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Der RuhrtalRadweg – Von der Quelle bis zur Mündung

Ruhrgebiet-Etappe 1 von der Grenze bis zum Harkortsee: Fröndenberg/Ruhr → Herdecke (40 km)

Der RuhrtalRadweg verläuft seit 2006 von der Quelle der Ruhr bei Winterberg bis zu ihrer Mündung in den Rhein. Auf etwa 230 Kilometern Länge folgt er dem Flusslauf vom Dach des Sauerlands und erreicht etwa auf der Hälfte der Strecke das Ruhrgebiet. Auen, Felder und Weiden wechseln sich ab mit historischen Stadtkernen. Man entdeckt historische Zechengelände und Industrieflächen, passiert aber auch die sechs großen Stauseen. Immer wieder führt der Weg ans Wasser, das an vielen Stellen zum Greifen nah ist. Kaum ein Themaradweg in Deutschland bietet vergleichbare Kontraste auf kürzester Fläche – ein Grund, warum der RuhrtalRadweg zu den beliebtesten Flussradwegen gehört.

Diese Tourempfehlung, die den Radweg im Bereich des Ruhrgebiets vorstellt, bilden mehrere Tagesetappen zu je etwa 40 Kilometer Länge. Offizielle Tagesetappen sind nicht ausgewiesen und können vom Radfahrer je nach Kondition, Lust und Interesse frei gestaltet werden. Mancherorts lohnt ein Abstecher vom Weg: Sehenswürdigkeiten am Wegesrand werden kurz vorgestellt und auf existierende ausführliche Artikel auf diesen Internetseiten verwiesen. Klicken Sie dazu einfach auf die unterstrichenen Links im Laufe des Artikels.

Die Karte stellt den ca. 40 km langen Abschnitt zwischen der Grenze des Ruhrgebiets und der Stadt Herdecke dar. Das Ruhrtal markiert den Übergang zwischen dem Sauerland und dem Haarstrang. An der Start-Markierung beginnt die beschriebene Etappe am Bahnhof von Wickede (Ruhr) und endet zwischen den Stauseen am Bahnhof von Herdecke im Ennepe-Ruhr-Kreis. Die blauen Pfeile zeigen Anschlüsse zu anderen beschilderten Radtouren an. Die hellblaue Strecke bei Dellwig ist eine kurze Alternativroute.

Karte Ruhrtalradweg (Fröndenberg-Herdecke)

Beschilderung, Wegebeschaffenheit und Nahverkehr:
Der Weg ist durchgehend gut beschildert mit dem bekannten mehrfarbigen Piktogramm. Zusätzlich geben die Schilder des Radverkehrsnetzes eine Orientierung und Entfernungsangabe zu den nächsten Stadtetappen. Für die Routenführung und den späteren Ausbau bemühte man sich, von befahrenen Straßen Abstand zu nehmen. Meistens läuft die Tour auf Nebenwegen oder eigenen Radwegen, die zum Teil straßenbegleitend sind. Einzelne Gefahrenpunkte an Kreuzungen lassen sich nicht vermeiden, sind aber meist gut ausgeschildert und geregelt. Viele Abschnitte sind asphaltierte Wege, häufig fährt man auch auf wassergebundener Oberfläche.

Kartenmaterial / Literatur: In den rechts und unten dargestellten gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist die Region des in diesem Beitrag beschriebenen Ortes abgebildet. Die thematisch passenden Bücher sind zur Vertiefung empfohlen. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

► Zur Etappe 2: Von Herdecke nach Essen
► Zur Etappe 3: Von Essen nach Duisburg

     

Immer wieder sorgen Informationstafeln für einen Überblick über die Orte, in denen man sich befindet. Regelmäßig gibt es Rastmöglichkeiten am Wegesrand. Häufig bietet es sich an, den Weg zu verlassen und einen Abstecher in die Altstädte oder zu nahen Sehenswürdigkeiten zu machen. In vielen Orten haben sich Museen, Cafés oder andere Einrichtungen auf Radfahrer eingestellt. Auch, wenn sich manch ein Extremsportler zum Ziel setzt, den gesamten Radweg zu bewältigen, so sind für die entspannte Fahrt unbedingt Etappen ggf. mit Übernachtung zu planen.

     

Von Winterberg bis Fröndenberg ist der Radweg über die Obere Ruhrtalbahn und die Regionalexpress-Linien 17 und 57 gut erschlossen. Nahezu in allen Städten dazwischen können durch die Parallellage Anreise und Umstieg vom Zug auf das Fahrrad und umgekehrt die Abreise Richtung Dortmund und Hagen erfolgen. Schwerte ist neben dem RE 17 auch an die Linien RE 7, 13 und RB 53 nach Hagen, Hamm, Münster, Iserlohn und Dortmund angebunden. Herdecke ist über die RB 52 von Dortmund oder Hagen erreichbar. In allen genannten Linien gibt es mindestens Mehrzweckabteile, zum Teil werden saisonal spezielle Fahrradwagen eingesetzt. Achtung: Im Bereich des VRR ist der Fahrradtransport im Berufsverkehr eingeschränkt. Bitte beachten Sie auch die Mitnahmeregeln von E-Bikes.

Externer Link Externer Link

 

Anreise zum Ausgangspunkt am Bahnhof Wickede (Ruhr):

Anreise mit dem Auto: Auf der A44 bis zum Kreuz Werl, dort auf die A445 (spätere A46) Richtung Arnsberg bis zur Ausfahrt 61 Wickede. Rechts abbiegen und der B63 Richtung Wickede folgen. Im Ort Parkmöglichkeiten suchen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Hauptstraße in Wickede (Ruhr)

Anreise mit Bus und Bahn: Mit RE 17 oder 57 bis Wickede (Ruhr). Die Tourenbeschreibung beginnt direkt am Bahnhof.

Ruhrgebietetappe I:
Am Bahnhof in Winterberg ist sein offizieller Startpunkt, von wo es zunächst zum Quellgebiet am Ruhrkopf im Rothaargebirge geht. Dem anfänglich kleinen Rinnsal folgt er vorbei an Niedersfeld und Olsberg, ehe er Bestwig erreicht. Die Kreisstadt des Hochsauerlandkreises Meschede liegt zu Füßen des Hennesees. Weitere Stationen am Fluss sind Arnsberg, Neheim und Wickede (Ruhr). Hier erreicht der Radweg nach etwa 95 Kilometern das Ruhrgebiet und die Stadt Fröndenberg/Ruhr.

Startpunkt ist der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Bahnhof von Wickede (Ruhr). Hier trifft der Zugreisende direkt auf den Radweg aus Richtung Winterberg. Es geht vom Vorplatz über die Fußgängerbrücke über die Schienen und auf der B63 bis zur Kreuzung Fröndenberger Straße vor der Ruhrbrücke. Dort rechts und sofort wieder links abbiegen in die Straße Ruhrufer. Unweit des großen Stauwehrs der Ruhr in Wickede wird nicht nur der Ortsausgang, sondern auch die Stadtgrenze überfahren und mit dem Kreis Unna das Ruhrgebiet erreicht. Im Gegensatz zu üblichen Landschaften wie dem Harz, dem Sauerland oder dem Schwarzwald, die selten eine scharfe Begrenzung haben, ist das Ruhrgebiet definiert durch die Grenzen der Kreise und kreisfreien Städte, die zum Gebiet des Regionalverbandes Ruhr gehören – wozu der Kreis Unna ebenfalls gehört. Die Landschaft verändert sich allerdings dadurch (vor allem für Touristen überraschenderweise) kaum. Sie hält sich auch weiterhin sehr ländlich geprägt und bietet die ein oder andere idyllische Stelle am Fluss. Man begegnet der Zabel-Route, die bis zum Rathaus von Fröndenberg den gleichen Verlauf hat. Es ist Teil einer Trainingsstrecke des ehemaligen Tour-de-France-Radprofis Erik Zabel, der zeitweise in Fröndenberg lebte. Mit entsprechender Kondition ist eine „Bergwertung“ mit Abstecher über das auf dem Haarstrang liegende ehemalige Gut Scheda (nicht zu besichtigen) denkbar. Aus Richtung Warmen stößt die Tour des RadKreis Unna hinzu und ist die dritte Thema-Route auf dieser Strecke. In Warmen befindet sich die Hofkäserei Wellie. Dort sind Führungen und natürlich auch Einkauf von Milch- und Käsespezialitäten möglich. Die Zufahrt für den kurzen Abstecher ist ausgeschildert.

Es geht auf der scheinbar kilometerlang schnurgeraden Wickeder Straße weiter. Kurz vor dem Ende der Straße biegen wir links ab in die Hans-Böckler-Straße und umrunden das Industriegebiet von Westick. Auf der linken Seite erstreckt sich das POI: Ort von Interesse am Wegesrand Naturschutzgebiet Kiebitzwiese, eine erst vor wenigen Jahren rekonstruierte Auenlandschaft an der Ruhr. Die darin grasenden Heckrinder und Vögel lassen sich gut von einem Aussichtspunkt auf einem Hügel beobachten, der sich mit einer Rastmöglichkeit auf der linken Seite als kleiner Zwischenhalt geradezu aufdrängt.

Kiebitzwiese

Aussichtshügel an der Kiebitzwiese

Kiebitzwiese

Heckrinder in der neu vernässten Auenlandschaft

 

Anreise zum NSG Kiebitzwiese:

Anreise mit dem Auto: Auf der A44 bis Unna-Ost, dort auf der B233 Richtung Fröndenberg. Am Ende der Ausbaustraße rechts auf die B233 Richtung Fröndenberg. Über die Hügelkuppe fahren und dann stetig bergab bis Langschede. Hier der Beschilderung Richtung Fröndenberg folgend an der Ampel links abbiegen. Über den Bahnübergang und den Berg hinauf durch Ardey. In Fröndenberg an der Ampel links Richtung Wickede, sofort wieder rechts auf die Unionstraße. Geradeaus weiter auf der Alleestraße und am Bahnübergang links abbiegen. Nach 900 m macht die Straße eine S-Kurve. Dahinter rechts abbiegen in die Hans-Martin-Schleyer-Straße oder die darauffolgende Wernher-von-Braun-Straße. Am Ende jeweils links abbiegen in die Werner-von-Siemens-Straße. Im Bereich der Kreuzung Wernher-von-Braun-Straße liegt der Zugang zum Aussichtshügel.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Werner-von-Siemens-Straße, Kreuzung Wernher-von-Braun-Straße in Fröndenberg/Ruhr

Anreise mit Bus und Bahn: Von Dortmund, Unna oder Hagen mit RE 17 / 57 bzw. RB 54 bis Fröndenberg. Von dort zu Fuß vom Bahnhofsgebäude Bahnsteig 1 / 11 auf der Bahnhofstraße geradeaus, am Bahnübergang geradeaus und rechts in die Graf-Adolf-Straße. Etwa 1,2 km immer dem Straßenverlauf folgen. Etwa 400m hinter dem Stadion (hinter Kreuzung Herman-Löns-Straße) führt bereits ein Feldweg rechts zur Ruhr zum NSG Kiebitzwiese. Zum Aussichtspunkt weiter geradeaus um die Kurve, sofort rechts, um die Linkskurve und sofort rechts abbiegen in die Werner-von-Siemens-Straße. Geradeaus bis zur Kreuzung Wernher-von-Braun-Straße.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Der RuhrtalRadweg führt direkt am Naturschutzgebiet Kiebitzwiese vorbei.

Auf der Werner-von-Siemens-Straße nähern wir uns der Stadtmitte. Am Ende biegen wir links ab in die Schillerstraße und direkt wieder links in die Graf-Adolf-Straße. Auf der linken Seite passieren wir nach kurzer Zeit hinter der St.-Josef-Kirche und dem Sportplatz den kleinen Hindenburghain. Hinter dem Wasserwerk beginnt ebenfalls auf der linken Seite der POI: Ort von Interesse am Wegesrand Himmelmannpark. Auf dem Gelände stand früher eine Papierfabrik, von der noch wenige Relikte erhalten geblieben sind. Sie bilden beispielsweise das Forum, das Kettenschmiedemuseum im alten Strohlager oder den Trichter, einst zur Filtrierung von Wasser genutzt, heute ein Alleinstellungsmerkmal und Wahrzeichen der Stadt. Insbesondere das Kettenschmiedemuseum lohnt an Wochenenden die kostenlose Besichtigung mit teilweisen Vorführungen am Schmiedefeuer (Infos dazu siehe verknüpfter Hauptartikel). Der Park bietet Spielflächen und mit dem Ruhrbalkon in Form eines Bootes auch die Möglichkeit, über der Ruhr zu wandeln. Hinter dem Park wird über den kleinen Bahnübergang die Stadtmitte erreicht. Hoch über der Stadt stehen die neogotische katholische Marien- und gotische simultane Stiftskirche nebeneinander und bilden das charakteristische Gebäudeensemble. Es ist über die alte Treppe oder auch versteckt liegende Rampen erreichbar. Die Stadtmitte westlich des Marktplatzes ist jung und wurde auf dem Gelände der in den 1980er Jahren umgesiedelten UNION-Fabrik für Fahrräder und Fahrradteile gebaut.

Stadt Fröndenberg/Ruhr

Blick auf Fröndenberg/Ruhr mit der Marien- und Stiftskirche
und dem Wasserkraftwerk Schwitten (vorne)

Himmelmannpark Fröndenberg

Kettenschmiedemuseum im Himmelmannpark

Himmelmannpark Fröndenberg

Relikt der Papierindustrie in der Stadt: Der Trichter

Himmelmannpark Fröndenberg

Ausstellung im Kettenschmiedemuseum

Stadt Fröndenberg/Ruhr

Der Markgrafen am dreieckigen Marktplatz in der Stadtmitte
Zweitälteste Gaststätte in Westfalen

Stadt Fröndenberg/Ruhr

Stiftskirche, Boeselagersches Haus und Villa

Vor dem Rathaus, in dessen Nebengebäude die Tourist-Information residiert, geht der Radweg auf der Ruhrstraße links weiter (geradeaus wird der Bahnhof von Fröndenberg erreicht). An der folgenden Kreuzung wird links die Ruhrbrücke überquert. Achtung: Die vielbefahrene Straße muss dazu nicht zwingend überquert werden! Auf beiden Seiten führen hinter und unter der Brücke hindurch Rampen zum Radweg. Wir befinden uns mit Passieren des Flusses nun wieder außerhalb des Ruhrgebiets, auf dem Gelände der Stadt Menden (Sauerland) und damit im Märkischen Kreis. Die Eisenbahnbrücke, die wir anschließend unterfahren, ist in ihrer heutigen Erscheinung eines der heute noch sichtbaren Überbleibsel der Möhnekatastrophe – wurde sie nach ihrem Einsturz anschließend doch nur eingleisig wiederaufgebaut. Neben wenigen Güterzügen überqueren hier die Regionalbahnen nach Menden und Neuenrade den Fluss. Wir fahren um die Kläranlage herum auf der Heidestraße, die kurz darauf ein kurzes Stück bergauf führt, und biegen vor der Ortseinfahrt von Bösperde rechts ab in die Straße Osterfeld. Ein straßenbegleitender Radweg verläuft auf der anderen Straßenseite. Im zügigen Tempo geht es durch die Felder. Rechterhand ist noch einmal die Stadt Fröndenberg zu sehen. Wir fahren auf das über 900 Jahre alte Dorf Halingen zu. Schon von Weitem ist die Kirche St. Antonius Einsiedler zu erkennen.

In Halingen an der Ampel rechts abbiegen, am besten dazu die Fußgängerampel benutzen und auf dem Radweg auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig weiterfahren. Von der Bundesstraße B515 zweigt der Radweg dankenswerterweise bald nach links ab in einen ruhigen Feldweg. Man könnte allerdings die Tour auch auf dem parallel zur Bundesstraße verlaufenden Weg bis Langschede fahren. Wir folgen jedoch dem idyllischeren Weg durch die Felder, auch wenn er etwas länger ist. An einer Rastmöglichkeit mit Bänken und einem Tisch klärt eine Informationstafel über die Geschichte des Dorfes Halingen auf. Bald nähern wir uns wieder der Bundesstraße an. Wir fahren durch die Felder, die je nach Jahreszeit von blühendem Mohn gesäumt sind.

RuhrtalRadweg bei Menden (Sauerland)

Im Osterfeld von Fröndenberg Richtung Halingen

RuhrtalRadweg bei Menden (Sauerland)

An der B515 stand mal ein Roller auf dem Zaun...

RuhrtalRadweg bei Menden (Sauerland)

Blick über die Ruhrwiesen nach Fröndenberg (Abstecher ab Kläranlage Menden)

RuhrtalRadweg bei Menden (Sauerland)

Rastplatz im Feld hinter Halingen

RuhrtalRadweg bei Menden (Sauerland)

Mohnblumen am Wegesrand (Blick zurück)

Auf dem abgetrennten Radweg nähern wir uns einem Kreisverkehr. Hier befindet sich eine Einkehrmöglichkeit mit Biergarten. Eine weitere liegt, falls geschlossen oder überfüllt, nur ein paar hundert Meter weiter. Die B233 nach Iserlohn wird überquert, wir fahren über den Bürgersteig und passieren die Ruhrbrücke auf der linken Seite. Es ist ein 1999 errichteter Neubau für die zwar durch das Möhnehochwasser schwer beschädigte, aber immerhin standgehaltene Bogenbrücke von Langschede. Der Ortsteil gehört wieder zur Stadt Fröndenberg und damit zum Kreis Unna (und zum Ruhrgebiet). Hier befand sich einst der oberste Hafen der schiffbaren Ruhr. Er diente kurzzeitig der Saline Königsborn zum Salztransport. Heute ist davon allerdings nichts mehr zu sehen. Hinter dem an der Kreuzung geradeaus befindlichen Haus Schoppe befindet sich noch der alte Wachturm des Ruhrübergangs. An der Ampel biegen wir vor dem Fachwerkhaus mit Gastronomie und kleinem Biergarten links ab. Die Straße endet am Vereinsheim und Sportplatz des SV Langschede. Doch der Radweg geht schräg-links weiter und führt ein Stück direkt am Flussufer entlang. Hier passiert man Obstbäume und Wiesen.

Der flussnahe Abschnitt ist leider nur sehr kurz und bald müssen wir auf dem Ohlweg das Gewerbegebiet von Dellwig passieren. An einer weiteren Raststelle mit Bank und Tisch führt der RuhrtalRadweg nach rechts. Geradeaus und um die Kurve lohnt der kurze Abstecher zur blauen POI: Ort von Interesse am Wegesrand Kuhbrücke, die vom Rastplatz aus schon zu sehen ist.

Alternativstrecke Kuhbrücke, Abbabach und Gutsbrennerei

Der folgende Abschnitt des RuhrtalRadwegs folgt von Dellwig bis zur Zufahrt zur Schoofs Brücke der Eisenbahnstrecke der Oberen Ruhrtalbahn. Der Weg verläuft leider ein wenig fernab der Ruhr und direkt neben dem Bahndamm. Gut ausgebaut kommt man hier zwar schnell vorwärts, aber es gibt eine nahezu gleichlange Alternative.

Mit einem kurzen, heftigen Anstieg lässt sich eine ruhige Straße über das Gebiet der Stadt Iserlohn nutzen. Dazu den Weg zur Kuhbrücke befahren und diese überqueren. Anschließend immer weiter vorbei an den Campingplätzen am Ruhrufer hinter der Mündung des Abbabachs bergauf. Hinter einem Waldstück endet der Anstieg schon bald. Eine Bank ermöglicht das Verschnaufen für die, die keinen Motor unter dem Sattel haben und einen kleinen Ausblick ins einschneidende Ruhrtal. Danach geht es recht eben weiter. An der Kreuzung am Ende rechts auf die Gutsbrennerei zuhalten. Bergab rollend können wir die Brennerei mit hohem Tempo passieren – oder besichtigen und einkehren. Ganz am Ende des Gefälles, vor Schoofs Brücke über die Ruhr, stoßen wir wieder auf den RuhrtalRadweg und müssen dann links abbiegen.

Die Kuhbrücke wurde ca. in den 1990er Jahren als Fußgängerbrücke wiederaufgebaut und lagert auf Fundamenten einer älteren Brücke, die ebenfalls im Möhnehochwasser zusammengebrochen ist.

Schoppenturm in Langschede

Schoppenturm in Langschede

Kuhbrücke über die Ruhr bei Dellwig

Kuhbrücke zwischen Dellwig und Drüpplingsen

Ruhrtal bei Fröndenberg

Obstbäume an der Ruhr unweit des Sportplatzes in Langschede

Kuhbrücke über die Ruhr bei Dellwig

Blick von der Kuhbrücke flussabwärts

Ruhr bei Dellwig

Das Ruhrtal bei Dellwig mit der Kirche.
Im Hintergrund erhebt sich der Haarstrang

RuhrtalRadweg parallel zur Bahnstrecke

Teilstück zwischen Feldern und der Oberen Ruhrtalbahn

Halbzeit am Ruhrtalradweg

Früher markierte hier ein Schild die "Halbzeit"

Zurück auf dem Radweg biegen wir unmittelbar vor dem Bahnübergang links ab. Der Weg verläuft nun parallel zur Bahnstrecke, was insbesondere für Kinder und andere Bahnbegeisterte aufregend ist, fahren die Züge hier doch im dichten Takt vorbei. Auch Güterverkehr ist hier dann und wann zu beobachten. Zwischen Feldern und Bahnstrecke geht es weiter zur Ruhrstraße. Die Wegekreuzung markiert die Grenze zur Gemeinde Holzwickede. Von hier aus ist Haus Opherdicke, das ehemalige Wasserschloss Regenbogen, gut erreichbar. Es erzwingt für den Besuch allerdings einen achtbaren Anstieg auf den Haarstrang.

Biegt man hier rechts und dann sofort links ab, lässt sich eine weitere Alternativroute vorbei am Hengsener See durchführen: Es ist ein schmaler Keil, der sich geopolitisch zwischen die Städte Fröndenberg und Schwerte zwängt und die Gemeinde Holzwickede zu einem Anlieger der Ruhr macht. Dass Holzwickede an der Ruhr liegt, ist vielfach selbst bei Bewohnern umliegender Städte häufig unbekannt. Doch an der noch so kurzen Uferlinie wird der erste von sechs großen Ruhrseen gestaut: der Hengsener See. Das nach der Ortschaft Hengsen benannte Gewässer ist im Gegensatz zu den folgenden fünf Stauseen wie dem Hengstey-, Harkort- oder Baldeneysee ein abseits des Flusses gelegener Bypass und dient seit 1937 der Wassergewinnung und Sedimentation, also dem Absetzen von Schmutz- und Schwebstoffen im Wasser. Seine Länge beträgt etwa einen Kilometer und seine maximale Breite ca. 250 Meter.

Der Stausee wird vor der Öffentlichkeit weitgehend abgeschottet und liegt im 1992 ausgewiesenen Naturschutzgebiet Bahnwald, das sich auf dem Gelände des im zweiten Weltkrieg zerstörten Güterbahnhofs Geisecke erstreckt. Nur ein kurzes Stück führt ein Wanderweg am Ostufer entlang und bietet einen Blick auf den See und die Kormoraninsel in der Mitte, deren Bewaldung unter dem ätzenden Vogelkot seit der Besiedlung vollständig abgestorben ist und heute nur noch traurige Reste von Baumstämmen beherbergt. Wir erreichen den See, indem wir rechts unter der Bahnbrücke herfahren, direkt links abbiegen und wieder die Bahn (diesmal über eine Brücke) überqueren. Nach einigen hundert Metern ist der kleine, begehbare Teil des Seeufers erreicht.

Hengsener See an der Ruhr in Holzwickede

Der Hengsener See in Holzwickede

Kormoraninsel im Hengsener Stausee

Alte Kormoraninsel in der Mitte des Sees

Hengsener See an der Ruhr in Holzwickede Hengsener See an der Ruhr in Holzwickede
Glücksorte


Das in diesem Beitrag beschriebene Ziel (See) ist ein "grüner Glücksort" im gleichnamigen Buch von Thomas Dörmann. Unter dem Leitsatz "Geh raus & blüh auf" bietet es 80 Ziele aus den grünen Parks, Halden und Landschaften im Ruhrgebiet:
Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet*

Information zum Besuch am Hengsener See:

Der See ist nur sehr eingeschränkt zugänglich.

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 85 Schwerte. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Hagen links abbiegen auf die Hörder Straße Richtung Stadtmitte. Die Bahn unterqueren und dem Straßenverlauf folgen Richtung Villigst. Nach 700 m an der Ampelkreuzung links Richtung Fröndenberg auf die Schützenstraße und zwei Kreisverkehre geradeaus überqueren. Die Bahn erneut unterqueren. Nach 2,5 Kilometern führt rechts die Straße Zum Wellenbad Richtung Rheinen. Hier rechts und hinter der Bahnunterführung links in die Straße Zum Kellerbach. Hier am Rand parken. Zu Fuß geradeaus weiter bis zum Waldrand und dem Fußweg links zwischen Wald und Bahnstrecke ca. 1,2 Kilometer folgen. Schließlich biegt der Weg rechts ab in den Wald und führt direkt zum See.

Alternativ nicht in die Straße Am Wellenbad fahren, sondern der Langscheder Straße noch 1,6 km folgen. Dann rechts abbiegen in die Straße Lappenhausen. Im Bereich der Brücke versuchen zu parken. Alternativ auch eine Straße weiter (Ruhrstraße) und auf dieser breiteren Straße hinter der Bahnbrücke am Rand parken. Zu Fuß von der Ruhrstraße über den Weg auf der anderen Seite der Bahn zur Straße Lappenhausen bzw. direkt von dort über die Bahnbrücke bis zum Wasserwerk und rechts am Zaun entlang vorbei an der Informationstafel zum Seeufer.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Zum Kellerbach in Schwerte oder Ruhrstraße in Holzwickede. Achtung Stadtgrenze!

Anreise mit Bus und Bahn: Mit RE 7, 13, 17 oder RB 53 bis Schwerte Bahnhof. Von dort mit dem Bus der Linie R50 oder R33 Richtung Lichtendorf bzw. Iserlohn bis Geisecke Post. Der Geisecker Talstraße folgen bis zur Straße Am Wellenbad. Schräg rechts-geradeaus in die Straße Zum Kellerbach. Zu Fuß geradeaus weiter bis zum Waldrand und dem Fußweg links zwischen Wald und Bahnstrecke ca. 1,2 Kilometer folgen. Schließlich biegt der Weg rechts ab in den Wald und führt direkt zum See.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf dem RuhrtalRadweg von Winterberg nach Duisburg bei Dellwig parallel zur Eisenbahnstrecke durch die Felder bis zum Ende. An einer Informationstafel an der Stadtgrenze folgt der Radweg der Straße links. Zum See lässt sich unter der Eisenbahnbrücke rechts und sofort links entlang der Schienen fahren, dann die Bahn über die folgende Brücke links überqueren und dem Pfad bis zum Wasserwerk folgen. An einer Informationstafel rechts bis zum Seeufer.

Auf dem regulären Weg biegen wir jedoch links ab und gelangen kurz darauf zur POI: Ort von Interesse am Wegesrand Schoofs Brücke über die Ruhr. Es ist eine schmale Brücke für den Autoverkehr. Sie ist besonders markant für ihre Stahlskulpturen am Nordufer, die "Sieben Zeichen", die schön in der Sonne glitzern und interessante Reflektionen im Wasser ergeben. Wir verlassen mit Flussüberquerung einmal mehr das Ruhrgebiet und kehren in den Märkischen Kreis und in die Stadt Iserlohn zurück. Im Verlauf der Straße liegt an der vor uns liegenden Steigung die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Gutsbrennerei Bimberg. Hier sind Besichtigungen der Brennerei mit der Dampfmaschine sowie Kauf und Probieren von Schnaps möglich (teilweise nach Vereinbarung, Informationen siehe Internetseite in den Links unten). Außerdem besteht hier die Möglichkeit zur Einkehr. Auf der Schmetterlingsroute könnte man nun bis in die Stadtmitte Iserlohns und nach Hemer weiterfahren.

Unser RuhrtalRadweg biegt jedoch vorher rechts ab in Richtung Schwerte. War das Radaufkommen auf dem Abschnitt im Raum Fröndenberg bisher eher ruhig, so verstärkt es sich durch die zwei Zubringerwege von Holzwickede und Iserlohn ein wenig.

Sieben Zeichen an Schoofs Brücke

Schoofs Brücke bei Holzwickede mit den sieben Stahlzeichen

Sieben Zeichen an Schoofs Brücke

Stahlskulpturen am Ufer

Junges Reh in Löwenzahnwiese

Unverhoffte Wildbegegnung in einer Löwenzahnwiese

Ruhrtalradweg bei Iserlohn

Flussradweg in idyllischer Landschaft bei Hennen

Ruhrtalradweg bei Iserlohn

Begrüßungsschild von Iserlohn an der Baarbachmündung

Pferde an der Ruhr

Pferde am Fluss

Die Willkommenstafel zur Stadt Iserlohn steht etwas verspätet an der Mündung des Baarbachs in die Ruhr. Der Fluss wird am Gutshaus Wellenbad in Geisecke rechterhand wieder überquert, womit wir wieder den Kreis Unna und die Stadt Schwerte befahren. Danach geht es sofort links und durch ruhige Landschaft mit Rückhaltebecken links und einem Wassergraben rechts, ehe die Innenstadt von Schwerte erreicht wird. Hier lohnen der historische Marktplatz mit der St.-Victor-Kirche und dem Ruhrtalmuseum einen Besuch, dazu am besten vor dem Kleingartenverein rechts halten. Hinter der Altstadt liegt der Bahnhof Schwerte mit guten Anbindungen u.a. an Dortmund, Hagen, Hamm und Münster und ist damit ein gut geeigneter Etappenpunkt. Der nächste Bahnanschluss ist auf der Route erst wieder in Herdecke.

Schwerte

Ruhrtalmuseum neben der Kirche St. Victor in Schwerte

Schwerte

Altstadt von Schwerte mit Fachwerkhäusern

Wir umfahren den Schrebergartenverein Amsel. Technisches Denkmal und Sehenswürdigkeit in Schwerte ist die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Rohrmeisterei, an der der RuhrtalRadweg in Sichtweite vorbeiführt. Bereits in den 1850er Jahren kam es in der Dortmunder Trinkwasserversorgung zu Engpässen, weswegen bald eine Pumpstation in Schwerte-Villigst zum Transport des sauberen Wassers aus der Ruhr in Schwerte errichtet wurde. Schwerte gehörte seinerzeit zum Kreis Hörde, dessen Kreisstadt heute wiederum ein Vorort von Dortmund ist. Im Jahre 1888 wurde eine zweite Pumpstation nötig, die hier in Ufernähe des Flusses errichtet und 1890 eingeweiht wurde – die Rohrmeisterei. 1908 wurden die beiden Stationen durch eine dritte ergänzt, die in Hennen, heute zum Märkischen Kreis gehörend, gebaut wurde. Das Aus für die Rohrmeisterei in Schwerte kam 1924 aufgrund Unrentabilität. Fortan diente das Gebäude hauptsächlich der Lagerung und als Unterstand. Die Stadt Schwerte erwarb das Gebäude 1990 zur Einrichtung eines Kulturstandortes. Nach Leerstand, Verfall und Ausweisung als denkmalgeschütztes Gebäude wurde das Gelände zehn Jahre später durch zwei örtliche Vereine übernommen. Die Anlage wurde saniert und renoviert und schließlich 2003 als das beliebte Kulturzentrum eröffnet, das es auch heute ist.

Anreise zur Rohrmeisterei Schwerte:

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis zur Ausfahrt 85 Schwerte. Aus Richtung Hagen links, aus Richtung Münster rechts abbiegen auf die B236 Hörder Straße Richtung Stadtmitte. Hinter den zwei Bahnbrücken an der Ampel rechts abbiegen in die Karl-Gerharts-Straße. Am Bahnhof geht die Straße geradeaus in die Beckestraße über. Dieser bis zum Ende folgen und links abbiegen in die Hagener Straße. Die zweite Straße rechts ist die Ruhrstraße, die direkt zu einem Parkplatz an der Rohrmeisterei führt.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Ruhrstraße 20 in Schwerte

Anreise mit Bus und Bahn: Mit RE 7, 13 oder 17 sowie der RB 53 bis Schwerte (Ruhr). Vom Bahnhofsgebäude geradeaus entlang der Bahnhofstraße bis in die Stadtmitte. Auf der Hüsingstraße rechts in die Teichstraße. Geradeaus auf der Hagener Straße bis zur Ruhrstraße, hier links abbiegen. Der Straße bis zur Rohrmeisterei folgen. Der Fußweg beträgt etwa einen Kilometer.

Heute steht das Gebäude in einem erhöhten Landschaftspark ca. 250 Meter von der Ruhr entfernt. Der Bau selbst erstreckt sich in Ost-West-Richtung und hat ein Ausmaß von ca. 70 x 25 Meter. Besonders auffällig sind die Ziegelfassaden mit den Rundbögen für die Guss-Fenster sowie das große Tonnendach. Neben dem Kulturzentrum beinhaltet das Gebäude heute eine Innen- und Außengastronomie sowie eine Senfmühle. Der 2010 eröffnete Landschaftspark, das Rohrmeisterei-Plateau, besitzt neben Spielplatz und kleiner Skater-Anlage breite Wege zur Ruhr und einige Balkone, die als Brücke zum Fluss zu deuten sind und von der Erhöhung Blicke auf die Felder nebenan bieten. Das gerasterte Pflaster auf dem Plateau kennzeichnet die Lage alter Wasserbehälter. Das Feuchtbiotop vor der Rohrmeisterei mit einer insbesondere im Sommerhalbjahr erstaunlich bunten Sumpfpflanzenvielfalt ist ein seit den Anfangsjahren des Umbaus im neuen Jahrtausend selbstständig entstandenes Gewässer, das in der Gestaltung des Parks akzeptiert und bewahrt wurde.

Rohrmeisterei Schwerte

Rohrmeisterei Schwerte

Rohrmeisterei Schwerte

 

Rohrmeisterei in Schwerte

Rohrmeisterei vom RuhrtalRadweg aus gesehen

Rohrmeisterei in Schwerte

Landschaftspark auf dem Rohrmeisterei-Plateau mit Biotop

Auf einem längeren Abschnitt in direkter Ufernähe geht es weiter Richtung Westhofen. Wir unterfahren die Eisenbahnbrücke, auf der die Züge der Ardey-Bahn zwischen Dortmund, Schwerte und Iserlohn pendeln. Auf der anderen Seite der Ruhr liegt bereits der Vorort Ergste. Bekannt aus den Verkehrsnachrichten ist Westhofen für das gleichnamige Autobahnkreuz von A1 und A45. Zunächst wird die Autobahn A45 unterquert. Im leichten Zickzack geht es durch ein Waldstück am Unterlauf des Wannebachs und um einen Sportplatz herum. Nach der Durchquerung der Ortsmitte am ehemaligen Bahnhof unterfährt man auch die Autobahn A1, die hier sechsspurige Hansalinie zwischen Hagen und Kamener Kreuz. Hier verlassen wir auch den Kreis Unna und begeben uns auf die südlichsten Ausläufer des Stadtgebietes von Dortmund unweit der Grenze zur kreisfreien Stadt Hagen. Letztmalig parallel zur altbekannten Oberen Ruhrtalbahn nähern wir uns dem Etappenziel an. An der Eisenbahnbrücke fließen Ruhr und Lenne zusammen in den POI: Ort von Interesse am Wegesrand Hengsteysee, dem ältesten der sechs Ruhrstauseen aus den 1920er Jahren. Charakteristisch für das Gewässer sind die schmale Landzunge mit Bootsverleih, die querende Brücke und der Tidenhub.

Tidenhub? In einem kleinen Binnensee? Ja, denn ein Pumpspeicherkraftwerk nutzt den Hengsteysee seit 1930 als Unterbecken. Wird vom Speichersee hoch oben auf dem Berg Wasser zur Stromproduktion abgelassen, wirkt sich dies auf den Wasserspiegel des Hengsteysees aus. Seit den 1980ern gibt es ein neues Kraftwerk neben dem alten Standort. Die alte Turbinenhalle des Koepchenwerks mit den vier großen Maschineneinheiten, bestehend je aus Turbine, Generator und Pumpe, kann man inzwischen besichtigen. Am Parkplatz an der Straßenbrücke führt die bei Motorradfahrern beliebte Serpentinenstrecke den Berghang hoch zur Hohensyburg. Hoch über uns liegen die Spielbank Hohensyburg, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und die alte Burgruine mit dem hervorstechenden Vincke-Turm. Ein kurzer Bergbau-Wanderweg mit einem kleinen Besucherbergwerk thematisiert die zahlreichen Abbaustätten in der Region.

In Dortmund hatten wir ein kurzes Gastspiel. Die eigentliche Innenstadt ist sehr weit entfernt und darüber hinaus jenseits der Steilhänge gelegen und nicht für einen schnellen Abstecher erreichbar. Wir überqueren die Brücke der Hengsteystraße bzw. Dortmunder Straße über den See und damit auch die kleine Halbinsel, die tief in den See ragt. Hier können Ruder- und Tretboote gemietet werden. Für Radfahrer bildet die Treppe in die Tiefe jedoch ein kleines Hindernis. Auf der anderen Seite des Hengsteysees führt der RuhrtalRadweg vom Fußweg getrennt bis kurz vors Stauwehr. Eine Eisenbahnbrücke wird zur Querung der Ruhr genutzt. Man muss absteigen, auch, um nicht mit dem Fahrrad in die Schienen zu fahren und zu stürzen.

RuhrtalRadweg am Hengsteysee

RuhrtalRadweg am Ufer des Hengsteysees

Hengsteysee

Schmale Landzunge zwischen den Seeteilen

Hengsteysee

Aussichtsbank oberhalb des Sees

Hengsteysee

Kleingarten auf der Halbinsel

Kaiser-Wilhelm-Denkmal Hohensyburg

Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Hohensyburg

Zusammenfluss von Ruhr und Lenne

Tief unten: Zusammenfluss von Ruhr und Lenne

Ruine Hohensyburg

Ruine Hohensyburg

Hohensyburg

Weitblick vom Platz unter dem Kaiserdenkmal

Blick über den Hengsteysee und die Hohensyburg

Aussichtspunkt nahe dem Friedhof von Herdecke mit Blick auf den See und die Hohensyburg

Straßenbrücke über den Hengsteysee

Brücke der Dortmunder Straße zwischen Hagen u. Hohensyburg

Boote im Wasser am Hengsteysee im Ruhrgebiet

Idyllische Stelle am Ruderbootshaus

Stauwehr Hengsteysee

Stauwehr des Hengsteysees

Ruhrtalradweg am Hengsteysee

Eisenbahnbrücke mit Rad- und Wanderweg am Wehr

Hengsteysee mit Koepchenwerk im Ruhrgebiet

Kleiner Hafen gegenüber vom dem alten und neuen Pumpspeicherwerk mit dem hochgelegenen Speicherbecken

Koepchenwerk am Hengsteysee in Herdecke

Alte Druckrohre des Pumpspeicherkraftwerks am See

Koepchenwerk am Hengsteysee in Herdecke

Zwei der vier Maschineneinheiten in der Turbinenhalle

Auf streckenweise zwischen Fußgänger und Radfahrern getrennten Wegen, die jedoch auch bei größerem Verkehrsaufkommen recht schmal sind, umfahren wir in einem großen Bogen die Stadt Herdecke. Hinter der Stiftsmühle passiert der Radweg ein Naherholungsgebiet, Spiel- und Sportplätze und das Schwimmbad. Wir unterqueren die Brücke der B54 und erreichen am Zweibrücker Hof die neue Promenade an der Ruhr. Ein regelrechter Glücksgriff für die Stadt war der Abriss einer alten Fabrik an der Ruhr. Durch den damit geschaffenen Platz konnte das sogenannte Quartier Ruhraue entstehen. Das beinhaltet Einkaufszentrum, Fachgeschäfte und Wohnungen ebenso wie die Cafés mit Blick über die Ruhrauen zum Fluss. Eine ähnliche Entwicklung wird uns auf der dritten Etappe in Kettwig begegnen, doch viele Städte am Fluss dürften mit Neid auf die Entwicklung in Herdecke blicken. Wir könnten die Etappe nun in einem der Cafés beenden, doch Herdecke hat noch mehr zu bieten. Schon von weitem ist hier das große Ruhrviadukt am Harkortsee zu sehen, das große Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein bisschen Glück dabei, als in diesem Moment ein roter Zug der Volmetal-Bahn das Viadukt in Richtung Hagen passiert.

Wir können den Parkplatz des Einkaufszentrums und die Mühlenstraße überqueren. Auf der anderen Seite befindet sich die POI: Ort von Interesse am Wegesrand Altstadt. Wir haben es in Schwerte und ansatzweise in Fröndenberg gesehen, sie werden uns aber auch auf der weiteren Tour in Etappe 2 und 3 begegnen: Fachwerkstädte. Eine Tatsache, die Auswärtige am wenigsten mit dem Ruhrgebiet verbinden – doch es gibt sie. Herdecke ist ein weiteres Beispiel dafür. Rings um die Stiftskirche erstreckt sich eine kurze Fußgängerzone, die auf der einen Seite in einem Marktplatz, auf der anderen Seite vor dem Rathaus und Heimatmuseum mündet. Doch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit ist das kleine Viertel, das sich entlang des Herdecker Bachs erstreckt und daher als Bachviertel bezeichnet wird. Sie bilden ein besonders idyllisches Ensemble. Mittendrin liegt das Mini-Hotel, das kleinste Hotel des Bundeslandes und eines der kleinsten in Deutschland überhaupt. Es bietet im Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert ein Doppel- und zwei Einzelzimmer zur Übernachtung an.

Ruhrtalradweg bei Herdecke

RuhrtalRadweg direkt am Fluss in Herdecke.
Einmündung des Herdecker Bachs in die Ruhr

Ruhrtalradweg bei Herdecke

Neues Stadtquartier Ruhraue mit Promenade.
Hinten ist bereits das Wahrzeichen, der Viadukt, sichtbar

Herdecke

Fachwerk in Herdeckes Altstadt

Bachviertel in Herdecke

Bachviertel am Herdecker Bach

Mini-Hotel in Herdecke

Das Mini-Hotel, das kleinste Hotel NRWs

Herdecke

Das Viadukt spiegelt sich auch in der Kunst wider

Oberhalb der Altstadt liegt der Bahnhof, von dem aus die Züge im Stundentakt nach Hagen und Dortmund fahren. Das Wissen über die Abfahrten ist also vorteilhaft, um nicht lange warten zu müssen. Tipp: Die Züge Richtung Hagen bzw. Lüdenscheid überqueren hinter Herdecke den großen Viadukt.

Auf der zweiten Etappe des Radwegs, der auch das große Viadukt unterquert, geht es näher an den Fluss. Die Route führt auf lange Strecken direkt am Wasser entlang und einmal sogar mit der Fähre hinüber.

Die Fortsetzung ist hier zu lesen: RuhrtalRadweg – Etappe 2: Von Herdecke nach Essen

Geographische Koordinaten:
51°28'25.59"N, 7°48'02.00"E – Kiebitzwiese
51°28'17.02"N, 7°46'15.01"E – Kettenschmiedemuseum Fröndenbg.
51°28'21.44"N, 7°41'30.36"E – Kuhbrücke Dellwig
51°27'59.55"N, 7°39'41.71"E – Sieben Zeichen / Schoofs Brücke
51°27'52.84"N, 7°38'57.37"E – Hengsener See (begehbares Ufer)
51°26'14.75"N, 7°34'13.86"E – Rohrmeisterei Schwerte
51°24'40.84"N, 7°27'15.20"E – Koepchenwerk
51°23'54.84"N, 7°25'57.44"E – Bachviertel Herdecke
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
416696 m, 5703194 m – Kiebitzwiese
414628 m, 5702964 m – Kettenschmiedemuseum Fröndenberg.
409139 m, 5703195 m – Kuhbrücke Dellwig
407030 m, 5702557 m – Sieben Zeichen / Schoofs Brücke
406171 m, 5702366 m – Hengsener See (begehbares Ufer)
400642 m, 5699439 m – Rohrmeisterei Schwerte
392498 m, 5696703 m – Koepchenwerk
390965 m, 5695313 m – Bachviertel Herdecke
Externer Link Externer Link

Quellen und weitere Informationen:

Offizielle Internetseite zum RuhrtalRadweg: www.ruhrtalradweg.de
Brennerei Bimberg:

www.brennerei-bimberg.de

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 01 / 2020
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