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Marina Rünthe und NSG Beversee in Bergkamen

Größter Yachthafen Nordrhein-Westfalens, ein Bergsenkungsgewässer und eine renaturierte Deponie

Als vor über 100 Jahren der Datteln-Hamm-Kanal in Betrieb genommen wurde, hatte die Freizeitnutzung einen kleinen Stellenwert. Wenn überhaupt. Überwiegend wirtschaftliche Interessen verfolgten die künstliche Wasserstraße und die vielen Verladehäfen u.a. von Zechen, die um 1914 in Betrieb gegangen sind und unter anderem die Eisenbahn entlasten sollten. Heute betrachten wir einen kleinen Flecken Ruhrgebiet im Bergkamener Stadtteil Rünthe ausschließlich mit Hinblick auf Erholung, Radfahren und Wandern am Wasser und Freizeit. Dann und wann fahren Frachtschiffe zum Hafen in Hamm, ab und zu auch eines zu den Kohlekraftwerken in Werne-Stockum und Hamm, ganz am Ende des Stichkanals.

Am Kanal-Kilometer 23 liegen Yachten und Boote im größten Yachthafen Nordrhein-Westfalens am Ort eines alten Verladehafens einer Zeche. Skipper liegen in der Sonne an Bord, Spaziergänger flanieren mit einem Eis in der Hand über die Promenade. Eine alte Mülldeponie ist renaturiert und bietet heute, zugänglich gemacht, schöne Ausblicke auf die Auen des Flusses Lippe. Der durch Bergsenkungen entstandene Beversee bildet heute den Kern eines Naturschutzgebietes in der Kamer Mark im Schatten einer der größten Haldenlandschaften im Revier.

Mit der Marina, dem Naturschutzgebiet und der alten Deponie werden drei Hauptziele in diesem Beitrag vorgestellt. In der folgenden Übersichtskarte sind sie allesamt eingezeichnet. Im Naturschutzgebiet markiert das grüne Band den Verlauf der Rundwege zum Spazierengehen und Walken. Die blauen Pfeile heben die Anbindung an überregionale Radrouten hervor, die das Gebiet erschließen. Unter der Karte finden Sie ausführliche Informationen zur Anreise mit dem Auto, mit Bus und Bahn, mit dem Fahrrad und – ausnahmsweise – mit dem Schiff.

Übersichtskarte Marina Rünthe, Beversee, Zentraldeponie


Informationen zur Anreise:

Anreise mit dem Auto: Auf der A1 bis Ausfahrt 81 Hamm / Bergkamen. Aus Richtung Dortmund links, aus Richtung Münster rechts abbiegen Richtung Bergkamen auf den Ostenhellweg. In Rünthe an der Ampelkreuzung links (den Schildern der Route Industriekultur Richtung Marina folgend) auf die Werler Straße Richtung Bergkamen abbiegen und hinter der Kanalbrücke rechts abbiegen auf den Hafenweg. Ein Parkplatz mit geringer Kapazität steht am Hafen zur Verfügung. Bei Überfüllung befindet sich ein größerer Parkplatz direkt an der Kanalbrücke der Werler Straße.

Zur Zentraldeponie zuvor an der Ampel geradeaus auf den Westenhellweg. Nach ca. 500 m rechts kurz vor dem Ortsausgang abbiegen in den Fürstenhof. Sofort links halten und das Auto im Bereich der Freifläche vor dem Tor abstellen. Über die Treppe neben dem Tor gelangt man auf die Deponie, vorbei am Tor befindet sich das Kraftwerk unterhalb der ehemaligen Müllhalde.

Dort, wo an der Marina die Straße die scharfe Rechtskurve macht, befindet sich der Nordostzugang zum Naturschutzgebiet Beversee. Etwa 600 m südlich von der Kreuzung B233 / Hafenstraße befindet sich ein Wanderparkplatz mit dem südöstlichen Zugang zum Naturschutzgebiet. Um den Aussichtspunkt von der Marina aus schnell zu erreichen, nach Eintauchen ins Naturschutzgebiet die erste links, über die Brücke und den Beverbach und kurz darauf rechts abbiegen.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Hafenweg (Marina und NSG Beversee) bzw. Fürstenhof (Zentraldeponie) in Bergkamen

Geographische Koordinaten:
51°38'29.74"N, 7°38'36.17"E – Marina Rünthe
51°38'16.59"N, 7°38'15.11"E – Aussicht am Beverseeufer
51°38'26.41"N, 7°38'34.04"E – Zugang NSG von der Marina Rünthe
51°38'10.88"N, 7°37'28.29"E – Zugang NSG Halde Großes Holz
51°38'11.70"N, 7°39'01.48"E – Zugang NSG Werner Straße / B233
51°38'38.14"N, 7°38'02.97"E – Gaskraftwerk Zentraldeponie
51°38'40.20"N, 7°38'07.56"E – Treppe und Parkplatz Zentraldeponie
Die Koordinaten können in das Eingabefeld von z.B. GoogleEarth
und OpenStreetMap kopiert werden.
UTM-Koordinaten (Zone 32):
406127 m, 5722048 m – Marina Rünthe
405715 m, 5721649 m – Aussicht am Beverseeufer

406084 m, 5721945 m – Zugang NSG von der Marina Rünthe
404811 m, 5721489 m – Zugang NSG Halde Großes Holz

406603 m, 5721481 m – Zugang NSG Werner Straße / B233
405494 m, 5722319 m – Gaskraftwerk Zentraldeponie
405583 m, 5722381 m – Treppe und Parkplatz Zentraldeponie

Anreise Bus und Bahn: Bergkamen hat leider keinen Bahnhof. Es besteht jedoch eine getaktete Busverbindung zwischen den Busbahnhöfen von Unna und Werne (Linie R81). Außerdem hält an der Haltestelle Marina Rünthe der Schnellbus S30 von Dortmund Hbf. nach Hamm Bahnhof. Zur Deponie über die Kanalbrücke bis zur Kreuzung Westenhellweg, dort links in die Straße Westenhellweg und nach 500m rechts in den Fürstenhof. Sofort links halten und am Tor rechts die Treppe auf die Deponie oder am Tor vorbei zum Kraftwerk.

Anreise mit dem Schiff: Auf dem Westdeutschen Kanalnetz (Dortmund-Ems-Kanal mit Ems, Mittellandkanal / Küstenkanal, Rhein und Ruhr mit Wesel-Datteln-Kanal bzw. Rhein-Herne-Kanal zunächst bis Datteln. Von dort auf dem Datteln-Hamm-Kanal bis zum Kilometer 23.

Anreise mit dem Fahrrad / E-Bike: Zahlreiche Thema-Radwege verlaufen direkt oder in der Nähe der Marina Rünthe meist am Kanal entlang vorbei: die Römer-Lippe-Route, der Emscher-Park-Radweg, die Deutsche-Fußballroute NRW, die LandesGartenSchau Route und ein Teil des Netzes "RadKreisUnna". Der Emscher-Park-Radweg verläuft auf dem anderen Kanalufer entlang. Über das Sperrtor lässt sich die Seite wechseln und das Naturschutzgebiet anfahren. Die Zentraldeponie wird von der Wassererlebnis-Schleife der Römer-Lippe-Route erreicht. Kamen und Unna sind über den Bahntrassenweg auf der Klöcknerbahn angebunden.

Kartenmaterial: In den rechts dargestellten reiß- und wetterfesten Radwander- bzw. Rad- und Wanderkarten des Verlages Publicpress sind die Marina und der Beversee eingezeichnet. In der Rad- und Wanderkarte "Ruhrgebiet Ost" im Maßstab 1:50.000 liegt sie im Planquadrat A6/7, im Rad-Leporello Römer-Lippe-Route auf der Seite 13. Mit Klick auf die jeweilige Karte gelangen Sie zur entsprechenden Seite bei Amazon*.

   

 

 

Die Marina Rünthe in Bergkamen

Vom Zechenhafen zum größten Yachthafen in Nordrhein-Westfalen

Der Datteln-Hamm-Kanal wurde 1914 fertiggestellt und ist eine künstliche Wasserstraße zwischen Datteln und der Stadt Hamm im östlichen Ruhrgebiet. In Datteln hat er eine Verbindung zum Dortmund-Ems-Kanal, Rhein-Herne-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal – kurzum: an das gesamte deutsche Kanalnetz. Er verläuft weitestgehend in unmittelbarer Nähe parallel zum Fluss Lippe. Hauptsächlich genutzt wird der Kanal von Binnenschiffen, die den Hafen Hamm anfahren, außerdem erhalten drei größere Kohlekraftwerke ihr Brennmaterial über den Kanal und besitzen eigene Häfen. Auch einige Bergwerke unterhielten hier einen Verladehafen, so wie zum Beispiel die Zeche Werne, deren Hafen 1939 am Rande von Rünthe entstanden ist. Nach der Schließung der Zeche wurde er zum Verladehafen der Klöckner Bergbau aus Unna-Königsborn. Im Jahr 1995 wurde durch einen privaten Betreiber begonnen, diesen Verladehafen zu einem modernen Liegeplatz für fast 300 Yachten aller Größe umzubauen – die "Marina Rünthe". Mit Marina ist an dieser Stelle kein weiblicher Vorname gemeint, sondern die moderne Bezeichnung für einen Yachthafen. Der Name stammt vom Lateinischen "marinus" und bedeutet etwa "am Meer liegend" oder "dem Meer entstiegen".

Das Schrägluftbild mit Blickrichtung Norden zeigt den Kern der Marina und dem östlichen Hafenteil aus dem Jahr 2017. Zu sehen ist etwa die Hälfte der Liegeplätze, die sich in der linken unteren Ecke weiter fortsetzen.

Luftbild Marina Rünthe

Der Hafen ist trotz des Saisongeschäftes ganzjährig geöffnet und bietet alle üblichen und notwendigen Hafeneinrichtungen für Skipper. Abgesehen davon finden sich hier Hotel, Restaurants und Cafés mit Eisausschank und zahlreiche Wege zum Flanieren – entlang des Kanals oder vorbei an den mehr oder weniger großen und prächtigen Boote, wo bei schönem Wetter manch Eigner das seichte Schaukeln des Gefährts auf dem Wasser und die Sonne auf der Haut genießt. Die Promenade und die Wege werden durch hohe Laternen beleuchtet, die nachts in einem bestimmten Takt in der Leuchtintensität pulsieren. Es handelt sich dabei um die Lichtkunstinstallation "PulsLicht" von Mischa Kuball.

Zusammen mit dem kleineren Preußenhafen der ehemaligen Zechen Preußen und Gneisenau bei Lünen blüht auf dieser Wasserstraße nun auch der private Schiffsverkehr. Heute ist die Marina Rünthe der größte Sportboot-Yachthafen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Marina Rünthe

Östliche Gebäude an der Marina Rünthe

Marina Rünthe Yachten

Liegeplätze für Boote am Datteln-Hamm-Kanal; Brücke der B233

Marina Rünthe

 

Marina Rünthe Yachten

 

Marina Rünthe, Kraftwerk Heil

Im Hintergrund der Kühlturm vom Steinkohlekraftwerk in Heil

Marina Rünthe

Ein runder Wohnturm direkt am Hafenbecken

Marina Rünthe mit Hafenkran

Er hat sogar einen kleinen "Hafenkran"

Marina Rünthe

Biergarten am Wasser mit Sicht auf das Hafenbecken

Marina Rünthe

 

Marina Rünthe in Bergkamen

 

Marina Rünthe in Bergkamen Marina Rünthe in Bergkamen

Das Hafengelände ist ständig frei zugänglich. Für Gastronomie und Cafés gelten eigene Öffnungszeiten.

Information Ausführliche Informationen zur Anreise mit Auto, Bus, Bahn, Schiff & Co. finden Sie oben in der Einleitung.

Quellen und weitere Informationen:

Homepage der Marina Rünthe: www.yachthafen-marina-ruenthe.de
Route Industriekultur (Marina Rünthe):

www.route-industriekultur.ruhr

 

Der Beversee in Bergkamen

Ein Naturschutzgebiet mit Bombenkratern

Noch am Anfang des 20. Jahrhunderts schlängelte sich der Beverbach bei Rünthe durch die waldreiche Kamer Mark und das Große Holz. Heute stellt sich die Landschaft sehr anders dar. Aus dem Bach wurde ein See, aus dem Großen Holz ein Berg und im Wald entdeckt man zahlreiche Krater. Der Mensch hat auf verschiedene Art und Weise direkt oder indirekt Eingriff auf das Erscheinungsbild der Landschaft genommen. Das heutige Naturschutzgebiet Beversee erstreckt sich auf etwa 100 ha südlich des Datteln-Hamm-Kanals zwischen der B233, der Güterbahnstrecke und der Halde Haus Aden 2. von Ost nach West beträgt die Länge fast 2 km, die maximale Nord-Süd-Ausdehnung etwa 800 Meter. Es schließt sich direkt an die Marina Rünthe an.

Kern des 1979 ausgewiesenen Naturschutzgebietes ist der etwa 9 ha große Beversee. Er entstand zwar von selbst in den 1940er Jahren, bedingt jedoch durch Bergsenkungen, die wiederum durch den von Menschenhand gemachten Bergbau entstanden sind. Es nicht nur die inzwischen verbrannte Kohle, die einst unter der Region lag, sondern auch eine unglaublich riesige Menge Abraum. Nicht ganz umsonst befindet sich hier mit der Halde Großes Holz und anderen kleineren Halden rings herum die zweitgrößte Haldenlandschaft im Ruhrgebiet. So reiht sich die Entstehungsgeschichte des Beversees ein in die der in der Nachbarschaft liegenden Gewässer Radbodsee, Lanstroper See, Pleckenbrinksee oder Hallerey. Ein Pumpwerk sorgt heute für einen konstanten Wasserspiegel. Der schmale, aber über 650 Meter langgezogene See mit zahlreichen kleinen Buchten hat eine Wassertiefe von etwa 6 m. Nur am Südufer ist es möglich, sich an einer Stelle dem Wasser zu nähern. Allgegenwärtig sind die Schornsteine und der Kühlturm vom nahegelegenen Kraftwerk Bergkamen, die sich hinter den Bäumen erheben und bei gewisser Windstille im Wasser spiegeln.

Ein kleiner und ein großer Rundwanderweg erschließen gut markiert das Gelände. Sie verlaufen um den See in mal mehr und mal weniger großem Abstand. In der Übersichtskarte oben sind diese Wege ausgehend vom Parkplatz an der B233 und der Marina sowie an den Kreuzungspunkten mit der Römer-Lippe-Route mit grünen Strichen markiert. Auf hölzernen Schildern sind der Helmut-July-Weg und der Herbert-Reiss-Weg ausgeschrieben. Außerdem ist ein Fitness-Parcours ausgeschildert – entsprechende Informationen dazu finden Sie auf Tafeln an der Marina Rünthe. Da es jedoch im Naturschutzgebiet kaum mehr als diese Wege gibt, ist ein Verlaufen praktisch ausgeschlossen. An einigen Zugängen befinden sich zudem Lagepläne und Informationstafeln zur Industrienatur. Es ist zu betonen, dass ein Spaziergang durch das Naturschutzgebiet sowohl im Sommer als auch im Winter reizvoll ist. Im Sommer wuchern die Farne und diverse Wasserpflanzen blühen und gedeihen. Im Winter sind die (im Sommer häufig verdeckten) Bombenkrater jedoch besser zu erkennen und vom Weg auszumachen.

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Waldpfad und Walkingstrecke Im Naturschutzgebiet

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Der idyllische Beversee mit Teichrosen

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Aussichtspunkt am südlichen Ufer mit Blick zum Kraftwerk Heil

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Beversee mit Kraftwerk Bergkamen in Heil

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Wintertristesse im Februar

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Im Winter deutlich sichtbare runde Krater-Tümpel

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Sommerlicher Spaziergang durch den Wald am See

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Am Ufer stand einmal ein kleiner Aussichtsturm

Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Blick ohne Turm zum gegenüberliegenden Ufer

Eine weitere Besonderheit des Naturschutzgebietes Beversee zeigt sich während des Spaziergangs durch den Wald und um den See. Zunächst scheinbar zufällig, doch dann fallen die immer wieder am Wegesrand passierten runden Löcher auf, die zum Teil unter den Grundwasserspiegel reichen und daher mit Wasser gefüllt sind. Es handelt sich um Bombenkrater aus dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem südlich des Sees verbergen sich diese Trichter im Wald. Man muss wissen, dass das nicht weit entfernte Bayer-Schering-Werk als "Chemische Werke Bergkamen" schon zu Kriegszeiten existiert hat. Diese Werke waren bevorzugtes Bombardierungs-Ziel der Alliierten, wobei zahlreiche Sprengkörper aus dem Flugzeug das Ziel verfehlt haben. Außer im Naturschutzgebiet finden sich diese Krater auch weiter westlich am Rande der heutigen Halde Großes Holz auf der anderen Seite der Bahnstrecke.

Die nachfolgende Grafik ist eine Abbildung eines Digitalen Geländemodells im Bereich des Beversees. Es basiert auf Laserscan-Daten des Landes NRW, die mithilfe eines Geoinformationssystems von mir aufbereitet wurden. Die Quelle, die DGM1L-Daten, stehen als open Data auf dem Portal des Landes NRW zur Verfügung. Das Besondere dieser Scantechnik ist, dass einige Laserstrahlen auch durch das Geäst und Kronen von Bäumen durchdringen. Im Gegensatz zu Luftbildern sind auch kleine Bodenstrukturen in Wäldern sichtbar. Die Bäume und Büsche sind beim Geländemodell automatisiert gefiltert. Die genannten Bombenkrater sind daher – im Gegensatz zum Luftbild, auch wenn es im Frühjahr vor dem Austrieb der Blätter aufgenommen wurde – deutlich als kreisrunde Oberflächenformen zu erkennen. Die bunten Farben symbolisieren die Höhenwerte (orange = hochgelegen, blau = tiefgelegen). Der Beversee liegt demnach tiefer als der Datteln-Hamm-Kanal, der sich in der linken oberen Ecke diagonal als gelbes Band durch das Bild zieht. Der Verlauf des Rundweges ist, wenn man genau hinschaut, zu erkennen.

Geländemodell DGM Naturschutzgebiet Beversee in Bergkamen

Das Naturschutzgebiet Beversee ist ständig frei zugänglich. Es gelten die üblichen Verhaltensregeln zum Schutze der Natur: Auf den Wegen bleiben (auch, wenn man sich die Bombenkrater gerne ansehen möchte!), Hunde anleinen, Feuer machen und Zelten sind verboten; Angeln im See ist ebenfalls nicht erlaubt. Verstöße gegen diese einfachen Regeln sind mit einer Geldbuße bestrafbar.

Information Ausführliche Informationen zur Anreise mit Auto, Bus, Bahn, Schiff & Co. finden Sie oben in der Einleitung.

Quellen und weitere Informationen:

Route der Industriekultur zum Beversee: www.route-industriekultur.ruhr

 

Die Zentraldeponie an der Lippeaue

An der Ortsausfahrt von Rünthe Richtung Lünen erstreckt sich zwischen der Landstraße und der Lippe eine rekultivierte Hausmülldeponie – die Zentraldeponie Bergkamen der Abfallbeseitigungsgesellschaft Ruhr. Sie war von 1975 bis 1987 in Betrieb. Seit den 1990er Jahren ist das 28 ha große Landschaftsbauwerk für die Öffentlichkeit frei zugänglich und eine beliebte Freifläche mit Wegen geworden. Kaum etwas deutet darauf hin, was im Innern des Berges schlummert.Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Während die Hänge an drei Seiten dicht bewachsen sind, besteht das recht flache, leicht gewölbte Gipfelplateau aus drei großen Wiesenflächen, die jeweils durch Baum- und Buschreihen voneinander abgetrennt sind. Besonders charakteristisch sind die zahlreichen kleinen, runden Bauminseln in der Wiese. Hier liegt mit 70,4 Metern über dem Meeresspiegel auch der höchste Punkt der Deponie. Nach Norden ist der etwa 20 Meter hohe Hang weitgehend frei und lässt tiefe Blicke auf die idyllische Lippeaue und den Fluss selbst zu. Wege verlaufen am Rande der bewachsenen Zonen und Streifen über und um den Gipfel. Im Norden führt ein Weg recht dicht am sonst in den Naturschutzgebieten hier eher unnahbaren Flussufer entlang. Die Deponie ist vor allem Ziel von Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner frei und ohne Leine laufen lassen – seit Jahren wird dieses Thema in der Presse diskutiert. Wer Angst vor Hunden hat, sollte daher das Gelände meiden.Explosionsgefahr

Als Besonderheit und einmalig in Bergkamen wird im Deponiekörper entstehendes Gas aufgefangen und in einem am Fuße der Zentraldeponie stehenden Blockheizkraftwerk verbrannt. Der daraus entstandene Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, die Abwärme einer benachbarten Gärtnerei zum Beheizen der Gewächshäuser zugeführt.

Allerdings ist das Gasaufkommen inzwischen, Jahrzehnte nach Schließung der Deponie, stark rückläufig. Auf der Deponie selbst sind hier und dort Gasbrunnen anhand ihrer Abdeckung zu erkennen – mit den gelben Warnschildern auf den Deckeln (in manchen Fällen, wie links im Bild sichtbar, allerdings nicht mehr ganz vollständig) praktisch der einzige Hinweis auf die ursprüngliche Nutzung dieses Geländes. Informationstafeln am Kraftwerk erläutern das Prinzip der Gasnutzung aus der Müllkippe. In der Karte unten ist die Deponie plastisch anhand der Gelände-Schummerung zu erkennen.

Karte Deponie Bergkamen in Rünthe

Plastisch ist der große Deponiekörper zu sehen, der sich zwischen dem Westenhellweg und der Lippe erhebt. Der höchste Punkt liegt im westlichen Drittel etwa dort, wo das Z der Beschriftung "Zentraldeponie" steht. Besser als die Karte verschaffen jedoch die Fotos einen Eindruck von der alten Deponie, die im Folgenden abgebildet sind und aus dem Frühjahr stammen.

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Kraftwerk mit Deponiegasnutzung am Fuße der Deponie

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Wege am Hang der Zentraldeponie Bergkamen

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Charakteristische Bauminseln auf dem Gipfelplateau

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Aussicht auf die Lippe-Aue

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Blick über die Lippe in Richtung Werne

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Benachbartes Kohlekraftwerk in Heil

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Bauminseln auf dem Gipfel

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Weg entlang der Lippe

Zentraldeponie Bergkamen in Rünthe

Lippeufer

Information Ausführliche Informationen zur Anreise auch zur Deponie finden Sie oben in der Einleitung.

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Zuletzt geändert oder Aktualität geprüft: 06 / 2019
Angaben zu Anreise, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind ohne Gewähr und vor einem Besuch selbst auf Richtigkeit zu überprüfen.
(c) Bilder, Karten, Text und Grafiken: S. Hellmann • www.ruhrgebiet-industriekultur.de & www.halden.ruhr