Zoos und Tierparks im Ruhrgebiet
Elefanten, Giraffen und Löwen sehen, ohne in die Serengeti, in den Etosha- oder den Krüger-Nationalpark fahren zu müssen. Flusspferde reißen ihre Münder zum Gähnen auf, ohne am Ufer des Okavango zu stehen. Kamele und Dromedare anschauen, ohne in der Hitze der Sahara zu schwitzen. Einmal Elche in Alaska anschauen, ohne Amerika zu betreten. Rehe und anderes Rotwild füttern. Keine Region in Deutschland hat auf engstem Raum so viele Zoos, Wildparks oder Wildgehege, in denen sich exotische oder heimische Tiere betrachten und zum Teil sogar anfassen lassen, wie das Ruhrgebiet.
Nirgends scheint es einfacher, Kindern die Tiere näher zu bringen und dabei zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Angeboten zu wählen. In diesem Beitrag werden die wichtigsten tierischen Angebote im Ruhrgebiet vorgestellt.



In der folgenden Karte sind sie thematisch nach den städtischen Zoos oder Tierpark (rot) mit vielen exotischen Tieren ferner Länder, den beiden Wildparks (blau) und den kleineren Wildgehegen (gelb) mit dem Schwerpunkt auf heimischen Tieren sortiert eingezeichnet. Mit Ausnahme des Tierparks Recklinghausen fallen für alle Tierparks und Wildparks Eintrittsgelder an, die meist deutlich kleineren Wildgehege sind frei zu besuchen.

Inhaltsverzeichnis
Die Beschreibungen werden bewusst kurz gehalten und einige hoffentlich Neugier weckende Bilder gezeigt. In Einzelfällen werden Einrichtungen intensiver in anderen Beiträgen vorgestellt. Jeder Abschnitt beinhaltet Informationen zur Anreise, zu beim Besuch entstehenden Gebühren und andere nützliche Angaben wie sanitäre Anlagen oder besondere Angebote.
Zoos und Tierparks
Exotische Tiere aus aller Welt, liebevoll gestaltete Anlagen und spannende Einblicke in Artenschutz und Forschung. Ein Besuch zwischen Tropenhaus, Savanne und Aquarien begeistert Jung und Alt gleichermaßen.
Wildparks
Hier stehen heimische Tierarten im Mittelpunkt: Rehe, Wildschweine oder Luchse in weitläufiger Landschaft. Ein Spaziergang durch die Wildparks verbindet Naturerlebnis und Erholung auf ganz besondere Weise.
Wildgehege und Wildgatter
Kleine, oft versteckte Gehege mit traditionellem Charakter und naturnaher Atmosphäre, die man kostenfrei betrachten kann. Ideal für eine kurze Auszeit, um Wildtieren ganz nah zu kommen und die Ruhe des Waldes zu genießen.
Wenn Sie Tipps für mich haben, wo es noch ein kleines Wildgehege oder ähnliches gibt, können Sie diese gerne äußern!
Kartenmaterial / Literatur:
Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Marco Polo Reiseführer Ruhrgebiet*, 52 kleine & große Eskapaden im Ruhrgebiet: Ab nach draußen!* und Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*
Zoos und Tierparks
Zoos und Tierparks im Ruhrgebiet erzählen von fernen Welten mitten in der Stadt. Zwischen tropischen Pflanzen, weitläufigen Gehegen und modernen Artenschutzprojekten lassen sich Tiere aus aller Welt entdecken. Viele Einrichtungen verbinden Erholung, Bildung und Nachhaltigkeit auf zeitgemäße Weise. Wer genau hinsieht, entdeckt hinter jedem Gehege auch ein Stück Kulturgeschichte.
Einige der folgenden Orte sind in eigenen Artikeln vorgestellt, einige sind noch als Beitrag in diesem Artikel zu finden.
Zoo Dortmund
Weitläufig angelegt am Rombergpark und bekannt für seine großzügigen Gehege und das Nashornhaus. Ein zoologischer Garten mit starkem Fokus auf Artenschutz und naturnaher Gestaltung.
ZOOM-Erlebniswelt
Themenwelten Afrika, Alaska und Asien in einem weitläufigen und beeindruckend gestalteten Zoo in Gelsenkirchen
Zoo Duisburg
Zwischen Stadtwald und Autobahn liegt einer der artenreichsten Zoos Deutschlands. Hier treffen Koalas und Elefanten auf eine grüne Umgebung mit langer Tradition.
Tierpark Bochum
Kompakt, zentral und überraschend vielfältig: am Stadtpark liegt im Schatten des „Riesens“ dieser Ort mit kurzen Wegen und Tierbegegnungen mitten in der Stadt.
Tierpark Hamm
Familienfreundlicher Park mit exotischen Tieren, Streichelzoo und ruhigen Spazierwegen.
Tierpark Recklinghausen
Kostenlos zugänglich und mitten im grünen Stadtgarten gelegen.
Ein beliebtes Ziel für entspannte Stunden zwischen Damwild, Ziegen und Lachmöwen.
Sea Life Oberhausen
Ein Blick unter die Wasseroberfläche – von der heimischen Flusslandschaft bis zu tropischen Meeren.
Das Aquarium zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und empfindlich die Welt unter Wasser ist.
Tiergehege im Kaisergarten
Weitläufige Parkanlage mit kleinem, liebevoll gepflegtem Tiergehege und Blick auf Schloss Oberhausen. Ideal für Spaziergänge am Wasser und kurze Pausen inmitten gepflegter Grünanlagen.
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Wildparks
Wildparks bieten Naturerlebnis in seiner regionalen Form. Hier begegnet man heimischen Tieren in großzügigen Gehegen, eingebettet in Wälder und Wiesen. Oft führen barrierearme Wege durch die Anlagen, ergänzt durch Spielplätze, kleine Cafés oder Lehrpfade. Ideal für Ausflüge, bei denen sich Naturbeobachtung und Erholung harmonisch verbinden.
Der Naturwildpark Granat und der Wildwald Voßwinkel sind im weiteren Verlauf dieses Artikels beschrieben, der Wildpark Dülmen wird in einem eigenen Beitrag vorgestellt.
Naturwildpark Granat (Haltern)
Ausgedehnter Wildpark in der Hohen Mark im nördlichen Ruhrgebiet mit Wegen durch den Wald, einer großen Freifläche und einigen Gehegen mit besonderen Tierarten.
Wildwald Voßwinkel (Arnsberg)
Großer Wildpark im Lüerwald mit zwei großen Bereichen für Rotwild und Schweine und einigen kleinen Gehegen.
Wildpark Dülmen
Ein Wildpark im nahen Münsterland, der frei zu besuchen ist und durch einen Landstreifer-Rundwanderweg erschlossen ist.
Wildgehege
Wildgatter sind die stilleren Verwandten der großen Tierparks. Sie liegen oft an Waldrändern oder in Naherholungsgebieten und bewahren ihren ursprünglichen Charakter. Wer hier spazieren geht, hört das Rascheln der Blätter und das Knacken der Äste – und mit etwas Glück das leise Schnauben eines Rehs. Eine Einladung, Natur aus nächster Nähe und in ruhiger Atmosphäre zu erleben.
Einige der Wildgehege haben eigene Artikel oder werden mit anderen Zielen zusammen in einem Beitrag vorgestellt. Einzelne Wildgehege haben Kurzbeiträge im weiteren Verlauf dieser Seite.
Wildgehege Grutholz
Desireh, Bonbon und Flocke heißen die weißen Rehe, die man am Rande von Castrop-Rauxel am Grutholz besichtigen kann.
Wildgatter im Heissiwald
Oberhalb vom Baldeneysee befindet sich ein Wildgehege im Heissiwald, das man bequem auf einer Wanderung auf dem BaldeneySteig besuchen kann.
Wildgehege Weitmarer Holz
Desireh, Bonbon und Flocke heißen die weißen Rehe, die man am Rande von Castrop-Rauxel am Grutholz besichtigen kann.
Saupark und Wildgehege Hagen
Oberhalb von Hagen befinden sich zwei Wildgehege, die Station auf einer Wanderung auf dem 3TürmeWEG sind.
Streichelzoo und Wildgehege Hohenstein
Freizeitanlage mit Streichelzoo und Wildgehege an einem kleinen Stausee und dem Berger-Denkmal hoch über dem Ruhrtal bei Witten
Wichteltal
Ein kleines Wildgehege im Wichteltal bei Essen, das sich auf einer Radtour auf dem RuhrtalRadweg besuchen lässt.
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Das Wildgehege Wichteltal in Essen
Nicht weit von der Ruhr entfernt und sehr gut mit dem Fahrrad als Abstecher und Pausen-Möglichkeit vom RuhrtalRadweg zwischen Dahlhausen und Steele erreichbar, befindet sich das etwa 2 Hektar kleine Tiergehege im Wichteltal. Es liegt am Rande der Trinkwassergewinnungsanlagen der Ruhr, wo der Altendorfer Bach in den alten Holteyer Hafen und damit in die Ruhr fließt.
Zu seiner Gründung in den 1960er Jahren dürfte es noch die alte Eisenbahnstrecke direkt hinter der Weide erlebt haben, eines der wenigen verbliebenen Hinweise auf rege Industrie- und Bergbautätigkeit in diesem Teil des Ruhrgebiets. Zweifellos war die Gegend damals nicht so idyllisch wie heute und wie der Name andeutet. In der Nähe gab es einige Stollen und Zechen, woran heute allerdings kaum etwas noch erinnert.
Genauer gesagt handelt es sich um ein Ziegengehege. Im Jahr 2005 hat sich ein Verein mit dem Ziel des Erhalts und der Pflege des Geheges gegründet. Es ist heute eine Art „Gnadenhof“ beispielsweise für zuvor verwahrloste Tiere. An bestimmten Anlässen und Aktionen oder Tagen der offenen Tür wird versucht, insbesondere Kindern die Tiere näher zu bringen und sie für die Natur zu begeistern.





An allen übrigen Tagen lassen sich die Bewohner des Geheges sehr gut vom Zaun aus beobachten. Durch die großen Maschen des Zauns können die Tiere angefasst, gefüttert und auch fotografiert werden. Direkt davor befindet sich auch ein Futterautomat. Gegen einen geringen Münzbetrag kann hier etwas Spezialfutter für die Tiere gekauft und direkt verfüttert werden.
Der Verein ist auf Spenden (Futter, Baumaterial, Geld) angewiesen. Kontaktmöglichkeiten und Informationen dazu finden sich auf der Internetseite. Hier finden sich auch Informationen zum Verfüttern bzw. auch nicht verfüttern von bestimmten mitgebrachten Lebensmitteln.
Informationen zum Besuch:
Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Das Gehege ist ständig und frei zugänglich.
Hin und wieder werden besondere Aktionen insbesondere für Kinder angeboten. Mehr Informationen dazu bietet die offizielle Webseite des Fördervereins (siehe unten). Das Gehege kann nur unter Betreuung des Vereins bei Veranstaltungen betreten werden. Im Normalbetrieb ist es über die Aussichtspunkte zu überblicken. Ein Waldweg führt einmal rings herum. Allerdings sind die Einblicke auf der nördlichen Seite beschränkt. Wer die Tiere fotografieren möchte, muss etwas mit dem Zaun mit den dünnen Gitterstäben kämpfen. Man kann sich an allerhand Tricks versuchen, diese im späteren Bild unsichtbar scheinen zu lassen.
Offizielle Internetseite: www.wichteltal.de
Anreise mit dem Auto:
Auf der A52 bis zur Ausfahrt 30 Essen-Bergerhausen. Aus Richtung A40 / Bochum links, aus Richtung Düsseldorf rechts abbiegen auf die B227 Ruhrallee. Nach 2 km links auf die Konrad-Adenauer-Brücke nach Überruhr und weiter auf der Marie-Juchacz-Straße bis zum Ende. Dort rechts auf die Überruhrstraße und sofort links in die Mönkhoffstraße. Am Ende liegt links die Straße Wichteltal mit dem Gehege.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Mönkhoffstraße, Kreuzung Wichteltal in Essen
Anreise mit Bus und Bahn:
Von Essen Hbf. mit dem Bus SB15 Richtung Burgaltendorf bis Heuweg. Dort auf die Mönkhoffstraße bis zum Ende, dann links bis zum Gehege.
Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:
Auf dem RuhrtalRadweg zwischen Dahlhausen und Steele am Holteyer Hafen (kleine Brücke über die alte Hafenzufahrt und Leinpfad am „bunten Strommast“) in die Straße Wichteltal. Der Beschilderung der Alternativroute des RuhrtalRadwegs auch Richtung Friedenskapelle bis zum Wildgehege folgen.















