GeoPfad Hülser Berg in Krefeld – Landschaft, Geschichte und Aussicht

Der Hülser Berg gehört zu den eher unscheinbaren, aber beim zweiten Blick sehr interessanten Landschaftsräumen am Niederrhein vor den Toren des Ruhrgebietes. Auf den ersten Blick ist er ein bewaldeter Höhenzug am Rand von Krefeld, der vor allem als Naherholungsgebiet genutzt wird. Wer genauer hinschaut, entdeckt jedoch eine Landschaft, die von Eiszeiten, Rohstoffgewinnung, Waldwirtschaft und Freizeitnutzung gleichermaßen geprägt ist.

Mit dem GeoPfad Hülser Berg lässt sich diese Entwicklung heute gut nachvollziehen. Der Themenweg verbindet geologische Hintergründe mit lokalen Besonderheiten und führt durch Wald, ehemalige Abbauflächen und das angrenzende Hülser Bruch. Ein markanter Orientierungspunkt ist dabei der Aussichtsturm auf dem höchsten Punkt des Berges, der weite Blicke über den Niederrhein ermöglicht.

Der Hülser Berg lässt sich zudem auf ungewöhnliche Weise erreichen: An ausgewählten Sonntagen im Sommer verkehrt der historische Dampfzug „Schluff“ zwischen Krefeld und Hüls und macht den Ausflug selbst schon zu einem Teil des Erlebnisses. Der folgende Beitrag stellt den GeoPfad, den Aussichtsturm und diese besondere Anreisemöglichkeit näher vor.

Übersichtskarte Hülser Berg in Krefeld

InformationInformationen zur Anreise mit dem Auto, Bus und Bahn, dem Museumszug und dem Fahrrad finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

Geopfad
Geopfade beschreiben die geologische und landschaftliche Entwicklung eines kleinen Gebietes. Aus dem Ruhrgebiet ist beispielsweise der Geopfad am Kaisberg (Harkortsee) auf diesen Seiten vorgestellt. Üblicherweise gibt es dazu entlang eines beschilderten Weges Informationstafeln. Meist stehen sie an Formationen oder Bodenprofilen, die dann anschaulich erläutert werden.

Der GeoPfad Hülser Berg und Waldlehrpfad

Entstanden ist der Hülser Berg als Teil eines Endmoränenzugs der Saale-Eiszeit, der sich deutlich vom ansonsten flachen Niederrhein abhebt. Genau diese Besonderheit steht im Mittelpunkt des Themenwegs. Mit 63 Metern über dem Meeresspiegel ist der Hülser Berg die höchste natürliche Erhebung Krefelds. In der Nähe gibt es außerdem noch den jeweils einige Meter höheren Kapuzinerberg und Inrather Berg – beides sind allerdings künstlich geschaffene Deponien.

Entlang des GeoPfads informieren mehrere Stationen über die Entstehung der Landschaft, über Sand-, Kies- und Tonvorkommen sowie über die Nutzung des Gebiets durch den Menschen. Alte Tongruben, feuchte Senken und Relikte früherer Rohstoffgewinnung sind dabei nicht nur historische Zeugnisse, sondern prägen bis heute Flora und Fauna.

Der Weg führt durch Waldabschnitte, offene Bereiche am Rand des Hülser Bruchs und vorbei an kleineren Aussichtspunkten. Thematisiert werden zwei Quellen (u.a. die Eremitenquelle), Kiesgruben und eine alte Wallburg, von der heute noch Gräben und Wälle im Gelände deutlich sichtbar sind. Einen Waldspielplatz passiert man dabei auch noch.

Die Infotafeln sind verständlich formuliert und richten sich nicht nur an Fachkundige, sondern auch an Spaziergehende und Familien. Der GeoPfad lässt sich gut mit einem Besuch des Aussichtsturms verbinden und vermittelt, warum der Hülser Berg geologisch gesehen eine Ausnahmeerscheinung in der Region ist. Teilweise parallel zum GeoPfad verläuft ein Waldlehrpfad mit Infotafeln zu Flora und Fauna.

Der Aussichtsturm auf dem Hülser Berg

Auf dem höchsten Punkt des Hülser Berges steht der Johannesturm, der ein weithin sichtbares Wahrzeichen ist. Der Turm ist rund 28 Meter hoch und ermöglicht – bei klarer Sicht – einen weiten Rundblick über den Niederrhein. Da der Hülser Berg selbst bereits eine der höchsten Erhebungen in der Umgebung ist, reicht der Blick deutlich über das Stadtgebiet von Krefeld hinaus.

Von der Aussichtsplattform aus, die nach über 160 Stufen erreicht wird, lassen sich große Teile des Niederrheins überblicken. Sichtbar sind unter anderem die Stadtgebiete von Krefeld und Duisburg, Teile von Düsseldorf sowie die weitläufige, meist flache Landschaft zwischen Rhein und Maas. An besonders klaren Tagen zeichnet sich der Kontrast zwischen dichter Besiedlung, Industrieflächen und landwirtschaftlich geprägten Räumen gut ab. Sichtbar sind ein Fördergerüst der Zeche Niederberg, der Fernsehturm (Rheinturm) in Düsseldorf oder auch das Hallenhaus auf der Halde Norddeutschland.

Der Turm ist über gut ausgebaute Wege erreichbar und wird häufig als Zielpunkt für Spaziergänge und Wanderungen genutzt.

Anreise mit dem Dampfzug „Krefelder Schluff“

Eine besondere Möglichkeit, den Hülser Berg zu erreichen, bietet der historische Dampfzug „Krefelder Schluff“. An ausgewählten Sonntagen in den Sommermonaten fährt die Museumsbahn zwischen Krefeld und dem Stadtteil Hüls hin und her. Früher verlief die Strecke weiter bis Moers. Der Name geht auf den Begriff einer schlurfenden Pantoffel („Schluffe“) zurück.

Die Strecke wird von historischen Dampflokomotiven und Wagen befahren und erinnert an die frühere Bedeutung solcher Bahnen für den Güter- und Personenverkehr. Für die Gesamtstrecke benötigt der Zug fast eine Stunde – die Fahrt ist also recht gemächlich.

Der Endpunkt des Schluffs liegt nur wenige Gehminuten vom Hülser Berg entfernt und eignet sich gut als Ausgangspunkt für einen Spaziergang, die Wanderung auf dem GeoPfad oder den Aufstieg zum Aussichtsturm. Gerade für Besuchende von außerhalb verbindet der „Schluff“ die Anreise mit einem eigenständigen Erlebnis und ergänzt den landschaftlichen Ausflug um eine technische und kulturhistorische Komponente. In Kombination mit dem Hülser Berg entsteht so ein Ausflug, der Natur-, Landschafts- und Verkehrsgeschichte miteinander verbindet.

Der Schluff fährt üblicherweise von Mai bis September an Sonntagen. Meist gibt es dabei drei Hin- und drei Rückfahrten. Ähnlich wie bei der Brockenbahn im Harz ist für den Ticketpreis nicht relevant, wo zugestiegen wird. Online lässt sich die Hinfahrt buchen, die Rückfahrt kann dabei frei gewählt werden.

Offizielle Internetseite: www.schluff-krefeld.de

Informationen zur Anreise:

Anreise mit dem Auto:

Auf der A57 bis zur Ausfahrt 12 Krefeld-Gartenstadt und dort auf den Charlottering Richtung Krefeld. Nach ca. 4 km an der Ampel rechts abbiegen auf die Moerser Straße. Im Kreisverkehr halb-links bzw. geradeaus weiterfahren. Nach 3 km links in die Straße Lousbilldyk und hinter der zweiten scharfen Kurve links abbiegen zum Parkplatz am Rennstieg. Alternativ weiter auf der Straße Talring und nach 800 m links abbiegen auf den Hohlweg und nach 700 m rechts auf den Parkplatz am Talring fahren.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Rennstieg 1 oder Talring 1 / Boomdyk in Krefeld

Anreise mit Bus und Bahn / Museumszug:

Von Krefeld Hauptbahnhof mit dem Bus 60 bis Hülser Berg (Endstation).

Von St. Tönis und Krefeld Nord fährt im Sommer an Sonntagen der Schluff, eine Dampfeisenbahn, meist dreimal bis zum Hülser Berg und zurück (siehe Abschnitt „Schluff“). Vom Krefelder Hauptbahnhof sind die Ausgangspunkte St. Tönis und Krefeld Nord mit der Straßenbahn erreichbar. Der Schluff hält selbst nicht am Hauptbahnhof, sondern führt um die Stadt herum.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike:

Die NiederRheinroute verläuft direkt am Hülser Berg vorbei. Überquert wird dieser außerdem vom Radweg Hülser Berg, der auf einer Länge von etwa 20 Kilometern um Hüls verläuft.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Rennstieg 1 oder Talring 1 / Boomdyk in Krefeld

Kartenmaterial / Literatur:

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Hülser Berg bzw. die Region abgebildet: Kompass Fahrradkarte Kreis Wesel* (1:50.000) und Kompass Fahrradkarte Niederrhein* (1:70.000).

Diese thematisch passenden Bücher empfehle ich zur Vertiefung: Wanderglück Industriekultur: Zu Fuß durch das westliche Ruhrgebiet*

Koordinaten für GPS-Geräte und zur Tourenplanung

Geographische Koordinaten:
51°23’11.92″N, 6°32’17.87″E – Johannesturm (Aussichtsturm)
51°23’16.88″N, 6°32’12.52″E – Waldschenke, Waldspielplatz
51°23’19.00″N, 6°32’10.51″E – Parkplatz Rennstieg
51°23’18.57″N, 6°31’57.20″E – Wanderparkplatz
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von beispielsweise GoogleEarth und OpenStreetMap kopiert werden.

UTM-Koordinaten (Zone 32):
328712 m, 5695698 m – Johannesturm (Aussichtsturm)
328615 m, 5695859 m – Waldschenke, Waldspielplatz
328579 m, 5695922 m – Parkplatz Rennstieg
328321 m, 5695917 m – Wanderparkplatz

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.