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Die Römer-Lippe-Route: Teil 3 von Haltern nach Wesel

Hauptroute Haltern – Dorsten – Wesel (ca. 53 km) • Schleife zur Lippemündung

Eine spannende Verbindung zwischen erlebbarer Geschichte und schöner Flusslandschaft ermöglicht die Radtour auf der Römer-Lippe-Route. Fast 300 Kilometer lang erstreckt sich die Hauptroute zwischen Xanten und Detmold quer durch NRW und dabei vor allem entlang des Flusses Lippe. Dieser schlängelt sich in zahlreichen Schleifen und mit einigen Auen bis zu seiner Mündung in den Rhein und wird streckenweise von schiffbaren Kanälen begleitet. Die Tour folgt außerdem der Spur der Römer von der alten Römerstadt Colonia Ulpia Traiana über einige nachgewiesene Römerlager bis zum Hermannsdenkmal am zeitweise vermuteten Ort der Varusschlacht am Teutoburger Wald. Neben der Hauptroute existieren an einigen Orten Themenschleifen zum Wasser oder über die Römer mit einer zusätzlichen Gesamtlänge von 154 Kilometern. Insgesamt lassen sich also rund 450 Kilometer zwischen Teutoburger Wald und Niederrhein auf dieser Tour abradeln.

In diesem Teil folgt die Tour dem Unterlauf der Lippe von Haltern bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel. Die Etappe ist etwa 53 Kilometer lang und verbindet die Bahnhöfe von Haltern, Dorsten und Wesel miteinander. Dabei handelt es sich nicht um eine offizielle Etappe. In der folgenden Übersichtskarte ist der beschriebene Abschnitt mit einem magentafarbenen Band markiert. Der Startpunkt ist gekennzeichnet. Für eine Tourplanung sind die genannten Bahnhöfe eingezeichnet. Die vorherige Etappe ist blau gekennzeichnet. Diese Etappe enthält neben dem Hauptweg einige Zusatzwege, hier sogenannte Schleifen, die rot markiert sind. Besonders hervorgehoben ist der Bahntrassenradweg auf der alten Bahnstrecke von Venlo nach Haltern (gelb-rote Strichelung), der zwischen Wesel und Dorsten nicht von der Hauptroute befahren wird. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt beschrieben.

Übersichtskarte Römer-Lippe-Route Teil 3 Haltern-Wesel

Wegebeschaffenheit, Beschilderung und Anreise:
Überwiegend verläuft die Etappe auf ruhigen Radwegen, selten entlang von Straßen und dort meist entweder auf getrennten straßenbegleitenden Radwegen oder einem breiten Mehrzweckstreifen. Auf alten Bahntrassen oder am Kanal entlang kommt man sehr zügig vorwärts. Die Oberfläche des Weges ist meist wassergebunden. Die Straßen sind asphaltiert. Die Tour ist gut beschildert. An Straßenkreuzungen ist den rot-weißen Zeichen Radverkehrsnetz NRW zu folgen (Symbol Fahrrad mit Pfeil in Fahrtrichtung). An Knotenpunkten mit anderen Themenradwegen findet man das bekannte mehrfarbige Piktogramm der Römer-Lippe-Route. Die Schleifen haben eine eigene Beschilderung mit einem einfarbigen Piktogramm (z.B. blau bei den Wassererlebnis-Schleifen). Hin und wieder stößt man auf rostig-metallene Schilder, die in römischen Ziffern Kilometerstände der Römer-Lippe-Route angeben. Sie sind jedoch zu selten, um sich daran orientieren zu können.

Externer Link Externer Link

Die Etappe habe ich bewusst so gelegt, dass nach der Bewältigung der Rückweg mit der Bahn möglich ist. Bahnhöfe werden in Haltern am See (RE 2 und 42, S9), in Dorsten (bzw. Bahnhof Hervest-Dorsten mit RE 14) und in Wesel (RE 49, auch RRX 5, RE 19) erreicht. Auch der Endpunkt in Xanten (RB 31) hat einen Bahnhof. Die Rückreise erfolgt jedoch grundsätzlich mit Umstieg in Essen (ggf. zusätzlich in Duisburg oder Oberhausen).

POI: Ort von Interesse am Wegesrand Wichtiger Hinweis: Zwischen den Bahnhöfen von Haltern, Dorsten und Wesel liegen Strecken von etwa 20 bis 30 Kilometern. Bushaltestellen sind selten und Busse insbesondere am Wochenende häufig nicht im dichten Taktverkehr. Ich empfehle die Mitnahme von Flickzeug für mögliche Reifenpannen, um dann nicht schiebend viele Kilometer zu Fuß gehen zu müssen!

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes ganz oder teilweise abgebildet. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

Koordinaten wichtiger Orte entlang des Weges z.B. für GPS-Geräte finden Sie am Ende des Beitrags.

     
Tipp Wenn Sie der Tourempfehlung am Ende des Beitrags nachfahren, so denken Sie an Fernglas, Feldstecher oder Teleobjektiv, um Tiere in der neuen Mündungsaue in Wesel besser beobachten zu können.

 

Von Haltern nach Dorsten

Nachdem wir uns auf der vorherigen Etappe vor allem den landschaftlichen Besonderheiten Halterns genähert haben, wie der Westruper Heide oder dem Halterner See, gehen wir noch einmal auf die alten Römer ein. Nicht weit vom Bahnhof befindet sich das POI: Ort von Interesse am Wegesrand LWL-Römermuseum Haltern. Hier haben sich die Römer nämlich mit einem Militärlager niedergelassen. Ähnlich wie in Oberaden (Etappe 1) kann der Bau von Häusern zu Funden alter Münzen oder anderen Relikten der Römer führen. Das Museum lohnt einen Besuch, aber auf unserer Radtour fehlt dazu leider die Zeit. Wir haben noch 52 Kilometer vor uns.

Anreise zum Ausgangspunkt der Tourbeschreibung in Haltern am See:

Anreise mit dem Auto: Es ist insbesondere an sonnigen Sommertagen sinnvoll, weitab vom Halterner Stausee zu parken. Ich empfehle, auf der A43 bis zur Ausfahrt 8 Haltern zu fahren und dort auf die B58 nach Haltern. Und dann in den Gewerbegebieten Mersch oder angrenzenden Wohnstraßen am Rand zu parken. Grobe Orientierung für die Tour sind der Bahnhof und das Römermuseum.

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf. oder Bottrop Hbf. sowie Münster Hbf. mit RE 2, RE 42 und S9 bis Haltern am See. Die Römer-Lippe-Route führt nah am Bahnhof vorbei (Knotenpunkt 74).

Der Beschilderung vom Bahnhof vorbei am Museum folgend geht es rasch aus der Stadt heraus. Links in die Dorstener Straße und bald darauf in eine Nebenstraße links, wo wir zum ersten Mal auf den Bahntrassenradweg stoßen. Die Bahnstrecke Haltern-Venlo als Teil der Hamburg-Venloer-Bahn führte einst von der Hansestadt an der Elbe bis in die heutige niederländische Grenzstadt. Bei Wesel wurde der Rhein überquert. Diese große Brücke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. In den 1960er Jahren bis in die 1980er wurden zuerst Personenverkehr und schließlich Güterverkehr eingestellt. Danach erfolgte die Stilllegung der Trasse. Zwischen Dorsten und einem Umspannwerk sowie auf einem kürzeren Stück zwischen Wesel und einem weiteren Umspannwerk dient die Trasse noch dem seltenen Transport schwerer Teile zu diesen Anlagen. In Wesel gibt es außerdem eine Museumsbahn, die hin und wieder die alten Schienen befährt.

Römer-Lippe-Route Ruhrgebiet

Bahnhof Haltern am See

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Auf straßenbegleitendem Radweg verlassen wir die Stadt

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Mosaik auf dem Weg markiert die alte Bahnstrecke

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Firma auf dem Gelände vom alten Haus Ostendorf

Die Hauptroute der Römer-Lippe-Route nutzt die Bahntrasse vor allem im ersten Teil abschnittsweise. Ab Dorsten folgt die „Römerspuren-Schleife“ als Alternativroute der Trasse bis kurz vor Wesel. Diese Variante kann als Rückweg genutzt werden.

Auf der Bahntrasse hinter Haltern kommen wir schnell voran. Die Strecke ist typischerweise sehr flach und relativ arm an Kreuzungen. Wir fahren unter der Autobahn A43 hindurch und vorbei an der Wallfahrtskirche auf dem Annaberg, durchqueren Bergbossendorf und fahren durch den Wald weiter in der annähernden Lage der Bahnstrecke. Ein entsprechendes Muster auf dem Boden zeigt hin und wieder, wo wir die Schienen kreuzen bzw. wo wir ihnen wieder folgen – so ist die Brücke der Lippramsdorfer Straße sicherlich ein Relikt der Bahnstrecke. Am Haus Ostendorf zweigt die Victoria-Schleife der Römer-Lippe-Route ab. Sie führt an Sickingmühle vorbei und am Wesel-Datteln-Kanal nach Haltern zurück. Die Schleife wird zu einem späteren Zeitpunkt beschrieben.

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Abzweig zur Victoria-Schleife am Haus Ostendorf

Auf der rechten Seite liegt in der Nähe dieser Kreuzung Haus Ostendorf, an dem einige Mauern und ein Turm an das alte Rittergut mit Wurzeln ins 14. Jahrhundert erinnern. In den 1930er Jahren ist das alte Herrenhaus abgebrannt und wurde nicht wiederaufgebaut. Das Gelände ist heute eine Firma und daher nicht zu besichtigen.

Der Radweg folgt nun der alten Bahnstrecke von Haltern nach Venlo weiter in einer Allee durch ländliche Gegend. Wir können je nach Jahreszeit brütende Störche beobachten. Zahlreiche Bauernhöfe sind sichtbar. Am Bahnhof Lippramsdorf endet die Trasse vor dem Café, das das ehemalige Bahnhofsgelände nutzt. Eine kleine Informationstafel klärt über die Geschichte des Bahnhofs auf, der 1899 eröffnet und in der Folgezeit sogar erweitert wurde. 1968 fuhr der letzte reguläre Personenzug auf der Strecke. Wir biegen vor dem Bahnhof links auf den Oelder Weg und fahren bis zur Brücke über die Lippe. Es gibt zwar keinen Radweg, aber auch so gut wie keinen Verkehr.

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Auf alter Bahntrasse durch die Felder

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Alte Pfeif-Tafel (P) am Wegesrand

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Bahnhof von Lippramsdorf, heute Café und Einkehrmöglichkeit

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Wir stoßen endlich auf den Fluss Lippe

Da ist er endlich, der Fluss Lippe, der östlich von hier derzeit durch Verlegung der Deiche viel mehr Platz erhält. Vor uns liegt der riesige Chemiepark Marl, wegen dem wir auf der Straße nicht viel weiterkommen würden. Daher herrscht hier auch kaum Autoverkehr. Der Chemiepark wurde 1938 als Chemische Werke Hüls (benannt nach einem Vorort von Marl) gegründet. Heute ist dies ein Industriegelände mit mehreren Dutzend Firmen in der Chemiebranche. Im Chemiepark gibt es ein Informationszentrum, in dem Führungen über das Gelände angeboten werden (mehr Informationen dazu siehe Link ganz unten auf dieser Seite).

Vor der Brücke biegen wir rechts ab und fahren vorbei an der stählernen Kilometertafel mit römischen Ziffern durch das Naturschutzgebiet Lippeaue auf der Krone des Hochwasser-Deichs weiter. Die flache Landschaft rechts und links von uns mit einigen kleinen Waldflächen, Baumreihen und Buschzonen können wir von hier oben gut überblicken. Wir kommen einem Bogen der Lippe etwas näher, biegen dann aber in nördliche Richtung ab.

Irgendwann geht der Weg fast unmerklich wieder auf den Bahntrassenradweg über, der jedoch hinter einer recht neu erscheinenden Brücke am Umspannwerk Kusenhorst sein unerwartetes Ende findet – weil hier noch Gleise liegen. Am Puffer beginnt der Rest der östlich von Dorsten genutzten Strecke. Wir müssen also ausweichen, biegen links ab und fahren am Umspannwerk vorbei durch Felder bis zur Wulfener Straße. Erstmals überqueren wir auf dieser Etappe die Lippe, nicht ohne einen Blick rechts und links auf die Mäanderbögen in der Lippeaue zu werfen. Geradeaus sind immer noch die Ausläufer des riesigen Chemieparks zu sehen.

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Deichweg im Naturschutzgebiet Lippeaue

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Auf der Deichkrone fahren wir durch das Auenland

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Links fließt die Lippe, rechts ist ein stehendes Biotop zu sehen. Wir machen eine langgestreckte Rechtskurve

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Blick zurück zur Baumallee, wo wir hergekommen sind

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Straßenbrücke über die alte Bahntrasse und Kilometerstein

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Ende des Bahntrassenradweges: Hier liegen noch Schienen

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An der Brücke der Wulfener Straße: Die Lippe schlängelt sich bedächtig durch die flache Landschaft

Vor der Kanalbrücke geht es rechts ab. Ein kurzer Abstecher zur Halde Brassert „Lipper Höhe“ ist von hier aus aber möglich. Nun hat man die Qual der Wahl, dem Themenweg auf der Lippehöfestraße weiter zu folgen oder auf den Radweg am Kanalufer umzuschwenken. Beide verlaufen parallel. Mindestens können wir einmal kurz zum Wasser fahren, um uns die Bergehalde auf der anderen Seite des Hafens anzuschauen.

Der Wesel-Datteln-Kanal verbindet als künstliche Wasserstraße seit den 1930er Jahren den Rhein bei Wesel mit dem Wasserstraßenkreuz in Datteln. Im Gegensatz zur Lippe ist er von üblichen Binnenschiffen befahrbar. Große Mengen Güter können damit vergleichsweise günstig und mit nur geringem Energieaufwand transportiert werden. Heute ist der Kanal nach den Städten an seinen beiden Endpunkten benannt, in seiner Planung und in historischen alten Karten heißt er auch „Lippe-Seitenkanal“. Er weicht der Lippe auf seiner ganzen Stecke tatsächlich nur selten mehr als einen Kilometer von der Seite. Der Kanal hat auf seinen ca. 60 Kilometern Länge genau sechs Schleusen. Sie gleichen Höhenunterschiede im Gelände aus. Die Schleusen sind alle vom Prinzip her ähnlich aufgebaut und besitzen je eine ältere große Schleuse mit Hubtoren an markanten Türmen und neuere kleine Schleusen daneben. Auf unserer Tour sehen wir die Schleusen in Dorsten und Hünxe, weitere befinden sich an der Rheinmündung in Friedrichsfeld, in Flaesheim (letzte Etappe), Ahsen und Datteln.

Römer-Lippe-Route Ruhrgebiet Römer-Lippe-Route Ruhrgebiet

Wir können hier schon etwas „Kanal-Luft“ schnuppern. Das türkisblaue Wasser wird begleitet von breiten Wegen rechts und links. Prinzipiell könnten wir hier sogar bis zum Rhein am Kanal entlangfahren. Aber unsere Tour heißt „Römer-Lippe-Route“ und nicht „Wesel-Datteln-Kanal-Radweg“, hat aber fast genauso viele Bindestriche. Hinter der zweiten Kanalbrücke sollte man also vom Kanal rechts abbiegen, um zur Römer-Lippe-Route zurückzukehren.

An der Dorfstraße kurz vor Dorsten biegt die Römer-Lippe-Route rechts ab Richtung Dorf Hervest. Man kann aber auch durch den flussnahen Teil des Hervester Bruchs fahren, um zur POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schleuse Dorsten zu gelangen (siehe grauer Kasten).

Abstecher zur Schleuse Dorsten:

Wir folgen für den kurzen Abstecher zur Schleuse Dorsten von der Buerer Straße geradeaus dem Hammer Weg etwa 1,5 Kilometer durch das Hervester Bruch, das sich hier als Waldlandschaft präsentiert. Es geht schnurgerade bis zu einer Kurve am Ende, hinter der die Schleuse liegt. Nach der Schleusenanlage in Wesel und Hünxe ist sie die dritte Stufe im Verlauf des Kanals Richtung Datteln.

Alle Schleusenanlagen sind hier gleich aufgebaut und haben je eine ältere große und eine jüngere kleine Schleuse. Die großen Schleusen haben Hubtore, die an weithin sichtbaren stählernen Türmen auf und ab bewegt werden. Vor der Wasserschutzpolizei führt ein schmaler Weg über die große Schleuse. Dahinter liegt die kleine Schleuse. An einer Bank kann man sich vor einer alten Pumpe zur Rast niederlassen. Noch heute wird mit einer ähnlichen Pumpe bei Bedarf kostbares Wasser aus dem Unterwasser der Schleuse nach oben gepumpt, da mit jedem Schleusenvorgang viel Wasser aus dem Oberwasser verloren geht. Über eine ganze Kette von Pumpen kann Wasser aus dem Rhein von Wesel letztlich bis nach Datteln gepumpt werden, um das Kanalnetz in wasserarmen Zeiten zu versorgen.

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Westliches Hubtor der großen Schleuse Dorsten

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Kleines Schleusenbecken neben der großen Schleuse

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Die Schleuse in Dorsten – rechts die große (mit den grünen Hubtoren), links am gelben Schild die kleine Schleuse

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Rückkehr zur Hauptroute auf Pfaden am Ufer der Lippe

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Auf der anderen Seite führt die Hauptroute auf dem Deich entlang

Wir folgen auf der Hauptroute der Buerer Straße nach rechts, überqueren die Lippe und biegen im Dorf Hervest an der Pauluskirche links ab. Es geht nur ein kurzes Stück an der Glück-Auf-Straße entlang, ehe wir links abbiegen und auf den Lippedeich fahren. Hoch oben begleiten wir ähnlich wie im Naturschutzgebiet Lippeaue vorhin in respektvollem Abstand den Fluss, den wir hier und dort an kleineren Stromschnellen rauschen hören können.

Die in Windungen fließende Lippe geht kurz vor Dorsten über in einen begradigten Fluss zwischen zwei parallel verlaufenden Deichen. Auf vier Kilometern Länge wurde im Bereich der Stadt Dorsten der Fluss verlegt, um den Lippe-Seitenkanal zu bauen. An einer schönen Stahlfachwerkbrücke stoßen wir auf einen Radweg, der der Trasse der alten Güterbahnstrecke zwischen der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Zeche Fürst Leopold im Norden und dem alten Hafen der Zeche auf der schmalen Landzunge zwischen Lippe und Kanal folgt. Am Kreuzungspunkt befand sich auch eine Kläranlage der Zeche, die zwar heute stillgelegt ist, deren ehemalige Wasserbecken aber heute noch sichtbar sind. Sie liegen als bewachsene Becken rechts von uns.

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Wieder fahren wir auf der Deichkrone neben der Lippe entlang

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Gut ausgebaut führt uns der Weg in die Stadt Dorsten

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Der grüne Schriftzug markiert den Lippepolderpark

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Brücke der alten Zechenbahn der Zeche Fürst Leopold zwischen Schachtanlage und Kanalhafen, heute ebenfalls Radweg

Zeche Fürst Leopold in Dorsten

Kreativquartier Fürst Leopold mit Maschinenhallen

Maschinenhalle der Zeche Fürst Leopold in Dorsten

Zwillings-Dampfmaschine von 1912 im östlichen Maschinenhaus

Zeche Fürst Leopold in Dorsten

Die zwei Maschinenhäuser vor dem Fördergerüst von Schacht II

Auf dem Deich fahren wir weiter, vorbei an der nächsten Kilometerangabe in römischen Ziffern CCLI (251 km). Direkt links von uns fließt die Lippe ganz gerade, rechts liegen die Häuser von Hervest Dorsten. An der Eisenbahnbrücke besteht die Möglichkeit, rechts zum gleichnamigen Bahnhof abzubiegen. Von hier aus fahren die Züge u. a. nach Essen und man gelangt mit einmaligem Umstieg zurück nach Haltern am See (siehe grauer Kasten weiter unten). Grundsätzlich kann Dorsten als Etappen-Endpunkt dienen, wenn die Rückkehr zum Ausgangspunkt (von hier ca. 22 km) nicht mit dem Zug geschehen und die Gesamtstrecke nicht mehr als 40 bis 50 Kilometer betragen soll.

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Auf dem Deich zwischen Lippe und den Häusern von Hervest. Vor uns liegt die Eisenbahnbrücke zum Bahnhof Hervest-Dorsten

Abreise vom Bahnhof Hervest-Dorsten und Bahnhof Dorsten:

Abreise mit Bus und Bahn: Von Hervest-Dorsten mit dem RE 14 nach Gladbeck-West und von dort mit der S9 zurück nach Haltern am See. Alternativ weiter mit dem RE 14 bis Essen Hbf. und von dort mit dem RE 2 oder RE 42 bis Haltern. Eine weitere Option bietet der Bahnhof Dorsten zusätzlich mit RB 43 nach Wanne-Eickel Hbf. und von dort mit RE 2 und RE 42 bis Haltern am See.


Von Dorsten nach Wesel

Die Stadt Dorsten kann sehr gut als Anfangspunkt einer kleineren Etappe nach Wesel dienen, wenn für den Rückweg kein Zug genutzt werden und die Strecke nicht länger als 50 Kilometer sein soll.

Wir setzen unsere Tour einfach fort. Auf dem Radweg entlang der Lippe befinden wir uns ziemlich mittig zwischen der historischen Stadtmitte von Dorsten und Hervest oder Holsterhausen. An einer kleinen Fußgängerbrücke wechseln wir die Seite und queren die Lippe. Erlebnisreicher und sportlicher geht es geradeaus und dann mit der Lippefähre Baldur (ca. Mitte April bis Mitte Oktober, kostenfrei). Mit Kurbelkraft bewegt man sich und sein Fahrrad über den Fluss. Ohne Strom über den Strom. Benannt ist die Fähre nach der Zeche Baldur, die nicht weit von hier im heutigen Industriegebiet Kohle förderte.

Römerspuren-Schleife auf der Hamburg-Venloer Bahn:

An dieser Stelle beginnt eine der Schleifen (Zusatzwege der Römer-Lippe-Route), die auf der alten Bahntrasse nach Wesel führt und den "Blauen See" umrundet. Diese Alternativroute mit kürzerer Streckenlänge als die Hauptroute wird zu einem späteren Zeitpunkt näher vorgestellt.

Egal ob mit Brücke oder Fähre – nun fahren wir auf dem linken Ufer der Lippe zwischen Fluss und Kanal. Wir verlieren den Fluss sogar bald aus den Augen. Während sich der Fluss einsam durch Wiesen, Felder und kleine Waldabschnitte schlängelt, gibt es kaum Zugangsmöglichkeiten zum Ufer. Der Fluss durchquert das Naturschutzgebiet Lippeaue und wir Radfahrer nutzen, um wenigstens etwas Wasser zu sehen, den Weg entlang des Wesel-Datteln-Kanals. Ein wenig Abwechslung und Bildung verschafft mit den Exemplaren Saturn und Uranus das „Planetenufer“, wo im realistischen Maßstab entsprechend große Modelle unseres Planetensystems auf Stelen stehen. Die Sonne als Startpunkt befindet sich in der Nähe des Schwimmbades am Kanal, die sonnennahen Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars und Jupiter liegen daher auf einem Teilstück des Radweges, das wir nicht befahren haben. Man ist erstaunt, wie riesig der Abstand zwischen den Planeten ist, die zugleich selbst nur sehr klein sind. Vor allem die Erde.

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Sitzbank an der Lippe, die wir bald aus den Augen verlieren

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Modell des Neptuns am "Planetenufer" in Dorsten

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Radweg entlang des Wesel-Datteln-Kanals

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Wer ist schneller – Fahrradfahrer oder Binnenschiff?

Wir machen jetzt Strecke. Der Weg ist breit, eben und schnurgerade und der Kilometerzähler hat ordentlich zu tun, während wir an den kleinen Orten Östrich und Gahlen vorbeifahren. Wir dürfen hinter Gahlen nur nicht die Abzweigung verpassen, um vom Radweg am Kanal abzufahren und zur Gahlener Straße zu gelangen. Auf einem straßenbegleitenden Radweg erreichen wir Gartrop.

Unsere nächste Station ist das POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schloss Gartrop, das wir über die Zufahrtsstraße erreichen. Zuvor passieren wir eine schöne Wassermühle mit Rastmöglichkeit. Am Gebäude der Mühle befinden sich noch einige Teile, die aus dem 15. Jahrhundert stammen. Zwei Torhäuser von 1720 stehen dahinter und bilden den Zugang zur eigentlichen Schlossanlage. Das Gelände können wir gut von der westlichen Seite vom Radweg aus sehen, sobald wir die hohe Hecke umrundet haben. Die Anlage ist heute ein Schlosshotel, weshalb sich die Bauten nach einem Verfall um die Jahrtausendwende in sehr gutem Zustand zeigen. Das Herrenhaus hat Bestandteile aus dem 14. Jahrhundert und präsentiert sich im niederländischen Barockstil. Auffällig (aber in den Fotos verdeckt) ist der Uhrenturm mit geschweifter Haube. Eine Kapelle aus dem 17. Jahrhundert ist ebenso zu besichtigen. Es werden gegen Gebühren Schlossbesichtigungen mit Sektempfang angeboten oder individuelle Touren für Gruppen nach Voranmeldung (siehe Internetseite des Schlosses ganz unten). Natürlich kann man hier auch einkehren und übernachten.

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Wassermühle am Schloss Gartrop

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Hauptgebäude und Wassergraben des Schlosses

Anreise zum Schloss Gartrop:

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 7 Hünxe. Rechts auf die Gahlener Straße Richtung Dorsten. Nach ca. 5 km der rechts auf den Parkplatz am Schloss (Beschilderung folgen).

Zieleingabe ins Navigationssystem: Gahlener Straße, Kreuzung Schloßallee in Hünxe

Anreise mit Bus und Bahn: Zwar existiert am Schloss eine Bushaltestelle mit Busverbindung (Linie 71) nach Dinslaken Bahnhof und Schermbeck, aber die Linie verkehrt nicht in einem dichten Takt.

Wir halten uns links und passieren eine Quelle an der Wegkreuzung. Auch hier biegen wir links ab. Nun haben wir hier auf der Römer-Lippe-Route weder etwas von Römern noch von der Lippe, denn es geht zwischen den Feldern und an Feldhecken vorbei durch die Aue. Die Lippe fließt weit entfernt und unerreichbar. Am Ende der Straße biegen wir links ab, kommen hinter einem kurzen Waldstück auf die Gahlener Straße und biegen vor der Brücke gegenüber vom Parkplatz rechts auf den Weg ab, der uns zurück zum Wesel-Datteln-Kanal führt. Wir fahren geradewegs auf die zweite Schleuse dieser Etappe zu, die sich nördlich von Hünxe befindet. Auch sie ist ähnlich aufgebaut wie die schon in Dorsten besichtigte Schleuse mit einem großen Schleusenbecken mit Hubtoren und einer kleineren Schleuse. Im Gegensatz zu der in Dorsten liegt die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schleuse Hünxe direkt an der Tour und muss nicht im Zuge eines Abstechers besucht werden.

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Vor uns liegt die Schleuse Hünxe

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Becken der großen Schleuse mit ihren typischen Hubtoren

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Die charakteristischen Hubtore sind hier im gehobenen Zustand gut zu sehen: Schleuse in Hünxe

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Ein Schiff wartet auf den Stockwerkwechsel

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Anreise zum Parkplatz Gahlener Straße am Wesel-Datteln-Kanal, Schleuse Hünxe:

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 7 Hünxe. Rechts auf die Gahlener Straße Richtung Dorsten. Nach ca. 3 km hinter der Kanalbrücke auf den Parkplatz.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Gahlener Straße, Nähe Kreuzung Aapweg in Hünxe

Am Kanalufer des Unterwassers der Schleuse fahren wir bis zur nächsten Straßenbrücke (Knotenpunkt 68) weiter und biegen dann rechts ab.

Lippemündungsschleife Hünxe-Wesel (18 km):

Vom Knotenpunkt 68 aus könnte man über 70 und 66 die Lippemündungsschleife befahren, die bis zum Lipperandsee am Kanal entlangführt. Bis zur Innenstadt von Wesel ist dies eine etwas kürzere und einfachere Strecke als die Hauptroute. Am Knotenpunkt 66 besteht die Möglichkeit, die Lippefähre „Quertreiber“ zu benutzen (ca. Mitte April bis Mitte Oktober, kostenfrei).

Nach der Lippebrücke geht es links gegen die Einbahnstraße (Radfahrer dürfen das) in das schöne POI: Ort von Interesse am Wegesrand Dorf Krudenburg. Das Dorf rings um die alte gleichnamige Burg aus dem 14. Jahrhundert war bei der Treidel-Schifffahrt auf der Lippe relevant. Treideln bedeutet, die Schiffe mit Seilen z. B. durch am Ufer laufende Pferde stromaufwärts zu ziehen. Von der namensgebenden Burg stehen nur noch einige Mauern und ein markanter viereckiger Turm. Zwischen den typischen Häusern von Krudenburg radeln wir entlang der Dorfstraße. Angesichts dieser Idylle ist es kaum zu glauben, in welcher Metropolregion man sich hier befindet. Aber wir sind noch im Ruhrgebiet. Ob mit oder ohne Proviant: Im Dorf gibt es Einkehrmöglichkeiten und einzelne Rastplätze (tlw. sogar überdacht) mit Informationstafeln, zum Beispiel am alten Brunnen. Am Wanderparkplatz kann man zum alten Hafen fahren, der nicht weit von hier liegt. Womöglich weicht die Vorstellung von Hafen jedoch von dem ab, was man hier sieht. Im Grunde ist es ein vom Fluss heute abgeschnittener Tümpel mit häufig spiegelglattem Wasser und dichtem Baumbestand ringsherum.

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Wir nähern uns dem Dorf Krudenburg

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Turm und Mauern als Reste der alten Burg, die den Namen gibt

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Idyllischer Ortskern vom Dorf Krudenburg in Hünxe. Altes Treidelschifferdorf an der Lippe

Anreise nach Krudenburg:

Anreise mit dem Auto: Auf der A3 bis zur Ausfahrt 7 Hünxe. Rechts auf die Gahlener Straße Richtung Dorsten. Nach ca. 1,2 km links abbiegen auf die Dinslakener Straße (L1). Zunächst Kanal und Lippe überfahren, dann nach 1,3 km links abbiegen auf die Dorfstraße. Nach etwa 1 km liegt vor dem historischen Ortskern ein Wanderparkplatz.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Dorfstraße, Nähe Hausnummer 19 in Hünxe, ggf. POI Wanderparkplatz Krudenburg

Anreise mit Bus und Bahn: Über die Haltestelle „Krudenburg, Brücke“ ist das Dorf mit dem Bus SB3 und dem Bürgerbus an den Bahnhof Wesel, den Bahnhof Voerde oder den Bahnhof Dinslaken angebunden. Allerdings ist der Takt unregelmäßig.

Von Krudenburg fahren wir auf ruhigen Straßen in nordwestlicher Richtung und hinter der A3 Richtung Naturschutzgebiet Drevenacker Dünen. Typisch für das Gebiet sind eine Heidelandschaft, Wald und zahlreiche Sanddünen. Viel sehen wir von dieser Landschaft allerdings nicht, da wir eigentlich vor allem an ihr vorbeifahren und nur später einen kleinen Teil durchfahren. Man müsste am Weg zum Haus Schwarzenstein von der Tour abfahren, um das Naturschutzgebiet anschauen zu können.

Am Gewerbegebiet Schornacker sehen wir die Bahntrasse der Bahnstrecke zwischen Venlo und Haltern, die wir zu Beginn der Tour teilweise befahren haben. Sie ist hier ebenfalls Radweg und Teil der größten Schleife der Römer-Lippe-Route und ein Alternativweg. Am Ende des Waldes, hinter den vielen Hochspannungsleitungen, haben wir zwei Optionen. Wir können links zur Lippefähre „Quertreiber“ (ca. Mitte April bis Mitte Oktober, kostenfrei) fahren, um die Lippemündung von Südosten zu erreichen und das Naturschutzgebiet Lipperandsee zu sehen. Die Hauptroute folgt rechts den Schienen der Bahnstrecke neben der Straße zum Umspannwerk. Diese Schienen zweigen von der alten Bahnstrecke zwischen Venlo und Haltern ab. Bis zu diesem Abzweig wird diese Strecke für ein kurzes Stück noch mehr oder weniger aktiv genutzt – ebenso, wie wir es bei Dorsten mit dem Gleisanschluss zum Umspannwerk schon gesehen haben. Bis hierher fährt außerdem hin und wieder eine Museumseisenbahn.

Wir erreichen das Ende des Bahntrassenradweges am Knotenpunkt 28 und biegen rechts ab, fahren zweimal links durch die Siedlung, wieder über die Bahn und dann rechts. Am letzten Mäanderbogen der Lippe ist ein Rastplatz in der Nähe des POI: Ort von Interesse am Wegesrand alten Wasserwerks, das nach Absprache und Voranmeldung besichtigt werden kann. Wir queren erneut die Bahnstrecke, fahren links und nähern uns der Innenstadt von Wesel. Links, vorbei an der Rundsporthalle und dann im Kreisverkehr links fahren wir unter der Hollandbahnstrecke durch. Biegen wir an der Ampel rechts ab, so gelangen wir über den Knotenpunkt 29 zum Bahnhof von Wesel am Knotenpunkt 30. Hier würde sich ein sinnvolles Ende der Etappe finden, nachdem wir über 50 Kilometer gefahren sind. Von hier aus gelangt man mit Umstieg oder mit einer Regionalbahnlinie direkt nach Essen, wo man in die Züge nach Haltern am See umsteigen und so zum Ausgangspunkt zurückfahren kann. Aber etwas fehlt noch...

Anreise zum Endpunkt der Tourbeschreibung in Wesel:

Anreise mit Bus und Bahn: Von Duisburg Hbf. und Oberhausen Hbf. mit dem RRX 5, dem RE 19 sowie von Essen Hbf. und Oberhausen Hbf. zusätzlich mit dem RE 49 bis Wesel (Zur Römer-Lippe-Route und Lippemündung) oder Friedrichsfeld (zum südlichen Ende der Aue). Vom Knotenpunkt 30 zum Knotenpunkt 31 und 65 an der Niederrheinbrücke oder von Punkt 29 auf der Römer-Lippe-Route in östlicher Richtung nach Haltern zurück.

 

Lippemündung (Tourempfehlung)

Wir sind jetzt viele Kilometer am Fluss entlanggefahren, den wir mehr oder weniger gut und oft gesehen haben. Zwei Kilometer können wir jetzt auch noch fortsetzen, um die Mündung und die neue Mündungsaue zu begutachten. Allerdings ist dieser Weg nicht als thematische Schleife beschrieben und daher weitgehend unbeschildert.

Wir folgen der Römer-Lippe-Route vom Knotenpunkt 29 einfach weiter über Punkt 31 Richtung Punkt 65. Dabei passieren wir die alte Zitadelle. Die Schillstraße ist die Bundesstraße B58 nach Geldern, das bereits auf der westlichen Seite des Rheins befindet. Schon von weitem sehen wir die große Niederrheinbrücke Wesel. Doch zuvor überqueren wir die Lippe und können auf deren kleinerer Brücke stehend die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Mündung des Flusses in den Rhein sehen. Erreichbar ist die Mündung nicht oder nur mit Mühe, sodass wir uns damit zufriedengeben müssen. Die Mündung an sich ist sogar relativ unspektakulär. Wesentlich spannender ist die neue Mündungsaue, die erst vor kurzem angelegt wurde.

Römer-Lippe-Route Ruhrgebiet

Kilometer CCLXXVI (276 km) an einem Rastplatz am Wasserwerk

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Alte Zitadelle von Wesel

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Blick von der Schillbrücke auf die Mündung der Lippe in den Rhein. Hinten sind Ruinen der Eisenbahnbrücke Wesel zu sehen

Auf der anderen Seite der Lippe befinden wir uns auf der alten Büdericher Insel. Bis ins 20. Jahrhundert teilte sich der Rhein an dieser Stelle auf und bildete den Alten Rhein. Mit dem Bau des Wesel-Datteln-Kanals wurde dieser Abzweig künstlich abgeklemmt. Lange Zeit konnte man Teile des Verlaufs noch anhand wassergefüllter Senken erkennen. In den 1990er Jahren wurde hier jedoch Kies in großen Baggerseen abgetragen, sodass sich die Landschaft in den letzten Jahren stark verändert hat.

Schließlich begannen 2009 die Bauarbeiten zur neuen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Mündungsaue, die 2014 abgeschlossen wurden. Der ursprüngliche Verlauf der Lippe wurde einige hundert Meter nach Süden verlegt. Ehemaliges Gelände der Kiesgruben wurde zu einer flachen Auenlandschaft umgewandelt, die mit vielen Inseln, kleinen Wasserläufen und Seen ein Paradies vor allem für Vögel und Pflanzen darstellt. Vom Knotenpunkt 65 aus können wir auf den Weg in östlicher Richtung schwenken, der die Auenlandschaft umrundet. Zunächst führt er in einem Bogen zurück zum Rhein. Vor uns sehen wir die letzten Meter des Wesel-Datteln-Kanals, den wir jetzt vor allem auf dieser Etappe, aber auch auf der letzten bis Haltern von seinem östlichen Ende in Datteln begleitet haben. Etwa ein Kilometer entfernt von hier befindet sich die letzte Schleuse Friedrichsfeld, die ganz ähnlich aufgebaut ist wie die übrigen angesehenen dieser Etappe. Sie unterscheidet sich nur dadurch von den anderen, dass das Unterwasser vom Pegelstand des Rheins abhängig ist und im Falle von dessen Hochwasser sogar zum Oberwasser werden kann. Die Schleuse ist von hier aus nicht so einfach erreichbar. Zwischen der Aue samt Rundweg und der Kanalschleuse liegt der Ölhafen und verhindert eine direkte Anfahrt. Die Gebäude des Hafens sind sehr landschaftsprägend und nicht besonders schön anzusehen. Wenden wir also den Blick in die Aue, wo wir uns bald den Blänken und Tümpeln annähern. In einer Kurve haben wir einen Panoramablick auf die Mündungsaue der Lippe und finden Informationstafeln und Sitzbänke.

Lippemündung in Wesel

Lippemündung von der Schillbrücke gesehen

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Die Niederrheinbrücke Wesel über den Rhein

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Ausläufer der neuen Mündungsaue der Lippe

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Der Weg umrundet die neue Auenlandschaft

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Viele kleine Wasserflächen mit Insel und kleinen Dämmen

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Die ganze Mündungsaue lässt sich sehr gut vom Weg aus beobachten. Tipp: Bringen Sie ein Fernglas oder Teleobjektiv mit!

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Aussichts- und Rastpunkt mit Informationstafeln

Lippemündung und Mündungsaue in Wesel

Flache Ufer der Wasserflächen in der neuen Aue

Bald können wir den Zulauf der Lippe in diese neue Landschaft und die Mündung auf der anderen Seite gleichzeitig sehen. Schön geworden ist das Gebiet. Etwa drei Kilometer lang ist der Weg um die Aue, die wir in Richtung Kanal verlassen. Eine Variante ist, wir folgen der Frankfurter und der Willy-Brandt-Straße stadteinwärts und gelangen so wieder zum Bahnhof Wesel. Die andere ist, entlang des Wesel-Datteln-Kanals von Friedrichsfeld aus in östlicher Richtung vorbei am Lipperandsee bis zur kleinen Fähre zwischen Knotenpunkt 66 und 26 zu fahren.

Anreise zur Lippemündung / Lippemündungsaue:

Im Mündungsbereich bestehen keine großen Parkmöglichkeiten. Es ist mit längeren Fußwegen zu planen. Parkmöglichkeiten bestehen zum Beispiel an der Straße Am Lippeglacis oder im Zitadellenviertel. Über die Brücke der Schillstraße und dann unter der Niederrheinbrücke hindurch bis zum Zugang zum Auenrundweg.


Geographische Koordinaten:
51°44'16.70"N, 7°11'01.90"E – Bahnhof Haltern
51°44'22.29"N, 7°10'13.90"E – LWL-Römermuseum
51°42'53.18"N, 7°07'07.73"E – Haus Ostendorf
51°39'45.01"N, 7°00'13.24"E – Schleuse Dorsten
51°40'20.38"N, 6°58'26.80"E – Bahnhof Hervest-Dorsten
51°39'29.39"N, 6°58'13.78"E – Bahnhof Dorsten
51°40'05.44"N, 6°56'44.96"E – Lippefähre "Baldur"
51°39'44.66"N, 6°48'27.22"E – Schloss Gartrop
51°38'52.47"N, 6°46'25.58"E – Schleuse Hünxe
51°39'02.00"N, 6°45'26.78"E – Krudenburg
51°38'39.20"N, 6°40'40.46"E – Lippefähre "Quertreiber"
51°39'08.15"N, 6°38'33.46"E – Altes Wasserwerk
51°39'20.94"N, 6°37'37.57"E – Bahnhof Wesel
51°38'48.47"N, 6°36'40.95"E – Schillbrücke Lippemündung
51°38'26.88"N, 6°37'16.62"E – Aussichts- und Informationspunkt
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
374600 m, 5733456 m – Bahnhof Haltern

373745 m, 5733592 m – LWL-Römermuseum
370041 m, 5730990 m – Haus Ostendorf
361929 m, 5725388 m – Schleuse Dorsten
359915 m, 5726537 m – Bahnhof Hervest-Dorsten
359621 m, 5724969 m – Bahnhof Dorsten
357946 m, 5726130 m – Lippefähre "Baldur"
348366 m, 5725767 m – Schloss Gartrop
345981 m, 5724225 m – Schleuse Hünxe
344860 m, 5724554 m – Krudenburg
339336 m, 5724022 m – Lippefähre "Quertreiber"
336924 m, 5724994 m – Altes Wasserwerk
335823 m, 5725387 m – Bahnhof Wesel
334739 m, 5724457 m – Schillbrücke Lippemündung
335406 m, 5723768 m – Aussichts- und Informationspunkt
Externer Link Externer Link

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Internetseite der Römer-Lippe-Route: www.roemerlipperoute.de
LWL-Römermuseum Haltern: www.lwl-roemermuseum-haltern.de
Dorf Krudenburg in Hünxe: www.krudenburg.info
Museumseisenbahn Wesel: www.hsw-wesel.de
Schloss Gartrop: www.schloss-gartrop.de
EGLV zur "Lebendigen Lippe": www.eglv.de
Chemiepark Marl (Route der Industriekultur): www.route-industriekultur.ruhr
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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 07 / 2020
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