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Auf der Waldroute rund um die Luisenhütte in Balve

Die schöne hügelige sauerländer Berglandschaft kombiniert mit alter Industriegeschichte lässt sich im oberen Hönnetal bei Balve erleben. Ein wenig abseits des Flusstals liegt mit der Luisenhütte der älteste vollständig erhaltene Hochofen Deutschlands aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Er existierte damit viele Jahre vor den späteren, bekannten Hochofenwerken in Duisburg-Meiderich oder Phoenix-West in Dortmund.

Im dichten Netz der Wanderwege sticht der etwa 7 Kilometer (plus Extrarunde) lange Rundweg um die Luisenhütte hervor. Von Wocklum aus führt er zur Wallburg, nach Mellen und über das Orlebachtal über Schloss Wocklum zurück zur Luisenhütte. In einer Variante kann ein Abstecher zur Balver Höhle gemacht werden, der für Bahnanreisende auch als Zubringer dient.

In der Karte ist die Wandertour rund um die Luisenhütte eingezeichnet. Enthalten sind auch eine Kilometrierung zur Orientierung und Nummernpunkte, die Orte von Interesse auf der Wanderung und im Beschreibungstext hervorheben.

Karte Wanderweg Rund um die Luisenhütte

Der Weg ist mit Piktogrammen (teilweise z.B. Waldroute-W) bzw. Rundwegkürzeln (teilweise z.B. L4) und dem Zusatz „Rundweg Luisenhütte“ gekennzeichnet. Er nutzt Wald- und Forstwege, zeitweilig Feldwege und wenige sehr ruhige asphaltierte Nebenstraßen. Während die Luisenhütte nur im Sommerhalbjahr zu besichtigen ist, liegt der Reiz im Winter darin, die zahlreichen Mäanderbögen des Orlebachs ohne Sommerlaub besser betrachten und bewundern zu können.

Anreise zum Ausgangspunkt:

Anreise mit dem Auto: Auf der B229 von der B515 aus Menden (Sauerland) / Hönnetal oder von Werdohl /Lennetal bis Balve. Zwischen Balve und Sanssouci auf die Wocklumer Allee und der Beschilderung zur Luisenhütte folgen. Dazu nach einer Bachüberquerung rechts fahren und am Ende auf dem Parkplatz parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Wocklum 10 in Balve

Anreise mit Bus und Bahn: Von Fröndenberg/Ruhr und Menden (Sauerland) mit der RB54 Richtung Neuenrade bis Balve. Von Unna mit der RB 54 (Nord) bis Fröndenberg oder Menden und dort in den „Südast“ umsteigen. Derzeit gibt es keine direkte Verbindung von Unna nach Balve. In Balve vom Bahnhof auf der Bundesstraße nach links oder über ruhigere Nebenstraßen am Mühlenweg und entlang der Hönne bis zur Balver Höhle. Dort in die Wandertour einsteigen.

Los geht´s auf Winterwanderung
Ich treffe mich mit Mareike am Wanderparkplatz an der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Luisenhütte in Wocklum. Wir sind nicht die einzigen, der Parkplatz ist gut genutzt. Wir schnüren die Wanderschuhe und die Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Womöglich wird es Sie nun etwas erstaunen, aber wir lassen die Luisenhütte rechts liegen. Das interessante Museum befindet sich im Winterschlaf (siehe Kasten). Guter Grund, noch einmal im Laufe des Jahres zurück zu kehren und diesen Beitrag zu vervollständigen.

Doch ein paar Informationen zur Luisenhütte sollten erwähnt werden. Wie schon in der Einleitung beschrieben, ist es die älteste erhaltene Hochofenanlage der Bundesrepublik. Ein Hochofen dient üblicherweise zur Erzeugung von Roheisen aus Eisenerz. Zugleich besitzt die Hütte eine Eisengießerei. Der Betrieb der Hütte begann 1758. Im Jahr 1865 erfolgte die Stilllegung, da sie gegenüber den wachsenden Hochöfen im Ruhrgebiet wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähig war. Das Museum ist ein Erlebnismuseum für alle Sinne und folgt der Verarbeitung der Rohstoffe bis zum Endprodukt durch alle Anlagen.

Luisenhütte Wocklum:

Museum geöffnet vom 01.05 bis 31.10, Di-Fr 9.30-17.00 Uhr sowie Sa, So, Feiertag 11.00 – 18.00 Uhr. Vom 01.11. bis 30.04. ist das Museum geschlossen.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen. Am Internationalen Museumstag und Tag des offenen Denkmals ist der Eintritt frei.

Offizielle Internetseite (Märkischer Kreis): www.maerkischer-kreis.de

Neben dem Museum befindet sich ein Café, das gemeinsam mit dem Museum geöffnet ist, also nicht im Winterhalbjahr.

Mareike und ich umrunden die Luisenhütte, nicht ohne traurige und zugleich bewundernde Zaunblicke auf die schöne Anlage zu werfen. Auf der Rückseite des Hochofens führt der Weg in den Wald. Bald geht es steil bergauf. Der steilste Abschnitt liegt damit direkt am Beginn der Wanderung und ist mit noch ausgeruhten Beinen bald geschafft. Oben auf dem Burgberg besteht die Möglichkeit zu einem Abstecher auf den rechterhand liegenden Gipfel. Hier sind Spuren der alten POI: Ort von Interesse am Wegesrand Burg zu sehen – allerdings mehr in Form von Gräben und Abhängen. Mauern gibt es hier nicht mehr. Dafür bieten sich zwischen den Bäumen hindurch ganz schöne Aussichten auf das Hönnetal. Unten ist beispielsweise das Schloss Wocklum zu sehen, das wir später noch passieren werden.

