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Rund um den Harkortsee in Wetter und Herdecke

Der Unternehmer Friedrich Harkort (1793-1880) hatte eine große Prägung auf das Ruhrgebiet und insbesondere die Region um Hagen und Wetter. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man nach diesem Industriepionier nicht nur die Harkortstraße und sogar einen Berg, den Harkortberg, benannt hat, auf dem auch noch das weithin sichtbare Harkortdenkmal steht. Auch ein Stausee der Ruhr trägt seinen Namen – und das Fahrgastschiff Friedrich Harkort, das auf dem Harkortsee fährt.

Der Harkortsee: Ein "tideabhängiger" Ruhrsee

Man mag es kaum glauben, aber der Pegel des Wassers im Harkortsee schwankt im Tagesverlauf kräftig – bis zu 50 Zentimeter. Und dabei ist der See ein Binnensee, der fast 200 Kilometer von der nächsten durch Ebbe und Flut beeinflussten Küste entfernt liegt. Doch der »Tidenhub« beruht nicht wie an der Nordseeküste auf der Kraft des Mondes, sondern ist, wie vieles im Ruhrgebiet, vom Menschen gemacht. Die Ursache dazu befindet sich am im Zulauf des Harkortsees liegenden und benachbarten Hengsteysee. Ein hochgelegenes Pumpspeicherkraftwerk entzieht dem Hengsteysee meist nachts Wasser, um es zur Stromerzeugung in Verbrauchs-Spitzenzeiten wieder in den See zurückfließen zu lassen. So entstehen im Hengsteysee ein deutlich messbares und sichtbares Profit und Defizit – je nach Tageszeit. Und dieser schwankende Wasserstand äußert sich auch im Abfluss des Hengsteysees und damit auch im Zufluss zum Harkortsee, während dieser selbst konstant abfließt.

Der Stausee entstand erst 1931 und wurde zum Zwecke der Feinreinigung des Ruhr-, Volme- und Lennewassers gebaut. Seitdem staut er die Ruhr hier zu einem maximal ca. 330m breiten See auf. Der alte Flussverlauf lässt sich noch heute anhand von Karten ablesen, in denen die Kreisgrenze zwischen der Stadt Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis eingezeichnet ist. Größtenteils decken sich Grenz- und Flussverlauf von damals. Die größte Seefläche erstreckt sich in etwa zwischen den beiden Eisenbahnbrücken, nämlich dem großen Ruhrviadukt der Volmetalbahn bei Herdecke und der zweigeteilten Brücke bei Wetter. In der Mitte des Gewässers gemessen beträgt die Länge zwischen den Brücken etwa 3 km. Verschiedene Ansichten und Quellen lassen den See allerdings auch schon vor dem Viadukt an der Stiftsmühle beginnen. Seine Oberfläche beträgt etwa 1,4 km². Das Volumen verringert sich durch die gewünschte Sedimentation langsam aber stetig, weshalb der See regelmäßig ausgebaggert werden muss.

Die Naherholung und der Sport sind ein weiterer wichtiger Zweck des Harkortsees. Neben üblichen Sportmöglichkeiten wie Segeln, Rudern oder Kanufahren auf dem Wasser bietet der See im Norden einen Rad- und Wanderweg (auf dem u.a. der RuhrtalRadweg verläuft), auf dem sich immer am Ufer entlang von Wetter nach Herdecke oder zurück wandern oder fahren lässt. Direkt an der Stadtgrenze liegt dabei auch ein Minigolfplatz auf halber Strecke. Passiert wird auch das Cuno-Kraftwerk mit seinem auffallenden, hohen Schornstein. Am Südufer, das allerdings keinen so schön nutzbaren Uferweg besitzt, befinden sich Campingplätze und ein Yachthafen.

In Alt-Wetter ist die Ruine der Burg Wetter aus dem 13. Jahrhundert einen kleinen Abstecher wert. Gegründet wurde sie von den Grafen von der Mark und ist heute noch in Teilen erhalten. Größtes Bauwerk ist der ca. 26,5 m hohe Rundturm. Ein Teil der Ruinenanlage lässt sich durch einen Gitterzaun beobachten, nur ein kleiner, etwas versteckt gelegener Turm im Norden dient als guter Aussichtspunkt über den See (siehe Foto am Seitenkopf). Diese Burganlage hat auch direkt mit dem eingangs vorgestellten Unternehmer Harkort zu tun, der 1819 in der Burg eine der ersten Maschinenbaufabriken einrichtete – Relikte davon sucht man hier allerdings vergeblich.

Harkortsee

Der Harkortsee: Blick von der Ruine Wetter auf Herdecke

Harkortsee

Rad- und Wanderweg direkt am Wasser bei Wetter

Harkortsee

Harkortsee mit Harkortberg und – ganz oben – dem Harkortturm

Ruhrviadukt Herdecke

Aussicht vom Harkortberg über den See auf den Ruhrviadukt

Blick über den Harkortsee

Panoramablick über den Harkortsee: Cuno-Kraftwerk, Yachthafen und Häuser von Herdecke

Wetter und See

Alt-Wetter mit der Burgruine, gesehen vom Ufer bei Herdecke

Harkortsee

Yachthafen und Wasserschloss Werdringen

Yachthafen am Harkortsee

Yachtclub und Kläranlage

Eisenbahnbrücke üebr den Harkortsee

Südende: Eisenbahnbrücke bei Wetter

Sicherlich gibt es im Ruhrgebiet Seen, die touristisch besser erschlossen sind und auch eine vollständige Umrundung am Wasser ermöglichen. Doch gerade deshalb ist insbesondere der vergleichsweise eher wenig bekannte Harkortsee nicht überlaufen und bietet Möglichkeiten zur Ruhe und Erholung. Ausgedehnte Wanderungen bieten sich auf den Höhen am Nordufer an. Ein Wandersteig, der gutes Schuhwerk und gewisse Kondition erfordert, führt von der Landstraße einige Meter westlich vom Minigolfplatz auf den Bergkamm und stößt auf ein Netz von lokalen Wanderwegen und den WestfalenWanderWeg. Hier bieten sich stellenweise exzellente Ausblicke über den See und auch der Harkortturm und ein Hochseilklettergarten werden erreicht.

Der Harkortturm

Ein wenig ungewöhnlich ist die Lage des schlanken Aussichtsturms am Rande eines Sportplatzes schon. Der 1884 eingeweihte und 35 Meter hohe Harkortturm wurde vier Jahre nach dem Tode des Industriepioniers als sein Denkmal erreichtet. Auf dem quadratischen Pyramidenstumpf aus Sandstein mit Aussichtsterrasse erhebt sich ein schlanker, weiß verputzter Zylinder, der oben mit einer Aussichtsplattform wieder aus Sandstein mit Zinnen abschließt und vier kleine Ecktürmchen hat, die allesamt an einen kleinen Burgturm erinnern. Der Architekt dieses Bauwerks ist Bruno Schmitz, der auch für das Völkerschlachtdenkmal, das Kyffhäuserdenkmal oder auch den Bismarckturm Unna in Fröndenberg verantwortlich ist. Während man in der Anfangszeit sogar von seinem Fuße aus das Ruhrtal überblicken konnte, ist dank des inzwischen über hundert Jahre andauernden Wachstums der Bäume nur noch eine Aussicht an bestimmten Schneisen oder von der Aussichtsplattform (Zugänglichkeit siehe Internetseite Heimatverein unten) möglich. Weit reicht der Blick über den See und die Stadt Wetter, trotzdem der Turm nicht einmal am höchsten Punkt des Harkortberges steht, sondern mit etwa 110 Metern über dem Meeresspiegel rund 20 Meter tiefer. Durch seine herausragende Form und seine Einmaligkeit ist der Turm für die Stadt Wetter eine wichtige Landmarke geworden.

Harkortturm Wetter Harkortturm Wetter

 

Der Ruhrviadukt der Rheinischen Eisenbahn

Am Ostufer des Sees wird der Zulauf der Ruhr zum Harkortsee durch ein besonders eindrucksvolles Brückenbauwerk überspannt. Es handelt sich dabei um den Ruhrviadukt der Rheinischen Eisenbahn, der ab 1877 aus Sandstein erbaut wurde. Seit 1879 fahren hier die Züge zwischen Hagen und Dortmund. Er hat eine Länge von 313 Metern, eine Höhe von maximal ca. 30 Metern und besteht aus zwölf Bögen. Dabei beschreibt die Brücke eine langgezogene Kurve. Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Viadukt schwere Beschädigungen. Einerseits wurde ein ganzer Pfeiler durch die Flutwelle aus der zerstörten Möhnetalsperre im Mai 1943 weggerissen. Andererseits wurden Pfeiler durch die Wehrmacht gegen Kriegsende gesprengt. Nach dem Wiederaufbau ist die große Brücke heute nach wie vor in Betrieb. Die Züge der Regionalbahnlinie RB 52 »Volmetal-Bahn« passieren sie zwischen Hagen und Herdecke im Stundentakt in jeder Richtung etwa zur vollen Stunde.

Ruhrviadukt in Herdecke

Ruhrviadukt der Rheinischen Eisenbahn über die Ruhr in Herdecke (die Ruhr verläuft links hinter der "Halbinsel")

 

Informationen zum Besuch am Harkortsee und Umgebung:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Harkortturms: Der Turm ist im Sommerhalbjahr an ein oder zwei bestimmten Tagen jeden Monats für den Aufstieg geöffnet, meistens am ersten Sonntag im Monat (siehe Link zum Heimatverein). Die Öffnung ist an der gehissten Fahne erkennbar. Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Turms entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Fazit und Tipp des Webmasters: Trotzdem der See sich nicht vollständig umrunden lässt, hat der See seinen Charme. Empfehlenswert ist das Bachviertel von Herdecke. Denkbar ist eine Wanderung am Seeufer und Rückkehr über den Harkortberg zum Ausgangspunkt zurück, da sich hier sehr schöne Überblicke auf den See bieten. Nicht weit entfernt liegt die Ruine Volmarstein. Der See wird automatisch auf einer Tour auf dem RuhrtalRadweg erreicht.

Anreise mit dem Auto: Vorneweg – einen speziellen großen Wanderparkplatz am See wie andernorts gibt es leider nicht. Es bieten sich jedoch drei Ausgangspunkte an, von denen sich der See im Norden ganz gut erkunden lässt.

Auf der A1 bis zur Ausfahrt 88 Hagen-West. Aus allen Richtungen links abbiegen auf die B226 Richtung Witten. Nach ca. 2 km wird die Ruhr überquert (zwei Brücken). Nach 600m rechts abbiegen in die Kaiserstraße (L675) Richtung Herdecke. Die Burg Wetter ist ausgeschildert; Hier kann man in den Nebenstraßen von Alt-Wetter am Rand parken und auf beschilderten Wegen zum See laufen.

Alternativ weiter auf der L675 bis zum Minigolfplatz (weitere 1,5 km). Hier befindet sich ein Parkplatz, der jedoch nur für Nutzer der Freizeitanlage frei ist. Weitere 1,5 km dahinter ist Herdecke erreicht. Auch hier kann man am Straßenrand parken und zu Fuß zum Seeufer und zum Ruhrviadukt laufen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Burgstraße in Wetter (Ruhr)

Geographische Koordinaten:
51°23'21.70"N, 7°24'01.04"E – Aussichtspunkt Ruine Wetter
51°24'07.54"N, 7°24'53.08"E – Kraftwerk Cuno
51°24'01.01"N, 7°25'19.37"E – Ruhrviadukt Herdecke
51°23'37.56"N, 7°23'46.70"E – Harkortturm
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
388694 m, 5694339 m – Aussichtspunkt Ruine Wetter

389730 m, 5695733 m – Kraftwerk Cuno
390234 m, 5695520 m – Ruhrviadukt Herdecke
388427 m, 5694835 m – Harkortturm

Anreise mit Bus und Bahn: Bedingt durch die Geographie des Sees bieten sich mehrere Anreiseempfehlungen je nach Ausgangspunkt an:
Ausgangspunkt Wetter: Von Hagen, Dortmund, Bochum oder Essen mit RE 16, RB 40 oder S5 bis Wetter (Ruhr). Von der Bahnhofstraße auf vielen Wegen nach Osten / Nordosten durch Alt-Wetter, z. B. in die Friedrichstraße nach rechts und an der Kreuzung Kaiserstraße nach links. Der Beschilderung zum Harkortsee folgen. Der Fußweg beträgt etwa 1,5 km bis zum See.

Ausgangspunkt Herdecke: Von Hagen oder Dortmund mit der RB 52 bis Herdecke. Aus Richtung Hagen wird dabei kurz vorher der große Ruhrviadukt überfahren. Auf der Bahnhofstraße bergab nach rechts Richtung Ortsmitte. Geradeaus in die Fußgängerzone und im Bogen rechts. An der Hauptstraße links bis zum Zweibrücker Hof. Hier rechts zum Ruhrufer und auf dem Radweg Richtung Ruhrviadukt zum See. Der Fußweg beläuft sich auf ca. 1,1 km zum Wasser und 2,4 km bis zum Viadukt und dem Beginn des eigentlichen Sees.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der Radfernweg RuhrtalRadweg von Winterberg nach Duisburg führt direkt am Seeufer entlang. Erschlossen wird der Harkortsee außerdem durch den Radweg Ruhrtal8, der in der Form dieser Zahl um Harkort- und Hengsteysee verläuft.

Anreise auf Schusters Rappen: Hoch über dem Harkortsee verläuft der WestfalenWanderWeg Hattingen-Altenbeken von Witten kommend über den Harkortberg und bietet stellenweise sehr gute Aussichten auf den See.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Harkortsee dargestellt. Für Wanderer ist der Leporello WestfalenWanderWeg im Maßstab 1:35.000 ideal, hier befindet sich der See auf den Kartenseiten 3 und 4. Im Rad-Leporello RuhrtalRadweg im Maßstab 1:50.000 ist der See auf der Kachel 11 dargestellt. In der ebenfalls in 1:50.000 gedruckten Flächenkarte "Hagen und Umgebung" liegt der See im Planquadrat A3.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Westfalen WanderWeg   Rad- und Wanderkarte Hagen und Umgebung  

Hochseilgarten Harkortberg: www.kletterpark-wetter.de
Route Industriekultur (Ruhrviadukt): www.route-industriekultur.ruhr
Heimatverein zum Harkortturm: www.heimatschauspiel.de
Route Industriekultur (Harkortturm):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr