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Der Bergbauwanderweg im Muttental in Witten

Den Frühen Bergbau des Ruhrgebiets in einem idyllischen Tal sehen und erleben

Manche sehen es als die Königin aller Bergbauwanderwege im Ruhrgebiet. Keine andere Region zeigt auf so vielfältige und beeindruckende Weise die Zeugnisse des frühen Bergbaus gekoppelt mit einer wilden Romantik des Tales, Wälder und der gemächlich dahin plätschernde Muttenbach – wohlwissend, dass man hier noch im eigentlich so dicht bebauten Ruhrgebiet steht. Hier im Muttental wurde vermutlich die erste Kohle im Ruhrrevier gefunden. Natürlich sagen auch andere Regionen um Sprockhövel, sie seien die Wiege des Bergbaus im Ruhrgebiet. Zahlreiche Klein- und Kleinstzechen förderten hier einst Kohle in Stollen und ersten Schächten zutage. Heute lassen sich viele Relikte der vergangenen Zeit anhand von rekonstruierten und erhaltenen Objekten auf einem Spaziergang auf dem Bergbauwanderweg besichtigen. Erschlossen werden durch den Wanderweg, der völlig frei gewählt werden kann, auch die Ruine Hardenstein, das Industriemuseum Zeche Nachtigall und das Gruben- und Feldbahnmuseum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Theresia. Auch ein Abstecher zum Schloss Steinhausen bietet sich an. Dieser Beitrag erläutert den Weg und die Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und sieht sich als kleiner Reiseführer für einen ganzen Tag in einem der schönsten Täler des Reviers.

In der folgenden Übersichtskarte ist eine Tourempfehlung eingezeichnet. Sie beginnt am Parkplatz Nachtigallstraße und führt durch das Muttental zu allen wichtigen Stationen – über das Feldbahnmuseum, die Zeche Nachtigall, die Spuren des frühen Bergbaus, die Ruine Hardenstein und Schloss Steinhausen. Auch die Muttenthalbahn kommt (an den Fahrtagen) zu ihrem Einsatz. Die Tour kann beliebig verändert, verkürzt und verlängert werden. Die so beschriebene Tourempfehlung ist ca. 8 km lang, wobei ca. 1 km mit der Feldbahn bewältigt werden. Die Höhendifferenz beträgt etwa 200 Meter.

Bergbauwanderweg im Muttental: Karte

Bereits im Mittelalter gruben Bauern in Mini-Tagebauen für den Eigenverbrauch nach dem wertvollen Heizrohstoff. Dies geschah in kleinen, oberflächennahen Löchern, den sogenannten Pingen. Sie sind häufig noch heute als Mulde im Gelände erkennbar. Meist endete der Abbau durch das Vollaufen der Grube mit Grundwasser, denn Pumpanlagen gab es natürlich noch nicht. Schließlich ging man etwa im 18. Jahrhundert in den Stollenbergbau über, nachdem es staatliche Gesetze u.a. zum Erhalt der Landschaft gab. Im 19. Jahrhundert erfolgte erstmals der Übergang zum Schachtabbau. Mit einem Göpel, also einer Einrichtung zum Heben von Lasten durch Mensch oder Tier, oder durch eine Haspelanlage, einer Kurbel wie an einem alten Burgbrunnen, konnten mit Kohle beladene Gefäße senkrecht an die Oberfläche geschafft werden. Durch die neuen nördlich gelegenen Großzechen im Ruhrgebiet wurde der Abbau in Klein- und Kleinstzechen im Muttental mehr und mehr unrentabel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden bereits viele der Zechen aufgegeben. Die beiden Weltkriege sorgten aufgrund des Mangels an Brennmaterial für eine kurzfristige Neubelebung. Mit dem Aufschwung der Wirtschaft ist der Bergbau im Muttental dann aber komplett verschwunden.

Mit dem Bergbau-Wanderweg werden über zwei Dutzend Stationen erschlossen, an denen teilweise original und teilweise rekonstruiert viele dieser Klein- und Kleinstzechen, Stollen und besondere Gebäude zu besichtigen sind. Die Stationen des Bergbauwanderweges sind durch großformatige Schilder deutlich gekennzeichnet und meistens schnell zu finden. Auf diesen Tafeln werden die Punkte ausführlich mit Texten und Grafiken oder Fotos erläutert.

 

Informationen zur Anreise zum Bergbauwanderweg Muttental:

Anreise mit dem Auto: Auf der A43 Bochum-Wuppertal bis zur Ausfahrt 20 Witten-Heven. Dort auf der See-Straße Richtung Witten. Die Straße geht in die Herbeder Straße über. Am Kreisverkehr auf die B226 Ruhrdeich Richtung Wetter. An der nächsten Ampel rechts in die Ruhrstraße. Über die Ruhr fahren und hinter der Kurve an der Ampel rechts in die Nachtigallstraße abbiegen (die Verlängerung dieser Straße hinter der Zeche Nachtigall ist das Muttental). Zum Abstellen des Autos bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die je nach Interesse des Beginns der Wanderung und Besucherandrang genutzt werden können. Alle beschriebenen Parkplätze sind kostenfrei.

Parkplatz Nachtigallstraße: Unterhalb von Schloss Steinhausen und direkt neben dem Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia mit Haltestelle der Feldbahn Muttenthalbahn. Er liegt etwa 1,2 km vom Industriemuseum Zeche Nachtigall entfernt, das über einen Fußweg erreicht wird. Achtung: An Tagen mit hohem Besucherstrom (gutes Wetter und Sonntag) kann dieser Parkplatz rasch belegt sein.

Parkplatz Zeche Nachtigall: Unmittelbar am Industriemuseum mit sehr begrenzter Kapazität und nur für Besucher des Museums. Für Wanderer sind andere Parkplätze zu nutzen.

Parkplatz Berghauser Straße: Die Nachtigallstraße geht in die Berghauser Straße über. Etwa 2 km hinter der Zeche Nachtigall befindet sich links hinter Station 18 (hölzerne Zeche) ein Wanderparkplatz, auf dem sich auch an guten Tagen noch ein Plätzchen finden lassen sollte.

Parkplatz Rauendahl: Wenn von der Ruhrstraße nicht hinter der Ruhrbrücke in die Nachtigallstraße eingebogen wird, kann auch noch 500m weitergefahren werden und rechts abgebogen in die Rauendahlstraße. Nach 1,6 km passiert man die Gaststätte Haus Rauendahl. Hinter der Rechts-Links-Kurve folgt eine Haarnadel. Am Scheitelpunkt dieser Haarnadelkurve zweigt rechts ein Waldweg zu einem weiteren Wanderparkplatz ab. Hier beginnt man die Wanderung bei Station 15.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Nachtigallstraße, Berghauser Straße, Rauendahl in Witten

Anreise mit Bus und Bahn: Von Witten Hbf. aus dem Bahnhofsgebäude zu Fuß links bis zur Bahnunterführung Herbeder Straße. Dieser nach Westen folgen bis zum Kreisverkehr (vorbei an der Bushaltestelle "Tor Thyssen" und der Straßenbahnhaltestelle "Hans-Böckler-Straße") und dann links. Im nächsten Kreisverkehr links und über die Fußgängerinsel; etwa 50 Meter hinter dem Kreisel rechts auf den Fußgängerweg. Diesem über die Nachtigallbrücke über die Ruhr folgen, dahinter rechts bis Zeche Nachtigall.

Anreise mit dem Museumszug: Auf der Museumsbahnstrecke zwischen Witten-Wengern und dem Eisenbahnmuseum Bochum werden Fahrten mit historischen Fahrzeugen angeboten, die u.a. auch an der Henrichshütte halten und verschiedene Sehenswürdigkeiten im Ruhrtal miteinander verbinden. Informationen zum Betrieb finden Sie im aktualisierten Beitrag zum Eisenbahnmuseum (Abschnitt Anreise ► Museumsbahn), da es derzeit nach der Einstellung des Betriebs durch die Ruhrtalbahn zu Änderungen kommt.

Anreise mit dem Fahrrad und als Wanderer: Direkt an der Zeche Nachtigall und am Muttental führt der Radfernweg RuhrtalRadweg von Winterberg nach Duisburg vorbei. Unmittelbar an der Ruine Hardenstein verkehrt mangels Brücke eine Fußgänger- und Fahrradfähre über die Ruhr. Von Hattingen nach Altenbeken verläuft der WestfalenWanderWeg. Er erreicht bei Rauendahl (etwa bei Kilometer 15) das Muttental und durchquert es rückwärts bis zur ersten Station des Bergbauwanderwegs am Steinbruch Dünkelberg, ehe der Weg zum Schloss Steinhausen abbiegt.

kachelmannwetter.com

Beschilderung und Wegebeschaffenheit:

Diese Beschreibung ist eine Routenempfehlung mit verschiedenen Ausgangspunkten. Einen ausgeschilderten Bergbauwanderweg gibt es hier allerdings nicht. Ausgeschildert sind lediglich einige regionale A-Wanderwege (z. B. A3) sowie der Fernwanderweg WestfalenWanderWeg XW, der durch das Muttental verläuft und anschließend zum Schloss Steinhausen abzweigt. Auf Richtungsschildern sind an einigen Kreuzungen Ziele wie z. B. Ruine Hardenstein oder das Bethaus gekennzeichnet.

Der Wanderer sucht sich am besten schon vorher anhand der Wandertafeln vor Ort oder beispielsweise mit der Karte oben eine geeignete Route entlang der zahlreichen Stationen aus. Stellenweise gibt es die Möglichkeit, Abschnitte dieser Tourempfehlung abzukürzen. Die Straßen sind (größtenteils) nur schwach oder nicht von Autos befahren. Abschnittsweise können Wege über Felder und durch den Wald genutzt werden. Dadurch bietet sich der Wanderweg quasi bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit an – auch und besonders im heißen Sommer. Aber Achtung: Zum größten Teil verläuft der Weg im Landschaftsschutzgebiet Vormholz Waldungen Muttental bzw. im Naturschutzgebiet Hardenstein. Aufgrund dessen und wegen Bergschäden wird darauf hingewiesen, die Wege nicht zu verlassen und Natur und Kulturschatz so zu bewahren.

An schönen Wochenend-Tagen oder bei Veranstaltungen (Muttentalfest) kann es auf dieser Tour recht voll werden. Wer eine ruhige Wanderung ohne viele andere Wanderer, Hunde oder Reiter bevorzugt, sollte diese Tage meiden oder früh anreisen. Auch die Parkplätze könnten zum Teil recht schnell belegt sein, sodass eine idyllische Wanderung schnell zu einer stressigen Parkplatzsuche führt (siehe Hinweise unter Anreise).

Für den Wanderweg ohne Museumsbesuche sollte bei normaler Fuß-Geschwindigkeit und mit kurzer Verweil an den Stationen und Picknick etwa 2 bis 3 Stunden Zeit eingeplant werden. Für eine Führung in der Zeche Nachtigall (besondere Uhrzeiten beachten!) ist auch etwa eine Stunde zu rechnen, dazu eine mögliche Besichtigungszeit in der Zeche und der Ziegelei sowie im Gruben- und Feldbahnmuseum und im Schloss. Bei Fahrten mit der Muttenthalbahn ist der Taktfahrplan zu beachten. Mit viel Ruhe und Zeit für die einzelnen Ziele und Einkehr bei Kaffee und Kuchen (oder Currywurst und Pommes) lässt sich hier gut und gerne ein ganzer Tag verbringen.

Externer Link Externer Link

Der Untergrund der Wanderung reicht von Asphaltstraße bis Waldpfad. Entsprechend geländegeeignetes Schuhwerk und Kleidung für Wald- und Feldwege sollten vorher gewählt werden.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen.

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Erster Teil: Vom Parkplatz Nachtigallstraße mit der Muttenthalbahn zu den Industriemuseen Theresia und Nachtigall

Der frühe Vogel fängt den Wurm bzw. der Frühaufsteher bekommt einen Parkplatz. Ich bin in Begleitung mit Nina. Sie freut sich auf eine ausgiebige Wanderung und ihren Einsatz als "Burgfräulein" in der Ruine Hardenstein und vielleicht auch im Schloss Steinhausen.

Am Parkplatz Nachtigallstraße weist ein Schild zum Haltepunkt der Muttenthalbahn. Dabei handelt es sich um eine an bestimmten Tagen verkehrende Feldbahn zwischen dem Parkplatz und der Zeche Nachtigall, die auch im nahegelegenen Gruben- und Feldbahnmuseum Station macht. Letzteres liegt nur einen Steinwurf vom Parkplatz entfernt, doch die Anreise mit dem kleinen Zug (Informationen dazu im nächsten grauen Kasten) ist nicht nur etwas Besonderes auch für Kinder und Technikbegeisterte, sondern auch thematisch äußerst passend. Gertrud heißt sie, die kleine, orangefarbene Lok, die laut pfeift, ehe sie die Nachtigallstraße mit kleinen Personenwaggons am Haken überquert. Dann rumpelt der Feldbahnzug durch das offene Tor auf das Gelände der Zeche Theresia. Wir steigen aus.

Muttenthalbahn

Feldbahnlok Gertrud mit Personenwagen am Haken

Feldbahnzug

Lautstark angekündigte Querung der Nachtigallstraße

Fahrt mit der Muttenthalbahn

Fahrt durch das Gruben- und Feldbahnmuseum

Muttenthalbahn im Museum

Feldbahnlok Lia mit Personenzug als "Verstärkerzug"

Feldbahnzug

Warten auf Abfahrt am Industriemuseum Zeche Nachtigall

Feldbahn im Industriemuseum Zeche Nachtigall

Umsetzen der Lok an der Endstation Zeche Nachtigall

Wir stehen nun in einem wunderschön gepflegten Freilichtmuseum, das sich mit den kleineren Güter- und Personenbahnen unter Tage, im Moor oder auf dem Acker beschäftigt: das Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia in Witten, betreut von der Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn e.V. Seit 2002 ist das Museum nach mühevoller Aufbauarbeit geöffnet und bietet einen spannenden Einblick in diese Art von Schmalspurbahnen, die meist zum Transport von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Bodenschätzen oder Baustellenmaterial diente. Vielfach verliefen derartige Strecken in anspruchsvollem Gelände, das für andere Fördermittel schwierig war, zum Beispiel in Mooren. Die Schienen konnten zum Teil als sogenannte »Fliegende Gleise« flexibel bei wandernden Transportbedingungen (z.B. im Tagebau) provisorisch verlegt und einfach umgelegt werden. Unter Tage dienten diese Grubenbahnen vor allem dem Transport der Kohle aus den langen Stollen und der Bergleute zu ihrem jeweiligen Arbeitsplatz.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Museums und der Muttenthalbahn:

Das Gruben- und Feldbahnmuseum ist von Ostern bis Oktober an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Darüber hinaus gibt es Sonderöffnungszeiten zu speziellen Anlässen (siehe Internetseite mit den Fahrtagen, Link ganz unten). An diesen Tagen fährt auch die Feldbahn zwischen Parkplatz und Zeche Nachtigall hin und her.

Der Eintritt in das Museum selbst ist frei! Das Museum wird ehrenamtlich betrieben. Es gibt die Möglichkeit einer freiwilligen Spende.

Für die Fahrt mit der Muttenthalbahn ist ein Fahrpreis zu entrichten. Die Fahrkarte ist dabei eine Tageskarte, die für beliebig viele Fahrten auf der Strecke zwischen Parkplatz und Zeche Nachtigall genutzt werden kann. Die Muttenthalbahn fährt im regelmäßigen Takt nach Fahrplan und benötigt für eine komplette Hin- und Rückfahrt etwa 45 Minuten. Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen können begrenzt in einem Spezialwagen mitgenommen werden.

Das Gelände des Gruben- und Feldbahnmuseums ist ein historischer Ort. Hier befand sich die Zeche Theresia, die bereits ab 1790 Kohle förderte. Im Jahre 1832 erfolgte eine teilweise Zusammenlegung mit der benachbarten Zeche Nachtigall und anderen Förderbetrieben zur Zeche Vereinigte Nachtigall zwecks Ausweitung des Stollenbergbaus. Verschiedene Betriebsgebäude aus Naturstein und Ziegelstein-Fachwerk sind erhalten und restauriert. Sie bilden zum Teil Ausstellungsräume und die Gastronomie des Museums. Im Freiland sind Feldbahngleise verlegt, auf denen die teils hergerichteten und teils rostigen Ausstellungsstücke stehen und mit Schildern über technische Daten erläutert werden. Das Museum beherbergt inzwischen fast 100 Lokomotiven mit Elektro-, Diesel- oder Pressluftantrieb sowie etwa 200 Waggons für Güter- und Personentransport auf dem Feld oder unter Tage im Bergbau. In den Ausstellungsräumen u.a. im Obergeschoss eines der historischen Zechengebäude wird die Geschichte und Gegenwart dieser Mini-Eisenbahnen und der Aufbau des Museums in vielen Fotos, Beschreibungen und einem Film vorgestellt.

Gruben- und Feldbahnmuseum Theresia

Eingang zum Gruben- und Feldbahnmuseum Theresia

Feldbahnmuseum

Liebevolle Details am Rande

Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia in Witten

Panoramafoto über die Fahrzeugausstellung des Feldbahnmuseums. Im Gebäude hinten befindet sich der Ausstellungsraum

Zeche Theresia in Witten

Historische Zechengebäude aus Naturstein

Grubenbahn

Grubenbahn

Muttenthalbahn

Gertrud passiert Gloria: Muttenthalbahn zur Zeche Nachtigall

Gelände der Zeche Theresia

Beliebter Abstecher bei Radfahrern und Wanderern

Gruben- und Feldbahnmuseum Theresia in Witten

Überblick vom Ausstellungsraum auf das ehemalige Zechengelände und heutige Freilichtmuseum. Es gibt viel zu entdecken!

Feldbahnloks

 

Feldbahnlok

Julia, Gloria und eine unbenannte Feldbahnlok mit Waggon

Mit der Tageskarte der Muttenthalbahn hat man die Berechtigung zur Weiterfahrt bereits gekauft. Zu Fuß beträgt der Weg etwa einen Kilometer entlang der Ruhrtalbahn vorbei am ehemaligen Güterbahnhof Bommern. Da ist die rumpelige Fahrt mit dem nächsten Takt der Feldbahn sehr viel erholsamer – Kraft in den Beinen brauchen wir noch für die eigentliche Wanderung. Am Bahnhof sitzen Leute noch beim Frühstück. Wir winken, sie winken zurück.

Etwa zehn Minuten später erreicht der Feldbahnzug das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall. Schon während der langsamen Fahrt über das Museumsgelände kann man einige Exponate und den Wasserspielplatz bewundern. Am Endbahnhof können wir uns aussuchen, das Industriemuseum Zeche Nachtigall (Ausführliche Informationen im eigenen Beitrag) zu besuchen oder gleich weiter zu wandern. Mit dem Herculesschacht befand sich hier einst einer der ersten Schächte im Ruhrgebiet. Nach Schließung der Zeche im Jahre 1892 entstand eine Ziegelei, weswegen im heute hier befindlichen Museum gleich zwei Industriezweige besichtigt werden können. Besonders schön ist die Dampfmaschine im Maschinenhaus anzusehen. Hauptattraktion des Museums und praktisch ein Muss für jeden Besucher ist jedoch die Führung durch den Nachtigallstollen bis in das Flöz (Anmeldung an der Kasse, Zweistundentakt bzw. an Wochenenden im Sommer Stundentakt – bei größerer Nachfrage Wartezeit!). Auch hier bietet sich Gastronomie für eine Stärkung an.

Zeche Nachtigall Ziegelei

Ziegelei Dünkelberg auf dem Gelände der Zeche Nachtigall

Dreibaum

Dreibaum über dem Schacht Ingeborg II - "Kohle eimerweise"

Besucherstollen Zeche Nachtigall

Besucherstollen mit begrenzter Kopffreiheit

Dampfmaschine

Dampfmaschine im Maschinenhaus

Nina und ich haben das LWL-Industriemuseum besucht und auch die Führung durch den Stollen gemacht. Es ist nun fast Mittag und im Café vor dem Eingang, wo auch die Muttenthalbahn abfährt, wird es voller. Es riecht nach Bratwurst und Pommes. Auf dem Mäuerchen setzen wir noch einmal die Rucksäcke ab, stärken uns mit einem großen Schluck Wasser aus der Flasche und verlassen das Museumsgelände. Wir haben unser Lunchpaket mit und werden unterwegs auf einer ruhigen Bank am Wegesrand rasten.

Von der Zeche Nachtigall führt der Wanderweg auf Asphalt geradeaus am Bahnübergang vorbei zunächst entlang der Muttentalstraße und der Ruhrtalbahnstrecke nach Süden. Nina fragt entsetzt, ob der Weg so bleiben würde. Vor allem, weil inzwischen doch immer wieder Autos vorbeifahren, deren Fahrer auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz sind. Aber ich kann sie und die Leser beruhigen: Es wird gleich ruhiger und die Straße zum Forstweg. Nur Geduld. Hinter der Siedlung und einer scharfen Linkskurve ist bereits die erste Station erreicht – der Steinbruch Dünkelberg (1). Dazu muss man die Straße nach links einmal verlassen. Hier haben wir vorhin schon einmal im Rahmen der Führung im Stollen gestanden, der im Steinbruch mündet.

 

Zweiter Teil: Durch das Muttental: Bethaus, Haspelanlage, Verladung und Co.

Neben dem Steinbruch, in dessen Wand hoch oben deutlich ein schmales, schwarzes Kohleflöz sichtbar ist, lässt sich durch ein Gittertor auch ein Blick in den Nachtigallstollen erhaschen, der mit einer Museumsführung vom Gelände der Zeche Nachtigall auf der anderen Seite des Berges erkundet werden kann. Von diesem Steinbruch aus wurde das Rohmaterial zu Zeiten der Ziegelei durch den Stollen auf direktem Wege durch den Berg transportiert.

Zunächst geht es auf der Muttentalstraße weiter nach Südosten. An einem eisernen Bergmann mit Geleucht in der Hand biegt der Straßenverlauf endlich nach rechts ab und der stille Weg geradeaus durch den Wald ohne Autos beginnt. Gleich am Anfang stößt man auf die ersten Hinweisschilder über die Entwicklung des Bergbaus (2) sowie den Östlichen Tagtrieb Frielinghaus (3) und den Stollen Turteltaube (4). Nina bemerkt, dass wir bisher nur mit Zechen oder Stollen zu tun hatten, die einen Vogelnamen tragen: Nachtigall und Taube. Auf einer schönen, ruhigen und schmalen Waldstraße geht es direkt auf das Bethaus der Bergleute (5) zu. Hier gibt es in der Sommersaison auch die Möglichkeit einer Stärkung.

Anhand der ersten Stationen lässt sich schnell das Prinzip des Bergbauwanderweges erkennen. Die Wanderung im Tal wird durch die Punkte abwechslungsreich aufgelockert. In die Stollen kann der Besucher hineinschauen, aber natürlich nicht hineingehen. Nur die ersten Meter sind erhalten, der Rest dürfte inzwischen eingestürzt sein. Technische Anlagen können angefasst werden und sind kurz und knapp in ihrer Funktion beschrieben – beispielsweise die noch im weiteren Verlauf des Weges liegende Haspelanlage oder die Verladung der Zeche Jupiter, auf der Loren aus der Zeche auf tiefer stehende Lastkraftwagen ausgekippt wurden. An der Haspelanlage kann man selbst an der Kurbel drehen, ohne jedoch wie früher die Kohle in Eimern aus einem tiefen Schacht zu holen. Manchmal stehen auch nur Schilder am Wegesrand, wo früher Stollen verliefen und heute oberflächlich nur noch Wiese oder Wald zu sehen ist.

Steinbruch Dünkelberg im Muttental

Steinbruch Dünkelberg. Oben ist das schwarze Flöz sichtbar

Steinbruch Dünkelberg im Muttental

Stolleneingang mit Infotafel zum Steinbruch

Bergmann mit Geleucht am Wegesrand

Eiserner Bergmann mit Geleucht weist den Weg

Bergmann mit Geleucht am Wegesrand

Bergmann im Gegenlicht: Sonne im Geleucht

Stollen Turteltaube im Muttental

Stollen Turteltaube mit Infotafel direkt am Weg

Bergbauwanderweg durch den Wald

Der ruhige Waldweg beginnt. Am Bethaus läuft der Grill.

Bethaus der Bergleute

Bethaus der Bergleute (Öffnungszeit beachten!)

Haspelanlage im Muttental

Haspelanlage

Nicht weit hinter dem Bethaus befindet sich die Bergbau-Ausstellung am Zechenhaus Herberholz. Auf dem großen Freigelände lässt sich eine Sammlung von Werkzeugen und Gegenständen ganzjährig und ständig frei besichtigen. Besonders der Fortschritt der Technisierung steht im Fokus der Ausstellung. Dabei werden Ausbauschilde ebenso gezeigt wie Werkzeuge, Bohrmaschinen, Grubenwagen und viel mehr. Das Zechenhaus selbst bietet an Wochenenden und Feiertagen eine kleine Sammlung zum historischen Bergbau. Darüber hinaus gibt es hier zu den Öffnungszeiten die Möglichkeit einer Stärkung.

Neben dem Gelände befindet sich hinter dem Amboss der Zeche Verlorener Posten die Halde der Zeche Vereinigte Hermann (6). Die kleine, aber offensichtlichste Bergehalde im Muttental lässt sich über einen beleuchteten Pfad komplett umrunden und ist nur wenige Meter über der Umgebung hoch. Nina geht voran und zieht mich hinter sich um die Halde herum. Viel ist nicht zu sehen. Wir begutachten das Gelände mit den Werkzeugen und müssen gegen den Duft der frischen Waffeln ankämpfen und etwas widerwillig weitergehen. Wir haben schließlich Essen dabei. Der Magen reagiert mit Knurren.

Halde Zeche Hermann

Halde der Zeche Hermann, Ehrenstein "Verlorener Posten"

Halde im Muttental

Schnitzkunst auf dem Ausstellungsgelände

Ausstellung Herberholz

Freigelände der Ausstellung Herberholz

Herberholz im Muttental

Historische Geräte und Maschinen im Freigelände

Zechenhaus Herberholz

Zechenhaus Herberholz mit Einkehrmöglichkeit

Grubenwaggons

Grubenbahn am Rande des Geländes Herberholz

Kurz darauf ist die rekonstruierte Haspelanlage (9) erreicht. Man passiert dahinter nun auf für Fahrzeuge gesperrtem Waldweg die nicht zu besichtigenden Gebäude am Schacht Constanz (7)(8) . Idyllisch fließt der Muttenbach rechts in einem schmalen Wiesental am Weg entlang, ein gelbes Warnschild weist darauf hin, die Wege aufgrund von Bergschäden nicht zu verlassen. Die nächste Sehenswürdigkeit lässt nicht lange auf sich warten. Schon hinter der nächsten Wegbiegung befindet sich die Verladung der Zeche Jupiter (10). Schienen führen hier aus einem Stolleneingang mit schmiedeeisernem Gitter vor dem Tor und enden nach einem kleinen Schwenk an einem Gerät, mithilfe dessen die Loren gedreht und auf einem Lastwagen ausgeleert werden konnten. Nina ist enttäuscht, dass die Zechen nun keine Vogelnamen mehr haben. Wir lösen das Problem, indem wir Zeche Jupiter einfach umtaufen in Zeche Kuckuck. Ich ahne, dass wir noch ganz tief im Gedächtnis wühlen müssen, um Vogelnamen auszudenken. Im Gegensatz zu Nina weiß ich ja, wie viel noch kommt. Ich versuche, das Lied von der Vogelhochzeit in Erinnerung zu rufen. Amsel, Drossel, Fink und Star. Waren da noch mehr? Hat das Lied noch eine zweite Strophe?

Am Stollen Stettin (11) (für Nina: Zeche Kohlmeise) gabelt sich der Weg. Rechts geht es auf kürzestem Wege zum rekonstruierten Schacht Margarethe, geradeaus noch ein Stückchen weiter. Rechts im Abzweig befindet sich das Stollenmundloch der Zeche Stettin (für uns Zeche Buchfink). Das der Zeche Maximus (16) (Zeche Bachstelze) erreicht man über einen kleinen Pfad parallel zum Bach.

Wir wenden uns aber dem Hauptweg weiter Richtung Rauendahl zu und erreichen bald auf einem Stück Gleis aufgestellte Loren der Muttenthalbahn (12) . Etwa 350 Meter führt der Waldweg dahinter durch das Muttental. Links am Berg befindet sich der Stollen Fortuna (13) (gehört irgendwie zur Zeche Kuckuck von vorhin). Hier sind auch die Reste einer Verladerampe zu sehen, die mit Ziegelsteinen gemauert ist. Die folgende Informationstafel klärt über eine weitere Bergehalde auf: Es handelt sich um die Halde von Schacht Juno, die allerdings in der gewohnten Form nicht sichtbar ist. Vielmehr handelt es sich um das Verfüllen des Talbodens im Muttental, der Abraum befindet sich somit unter der großen Wiesenfläche.

Verladeanlage der Zeche Jupiter im Muttental bei Witten

Verladeanlage der Zeche Jupiter

Verladeanlage Zeche Jupiter im Muttental

Blick aus Richtung Stolleneingang

Verladeanlage Zeche Jupiter im Muttental

 

Idyllisches Muttental

Muttenbach am Wegabzweig des Bergbauwanderweges

Stollen Stettin

Station 11: Stollen Stettin

Muttenthalbahn

Station und Denkmal zur historischen Muttenthalbahn

Stollenmundloch Fortuna

Stollen Fortuna – mit einem Teppich von Sternmieren

Halde Juno Bergbauwanderweg Muttental

Direkt hinter der Halde Juno stößt man erneut auf eine Wegekreuzung. Links geht es zum Haus Rauendahl, einer Gaststätte an der Rauendahlstraße, rechts überquert man den Muttenbach und hat das südliche Ende des Bergbauwanderweges erreicht. Auf der anderen Talseite wird der Weg nun fortgesetzt.

Glücksorte

Das Muttental ist ein "grüner Glücksort" im gleichnamigen Buch von Thomas Dörmann. Unter dem Leitsatz "Geh raus & blüh auf" bietet es 80 Ziele aus den grünen Parks, Halden und Landschaften im Ruhrgebiet:
Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*

Dritter Teil: Von Rauendahl zur Ruhr – Göpel, Pingen, Erbstollen und die Ruine Hardenstein

Kurz nach Überquerung des Muttenbachs stößt man auf ein eigenartiges Holzkonstrukt am Wegesrand. Es handelt sich dabei um das rekonstruierte Fördergerüst und Maschinenhaus der Kleinzeche Renate (14) (alias Zeche Kiebitz). Diese Zeche hat von 1950 bis 1955 gefördert. Von ihr sind die betonierte Umfriedung des Schachtes und sogar eine Eisenleiter darin original erhalten. Hier nutzen wir die leeren Bänke für eine Rast. Schließlich haben wir hier in Etwa "Bergfest", also die Hälfte des Weges.

Den Weg leicht bergauf ist der Parkplatz Rauendahl bald erreicht, einer der alternativen Startpunkte an der Wanderstrecke. Direkt am Parkplatz befinden sich ein rekonstruierter Dreibaum (15) und ein Gedenkstein für verunglückte Bergleute. Auf schmalen Waldpfaden geht es weiter. Hat man die Abkürzung von der Zeche Stettin gewählt, stößt man an einem Flözaufschluss (17) auf den Bergbauwanderweg. Etwas steiler bergauf lässt sich aber schon vorher links ein Pfad wählen. Biegt man an der fingerförmigen Kreuzung ganz links ab, stößt man auf den Göpelschacht Moses (19) der Zeche Ankunft & Anclam (für uns: Zeche Amsel & Drossel). Auch das Göpelhaus ist sehr ungewöhnlich und fällt durch das Kegeldach mit Anbau auf. In einem derartigen Göpel wurde eine Seilzuganlage meist durch rundlaufende Tiere angetrieben und über Umlenkrollen in einen Schacht geleitet. Es wird einem schwindelig, wenn man das nur liest. Den ganzen Tag im Kreis laufen. Neben der Handhaspel und dem Dreibaum stellt dies eine weitere verbreitete Variante der Förderung von Kohle aus Schächten im frühen Bergbau dar.

Zeche Renate

Fördergerüst und Maschinenhaus Zeche Renate

Dreibaum

Dreibaum am Parkplatz Rauendahl

Wald am Muttental

Waldweg oberhalb des Muttenbachs

Pferdegöpel Schacht Moses im Muttental

Göpelhaus über Schacht Moses der Zeche Ankunft & Anclam

Vom Göpelschacht Moses ist es nur ein Katzensprung zum Schacht Margarethe am Parkplatz Berghauser Straße. Dabei ist der Schacht Margarethe ein an sehr schöner Lage (inzwischen nach einem Brand 2010 zum zweiten Mal) rekonstruierter kleiner Förderturm samt Maschinenhaus. Die Architektur dieses Nachbaus richtete sich dabei nach originalen alten Plänen. Von dieser Position am Waldrand bietet sich ein Blick über die Felder und das Muttental bis nach Witten. Dabei ist unter anderem das gelbe Rathaus zu erkennen. Bänke laden außerdem wieder zu einer kleinen Rast ein. Die kann man hier gut gebrauchen, denn nach der schattigen Etappe durch den Wald geht es gleich quer durch ein Feld, auf das im Sommer die Sonne kräftig scheint. Margarethe wird zum Schacht Kanarienvogel.

Ein Stückchen talabwärts zweigt links besagter Nebenweg durch Feld und Pferdekoppel ab. Es geht hinter dem Waldrand links auf den Pfad, dem (nicht auf Infotafeln o.ä. beschriebenen) Kulturdenkmal Kohletransportweg, und den grünen Richtungsschildern folgend rechts bis ins Hardensteiner Tal. Achtung: Man betritt nun das Naturschutzgebiet Hardenstein, das sich südlich um den Ruhrbogen zieht. Die üblichen Verhaltensregeln sind unbedingt zu beachten.

Den Talboden erkennt man an der Fülle von Informationstafeln, denn hier warten mit dem Westlichen Tagtrieb Zeche Frielinghaus (22) und dem Stollen Reiger (24) wieder zwei historische Stollenmundlöcher auf ihre Begutachtung. Der Ort der Zeche Orion (23) direkt daneben ist ähnlich wie beim Schacht Juno eine das Tal teilverfüllende Bergehalde – die dritte ihrer Art auf der Wanderung bisher. Beim Stichwort Orion kommt Nina spontan ins Schwärmen und erzählt von den Bügeleisen als Steuergerät und Pappbecher unter der Decke im Raumschiff der Raumpatrouille Orion. Wir lassen den Namen Orion stehen und vergeben keinen Vogelnamen.

Zeche Margarethe im Muttental bei Witten

Direkt am Waldrand steht der Schacht Margarethe

Bergbauwanderweg Muttental: Schacht Margarethe

Rekonstruierter Schacht Margarethe vor seinem Brand 2010

Aussicht vom Schacht Margarethe

Weite Aussicht vom Rastplatz am Förderturm

Förderturm und Maschinenhaus aus Holz

Förderturm und Maschinenhaus – mit kleiner Fördermaschine

Zeche und Halde Orion

Zeche Orion mit Bergematerial am Talgrund

Stollen Reiger Bergbauwanderweg Muttental

Stollen Reiger

Dem Hinweisschild folgend ist die Ruine Hardenstein fast schon durch die Bäume zu erahnen. Der Wald lichtet sich bald und die Reste der im 14. Jahrhundert errichteten Burg werden sichtbar, die im 19. Jahrhundert aufgegeben wurde und verfiel. Heute sind nur noch Mauerreste und zwei Türme zu sehen, ein Teil der Mauern wurde aufwendig restauriert. Von der Ruhr ist die Burgruine nur durch die Museumseisenbahn getrennt. Hier fährt an Sonntagen im Sommer die RuhrtalBahn, die unmittelbar neben der Ruine einen Haltepunkt hat. Alte Triebwagen oder sogar Dampfzüge fahren somit regelmäßig an diesem historischen Ort vorbei. Bei einer Rast lässt sich das Treiben auf dem Fluss beobachten.

Glücksorte

Die Fähre Hardenstein ist ein "blauer Glücksort" im gleichnamigen Buch von Melanie Brozeit. Unter dem Leitsatz "Fahr raus und tauch ein" bietet es fast 80 Ziele am Ufer, auf oder im Wasser an Flüssen, Seen, Kanälen und Häfen im Revier.
Blaue Glücksorte im Ruhrgebiet*

Es verkehren die Fähre Hardenstein, die die Radfahrer von der einen Seite der Ruhr im Verlauf des RuhrtalRadweges auf die andere transportiert, und das Ausflugsschiff MS Schwalbe II. Nina nimmt sich ihrer Rolle als Burgfräulein an und wir gesellen uns in die Gruppe der zahlreichen Selfie-Macher und Fotografen.

Ruine Hardenstein in Witten

Ruine Hardenstein in Witten

Burg Hardenstein an der Ruhr

Die Burg ist beliebte Etappe für Radfahrer

Ruine Hardenstein in Witten

 

Alte Burgruine bei Witten

Die alten Mauern können zum Teil erklettert werden

Aussicht von der Burgruine auf die Ruhr

Aussicht von der Ruine auf die Ruhr

Ruine und Fluss

Allerlei Fährverkehr auf dem Fluss

Ruine Burg Hardenstein

Blick durch die Ruine Hardenstein zur Ruhr

Es ist ein sehr schönes Fleckchen auf der Wanderung. Wenn man sich endlich losreißen kann, bietet sich mit der Ruhrtalfähre ein kleiner Abstecher zur Schleuse Herbede am anderen Ufer an (kostenlose Überfahrt, Spende möglich – Verkehrszeiten beachten!). Zurück auf dem Bergbauwanderweg ist die allerletzte Etappe zu bewältigen. Der St.-Johannes-Erbstollen (26) befindet sich unterhalb des Bahnhofs an der Ruine und ist nicht ohne weiteres zu besichtigen. Aus ihm tritt rostrot gefärbtes Grubenwasser aus in die Ruhr, damit ist er noch heute nichts anderes als ein zentraler Ableiter von Grundwasser aus den alten Schächten und Stollen. Das Informationsschild dazu steht auf dem Bahnsteig. Mit dem Vereinigungsstollen (27) und dem Nachkriegsstollen (29) (wir kommen nach längerem Nachdenken auf die Zechen Kormoran und Zeche Haubentaucher) lassen sich zwei weitere, letzte Stollenmundlöcher besuchen.

Recht versteckt ist im Felsen rechts vom Weg irgendwo ein in das Gestein gehauener Kopf (28). Es ist nicht ganz das Ensemble von Mount Rushmore aus den USA, aber doch deutlich erkennbar. Es handelt sich um das Bildnis des Präsidenten des Deutschen Reiches Paul von Hindenburg (1847-1934). Der markante Schnäuzer im Gesicht ist gut zu erkennen. Nach der Jahreszahl stammt das Bildnis aus dem Jahre 1930. Es ist nicht ausgeschildert und muss aktiv gesucht werden.

Vorbei an der ehemaligen Zeche Martha (30), deren Betriebsgebäude privat bewohnt werden, ist die Muttentalstraße unweit des Steinbruchs Dünkelberg (1) wieder erreicht.

Nachkriegsstollen im Muttental

Der Nachkriegsstollen mit Gleisanschluss

Ruhr bei Witten

Die Ruhr an der Ruine Hardenstein

Hindenburgkopf in Witten

Suchbild: Wer findet den Kopf im Felsen?

Hindenburgkopf in Witten

Kopf des ehem. Reichspräsidenten Paul von Hindenburg

Nun steht man wieder auf der Straße, auf der vor einigen Stunden die Wanderung begonnen hat. Wer nun absolut keine Lust mehr hat, kann zurück zur Zeche Nachtigall laufen und ggf. von dort mit der Muttenthalbahn zum beschriebenen Ausgangspunkt zurückfahren. Geht man aber von der Zeche Martha rechts statt links und läuft nach 150 m der Markierung des WestfalenWanderWeges folgend links den Berg hinauf, so führt der Feldweg fern der Nachtigallstraße durch ein ruhiges Tal. Der Feldweg endet direkt am Schloss Steinhausen. Nina darf abermals in ihre Rolle als Burgfräulein schlüpfen.

Im und am Schloss trifft man auf afrikanische Tiere. Giraffen, Elefanten und Vögel wird man in dieser Fülle nirgends an einem Schloss im Ruhrgebiet und vermutlich im Rest der Bundesrepublik ebenfalls nicht sehen. Im Schlosshof und in einem Galeriegebäude sind Steinskulpturen aus Zimbabwe ausgestellt. Das ist das Land zwischen Botswana, Südafrika und Mosambik, das vor allem für seinen Tierreichtum und die Victoriafälle bekannt ist. Der Außenbereich kann besichtigt werden, die Gebäude abgesehen von der Galerie jedoch nicht. Das Herrenhaus beherbergt ein Restaurant. Ursprünge der ehemaligen Burg reichen bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Doch im Laufe der Zeit hat die Anlage starke Umbaumaßnahmen durchlaufen. Neben dem 1810 klassizistisch umgebauten Herrenhaus, das zum Teil auf das 17. Jhd. zurückgeht, fällt vor allem das Gebäude mit dem Rundturm ohne Dach auf. Dabei ist der Turm mit außenliegender Wendeltreppe aus dem 19. Jhd. auf einem mittelalterlichen Fundament aufgebaut. Aufgrund des Bauzustandes ist der Turmhelm abgebaut und stand lange im Schlosshof, ist aber inzwischen verschwunden.

Schloss

Rundturm von Schloss Steinhausen ohne Dach

Herrenhaus Schloss Steinhausen

Klassizistisch umgebautes Herrenhaus

Vom Schloss aus geht es die Straße entlang bergab direkt bis zum Parkplatz Nachtigallstraße. Den Ausgangspunkt haben wir damit wieder erreicht.

Geographische Koordinaten:
51°25'37.80"N, 7°19'41.83"E – Parkplatz Nachtigallstraße
51°25'44.82"N, 7°18'46.76"E – Zeche Nachtigall
51°25'24.45"N, 7°19'05.02"E – Bethaus der Bergleute
51°25'07.31"N, 7°18'43.50"E – Schacht Margarethe
51°25'14.36"N, 7°18'06.15"E – Ruine Hardenstein
51°25'41.46"N, 7°19'21.57"E – Schloss Steinhausen
51°25'41.38"N, 7°19'30.33"E – Gruben- und Feldbahnmuseum
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
383780 m, 5698654 m – Parkplatz Nachtigallstraße

382722 m, 5698896 m – Zeche Nachtigall
383060 m, 5698258 m – Bethaus der Bergleute
382632 m, 5697738 m – Schacht Margarethe
381916 m, 5697973 m – Ruine Hardenstein
383391 m, 5698776 m – Schloss Steinhausen
383561 m, 5698770 m – Gruben- und Feldbahnmuseum

Nützliche Informationen zum Lesen der Koordinaten und Verwendung in GPS-Geräten bietet der Beitrag Anreise, GPS und Co.

Externer Link Externer Link

Weitere Informationen:

Muttental:   Zeche Nachtigall:  
Zechenhaus Herberholz: muttental-zechenhaus-herberholz.de Offizielle Internetseite: www.zeche-nachtigall.de
Der frühe Ruhrbergbau: www.ruhrkohlenrevier.de Route Industriekultur: www.route-industriekultur.ruhr
Tourist-Service Witten: www.stadtmarketing-witten.de Eigener Beitrag: www.ruhrgebiet-industriekultur.de
       
Museumseisenbahn:   Gruben- u. Feldbahnmuseum  
RuhrtalBahn Museumszüge www.eisenbahnmuseum-bochum.de Offizielle Internetseite: www.muttenthalbahn.org
       
Schloss Steinhausen:   Radfahren / Wandern:  
Steinskulpturen: www.shona-art.com RuhrtalRadweg: www.ruhrtalradweg.de
Stadt Witten: www.witten.de WestfalenWanderWeg: www.westfalenwanderweg.de
Schlossrestaurant: www.schloss-steinhausen.de    
       
Industriekultur im Ruhrgebiet

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 05 / 2021
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