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Der RuhrtalRadweg – Von der Quelle bis zur Mündung

Ruhrgebiet-Etappe 1 von der Grenze bis zum Harkortsee: Fröndenberg/Ruhr → Herdecke (40 km)

Der RuhrtalRadweg verläuft seit 2006 von der Quelle der Ruhr bei Winterberg bis zu ihrer Mündung in den Rhein. Auf etwa 230 Kilometern Länge folgt er dem Flusslauf vom Dach des Sauerlands und erreicht etwa auf der Hälfte der Strecke das Ruhrgebiet. Auen, Felder und Weiden wechseln sich ab mit historischen Stadtkernen. Man entdeckt historische Zechengelände und Industrieflächen, passiert aber auch die sechs großen Stauseen. Immer wieder führt der Weg ans Wasser, das an vielen Stellen zum Greifen nah ist. Kaum ein Themaradweg in Deutschland bietet vergleichbare Kontraste auf kürzester Fläche – ein Grund, warum der RuhrtalRadweg zu den beliebtesten Flussradwegen gehört.

Diese Tourempfehlung, die den Radweg im Bereich des Ruhrgebiets vorstellt, bilden mehrere Tagesetappen zu je etwa 40 Kilometer Länge. Offizielle Tagesetappen sind nicht ausgewiesen und können vom Radfahrer je nach Kondition, Lust und Interesse frei gestaltet werden. Mancherorts lohnt ein Abstecher vom Weg: Sehenswürdigkeiten am Wegesrand werden kurz vorgestellt und auf existierende ausführliche Artikel auf diesen Internetseiten verwiesen. Klicken Sie dazu einfach auf die unterstrichenen Links im Laufe des Artikels.

Die Karte stellt den ca. 40 km langen Abschnitt zwischen der Grenze des Ruhrgebiets und der Stadt Herdecke dar. Das Ruhrtal markiert den Übergang zwischen dem Sauerland und dem Haarstrang. Am roten Pfeil beginnt die beschriebene Etappe am Bahnhof von Wickede (Ruhr) und endet zwischen den Stauseen am Bahnhof von Herdecke im Ennepe-Ruhr-Kreis:

Karte Ruhrtalradweg (Fröndenberg-Herdecke)

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Nahverkehr:
Der Weg ist durchgehend gut beschildert mit dem bekannten mehrfarbigen Piktogramm. Zusätzlich geben die Schilder des Radverkehrsnetzes eine Orientierung und Entfernungsangabe zu den nächsten Stadtetappen. Für die Routenführung und den späteren Ausbau bemühte man sich, von befahrenen Straßen Abstand zu nehmen. Meistens läuft die Tour auf Nebenwegen oder eigenen Radwegen, die zum Teil straßenbegleitend sind. Einzelne Gefahrenpunkte an Kreuzungen lassen sich nicht vermeiden, sind aber meist gut ausgeschildert und geregelt. Viele Abschnitte sind asphaltierte Wege, häufig fährt man auch auf wassergebundener Oberfläche. Immer wieder sorgen Informationstafeln für einen Überblick über die Orte, in denen man sich befindet. Regelmäßig gibt es Rastmöglichkeiten am Wegesrand. Häufig bietet es sich an, den Weg zu verlassen und einen Abstecher in die Altstädte oder zu nahen Sehenswürdigkeiten zu machen.

In vielen Orten haben sich Museen, Cafés oder andere Einrichtungen auf Radfahrer eingestellt. Auch, wenn sich manch ein Extremsportler zum Ziel setzt, den gesamten Radweg zu bewältigen, so sind für die entspannte Fahrt unbedingt Etappen ggf. mit Übernachtung zu planen.

In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Radweg dieses Abschnitts eingezeichnet. Besonders empfehlenswert für eine Tour auf dem Radweg ist der Leporello zum RuhrtalRadweg, der sich auf den Hauptverlauf des Weges konzentriert.

Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

Rad- und Wanderkarte Dortmund und Umgebung  

Von Winterberg bis Fröndenberg ist der Radweg über die Obere Ruhrtalbahn und die Regionalexpress-Linien 17 und 57 gut erschlossen. Nahezu in allen Städten dazwischen können durch die Parallellage Anreise und Umstieg vom Zug auf das Fahrrad und umgekehrt die Abreise Richtung Dortmund und Hagen erfolgen. Schwerte ist neben dem RE 17 auch an die Linien RE 7, 13 und RB 53 nach Hagen, Hamm, Münster, Iserlohn und Dortmund angebunden. Herdecke ist über die RB 52 von Dortmund oder Hagen erreichbar. In allen genannten Linien gibt es mindestens Mehrzweckabteile, zum Teil werden saisonal spezielle Fahrradwagen eingesetzt. Achtung: Im Bereich des VRR ist der Fahrradtransport im Berufsverkehr eingeschränkt.

Ruhrgebietetappe I:
Am Bahnhof in Winterberg ist sein offizieller Startpunkt, von wo es zunächst zum Quellgebiet am Ruhrkopf im Rothaargebirge geht. Dem anfänglich kleinen Rinnsal folgt er vorbei an Niedersfeld und Olsberg, ehe er Bestwig erreicht. Die Kreisstadt des Hochsauerlandkreises Meschede liegt zu Füßen des Hennesees. Weitere Stationen am Fluss sind Arnsberg, Neheim und Wickede (Ruhr). Hier erreicht der Radweg nach etwa 95 Kilometern das Ruhrgebiet und die Stadt Fröndenberg/Ruhr.

Startpunkt ist der Bahnhof von Wickede (Ruhr). Hier trifft der Zugreisende direkt auf den Radweg aus Richtung Winterberg. Es geht vom Vorplatz über die Fußgängerbrücke über die Schienen und auf der B63 bis zur Kreuzung Fröndenberger Straße vor der Ruhrbrücke. Dort rechts und sofort wieder links abbiegen in die Straße Ruhrufer. Unweit des großen Stauwehrs der Ruhr in Wickede wird nicht nur der Ortsausgang, sondern auch die Stadtgrenze überfahren und mit dem Kreis Unna das Ruhrgebiet erreicht. Im Gegensatz zu üblichen Landschaften wie dem Harz, dem Sauerland oder dem Schwarzwald, die selten eine scharfe Begrenzung haben, ist das Ruhrgebiet definiert durch die Grenzen der Kreise und kreisfreien Städte, die zum Gebiet des Regionalverbandes Ruhr gehören – wozu der Kreis Unna ebenfalls gehört. Die Landschaft verändert sich allerdings dadurch (vor allem für Touristen überraschenderweise) kaum. Sie hält sich auch weiterhin sehr ländlich geprägt und bietet die ein oder andere idyllische Stelle am Fluss. Man begegnet der Zabel-Route, die bis zum Rathaus von Fröndenberg den gleichen Verlauf hat. Es ist Teil einer Trainingsstrecke des ehemaligen Tour-de-France-Radprofis Erik Zabel, der zeitweise in Fröndenberg lebte. Mit entsprechender Kondition ist eine „Bergwertung“ mit Abstecher über das auf dem Haarstrang liegende ehemalige Gut Scheda (nicht zu besichtigen) denkbar. Aus Richtung Warmen stößt die Tour des RadKreis Unna hinzu und ist die dritte Thema-Route auf dieser Strecke. In Warmen befindet sich die Hofkäserei Wellie. Dort sind Führungen und natürlich auch Einkauf von Milch- und Käsespezialitäten möglich. Die Zufahrt für den kurzen Abstecher ist ausgeschildert.

Es geht auf der scheinbar kilometerlang schnurgeraden Wickeder Straße weiter. Kurz vor dem Ende der Straße biegen wir links ab in die Hans-Böckler-Straße und umrunden das Industriegebiet von Westick. Auf der linken Seite erstreckt sich das Naturschutzgebiet Kiebitzwiese, eine erst vor wenigen Jahren rekonstruierte Auenlandschaft an der Ruhr. Die darin grasenden Heckrinder und Vögel lassen sich gut von einem Aussichtspunkt auf einem Hügel beobachten, der sich mit einer Rastmöglichkeit auf der linken Seite als kleiner Zwischenhalt geradezu aufdrängt.

Kiebitzwiese

Aussichtshügel an der Kiebitzwiese

Kiebitzwiese

Heckrinder in der neu vernässten Auenlandschaft

Auf der Werner-von-Siemens-Straße nähern wir uns der Stadtmitte. Am Ende biegen wir links ab in die Schillerstraße und direkt wieder links in die Graf-Adolf-Straße. Auf der linken Seite passieren wir nach kurzer Zeit hinter der St.-Josef-Kirche und dem Sportplatz den kleinen Hindenburghain. Hinter dem Wasserwerk beginnt ebenfalls auf der linken Seite der Himmelmannpark. Auf dem Gelände stand früher eine Papierfabrik, von der noch wenige Relikte erhalten geblieben sind. Sie bilden beispielsweise das Forum, das Kettenschmiedemuseum im alten Strohlager oder den Trichter, einst zur Filtrierung von Wasser genutzt, heute ein Alleinstellungsmerkmal und Wahrzeichen der Stadt. Insbsondere das Kettenschmiedemuseum lohnt an Wochenenden die kostenlose Besichtigung mit teilweisen Vorführungen am Schmiedefeuer (Infos dazu siehe verknüpfter Hauptartikel). Der Park bietet Spielflächen und mit dem Ruhrbalkon in Form eines Bootes auch die Möglichkeit, über der Ruhr zu wandeln. Hinter dem Park wird über den kleinen Bahnübergang die Stadtmitte erreicht. Hoch über der Stadt stehen die neogotische katholische Marien- und gotische simultane Stiftskirche nebeneinander und bilden das charakteristische Gebäudeensemble. Es ist über die alte Treppe oder auch versteckt liegende Rampen erreichbar. Die Stadtmitte westlich des Marktplatzes ist jung und wurde auf dem Gelände der in den 1980er Jahren umgesiedelten UNION-Fabrik für Fahrräder und Fahrradteile gebaut.

Stadt Fröndenberg/Ruhr

Blick auf Fröndenberg/Ruhr mit der Marien- und Stiftskirche
und dem Wasserkraftwerk Schwitten (vorne)

Himmelmannpark Fröndenberg

Kettenschmiedemuseum im Himmelmannpark

Himmelmannpark Fröndenberg

Relikt der Papierindustrie in der Stadt: Der Trichter

Himmelmannpark Fröndenberg

Ausstellung im Kettenschmiedemuseum

Stadt Fröndenberg/Ruhr

Der Markgrafen am dreieckigen Marktplatz in der Stadtmitte
Zweitälteste Gaststätte in Westfalen

Stadt Fröndenberg/Ruhr

Stiftskirche, Boeselagersches Haus und Villa

Vor dem Rathaus, in dessen Nebengebäude die Tourist-Information residiert, geht der Radweg auf der Ruhrstraße links weiter (geradeaus wird der Bahnhof von Fröndenberg erreicht). An der folgenden Kreuzung wird links die Ruhrbrücke überquert. Achtung: Die vielbefahrene Straße muss dazu nicht zwingend überquert werden! Auf beiden Seiten führen hinter und unter der Brücke hindurch Rampen zum Radweg. Wir befinden uns mit Passieren des Flusses nun wieder außerhalb des Ruhrgebiets, auf dem Gelände der Stadt Menden (Sauerland) und damit im Märkischen Kreis. Die Eisenbahnbrücke, die wir anschließend unterfahren, ist in ihrer heutigen Erscheinung eines der heute noch sichtbaren Überbleibsel der Möhnekatastrophe – wurde sie nach ihrem Einsturz anschließend doch nur eingleisig wieder aufgebaut. Neben wenigen Güterzügen überqueren hier die Regionalbahnen nach Menden und Neuenrade den Fluss. Wir fahren um die Kläranlage herum auf der Heidestraße, die kurz darauf ein kurzes Stück bergauf führt, und biegen vor der Ortseinfahrt von Bösperde rechts ab in die Straße Osterfeld. Ein straßenbegleitender Radweg verläuft auf der anderen Straßenseite. Im zügigen Tempo geht es durch die Felder. Rechterhand ist noch einmal die Stadt Fröndenberg zu sehen. Wir fahren auf das über 900 Jahre alte Dorf Halingen zu. Schon von Weitem ist die Kirche St. Antonius Einsiedler zu erkennen.

In Halingen an der Ampel rechts abbiegen, am besten dazu die Fußgängerampel benutzen und auf dem Radweg auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig weiter fahren. Von der Bundesstraße B515 zweigt der Radweg dankenswerterweise bald nach links ab in einen ruhigen Feldweg. An einer Rastmöglichkeit klärt eine Informationstafel über die Geschichte des Dorfes Halingen auf. Bald nähern wir uns wieder der Bundesstraße an. Auf dem abgetrennten Radweg nähern wir uns einem Kreisverkehr. Die B233 nach Iserlohn wird überquert, wir fahren über den Bürgersteig und passieren die Ruhrbrücke, einem 1999 errichteten Neubau für die zwar durch das Möhnehochwasser schwer beschädigte, aber immerhin standgehaltene Bogenbrücke von Langschede. Der Ortsteil Langschede gehört wieder zur Stadt Fröndenberg und damit zum Kreis Unna (und zum Ruhrgebiet). Hier befand sich einst der oberste Hafen der schiffbaren Ruhr. Er diente kurzzeitig der Saline Königsborn zum Salztransport. Heute ist davon allerdings nichts mehr zu sehen. Hinter dem an der Kreuzung geradeaus befindlichen Haus Schoppe befindet sich noch der alte Wachturm des Ruhrübergangs. An der Ampel biegen wir vor dem Fachwerkhaus links ab. Die Straße endet am Vereinsheim und Sportplatz des SV Langschede. Doch der Radweg geht schräg-links weiter und führt ein Stück direkt am Flussufer entlang. Der flussnahe Abschnitt ist leider nur sehr kurz und bald müssen wir auf dem Ohlweg das Gewerbegebiet von Dellwig passieren. An einer Raststelle führt der RuhrtalRadweg nach rechts. Geradeaus und um die Kurve lohnt der kurze Abstecher zur Kuhbrücke, die vom Rastplatz aus schon zu sehen ist. Diese wurde ca. in den 1990er Jahren als Fußgängerbrücke wieder aufgebaut und lagert auf Fundamenten einer älteren Brücke, die ebenfalls im Möhnehochwasser zusammengebrochen ist. Der Weg über die Brücke führt nach Drüpplingsen, das zur Stadt Iserlohn gehört. Würde man ihm folgen, so stieße man bald auf idyllisch gelegene Campingplätze mit Zugang zu Badestellen am Fluss. Dieser Weg (immer geradeaus, bergauf und wieder etwas bergab, am Ende rechts auf die Lenninghauser Straße) ist denkbar als Alternative zum folgenden Abschnitt parallel zur Bahn. An Schoofs Brücke (siehe weiter unten) treffen beide Routen wieder zusammen.

Schoppenturm in Langschede

Schoppenturm in Langschede

Kuhbrücke über die Ruhr bei Dellwig

Kuhbrücke zwischen Dellwig und Drüpplingsen

Ruhrtal bei Fröndenberg

Obstbäume an der Ruhr unweit des Sportplatzes in Langschede

Kuhbrücke über die Ruhr bei Dellwig

Blick von der Kuhbrücke flussabwärts

Ruhr bei Dellwig

Das Ruhrtal bei Dellwig mit der Kirche.
Im Hintergrund erhebt sich der Haarstrang

Zurück auf dem Radweg biegen wir unmittelbar vor dem Bahnübergang links ab. Der Weg verläuft nun parallel zur Bahnstrecke, was insbesondere für Kinder und andere Bahnbegeisterte aufregend ist, fahren die Züge hier doch im dichten Takt vorbei. Auch Güterverkehr ist hier dann und wann zu beobachten. An einer unscheinbaren Kehre wird ein Holzschild passiert, das die Hälfte der Strecke des Ruhrtalradwegs markiert. Von hier aus sind es bis zur Mündung und zur Quelle rund 110 Kilometer Strecke. Ob das nach einigen Umlegungen heute immer noch stimmt, sei dahingestellt. Immerhin ist es ein wichtiger Meilenstein auf der Route. Zwischen Feldern und Bahnstrecke geht es weiter zur Ruhrstraße. Die Wegekreuzung markiert die Grenze zur Gemeinde Holzwickede. Biegt man hier rechts und dann sofort links ab, lässt sich eine Alternativroute vorbei am Hengsener See durchführen. Von hier aus ist außerdem Haus Opherdicke, das ehemalige Wasserschloss Regenbogen gut erreichbar. Es erzwingt für den Besuch allerdings einen achtbaren Anstieg auf den Haarstrang.

Auf dem regulären Weg biegen wir jedoch links ab und gelangen kurz darauf zur Schoofs Brücke über die Ruhr. Es ist eine schmale Brücke für den Autoverkehr. Sie ist besonders markant für ihre Stahlskulpturen am Nordufer, die "Sieben Zeichen", die schön in der Sonne glitzern und interessante Reflektionen im Wasser ergeben. Wir verlassen mit Flussüberquerung einmal mehr das Ruhrgebiet und kehren in den Märkischen Kreis und in die Stadt Iserlohn zurück. Im Verlauf der Straße liegt hinter der Anhöhe die Gutsbrennerei Bimberg. Auf der Schmetterlingsroute könnte man nun bis in die Stadtmitte Iserlohns und nach Hemer weiterfahren. Unser RuhrtalRadweg biegt jedoch vorher rechts ab in Richtung Schwerte. War das Radaufkommen auf dem Abschnitt im Raum Fröndenberg bisher eher ruhig, so verstärkt es sich durch die zwei Zubringerwege von Holzwickede und Iserlohn und bis hier mit dem Auto Angereiste merklich.

RuhrtalRadweg parallel zur Bahnstrecke

Teilstück zwischen Feldern und der Oberen Ruhrtalbahn

Halbzeit am Ruhrtalradweg

Halbzeit: Kilometer 110 am RuhrtalRadweg (Holztafel)

Sieben Zeichen an Schoofs Brücke

Schoofs Brücke bei Holzwickede mit den sieben Stahlzeichen

Sieben Zeichen an Schoofs Brücke

Stahlskulpturen am Ufer

Junges Reh in Löwenzahnwiese

Unverhoffte Wildbegegnung in einer Löwenzahnwiese

Ruhrtalradweg bei Iserlohn

Flussradweg in idyllischer Landschaft bei Hennen

Ruhrtalradweg bei Iserlohn

Begrüßungsschild von Iserlohn an der Baarbachmündung

Pferde an der Ruhr

Pferde am Fluss

Auf der anderen Seite des Flusses liegt der erste Stausee der Ruhr, der Hengsener See, der allerdings im Gegensatz zu den anderen fünf einen Bypass darstellt und nicht direkt durchflossen wird. Darüber hinaus ist er nicht besonders gut erschlossen zum Besuch und Teil des Naturschutzgebietes Bahnwald. Besonders markant ist die Kormoraninsel in seiner Mitte. Die Willkommenstafel zur Stadt Iserlohn steht etwas verspätet an der Mündung des Baarbachs in die Ruhr. Der Fluss wird am Gutshaus Wellenbad in Geisecke rechterhand wieder überquert, womit wir wieder den Kreis Unna und die Stadt Schwerte befahren. Danach geht es sofort links und durch ruhige Landschaft mit Rückhaltebecken links und einem Wassergraben rechts, ehe die Innenstadt von Schwerte erreicht wird. Hier lohnen der historische Marktplatz mit der St.-Victor-Kirche und dem Ruhrtalmuseum einen Besuch, dazu am besten vor dem Kleingartenverein rechts halten. Hinter der Altstadt liegt der Bahnhof Schwerte mit guten Anbindungen u.a. an Dortmund, Hagen, Hamm und Münster und ist damit ein gut geeigneter Etappenpunkt. Der nächste Bahnanschluss ist auf der Route erst wieder in Herdecke.

Wir umfahren den Schrebergartenverein Amsel. Technisches Denkmal und Sehenswürdigkeit in Schwerte ist die Rohrmeisterei, an der der RuhrtalRadweg in Sichtweite vorbeiführt. Das markante Gebäude mit Tonnendach diente einst als Pumpstation zur Trinkwasserversorgung der Stadt Dortmund, heute jedoch als Kulturzentrum und Senfmühle (samt Verkauf). Ringsherum liegt ein kleiner Landschaftspark mit Biotopen und Spielplätzen. An der Stelle, an der auf der Tour die Ruhr erreicht wird, lässt sich die Rohrmeisterei unmittelbar von Süden anfahren.

Schwerte

Ruhrtalmuseum neben der Kirche St. Victor in Schwerte

Schwerte

Altstadt von Schwerte mit Fachwerkhäusern

Rohrmeisterei Schwerte

Rohrmeisterei Schwerte

Rohrmeisterei Schwerte

 

Auf einem längeren Abschnitt in direkter Ufernähe geht es weiter Richtung Westhofen. Wir unterfahren die Eisenbahnbrücke, auf der die Züge der Ardey-Bahn zwischen Dortmund, Schwerte und Iserlohn pendeln. Auf der anderen Seite der Ruhr liegt bereits der Vorort Ergste. Bekannt aus den Verkehrsnachrichten ist Westhofen für das gleichnamige Autobahnkreuz von A1 und A45. Zunächst wird die Autobahn A45 unterquert. Im leichten Zickzack geht es durch ein Waldstück am Unterlauf des Wannebachs und um einen Sportplatz herum. Nach der Durchquerung der Ortsmitte am ehemaligen Bahnhof unterfährt man auch die Autobahn A1, die hier sechsspurige Hansalinie zwischen Hagen und Kamener Kreuz. Hier verlassen wir auch den Kreis Unna und begeben uns auf die südlichsten Ausläufer des Stadtgebietes von Dortmund unweit der Grenze zur kreisfreien Stadt Hagen. Letztmalig parallel zur altbekannten Oberen Ruhrtalbahn nähern wir uns dem Etappenziel an. An der Eisenbahnbrücke fließen Ruhr und Lenne zusammen in den Hengsteysee, dem ältesten der sechs Ruhrstauseen aus den 1920er Jahren. Charakteristisch für das Gewässer sind die schmale Landzunge mit Bootsverleih, die querende Brücke und der Tidenhub. Ein Tidenhub? In einem kleinen Binnensee? Das Koepchenwerk, ein Pumpspeicherkraftwerk bezieht sein Wasser im Unterbecken aus dem See. Wird Strom produziert und das Oberbecken abgelassen, der Wasserspiegel wird dadurch merklich angehoben und abgesenkt. Am Parkplatz an der Straßenbrücke führt die bei Motorradfahrern beliebte Serpentinenstrecke den Berghang hoch zur Hohensyburg. Hoch über uns liegen die Spielbank Hohensyburg, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die alte Burgruine mit dem hervorstechenden Vincke-Turm. Ein kurzer Bergbau-Wanderweg mit einem kleinen Besucherbergwerk thematisiert die zahlreichen Abbaustätten in der Region.

In Dortmund hatten wir ein kurzes Gastspiel. Die eigentliche Innenstadt ist sehr weit entfernt und darüber hinaus jenseits der Steilhänge gelegen und nicht für einen schnellen Abstecher erreichbar. Etwa am Mäuseturm, Überrest einer alten Brücke über das ursprüngliche Flussbett, bevor der See angestaut wurde, befahren wir das Gebiet des Ennepe-Ruhr-Kreises und der Stadt Herdecke.

RuhrtalRadweg am Hengsteysee

RuhrtalRadweg am Ufer des Hengsteysees

Hengsteysee

Schmale Landzunge zwischen den Seeteilen

Hengsteysee

Aussichtsbank oberhalb des Sees

Hengsteysee

Kleingarten auf der Halbinsel

Kaiser-Wilhelm-Denkmal Hohensyburg

Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Hohensyburg

Zusammenfluss von Ruhr und Lenne

Tief unten: Zusammenfluss von Ruhr und Lenne

Ruine Hohensyburg

Ruine Hohensyburg

Hohensyburg

Weitblick vom Platz unter dem Kaiserdenkmal

Schon von weitem ist das große Ruhrviadukt am Harkortsee zu sehen, das große Wahrzeichen der Stadt. Hinter der Stiftsmühle passiert der Radweg ein Naherholungsgebiet, Spiel- und Sportplätze und das Schwimmbad. Wir unterqueren die Brücke der B54 und erreichen mit dem Zweibrücker Hof die neue Promenade an der Ruhr. Ein regelrechter Glücksgriff für die Stadt war der Abriss der alten Fabrik an der Ruhr. Durch den damit geschaffenen Platz konnte das sogenannte Quartier Ruhraue entstehen. Das beinhaltet Einkaufszentrum, Fachgeschäfte und Wohnungen ebenso wie die Cafés mit Blick über die Ruhrauen zum Fluss. Eine ähnliche Entwicklung wird uns auf der dritten Etappe in Kettwig begegnen, doch viele Städte am Fluss dürften mit Neid auf die Entwicklung in Herdecke blicken. Wir könnten die Etappe nun in einem der Cafés beenden, doch Herdecke hat noch mehr zu bieten.

Wir können den Parkplatz des Einkaufszentrums und die Mühlenstraße überqueren. Auf der anderen Seite befindet sich die Altstadt. Wir haben es in Schwerte und ansatzweise in Fröndenberg gesehen, sie werden uns aber auch auf der weiteren Tour in Etappe 2 und 3 begegnen: Fachwerkstädte. Eine Tatsache, die Auswärtige am wenigsten mit dem Ruhrgebiet verbinden – doch es gibt sie. Herdecke ist ein weiteres Beispiel dafür. Rings um die Stiftskirche erstreckt sich eine kurze Fußgängerzone, die auf der einen Seite in einem Marktplatz, auf der anderen Seite vor dem Rathaus und Heimatmuseum mündet. Doch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit ist das kleine Viertel, das sich entlang des Herdecker Bachs erstreckt und daher als Bachviertel bezeichnet wird. Sie bilden ein besonders idyllisches Ensemble. Mittendrin liegt das Mini-Hotel, das kleinste Hotel des Bundeslandes und eines der kleinsten in Deutschland überhaupt. Es bietet im Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert ein Doppel- und zwei Einzelzimmer zur Übernachtung an.

Ruhrtalradweg bei Herdecke

RuhrtalRadweg direkt am Fluss in Herdecke.
Einmündung des Herdecker Bachs in die Ruhr

Ruhrtalradweg bei Herdecke

Neues Stadtquartier Ruhraue mit Promenade.
Hinten ist bereits das Wahrzeichen, der Viadukt, sichtbar

Herdecke

Fachwerk in Herdeckes Altstadt

Bachviertel in Herdecke

Bachviertel am Herdecker Bach

Mini-Hotel in Herdecke

Das Mini-Hotel, das kleinste Hotel NRWs

Herdecke

Das Viadukt spiegelt sich auch in der Kunst wider

Oberhalb der Altstadt liegt der Bahnhof, von dem aus die Züge im Stundentakt nach Hagen und Dortmund fahren. Das Wissen über die Abfahrten ist also vorteilhaft, um nicht lange warten zu müssen. Tipp: Die Züge Richtung Hagen bzw. Lüdenscheid überqueren hinter Herdecke den großen Viadukt.

Auf der zweiten Etappe des Radwegs, der auch das große Viadukt unterquert, geht es näher an den Fluss. Die Route führt auf lange Strecken direkt am Wasser entlang und einmal sogar mit der Fähre hinüber.

Die Fortsetzung ist hier zu lesen: RuhrtalRadweg – Etappe 2: Von Herdecke nach Essen

Geographische Koordinaten:
51°28'25.59"N, 7°48'02.00"E – Kiebitzwiese
51°28'17.02"N, 7°46'15.01"E – Kettenschmiedemuseum Fröndenbg.
51°28'21.44"N, 7°41'30.36"E – Kuhbrücke Dellwig
51°27'59.55"N, 7°39'41.71"E – Sieben Zeichen / Schoofs Brücke
51°27'52.84"N, 7°38'57.37"E – Hengsener See (begehbares Ufer)
51°26'14.75"N, 7°34'13.86"E – Rohrmeisterei Schwerte
51°24'40.84"N, 7°27'15.20"E – Koepchenwerk
51°23'54.84"N, 7°25'57.44"E – Bachviertel Herdecke
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
416696 m, 5703194 m – Kiebitzwiese
414628 m, 5702964 m – Kettenschmiedemuseum Fröndenberg.
409139 m, 5703195 m – Kuhbrücke Dellwig
407030 m, 5702557 m – Sieben Zeichen / Schoofs Brücke
406171 m, 5702366 m – Hengsener See (begehbares Ufer)
400642 m, 5699439 m – Rohrmeisterei Schwerte
392498 m, 5696703 m – Koepchenwerk
390965 m, 5695313 m – Bachviertel Herdecke

Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Internetseite zum RuhrtalRadweg: www.ruhrtalradweg.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 03 / 2016
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(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr