duisburg Hbf. oder Moers (Anreise von Duisburg oder Rheinhausen mit der RB 31) mit dem Schnellbus SB30 Richtung Geldern bis Kloster Kamp (eine davor zum Bereitmachen: Walkenriedstraße). Die Fahrtzeit beträgt von Duisburg etwa 50 Minuten, von Moers ca. 20 Minuten.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike und als Wanderer: In der Nähe des Klosters Kamp verlaufen gleich mehrere Radwege und Wanderwege vorbei. Zu den ersteren gehört der Radfernweg NiederRheinroute, die die Region wie ein Netz überzieht. Der NiederrheinWeg, ein Fernwanderweg, durchquert das Klostergelände unmittelbar. Darüber hinaus ist das Kloster durch weitere regionale Rad- und Wanderwege erschlossen.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist das Kloster dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Niederrhein, Krefeld – Moers – Straelen" im Maßstab 1:50.000 liegt es im Planquadrat A5 . Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Niederrhein - Krefeld, Moers, Straelen   Radwanderkarte Niederrhein - Nördlicher Teil  

Quellen und Weitere Informationen:

Offizielle Internetseite: www.kloster-kamp.com
Route der Industriekultur (Kloster):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr