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Der Wasserbahnhof in Mülheim an der Ruhr

Bahnhöfe sind Knotenpunkte für Nah- und Fernreisende. Häufig dienen sie dem Umstieg zwischen mehreren Eisenbahnlinien und überbrücken die Wartezeit zwischen den Zügen durch Geschäfte, Gastronomie und bieten nebenbei (meistens) noch ein Dach über dem Kopf. Bittet man Kinder, einen Bahnhof zu zeichnen, darf zumeist eines unausgesprochen und selbstverständlich nicht fehlen: Gleise. Freunde der Eisenbahn wissen möglicherweise, dass sich ein Bahnhof üblicherweise dadurch definiert, dass er mindestens eine Weiche besitzt. Hier wird jedoch ein Bahnhof vorgestellt, der keinen Gleisanschluss hat, ansonsten aber alle Kriterien erfüllt:

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erste Versuche durchgeführt, die Ruhr nicht nur zum Materialtransport, sondern auch für die Personenschifffahrt zu nutzen. Schon seit 1780 war die Ruhr dank der Errichtung mehrerer Schleusen bis Fröndenberg schiffbar. Doch erst mit dem dritten Anlauf in den 1920er Jahren wurde eine Verbindung zwischen dem Solbad Raffelberg und Essen-Kettwig (später entstand dort der Kettwiger See) rentabel – die Weiße Flotte wurde 1927 geboren und sehr gut genutzt. Einziges Problem war die Schleuse Mülheim, die südlich der Innenstadt zur Schiffbarmachung des Flusses im 18. Jahrhundert errichtet wurde. Karte Wasserbahnhof MülheimDer Schleusenvorgang für jede Fahrt war zeitintensiv und aufwendig. Daher entschloss man sich zur Aufspaltung der Fährlinie in den Unterlauf und den Oberlauf des Mülheimer Wehres. Die Schleuseninsel diente dabei dem Umstieg zwischen den Schiffen auf kurzem Wege – unter trockenem Dach und mit der Möglichkeit der Verpflegung und sanitärer Einrichtungen: Der im Volksmund sogenannte Wasserbahnhof ist entstanden. Er wurde in der Folgezeit mehrfach erweitert, verkam zeitweise und wurde wieder renoviert.

Heute ist der Wasserbahnhof nicht nur Ausgangspunkt für die Fahrgäste der Weißen Flotte, sondern auch als innenstadtnahes Ausflugsziel in Mülheim äußerst beliebt. Nach wie vor halten die Fahrgastschiffe der Ruhr Richtung Kettwig direkt vor dem Gebäude mit dem charakteristischen Rundbau mit Zeltdach, das heute vor allem aus Gastronomie und Biergarten besteht.

Auf der nebenstehenden Abbildung mit einem Luftbild sind die wichtigsten geographischen Gegebenheiten und Einrichtungen eingezeichnet: Auf der Schleuseninsel befindet sich südlich des Wasserbahnhofs das Haus Ruhrnatur, ein Erlebnismuseum zum Anfassen und Ausprobieren mit dem Thema Wasser, Energiegewinnung und Ökologie. Zwischen Wasserbahnhof und Parkplatz erstreckt sich ein kleiner Garten mit der ersten Blumenuhr Deutschlands. Schräg neben der Schleuseninsel liegt die größere Dohneinsel in der Ruhr, an die sich nördlich die längs des Flusses angelegte Wehranlage Broicher Schlagd (Schlagd oder Schlacht ist eine alte Bezeichnung für ein Stauwehr) anschließt, die sich bis zur Schlossbrücke erstreckt. Auf der Dohneinsel, hauptsächlich genutzt zur Trinkwassergewinnung, verläuft der Ruhrinselweg mehrere hundert Meter bis zur südlich gelegenen Florabrücke direkt am Wasser entlang. Zwischen Dohne- und Schleuseninsel befindet sich das Wasserkraftwerk Kahlenberg in der Flucht des Schleusenkanals der ursprünglichen und abgerissenen Alten Schleuse und ermöglicht die Überquerung des mittleren Ruhrwassers. Der westliche Ruhrarm hinter der Dohneinsel und der Broicher Schlagd wird wiederum durch die Kassenbergbrücke überquert. Sie verbindet die beiden Inseln somit mit dem linken Ruhrufer. Das Kraftwerk wird von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft zur Erzeugung von Strom für die örtlichen Wasserwerke wie das auf der Dohneinsel genutzt.

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Wasserbahnhof mit Schiff "Mülheim a.d. Ruhr"

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Anlegesteg der Weißen Flotte im Schleusen-Oberwasser

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Schleuse der Ruhr unweit des Wasserbahnhofs

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Weiße Flotte und Stromaufsichtsboot "Bussard"

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Wasserkraftwerk Kahlenberg in der Flucht der Alten Schleuse,
Beginn des Ruhrinselweges zur Florabrücke

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Broicher Schlagd mit westlichem Ruhrufer,
gesehen von der Kassenbergbrücke

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Blick von der Dohneinsel auf das Haus Ruhrnatur

Wasserbahnhof Mülheim an der Ruhr

Kassenbergbrücke und Kraftwerk Kahlenberg

Fazit und Tipp des Webmasters: Zusammen mit dem benachbarten Stadthafen Ruhrbania lässt sich die Ruhr zentrumsnah am Wasserbahnhof erleben – sei es bei einem schönen Spaziergang am Wasser, einer Tour mit der Weißen Flotte (Sommerhalbjahr) oder gar im Museum Ruhrnatur. Kombiniert werden kann der Besuch mit dem MüGa-Park, einer ehemaligen Landesgartenschau, samt Ringlokschuppen, Broicher Schloss und Wasserturm, oder mit dem ebenfalls äußerst sehenswerten Wassermuseum im romantischen Aquarius-Turm bei Styrum. Auf dem RuhrtalRadweg ist der Wasserbahnhof mit einem kleinen Umweg von der Hauptroute gut erreichbar.

 

Informationen zum Besuch des Wasserbahnhofs:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Die Freizeitanlagen und Wege sind ständig frei zugänglich.

Die Weiße Flotte fährt im Sommerhalbjahr täglich nach einem Taktfahrplan nach Essen-Kettwig, an bestimmten Tagen wird der Takt verdichtet und es besteht in Kettwig Anschluss in Richtung Baldeneysee. Informationen zur Schifffahrt bietet die Stadt Mülheim auf ihrer Internetseite.

Das Haus Ruhrnatur hat Di bis So von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Über die Weihnachtsferien ist es geschlossen. Letzter Einlass ist um 17.00 Uhr.

Auf diesen Internetseiten sind die Eintrittspreise kategorisiert. Die Kosten für den Eintritt für einen Erwachsenen für dieses Museum entsprechen der kleinsten Kategorie (unter 5,- Euro pro Person). Genaue Preise, Rabatte und Ermäßigungen sind der offiziellen Internetseite oder Aushängen zu entnehmen.

Anreise mit dem Auto: Für die Anfahrt bieten sich mit der A40, der A3 und der A52 gleich mehrere Varianten an. Insgesamt sind eine aktuelle Straßenkarte oder ein Navigationssystem empfohlen. Der Wasserbahnhof ist im Stadtgebiet ausgeschildert. Bei Belegung des Parkplatzes sind Alternativen in der Nähe zu suchen. Die folgenden Möglichkeiten sind Vorschläge:

1.) Aus Richtung Dortmund auf der A40 bis zur Ausfahrt 19 Mülheim-Heißen und dem Straßenverlauf auf der B1 ca. 4,5 km folgen. Vor der Ruhrbrücke bei Menden rechts abbiegen auf die Mendener Straße (L450). Am Ende links abbiegen in die Wilhelmstraße und an der nächsten Kreuzung geradeaus dieser weiter folgen. Nach der Rechtskurve befindet sich links die Zufahrt zum Parkplatz auf der Schleuseninsel.

2.) Aus Richtung Duisburg auf der A40 bis zur Ausfahrt 15 Mülheim a.d. Ruhr. Rechts abbiegen auf die Moritzstraße, die in die Hauskampstraße und Oberhausener Straße übergeht. Am Ende rechts abbiegen auf die Konrad-Adenauer-Brücke. Dahinter abfahren und rechts abbiegen auf die B223. An der großen Kreuzung links abbiegen auf die Schlossbrücke. Die Ruhr abermals überqueren und an der zweiten Ampel rechts abbiegen in die Friedrichstraße. Sofort rechts abbiegen in die Delle. Kurz vor dem Ende links abbiegen in die Straße Auf dem Dudel. Nach 250 m liegt rechts die Zufahrt zum Parkplatz auf der Schleuseninsel.

3.) Aus Richtung Düsseldorf auf der A52 bis zur Ausfahrt 25 Breitscheid. Links abbiegen auf die B1 und dem Straßenverlauf solange folgen, bis die Ruhr überquert wird. Dahinter links abbiegen auf die Mendener Straße (L450). Am Ende links abbiegen in die Wilhelmstraße und an der nächsten Kreuzung geradeaus dieser weiter folgen. Nach der Rechtskurve befindet sich links die Zufahrt zum Parkplatz auf der Schleuseninsel.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Alte Schleuse 1 in 45168 Mülheim an der Ruhr (Alternativ: Auf dem Dudel)

Geographische Koordinaten:
51°25'20.79"N, 6°52'34.14"E – Wasserbahnhof
51°25'17.83"N, 6°52'31.73"E – Kraftwerk
51°25'24.87"N, 6°52'35.62"E – Neue Schleuse
51°24'52.97"N, 6°52'36.42"E – Florabrücke
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
352335 m, 5698943 m – Wasserbahnhof

352285 m, 5698853 m – Kraftwerk
352367 m, 5699068 m – Neue Schleuse
352354 m, 5698083 m – Florabrücke

Anreise mit Bus und Bahn: Mit den Zügen des Nah- und Fernverkehrs bis Mülheim an der Ruhr Hbf. Theoretisch lässt sich ein Teil der Wegstrecke mit der U-Bahn abkürzen, aber der Weg ist zu Fuß schaffbar und bei ungünstiger Wartezeit auf die Bahn auch schneller: Den Bahnhof entweder durch den Haupteingang oder das Einkaufszentrum Forum verlassen und der Fußgängerzone folgen. An der Friedrich-Ebert-Straße rechts und sofort links in die Schollenstraße und geradeaus auf den Stadthafen zu. Links vom Hafenbecken (Ruhrbania) direkt am Anleger vorbei am Gebäude. Die Ruhr wird erreicht. Auf dem Weg direkt am Ruhrufer links entlang ca. 400 Meter bis zum Wasserbahnhof stromaufwärts laufen. Die Gesamtstrecke beträgt in dieser Variante etwa 1,4 Kilometer.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Auf dem westlichen Ufer der Ruhr verlaufen mit dem RuhrtalRadweg, dem Rundkurs Ruhrgebiet und der Deutschen Fußball-Route NRW gleich drei gewichtige Themen-Radwege am Wasserbahnhof vorbei. Die Kassenbergbrücke kann zur Überquerung genutzt werden. Bei der Fahrt auf dem RuhrtalRadweg lohnt als Alternativroute die Fahrt über die Dohneinsel.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress ist der Wasserbahnhof eingezeichnet. In der Rad- und Wanderkarte "Essen und Umgebung" im Maßstab 1:50.000 liegt er im Planquadrat E2, im Rad-Leporello RuhrtalRadweg im Maßstab 1:50.000 auf der Kachel 16. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite beim Verlag – Karten werden versandkostenfrei versendet. Für Webseite und Verkauf ist der Verlag verantwortlich.

 Rad- und Wanderkarte Essen und Umgebung   Radwanderkarte Ruhrgebiet  

Quellen und weitere Informationen:

Wasserbahnhof Mülheim: www.muelheim-ruhr.de
Route der Industriekultur (Wasserbahnhof): www.route-industriekultur.ruhr
Weiße Flotte: www.muelheim-ruhr.de
Museum Haus Ruhrnatur: www.haus-ruhrnatur.de
Route der Industriekultur (Kraftwerk):

www.route-industriekultur.ruhr

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 09 / 2017
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr