Kokerei Hansa in Dortmund
Die Kokerei Hansa ist eine von 17 in den 1920er Jahren entstandenen Zentralkokereien im Ruhr-Revier. Aufgabe der Anlage war das Produzieren von Koks aus Kohle, das bei der Stahlverhüttung benötigt wird. Zu ihrer Zeit gehörte sie zu den größten und modernsten Kokereien in Europa. 1992 wurde sie stillgelegt, nachdem auf dem Gelände der Westfalenhütte in Dortmund die neue Kokerei Kaiserstuhl III entstand. Letztere arbeitete allerdings nur acht Jahre, wurde dann ebenfalls stillgelegt, aber demontiert und in China wieder aufgebaut. Es scheint paradox, dass der Preis für das Kokereiprodukt weltweit inzwischen um ein Vielfaches angestiegen ist, was heute eine Schließung aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar machen würde. Aus der Kokerei Hansa ging das heutige Industriemuseum hervor. Seit 1995 gehört es der »Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur«, kurz Industriedenkmalstiftung. Seit 1998 steht die Kokerei Hansa unter Denkmalschutz.
Die Kokerei gliedert sich in die schwarze und die weiße Seite. Vereinfacht gesagt ist die schwarze Seite für die Produktion des Endproduktes Koks aus Kohle und die Anlieferung der benötigten Rohstoffe zuständig, die weiße Seite für die Nebenprodukte, die anfallen – beispielsweise Teer, Gas oder Säuren. Der Koks wurde nach individuellem Zusammenmischen der Ausgangsprodukte in Öfen mehrere Stunden "gebacken". Die Öfen sind schmal und in Batterien angelegt, also in mehreren Einheiten zusammengefasst hintereinander. Die über 300 Öfen wurden Tag und Nacht beheizt, denn ein Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur hätte zufolge gehabt, dass das Mauerwerk zerborsten wäre. Rund um die Uhr wurden in Schichten die Öfen verfüllt und geleert. Eine Tür auf jeder Seite ermöglichte, dass eine Maschine das fertige Produkt durchschieben und dieses auf der anderen Seite aufgefangen werden konnte. Durch den Sauerstoff der Luft außerhalb des Ofens entzündete es sich allerdings und musste unter dem Löschturm mit Wasser abgelöscht werden. Nach der Stichprobe im Labor konnte der Koks im Hüttenwerk verwendet werden. Anfallende Nebenprodukte wurden in Silos gelagert, Wasser in Kühltürmen abgekühlt und das nutzbare Gas in das Gasnetz der Stadt eingeleitet.
Das Gelände selbst kann begrenzt an üblichen Museumstagen tagsüber besucht werden. Es besteht die Möglichkeit, über Funk-Kopfhörer mehrsprachig an bestimmten Stationen Informationen zu den Gebäuden und Anlagen zu erhalten. Ausführlich besichtigt werden kann die Kokerei in einer der regelmäßigen Führungen (Daten dazu siehe unten). Hierbei werden die Bandbrücke, der Kohlen- und Sortenturm, die Öfen, das Labor und die Kompressorenhalle näher betrachtet. Dabei erfährt der Besucher Grundsätzliches über die Arbeit in einer Kokerei. Vom Sortenturm bietet sich zudem ein Panorama über die Stadt Dortmund und den benachbarten Deusenberg.
Folgende Bilder geben einen kleinen Eindruck vom Gelände und sind im Rahmen einer offenen Führung bzw. eigener Erkundungen der öffentlich zugänglichen Bereiche entstanden:

Kokerei Hansa mit dem markanten Löschturm aus Holz |

Rostige Tanks und Rohrleitungen unter jungem Birkenbewuchs |

Im Bassin schwimmen Kois in der Industriekulisse |

Löschturm neben der Kompressorenhalle |

Kühltürme mit Stahlskelett und Holzfüllung |

Kokereigas-Rohr, Bandanlage, Kohlen- und Sortenturm (v.R.n.L.) |

Bandanlage zur Kohlenmischhalle |

Blick auf den teilabgerissenen Nordbereich der Kokerei Hansa |

Südteil der Kokerei, Zeche Hansa und Innenstadt Dortmunds |

Unter den Silos der Kohlenmischhalle |

Vegetation auf dem Dach der Koksöfen |

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Jeder große Deckel ist ein Einfüller eines schmalen Ofens |

Labor: Wie stehen und liegen gelassen... |

Was man nicht alles im Verbandskasten findet... |

Koksöfen von der Seite |

... deutlich erkennbar die Türen und Zwischenwände. |

Weiße Seite: Abteilung Nebenprodukte (hier: Ammoniak) |

Weitere Gebäude der "Weißen Seite" |

Rostige Rohre und Tanks |

In der Sieberei wachsen Bäume aus den Steinen |

Kompressorenhalle |
Das Gelände der Kokerei ist abgesehen von Interessierten von Industriekultur und der Kokereiproduktion auch besonders bei Hobby-Fotografen oder -Filmer beliebt. Entsprechend ausgestattete Menschen trifft man auf dem Gelände bei passendem Wetter zuhauf. Für private Zwecke werden entsprechende Foto-Führungen angeboten. Nachts ist das Gelände farbig beleuchtet, auch hier gibt es Angebote für Nacht-Führungen. Angaben dazu sind der Internetseite oder Flyern zu entnehmen.

Löschturm auf der Schwarzen Seite |

Chemikalien-Silos der Weißen Seite |

Löschturm von Kokerei Hansa |
Der Infopunkt an der Kokerei (und somit das Industriemuseum selber) ist von April bis Oktober Di-So 10.00-18.00 Uhr, in der übrigen Jahreszeit Di-So 10.00-16.00 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 3,- Euro. Mithilfe eines kostenlos ausleihbaren Audio-Guides lassen sich dabei Teile des Geländes erkunden.
Führungen, in denen das Gelände ausführlicher besichtigt werden kann, finden donnerstags 14.00 Uhr, freitags 21.00 Uhr (Nachtführung), samstags 14.00 und 16.00 Uhr sowie sonn- und feiertags 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr statt. Sie dauern etwa zwei Stunden lang. Für die Führung sind derzeit 3,- Euro Aufschlag (Nachtführung: 5,- Euro) zum Eintritt zu entrichten. Die offenen Führungen sind nicht barrierefrei (Treppen, Aufstiege). Für Kinder und auf Rollstühle angewiesene Personen werden speziell auf sie angepasste Führungen auf Anfrage angeboten. Bequemes Schuhwerk wird angeraten
Informationen zu den Führungen und Öffnungszeiten sind der Internetseite der Industriedenkmalstiftung zu entnehmen!
Anreise zur Kokerei Hansa mit dem Auto: Auf der A45 bis zur Anschlussstelle 4 Dortmund-Hafen und dort Richtung Dortmund-Innenstadt. An der nächsten Ausfahrt abfahren Richtung Huckarde. Der Straße und der Beschilderung bis zum Parkplatz an der Kokerei Hansa folgen.
Eingabe in das Navigationssystem: Emscherstraße 11 in 44369 Dortmund.
Koordinaten des Parkplatzes: 51°32'26.10"N, 7°24'43.47"E (Copy & Paste in GoogleEarth möglich!)
Anreise mit dem ÖPNV: Von Dortmund Hbf., Wanne-Eickel Hbf., Herne oder Dorsten mit der RB 43 "Emschertal-Bahn" bis Dortmund-Huckarde Nord. Von dort durch die Unterführung und immer geradeaus durch die Huckarder Allee bis zur Kokerei (Fußweg ca. 900m).
Alternativ von Dortmund-Aplerbeck, Dortmund-Stadthaus, Dortmund Hbf.
mit der U47 Richtung Westerfilde bis Parsevalstraße oder Buschstraße und von dort zu Fuß nach Osten bis zur Kokerei (ca. 400 Meter Fußweg).
Weitere Informationen:

Panoramafoto der Ammoniaktanks auf der Weißen Seite der Kokerei Hansa |
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ngaben zur Anreise mit dem ÖPNV sowie Straßennamen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de • Stand: 03 / 2012
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