Die Neue Mitte und der Gasometer in Oberhausen

Die Stadt Oberhausen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Wo einst Hochöfen und Werksanlagen das Stadtbild prägten, erstreckt sich heute die Neue Mitte Oberhausen – ein modernes Stadtquartier mit Einkaufszentrum, Freizeitangeboten und kulturellen Highlights. Doch trotz dieser Entwicklung ist die industrielle Vergangenheit noch deutlich spürbar.

Herzstück der Neuen Mitte ist das Westfield CentrO, eines der größten Einkaufszentren Europas. Mit seinen zahlreichen Geschäften, Restaurants und Freizeitmöglichkeiten ist es ein Anziehungspunkt für Besuchende aus der ganzen Region. Direkt angrenzend finden sich weitere Attraktionen wie das Karls Erlebnis-Dorf, das Legoland Discovery Centre und das Sea Life Oberhausen, die das Viertel zu einem beliebten Ausflugsziel machen. Besonders entlang der Promenade, die mit Gastronomie und Blick auf das Wasser zum Verweilen einlädt, wird spürbar, wie stark sich das ehemalige Industrieareal zu einem modernen Erlebnisraum gewandelt hat.

Ein markantes Beispiel für den gelungenen Wandel ist der Gasometer Oberhausen, der als weithin sichtbares Wahrzeichen an die Montanindustrie erinnert und heute als vielbesuchte und ganz besondere Ausstellungshalle dient. Nicht weit entfernt erhebt sich die Knappenhalde, eine begrünte ehemalige Abraumhalde mit einem kleinen Aussichtsturm, der – wie das Dach des Gasometers auch – einen Blick über das Ruhrgebiet bietet.

Die folgende Abbildung zeigt das Gelände der Gutehoffnungshütte und der heutigen Neuen Mitte. Darin sind alle im Beitrag beschriebenen Ziele eingezeichnet. Ergänzt ist das Luftbild außerdem um Markierungen von Straßennamen und Haltestellen. Mit der Maus oder einem Finger können Sie ein aktuelles Luftbild mit einem aus den 1960er Jahren vergleichen. Darin wird deutlich, wie stark sich das Gelände verändert hat.

1969 Heute

Folgende Orte im Bereich der alten Gutehoffnungshütte und Neuen Mitte Oberhausen werden in diesem Artikel näher betrachtet. Weitere Themen im Umfeld der Neuen Mitte sind in weiteren Artikeln vorgestellt.

Informationen zur Anreise:

Alle auf dieser Seite behandelten Ziele lassen sich zu Fuß sowie mit dem öffentlichen Nahverkehr besuchen. Auf der zentralen „ÖPNV-Trasse“ fahren Straßenbahnen und Busse in dichtem Takt. Sie verbinden beispielsweise die Innenstadt und den Hauptbahnhof mit der Neuen Mitte Oberhausen. Alle Orte liegen in unmittelbarer Nähe zu den Haltestellen dieser Trasse. Für Autos gibt es in der Umgebung des Einkaufszentrums mehrere tausend Parkplätze.

Anreise mit dem Auto:

Auf der A42 bis Ausfahrt 10 Oberhausen-Zentrum oder bis 11 Oberhausen-Neue Mitte. Parkplätze am Centro sind an den Ausfahrten bereits ausgeschildert. Parken ist in den meisten Parkhäusern kostenlos.

Zum Gasometer auf der A42 bis zur Ausfahrt 10 Oberhausen-Zentrum. Aus Richtung Gelsenkirchen links, aus Richtung Duisburg rechts abbiegen auf die Konrad-Adenauer-Allee. Von der A516 (aus Richtung A2 Kreuz Oberhausen) an der Abfahrt der A42 weiter auf der Konrad-Adenauer-Allee. Der Beschilderung zum Gasometer folgen und jeweils auf der linken Spur dreimal links abbiegen auf die Essener Straße, dann auf die Alte Walz und in die Arenastraße. Dort befinden sich große Parkplätze.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Centroallee, Arenastraße in Oberhausen

Anreise mit Bus und Bahn:

Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Oberhausen Hbf. Auf dem Bahnhofsvorplatz links der Beschilderung zum Bahnsteig 1 folgen. Von hier aus fahren alle Straßenbahnen und Busse zur Neuen Mitte Oberhausen.

Anreise mit dem Fahrrad:

Der Emscherweg und der Emscher-Park-Radweg verlaufen auf der Emscherinsel an der Neuen Mitte vorbei und sind über die Brücken angebunden. Vom nahen OLGA-Park aus führt ein Radweg auf der alten Jacobibahn bis zur Halde Haniel. Auch über die Deutsche Fußballroute NRW sind Centro, Gasometer und anderen Ziele der Neuen Mitte Oberhausen erreichbar.

Kartenmaterial / Literatur:

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Neue Mitte bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr West* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Niederrhein* (1:70.000), Kompass Fahrradkarte Kreis Wesel* (1:50.000)

In diesen Reiseführern oder Büchern ist das Ziel als Beitrag thematisiert: Wanderzeit im Ruhrgebiet*

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Wanderglück Industriekultur: Zu Fuß durch das westliche Ruhrgebiet* und 111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss*

Vorab ein kurzer geschichtlicher Abriss…

Der Anfang des Industrieareals unvorstellbarer Größe, das die Stadt Oberhausen und benachbarte Städte damals wie heute prägte und auch noch beeinflusst, bildete bereits 1758 die Eisenhütte St. Antony-Hütte in Klosterhardt, das erste Eisenwerk im Ruhrgebiet. Nur wenige Jahre später entstand 1782 in der Nähe die Hütte Gute Hoffnung. Nach einigen Verkäufen und Käufen, die hier der Einfachheit halber nicht näher erläutert werden, gehörten beide Hütten je zu einem Viertel den Industriellen Gottlob Jacobi, Heinrich A. Huyssen und den Brüdern Franz und Gerhard Haniel, die nach den Namen die Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen mit der Abkürzung der Nachnamen JHH gründeten (also so ähnlich wie TKKG). Im Jahre 1873 wurde aus der JHH die GHH, eine Aktiengesellschaft, die Gutehoffnungshütte, Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb.

Nach dem zweiten Weltkrieg musste der inzwischen durch Firmenzukäufe oder Fusionen u.a. mit M.A.N. oder Ferrostahl gewachsene Konzern auf Drängen der Besatzungsmächte aufgespalten werden. So entstanden die Hüttenwerke Oberhausen AG (HOAG) – die Bergwerke gingen in die Bergbau AG Neue Hoffnung auf. Ein Jahr, nachdem die HOAG in der Mehrheit von Thyssen übernommen wurde, begann 1969 die Stilllegung der Gutehoffnungshütte.

Aus dem Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte wurde eine 143 Hektar große Industriebrache. Eine britische Investorengruppe kaufte das Areal 1991. Bereits 1992 wurden die Anlagen des alten Thyssen- Werkes abgerissen. Im Jahre 1996 fand die Eröffnung des neu gebauten Einkaufszentrums und der zentralen Straßenbahntrasse statt. Das Westfield Centro bildet das Kernstück der sogenannten Neuen Mitte Oberhausen. Daneben existieren ein Freizeitpark, eine Multifunktionshalle, das Metronom-Theater und das Sea Life-Aquarium.

Das Einkaufszentrum Westfield Centro (CentrO)

Im September 1996 wurde das riesige Einkaufszentrum, das seinerzeit das größte dieser Art in Europa war, als CentrO Oberhausen eröffnet. Das heute Westfield Centro genannte Einkaufszentrum ist ein flacher, aber etwa 560 Meter langgestreckter Bau, der sich leicht gekrümmt über das Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte zieht. Außen ist das Gebäude mit Ziegelsteinen verklinkert, das Innere wird beherrscht von Stahl und Glas. In der Mitte befindet sich die 32 Meter hohe Hauptkuppel. Rund 72.000 m² Ladenfläche bietet das Einkaufszentrum, wobei die Länge der Ladenfronten ca. 3 Kilometer beträgt. Der Boulevard ist zweistöckig, wobei die obere Etage in der Mitte offen ist.

Shopping-Mall CentrO in Oberhausen
Shopping-Mall CentrO in Oberhausen

Die Mall verbindet zwei Pole an den Enden des Einkaufszentrums. Am einen befindet sich in einem großen Rund die große Essmeile, die mediterrane sogenannte Coca-Cola-Oase. Ringsherum kann man beim Asiaten, Italiener, Griechen, Schotten oder anderen sein Essen kaufen.

Zwischen diesen beiden Polen sind viele Einzelhändler verschiedenster Kategorien und Branchen angesiedelt. 14.000 Parkplätze in den Parkhäusern sind sogar kostenlos, zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien fahren in einem dichten Takt zum Einkaufszentrum. Regelmäßig lockt das Centro mit besonderen Veranstaltungen

Öffnungszeiten:

Das Westfield Centro ist Mo bis Sa 10.00-20.00 Uhr geöffnet. Die Coca-Cola-Oase ist sonntags zusätzlich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Im Centro verteilt sind viele sanitäre Einrichtungen. Unzählige gastronomische Einrichtungen quasi aller Art sorgen für das leibliche Wohl. Die »Coca-Cola-Oase« als Essmeile befindet sich am östlichen Ende der Passagen. In der Mitte befinden sich verteilt Cafés und Eisstände.

Anreise mit Bus und Bahn:

Direkt an der Haltestelle Neue Mitte befindet sich der Westeingang zum Einkaufszentrum am Platz der Guten Hoffnung.

InformationBitte beachten Sie die ausführlichere Anfahrtsbeschreibung am Anfang dieses Artikels.

Geographische Koordinaten:
51°29’24.39″N, 6°52’43.88″E – Centro
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
352741 m, 5706462 m – Centro
Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Offizielle Internetseite des Westfield Centros: www.westfield.com
Marina Oberhausen: www.marina-oberhausen.de

Der Gasometer Oberhausen

Das auffälligste Relikt der Gutehoffnungshütte in der Neuen Mitte Oberhausen, ein Wahrzeichen der Stadt und Landmarke im Ruhrgebiet ist der große Gasometer, nordwestlich zwischen einer Eisenbahntrasse und dem hier parallel zur Emscher verlaufenden Rhein-Herne-Kanal gelegen. Er wurde im Jahre 1929 gebaut, 1949 nach einem Brand drei Jahre zuvor wieder aufgebaut und hat eine Höhe von rund 118 Metern.

Die Funktion des Scheibengasometers sind die Zwischenspeicherung und der Erhalt eines konstanten Drucks von Gichtgas oder Hochofengas. Dieses wird unten in den Behälter eingeführt. Eine bewegliche Platte drückt von oben auf das Gas und passt sich je nach Volumen in der Höhe an. Ist die Gasmenge höher, steigt die Platte nach oben, ist sie geringer, so sinkt sie ab. Da das Speichervolumen begrenzt ist, passiert die Scheibe ab einer bestimmten kritischen Höhe Überdruckventile, die Gas nach draußen abgeben. Der Gasometer Oberhausen hat ein Speichervolumen von fast 350.000 m³ und ist damit der größte seiner Art auf dem europäischen Kontinent.

Gasometer am frühen Morgen von der Tausendfüßlerbrücke aus gesehen. Links der Rhein-Herne-Kanal, rechts die Emscher
Gasometer am frühen Morgen von der Tausendfüßlerbrücke aus gesehen

Höchste Ausstellungshalle Europas

Seit 1988 ist der Gasometer von Oberhausen außer Funktion. Er wurde nach seiner Stilllegung für umgerechnet ca. 8 Mio. Euro umgebaut und bildet seitdem die höchste Ausstellungshalle Europas. Die Gasdruckscheibe, die bewegliche Platte zur Regulierung des Gasdrucks, ist fixiert auf Säulen und bildet das Dach bzw. die erste Etage für wechselnde Ausstellungen innerhalb des Gebäudes. Auf ihr ist als drittes Stockwerk eine tribünenartige Arena errichtet.

Der gewaltige Luftraum darüber bis zum Dach wird bzw. wurde seitdem für außergewöhnliche Installationen genutzt, so zum Beispiel „The Wall“, eine Mauer von 13.000 Ölfässern (1999), eine riesige Erdkugel, auf die Satellitenaufnahmen und Wolkenströmungen mit mehreren Beamern projiziert wurden (2016 / 2017 sowie 2022 / 2023), das „Big Air Package“ (2013) oder ein 3D-Modell des Matterhorns, das umgekehrt aufgehängt ebenfalls als Leinwand für thematische Projizierungen diente (2018 / 2019).

Hinweis: Die in den Fotos der Ausstellungen enthaltenen identifizierbaren Fotografien wurden zur Wahrung des Urheberrechts der Autoren gegen eigene Aufnahmen ausgetauscht.

Ausstellungshalle im Erdgeschoss: "Der Berg ruft"
Ausstellungshalle im Erdgeschoss: „Der Berg ruft“

Ein gläserner Panorama-Aufzug fährt im dunklen Innern des Gasometers auf das Dach, auf dem Besuchende an drei Eckpunkten an die Dachkante herangeführt werden und von dort eine gute Aussicht auf die Umgebung haben.

Ausblicke vom Gasometer-Dach

Unten auf dem Rhein-Herne-Kanal gleiten Binnenschiffe dahin, Lokomotiven fahren wie auf einer Modelleisenbahn ihre Runden. Ins Auge fällt das gesamte Gelände der Neuen Mitte mit dem Centro, dem Freizeitpark, der Marina, der Knappenhalde, dem Erlebnisbad und dem Wasserturm, außerdem auf dem anderen Kanal- und Flussufer der OLGA-Park sowie ganz im Osten der Gehölzgarten Ripshorst mit dem tanzenden Strommast. Am Horizont sind die großen Halden in Bottrop gut sichtbar, die Halde Haniel und die Halde Beckstraße mit dem Tetraeder samt dem benachbarten Alpincenter.

Aussichtsplattform mit pyramidenförmigen Schutzhauben und Blick auf eine weitläufige Landschaft mit Wasserstraßen und Industriegebieten.
Ausblick vom Dach des Gasometers Oberhausen
Panoramablick auf ein komplexes Wasserstraßensystem mit mehreren Kanälen, Brücken, Frachtschiffen und Verkehrswegen, umgeben von Grünflächen.
Blick auf das westliche Ende der Emscher-Insel mit Schiffen auf dem Rhein-Herne-Kanal
Blick auf den OLGA-Park mit dem markanten Gartendom. Im Hintergrund sticht Halde Haniel hervor
Blick auf den OLGA-Park mit dem markanten Gartendom. Im Hintergrund sticht Halde Haniel hervor
Die Sonne scheint durch dichte Wolken und beleuchtet das rosafarbene Schloss Oberhausen im Kaisergarten nebenan.  Gut zu erkennen ist auch die Slinky-Brücke über den Kanal, allerdings im Wolkenschatten...
Die Sonne scheint durch dichte Wolken und beleuchtet das rosafarbene Schloss Oberhausen im Kaisergarten nebenan. Gut zu erkennen ist auch die Slinky-Brücke über den Kanal, allerdings im Wolkenschatten…

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

Seit 20.03.2026 ist die neue Ausstellung „Mythos Wald“ geöffnet: Di-So 10.00-18.00 Uhr, in den NRW-Schulferien und an Feiertagen auch am Montag.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der hohen Kategorie €€€ (über 10,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen. Für Eigentümer der Ruhr.Topcard ist der Eintritt einmalig frei.

Der Gasometer ist nicht beheizt. Insbesondere im Winter und Frühjahr sollte, wer leicht friert, warme Kleidung anziehen. Dagegen heizt sich das Gebäude im Sommer schnell auf.

Anreise mit Bus und Bahn zum Gasometer:

Bis Haltestelle Neue Mitte. Zu Fuß rechts vorbei an der König-Pilsener-Arena, dahinter rechts.

InformationBitte beachten Sie die ausführlichere Anfahrtsbeschreibung am Anfang dieses Artikels.

Geographische Koordinaten:
51°29’37.12″N, 6°52’13.73″E – Gasometer

UTM-Koordinaten (Zone 32):
352171 m, 5706872 m – Gasometer

Offizielle Internetseite: www.gasometer.de

Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen – Willkommen im völlig überdrehten Erdbeer-Universum

Freizeitpark? Bauernhof? Hofladen? Restaurant? Familienausflug? Oder einfach eine riesige, vollkommen überdrehte Welt rund um Erdbeeren, Currywurst und gelegentliche Toilettenwitze? Das Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen in der Neuen Mitte Oberhausen lässt sich nicht ganz einfach in eine Schublade stecken. Zwischen CentrO, Gasometer, Sealife, Legoland, Aquapark und den weiteren Attraktionen der Umgebung ist hier 2026 eine Erlebniswelt entstanden, die vermutlich nur zwei Reaktionen kennt: Man liebt sie – oder man fragt sich nach wenigen Minuten, was das hier eigentlich alles soll. Im Vorteil ist, wer schon ein Karls Erlebnisdorf in anderen Teilen Deutschlands besucht hat. In Nordrhein-Westfalen ist es das erste. Es ersetzt den längere Zeit brachliegenden Freizeitpark am CentrO.

Karls Erlebnis-Dorf ist laut, bunt, konsumorientiert, manchmal ziemlich albern und an vielen Stellen herrlich überrissen. Gleichzeitig steckt erstaunlich viel Liebe zum Detail in diesem Erdbeer-Universum. Kochtöpfe werden zu Lampenschirmen, riesige Currywurst-Piekser zu Geländern, Porzellan-Toiletten zu Treppen und selbst die kleinsten Dekorationen scheinen irgendwo eine Erdbeere versteckt zu haben. Dazu kommen liebevoll gestaltete Fahrgeschäfte, große Spielbereiche, Tiere, Gastronomie und Attraktionen, bei denen man manchmal einfach nur den Kopf schütteln und lachen kann.

Eintritt frei – aber nicht alles kostenlos

Eine Besonderheit von Karls: Der Eintritt ins Erlebnis-Dorf ist grundsätzlich kostenlos. Man kann also einfach hineingehen, durch die Anlage spazieren, sich umsehen, essen, einkaufen oder einige der Spielbereiche nutzen. Auch verschiedene Angebote für Kinder sind frei zugänglich. Spielplätze, große Kugelbahnen und andere Beschäftigungsmöglichkeiten können genutzt werden, ohne dass vorher eine Eintrittskarte für den gesamten Park gekauft werden muss. Das ist vor allem für die Kinder interessant, die mit etwas Sand, Wasser, Rutschen oder einem Bad in Maiskörnern glücklich sind.

Für die größeren Fahrgeschäfte benötigt man dagegen Tickets beziehungsweise bezahlt pro Fahrt. Alternativ gibt es Tageskarten, mit denen alle großen Attraktionen praktisch unbegrenzt genutzt werden können. Der Preis ist tagesabhängig. Außerhalb der Ferien ist es wochentags beispielsweise günstiger als am Wochenende. Wer häufiger zu Karls möchte, kann außerdem eine Jahreskarte erwerben, die nicht nur in Oberhausen, sondern auch in den anderen Karls Erlebnis-Dörfern in Deutschland gilt. Derzeit gibt es Standorte vor allem in Nord- und Ostdeutschland.

Szene aus einem Freizeitpark mit Sonnenschirmen und Tischen und Stühlen, ein Spielplatz aus Fracht-Containern und im Hintergrund der Gasometer Oberhausen
Eine Einschienenbahn mit einer Currywurst als Fahrzeug. Ein Mann sitzt reitend darauf. Die Bahn macht einen großen Bogen um ein Silo mit der Aufschrift "Currysoße Extrascharf". Dahinter ist ein großes WC als Gebäude mit der Aufschrift PipiKaka Land zu sehen.
Hier kann man auf einer Currywurst am PipiKaka-Land vorbei reiten

Eine kleine Besonderheit sollte man vor dem Besuch allerdings wissen: Bar bezahlen kann man im Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen nicht. Bezahlt wird mit Karte oder Smartphone. Wer nur Bargeld dabeihat, kann dieses vor Ort auf eine Chipkarte einzahlen und sich ein eventuell vorhandenes Restguthaben später wieder auszahlen lassen.

So kann man Karls durchaus auch einfach als Ausflugsziel besuchen, ohne gleich einen kompletten Freizeitparktag daraus zu machen. Gerade das macht das Konzept etwas anders als bei einem klassischen Freizeitpark.

Erdbeeren, Marmelade und eine Manufakturenhalle

Spätestens in der großen Manufakturenhalle wird klar, welches Thema sich durch fast alles zieht: die Erdbeere. Hier gibt es Produkte in allen möglichen Varianten. Marmelade wird gekocht, Erdbeeren landen auf Kuchen und in anderen Leckereien. Es gibt Geschirr in Erdbeerform, Plüschtiere in Form des Maskottchens, Bonbons mit Erdbeergeschmack, Kerzen mit Erdbeer-Kaffee-Duft, Wurst, Stoffe, Badezusätze und allerlei weitere Produkte. Man stellt sich gelegentlich die Frage, was man mit Erdbeeren eigentlich noch alles anstellen kann.

Auch gastronomisch geht es weiter. Im Restaurant der Manufakturenhalle ist das Konzept interessant, dass warme Speisen nicht klassisch pro Portion, sondern einheitlich nach Gewicht bezahlt werden. Und wer Erdbeeren mag, wird am Erdbeerkuchen kaum vorbeikommen. Oder an den Erdbeeren mit Vanillesoße. So viel, wie man mag.

Größte Kaffeekannen-Sammlung der Welt
Die ungewöhnliche Sammelleidenschaft führte Karls 2009 erstmals zu einem Rekord mit über 13.000 Kaffeekannen. Der heute offiziell von Guinness World Records geführte Weltrekord folgte 2012: Damals umfasste die Sammlung in Rövershagen über 27.000 Kaffeekannen. Inzwischen sind es deutlich mehr, denn auch im Erlebnis-Dorf in Oberhausen gibt es die Regale in der großen Manufakturenhalle.
Und das Sammeln geht weiter: in jedem Erlebnis-Dorf kann man seine ausgediente Kaffeekanne an der Kunden-Info abgeben. Vielleicht steht das gute Stück aus Omas Küchenschrank also bald nicht mehr im Schrank, sondern irgendwo unter vielen anderen unter der Decke eines zukünftigen Karls Erlebnis-Dorfes irgendwo in Deutschland.

Die Manufakturenhalle ist gleichzeitig der Einstieg in die Welt von Karls. Zunächst wirkt vieles noch wie eine besonders große Mischung aus Hofladen, Gastronomie und Erlebniswelt. Doch nur wenige Schritte weiter wird es zunehmend … ungewöhnlich.

Liebe zum Detail trifft völligen Unsinn

Das vielleicht Bemerkenswerteste an Karls ist, dass das Ganze nicht einfach nur bunt zusammengewürfelt wirkt. Natürlich ist vieles absichtlich übertrieben. Aber diese Übertreibung ist erstaunlich konsequent gestaltet. Die Achterbahn Raupi fährt durch eine Riesen-Erdbeere und hier hängen riesige Blüten als Lampen, an anderer Stelle werden Kochtöpfe zu Lampenschirmen. Selbst Geländer können plötzlich aus übergroßen Currywurst-Pieksern bestehen. Und überall taucht die Erdbeere wieder auf.

Es sind diese kleinen Dinge, die verhindern, dass Karls einfach nur wie eine Ansammlung von Fahrgeschäften und Verkaufsständen wirkt. Selbst wenn einem das Konzept insgesamt vielleicht zu viel ist, muss man anerkennen: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht.

Dazu kommt eine aufwendig gestaltete Bepflanzung, die einen schönen Kontrast zu Currywürsten, Toilettenschüsseln und Erdbeer-Dönern bildet. Ja, Erdbeer-Döner.

Park-Eisenbahn mit einer roten Lok, die wie eine Dampflok aussieht und die Beschriftung "LPG Rote Rübe" trägt. Dahinter mehrere schwarze Waggons mit Fahrgästen. Der Zug fährt vor einem Gebäude mit der Aufschrift "Die Scheune" über einen gepflasterten Platz.

Kinder brauchen manchmal gar keine Achterbahn

Natürlich gibt es bei Karls auch einzelne größere Fahrgeschäfte. Aber ein großer Teil des Konzepts besteht aus Dingen, die eigentlich ziemlich einfach sind – und offenbar gerade deshalb bei Kindern funktionieren: Eine riesige Kugelbahn, auf der Kugeln ihren Weg durch die Konstruktion finden. Die Mais-Scheune, in der man in Maiskörnern baden und spielen kann. Kleine Boote, die selbst gesteuert werden können. Traktoren, mit denen Kinder ihre Runden drehen. Ziegen zum Füttern. Große Sprungkissen und Spielplätze. Mit und ohne Wasser.

Während Erwachsene vielleicht überlegen, ob eine Attraktion besonders schnell, hoch oder technisch aufwendig ist, kann für Kinder eine Kugelbahn oder ein Traktor vollkommen ausreichen. Oder die Raupen-Dekoration in der Warteschlange vor der Achterbahn. Und wenn nicht, kann man anschließend immer noch auf einer Currywurst reiten.

Blick aus der Fahrgastperspektive aus einem Waggon entlang eines kleinen Zuges, der von einer roten Lok über ein Parkgelände gezogen wird. Im Hintergrund ist die Beschriftung Karls Erlebnis-Dorf zu sehen.

Auf einer Currywurst durchs PipiKaka-Land reiten

Spätestens hier wird es schwierig, Karls Erlebnisdorf Oberhausen noch seriös zu erklären. Im Curryversum geht es auf einer Einschienen-Bahn durch verschiedene Rundkurse – allerdings nicht auf Schaukelpferdchen, sondern auf schaukelnden Currywürsten. Hinten steckt ein großer Piekser drin. Wenn man aussteigt, gibt es natürlich auch echte Currywurst zu essen, wahlweise sogar mit Erdbeersoße.

Warum? Nun ja. Warum nicht?

Nicht weit entfernt wartet das PipiKaka-Land. Das zentrale Bauwerk ist eine riesige Toilettenschüssel, durch deren hinteres „Abflussrohr“ eine Rutsche (leider nur für Kinder bis 14) führt. Passend zum Thema gibt es Schokoladen- (oder natürlich: Erdbeer-) Softeis in kleinen Porzellanbechern, die wie Miniatur-Toilettenschüsseln aussehen. Man kann die Toiletten auslöffeln, während man auf einer Bank aus Toilettensitzen unter dem Riesen-WC sitzt und Kinder hinter einem durchs Abflussrohr rutschen.

Und als wäre das noch nicht genug, gibt es auch eine Disco-Toilette mit lauter Musik über Pipi und AA, Discokugeln und Leuchtschrift „Place to Pee“. Davor geht bei Annäherung die Tür zu einem Plumpsklo auf, in dem eine sprechende Figur ihr Geschäft verrichtet. Unter einer kleinen Diskokugel und mit der Aufschrift „Disklo“.

Man muss diesen Humor vermutlich mögen. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: Karls Erlebnisdorf versucht gar nicht erst, besonders cool oder elegant zu sein. Eine Currywurst ist hier nicht nur ein Gericht, sondern wird zum Fahrgeschäft. Eine Toilette ist nicht nur eine Toilette, sondern kann zur Aussichtsplattform, Rutsche und zur Diskothek werden.

Es ist vollkommen überdreht. Und genau deshalb irgendwie konsequent.

Traktor fahren und sich als Salatblatt im Erdbeer-Döner überschlagen

Etwas bodenständiger geht es im Treggerland zu. Hier drehen kleine Traktoren ihre Runden. Lenken muss man nicht – die Fahrzeuge werden auf einer Schiene geführt –, sodass auch jüngere Kinder einfach einsteigen und losfahren können. Und „lenken“, so wie sie wollen und ohne, dass das Gefährt in die Botanik rutscht.

Deutlich turbulenter wird es beim Erdbeer-Döner. Das Fahrgeschäft sieht aus wie ein riesiger Dönerspieß und verfügt über Gondeln, in denen man durch Bewegung von Flügeln selbst Einfluss auf das Geschehen nehmen kann. Wer möchte, kann sich dabei sogar überschlagen. Der Tagesrekord lag beim Besuchstag bei 42 Rollen. Natürlich gibt es in der Nähe auch etwas Passendes zu essen. Den Erdbeerdöner natürlich.

Ein Fahrgeschäft in Form eines Döners, an dessen Ausleger kleine Gondeln mit Flügeln befestigt sind

Das ist vielleicht die einfachste Zusammenfassung des Karls-Konzepts: Wenn etwas als Fahrgeschäft existiert, besteht eine gute Chance, dass man es irgendwo daneben auch kaufen und essen kann.

Etwas ruhiger wird es in der kleinen Parkeisenbahn „LPG Rote Rübe“. Im Ursprung der Karls Erlebnisdörfer in Mecklenburg-Vorpommern erinnern sich einheimische Besuchende vielleicht noch an die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, doch die Abkürzung steht für „Letztens Pünktlich gewesen“. Auch hier darf der Wortwitz nicht fehlen.

Die rote Lok zieht ihre Waggons langsam durch das Erlebnis-Dorf und bietet eine entspannte Möglichkeit, einen Eindruck von der Anlage zu bekommen. Der Führerstand sieht aus wie eine rote Telefonzelle. Warum ein Klodeckel auf dem Kessel angebracht ist, bleibt offen. Gerade nach Currywürsten, Toilettenrutschen und Überschlägen im Erdbeer-Döner ist eine gemütliche Runde vielleicht auch gar nicht die schlechteste Idee.

Man liebt es – oder nicht

Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen ist vermutlich keiner dieser Orte, bei denen man nach dem Besuch einfach sagt: „War ganz nett.“

Dafür ist das Konzept zu speziell. Man kann sich über die vielen Verkaufsflächen ärgern, über die Dauerbeschallung wundern und das Ganze für eine einzige große, konsumorientierte Erdbeerwelt halten. Und damit liegt man nicht einmal unbedingt falsch.

Man kann aber auch feststellen, dass diese Welt mit erstaunlicher Konsequenz und Liebe zum Detail gestaltet wurde. Dass Kinder offenbar gar nicht immer die größte Achterbahn brauchen. Dass eine Kugelbahn, ein Maisbad oder ein kleiner Traktor manchmal genauso gut funktionieren. Und dass es durchaus seinen eigenen Reiz hat, auf einer Currywurst sitzend an einer riesigen Toilettenschüssel vorbeizufahren, aus der Kinder durchs Abflussrohr rutschen und wo es Schokoladen-Softeis in Haufen-Form im Porzellan-Klo gibt.

Karls Erlebnis-Dorf ist laut, bunt, konsumorientiert und völlig überdreht. Aber es ist eben auch liebevoll, detailverliebt und auf eine fast bewundernswerte Weise konsequent skurril. Ob man das genial oder furchtbar findet, muss vermutlich jeder selbst entscheiden. Ganz gleichgültig lässt es einen aber wahrscheinlich nicht.

Informationen zum Besuch

Das Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen hat täglich 08.00-19.00 Uhr geöffnet. Für besondere Veranstaltungen oder Öffnungszeiten bitte die offizielle Website besuchen.

Der Eintritt ist frei.

Spielplätze und einige Angebote sind frei benutzbar.

Für einige Fahrgeschäfte sind Einzelfahrten vor Ort zu bezahlen. Alternativ kann man eine Tageskarte oder Jahreskarte online (Website oder Karls App) oder vor Ort kaufen. Die Tagespreise variieren je nach Wochentag. Die Bezahlung auf dem Gelände für Fahrgeschäfte, Essen und Getränke erfolgt ausschließlich bargeldlos. Bargeld lässt sich vor Ort auf eine Bezahlkarte buchen und später wieder abbuchen.

Auf dem Gelände gibt es drei Toiletten-Anlagen. Eine vor dem Eingang, eine in der Manufakturenhalle und eine hinter der Mais-Scheune. In der Manufakturhalle muss man dazu nur der gelben Linie folgen. Hinter der Mais-Scheune befindet sich die Disco-Toilette.

Es ist nicht erlaubt, eigenes Essen und Getränke mit auf das Gelände zu nehmen. Ausnahmen sind kleine 0,5-Liter-Wasserflaschen, Babynahrung oder Kekse bzw. Reiswaffeln für Kleinkinder.

Die Knappenhalde

Zwischen der Knappenstraße, der Lipper Straße und der Cöln-Mindener Eisenbahn erhebt sich eine etwa 60 Meter über Grund hohe Bergehalde, die eine Höhe von 102 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. Damit ist sie praktisch die höchste Erhebung der Stadt Oberhausen und eine der ersten für die Öffentlichkeit begehbar gemachten Halden im Ruhrgebiet.

Ab 1856 begann die Aufschüttung zur Spitzkegelhalde durch die Zeche Oberhausen bzw. Königsberg I / II. Schließlich wurde die Halde von der Eisenhütte genutzt, um Hochofenschlacke abzulagern, nachdem die Förderung durch die Zeche 1931 eingestellt war – daher auch der Name Schlackenberg. Im zweiten Weltkrieg baute man unter der Halde ein Luftschutzbunker-System mit mehreren Eingängen, die zum Teil noch heute in Ansätzen sichtbar sind.

An das Bunkersystem unter der Knappenhalde habe ich noch eine Erinnerung. Ein Schulfreund hatte mir davon erzählt und wir haben 1979 oder 80 eine kleine Expedition unternommen; die Eingänge waren damals noch offen, die Gasschleusen noch erkennbar. Meiner Erinnerung nach hatte es 4 Eingänge, in jeder Himmelsrichtung einen. wir sind über die heute dem Centro gegenüberliegende Seite eingestiegen. Man konnte da gut 50 Meter hineinlaufen, es war aber sehr niedrig, weil die Böden zugeschüttet waren. Kurz vor dem eigentlichen Bunker war der Gang – vermutlich durch Bergsenkung – zerbrochen und man konnte sich nur noch kriechend fortbewegen, dann war ein paar Meter weiter Schluss. Irgendwo seitlich war ein größerer Schacht, vllt. eine Art Treppenhaus, Treppen waren dort aber keine mehr. Gefunden haben wir nichts außer ein paar alten Bierflaschen mit Bügelverschluß, wie man sie in den 60er Jahren hatte. Es war in dem Gang relativ warm, etwa wie in einem Treibhaus.

(E-Mail eines Lesers dieser Internetseiten zu diesem Thema, mit freundlicher Genehmigung)

Nach dem Krieg diente die Halde zur Ablagerung von Trümmern und Schutt. Bereits 1953 wurde die Halde erstmals begrünt, 1979 von der Stadt Oberhausen gekauft und 1980 für die Öffentlichkeit als Naherholungsgebiet zugänglich gemacht. 2004 erfolgte eine Sanierung mit Neugestaltung der Wege.

Aussichtsturm auf dem Gipfel

Auf dem schneckenförmig auf die Halde führenden Weg nach oben zieren Pflaster-Mosaike von Werner Philipp Klung unter dem Titel Berg der Arbeit den Weg. Einige Motive lassen sich nicht so einfach zu identifizieren, aber zum Beispiel das Piktogramm einer Fabrik (im Foto unten hervorgehoben mit eingezeichneten Konturen) lässt sich wiedererkennen.

Am höchsten Punkt der Knappenhalde steht der stählerne, mit der Zeit aufgestockte und frei zugängliche Aussichtsturm. Von ihm lassen sich über die Baumkronen hinweg die Stadt Oberhausen und das Gelände der ehemaligen Gutehoffnungshütte mit dem heutigen Centro, dem Gasometer und den Freizeiteinrichtungen überblicken.

Eine Frau steht an einem Geländer und schaut auf die Gebäude und den Gasometer der Neuen Mitte Oberhausen
Aussicht vom Turm der Knappenhalde auf die Neue Mitte Oberhausen

Wanderbare HaldenDiese Halde wird im Reiseführer „Wanderbare Halden“ von Nikola Hollmann & Andrea Slavik beschrieben und ist dort Teil einer Wanderung, die außerdem weitere interessante Ziele in der Umgebung vorstellt. Wanderbare Halden: Die schönsten Revier-Wandertouren mit Aus- und Weitblick*

Ehemalige Schwesterhalde

Die Knappenhalde hatte zu Zeiten ihrer Aufhaldung noch eine kleine Schwester, der sich auf der anderen Seite der Knappenstraße befand. In den 1920er Jahren war diese Halde, die direkt an das Zechengelände grenzte, sogar flächenmäßig größer als die Anschüttungen der späteren großen Knappenhalde, die wir auch heute noch kennen. Kurz nach der endgültigen Stilllegung der Zeche Oberhausen I / II Ende der 1950er Jahre wurde diese Halde aber abgetragen und mit Hallen überbaut. Diese stehen bis heute. Die Abtragung könnte mit dem Abriss der Übertageanlagen zusammenfallen.

Die nachfolgende Abbildung zeigt ein historisches Luftbild der beiden alten Halden der Zeche Oberhausen an der Knappenstraße. Die große knappenhalde ist in ihrer Schüttungsphase zu sehen und hat zu diesem Zeitpunkt ihre heutige Ausdehnung noch nicht erreicht. Südlich von ihr ist die fast kreisrunde, aber deutlich flachere Schwesterhalde zu identifizieren. Beide Halden sind zur Orientierung mit einer braunen Kontur markiert. Mit der Maus oder dem Finger wird das Luftbild gegen ein aktuelles ausgetauscht, das die heutige Situation mit der überbauten kleineren Halde und der großen Knappenhalde zeigt, die sich als bewaldeter Berg in dichter Besiedlung zeigt.

1952 Heute

Anreise mit Bus und Bahn zur Knappenhalde:

Bis Haltestelle Lipperfeld, auf der westlichen Seite links über die Fußgängerbrücke. Der Radweg führt schließlich unter der Stadtbahntrasse durch und trifft auf die Brückstorstraße. Dieser etwa 300 Meter folgen bis zur Kreuzung Lipperstraße. Hier weitere 200 Meter bis zum Haldenaufgang im Süden.

InformationBitte beachten Sie die ausführlichere Anfahrtsbeschreibung am Anfang dieses Artikels.

Geographische Koordinaten:
51°28’57.37″N, 6°52’43.26″E – Aussichtsturm auf der Knappenhalde

UTM-Koordinaten (Zone 32):
352705 m, 5705628 m – Aussichtsturm auf der Knappenhalde

Tausendfüßlerbrücke

Seit 1999 verbindet die „Tausendfüßlerbrücke“ die Neue Mitte Oberhausen mit dem OLGA-Park. In diesem Jahr fand in diesem Park die Landesgartenschau statt. Die Brücke ist etwa 230 Meter lang und besteht aus Stahlbeton und zahlreichen Stahlstützen. Diese geben ihren Namen und ihr markantes Erscheinungsbild. Sie führt im Süden zunächst über den Rhein-Herne-Kanal. Hinter der schmalen, sogenannten Emscherinsel überquert sie dann die Emscher. Anschließend überbrückt das Bauwerk die Autobahn A42. Zur Emscherinsel, auf der auch der Emscherweg verläuft, führt eine Rampe teilweise unter der Fahrbahn hindurch.

Die Brücke ist nicht nur eine interessantes Bauwerk und eine kurze Verbindung für Radfahrende und Spaziergänger. Von ihrer Fahrbahn hat man auch einen schönen Blick Richtung Gasometer.

Die Tausendfüßlerbrücke über Kanal, Emscher und Autobahn vom Gasometer gesehen. Deutlich erkennbar ist die schmale "Emscherinsel" zwischen den Gewässern und der Radweg. Auf unserer Tour kommen wir von rechts oben und fahren in die linke untere Ecke.
Die Tausendfüßlerbrücke über Kanal, Emscher und Autobahn vom Gasometer gesehen. Deutlich erkennbar ist die schmale „Emscherinsel“ zwischen den Gewässern und der Radweg
Gasometer am frühen Morgen von der Tausendfüßlerbrücke aus gesehen. Links der Rhein-Herne-Kanal, rechts die Emscher
Gasometer am frühen Morgen von der Tausendfüßlerbrücke aus gesehen. Links der Rhein-Herne-Kanal, rechts die Emscher

Weitere Ziele in der Nachbarschaft:

Ausgehend von der Neuen Mitte Oberhausen können zu Fuß zahlreiche Orte und Ziele erreicht werden, die vor allem im Thema Industriekultur sehenswert sind.

Sea Life Oberhausen – Einblick in die Unterwasserwelt

Das Sea Life ist ein Aquarium, das sich auf Fluss-, See- und Meerestiere konzentriert. Seit 2004 zeigt es etwa 20.000 Tiere in über 50 thematischen Großaquarien. Mehr dazu: Sea Life in Oberhausen

Siedlung Eisenheim

Unmittelbar neben dem OLGA-Park kann man die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet entdecken. Die Siedlung Eisenheim besticht durch ihre Backsteinhäuser im Kreuzgrundriss und den Schuppen und kleinen Gärten dahinter. Mehr dazu: Siedlung Eisenheim

Schloss Oberhausen und Kaisergarten

In westlicher Richtung schließt sich das Schloss Oberhausen mit der Ludwiggalerie an. Es grenzt an den Kaisergarten mit einem kleinen Tierpark. Höhepunkt ist die ungewöhnliche Slinky-Springs-Brücke über den Kanal. Mehr dazu: Schloss Oberhausen

OLGA – Oberhausener Landesgartenschau

Auf dem nördlich der Neuen Mitte gelegenen ehemaligen Zechengelände Osterfeld fand 1999 eine Landesgartenschau statt. Heute ist aus daraus ein öffentlicher Stadtpark mit zahlreichen Erinnerungen und Relikten der Montanzeit geworden. Er bietet Wasserspiele, Aussichtsplattformen und viele Gräben, Wälle und Betonteile, die einen Hinweis auf die Vergangenheit geben. Mehr dazu: OLGA-Park

Gehölzgarten, Klärpark und Zauberlehrling

Wie ein Band verläuft der Gehölzgarten als botanisch-kulturgeographischer Lehrpfad unweit der Neuen Mitte Oberhausens um das Haus Ripshorst. Besonders aufregend sind der tanzende Strommast, die Kanalbrücke zur Brache Vondern und der Emscher Klärpark mit einem begehbaren Faulturm. Mehr dazu: Gehölzgarten Ripshorst