Zurück auf der Hauptroute führt der Weg wieder bergab. Wir verlassen den Wald und kommen nach Mellen, einem kleinen Dorf inmitten sanfter Berge. Die Glocken läuten und laden zum Kirchgang, aber wir folgen den Schildern durch die Ringstraße ortsauswärts, bis wir rechts abzweigend einen Weg einschlagen. Vorbei an Kühen, die sich in den Ställen beim Wiederkäuen beobachten lassen, kommen wir wieder in die Natur. Bald zweigt links unser Weg ab und kurz darauf dürfen wir einen Abzweig auf einem unscheinbaren Wiesenweg nicht verpassen. Am Ende stoßen wir auf den Orlebach. Auf der anderen Straßenseite beginnt das POI: Ort von Interesse am Wegesrand Naturschutzgebiet Orlebachtal. Warum der Bach so besonders ist, werden wir sehen, wenn wir zunächst rechts ein kurzes Stück auf der Straße laufen und dann links der Tour weiter folgen.

Wanderweg Luisenhütte Rundweg

Zaungast-Blick auf die Luisenhütte: Besichtigung nur im Sommer

Wanderweg Luisenhütte Rundweg

Hügeliges Sauerland bei Mellen

Wanderweg Luisenhütte Rundweg Wanderweg Luisenhütte Rundweg

Der Orlebach zeigt sich insbesondere im Winter ohne Blätter an den Bäumen in seiner vollen Schönheit. Sein besonderes Merkmal sind die vielen kleinen Gewässer-Schlingen, die Mäanderbögen, mit denen sich der Bach kurvenreich talabwärts bewegt. Selten habe ich so ausgeprägte Mäander gesehen, wie hier am Bach. Im Sommer ist der Galeriewald der Bäume, die rechts und links direkt am Ufer stehen, dicht und verbirgt den Bachverlauf. Immer wieder ergeben sich schöne Ansichten auf das Tal und viel zu schnell haben wir das Naturschutzgebiet durchquert. Am Ende kommen wir am Reiterhof neben dem POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schloss Wocklum raus. Pferdefreunden wird das „Balve Optimum“ ein Begriff sein, das hier regelmäßig stattfindet. Das Schloss ist ein Wasserschloss mit einem Park und vollständig umgebendem Wassergraben.

Mareike und ich begleiten den Orlebach auf seiner letzten Etappe bis zu seiner Mündung in die Borke, die wiederum Antriebsbach für Wasserräder an der Luisenhütte war und nach wenigen hundert Metern ihrerseits in die Hönne münden wird. Wir biegen links ab und erreichen den Ausgangspunkt am Wanderparkplatz an der Luisenhütte. Wer möchte, kann nun noch eine Extra-Runde zur POI: Ort von Interesse am Wegesrand Balver Höhle machen, die allerdings nur für Gruppen nach Vereinbarung zugänglich ist. Bahnanreisende müssen sowieso diese Fortsetzung laufen, um zum Bahnhof Balve zurück zu kommen.

Wanderweg Luisenhütte Rundweg

Eine der zahlreichen Kurven des Orlebachs

Wanderweg Luisenhütte Rundweg

Eine nach der anderen

Wanderweg Luisenhütte Rundweg

Die vielen Mäander geben dem Orlebachtal den typischen Charakter

Eine Besichtigung der Luisenhütte ist für 2019 vorgeplant. Nach dem Besuch wird der Beitrag ergänzt.

Wir entscheiden uns für einen Ortswechsel. Mit dem Auto fahren wir auf der Hönnetalstraße nach Norden Richtung Menden, um nach einer Einkehr im Haus Recke die Wanderung auf dem Hönnetalpfad fortzusetzen. Mit Taschenlampen ausgerüstet besichtigen wir die Feldhofhöhle oberhalb der Eisenbahnstrecke und werden alsbald von der jetzt rasch untergehenden Sonne zurück zum Auto getrieben. Die Fotos dazu sind im folgenden Abschnitt zu sehen.

So haben wir unsere Höhle doch noch besichtigen können (prinzipiell hätte man auch die zum Haus Recke zugehörige Reckenhöhle anschauen können), ein Schloss von außen besichtigt und den ältesten Hochofen immerhin ebenfalls von außen gesehen. Das Orlebachtal war ebenso wie die gesamte Landschaft sehr schön. Die Schuhe verlangen nach einer Intensivreinigung, aber wir haben, obwohl es nicht nach Wanderwetter aussah und Schauer drohten, einen schönen Outdoortag verlebt. Als Sahnehäubchen gab es trotz des Winters noch einen Bienenstich. Mit Milchkaffee bzw. heiße Schokolade (mit Sahne).

Hönnetalpfad bei Binolen

"Felsglotze" am Hönnetalpfad

Hönnetalpfad bei Binolen

Bachaustritt aus dem Karst-Gestein

Hönnetalpfad bei Binolen

Hönnetalpfad zwischen der Hönne und der Eisenbahn

Hönnetalpfad bei Binolen

Bemooste Felsen an der Feldhofhöhle

Hönnetalpfad bei Binolen

Wer traut sich ins dunkle Loch?

Hönnetalpfad bei Binolen

Im Innern der Feldhofhöhle


Geographische Koordinaten:
51°20'13.37"N, 7°52'57.96"E – Wanderparkplatz Luisenhütte
51°22'40.88"N, 7°51'12.67"E – Feldhofhöhle (ungefähre Position)
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
422174 m, 5687899 m – Wanderparkplatz Luisenhütte

420208 m, 5692487 m – Feldhofhöhle (ungefähre Position)

 

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2019
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr