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Naturschutzgebiet Westruper Heide

Zur Heideblüte im Naturpark Hohe Mark – Westmünsterland

Zahlreiche Wanderer hinterlassen ihre Fußabdrücke in den Sandfeldern der Heidelandschaft, die sich im Spätsommer in einer einzigartigen Blütenfarbe präsentiert. Weite Felder von zart rosa bis lila blühendem Heidekraut erstrecken sich über eine hügelige, von einigen Kiefern, Birken und Wacholderwäldern unterbrochene Oberfläche, die eine Ausdehnung von fast 90 Hektar erreicht. Bienen summen und produzieren nahrhaften Heidehonig, der mit etwas Glück direkt neben dem Bienenhaus zum Verkauf angeboten wird. Häufig trifft man im Sommerhalbjahr auch eine Herde Heidschnucken an, typische Schafe, die sich kauend durch das Gras bewegen und einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser einmaligen Kulturlandschaft leisten.

Der Standort ist allerdings nicht, wie man anhand der folgenden Fotos zunächst vielleicht annehmen könnte, die bekannte Lüneburger Heide in Niedersachsen, sondern liegt tatsächlich im nördlichen Ruhrgebiet bei Haltern am See, etwa eine halbe Stunde Fahrtzeit mit dem Auto von Essen entfernt. Wie kein zweiter Landschaftstyp passt die Heide damit zum Revier, das ja bekanntlich ein vor allem in der Zeit der Industrialisierung von Menschenhand erschaffener Kultur- und Siedlungsraum ist. Denn auch die Heide ist ein künstlicher Kulturraum, allerdings einer, der deutlich älter ist.

Wanderweg in der Westruper Heide

Die Westruper Heide zum Ende der Blüte im September

Farbmarkierung am Weg

Farbmarkierungen bilden Themawege durch die Heide

Heidelandschaft

Hügelige Landschaft mit Einzelbäumen

Wiesenwanderung

Wege durch die Wiesen

Die typischen Gewächse in Heiden, die Besenheide, auch Erika oder Heidekraut genannt, und Wacholder, gedeihen vor allem auf nährstoffarmen Böden, auf denen Gehölze und andere Pflanzen künstlich niedrig gehalten oder entfernt werden. Dies geschieht neben dem Beschnitt vor allem durch Plaggen (Abnahme der obersten Deckschicht samt Bewuchs), Abbrennen oder auch durch das Abfressen durch Tiere – wie z. B. den Heidschnucken. Ohne diese Pflegemaßnahmen würde innerhalb von ca. 15 Jahren die Heide vergehen. Zunächst würden sich schnellwachsende Gehölze wie Birken, später ein Eichenwald einstellen. Ansätze dieser Bewaldung gab es in den 1970er Jahren, nachdem die Bewirtschaftung aus Kostengründen eingestellt wurde. Die bereits 1937 zum Naturschutzgebiet erklärte Heide wurde 1980 zum Sanierungsfall. Konzepte für eine tragfähige Zukunft der Heide wurden entwickelt und eingehalten. In den 90er Jahren kam nach langer Zeit wieder eine Herde Heidschnucken in die Westruper Heide. Mit diesen Maßnahmen bleiben diese eindrucksvolle alte Kulturlandschaft und auch die farbenfrohe Heideblüte auch noch folgenden Generationen erhalten.

Um die Natur zu schonen und die Besucher gezielt zu führen, wurden auf dem bestehenden Wegenetz vier Themenwege errichtet, die durch farbige Kennzeichnungen an Leitpfosten am Wegesrand markiert werden: die Naturerlebnis-Route, die Bienen-Route, die Dünen-Route und die Heide-Wald-Route. Thementafeln erläutern dabei je nach Route entlang der Wege wesentliche Merkmale der Landschaft, der Flora und Fauna. Außerdem führt von der Nordwestecke ein mit taktilen Streifen ausgestatteter Weg für Sehbehinderte in die Landschaft. Die Wege dürfen zum Schutz der Heide nicht verlassen werden, eine von wenigen einfachen Regeln zum Verhalten im Naturschutzgebiet (die offensichtlich von einzelnen Zeitgenossen trotzdem weder verstanden noch beachtet werden). Besonders gut lässt sich fast die gesamte Heide von einer hervorstechenden Sicheldüne in der Mitte überblicken. Nicht nur hier bieten sich Sitzgelegenheiten für eine Rast an: die gesamte Westruper Heide ist gut mit Bänken und Rastplätzen ausgestattet.

Die folgenden Bilder stammen aus dem September, in dem die farbenprächtige Heideblüte schon arg nachgelassen hat:

Ruhebank in der Heide

Ruhebank auf einer Anhöhe

Farbmarkierung

Farbmarkierung im Heidekraut

Erika

Heidekraut nach seiner Hauptblühphase

Wacholderwald

Übergang zum Wacholderwald der Heide

Wacholder in der Heide

Wacholderbüsche im Nordwesten der Westruper Heide

Wege in der Heide

Hier laufen alle Themenwege zusammen

Heidelandschaft

Skurrile Wuchsform, hinten Wacholderwald

Sicheldüne in der Westruper Heide

Größter Aussichtspunkt auf einer Düne über der Heide

Heide

Aufgang zum Aussichtspunkt

Heidekraut

Informationstafel am Bienenhaus

Fazit und Tipp des Webmasters: Die Westruper Heide ist ein wunderschönes Gebiet, das man im Ruhrgebiet so gar nicht erwartet – egal ob im Frühjahr oder zur Heideblüte. Kombinieren lässt sich eine Wanderung in der Heide mit einem Besuch am benachbarten Halterner Stausee oder dem etwas ruhiger gelegenen Hullerner See, wenig östlich von der Heide. In Haltern befindet sich das LWL-Römermuseum. Bei Haltern-Lavesum liegt der Naturwildpark Granat mitten in der Hohen Mark.

 

Informationen zum Besuch der Westruper Heide:

Das kleine Heidegebiet ist ganzjährig auf Wanderwegen frei zugänglich. Bitte beachten Sie die üblichen Verhaltensweisen beim Betreten des Naturschutzgebietes! Die Heideblüte hat ihr Maximum meist etwa im August.

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 oder der A52 bis zum Kreuz Marl Nord. Dort der Beschilderung Richtung Flaesheim folgen – die A52 geht dort in eine Landstraße über. Dem Bossendorfer Damm etwa 6 km bis zur Lippebrücke folgen. Fluss und Kanal überqueren. Nach weiteren 1,8 km ist rechts ein kostenloser Wanderparkplatz ausgeschildert. Zu Fuß die Straße überqueren und die Heide von Süden betreten.

Alternativ weiter bis zur Ampelkreuzung. Hier geradeaus und auf dem linkerhand liegenden Parkplatz parken. An eben dieser Ampel die Straße überqueren und die Heide von Nordosten betreten.

Hinweis: An Sonntagen mit entsprechendem Wetter kann an den Parkplätzen großer Andrang herrschen. An diesen Tagen ist eine frühe Anreise sinnvoll.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Flaesheimer Damm, Nähe Kreuzung Westruper Straße in 45721 Haltern am See

Geographische Koordinaten:
51°43'51.39"N, 7°14'23.40"E – Wanderparkplatz Flaesheimer Damm
51°44'32.84"N, 7°14'31.89"E – Parkplatz nahe Stevermündung

51°43'58.17"N, 7°14'21.94"E – Bienenstock
51°44'09.68"N, 7°14'14.74"E – Aussichtspunkt Sicheldüne
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
378444 m, 5732579 m – Wanderparkplatz Flaesheimer Damm

378638 m, 5733856 m – Parkplatz nahe Stevermündung

378421 m, 5732789 m – Bienenstock
378292 m, 5733148 m – Aussichtspunkt Sicheldüne

Anreise mit Bus und Bahn: Von Essen Hbf., Wuppertal oder Bottrop mit der S9 bis Haltern am See. Von dort mit dem Bus der Linie 272 Richtung Hullern Ehrenmal bis Seehof (eine Station zuvor zum Bereitmachen: Seebad) oder eine Station weiter bis Abzweig Haus Niemen. Von der Haltestelle Seehof in Fahrtrichtung des Busses laufen und an der Einführungstafel zur Westruper Heide hinter dem Seehof rechts. Nach wenigen hundert Metern steht man in der Westruper Heide. Vom Abzweig Haus Niemen direkt rechts in die Heide laufen.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Direkt am Nordwestzipfel der Westruper Heide verläuft die Naturpark Hohe Mark Route um den Halterner Stausee. In einiger Entfernung verläuft auch der Rundkurs Ruhrgebiet durch Flaesheim an der Heide vorbei. Für beide Touren bietet sich ein Abstecher sehr gut an. Erschlossen wird die Westruper Heide auch durch die Römer-Lippe-Route.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist die Heide dargestellt. In der Rad- und Wanderkarte "Region Baumberge" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat L4, in der Karte "Recklinghausen" in B/C 5.

Im Leporello über die Römer-Lippe-Route befindet sich die Westruper Heide auf der Seite 16. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Region Baumberge   Rad- und Wanderkarte Recklinghausen - Haltener Stausee   Radwanderkarte Ruhrgebiet   Römer-Lippe-Route

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2016
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr