Der Tierpark und Bismarckturm im Stadtpark in Bochum
Wer durch den Stadtpark Bochum spaziert, erkundet eine überraschend große Grünanlage in der Großstadt. Über den alten Baumkronen erhebt sich der mächtige Bismarckturm, den man aufgrund seiner Rekordgröße „den Riesen“ nennt. Er ist ein markantes Wahrzeichen, das seit über hundert Jahren über die Stadt blickt. Am Rande des Parks liegt der Tierpark mit dem Fossilium, wo Tiere und urzeitliche Fossilien gleichermaßen faszinieren. Alle Attraktionen zusammen geben dem Stadtpark seine besondere Mischung aus Ruhe, Bildung und Erlebnis.
Derzeit wird der Stadtpark für die IGA 2027 umgebaut, weshalb einige Park-Abschnitte nacheinander nicht zugänglich sind. Dafür gibt es voraussichtlich ab 2026 einen schönen Spielplatz und Minigolfplatz im Norden und einen sanierten Teich. Der Tierpark ist davon nicht betroffen.
Besonders beliebt ist der Park im Frühling, wenn die große Magnolie unweit vom Bismarckturm blüht. Im Herbst färbt sich das Laub der Bäume bunt und im Sommer bietet der Stadtpark willkommene Abkühlung unter altem Baumbestand.





















Der Riese – Bismarckturm Bochum
Nach etwa zweijähriger Planungs- und Bauzeit wurde der Bochumer Bismarckturm am 1910 feierlich eröffnet. Mit seiner Höhe von 34 Metern ist er einer von den zehn höchsten erbauten und der vierthöchste erhaltene Bismarckturm weltweit – nicht umsonst trägt sein Entwurf des Architekten Albert Friebe den Namen Der Riese.
Der runde Sandsteinbau steht auf einem mehrstufigen Podest. Mit der Basis, den zwei Mittelteilen und der Aussichtsplattform mit einer aufgesetzten Rotunde lässt sich der Turm architektonisch in mehrere, klar voneinander getrennte Teile gliedern. Auffällig dabei sind insbesondere die im oberen Mittelteil umlaufenden Säulenelemente. Auf dem Dach der Rotunde befand sich bis zu ihrem Abbau die Feuerschale, in der ein Benzolfeuer entzündet werden konnte.
Aufstieg auf den Riesen
Durch die Eingangstür stößt der Besucher zunächst auf die Eingangshalle mit der Nische, in der einst eine Büste des Reichskanzlers stand. Über eine an der runden Wand entlang verlaufenden Steintreppe gelangt man auf unterschiedliche Geschosse, die für verschiedene kleine Fotoausstellungen genutzt werden.
Schließlich erreicht man die Galerie, die um die Rotunde verlaufend als Aussichtsplattform dient. Hoch über den Baumwipfeln reicht der Blick dabei weit über das mittlere Ruhrgebiet. Direkt ins Auge fällt das grünliche Fördergerüst über dem Deutschen Bergbau-Museum. Doch mit der Zeit und Orientierung entdeckt man immer mehr inzwischen bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten, beispielsweise den Wasserturm an der Jahrhunderthalle, das Dach des Planetariums, das Exzenterhaus an der Oskar-Hoffmann-Straße, die Hochhäuser am Bahnhof oder auf der anderen Seite das Stadion des VFL Bochum, der Tippelsberg mit seinen Aussichtsstelen oder auch die Halden Hoheward und Hoppenbruch in Herten mit Horizontobservatorium und Windrad. Bei entsprechendem Wetter erkennt man die sich eifrig drehenden Rotoren der Windräder auf der höchsten Halde Oberscholven in Gelsenkirchen. Nicht zuletzt bietet der Turm einen guten Überblick auf den kleinen Tierpark, der sich direkt neben dem Bau erstreckt.









Der Tierpark Bochum
Direkt am Bochumer Stadtpark liegt ein ungewöhnlicher kleiner Zoo: der Tierpark Bochum. Auf vergleichsweise kompakter Fläche verbindet er klassische Tiergehege mit einer Nordseelandschaft, einem Streichelzoo, Aquarium und Terrarien sowie dem Fossilium. Vieles lässt sich auf einem kurzen Rundgang entdecken – und gerade die überschaubare Größe macht den Tierpark angenehm unkompliziert.
Gegründet wurde der Tierpark bereits 1933. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde er wieder aufgebaut und nach und nach erweitert. Seit 1996 gehört auch das Fossilium zum Tierpark. Heute verteilen sich die Anlagen auf rund zwei Hektar direkt am Stadtpark.
Zwischen Kattas und Nasenbären
Vom Eingang an der Klinikstraße führt der Rundgang zunächst mitten hinein in die Tierwelt. Flamingos begrüßen die Besuchenden, bevor es weiter zu den Kattas und Nasenbären geht.
Besonders die Kattas sind kaum zu übersehen: Mit ihren auffällig geringelten Schwänzen gehören die Lemuren zu den charakteristischen Bewohnern des Tierparks. Gleich daneben sorgen die Nasenbären mit ihren langen, beweglichen Schnauzen für einen etwas anderen Anblick.






Der Weg führt weiter vorbei an den Asienwelten in Richtung Streichelzoo. Hier wird es deutlich zutraulicher.
Zwergziegen zum Anfassen
Im Streichelzoo leben Zwergziegen. Sie gehören zu den Tieren, bei denen die Distanz zwischen Mensch und Tier besonders klein wird. Die neugierigen Ziegen kommen gerne an den Zaun und lassen sich dort auch füttern. Ein Automat, aus dem sich geeignetes Futter in die Hand abfüllen lässt, steht direkt daneben. Damit wird der Bereich vor allem für Kinder schnell zu einem der beliebtesten Punkte des Rundgangs.









Vorbei am Geierturm geht es weiter in den hinteren Teil des Tierparks – und plötzlich rückt Bochum ein kleines Stück zur Nordseeküste.
Nordseewelten: Urlaubsgefühl mitten in Bochum
Sandstrand, Dünen, Strandhafer und plätscherndes Wasser: Die Nordseewelten gehören zu den auffälligsten Bereichen des Tierparks. Die Anlage ist einer typischen Küstenlandschaft nachempfunden und vermittelt auf kleinem Raum ein wenig Meeres-Atmosphäre.
Eine Brücke führt über das Wasserbecken der Seehunde und Pinguine. Anschließend geht es durch die Watvogelvoliere. So liegen verschiedene Lebensräume der Nordseeküste direkt hintereinander. Gerade an einem warmen Sommertag wirkt die Kombination aus Wasser, Sand und Dünen besonders passend. Wer die Nordsee mag, dürfte hier zumindest kurz, hier mitten im Revier, an einen Urlaub am Meer denken.








Nach den Nordseewelten führt der Rundgang wieder zurück in Richtung Spielplatz. Dabei wartet eine Begegnung mit Tieren, die es deutlich ruhiger angehen lassen. Bei den Riesenschildkröten ist Entschleunigung angesagt. Die beeindruckend großen Tiere bewegen sich gemächlich durch ihre Anlage und lassen sich dabei in aller Ruhe beobachten.














Nicht weit entfernt und wieder direkt am Haupteingang liegt ein weiterer Publikumsliebling: die Erdmännchen. Bei ihnen geht es allerdings deutlich lebhafter zu. Die kleinen Tiere sind ständig in Bewegung, beobachten ihre Umgebung und richten sich immer wieder aufmerksam auf. Wer Erdmännchen schon einmal beobachtet hat, kennt das typische Bild: Eines der Tiere steht aufrecht und hält Ausschau, während die anderen durch das Gehege wuseln. Auch im Tierpark Bochum lässt sich dieses charakteristische Verhalten gut beobachten.
Wer noch mehr tierische Ausflugsziele entdecken möchte, findet in der Rubrik Tierparks und Zoos im Ruhrgebiet weitere Empfehlungen. Von großen Anlagen bis zu kleinen Tierparks ist dort die ganze Vielfalt der Region versammelt.
Aquarium- und Terrarienhaus
Hinter dem Erdmännchengehege beginnt schließlich der Bereich, der den Tierpark Bochum von vielen anderen kleinen Zoos unterscheidet: das Fossilium mit dem angeschlossenen Aquarium- und Terrarienhaus.
Das Fossilium entstand 1996 und zeigt unter anderem fossile Funde von Tieren und Pflanzen aus dem Altmühltal in Bayern. Die Region ist nicht nur für ihre Landschaft entlang der Altmühl bekannt, sondern auch für ihre bedeutenden Fossilienfundstellen.
Direkt anschließend geht es vom Reich der längst ausgestorbenen Tiere in die Welt der heute lebenden Arten: Im Aquarium- und Terrarienhaus warten exotische Wasser- und Landbewohner. Zwischen Aquarien und Terrarien ist dabei für unterschiedliche Vorlieben etwas dabei. Während die einen vor großen, behaarten Spinnenbeinen oder Schlangen vielleicht lieber etwas Abstand halten, lassen sich andere entspannt vor den farbenprächtigen Fischen im großen Korallenbecken nieder. Wer aber auf Reptilien und Amphibien steht, könnte im TerraZoo in Rheinberg am Niederrhein ein lohnenswertes Ziel finden.











Der Tierpark Bochum ist kein weitläufiger Zoo, in dem man einen ganzen Tag unterwegs sein muss. Seine Stärke liegt gerade in der kompakten Anlage und der Vielfalt auf kleinem Raum. Auf einem kurzen Rundgang geht es von Lemuren und Nasenbären über Zwergziegen und die Nordseeküste bis zu Riesenschildkröten, Erdmännchen, Fossilien und tropischen Aquarien.
Informationen zum Besuch:
Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Der Stadtpark ist ständig frei zugänglich. Der Tierpark ist ganzjährig ab 09.00 Uhr geöffnet. Der Bismarckturm Bochum ist nur an einzelnen Terminen im Jahr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Plattform wird nur über Treppenstufen erreicht.
Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für diesen Zoo entsprechen der mittleren Kategorie €€ (zwischen 5,- Euro und 10,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen. Hunde können (an der Leine) kostenlos mit in den Park geführt werden. Für das Fossilium sind keine weiteren Eintrittsgelder erforderlich. Besitzer der Ruhr.Topcard haben einmalig freien Eintritt.
Im Tierpark befinden sich gastronomische und auch sanitäre Einrichtungen. Besonders interessant für die Kleinen ist der Spielplatz unweit des Eingangs.
Offizielle Internetseite: www.tierpark-bochum.de
Ganz in der Nähe befinden sich das Zeiss-Planetarium und das Deutsche Bergbau-Museum, die jeweils gut mit einem Besuch im Stadtpark oder Tierpark kombiniert werden können.
Anreise mit dem Auto:
Auf der A40 bis zur Ausfahrt 36 Bochum-Stadion. An der ersten Kreuzung rechts der Beschilderung zum Tierpark folgend in die Gudrunstraße abbiegen. Am Kreisverkehr links abbiegen in die Klinikstraße. Der Eingang zum Zoo liegt etwas versteckt nach ca. 500 auf der rechten Seite. Man kann hier in der Straße einen Parkplatz finden. Eine große Anzahl von Parkplätzen bietet die Küppersstraße, wenn man am Eingang des Zoos vorbeifährt und nach 250m links abbiegt.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Klinikstraße 49 in Bochum
Anreise mit Bus und Bahn:
Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Bochum Hauptbahnhof. Von der Bahnhofshalle die Treppe hinunter zu den U- und Straßenbahnen und direkt rechts die nächste Treppe auf die zweite Verteilerebene. Dort scharfrechts und mit der Linie 308 / 318 Richtung Gerthe bis zur nächsten Haltestelle Planetarium fahren. Den Ausgang zurück gegen die Fahrtrichtung wählen und entlang der Klinikstraße bis zum Eingang des Stadtparks oder ca. 400 m bis zum Zoo-Eingang laufen.
Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:
Die Deutsche Fußballroute NRW führt am Stadtpark mit dem Tierpark und dem Bismarckturm vorbei.
Zieleingabe ins Navigationssystem: Klinikstraße 49 in Bochum
Kartenmaterial / Literatur:
In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Tierpark, Stadtpark bzw. die Region abgebildet: ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000), Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000), BVA Radwanderkarte Kreis Recklinghausen* (1:50.000) sowie Kompass Wanderkarte Südliches Ruhrgebiet* (1:50.000).
Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Bochum von oben – die schönsten Luftbilder der Stadt* und Bismarcktürme: Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis*
Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung
Geographische Koordinaten: 51°29’25.40″N, 7°13’33.91″E – Bismarckturm
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32): 376846 m, 5705852 m – Bismarckturm
Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.
Offizielle Internetseite der Stadt Bochum: www.bochum.de