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Prosper-Park in Bottrop

Nordöstlich der Innenstadt von Bottrop mit dem Pferdemarkt und dem Omnibusbahnhof befand sich nahe der Grenze zum Warmen Eigen bis in die Achtzigerjahre eine von vier Schachtanlagen der Zeche Prosper. Sie entstand 1906 und beinhaltete neben einer Doppelschachtanlage u.a. auch eine Kokerei, Benzolfabrik und Leichtölgewinnungsanlage. Nach der Schließung der Schachtanlage III im Jahre 1986 wurde diese nahezu komplett abgerissen. Im Sommer 1990 fand zwecks Überplanung und Neugestaltung der neuen Brachfläche ein Städtebauwettbewerb statt. Der kontaminierte Boden unter der ehemaligen Industrieanlage wurde saniert und schließlich auf dem ehemaligen Zechengelände das neue Prosper-Viertel errichtet. Das neue Quartier zwischen der Rheinstahlstraße, Gladbecker Straße, Scharnhölzstraße und der Beckheide gliedert sich in drei Abschnitte. Den Ostteil bildet die Siedlung Beckheide mit Reihen- und Doppelhäusern im Einfamilienformat. Den Westen prägen ein kleines Einzelhandelszentrum sowie mehrstöckige Mehrfamilienreihenhäuser. Getrennt sind die in der Geschosshöhe grob unterschiedlichen Siedlungskerne durch den etwa elf Hektar großen Prosper-Park.

Auf den allerersten Blick erinnert die Form des Prosper-Parks an eine Bergehalde, wie sie hier vielfach unter dem Menüpunkt »Halden« beschrieben wird. Doch die gewölbte Form entstand erst nach dem Abriss der Zeche durch Landschaftsarchitekten – was allerdings nicht ausschließt, dass auch Bergematerial zum Modellieren verwendet worden sein könnte, da eine literarische Quelle tatsächlich den Standort einer Bergehalde an diesem Ort beschreibt. In einem langgestreckten konstanten Bogen verläuft der Hauptweg von Süd nach Nordwest über diesen Hügel und besitzt zahlreiche Abzweigungen zum Rand hin, nach Osten mehr als nach Westen. Große Teile des Parks bestehen aus weitläufigen Wiesenflächen oder kleinen Birkenwäldchen oder geraden Baumreihen. Darüber hinaus existieren ein Basketballplatz mit Umzäunung und ein Bolzplatz mit stählernen Fußballtoren. In unmittelbarer Nähe sind zwei Spielplätze für Kinder eingerichtet (im Südosten und am Seniorenzentrum in der westlichen Siedlung). Der Prosper-Park bietet auch eine kleine Landmarke, wobei die versteckte Lage aus der Fußgängersicht eigentlich im Widerspruch zur Landmarkendefinition steht. Sofort offensichtlich wird die liegende und dazu noch in einem Erdloch mitten in der Wiesenfläche versenkte Seilscheibe der Zeche Prosper vor allem aus der Luft. Sie ist nicht durch Wege erschlossen und kann nur durch einen Gang durch das Gras erreicht werden. Wer von ihrer Existenz nicht Bescheid weiß, läuft an ihr vorbei. Ein wenig spektakulär ist die Brücke in der Mitte des Parks, dessen großer Hügel hier scharf durch einen quer verlaufenden Weg eingeschnitten wird. Im Park selbst verteilt sind Bänke zum Rasten und auch eine gestufte Liegewiese ist in der Nähe des Einkaufszentrums eingerichtet. Vom Hauptweg hat man im Süden einen guten Blick zur Halde Beckstraße mit dem Wahrzeichen von Bottrop, dem stählernen Tetraeder. Im Norden taucht im Nordwesten die von dieser Seite ein wenig wie eine Badewanne aussehende Halde Haniel auf, auf dessen Gipfel mit gutem Auge sogar das Holzkreuz und auch die Totems, die künstlerisch gestalteten Bahnschwellen, sichtbar sind.

Während die Siedlung Beckheide und der Park einen recht gepflegten Eindruck machen, wirken das Einkaufszentrum und die Wohnsiedlung im Westen eher ungepflegt und Plätze teilweise sehr unbelebt, einige Geschäfte stehen leer. Punktueller Vandalismus in einigen Ecken, Beschädigungen, Müll und Schmutz lassen sich hier nicht übersehen. Offensichtlich funktioniert ein gewisses multikulturelles Leben hier nicht.

Prosper-Park in Bottrop

Zugang zum Prosper-Park von der Otto-Joschko-Straße

Hauptweg im Prosper-Park Bottrop

Der in weitem Bogen verlaufende Hauptweg durch den Park

Birkenwäldchen

Vom Hauptweg zweigen kleinere Seitenwege zum Rand ab

Blick vom Prosper-Park zum Tetraeder

Aussicht über Batenbrock auf den Tetraeder Bottrop

Liegende Seilscheibe im Prosperpark

Liegende Seilscheibe als Landmarke im Prosper-Park Bottrop

Rundweg um den Park

Rings um den Park verlaufender befestigter Weg

Wohnsiedlung Prosper 3

Wohnsiedlung Prosper III, hinten Aufstieg zum Park

Prosperpark

Mosaike im Boden, die sicherlich eine Bedeutung haben

Protegohaube im Prosperpark

Protegohaube über einem ehemaligen Schacht; Parkbrücke

Basketballfeld

Basketballfeld im Prosper-Park

Besonders in der kalten Jahreszeit bei viel weißem Schnee kann ein Gang durch den Prosperpark bei entsprechendem Wetter traumhaft sein. Schwarz ärgern könnte man sich dabei nur, wenn man die Kamera vergessen hat und das Mobiltelefon als unwürdiger Ersatz herhalten muss:

Anreise zum Prosper-Park mit dem Auto: Auf der A2 bis zur Ausfahrt Gladbeck-Ellinghorst. Dort aus jeder Richtung links Richtung Bottrop fahren. Nach etwa 3 km an einer Ampel schräg rechts in die Scharnhölzstraße fahren. An der Fußgängerampel befindet sich der Südzugang zum Prosper-Park – hier am Rand oder in der Seitenstraße parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Scharnhölzstraße, Kreuzung Pestalozzistraße in 46236 Bottrop

Koordinaten: 51°31'46.71"N, 6°56'11.93"E (Südzugang), 51°32'4.34"N, 6°55'53.08"E (Nordwestzugang)
Die Koordinaten können per Copy&Paste in das Eingabefeld von GoogleEarth eingegeben werden. Der Ort wird dann direkt angeflogen.

Anreise mit dem ÖPNV: Von Bottrop Hauptbahnhof mit den Bussen der Linie SB16 oder 261 bis Bottrop ZOB / Berliner Platz. Von dort entweder umsteigen und mit den Bussen der Linie 264 Richtung Eigen Markt bis zur Haltestelle Pestalozzistraße (eine davor zum Bereitmachen: Germaniastraße), die am Südeingang liegt, oder vom ZOB zu Fuß zur Gladbecker Straße und der Scharnhölzer Straße geradeaus bis zum Parkeingang folgen. Der Fußweg beträgt dann etwa zehn Minuten.

Quellen und weitere Informationen:

Die Historie zu Prosper III ist der Stadtchronik von Bottrop entnommen sowie Schautafeln an der Wohnsiedlung Prosper III. Für die Beschreibung dienten eigene Impressionen bei mehreren ausführlichen Besuchen. Allerdings konnten kaum bzw. keine Internetseiten mit vertiefenden Informationen gefunden werden. Online-Lexika wurden nicht verwendet.

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Angaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 02 / 2012